Erbsünde

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Andreas schrieb:

      ...
      Kinder mit einem Jahr, trotzen schon oft genug aus Sturheit etc. obwohl sie wissen, das sie dies oder jenes nicht dürfen.
      ...


      OT:
      ... ich hoffe, dass Du weder eigene Kinder hast, noch sonstwie über das Wohl und Wehe von Kindern entscheiden darfst ...
      Nicht alles, was gezählt werden kann, zählt (Einstein)
    • Von Erben, Apokryphen und Macht

      Jacob der Suchende schrieb:

      "RKK sagt es biblisch oder unbiblisch" ...

      Der entscheidende Unterschied der RKK zu Protestanten ist ihr erweiterter Kanon um Apokryphen, die sie zum Bestandteil ihrer Bibel zählen und daraus ihre Lehren ableiten. Ich habe mal gelesen, dass die Katholiken die Autorität der Apokryphen auf das Niveau der kanonisierten Schriften zur Zeit des Martin Luthers angehoben und sie damit zum Bestandteil ihres Kanons gemacht haben, als Verteidigungsmanöver gegen lutherische Angriffe auf damalige katholische Lehren, die sich laut Martin Luther von den damals kanonisierten Schriften nicht ableiten ließen. Bis heute sind diese Apokryphen in der katholischen Bibel Bestandteil ihres Kanons mit gleicher Autorität.
      Du sagst es. Viele Lehren, Bräuche und Traditionen (z.B. Erbsünde-Reinheit Mariens, Fegefeuer, Gnadenfreitag Marien's der armen Sünder im Fegefeuer, Marienverehrung, Transsubstantiation) der römischen Amtskirche basieren mehr auf "apokryphen" Schriftgut als auf Evangelium oder biblischer Kanon. Auch vor der Lebzeit Luther's musste sich die Kirche immer wieder aufgrund ihres apokryphen Schriftverständnisses angreifen lassen. Ich kann es mir gut vorstellen, dass Luther die "apokryphen Schriften" auch deswegen kritisierte, weil er genau wusste, dass es hier mehr um Macht als um ein paar Buchstaben ging.

      In den ersten zwei Jahrhunderten des Christentums existierten viele unterschiedliche Gruppen und Anschauungen von denen keine politische oder die "absolute Macht" hatte, anderen Menschen den Glauben abzusprechen. Auch wenn die Kirche den historischen Tatbestand gerne harmonisiert: Man behauptet, dass die "rechtgläubige Kirche" (römische Kirche) nur ein Fortbestand der "wahren Gemeinde" seit der Auferstehung Jesu sei, die die "wahren Rechtgläubigen" vor den "Ketzern" und "Irrlehrer" beschützte... Eigentlich nicht mehr als eine Zurechtlegung, die erst möglich wurde, nachdem die "römische Mutterkirche" zu mehr und mehr Macht kam. Die "apokryphen Schriften" spielen bzw. spielten hierbei keineswegs eine unbedeutende Rolle - Einerseits weil damit Macht legitimiert wurde, andererseits weil es hier um wichtige heilsentscheidene Fragen jedes Einzelnen geht.

      Es gebe da wohl viel mehr zu sagen, doch das ist ein anderes Thema.


      Bogi111 schrieb:

      Das mag eine RKK Ansichtsache sein,aber nicht Biblische. Jesus hat dann die Sünde als Mensch nicht geerbt,weil vermutlich Maria auch ohne war? Und dennoch sterben musste? Wie kann man diese Worte Paulus missverstehen? Tod als der Sünde Sold, als Erbsünde bezeichnen?
      Ja, in der Tat. Die RKK hält an der Anschauung fest, dass Maria (auch) von der Erbsünde nicht befleckt war. Laut Lehrmeinung ist Maria eine Jungfrau im doppelten Sinne, also absolut "rein". In ihrer Lehrmeinung stützt sich die RKK auf Verse einer außerbiblischen apokryphen Schrift.
    • Ghasel schrieb:

      Andreas schrieb:

      ...
      Kinder mit einem Jahr, trotzen schon oft genug aus Sturheit etc. obwohl sie wissen, das sie dies oder jenes nicht dürfen.
      ...


      OT:
      ... ich hoffe, dass Du weder eigene Kinder hast, noch sonstwie über das Wohl und Wehe von Kindern entscheiden darfst ...

      Ich empfinde die Aussage von Ghasel als sehr unqualifiziert und es lässt sich erahnen, dass sie wahrscheinlich von Kindern wenig Ahnung hat. Natürlich sind Kinder oft stur und trotzig, wer das leugnet sollte nicht auf Kinder losgelassen werden. Das verhindert nämlich eine angemessene Erziehung.
    • ... also wenn ihr zwei beiden tatsächlich meint, dass das was mit 'Sünde' zu tun hat,

      Andreas schrieb:

      ...
      Kinder mit einem Jahr, trotzen schon oft genug aus Sturheit etc. obwohl sie wissen, das sie dies oder jenes nicht dürfen.

      christophw schrieb:


      ... Natürlich sind Kinder oft stur und trotzig, wer das leugnet sollte nicht auf Kinder losgelassen werden. Das verhindert nämlich eine angemessene Erziehung.

      dann ist es natürlich nicht OT, wie ich zunächst gedacht hatte;
      dann würde ich aber gerne von Euch erläutert bekommen, inwiefern das zusammenpasst,
      nach meinem Dafürhalten versündigen sich nämlich meist die Eltern, die mit genau diesem Argument auf ihrem 'elterlichen Züchtigungsrecht' bestehen ...
      Nicht alles, was gezählt werden kann, zählt (Einstein)
    • christophw schrieb:

      Natürlich sind Kinder oft stur und trotzig,
      ... und bei manchen hält es sich bis ins Erwachsenenalter.
      Er hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben,
      dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.
      Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.
      (Jesaja 50,4)
    • Jacob der Suchende schrieb:

      Aus Wikipedia:

      "Erbsünde bezeichnet in der christlichen Theologie den durch die Ursünde Adams und Evas begründeten Unheilszustand, in den jeder Mensch als Nachkomme Adams „hineingeboren“ wird und durch den er in seiner eigenen Freiheitsgeschichte vorbelastet ist.
      "

      Folgend der Definition..

      Rö 5.14 Aber der Tod herrschte von Adam bis auf Mose selbst über die, welche nicht gesündigt hatten in der Gleichheit der Übertretung Adams.

      1Kor 15.22 Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.

      Rö 3.23 denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes 3.24 und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.


      Also, prinzipiell ist die Erbsünde gegeben. Denn nur aufgrund der Sünde stirbt man. Die Frage ist aber: müssen Kinder unbedingt getauft werden, um zu den Geretteten zu gehören?

      Mt 19.14 Jesus aber sprach: Laßt die Kinder, und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen, denn solcher ist das Reich der Himmel.

      Mt 18.3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen.


      Die Antwort lautet "Nein". Denn die Kinder haben noch keine Sünden im Leben begangen. Sie haben nichts für was sie Buße tun müssten.
      Das Blut Jesu wird sie reinigen.
      Den Ausführungen von JacobderSuchende stimme ich im Prinzip voll und ganz zu.
      Klar hat jeder Mensch die Neigung zum Sündigen von Adam und Eva "geerbt", sonst wären wir nicht hier auf dieser Erde. ;)
      Ich meine bei dem Thema allerdings, daß auch noch etwas Anderes gemeint ist, was z.B. in der Charismatik vor 2001 auch öfters thematisiert wurde.
      Ich meine die Stelle aus 2. Mose 34,7.
      Hier ist ja auch davon die Rede, daß Gott die Schuld an der 3. und 4. Generation heimsucht, wenn jemand nicht gläubig war, aber bis in die tausendste Generation segnet, wenn er/sie es war. ;)
      Meiner Meinung nach geht es bei dieser Stelle um esoterische Praktiken, ggf. auch Suchtprobleme, die ja oftmals von einer Generation auf die nächste übergehen, und wo eine Absage bis in die 4. Vorfahrengeneration im Gebet sinnvoll sein kann. ;)
      Zumindest habe ich diesen Vers bisher immer so verstanden.
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Der Unterschied zwischen "Erbsünde" und " Erbschuld" leuchtet mir beim besten Willen nicht ein! ---> Für mich sagen beide Begriffe das exakt selbe aus!

      Bitte genauer erklären und definieren...!
      Ich habe gestern ein paar wahnsinnig langatmige Vorträge über das Buch Hiob gehört und dort hat der Sprecher den Unterschied etwa so benannt: Das Kind kommt nicht schuldig zur Welt, es hat ja noch nichts getan. Und überhaupt, solange es das Gesetz nicht kennt, ist es ohnehin unschuldig. Also sobald die Eltern und andere dem Kind vermittelt haben, wie das Gesetz lautet, weis auch das Kind, dass es bestimmte Sachen nicht darf, bzw. sich ansonsten schuldig macht. Aber die Neigung, schuldig zu werden, die hat das Baby von Geburt an, Das ist praktisch die Erbsünde/Erbschuld. Ich finde jetzt aber die Folge nimmer, wo er das genau gesagt hat, Muss in den ersen 7 gewesen sein...
    • Biblische Verteidigung der Erbsündenlehre!

      Menschino schrieb:

      ... braucht es keine Erbsündenlehre.

      ....Augustins "Erbsünden"-Lehre


      Es wird Zeit, dieses Konstrukt zu entsorgen.
      Ich möchte dieses von Menschino so bezeichnete "Konstrukt" wie folgt biblisch verteidigen:

      Norbert Chmelar schrieb:

      Wo steht geschrieben, dass wir alle mit einer Erbsünde geboren werden und schon die Verdammung verdienen?

      Die "ERBSÜNDE" ist eine biblische Tatsache!

      Zitat von »Seeadler«


      ich kann es ganz einfach nicht, behaupten, dass jeder Mensch von Anbeginn seines Lebens in Sünde geboren wird oder die Veranlagung zur Sünde hätte - weil ich dies nicht aus der Bibel erkenne.
      Doch! Man kann es "kipp und klar" aus der Bibel erkennen, dass der Mensch in Sünde geboren wird, da seit Adam und Eva die sündige DNA oder biblisch gesprochen "das menschliche Fleisch" sich immer weiter vererbt bzw übertragen hat, eben durch die menschlichen Gene, die durch "die Sünde Adams" verseucht wurden. Deshalb schreibt der Apostel Paulus ja auch im Römerbrief
      Bibelstelle "Denn wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben."(Römer 5,12)

      Wenn es in Psalm 14,1+3 und Psalm 53,2+4 heißt

      Bibelstelle "Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer."

      so eben deshalb, weil jeder Mensch von Geburt an ein Sünder ist, die Sünde sich von Geschlecht zu Geschlecht weitergepflanzt hat - von DNA zu DNA weitervererbt hat! Das unterstreicht auch

      Bibelstelle 1.Mose 8,21: "denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf!"

      Warum? Eben weil sich die Sünde von Geschlecht zu Geschlecht weitervererbt! Das stärkste Argument für die Erbsünde steht aber in

      Bibelstelle Psalm 51,7: "Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen."

      Durch diesen Bibelvers begründet die Orth./Kath./Evang.Kirche die "ERBSÜNDEN-LEHRE" ! Schon meine Mutter war Sünderin und ich bin es auch. Erst durch die Zeugung Jesu durch den Heiligen Geist wurde dieser Sündenkreislauf unterbrochen! Denn dazu ist Jesus erschienen, "damit ER die Sünden wegnehme"(1.Joh.3,5) Denn ER hat unsere Sünden - und die Sünden der ganzen Welt (1.Joh.2,2) auf sich genommen - weil eben die ganze Welt - jeder Mensch seit Adam bis heute ein Sünder ist. Jesus sagt zur Ehebrecherin: "Sündige hinfort nicht mehr!" Wir sollen nicht sündigen, aber wir können es nicht. So schreibt schon Paulus in Römer 7,19: "Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich!" Wenn Johannes in 1.Joh.3,9 sagt :"Wer aus Gott geboren ist...kann nicht sündigen" , so kann damit nur Jesus Christus gemeint sein, weil er aus Gott, dem Heiligen Geist geboren wurde, denn sonst würde er sich in seinem Brief selbst widersprechen, wenn er in 1.Joh.1,8+10 sagt: "Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. ...Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns."

      Schon im AT wird eindeutig also festgestellt, dass alle Sünder und damit alle verloren sind, siehe

      Bibelstelle 1.Könige 8,46: "denn es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt!"

      Danken wir Gott, dass es E I N E N gibt, "der keine Sünde getan hat" (1.Petr.2,2) und der das Gotteslamm ist, das der Welt Sünde trägt! (Joh.1,29) :)

      Andreas schrieb:

      Sünde ist doch :

      1. Johannes 3, 4 Jeder, der die Sünde tut, handelt gesetzwidrig; denn Sünde ist Gesetzwidrigkeit.

      Um zu sündigen, muss man erst etwas machen.

      Und ja sicherlich, daher Sündigt jeder Mensch, da es durch unser Ego so verführerisch ist. Selbst schon ganz kleine Kinder rebellieren, um ihren Kopf durchzusetzen und an erster Stelle zu stehen.
      Daher ist niemand ohne Sünde.

      Aber wir sind keine geborenen Sünder, sondern wir haben eine starke Neigung zur Sünde, sehr stark sogar.

      Denn so hätte ja Gott sonst Adam und Eva schon mit Sünde erschaffen, denn sie aßen ja gegen Gottes Willen vom Baum der Erkenntnis.
      Aber, die Übertretung dieses von Gott gesetzten Gesetz war die erste Sünde. Zuvor war es die Neigung bzw. Positive Einstellung dem Gegenüber.
      Es ist bis heute theologisch nicht geklärt, ob Gott wegen der "WILLENSFREIHEIT DES MENSCHEN", die JHWH dem Menschen "eingeräumt"
      hatte , ER deshalb nicht bereits auch die Neigung zur Sünde damit indirekt in Kauf genommen habe. Und in seiner ALLWISSENHHEIT wusste JHWH ja bereits im voraus, dass Adam + Eva die schwache GOTTESPRÜFUNG - für die ich das Verbot von der einen Frucht zu essen, halte - nicht würden bestehen können! Die GOTTESPRÜFUNG von Abraham seinen Sohn Isaak zu opfern war eine viel schlimmere Gewissensprüfung als die, welche der ALLBARMHERZIGE JHWH Adam + Eva auferlegt hatte, da diese ja von den vielen anderen herrlichen Früchten der anderen Bäume im Garten Eden essen durften!
      Hätte nicht der auch wegen seiner Willensfreiheit gefallene Engel Luzifer = Satan Eva mit Halbwahrheiten und Lügen („Ihr werdet sein wie Gott!” - was verstandesmäsdig für ein Geschöpf vollkommen unmöglich ist! - / „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben!”) verführt, sie hätten wohl kaum von sich aus von der verbotenen Frucht gegessen.
      Aber der nous (griech.) also der Verstand und das Denken und Erkennen der ersten beiden Menschen scheint nicht sehr ausgeprägt gewesen zu sein! ---> Denn andernfalls hätten die Beiden erkennen müssen, dass sie als Geschöpfe Gottes niemals IHREM SCHÖPFER gleich werden konnten!
      Die Neigung zur Sünde wird auch Konkupiszenz genannt!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Augustinus beiseite!

      Ursprüngliche Sünde=Unglaube ...
      brachte Adam und Eva den Tod. Diesen vererbten sie an alle ihre Nachkommen, gleich, ob die Nachkommen auch schuldig werden oder nicht.

      Daher gibt es keine "Erbschuld" sondern nur den "Erbtod" = Erbsünde.
      "Der Tod ist der Sünde Lohn/Sold". Römerbrief
    • Eine 'Vers-für-Vers' - Auslegung von Römer 5,12ff.


      freudenboten schrieb:

      Erbsünde ist nicht "böse", sondern die Folge des Unglaubens der ersten Menschen besteht darin, dass wir, ihre Nachkommen alle sterben müssen, von Natur. Römerbrief 5:12.ff.

      Augustinus verwechselte den Begriff "Erbsünde" (Peccatum Originale) mit "Erbschuld".

      Adam und Christus
      12 Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.
      ---> Auslegung: Die Sünde kam somit durch die Übertretung von Eva! Diese brachte ihr und ihrem Mann Adam nach ca. 800 Jahre Lebens außerhalb des Paradies-Gartens den Tod! Und weil auch deren Sohn Kain schwer gesündigt hatte (Mord an seinem Bruder Abel!) und dann dieses "SÜNDHAFTE WESEN" weiter vererbt hatte, so kam somit die Erbsünde - besser "die vererbte Sünde" - in die Welt (sie ist „zu allen Menschen durchgedrungen”, weil alle wegen dieser Erbsünde/Erbschuld in ihrem Leben „gesündigt haben”.

      13 Denn die Sünde war wohl in der Welt, ehe das Gesetz kam; aber wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet.
      ---> Ausl.: Sünde gab es schon ca. 2.600 Jahre bevor JHWH dem Mose "das Gesetz" = die 10 Gebote gab. Aber es gab wohl auch vor dem Berg Sinai schon allgemein gültige Gesetze, denn andernfalls hätte man ja lustig "drauf los sündigen können" Insofern ist der letzte Halbsatz des Verses 13 nur schwer verständlich!

      14 Dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte.
      ---> Ausl.: sehr schwer verständlicher Vers 14! Was soll das heißen es „herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten”? Wenn das stimmen sollte, so wäre ja die Erbsünden-Linie unterbrochen! Paulus widerspricht sich in einem Satz selbst!
      Also haben doch auch die Gerechten und Sündlosen (die es eigentlich gar nicht geben dürfte!) die gleiche Sünde begangen wie Adam? Irgendwie passt das hier in Vers 14 nicht zusammen! ---> es werden wohl v.a. Verse wie dieser gewesen sein, die den Apostel Petrus veranlasst haben zu schreiben, „dass bei Paulus manches schwer zu verstehen ist.” (2.Petrus 3,16)
      Was ist mit dem Bild Adams gemeint, der kommen sollte? Christus? Oder generell der sündige Mensch an sich? ---> Auch dies ist leider nicht klar!

      15 Aber nicht verhält sich's mit der Gnadengabe wie mit der Sünde. Denn wenn durch die Sünde des Einen die Vielen gestorben sind, um wie viel mehr ist Gottes Gnade und Gabe den Vielen überreich zuteilgeworden in der Gnade des einen Menschen Jesus Christus.
      ---> Ausl.: Die Gnade Gottes ist nicht wie die Sünde von einem Menschen automatisch zum Nächsten "vererbt" worden, sondern es war eine Gnadengabe des Heiligen Geistes! Die Gnade Jesu Christi ist in der Tat „überreich gewoden”, weil es Viele erreicht hat, die sich vom Heiligen Geist haben ansprechen lassen!

      16 Und nicht verhält es sich mit der Gabe wie mit dem, was durch den einen Sünder geschehen ist. Denn das Urteil hat von dem Einen her zur Verdammnis geführt, die Gnade aber hilft aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit.
      ---> Ausl.: Die Gnade ist stärker als die Sünde, denn andernfalls wäre »Gnade nicht Gnade«! ---->
      Gnade ist also keine (kath.) WERKSGERECHTIGKEIT! Die Sünde Adams (des Menschen) hat zur Verdammnis geführt - aber die Gnade ist stärker als die Sünde! Die Gnade hilft zur Gerechtigkeit!

      17 Denn wenn wegen der Sünde des Einen der Tod geherrscht hat durch den Einen, um wie viel mehr werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch den Einen, Jesus Christus.
      ---> Ausl.: Der Tod hat geherrscht wegen der Sünde des Menschen! „Hat geherrscht” schreibt Paulus hier hoffnungsvoll! Ist da nicht der "Wunsch der Vater des Gedankens"? Der Tod ist doch leider immer noch real und schlägt grausam immer von neuem zu! Hier wird wohl der eschatologische Gedanke der endgültigen Aufhebung des Todes bei Paulus im Hinterkopf sein! Die »Gabe der Gerechtigkeit« ist Jesus Christus selbst! Und seine treuesten Anhänger werden einst zusammen mit IHM herrschen! (---> siehe Offenbarung 5,10-1 - Lutherbibel 2017 :: BibleServer Mobile

      18 Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.
      ----> Ausl.: Durch Adams Sünde sind alle Menschen verdammt - durch Christus sind alle Menschen gerechtfertigt! Bzw. können gerechtfertigt werden, wenn sie Jesu Gnadenangebot annehmen! ---> dieser Vers deutet in Richtung Allversöhnung!

      19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten.
      ----> Ausl.: In allen Versen wiederholt Paulus quasi den Vers 12! Jesus Christus ist derjenige geworden, der durch seinen Gehorsam unter den Willen seines göttlichen Vaters so zum totalen Gegenbild des ersten Adams geworden ist, zum wahren Menschen, der gerecht gehandelt hat und so zum "2. (besseren!) Adam" geworden ist. Tatsache ist, dass nicht nur "Viele" zu Sündern geworden sind, sondern "Alle" - und so werden damit mMn. daher auch nicht nur "Viele" zu Gerechten, sondern "Alle", denn Chrisus ist für die Sünden aller Menschen gestorben! (1.Joh.2:2).---> so kann man m.E. auch diesen Ves 19, wie den Vers 18 in Richtung Allversöhnung deuten!

      20 Das Gesetz aber ist hinzugekommen, auf dass die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden,
      ----> Ausl.: Auch dieser Vers 20 deutet wie die beiden vorherigen auf eine Allversöhnung hin! Wenn nun Paulus behauptet, dass durch das Gesetz = die 10 Gebote „die Sünde mächtiger wurde”, so sagt er aber gleichzeitig, wie schon in Vers 15 dass „die Gnade noch viel mächtiger geworden ist”! ---> Das deckt sich sogar mit der Aussage des Jakobus - der oft als theolog. Gegner von Paulus' Rechtfertigungs-lehre bezeichnet wurde - in Jak.2,13 - „Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.”!

      21 damit, wie die Sünde geherrscht hat durch den Tod, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn.
      ----> Ausl.: Paulus fasst hier nochmals das ganze Kapitel zusammen: durch die Sünde ist der Tod zu allen Menschen gekommen und so hat - Achtung! Vergangenheitsform! - die Sünde durch den Tod geherrscht! (Er ist noch real - aber durch Jesu Kreuz und AUFERSTEHUNG bereits besiegt!) - aber in Zukunft werde die Gnade durch die Gerechtigkeit herrschen, die durch Jesus Christus das ewige Leben - ohne jegliche Sünde - bringen wird!

      Fazit: ===> Und so hat Jesus Christus - der zweite Adam - am Ende alles wieder gut gemacht, was die (Erb-)Schuld und Sünde des ersten Adams verdorben hatte! Und so schließt sich der Kreis der Heilsgeschichte und JHWH wird ähnlich wie am ANFANG (1Mo 1,3) auch am ENDE = AM TELOS ausrufen und sagen: »SIEHE, ES IST ALLES WIEDER SEHR GUT GEWORDEN!«

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Hallo Rosen!

      Rosen schrieb:

      Norbert Chmelar schrieb:

      Der Unterschied zwischen "Erbsünde" und " Erbschuld" leuchtet mir beim besten Willen nicht ein! ---> Für mich sagen beide Begriffe das exakt selbe aus!

      Bitte genauer erklären und definieren...!
      Ich habe gestern ein paar wahnsinnig langatmige Vorträge über das Buch Hiob gehört und dort hat der Sprecher den Unterschied etwa so benannt: Das Kind kommt nicht schuldig zur Welt, es hat ja noch nichts getan. Und überhaupt, solange es das Gesetz nicht kennt, ist es ohnehin unschuldig. Also sobald die Eltern und andere dem Kind vermittelt haben, wie das Gesetz lautet, weis auch das Kind, dass es bestimmte Sachen nicht darf, bzw. sich ansonsten schuldig macht. Aber die Neigung, schuldig zu werden, die hat das Baby von Geburt an, Das ist praktisch die Erbsünde/Erbschuld.
      Die von mir fettmarkierten Sätze sehe ich genauso! Nun möchte ich hier aber auf freudenboten antworten und eine Ves-für-Vers - Auslegung zu Römerbrief 5:12.ff. vornehmen! Vielleicht kommen wir dann auf den Unterschied - den ich nicht sehe! - zwischen "Erbsünde" und "Erbschuld". (---> siehe Beitrag NR. 114 - ich hatte diesen Teil der NR. 114 vorangestellt, war aber dann insgesamt zu lang! ---> Daher nun dieser "Anfangsteil" am Ende!)