Vergebung - die christliche Tugend

    • Daniels schrieb:

      ...sondern das Geschmeiß aus nichtsnutzigen Rechtsanwälten und von Inkassoinstituten, die für kaum eine Leistung immense Gebühren einnehmen und gewissermaßen neue Schulden erfinden, und freilich die Zinsennehmerei.
      Ich weiß nicht warum Du so mit Verbalinjurien um Dich schmeißt.
      Meine Erfahrung ist, dass Leute teilweise kleine Beträge (und ich spreche nicht von Arbeitslosen) monatelang und trotz Mahnung nicht bezahlen. Dass sie dann für das Einschreiten eine s Inkassobüros oder einen Anwalt Kosten haben die höher sind als die ursprüngliche Schuld ist à priori wohl weder dem Anwalt noch dem Inkassobüro anzulasten. Es gibt in diesen Berufsgruppen "schwarze Schafe" wie überall, aber der leichtfertige Umgang mit Geld und die Meinung, halte ich nur lange genug still, dann verschwinden meine Schulden (meist für sehr notwendige Dinge, wie Parkstrafen, Handykosten, Konsumartikel auf Raten gekauft oder wichtiger wie Unterhaltsverpflichtungen) kann nicht diesen Berufen angelastet werden. Hast Du eine Idee, was Schuldeneintreiben für einen Aufwand darstellt, die Leute suchen, die Forderung geltend machen, am Ende von einr grossen Anzahl doch nichts zu bekommen? Darüberhinaus machen diese fahrlässigen Schuldner noch den Firmen bei denen sie beschäftigt sind substantielle Kosten, für die Administration ihrer Lohnpfändungen etc.
      Ein etwas differenzierteres Bild wäre also zu dem Thema wohl angebracht. Polemik mag Anklang finden, mit der Wahrheit als christlicher Tugend hat sie selten zu tun.

      Seele1986 schrieb:

      Übrigens ist Gebet eine starke Waffe: ich habe es im eigenen Leben oder auch bei anderen schon einige Male erlebt, dass Dinge vollkommen anders liefen, als gedacht, weil man ernsthaft gebetet hat, dass Gott einem Gerechtigkeit verschaffen möge. Beamte oder Anwälte, Banken etc. die plötzlich ganz andere Beschlüsse machen oder Rechnungen, die fallen gelassen werden oder was weiß ich.

      Ja, und neben dem Gebet hat man wohl auch mit dem Gläubiger(vertreter) gesprochen, statt sich "tot gestellt". Dann gibt es meist eine (kulante) Lösung, falls der Schuldner einen realistischen glaubhaften Vorschlag macht. Dies nicht zuletzt, weil das weiter Eintreiben Kosten macht, die oft in keinem gesunden Verhältnis zum Ertrag stehen.

      PS ich bin weder Anwalt noch Inkassobüro :rolleyes:
      Liebe Grüße, Heimo
    • HeimoW schrieb:

      Ich weiß nicht warum Du so mit Verbalinjurien um Dich schmeißt.

      Das stimmt, Heimo, dass weißt Du nicht. Deine Einwände sind nicht sinnlos, aber Du wirst verstehen, dass diese Argumente mir nicht ganz neu sind und mich nicht überraschen. Aus meiner Perspektive sind Deine Einwände sachlich berechtigt, aber ebenso einseitig, wie meine Polemik.

      Nach meiner Beobachtung werden die Leistungen vieler Rechtsanwälte und erst recht vieler Inkassoinstitute weit überbezahlt und Gebühren teilweise geradezu erfunden.

      Offenbar geht es manchem Rechtsanwalt auch gar nicht primär darum, dass der Gläubiger sein Geld bekommt und er sich mit dem Schuldner ins Einvernehmen setzt, sondern in erster Linie darum, wie er Gebühren für sich generieren kann. Sicherlich gibt es auch -- ich fürchte jedoch selten -- seriösere und ethischer agierende Rechtsanwälte.
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19
    • HeimoW schrieb:

      Darüberhinaus machen diese fahrlässigen Schuldner noch den Firmen bei denen sie beschäftigt sind substantielle Kosten, für die Administration ihrer Lohnpfändungen etc.


      Wobei den wenigsten bewusst ist, dass das sie beschäftigende Unternehmen dabei zum Drittschuldner wird, und dazu verpflichtet ist, die Lohnpfändung durchzuführen. Für die mit der Abgabe der Drittschuldnererklärung verbundenen Kosten stehen dabei als Ersatz 25 Euro zu. Die monatliche Ermittlung des unpfändbaren und pfändbaren Betrags (dieser muss oft auf mehrere Gläubiger aufgeteilt werden, bestehen Unterhaltspflichten, gibt es Sonderregelungen) bringt dann 2 % von dem dem betreibenden Gläubiger zu zahlenden Betrag, höchstens aber 8 Euro, bei weiteren Zahlungen 1 %, höchstens jedoch 4 Euro. Man kann sich vorstellen, wie begeistert Unternehmen sind, wenn sie für so viel Arbeit so wenig Geld erhalten.

      Daher sollte man Lohnpfändungen mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln verhindern, denn meist verliert man während der Lohnpfändung auch noch den Arbeitsplatz, weil Unternehmen oft nicht bereit sind, diesen hohen Aufwand zu übernehmen.
    • Vergebung ist wichtig!!

      Seele1986 schrieb:

      Was ist Vergebung?
      Ab wann ist Schluss?
      Ist es "reueabhängig" (was unser Zwischenmenschliches angeht; nicht Gottes Gericht)?
      Vergeben = Vergessen?
      Nur für Brüder und Schwestern? Wer ist der Nächste (Näheste)?
      und viele weitere Fragen, Aspekte, Blickwinkel...


      Es gibt reichlich Übungsgelegenheiten, anderen zu vergeben. Wenn ich grundsätzlich vergeben will, hat das nichts damit zutun, dass Jesus Wellness-Guru spielen soll um das Glücksgefühl zu genießen, sondern weil ER mir Vorbild ist. Die Bibel fordert uns an mehreren Stellen eindeutig zur Vergebung auf. Sie wird nie aufhören, so lange ich lebe. Wer nicht vergeben will, wird Schuld auf sich laden und diese bleibt, bis er vergibt.
      Dabei ist das Vergessen nach der Vergebung für mich wichtig. Ich gebe damit die Person frei, löse mich innerlich von ihr. Sie ist keine Last mehr für mich (trotz Vergebung). Außerdem will ich nichts mehr nachtragen, sondern vergessen. Vergebung gewähre ich jeder person, auch dem Ungläubigen.

      Vergebung ist ein Willensakt. Wie lange nach der Vergebung die einzelnen inneren Abläufe bis zur herzlichen Umarmung mit dem Schuldigen sind (falls es dazu kommen sollte), spielt keine Rolle. Der Herr sieht meinen guten Willen. Das ist entscheidend.
      Wie mit Gläubigen umgegangen wird, welche nicht vergeben, steht in Matth. 18,21-35. Die Folterknechte will ich mir ersparen und deshalb werde ich jeder Person vergeben.
      Religion ist das Bemühen des Menschen, seinem Gott zu gefallen: Aus sich selbst heraus.
      Echter und lebendiger Glaube an Jesus, ist Leben in seinem Geist und aus seiner Kraft.
    • Bogi111 schrieb:

      Es ist mehr , es ist Gottes Wesen! Ein Handeln in der Liebe, Gnade und Barherzigkeit.

      Wer Jesu kennt, kann gar nicht anders handeln.


      Das ist natürlich die beste Antwort.
      Meine Gedanken sind gewesen: "Ich kann nicht vergeben." Deshalb auch die Ausführung in dieser bestimmten Richtung.
      Wer Jesus als seinen Herrn wirklich kennt und liebt, wird vergeben - keine Frage.
      Religion ist das Bemühen des Menschen, seinem Gott zu gefallen: Aus sich selbst heraus.
      Echter und lebendiger Glaube an Jesus, ist Leben in seinem Geist und aus seiner Kraft.
    • Hallo Jünger,

      das denke ich auch!

      Dieses berühmte "Das kann ich nicht vergeben!" heißt eigentlich "Das will ich nicht vergeben!"

      Jesus, der Herr: es geht vor allem nicht darum, dass Jesus als mein Herr mir Vergebungsbereitschaft diktiert, wie viele das gerne kritisieren aus der Welt, sondern, dass ich ja bei Jesus etwas "in Anspruch" nehme.

      Ich kann nicht Jesus als meinen Erlöser annehmen (vorausgesetzt man glaubt wirklich an das Kreuz und macht nicht nur so ne Wortbekehrung am Evangelisationsabend) und seine Gnade in Anspruch nehmen, und dann nicht fähig sein, anderen zu vergeben!

      Mancher mag denken: "Ja, aber der Typ da hat jemanden ermordet oder ausgeraubt; sowas habe ich ja nicht gemacht!"

      Die Bergpredigt sagt mir ganz klar: Ich bin der Mörder, der Dieb, der Ehebrecher, der Lügner! Nicht durch die Tatsünde, aber durch das Prinzip Sünde. Wir werden immer als "der Schlimmste von allen" freigesprochen.

      Ich versuche, das immer vor Augen zu halten, wenn ich mal wieder zu urteilen beginne.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)