Was ist eine Freikirche?

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    • So nebenbei: Ehedem,in der guten alten Zeit, nannte man sich in Österreich "Adventgemeinde" oder "Adventmission". Dann kam man drauf, sich "Kirche der Siebenten - Tags -Adventisten" (Gebäudeaufschriften, Briefpapier!) zu nennen. Im Gespräch wird das dann entweder durch die Anfügung "protestantisch" oder "evangelisch" erklärend ergänzt.

      Norbert Chmelar schrieb:

      Philo hat mal geschrieben, dass die STA laut österreichischen Kirchen-Gesetzen deshalb nicht als "Freikirche" anerkannt werden - schlicht weil sie einfach zu wenige sind. Irgendeine Mindest-%-Zahl (so um die 0,5% der Bevölkerung - ich weiß die genaue Zahl nicht mehr - man müsste den Artikel aber mal raussuchen, vielleicht weiß es Philo noch?) sei die Voraussetzung um in der Republik Österreich den Status einer Freikirche zuerkannt zu bekommen. In meinen Augen verstossen diese Gesetze gegen die Europäische Menschenrechts-Charta und gegen die Gewissensfreiheit und Freien Religionsausübung!
      Ist meines Wissens durchjudiziert : Die ZJ haben einen ähnlichen Prozess gewonnen.(Zahl der Mitglieder).- Für "Kleinere" gibt es ads Pendant zur ACK - na, Gott bewahre, "Babylon" vereinnahmt uns so nicht! Und dann noch die Bekenntnisgemeinschaften.


      Meine Meinung und Erfahrung ( ! ) nach ein ungeheurer Nachteil etwa im Rechtsbereich! Stellung des Predigers etwa als Zeuge in einem Scheidungsverfahren, emotionale Schlechterstellung des STA - Ehepartners (Richterin : "oje, a Sekte, des a no !")
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • philoalexandrinus schrieb:

      oje, a Sekte, des a no !"
      Am Sektenimage ist man hier selbst schuld.
      Allerdings hat sich das ja schon gemäßigt bei den Adventisten.

      Es ist halt häufig das Netz der Spinne.
      "Wir sind keine Sekte! Hör doch nicht, was die Medien erzählen [denn natürlich sind die auch verdächtig], sondern mache dir selbst ein Bild. Komm doch einfach mal vorbei, du musst das selbst erleben!"

      "Du musst das selbst erleben" oder "Bilde dir selbst eine Meinung" sind sehr häufige Aussagen aus solchen Kreisen;
      letzterer Satz ist fast schon das Motto von Scientology, weil die tatsächlich durch die Medien und Verfassung derart offen gelegt sind, dass sehr viele Menschen bei dem Wort "Scientology" oder "Dianetik" direkt Reißaus nehmen; das gefällt denen gar nicht!
      Grundsätzlich befürwortet man das ja häufig: Bilde dir selbst eine Meinung. Sei nicht voreingenommen! - Wird ja hier auch gerne drauf hingewiesen. Das sind halt Lücken - Postulate der Selbstständigkeit und Freiheit - wo Sekten unglaublich gut reingreifen.

      Meine Arbeitskollegin hatte sehr mit dem Tod ihrer Mutter zu kämpfen; sie hat sich gefragt, wo sie nun sei, ob es ein anderes Dasein gebe oder alles verloren sei; ob man sich wiedersieht, ob man leidet für seine Fehler, und dergleichen.
      In ihrer Nachbarschaft waren Zeugen Jehovas, die sich ihr sehr angenommen hatten; sie sprachen stundenlang, sie stelle lauter Fragen, sie bekam lauter Antworten.
      Ihr Ehemann hat sich das eine ganze Zeit lang angeguckt, da sie es ja auch wollte, und hat dann den Nachbarn irgendwann klar und deutlich gesagt, sie sollen sie in Ruhe lassen; denn sie wurde immer konfuser, bedrückter und wahnsinniger an diesem Thema.
      Es hat sich jemand um sie gekümmert, ja. Das sieht erstmal sehr gut aus.
      Die Frage ist, warum das jemand tut.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Das alles liegt auf einen anderen Ebene :Es ging in der Scheidungsverhandlung (auch) um das Sorgerecht für die Kinder.. Das religiöse Bekenntnis wird nicht mehr gefragt, geschweige dokumentiert. Die Äußerung der Richterin zeigte gröbste Voreingenommenheit = Befangenheit und damit wäre das ganze Verfahren zum"Schmeissen" gewesen.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • philoalexandrinus schrieb:

      Die Äusserung der Richterin
      Da hast du vollkommen Recht. Einer Richterin gebührt solch eine Wertung überhaupt nicht.

      Ich empfehle den Spielfilm "Bis nichts mehr bleibt".
      Das Mädchen bleibt dort bei der Mutter und damit in den Händen Scientologys (nach einer wahren Begebenheit).
      Und man denkt sich beim Gericht "Wie könnt ihr nur?!"
      Tja: die blieben unbefangen und nüchtern, und nach der Familienkonstellation und allen Aspekten bekam die Mutter Recht (ihr Anwalt war natürlich Scientologe).

      Für das Kind, das natürlich schon gepolt war und den Vater verabscheute, ein Drama; ebenso für den Vater.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Die ganze Reformation hatte (auch) einen politischen Hintergrund: Machtübernahme, Wirtschaftübernahme, Reichtum und Selbständigkeit von Reich und Kirche - durch eine neue Religion, auf die sich berufen werden konnte.

      Luther war "Fürsten-geil", und wenn man sich seine Haltung im Bauernkrieg anschaut, wird das sehr deutlich. Für die Puritaner war auch Staat und Religion eins, wobei die Religion den Staat beeinflussen sollte.

      Also "klar" - lieber Freudenbote - war das nun wirklich nicht.
      Ihr forscht in der Schrift, weil ihr glaubt, dass sie euch das ewige Leben geben kann. Und gerade sie verweist auf mich! Dennoch weigert ihr euch, zu mir zu kommen, damit ich euch das ewige Leben schenken kann. .. (Joh 5, 39.40)
    • Odaij schrieb:

      Für die Puritaner war auch Staat und Religion eins, wobei die Religion den Staat beeinflussen sollte.
      Wer ist der Staat? Wer hat Macht?

      Damals waren andere Machtverhältnisse als heute. Trotzdem gilt heute auch wer Geld hat,hat auch die Macht!

      Meine Frau war am Freitag bei der Sitzung des Kirchenvorstandes (RKK). Es ging um die Zukunft, wenn die ca.900 Pfarbezirke auf ca.35 zusammengelegt werden,wegen Priestermangel.
      Das Hauptthema war das ----Geld und der Besitz...
      Der Papst ruft zur Mission auf, Frage, auf welcher Grundlage soll das geschehen...?
    • Odaij schrieb:

      Für die Puritaner war auch Staat und Religion eins, wobei die Religion den Staat beeinflussen sollte.
      Das sind sozusagen zwei paar Schuhe, wenn auch sehr ähnliche Schuhe.

      Rom, oder auch später die Fürsten bei Luther+, haben sich Religion als Sittenorgan für das Kollektiv genutzt; eine möglichst geschlossene, einheitliche Religion kann wahre Wunder wirken, um das Kollektiv zu beherrschen.

      Die Puritaner wollten was anderes, wie auch die Mennonite Brethern, Amish oder Hutterer: sie wollten im Prinzip das Himmelreich auf Erden errichten.
      Die Neue Welt (Nordamerika) war da sehr verheißungsvoll: Wir brechen jetzt mit all diesen alten Banden und beginnen dort ein neues, gottgefälliges Leben.

      Die Intention ist sozusagen eine andere, wenn auch die Resultate oft ähnlich sind.
      Ich denke nicht, dass ein Konstantin und ein John Smith die gleichen Intentionen hatten; das wage ich mal zu behaupten.

      + diese reformatorische Umwälzung kam ja nicht allein durch Luther, sondern das war schon lange dran;
      vielen Fürsten kam das sehr gelegen. Wäre es nur Luther gewesen, wäre er verbrannt worden wie alle anderen vor ihm; er ist beschützt worden.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Irgendeine Mindest-%-Zahl (so um die 0,5% der Bevölkerung - ich weiß die genaue Zahl nicht mehr
      Die Kirche/Gemeinschaft muss in Österreich mindestens eine Mitgliederzahl von 2 ‰ der österreichischen Bevölkerung aufweisen, um eine "Gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaft" zu werden.