Ist Zorn immer vom Teufel?

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    • (Ich finde es mutig und klasse, wenn sich hier jemand so selbstkritisch zeigt!!! Alle Achtung!)

      Genau so wie die klugen Halbwissenratgeber die schnelle, scheinbar einfache Lösungen zu Verhaltensänderungen vorgeben
      längerfristig überhaupt nichts bringen, wirken die Vorschläge mit Hinblick auf die Bibel, in den Fällen, wo der Leidensdruck wie beschrieben da ist.

      Sie lassen einen nur noch frustrierter zurück. Bei scheinbar allen anderen funktioniert das aber bei mir nicht!

      Natürlich will fast jeder sanft, edel und besonnen sein..., funktioniert nicht und das ist ganz normal.
      Jeder kommt doch mit einem (gottgegebenen) Temperament auf die Welt.
      Und Dinge die evl. in der Erziehung nicht gut liefen und alle anderen Frustrationen haben Folgen.
      Wut, Zorn hat immer alte Wurzeln.

      Die kann und muss man nicht immer aufarbeiten.- Eine schlimme Folge kann sogar sein, dass sie einem nicht mehr bewusst sind
      oder, dass man bagatellisiert und meint die schweren Zeiten haben einen besonders positiv bestärkt.

      Eine persönliche Entwicklung, die zu mehr Gelassenheit führt, steht wie ein Tisch auf (mindestens) 4 Beinen am stabilsten.
      Die Bibel darf das dickste davon sein.
      Ein anderes Bein sollte das eigene "Kennenlernen" sein, incl. was passiert bei mir denn,
      bevor der "Zorn" kommt? Was sind meine neuralgischen Punkte. Wie lange kann ich selbst noch gegensteuern?
      Mit was?
    • Die grundsätzliche Wesensart eines Kindes Gottes:

      Jakobus 3,13: "Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit. 14 Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. 15 Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, menschlich und teuflisch. 16 Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge. 17 Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei. 18 Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften." (Lutherbibel 2017).

      Was wir von Christus lernen sollten, sagte er uns deutlich: "Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig."(Mt 11,29). Von einem Lernen des Austreibens der Tempelhändler sagte er nichts, denn das war seine Aufgabe, als Herr des Tempels.


      Nachtperle schrieb:

      Die Bibel zeigt uns, dass Zorn nicht verkehrt sein muss. Allerdings sollte diese Regung nicht gehegt und gepflegt werden. Normaler Weise ebbt der Zorn nach einiger Zeit von selbst ab, wenn man ihn nicht mit entsprechenden Gedanken nährt.

      Die Bibel zeigt uns in Epheser 4:26, 27: "Seid erzürnt, und doch sündigt nicht; laßt die Sonne nicht über eurer gereizten Stimmung untergehen, auch gebt dem Teufel nicht Raum."

      Nicht der Zorn gibt dem Teufel Raum, sondern das Nähren des Zorns. Auch hier muss natürlich abgewogen werden, WARUM jemand zornig ist.
      Eph 4,26.27: "Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen27 und gebt nicht Raum dem Teufel." (Lutherbibel 2017).

      Eph 4,26.27: "Wenn ihr zürnt, sündigt nicht! Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen. Gebt dem Teufel keinen Raum!" (Einheitsübersetzung 2016).

      Die Buber-Rosenzeweig-Übersetzung gibt den Text im den Originalvers, aus Psalm 4,5, so wieder: "Erbebet und sündiget nimmer! Besprechts in eurem Herzen, auf eurem Lager, und werdet still! / Empor! /".

      Aus Deiner Übersetzung kann es leicht zu einer verkehrten Vorstellung bei der Frage kommen, ob Zorn dem Teufel Raum gibt.

      Dein Zitat von Eph. 4,26, aus der Neuen-Welt-Übersetzung, halte ich für unglücklich übersetzt, da die Aussage "Seid erzürnt" den Anschein erweckt, dass darin nichts widersprüchliches oder sündiges zu Gottes Ordnung, sondern sogar ein Auftrag zum Zorn liegt. Wie man aber aus dem näheren Kontext, bei Eph 4,31, und in weiteren Pauluskontexten, bei Gal 5,20 und Kol 3,8, sehen kann, lehnt Paulus den "menschlichen" Zorn entschieden ab. Das "sündigt nicht", zeigt für mich eher, dass der Zorn bereits den Raum für den Teufel geschaffen hat, um dann zur Sünde - über den Zorn hinaus, oder im Zorn - zu verleiten. Daher sollte der Zorn auch sofort abgestellt werden - bevor die Sonne untergeht.

      Eph 4,31.32: "Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus." (Lutherbibel 2017).
      Gal 5,20.23: "Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies steht kein Gesetz." (Lutherbibel 2017)
      Kol 3,7-10: "In dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet. Nun aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat." (Lutherbibel 2017)

      Ich würde auch generell davor warnen, den Zorn Gottes mit dem Zorn des Menschen zu vergleichen, um den menschlichen Zorn besser zu machen als er ist (mit Zorn ist nicht nur ein starkes Gerechtigkeitsempfinden gemeint). Alleine dass Gott seit Ewigkeit her wusste, was an einem bestimmten Zeitpunkt in der Erdgeschichte geschieht - an dem "sein" Zorn (o. d. Entrüstung) seine Aktivität hervortritt -, zeigt, dass sein völliger Selbstbeherrschungs-"Zorn" (falls man es überhaupt so übersetzen sollte - darum spricht man auch oft vom "heiligen" Zorn-, da es eine gewisse Bandbreite im Verständnis dieses Wortes gibt) von anderer Grundart als unser Zorn sein wird.

      Zorn kann sehr wohl von Dämonen sein, muss es aber nicht.

      Liebe Grüße, Junker
      "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert." Albert Einstein

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Junker ()

      Beitrag von Bemo ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • freudenboten schrieb:

      Was ist mit dem "Zorn Gottes".
      Wie zeigt sich dieser Zorn denn?
      Tsunamis? Ein Gottloser, der eine Krankheit bekommt? Der Sieg einer Partei über eine andere? Die Bestrafung eines Volkes?

      Man spricht von Dingen, von denen man überhaupt nicht weiß, wie sie eigentlich sind, freudenboten, und besetzt sie religiös.
      Es ist dann Deutung.

      Die Deutung darf ein Mensch für sich selbst vornehmen, wenn aber andere das tun, wird es problematisch.
      Ich weiß, durch welche Dinge Gott mich zurechtgewiesen oder geschlagen hat. Ich selbst kann das über mich sagen. Ich kann das aber nicht über andere sagen.
      Und sogar, wenn man es für sich selbst sagt (siehe Hiob), steht am Ende ein Gott, der mich vielleicht fragt: Wer bist du denn, dass du zu wissen glaubst, was ich tue?; ein Gott, der ein Geheimnis ist.

      Dass Gott, wenn wir glauben, dass er lebendig ist und dass er fühlt, über Dinge zornig ist, steht für mich außer Frage.
      Die Diskussion ging lediglich darum, was er zur Linderung seines Zornes verlangt oder erwartet.

      Ich antworte, denn mit dem "humanistischen Gnostiker" meinst du selbstverständlich mich.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • freudenboten schrieb:

      Was ist mit dem "Zorn Gottes".
      Ich habe mich auch gefragt, ob Du da jetzt auch mich gemeint hast?

      Das Bild des zornigen und wütenden Gottes wurde in der Geschichte der Christenheit sehr missbraucht, um den Menschen Angst vor Gott und seinen Strafen zu machen. Gott will aber unsere Liebe und nicht unsere Angst vor den Zorngerichten. Denn in der Liebe ist keine Angst. Viele leben noch in tradierten Vorstellungen über den Zorn Gottes, die aber biblisch überprüft werden müssen - was meint man genau mit "zornig"? Gott mit einem zornigen Mann zu vergleichen, der seine Gefühle nicht mehr im Griff hat und spontan, unrational oder übertrieben reagiert, wäre sicher ganz verkehrt und würde Gott völlig entstellen.

      Liebe Grüße, Junker
      "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert." Albert Einstein
    • Der ultimative Zorn Gottes wurde von der "heidnisch" gewordenen Kirche als endloses Verbrennen vorgestellt. Das war logischerweise nicht endgültig und entspricht somit nicht dem Zeugnis der "Schrift".
      Aber den "unverdünnten" Zorn Gottes an dem Tag der Wiederkunft des Menschensohnes Jesus bezeugt die Bibel sehr wohl. Z. B. Offb. 8:5./11:19./14:10.17.ff./15+16+18+19:11.ff.
      Psalm 103:9./30:6. "...einen Augenblick..."
      Der Zorn des Menschen, z. B. Kain Gen. 4:5.-8. ist etwas ANDERES.
    • Atze schrieb:

      Hi,
      bei der Lektion der folgenden Woche stach mir folgende Frage ins Auge.
      Wie reagiert ihr, wenn ihr Euch ungerecht behandelt fühlt?
      Also um es gleich vorweg zu nehmen. Ich reagiere leider nicht immer sanft und demütig wenn ich mich ungerecht behandelt fühle. Dies geschieht vor allem dann wenn obendrein meine danach folgende Argumentation kein Gehör findet oder ich in meinen Äußerungen übergangen werde. Wenn weitergemacht wird wie vorher obwohl deutlich gemacht habe, dass mich etwas sehr stört kann es auch mal laut werden. Familiär oder beruflich ist hier das Gleiche.
      Gruss
      Atze
      Atze, zu ersterem Satz empfehle ich Dir mehr Selbsterziehung (ich war einmal ´, vor langen Jahren sehr jähzornig und - habe mich geschämt. Das sehre Laute ist nicht immer zweckdienlich oder angebarcht : Von mir könntest Du die ganz stille Antwort hörn <."Ich bin nicht schwerhörig;, sage das Ganze bitte noch einmal ganz leise - gesitet !

      Aber : Der Baumeister ruiniert mir mein Flachach - und weint mich an, er habe € 5000. - Selbstbehalt bei seiner Versicherung - sei Kaffee, das Dach wird auf seine Kosten wieder dichtgemacht. (Samt Innerenovierung A€ 10 000.- ) ein anderer Baumeister trägt mir statt Kalkschlämmputz auf ein ein Biedereierhaus "Tiroler Reibputz" auf : Na, den, Herr Baumeister, kratzen Sie schön wieder herunter ! Im Hof unsere Gemeinde legen sie neue Regenkanäle und führen zwei 100mm - Rohre gegen die Flusrichtung zusammen - no,das haben sie wieder aufgraben und ordentlich - auch von der Dimension her - neu verlegen müssen. (Da habe ich sehr laut werden müssen ! - sie wollten nicht und nicht !!)

      Ich bin Rechtschutzversichert. eine Forderug mit de Zusatz "Kopie an Dr. XXX, Rechtsanwalt" schafft Distanz und zeigt Ersthaftgigkeit.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • freudenboten schrieb:

      "Seid langsam zum Zorn...!"
      Jakobusbrief?
      Spr 19,11 Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist ihm eine Ehre, dass er Verfehlung übersehen kann.
      Jak 1,19 Ihr sollt wissen: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.

      freudenboten schrieb:

      Aber den "unverdünnten" Zorn Gottes an dem Tag der Wiederkunft des Menschensohnes Jesus bezeugt die Bibel sehr wohl. Z. B. Offb. 8:5./11:19./14:10.17.ff./15+16+18+19:11.ff.

      Psalm 103:9./30:6. "...einen Augenblick..."
      Weil Martin Luther in der Offenbarung so gar nichts von der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit erkennen konnte, wollte er die Offenbarung aus der Bibel werfen!
      Aber alle Schalen - , Plagen - und Posaunen - Gerichte (Offb.6-18) dauern maximal 3,5 bis 7 Jahre. = Die Zeit der »Grossen Trübsal« - die letzte Jahrwoche aus Daniel 9,27. Die Brüdergemeinden sind der Auffassung, dass aber die Gemeinde Jesu vor Beginn dieser Großen Trübsalszeit vom Herrn entrückt wird.