Als Adventisten auf Waldorfschulen?!

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    • Als Adventisten auf Waldorfschulen?!

      Hallo zusammen,

      da bei uns hier gerade ein Schulwechsel ansteht möchte ich dieses Thema eröffnen, um eure Meinungen und Erfahrungen über Waldorfschulen zu erfahren.

      Was wisst ihr darüber? Ist das für uns Adventisten ok unsere Kinder in solche Schulen zu schicken? Was sind die Pro's und Contra's?



      Danke für eure Beiträge! :happy:
      Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei! Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner siegreichen Hand! Jesaja 41, 10 adventistslogosmiley142
    • Hallo Daniela,

      ich war auf einer Waldorfschule. Es gibt grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Waldorfschulen. Für mich und die meisten aus meiner Klasse war es wirklich gut. Wir haben vor dem Abitur noch eine Ausbildung gemacht und es ging insgesamt ein Jahr länger als ein Gymnasium. Es gab Elektriker, Schreiner, Schneider, Maschinenbau und Ehrzieher. Vor der Ausbildung haben wir viele tolle Kurse und Klassenfahrten gemacht, z.B. Forstpraktium, Bauernhofpraktikum, Töpfern, Kupfertreiben, Buchbinden, Korbflechten, Chor, Orchester und viele andere. Gut waren Bei uns Geschichte, Deutsch, Philosophie und die Naturwissenschaften. Mathe und English nicht so gut. Religion gab es auch, hatte oft aber eher den Charakter eines Ethik/Philosophiekurses. Wie gesagt, es gibt grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen. Am besten mal auf einen Elternabend gehen und andere Eltern fragen die ihre Kinder schon auf der Schule haben. Es wird in der Regel erwartet, das sich die Eltern an der Schulorganisation beteiligen/ sich einbringen. Bei uns war es so, das reiche Familien mehr gezahlt haben als weniger vermögende, wenn Geschwister auf die Schule gehen ist es sehr viel günstiger auf meiner Schule geworden. Bei uns ging es auf dem Schulhof sehr sozial und oft auch respektvoll zu, es wurde viel Wert darauf gelegt das sich alle verstehen und miteinander auskommen, es gab aber auch Ausnahmen. Es gab fast keinen Neid oder Druck wegen teuren Klamotten und ähnlichen Statussymbolen.


      Cheers,
      Dschohnny
    • Also viele sehen es ja auch kritisch wegen der Philosophie. Was hast du denn da für Erfahrungen gemacht? Teilweise wird von esoterischer Gehirnwäsche geredet und dass die Kinder den Eltern entfremdet werden sollen für die Philosophie Steiners.
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    • Ich weiss was du damit meinst Daniela ;-), wie gesagt, es gibt grosse Unterschiede. An meiner Schule wurden nur wenige Ideen von Steiner umgesetzt. Die meisten Fenster und die Architektur war ohne rechte Winkel, die Philosophie meiner Schule war im Grunde nur, das alle Menschen unterschiedlich sind und jeder andere Qualitäten hat und danach war der Unterricht und die gesamte Schulzeit ausgerichtet. Bei uns gab es im Unterricht ausser ein paar Gedichten keine Texte von Steiner die wir gelesen haben, ausserdem gab es Eurhytmie aber eher im Sinne einer körperlichen Ertätigung. An meiner Schule gab es erst sehr spät Noten und die meisten meiner Mitschüler haben ein tolles Abitur gemacht. Bei uns wurden wir was Religion angeht, ganz uns selbst und unserem familiären Umfeld überlassen, es gab einige religiöse Mitschüler in meiner Klasse wir kamen alle in der meisten Zeit super miteinander aus es gab viel Respekt vor unterschiedlichen Meinungen. Ich komme aus dem Ruhrgebiet, einige Waldorfschulen sind ganz anders als meine Erfahrung, ich denke auch, das Rudolf Steiners Gesamtwerk viel Rassismus und falsche Utopie enthält. Es gab an meiner Schule viele Ansprechpartner für die Fragen die du hast, vor einer Einschulung gibt es immer erst ein Kennenlernen, es sei denn der betroffene Schüler war in einer schwierigen Situation, dann ging es manchmal auch ganz schnell. In meiner Klasse sind viele noch später dazu gekommen, oft wegen Mobbing an anderen Schulen, bei uns gab es fast kein Mobbing und immer viele Diskussionen und Klassengespräche, wenn es Vorfälle von Mobbing gab.

      Cheers,
      Dschohnny
    • Zum Thema Religion ist mir noch was eingefallen. Jedes Jahr zu Weihnachten haben die Lehrer und einige Eltern die Geschichte von Genesis und die Geburt Jesu als Schauspiel aufgeführt. Im Nachhinein war das für mich immer schön, soweit ich mich errinner war das Schauspiel eins zu eins basierend auf den Bibeltexten, die Darstellung war insgesamt würdevoll und festlich. In den ersten 5-6 Jahren gab überhaupt es keine Evolution im Unterricht, das wurde erst so richtig im Alter von ca. 14 durchgenomen.

      Cheers,
      Dschohnny
    • @Stephan Zöllner

      Grundsätzlich stimme ich dir zu, ist halt die Frage, wie und ob die Ideen von Rudolf Steiner umgesetzt werden. Viele Waldorfschulen haben sich weitesgehend von der Steiner Philosophie verabschiedet. Die Waldorfschule auf die ich gegangen bin ist seit zwei jahren nicht mehr Teil der offiziellen Vereinigung der Waldorfschulen, zu einem Teil weil die Lehrer und Elternschaft von vielem in dieser Philosophie abgeschreckt sind.

      Cheers,
      Dschohnny
    • dschohnny schrieb:

      @Stephan Zöllner

      Grundsätzlich stimme ich dir zu, ist halt die Frage, wie und ob die Ideen von Rudolf Steiner umgesetzt werden. Viele Waldorfschulen haben sich weitesgehend von der Steiner Philosophie verabschiedet. Die Waldorfschule auf die ich gegangen bin ist seit zwei jahren nicht mehr Teil der offiziellen Vereinigung der Waldorfschulen, zu einem Teil weil die Lehrer und Elternschaft von vielem in dieser Philosophie abgeschreckt sind.

      Cheers,
      Dschohnny

      Aber dann ist es auch keine Walldorfschule mehr :) Oder gibt es da inzwischen schon genauso unterschiedliche pädagogische und philosophische Strömungen wie innerhalb der Adventgemeinde?
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info
    • Ex-Waldorfschüler unter sich ;-)

      Stephan Zöllner schrieb:

      Oder gibt es da inzwischen schon genauso unterschiedliche pädagogische und philosophische Strömungen wie innerhalb der Adventgemeinde?

      Ja, aber hallo. Die internen Auseinandersetzungen sind sogar deutlich heftiger. Allerdings werden sie in dieser Szene nicht über das Internet ausgetragen, das ist eher ein adventistisches Unikum.

      Bevor jetzt blöde Fragen kommen: ja, ich war auch auf einer Waldorfschule. Habe mich dann aber mit Grausen davon abgewandt, bin auf ein normales Gymnasium gewechselt und war schlagartig alle Probleme los.
    • Es hängt immer auch stark davon ab, was der Schulleitung wichtig ist. An unserer Schule wurde bei Entscheidungen immer penibel darauf geachtet das jeder mit den Entscheidungen einverstanden ist. Das hat oft in der Schulleitung für Chaos und manchmal auch für falsche Entscheidungen gesorgt. Auch gab es so eine Art inneren familiären Kern in der Lehrerschaft, was oft für absurde Situationen gesorgt hat. Wenn ich meine Erfahrungen mit denen von Freunden die auf staatliche Schulen gehen, habe ich das Gefühl viel mehr handwerkliches als andere gelernt zu haben und tolle Klassenfahrten gemacht zu haben. Für viele meiner Mitschüler hat das sehr gut funktioniert, es gab aber auch welche, die nicht so zufrieden war. Von Leuten die auf anderen Waldorfschulen waren höre ich teilweise ähnliches aber auch oft ganz andere Sachen, positiv wie auch negativ, es kommt halt auch oft drauf an wo es welche Alternativen für gute Schulen gibt.

      Cheers,
      Dschohnny
    • Stephan Zöllner schrieb:

      Kannst Du mal die Strömungen skizzieren von denen Du weißt?

      Hallo Stephan,

      meine Eindrücke aus dieser Zeit liegen schon einige Jahrzehnte zurück. Daher wäre es jetzt nicht redlich, mich als Fachmann für inneranthroposophische Strömungen darzustellen.

      Ich habe aber Konflikte in Erinnerung, wie weit Äußerungen Rudolf Steiners wörtlich zu nehmen oder zeitbedingt zu sehen sind. (Kennen wir das nicht irgendwoher?). Zumal es zu meiner Zeit auch durchaus noch Menschen gab, die Rudolf Steiner persönlich gekannt hatten und zu berichten wussten, dass er den Freuden des Lebens nicht ganz abgeneigt war.

      Wer einen Anthroposophen ärgern möchte sollte ihn einfach mal fragen, woran Rudolf Steiner denn eigentlich gestorben ist...

      Ansonsten gab es jede Menge pädagogischer Streitigkeiten wie zum Fernsehverbot, die Frage, wie schrecklich Fußball spielen sei, welche Musik man hören dürfe oder was man anzuziehen hat, etc. Da hatte jede Schule einen eigenen Kurs. Bei uns wurde auch munter das Feindbild „Staatsschule“ gepflegt. Das klang dann ähnlich wie das, was einige hier über Ökumene und ACK schreiben.

      In Berlin hat auch mal jemand eine Novalis Schule gegründet, die "auf der Grundlage Rudolf Steiners" gewirkt hat, sich aber mit der Anthro-Szene völlig überworfen hat. Solche Splittergruppen scheint es einige zu geben.

      Ein weiterer Konfliktpunkt war auch immer das Verhältnis von Anthoposophie/Waldorf-Schule zur Christengemeinschaft.

      Sorry, mehr kann ich leider nicht sagen. Ein paar Andeutungen findest Du aber unter

      info3-magazin.de/woher-die-erregung/

      Herzliche Grüße im Weltenraum, da draußen, in Seelentiefen, drinnen
      B.
    • Ich weiß nicht viel von diesen Schulen, außer deren schlechten Ruf (?) —würde daher 1 Thessalonicher 5:22 berücksichtigen. Aber mal im Ernst: Was gibt es schlimmeres als dieses Waldfriede Krankenhaus, das zwar Adventistisch heißt, aber alles andere zu sein scheint?

      Weiß einer ob überhaupt jemand unter den Leiter ein Adventist ist?!



    • Liebe Ingeli, das ist leider keine christliche Privatschule sondern eine Schule vom Universellen Leben.
      Dort würde ich meine Kinder auch nicht hin geben.
      Das kommt aufs Gleiche mit dem Waldorfsystem raus.
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1
    • Dort würde ich meine Kinder auch nicht hin geben.
      Das kommt aufs Gleiche mit dem Waldorfsystem raus.


      Akzeptiert, aber immer langsam, bitte...

      Wir haben bei uns im Kreis eine freikirchliche Schule (gemeinsam durch mehrere Freikirchen des Kreises gegründet);

      ich kenne Leute in der Leitung und aus dem Elternrat: die Schule kommt nicht zurecht.. weder in der Struktur, noch im Lehrplan.

      Die Schulen, die bei uns im Raum am besten abschneiden, sind die katholischen Einrichtungen.

      Die Waldorfschule bei uns hatte (zumindest früher) auch einen guten Ruf; meine Mutter überlegte sogar, mich dorthin zu tun.

      Es ist bei pädagogischen Ideen immer etwas schwierig zu beurteilen, denn da wird immer mit gewissen Elementen gearbeitet, wie etwa Farbzuordnung, Kreativitätsentfaltung usw. (wie auch immer das genannt wird).

      Auch in christlichen Einrichtungen: mittlerweile sind se alle auf dieser "Orange"-Nummer (Mischung aus Weiß= Reinheit & Rot = Liebe).... Ich mag es ja, wenn bereits die Theorie intelligent klingt... :huh:

      Also, was ich sagen will: Es ist schwierig...

      Wie "lang" ist es nur "Bilder malen", und ab wann werden es "Seelenbilder", die das "innere Licht" öffnen sollen (usw.)
    • Ist religiöse Indoktrinierung in deutschen Schulen ein grosses Problem? Ich selbst hatte nie das Gefühl von meiner Schule in eine bestimmte spirituelle Richtung geführt zu werden, auch habe ich nichts dergleichen von Freunden die andere Schulen besuchten gehört. Ich komme aus NRW. Wo wohnt ihr, was habt ihr für Erfahrungen gehabt?

      Cheers,
      Dschohnny
    • Ich kenne eine Waldorf-Schule und einen KiGa aus Gesprächen mit Lehrern und Erziehern. Bei mir entstand dabei der Eindruck, dass sie alle ziemlich spiritistisch-esoterisch angehaucht waren.

      Unsere Nachbarin war studierte Deutsch-Lehrerin. Eine ihrer Aufgaben an der Schule war es, die Zeugnisse und Beurteilungen ihrer Kollegen vor der Ausgabe auf Rechtschreibung zu überprüfen (!)

      Die Abiturienten an der örtlichen Waldorfschule waren durchschnittlich alle 2 Jahre älter als die Schüler am staatlichen Gymnasium.

      Meine Nachbarin sagte mir auch, dass das Niveau an den Waldorfschulen ganz unterschiedlich sei. Man könne keineswegs von einer Schule auf alle schließen.

      Liebe Grüße von benSalomo.

      PS: Wir haben dich unsere Marienhöhe. Wir haben mit beiden Kindern dort sehr gute Erfahrungen gemacht, warum also Waldirfschule???