2015/Q2 - Nr.5 - Der Ruf in die NACHFOLGE / JÜNGERSCHAFT

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    • 2015/Q2 - Nr.5 - Der Ruf in die NACHFOLGE / JÜNGERSCHAFT

      Diese Woche ist das Thema des "Rufes in die NACHFOLGE / JÜNGERSCHAFT".

      Das JÜNGERMACHEN ist eines DER Haupttätigkeiten und Hauptthemen Jesu im Neuen Testament.

      Jesus selbst MACHTE Jünger/Nachfolger und gebot auch JÜNGER (in seinem Sinne) ZU MACHEN.

      JÜNGER / NACHFOLGER sind nicht mit getauften Gemeindegliedern/Kirchengliedern zu verwechseln, - ein JÜNGER / NACHFOLGER ist wesentlich mehr als ein "Kirchenmitglied/-besucher".

      Frage #1 (Definitionsfrage): Was ist ein JÜNGER / NACHFOLGER?
      Frage #2 (Definitionsfrage): Wie wird man JÜNGER / NACHFOLGER?

      »Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      »Ich (Jesus) bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge!« (Johannes 10:10b)
    • Seele1986 schrieb:

      Ist ein Kirchenmitglied kein Nachfolger?

      Hmm... was machen wir denn jetzt...?

      Es handelt sich meines Erachtens offenbar um zwei Mengen mit gemeinsamer Schnittmenge. Kirchenmitglied ist eine Sache, Nachfolger, was immer der einzelne sich darunter vorstellt, etwas anderes. Es kann in einer Person zusammentreffen; aber dadurch, dass man Mitglied einer Kirche ist, ist man noch nicht zwangsläufig ein Nachfolger Christi.
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19
    • @Seele1986: Du bist doch sonst nicht so schwer von Begriff. Daß es in Dir selber zusammengehört, Deiner Kirche anzugehören und Cristus nachzufolgen, ändert nichts daran, dass beide Eigenschaften nicht zwingend zusammengehören. Mit anderen Worten, wer einer Kirche beitritt, wird dadurch nicht auch zwangsläufig ein aktiver Nachfolger Jesu aus Nazareth.

      In Form eines Beispiels: Jemand wurde in Familie geboren, die Kirchensteuer an die evangelische Landeskirche zahlt. Als er in das entsprechende Alter kommt, läßt er sich konfirmieren und bestätigt damit seine persönliche Kirchenmitgliedschaft, weil er genau weiß, daß seine reiche Tante Amalie ihn aus diesem Anlaß reichlich beschenken wird. Solch ein junger Mann ist Mitglied der Kirche; gleichwohl kann es sein, dass ihm Jesus relativ egal ist und er bald darauf -- ohne deswegen aus der Kirche auszutreten -- einem satanistischen Zirkel beitritt, der die egoistische Machtentfaltung des Einzelnen propagiert. Ist so jemand ein Nachfolger Christi? Nein, er ist nur Kirchenmitglied.

      Noch ein Beispiel: Eine ältere Frau, die keinen Partner mehr hat, sucht Gesellschaft und eine gewisse Verbindlichkeit, so etwas wie Freunde oder treue Bekannte. Sie stößt irgendwann auf eine Adventgemeinde und fühlt sich beim Frauenfrühstück, bei Seniorentreffen und anderen Veranstaltungen dieser Adventgemeinde einigermaßen wohl; jedenfalls nicht mehr allein. Sie beschließt sich der Gemeinde anzuschließen, obwohl sie einige Grundsätze der Gemeinde, die auf Ellen, White [editiert] zurückgehen, unklar oder falsch findet. Auch der Pastor hat ihr gesagt, dass es nicht darauf ankäme, alle 28 Glaubensregeln voll zu teilen. Also läßt sie sich taufen und fühlt sich durch die Taufe auch tatsächlich irgendwie erhoben, vor allem, weil sie seit ihrer Taufe [editiert] vom Pastor geduzt wird und ihn seitdem ganz selbstverständlich duzen darf. Ist so jemand ganz sicher ein Nachfolger Christi? Wir wissen es nicht genau; solch ein Fall ist jedenfalls nicht eindeutig.

      Drittes Beispiel: Ein Pastor, in streng gläubigem Umfeld aufgewachsen, gar selber Sohn eines Adventistenpastors, hat seinen Dienst etliche Jahre ausgefüllt, seine Predigten versteht er routiniert vorzubereiten und wirksam vorzutragen. Leider hat er nun schon seit Jahren depressive Empfindungen. Der frühe Tod seiner Schwester und bald darauf der tödliche Motorradunfall seines eigenen Sohnes haben ihn immer mehr am Glauben zweifeln lassen. Auch sein geistliche Dienst ist für ihn nur noch ein stereotyper Beruf, den er gewandt ausfüllt, der ihn aber nicht mehr glücklich macht, zur Form erstarrt zu sein scheint. Zwar zollt man ihm durch seine Position in den Gemeinden seiner Kirche einen gewissen Respekt, doch er hat schon lange, spätestens, seit auch seine Frau gestorben ist, erkannt, dass es kaum enge, echte Freundschaften sind; dass in den meisten Fällen, so scheint es ihm, nicht unbedingt er gemeint ist, sondern vor allem sein Amt und das, was Gemeindemitglieder hoffen, dass er in seinem Pastorenamt verkörpert und ihnen bieten kann. Eigentlich würde er gerne aufhören; aber er ist über 45 Jahre alt und hat auch nicht viel anderes gelernt, mindestens müßte er sich, wenn er sich jetzt beruflich umorientierte, finanziell sehr einschränken, ganz davon abgesehen, dass sein sozialer Status extrem sinken und ihn in Zukunft fast alle in Jahrzehnten gewonnenen Bekannten aus den Gemeinden schneiden würden; also bleibt er ein routinierter, vordergründig sehr gläubiger Pastor und spricht weiterhin allwöchentlich sowohl sehr eindrucksvoll als auch sehr stereotyp von der Gnade und von der Erlösung, vom Glück des Glaubens, den er insgeheim selber nicht mehr hat, und von der Brüderlichkeit in der Gemeinde, die ihn in Wahrheit immer öfter melancholisch stimmt. Wäre solch ein Pastor ganz sicher noch ein Christ? Jedenfalls ein religiöser oder sozialer und psychologischer Dienstleister.

      Das sind -- zugegebenermaßen -- fiktive Beispiele; aber entscheide jeder selbst, ob sie so weltfremd sind, dass Ihr berechtigtermaßen so tun könnt, als sei die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche allein schon ein Beweis, dass jemand Christus nachfolgt.
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von HeimoW ()

    • Ja, schon klar, aber was ist so verwerflich daran?

      Wenn jemand in einer Kirche ist, deren Botschaft aber für sich selbst noch nicht begriffen hat, dann begreift er es vielleicht in 2 Jahren, oder in 5 Jahren, oder 20, vielleicht auch nie.

      "Wissen", dass jemand ein Nachfolger ist, tue ich nie; ich gehe davon aus, wenn es mir jemand sagt, aber wissen tue ich gar nichts.

      Das Beispiel der Frau, die niedere Motive für ihren Kirchgang und ihre Taufe hat: diese Motive werden du und ich nicht wissen. Wir sehen sie in der Kirche, mehr oder weniger aktiv.

      Hinzu kommt für mich, dass es Nachfolger gibt, die das selbst nicht wissen.

      Irgendwo auf der Welt pflegt jemand vielleicht grade kranke Menschen (ohne wie ich dafür bezahlt zu werden), oder gibt jemandem sein Essen, obwohl er selbst hungert.
      Das sind Nachfolger. Die sind vielleicht gar nicht in einer Kirche, sondern in einer Moschee oder gehen in einen Hindutempel...

      Deshalb finde ich diese Begriffe immer schwierig. Es ist genauso wie der Begriff "Sekte"; damit ist auch nicht klar, was gemeint ist.

      Das Beispiel des Mannes ist natürlich eine Möglichkeit: vielleicht ist er auf dem Papier noch Mitglied, aber bereits in okkulten Kreisen unterwegs.

      Vielleicht ist jemand anders auch auf dem Papier Mitglied, kommt aber nie in die Kirche; er geht aber jeden Nachmittag ins Altenheim und liest alten Leuten vor.
      Warum macht er das? Wenn man ihn fragt, sagt er: "Joa, ich bin Mitglied der Kirche, habe aber mit Gott nix am Hut!"

      Warum liest er alten Leuten vor? Er weiß es selbst nicht; irgendwas zieht in dahin, es zu tun (man könnte psychologisieren, ob es die zu früh gestorbene Oma ist, oder eine Art seelischer Selbstbefriedigung, um wenigstens irgendwo mal wichtig zu sein und Anerkennung zu kriegen); wissen wir alles nicht.

      Dient er damit Gott, oder nicht?

      Wenn Jesus sagt: Ich bin der Alte gewesen; ich bin der Kranke gewesen; ich bin der Hungrige gewesen.

      Einige meinen, Nachfolge sei, wenn man immer laut "Jesus" sagt, und das möglichst enthusiastisch.

      Das Problem ist, es gibt keine Ableitungen.

      Denke ich.
    • Drittes Beispiel: Ein Pastor, in streng gläubigem
      Umfeld aufgewachsen, gar selber Sohn eines Adventistenpastors, hat
      seinen Dienst etliche Jahre ausgefüllt, seine Predigten versteht er
      routiniert vorzubereiten und wirksam vorzutragen. Leider hat er nun
      schon seit Jahren depressive Empfindungen. Der frühe Tod seiner
      Schwester und bald darauf der tödliche Motorradunfall seines eigenen
      Sohnes haben ihn immer mehr am Glauben zweifeln lassen. Auch sein
      geistliche Dienst ist für ihn nur noch ein stereotyper Beruf, den er
      gewandt ausfüllt, der ihn aber nicht mehr glücklich macht, zur Form
      erstarrt zu sein scheint. Zwar zollt man ihm durch seine Position in den
      Gemeinden seiner Kirche einen gewissen Respekt, doch er hat schon
      lange, spätestens, seit auch seine Frau gestorben ist, erkannt, dass es
      kaum enge, echte Freundschaften sind; dass in den meisten Fällen, so
      scheint es ihm, nicht unbedingt er gemeint ist, sondern vor allem sein
      Amt und das, was Gemeindemitglieder hoffen, dass er in seinem
      Pastorenamt verkörpert und ihnen bieten kann. Eigentlich würde er gerne
      aufhören; aber er ist über 45 Jahre alt und hat auch nicht viel anderes
      gelernt, mindestens müßte er sich, wenn er sich jetzt beruflich
      umorientierte, finanziell sehr einschränken, ganz davon abgesehen, dass
      sein sozialer Status extrem sinken und ihn in Zukunft fast alle in
      Jahrzehnten gewonnenen Bekannten aus den Gemeinden schneiden würden;
      also bleibt er ein routinierter, vordergründig sehr gläubiger Pastor und
      spricht weiterhin allwöchentlich sowohl sehr eindrucksvoll als auch
      sehr stereotyp von der Gnade und von der Erlösung, vom Glück des
      Glaubens, den er insgeheim selber nicht mehr hat, und von der
      Brüderlichkeit in der Gemeinde, die ihn in Wahrheit immer öfter
      melancholisch stimmt. Wäre solch ein Pastor ganz sicher noch ein Christ?
      Jedenfalls ein religiöser oder sozialer und psychologischer
      Dienstleister.
      Schön, dass du dieses Beispiel noch angefügt hast.

      Und ich helfe diesem hadernden Menschen, indem ich ihm vorhalte, dass er kein Christ mehr ist?

      Woher habe ich eigentlich das Recht zu diesen Schlussfolgerungen? Sagt mir das auch der Heilige Geist, den ICH natürlich habe... ?

      Sorry, ist nicht mein Weg.
    • Ich stimme Deinem vorletzten Beitrag zu.

      Seele1986 schrieb:

      Ja, schon klar, aber was ist so verwerflich daran?

      Sicherlich provoziere ich auch gelegentlich aus Prinzip, weil ich der Ansicht bin, dass dies ab und zu hilfreich ist, um das Denken rege zu halten; aber mir ging es nicht, darum etwas anzuwerten; sondern um genaue Unterscheidung und zutreffende Begriffe.
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Daniels ()

    • Seele1986 schrieb:

      Und ich helfe diesem hadernden Menschen, indem ich ihm vorhalte, dass er kein Christ mehr ist?

      Woher habe ich eigentlich das Recht zu diesen Schlussfolgerungen? Sagt mir das auch der Heilige Geist, den ICH natürlich habe... ?

      Ich habe nie einer konkreten Person etwas derartiges vorgehalten; sondern ich erkenne nur in welche biografischen Zwickmühlen Menschen geraten können und meiner Ansicht nach sehr wahrscheinlich auch öfters geraten.

      Ich behaupte nicht den Heiligen Geist zu haben; die Formulierung "Ich habe den Heiligen Geist." ist mir relativ fremd, ich habe diesen Satz noch nie von mir gesagt. Ich denke über solche Dinge zwar nach; aber ich reklamiere für mich in aller Regel keinen exklusiven Zugang zu göttlichem Wissen.

      Es mag sein, dass eine höhere Einsicht gelegentlich oder vielleicht gar mit einer Art Regelmäßigkeit bei mir zu Besuch ist oder war, und ich habe diverse Erlebnisse im Zusammenhang mit Gebeten gehabt, die ziemlich merkwürdig waren, teilweise an Wunder oder Wahn grenzen oder vielleicht gar Wunder waren; aber ich bin in aller Regel nicht so vermessen zu glauben, dass ich den Geist Gottes besitzen könnte, wie ein Mobiltelefon, über das ich immer verfügen kann.
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19

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