Das kleine Horn in Daniel 8

  • Zitat von John Q. Public

    Hingegen die "1260" werden mit den "3,5" gedanklich in diesem Kapitel: Offb. 12,6 ("1260") und Offb. 12,14 ("3,5") verknüpft und sind auch ganzzahlig teilbar/umrechenbar 1260 / 3,5 = 360

    In diesem Fall rechnet man einen 30-Tage-Monat x 12 Monate = 1260 Tage =3,5 Jahr-Tage. Reell passt das aufs Jahr gerechnet ja nicht 100%ig, weder nach dem Mond noch dem Sonnenzyklus....oder spielt das nach Deiner Ansicht keine besondere Rolle?

    Atze :

    Ja, das stimmt.

    Wir müssten in die Bibel und biblisch-historische Welt gehen.
    Und ihre biblischen Definitionen ergründen.


    a) In Bibellexikas wirst du herausfinden, dass man damals mit dem Mond, d.h. mit "Monaten"  gelebt hat.
    Um dann wieder mit dem Sonnenjahr (Erdumrundung) bzw. vor allem den Jahreszeiten abgeglichen zu sein hat man nach mehreren Jahren einen 13. Schalt-Monat einfügt. (Also Fokusierung auf Monate mit Schaltmonaten und nicht wie heute Tage mit Schalttagen).

    b) Gibt es nunmal diese biblische Zeit-Zahlenreihe "1260" = "3,5" = "42" = "1260" in Daniel/Offenbarung und sie scheint eher nicht zufällig genau so göttlich offentbart zu sein und zu funktionieren.
    Ich gebe zu das diese Zeit-Zahlenreihe etwas seltsam anmutet und es mir persönlich vielleicht anders lieber wäre, aber ich will lieber bei dem was geschrieben steht verweilen als bei dem was nicht geschrieben/offenbart ist oder "schöner" für mich wäre ...

    c) Haben wir schon frühe biblische Indizien von einem 30-Tage-Monate-Konzept:

    c1) z.B. bei Noah und der Sintflut gab es einen Wasser-Zeitabschnitt von 150 Tagen (1. Mose 7,24 / 8,3).
    Dieser wird gleichgesetzt mit der Datumsspanne vom "17. Tag des 2. Monats" (1.Mo.7,11) bis zum "17. Tag des 7. Monats" (1.Mo.8,2).
    Was auf den Tag genau 5 Monate sind.
    Und ergibt:
    150 Tage / 5 Monate = 30 Tage pro Monat

    Quellen hierzu im Forum:
    Punkt c) in Daniel 12: 1290 und 1335 Tage
    und der untere Abschnitt von Prophetische Jahre: Umrechnung in 360/365 Tage notwendig?

    c2) Eher ein Neben-Indiz ist die Trauerphase von "30 Tagen" bzw. "einem [vollen] Monat":
    Der Tod der Leiter "Aaron" (4.Mo. 20,29) und "Mose" (5.Mo. 34,8) wurde "30 Tage" betrauert/beweint.
    Vergleiche mit 5.Mo.21,13 (Elberfelder) "einen [vollen] Monat" Trauerphase für ein kriegsgefangenes Mädchen/Frau für ihre Eltern (die sie möglicherweise nie wieder sehen wird, was in damaligen Kulturverständnis ähnlich dem Tod der Eltern war).

    Vielleicht hilft das (alles) etwas weiter im Verständnis.
    Der Griff zu einem Bibellexion unter den Begriffen Monat / Jahr / (Zeit) ist sicher empfehlenswert.

    Was witziges zum Abschluss: Eine der ersten prophetisch-vorhergesagte Zeiten ist die "Kuh-Jahr-Beziehung" beim Traum des Pharao und der Deutung durch Josef in 1. Mose 41.

    7 Kühe = 7 Jahre, was eindeutig ein prophetisch-symbolischer Zeit-Zusammenhang ist.

    Grüsse vom Bauernhof in dem meine Frau und ich im Obergeschoss eingemietet sind.
    (Hat ca. 50-60 Kühe auf der Wiese gegenüber von uns ;)
    Franz N.

    »Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

    »Ich (Jesus) bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge!« (Johannes 10:10b)

    Einmal editiert, zuletzt von John Q. Public (17. März 2021 um 12:58)

  • Ich möchte dich besser verstehen, wie es deinerseits gemeint ist:

    Es heißt "eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit";

    1290 Tage in Jahren sind 3,534247 Jahre.

    Ob in der "halben Zeit" jetzt noch nen Monat mehr ist, ist doch unwichtig.

    Das steht doch gar nicht exakt da, was die halbe Zeit ist.

    Diese Formulierung ist doch eine Chiffre für was anderes:

    - das Übel beginnt (eine Zeit)

    - das Übel nimmt zu (zwei Zeiten)

    - das Übel nimmt ab (halbe Zeit)

    Ausgangspunkt ist die "eine Zeit"; diese wird erst verdoppelt, dann halbiert.

    So ist es mit den Übeln häufig: es schwillt an und schwillt dann auch irgendwann wieder ab; der Aggressor hat sich irgendwann müde gestrampelt.

    Das sagt Gott uns immer wieder in der Schrift: Harre aus, denn diese Mächte werden vergehen.

  • freudenboten :

    Also zuerst will ich etwas Wertschätzung verteilen.

    Es stimmt meiner persönlichen Meinung nach und auch dem was ich aus der STA-Fachiteratur so weis, dass:

    +) Es sprachliche und thematische Verbindungen von Daniel 7 und 8 bzw. Daniel 8 und 9 gibt.

    +) Sich gewisse bis viele Elemente/Themen der israelitischen [Jahres]Feste aus den Mosebüchern sich im Erlösungsplan (in der historischen Erfüllung und prophetisch-apokalyptischen Vorherschau) wiederfinden.

    +) Ebenso die Erkenntnis, dass gewisse Heiligtums- und Opferelemente in Daniel 8/9 zu finden sind.

    +) Auch gibt es sprachliche Anklänge z.B. in Daniel 9 prophetisch-apokalyptische "Wochen 70" zum Jeremias klassisch-prophetischen "70 Jahren" (Jer. 25,11-14 / 29,10).

    +) Auch das Daniel 8/9 Thema von chazon ("Vision", meint die ganze Vision) und mareh ("Erscheinung" in Daniel 8,14-16.26a.27b, im Sinne eines Teiles der Gesamt-Vision; dieser Teil wird in Daniel 9,23c und Dan.9,23ff durch einen Engel weiter ausgeführt).

    Siehe Daniel 8,26 (Elbf.): "Und die Erscheinung (mareh) von den Abenden und von den Morgen: was gesagt wurde, ist Wahrheit.
    Du aber, halte die Vision (chazon) geheim/versiegelt, denn es sind noch viele Tage bis dahin."

    +) "Das Tamid" (ha-tamid) sprachlich nicht "das tägliche Opfer" ist, weil in Daniel 8 immer das Wort "Opfer" fehlt. Es ist mit dem angegebenen Artikel einfach "das Tägliche" (ha-tamid).

    +) Auch das diese Abschnitte schwer zu übersetzten sind ist wahr und bekannt, ebenso, dass die Lutherbibeln nicht die beste Übersetzung dieser Danielabschnitte unter den klassischen Übersetzungen hat ist im Theologieunterricht vorgekommen. Man kann ja z.B. die Elberfelder nehmen.

    +) Auch, dass wir Adventisten wenig exegetisch in Daniel 2/7/8/9 mit Antiochos IV. Epiphanes anfangen können ist richtig und bekannt.

    +) Auch das Verständnis, dass der "Gesalbte" (= Messias) und "Fürst" (=sar) in Daniel 9,24-27a für uns ST-Adventisten Jesus Christus ist.

    +) Denke noch weitere Elemente ...


    Also es gibt einiges an Elementen die du aus meiner bzw. STA-theologischer Sicht richtig erkannt hast.


    Was wir nicht teilen sind z.B. Teile deiner Auslegungslogik und die damit verbunden Schlüsse/Ergebnisse.

    z.B.: spricht Daniel 9,2 davon dass "Daniel" sich Gedanken über "die Zahl der Jahre, über die das Wort des HERRN zum Propheten Jeremia geschehen war, dass ⟨nämlich⟩ 70 Jahre über den Trümmern Jerusalems dahingehen sollten."

    Da gehen wir konsequenterweise und prioritär in das Buch vom Propheten Jeremia (Jer. 25,11-14 / 29,10, P.S.: so auch bei EGW) und nicht in die Chronikabücher (wahrscheinlich von Esra nach Daniels Lebzeit erstellt/zusammengestellt).

    Des weiteren vermischen wir nicht gerne klassisch-prophetische Abschnitte (vor allem nicht-danielische Bücher im AT) mit prophetisch-apokalyptischen Abschnitten (z.B. Daniel). = Textgattungsfrage.
    Wir bleiben tendenziell und vorranigig/prioritär in der jeweiligen Textgattung und wechseln nur wenn es keine Erklärung innerhalb der eigenen Textgattung gibt und dann nur bei klar erwiesen Zusammenhängen.

    Also z.B. die [Jahres]Feste ("Sabbate") bei Mose oder Chronika-Abschnitte sind mit den Aussagen Daniels sind nicht immer 1:1 und nicht immer zu 100% übertragbar.

    Trotzdem schöne und freundliche Grüsse,
    Franz N.

    »Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

    »Ich (Jesus) bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge!« (Johannes 10:10b)

  • Ich denke, dass Daniel, wie auch die persisch denkenden (z. T. abweichenden) Rabbinen nach dem mosaischen Kalender "Gedenken" und Messias-Prophetie VERBANDEN

    Z. B. ist das Gebet Dan. 9 ein typisches Reue-Gebet für die "Gerichtstage" von "yom teruah"/Siebte Posaune bis yom hakippurim/Entsühnungstag.

    Daher ist auch der Bezug zum Ende der 2300 Jahre zur Siebten Posaune (Offb. 10/11/14) deutlich.

    Was an der Berechnung der 500 Jahre von 457 vor Null bis 44 nach Null (Apg. 13) inhaltlich oder formal unzutreffend wäre, kann ich nicht erkennen.

  • Das ägyptisch-solare Jahr oder das gregorianische ist für die biblisch-prophetische Zeitrechnung NICHT relevant.

    Wichtig z. B. für das bevorstehende Passah sind die Tag-Nacht-Gleiche in der kommenden Nacht zum 18.03. sowie der Tag vor dem Vollmond des Passah-Todes. Jesu.

    Die 1290 Jahre in Dan. 12 liefen ab 508 (Vollendung des römischen "Gräuels") bis 1798, die 1260 (=42 Neumonde = 3 1/2 Jahre, "große Verfolgungszeit")

    von 538 bis 1798.

    Die 1335 Jahre reichten von 508 bis 1843/44.

  • Das GEBÄUDE des nachexilischen Tempels war nur Opfer-/Gebetsort, aber kein vollwertiger ERSATZ für den vorigen.

    Und warum war das so? Nun, vermutlich deshalb, weil im 2. von 520 - 516 v.Chr. wiedererbautem Tempel zu Jerusalem im Raum des quadratischen Allerheiligstem .. k e i n e .. Bundeslade mehr war! (----> diese liegt laut 2Mak 2,4 ff.– bis heute (!!!) – in einer Höhle beim Berg Nebo!)

    Dazu ein passendes Bibel-Zitat:

    1Sam 4,21-22: „Voller Trauer dachte sie ... an den Verlust der Bundeslade. Sie sagte: »... denn mit der Bundeslade Gottes sind auch Glanz und Herrlichkeit aus Israel verschwunden!« (HfA)

    Also: Dan. 9:2. nimmt Bezug auf Jerem. 25:12. -

    70 Jahre Exil. Das war keine "Vision". Daher bezieht sich Dan. 9:21.23. "Gesicht"/"Erscheinung" nicht auf Jeremia sondern auf Daniels unverstandene VISION KAP. 8:26.27. von den 2300 Jahren (Da steht NICHT "tägliche Opferungen", falsch übersetzt!).


    +) "Das Tamid" (ha-tamid) sprachlich nicht "das tägliche Opfer" ist, weil in Daniel 8 immer das Wort "Opfer" fehlt. Es ist mit dem angegebenen Artikel einfach "das Tägliche" (ha-tamid).

    Wenn hier bei Daniel 8 im Urtext "das Tägliche" (ha-tamid) steht, was bedeutet dies dann aber? Es muss ja zu irgendwas einen Bezug haben, oder nicht? ---> Also es stellt sich damit schon die Frage, was mit "das Tägliche" gemeint ist? Das "tägliche" Gebet? / Der "tägliche" Dienst Daniels beim König? / Oder das "tägliche" ... ?

    Somit ergibt es sich - gemäß der Opferritus-Praxis im damaligen Judentum - dass mit ha-tamid = "das Tägliche" eben "das tägliche Opfer" gemeint ist, also die Praxis seit der Zeit der Stiftshütte für den Hohepriester täglich ein Abendopfer und ein Morgenopfer darzubringen! Insofern wäre die Übersetzung der Lutherbibel in Dan.8,11-13 mit "das tägliche Opfer" wohl nicht vollkommen aus der Luft gegriffen!

    (---> und damit in der Folge auch der Bezug zu Antiochus Epiphanes in Dan.8,11-14 nicht von der Hand zu weisen, der dieses tägliche Opfer seit 6.12.167 v.Chr. verboten hatte.)

  • Ich denke, dass Daniel, wie auch die persisch denkenden (z. T. abweichenden) Rabbinen nach dem mosaischen Kalender "Gedenken" und Messias-Prophetie VERBANDEN

    Z. B. ist das Gebet Dan. 9 ein typisches Reue-Gebet für die "Gerichtstage" von "yom teruah"/Siebte Posaune bis yom hakippurim/Entsühnungstag.

    Daher ist auch der Bezug zum Ende der 2300 Jahre zur Siebten Posaune (Offb. 10/11/14) deutlich.

    Was an der Berechnung der 500 Jahre von 457 vor Null bis 44 nach Null (Apg. 13) inhaltlich oder formal unzutreffend wäre, kann ich nicht erkennen.

    Hallo freudenboten

    Es ist schön, dass du angibst, dass du dir das denkst.
    Das findet man selten im STA-Forum.

    Ja, Daniel betet in Daniel 9,3-19 aus den Mosebüchern und Psalmen. Richtig.
    Gebete und Vergangenheits-Sündenbekenntnis sind keine Prophezeiungen. Auch richtig. Oder wie siehst du dies?
    Achte bitte auf die Textgattungen!

    Dieses wunderbare Daniel-9-Gebet
    ist seeehr gut und hat ihn auch auf den Engel mit der übernatürlichen prophetisch-apokalyptischen Botschaft vorbereitet.

    Auch das Studium von Gottes klassischer Prophezeihungen z.B. bei Jeremia (Daniel 9,2) ist seeehr gut und hilfreich für Daniels geistliche Vorbereitung, DIE Lösung kam aber eben nicht aus dem Jeremia-Studium und den Mose/Psalm-Gebet, sondern durch übernatürliche Offenbarung/Prophezeiung Gottes (Daniel 9,21-27).

    Nirgends weist der Engel im Auftrag Gottes Daniel auf einen Lösungsansatz oder Rechenansatz bei Mose, den Psalmen, Jeremia, etc. oder gar den wahrscheinlich noch nicht vollständigem 2.Chronika 36-Abschluss Esras hin.

    Auch nicht auf [ein Sabbatjahr] oder ein Jowel-Jahr, es ist zwar indirekt ein wenig etwas sprachlich fühlbar, aber es wird nicht hingeführt zu einem Ergebnisprozess für die Auslegung/Berechung/Deutung. Punkt. Was dieser zarte sprachliche Ansatz wahrscheinlich meinen könnte/möchte ist: Das Thema Befreihung. - Befreihung von Sünde/Schuld = geistlich (Daniel 9,24) gleichnishaft etwas angedeutet wie bei einer leiblichen/finanziellen Jowel-Befreihung, nur viel besser/grösser als die Jowel-Sachen und in anderem Themenkomplex, - nämlich eben geistlich: Sünde/Schuld.

    Auch wird nicht mit Jeremias "70 Jahren" verknüpft, - man liest schlicht nicht davon, dass der Engel Daniel 9,2 mit Daniel 9,21-27 verbindet. Detto kommt nichts vom Engel zum 2.Chronika 36-Abschluss Esras.

    Weil nichts anderes im Text geschrieben steht, gilt für die zeitlichen Elemente von Daniel 9,21ff das gleiche wie bei Daniel 7,[25: "3,5 Zeiten"] und Daniel 8,[14: "2300 A+M"].


    Ich kann deine gute Motivation nachvollziehen, - etwas für dich Gutes/Wichtiges bekannt zu machen, und auch dein Sendungsbewusstsein ist löblich, aber den Wahrheitstest bestehen diese Thesen exegetisch irgendwie noch nicht ...

    Wie du selbst, freudenboten öfters sagtes ist Prophetie "keine Auslegung eigener Sache" (1.Petrus 1,20).

    :greet:

    »Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

    »Ich (Jesus) bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge!« (Johannes 10:10b)

    Einmal editiert, zuletzt von John Q. Public (17. März 2021 um 21:34)

  • Gemäß dem Grundtext, nicht der epiphanistischen "rev. Luther-Interpretation" geht es im PROPHETEN Dan. 8:11.ff. nicht um den mosaischen, typischen Tempel, nicht um seine Opfer, sondern um den antitypischen "Tempel seines Leibes" (Joh. 2:21.) sowie das Einsetzen/Würdigen des "tamid"-Bundes durch den Messias-Fürsten


    Mir ist nicht bekannt, dass Daniel 8,11ff mit Johannes 2,13-22 in bei ST-Adventisten in Verbindung gebracht wird.

    Ich persönlich kann es nicht 100%ig ausschliessen, aber es ist eher nicht so wegen dem Problem der unterschiedlichen Themen und unterschiedlichen Textgattung.

    Also was ist miteinander im Zusammenhang, verknüpft oder gehört zusammen und was nicht ...
    Der apokalyptisch-prophetische Daniel 8,11ff Abschnitt und die Jesus-Begebenheit/Offenbarung in Johannes 2,13-22 gehören mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit nicht verknüpft.


    P.S.:

    Was [seltsamerweise] adventistisch-theologisch zugehört ist die Tempelreinigung Jesu (Johannes 2,13-21), - beginnend mit den Leviten/Priestern/Geistlichen laut dem klassisch-prophetischen Abschnitt von Maleachi 3,1-3.

    z.B. Ellen White im Buch "Leben Jesu", Kapitel 16 "In seinem Tempel", Seite 140-151:

    In der Reinigung des Tempels kündigte der Herr seine Aufgabe als Messias an und begann damit sein Werk auf Erden. Jener Tempel, errichtet als Wohnstätte Gottes, sollte für Israel und für die Welt die Wahrheiten Gottes veranschaulichen. Von Ewigkeit her war es die Absicht des Schöpfers, daß jedes geschaffene Wesen [...] ein Tempel Gottes sein sollte. [...] Es war Gottes Wille, daß der Tempel in Jerusalem ein beständiger Zeuge sein sollte von der hohen Bestimmung, zu der jede Seele berufen war. Aber die Juden hatten die Bedeutung des Hauses Gottes, das sie mit großem Stolz betrachteten, nicht erfassen können. Sie bereiteten sich selbst nicht zu einem heiligen Tempel für den Geist Gottes. Die Höfe des Tempels zu Jerusalem, erfüllt von dem Lärm unheiligen Schacherns, versinnbildeten nur zu getreu den Tempel ihres Herzens, der durch Begierden und verderbte Gedanken verunreinigt war. Durch die Säuberung des Tempels von weltlichen Käufern und Verkäufern offenbarte er seine Aufgabe, das menschliche Herz von der Verunreinigung durch die Sünde — von den irdischen Wünschen, den eigennützigen Lüsten, den schlechten Gewohnheiten, die die Seele verderben — zu reinigen. Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bundes, den ihr begehrt, siehe, er kommt! spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Weg seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer eines Schmelzers und wie die Lauge der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen, er wird die Söhne Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber.“ Maleachi 3,1-3. {LJ 144.3}

    Quelle:

    https://egwwritings.org/?ref=de_LJ.144.3&WCF_AMPERSAND¶=165.704



    Schönen Abend dir und euch,:greet:

    »Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

    »Ich (Jesus) bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge!« (Johannes 10:10b)

  • Ich kann deine gute Motivation nachvollziehen, - etwas für dich Gutes/Wichtiges bekannt zu machen, und auch dein Sendungsbewusstsein ist löblich, aber den Wahrheitstest bestehen diese Thesen exegetisch irgendwie noch nicht ...

    Lieber John, danke das Du Dir bei diesem Thema mal Zeit genommen hast,Deine Sicht aufzuzeigen.

    Ich denke das wird ein ewiges Ringen bleiben um dieses Thema, ja um das letzte i Tüpfelchen zu entdecken.

    Ich bin froh das wir STA auf einem Fundament von Gläubigen stehen, die sich an etwas herangewagt haben aber auch von Gott benutzt wurden, was andere noch nicht beachteten.

    Auch auf die Gefahr des scheiterns oder falscher Erkenntnisse, bring uns das beschäftigen mit diesen Geheimnissen im Glauben weiter, ja es stärkt unsere Beziehung zu Gott. Zu wissen wie weit sich Gott seinen Geschöpfen offenbart, stärkt meinen Glauben ungemein und nimmt mir die Angst Fehler zu machen.

    Gott hat alles eingeplant und fürhrt uns zum Ziel.

    Lassen wir uns nicht verunsichern, vertrauen wir auf Jesus Aussagen. Der Tempel wo Gott wirkt ist unser Herz, das sich vom Geist Gottes führen lässt!

    Das hilft uns zu unterscheiden wo Schafe und Böcke sind....

    Es hilft uns geduldig abzuwarten, anstatt in Panik zu geraten....Die Seinigen kennen seine Stimme!

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • Also ehrlich gesagt, sehe ich in der heutigen STA-Generation in Bezug auf diese Daniel-Texte kaum ein Wagnis. Man versteift sich ja mehrheitlich doch auf die bestehende Auslegung der STA. Entwicklung und weitere Kenntnis kann man jedoch nur erzielen, wenn man es wagt andere Standpunkte einzunehmen, andere Sichtweisen zulässt und sich auch die Mühe macht, andere Anischten nachzuvollziehen und zu respektieren. Ob die adventische Auslegung von Daniel von Gott ist resp. euch von Gott gegeben wurde, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube eure Glaubensgemeinschaft hat andere Qualitäten als diese Auslegung.

    Erstaunlicherweise wurden Ungereimtheiten, kritische Fragen und Anmerkungen in dieser Diskussion auch kaum ernsthaft beantwortet resp. man hat die zu ergründen versucht.

  • Also ehrlich gesagt, sehe ich in der heutigen STA-Generation in Bezug auf diese Daniel-Texte kaum ein Wagnis. Man versteift sich ja mehrheitlich doch auf die bestehende Auslegung der STA.

    Es wundert mich das Du Dir diese Beurteilung anmaßt? Weißt Du wie bei uns die Bibel studiert wird?

    Wenn ich es mit der Herangehensweise der NAK vergleiche, dann sind das Welten und viel Angst etwas falsch zu machen...

    Entwicklung und weitere Kenntnis kann man jedoch nur erzielen, wenn man es wagt andere Standpunkte einzunehmen, andere Sichtweisen zulässt und sich auch die Mühe macht, andere Anischten nachzuvollziehen und zu respektieren.

    Das ist ein guter Gedanke, bring das Thema bei Euch ein und berichte von Euren Erkenntnissen?

    Ob die adventische Auslegung von Daniel von Gott ist resp. euch von Gott gegeben wurde, wage ich zu bezweifeln.

    Wie gesagt,habt Ihr es gemacht? Steht alles in der Bibel...

    Ich glaube eure Glaubensgemeinschaft hat andere Qualitäten als diese Auslegung.

    Vieleicht deshalb, weil man keine Angst hat, Fehler zu machen....

    Erstaunlicherweise wurden Ungereimtheiten, kritische Fragen und Anmerkungen in dieser Diskussion auch kaum ernsthaft beantwortet resp. man hat die zu ergründen versucht.

    Bisher habe ich Dich leider nur als Kritiker wahrgenommen...Diejenigen die sich ihr leben lang damit beschäftigen haben neue Erkenntnisse, oder nur die Bestätigung ihrer alten.... und wissen es richtig einzuordnen.

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

  • @Bogi

    Ich habe mich nicht gerühmt, dass wir uns so tief mit der Bibel beschäftigen und dass wir stets um die Texte ringen. Ihr beschäftigt euch zwar intensiv mit der Bibel und ringt vielleicht auch mit Details, aber ihr tut das nun im bereits bestehenden Fahrwasser eurer Auslegung. Ja, du magst so empfinden, als ob ihr auch euch fremde Ideen prüft, und nein, das habe ich hier im Forum in Bezug auf Daniel nur sehr vereinzelt wahrgenommen. Ich verlange nicht, dass Du das tust, aber ich habe das geschrieben, dass Du selbstreflektierst und für Dich entweder entscheidest, komplett andere Gedanken zuzulassen oder dir sagst: Ja, es passt für mich so, ich verzichte auf das Ringen ausserhalb der adventistischen Lehre. Beides ist ok, das zweite passt dann halt einfach nicht mit Deiner Aussagen zusammen.

    In Bezug auf Daniel habe ich mich doch recht detailliert mit den Versen beschäftigt und ich habe auch versucht Eure Gedankengänge nachzuvollziehen. Dabei bin ich halt auf viele Ungereimtheiten gestossen und zwar je mehr ich gegraben habe umso mehr wurden es. Auf die meisten Ungereimtheimten, Fragen und Einwände kam jedoch nichts. Mehrheitlich habt ihr nur erklärt, wie eure Auslegung ist.

    Als letztes: Es ist nicht sehr erbaulich, wenn man dem Gegenüber dauernd vorwirft, man solle besser Schweigen, weil er oder sie die Bibel zu wenig studieren würde. Das ist einfach überheblich.

  • Ich wollte mich für das mitmenschliche Verständnis bedanken,

    aber ich bin der Überzeugung, dass STA den Reformansatz von 1888 (von E. White mitunterstützt) noch nicht theologisch "verdaut" haben.

    "Tamid" bedeutet NICHT TÄGLICH sondern BESTÄNDIG/fortwährend.

    In den restlichen Kapiteln sieht man, dass der "heilige Bund" des Messias gemeint ist.

    So wie der "Noah-Bund" u. a. Bünde Gottes.

    Beim Messias ist besonders die Kontinuität des AT/NT gemeint. Siehe Offb. 11. "Zwei Zeugen".

  • Hallo zusammen,

    da bereits das Thema diskutiert wurde, aber ich aus zeitlichen Gründen keine 24 Seiten durchgehen kann, wollte ich nochmal das Thema aufgreifen.

    Wie kann es sein das die STA davon ausgehen ,dass sich Daniel 8 auf Rom bezieht? Es ist doch ganz klar von Griechenland die Rede!

    Ich sehe auch hier bei dem kleinen Horn in Daniel 8 ganz klar Antiochos IV und nicht Rom. In dem kleinen Horn in Daniel 7 ist wohl von Rom die reden, aber doch nicht in Daniel 8.


    Kann mich hier bitte jemand aufklären?

  • Hallo Chris, auf dieser Seite findest Du evtl. eine Antwort auf deine Frage. https://www.dasgeheimnis.de/web/daniel_8.htm

    Auszug hiervon: Auch Daniel 8,23 widerspricht diesem Ansatz, da das kleine Horn am Ende der Herrschaft der vier Hörner aufkommen würde. Auch dies trifft auf Antiochos Epiphanes nicht zu.

    ➡ Diese Aussage ist so falsch! Denn Antiochus IV. Epiphanes regierte von 175 – 163 v.Chr. und damit exakt „am Ende der Herrschaft der vier Hörner” welche die griechischen Diadochenreiche symbolisierten. Um 168 v.Chr. – so sagen es uns die Historiker – löste das Römische Reich das Griechische als Weltreich ab, also genau zu der Zeit, als Antiochus IV. Epiphanes regierte!

    Im übrigen ist die in dem obigen Artikel beschriebene Auslegung die typische adventistische Interpretation von Daniel 8 und insofern in ihrem STA-Sinne eine ganz gute, mögliche Auslegung ...

  • In diesem Zusammenhang empfehle ich jedem mal Daniel 8 unvoreingenommen zu lesen. Wenn man es mit der Geschichtsschreibung vergleicht, so wird man kaum bei der adventistischen Auslegung landen.

  • In diesem Zusammenhang empfehle ich jedem mal Daniel 8 unvoreingenommen zu lesen.

    Da bin ich aber gespannt was Du da herausliest, als Spezialist der NAK und des AT....Ich bin ganz gespannt....

    8 Und der Ziegenbock wurde sehr groß. Und als er am stärksten geworden war, zerbrach das große Horn, und es wuchsen an seiner Stelle vier ansehnliche Hörner nach den vier Winden des Himmels hin.

    9 Und aus einem von ihnen wuchs ein kleines Horn; das wurde sehr groß nach Süden, nach Osten und nach dem herrlichen Land hin.

    10 Und es wuchs bis an das Heer des Himmels und warf einige von dem Heer und von den Sternen zur Erde und zertrat sie. 11 Ja, es wuchs bis zum Fürsten des Heeres und nahm ihm das tägliche Opfer weg und verwüstete die Wohnung seines Heiligtums.

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16

    Einmal editiert, zuletzt von Bogi111 (2. April 2024 um 00:05)

  • 9 Und aus einem von ihnen wuchs ein kleines Horn; das wurde sehr groß nach Süden, nach Osten und nach dem herrlichen Land hin.

    Antiochos IV. Epiphanes war einer der vier großen Hörner des Ziegenbocks (Griechenlands), er war die Königsmacht im Seleukidenreich. Das kleine Horn wuchs aber aus einem der vier Hörner "heraus", d. h. Antiochos war nicht das kleine Horn, denn er wuchs ja nicht aus sich selbst heraus. Das kleine Horn muss also eine Macht sein, die nicht eine der vier Hörer des Ziegenbocks ist und sehr groß wurde. Z. B. nahm Rom Besitz nach Süden, also Ägypten (30 v. Chr.), nach Osten, Syrien (65 v. Chr.) und Palästina (63 v. Chr.). Antiochos IV. hingegen war ein nicht mehr freier Vasallenkönig Roms, der nach kurzem Erfolg Ägypten wieder verlor. Von "sehr groß" hier zu sprechen, ist wohl kaum berechtigt.

    Die einzige Macht, auf die Vers 9 zutrifft, ist Rom, das 168 v. Chr. im Krieg mit Makedonien - also einem der vier Hörner - siegreich war und dann zu einem Weltreich heranwuchs.
    Die Aussage des "Herauswachsens" aus einem der vier griechischen Hörner bedeutet nicht, dass diese Macht auf griechischen Boden entstanden sein muss, sondern nur, dass diese Macht einen der vier Hörner eroberte und durch diesen Sieg (Schlacht von Pydna 168 v. Chr.) zur Großmacht heranwachsen konnte.
    Das Bild unten (aus dem adventistischen Buch Daniel und die Offenbarung, von Uriah Smith) zeigt, wie man sich die Entwicklung und die Herkunft des kleinen Horns im 19. Jh. bildlich vorstellte. In der unteren Zeichnung ist zu sehen, wie das kleine Horn aus dem Westen (Italien) herüber nach Makedonien reichte, es eroberte und dann aus diesem Makedonischen Reich heraus immer größer werden konnte.

    Einmal editiert, zuletzt von Junker (2. April 2024 um 07:37)

  • Die Aussage des "Herauswachsens" aus einem der vier griechischen Hörner bedeutet nicht, dass diese Macht auf griechischen Boden entstanden sein muss, sondern nur, dass diese Macht einen der vier Hörner eroberte und durch diesen Sieg (Schlacht von Pydna 168 v. Chr.) zur Großmacht heranwachsen konnte.

    Für mich Persönlich ist immer Luzifer= Satan und sein Heer maßgeblich! (Der große Kampf)

    Schon Daniel wurde vom Engel berichtet das er gerade von einem Kampf kam!

    Die ganze Aussage betrifft beides den Kampf und Einfluss Satans auf die Machthaber dieser Welt!

    Wer gestern im ZDF diese Sendung gesehen hat bekommt einen kleinen Einblick in das was EGW schon gesehen hatte!

    Weltgeschichte der Religionen: Gott und die Mächtigen - ZDFmediathek

    Hier bekommt Daniel auch eine Erklärung!

    Daniel 7

    11 Ich sah auf um der großen Reden willen, die das Horn redete, und ich sah, wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und in die Feuerflammen geworfen wurde. 

    12 Und mit der Macht der andern Tiere war es auch aus; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lang ein jedes leben sollte.

    13 Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. 

    14 Ihm wurde gegeben Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.

    Wer sich nur einige Bibelverse herauspickt und sich nicht intensiv mit dem AT beschäftigt und auch noch anderen schlauen Auslegern vertraut, der wird keinen Segen aus den Aussagen Daniels ziehen.

    Der wird auch nicht verstehen was sich gerade auf der Welt "Machtmäßig" entwickelt....

    Der Kampf geht bis zu Jesu Wiederkunft Jesu weiter! Noch halten die Engel die 4 Winde in der Hand!

    Offenb.7,1

    Nach diesem sah ich vier Engel auf den vier Ecken der Erde stehen; die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehte auf der Erde noch auf dem Meer noch über irgendeinen Baum.

    (Jer 49,36; Hes 7,2; Hes 37,9; Dan 7,2; Sach 6,5; Mt 24,31; Offb 20,8)

    Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3,16