Kann man das Böse / den Bösen erkennen?

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    • Wenn Abraham NICHT ausgezogen wäre aus Ur in Chaldäa, wäre er dann zum "Glaubensvorbild" geworden?

      Abgesehen von seinem Tatglauben und der Verheißung, die Gott ihm gab, war er auch "schwach" (zweifelnd) wie wir.

      Der Glaube Jesu bei den "Übrigen" (NT) verlangt ebensowenig "Perfektheit" wie der Abrahams nicht perfekt war.

      Unsere Glaubenskrisen geben Gott die Möglichkeit, wie bei Abraham, uns noch größere Verheißungs-"Türen" zu öffnen.

      Falsche Propheten allerdings (z. B. Rabbinismus oder Islam) berufen sich zu Unrecht auf Abraham.

      Es ist auffällig bei manchen sogenannten "Propheten", dass sie häufiger mit dem "Satan" drohen als mit der Liebe Gottes.
    • Glaubensvorbild Abraham

      freudenboten schrieb:

      Wenn Abraham NICHT ausgezogen wäre aus Ur in Chaldäa, wäre er dann zum "Glaubensvorbild" geworden?
      Klare biblische Antwort: Nein!

      Bibelstelle

      Denn was sagt die Schrift? »Abraham hat Gott geglaubt, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.« (1. Mose 15,6) - Röm 4,3

      Bibelstelle

      So hat doch »Abraham Gott geglaubt, und es wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit« (1. Mose 15,6). - Gal 3,6

      Bibelstelle

      Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, an einen Ort zu ziehen, den er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. - Hebr 11,8

      Bibelstelle

      Durch den Glauben hat Abraham den Isaak dargebracht, als er versucht wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, als er schon die Verheißungen empfangen hatte - Hebr 11,17

      Bibelstelle

      So ist die Schrift erfüllt, die da spricht (1. Mose 15,6): »Abraham hat Gott geglaubt und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden«, und er wurde »ein Freund Gottes« genannt (Jesaja 41,8). - Jak 2,23

      Dagegen aber argumentiert Jakobus, der dem Vers 23 widerspricht in Jak 2,21:

      Bibelstelle

      Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte?
      Auch u.a. wegen diesem Vers , der eine "Katholische Werksgerechtigkeit" zu unterstützen scheint, mochte Luther den Jakobusbrief überhaupt nicht und bezeichnete ihn als "strohene Epistel, die ins Feuer geworfen gehöre."
    • "Deutsche Christen" haben ihren Herrn, den Juden Jesus von Nazareth verraten!

      Im Dritten -- sogenannten "Tausendjährigem Reich" , das Dank der Alliierten nur 12 Jahre dauerte, haben die sogen. "Deutschen Christen" - total Obrigkeits-hörig (Röm.13,1 !) aus dem Kreuz das Hakenkreuz gemacht und dem Antichristen Adolf Hitler das "Positive Christentum" abgenommen! Die waren schlimme Antisemiten - in der Tradition Luthers, auf den sich im Nürnberger Prozess der Oberhetzer Julius Streicher berufen hatte. Diese "Christen" fanden nach dem 9. November 1938 („REICHSKRISTALLNACHT”) kein Wort des Bedauerns von den Kanzeln herab. Nur sehr wenige evang. Pfarrer fanden am Bußtag dementsprechende Worte! Im 3. Reich haben die Kirchen - bis auf Bonhoeffer und Kardinal von Galen und Landesbischof Wurm - total versagt und ihren Herrn, den Juden Jesus von Nazareth verraten!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Lothar60 schrieb:

      Das Böse kann man auch daran erkennen, dass es den Namen Gottes missbraucht.
      Den "Gott", den sie verehrt haben, haben sie doch bekommen.
      Den "Messias", den sie verehrt haben, haben sie bekommen. Zum Leid vieler anderer, richtig, aber das muss mitgesehen werden.

      Ihr Gott hat nicht zu ihnen gehalten und ihr Messias hat, nachdem er seine Gläubigen ins Gemetzel geschickt hat, sich selbst das Leben genommen.

      "Gott" ist ein weiter Begriff; der gehört niemandem. Es war ihr Gott und den haben sie bekommen.

      "Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott."
      (Martin Luther)
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Der langjährige Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach erzählt in einem seiner Bücher einen Fall:

      ein Arzt heiratet - recht jung glaube ich - eine Dorfschönheit. Auffällig an ihr ist ihre helle, durchdringende Stimme.
      Nach der Hochzeit fragt sie ihn nochmals, außerhalb der Trauungszeremonie, ob er immer bei ihr bleiben und zu ihr stehen werde, egal, was komme,
      und er verspricht es ihr.
      Dann beginnt eine Ehehölle. Die Frau schikaniert den gutmütigen und treudummen Mann mit bösen Bemerkungen, Herabsetzungen, Beleidigungen,
      und er erträgt es still und ruhig.

      Nach vierzig Jahren Ehe: er ist im Garten, sein Rückzugsort, und sie reißt mal wieder das Fenster auf, brüllt ihn an, was er vergessen habe und dass er doch ein jämmerlicher Idiot sei, usw.
      Dann kann der über 70jährige nicht mehr erklären, was mit ihm passierte: er schilderte der Polizei später, es sei in ihm ganz "hell" geworden, wie ein gleißendes Licht in ihm.
      Er geht in den Keller, ruft sie, und als sie den Keller betritt, spaltet er ihren Kopf mit einer Baumaxt und hackt sie dann in ihre Einzelteile ...
      Er geht hoch, ruft die Polizei an, nennt seinen Namen und sagt: "Ich habe Ingrid klein gemacht" ...

      War der Mann böse?

      Schirach, mit jahrelanger Erfahrung als Strafverteidiger, erklärt sehr eindrücklich, dass es meist Umstände und Verflechtungen von Situationen sind, in denen ein Mensch nicht mehr weiter weiß,
      die zu bösen Taten führen. Das kann jedem passieren.
      Die böse Tat ist es auch, die bei der Rechtsprechung bestraft wird. Das Urteil, ob der Mensch böse sei, fällt ein Gericht nicht.
      Und er selbst sagt: Den bösen Menschen habe ich bislang noch nicht gesehen.

      Ein interessanter und nachdenkenswerter Fall, finde ich.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Ein Arzt????, der sich nicht scheiden lässt, wenn ihm seine Frau auf die Nerven geht, sondern sie umbringt......und sie ist böse?
      Für ihre Stimme kann sie nichts, auch nicht dafür, dass er sie geheiratet hat....
      aber sein Charakter spricht doch Bände.....

      Hier sieht man ja auch wieder , dass jeder nur sieht , was er sehen will.....

      Das wirklich "Böse" lässt sich also nur durch Gott erkennen, denke ich.....er kann die Kulissen wegschieben....und einen freien Blick darauf geben....wann und wie er will.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Pfingstrosen schrieb:

      Das wirklich "Böse" lässt sich also nur durch Gott erkennen, denke ich.....er kann die Kulissen wegschieben....und einen freien Blick darauf geben....wann und wie er will.
      Es gibt so etwas wie Liebe,Geduld und Verzeihen. Aber wenn das Maß voll ist, sollte jeder gesunde Mensch handeln!

      Angst und Hilflosigkeit sind leider kein guter Berater.

      Aber die Bitte um Gottes Eingreifen führt immer zu einem guten Ende.
    • Wäre sicher besser gewesen, keine Frage.
      Das würde wohl auch keiner bestreiten.

      A ne ... Scheidung geht ja auch nicht. Darf man ja nicht ... Mist.

      Der Fall ist, soweit ich weiß, aus Bayern, aus katholischem Milieu. Vielleicht kam Scheidung nicht in Frage ...
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:

      Der langjährige Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach erzählt in einem seiner Bücher einen Fall:

      ein Arzt heiratet - recht jung glaube ich - eine Dorfschönheit. Auffällig an ihr ist ihre helle, durchdringende Stimme.
      Nach der Hochzeit [...] beginnt eine Ehehölle. Die Frau schikaniert den gutmütigen und treudummen Mann mit bösen Bemerkungen, Herabsetzungen, Beleidigungen, und er erträgt es still und ruhig.

      Nach vierzig Jahren Ehe: er ist im Garten, sein Rückzugsort, und sie reißt mal wieder das Fenster auf, brüllt ihn an, was er vergessen habe und dass er doch ein jämmerlicher Idiot sei, usw.
      Dann kann der über 70jährige nicht mehr erklären, was mit ihm passierte: [...] Er geht in den Keller, ruft sie, und als sie den Keller betritt, spaltet er ihren Kopf mit einer Baumaxt und hackt sie in [Teile].


      [Schirach erklärt], dass es meist Umstände und Verflechtungen von Situationen sind, in denen ein Mensch nicht mehr weiter weiß, die zu bösen Taten führen. [...] Und er selbst sagt: Den bösen Menschen habe ich bislang noch nicht gesehen.
      Streng genommen kann man das so einschätzen, andererseits könnte man einen Menschen auch danach beurteilen, was er geworden ist. Wenn jemand ein Fallbeil schmiedet und zurichtet, dann ist das Metall freilich nicht schuld, daß es für Hinrichtungen benutzt wird, gleichwohl ist es ein Fallbeil. Warum ein Mensch böse gehandelt hat, ist eine Sache, die andere ist aber, daß er gegen Gesetze oder gegen normale menschliche Standards verstoßen hat. "An ihren Früchten ..."

      Kürzlich habe ich eine Dokumentation über einen Serienmörder gesehen, kurz vor Ende des Dokumentarfilms hört man noch einmal einen Kommentar seiner ehemaligen Lebensgefährtin, die auf Englisch sagt: "Er ist das pure, pure Böse." Aufgewachsen ist der Mann, der so betitelt wurde, als von seiner Mutter verklärter und idealisierter Mensch. Als junge wurde er von Mädchen wegen seiner geringeren Körpergröße geschnitten, aber er wurde zu einem Erwachsenen, der gerne im Mittelpunkt steht und den dafür günstigen Charme mitbrachte. Gleichwohl war er unmäßig brutal gegen Frauen, eine ehemalige Lebensgefährtin, konkretisierte, wie die Mißhandlungen in der Beziehung aussahen: Er hat mich im Hausflur ausgesetzt, mich angespuckt, brennende Zigaretten auf mir ausgedrückt u. dgl. m. Als dem Serienmörder schließlich der erste Prozeß gemacht wurde, fiel er einem Journalisten dadurch auf, daß er extrem gelangweilt wirkte und keinerlei Regung zeigte. Er legte keinerlei Geständnis ab, sondern wies seinen Verteidiger an, alle Zeugen, auch die Angehörigen der Opfer knallhart anzugehen. Einer der Kommentatoren des Dokumentarfilms glaubt, daß es dem Mörder dabei vor allem darum ging, weiterhin Menschen zu manipulieren und zu quälen.

      Was ist an solch einem Menschen noch gut? Ist es nicht gar richtig, ab einem gewissen Mass an bösen Taten, einen Menschen nach dem zu benennen, was bewirkt hat und wie er handelt, nämlich als extrem böse? Letztlich ist das eine Frage der Definition.

      Zwei Fotos, zuerst der Täter und darunter eines seiner Opfer, ein 13-jähriges Mädchen:
      Die von ntv ausgestrahlte Domumentation:


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