Ist Zorn immer vom Teufel?

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    • Ist Zorn immer vom Teufel?

      Hi,
      bei der Lektion der folgenden Woche stach mir folgende Frage ins Auge.
      Wie reagiert ihr, wenn ihr Euch ungerecht behandelt fühlt?

      Also um es gleich vorweg zu nehmen. Ich reagiere leider nicht immer sanft und demütig wenn ich mich ungerecht behandelt fühle. Dies geschieht vor allem dann wenn obendrein meine danach folgende Argumentation kein Gehör findet oder ich in meinen Äußerungen übergangen werde. Wenn weitergemacht wird wie vorher obwohl deutlich gemacht habe, dass mich etwas sehr stört kann es auch mal laut werden. Familiär oder beruflich ist hier das Gleiche. Das heißt nicht, dass dann Teller durch die Gegend fliegen, aber doch, dass jeder merkt, dass bei mir der Bogen überspannt ist. :cursing: Ist dies nun etwas was es grundsätzlich zu ändern gilt, also dass man lernen muss die Dinge demütig einfach hinzunehmen nach dem Motto „ich verzeihe Dir auch zum tausendsten Mal und alles ist vergessen“ oder steht man als Familienoberhaupt oder auch als Chef in der erzieherischen Verpflichtung mit Autorität seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen? Stellt man sich damit automatisch gegen Jesus? Oder wie ist beides unter einen Hut zu bringen?

      Gruss
      Atze
      Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat. (Ellen White, Life Sketches, 1915,)
    • Hallo Atze ich glaube nicht das dich das Motto ich verzeih dir 1000x und alles ist vergessen, dich weiter bringt oder verändert. Das ist nur Wiederholung von gewohnten Programmen, wo du immer wieder gleich reagierst.

      Wer fühlt sich nicht oft ungerecht behandelt und warum ungerecht behandelt ?
      Du schreibst weil deine Äußerungen kein Gehör finden, könnte es sein das sich das immer und immer wiederholt, und man es nicht mehr hört oder auch hören will.
      Und du fühlst dich mit deinen Äußerungen übergangen, hast du schon einmal nachgeacht wie es deiner Familie dabei ergeht, wie sie sich fühlen.

      Schaue einmal deine Grundhaltung an, den du fragst ob es da grundsätzlich was zu ändern gibt. Bitte Chrisus er soll es dir zeigen, was er an dir verändern möchte das es euch allen gut geht.
      Was hast du für ein Bild von Familienoberhaupt und Chef sein?
    • Hallo Atze,

      ich denke nicht, dass Zorn immer vom Teufel ist.
      Es gibt auch so etwas wie heiligen Zorn.
      Kurt Hasel sprach darüber mal in einer Predigt.
      Und auch Jesus war schon mal zornig. Siehe hier:

      Mk 3,5 Und er (Jesus) sah sie ringsum an mit Zorn und war betrübt über ihr verstocktes Herz und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde gesund.


      Paulus schreibt dazu u.a. folgendes:

      Eph 4,26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen


      Im übrigen ist Zorn auch eine Eigenschaft Gottes. Von daher würde ich erst recht sagen, dass Zorn nicht immer vom Teufel ist. Gegen einen heiligen/göttlichen Zorn ist nichts einzuwenden, so lange wir nicht dabei sündigen, wenn wir zürnen! Gott war sogar schon 40 Jahre lang zornig: Hebr 3,17 Und über wen war Gott zornig vierzig Jahre lang? War's nicht über die, die sündigten und deren Leiber in der Wüste zerfielen?
      Wie du hier also sehen kannst, ist Zorn über ein sündiges Verhalten bzw. über Sünde nichts, dass vom Teufel kommt. So ein Zorn ist völlig in Ordnung. Wenn ich mich allerdings über jemanden aufrege/zürne und dabei einen richtigen Hass auf diese Person bekomme, so ist das Sünde und somit auch ein Zorn, der vom Teufel kommt. Aber nicht nur Hass, auch ein Zorn bei dem man anderen Schaden zufügt oder zufügen möchte, ist Sünde.


      LG dir. ;)


      AAaron
    • Aaron hat hier gleich meinen Nerv getroffen. Auf der einen Seite ist man frustriert über eine Situation wo seinen Unmut als Zorn herauslässt weil nach der eigenen Vorstellung etwas so oder so nicht weiter laufen kann oder darf und verändert werden muss, und auf der anderen Seite wird, wenn man zornig wird einem Hass vorgeworfen. Jedenfalls ist mir das schon so passiert. Und dann fühle ich mich im höchstem Maße ungerecht behandelt. Denn Hass ist nach der Vorstellung der Christen immer vom Teufel. Da stellt sich mir dann bei mir aber die Frage wie man das überhaupt auseinander hält. Woran erkennt man, dass Hass im Spiel ist wenn Zorn nicht grundsätzlich vom Teufel ist?
      Wie kann ich meinem Gegenüber den Unmut im Zorn klarmachen ohne dass dieser glaubt und denkt, dass Hass im Spiel ist?

      Gruss
      Atze
      Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat. (Ellen White, Life Sketches, 1915,)
    • Hallo Atze,

      obwohl ich auf keinen Fall zu sagen vermag, dass jedes zornige Verhalten eine Sünde sein sollte, so verführt der Zorn oft nur zu leicht zu sündigen Taten oder Worten, und die Grenze ist oft sehr verschwommen und für einen Zornigen gar nicht zu erblicken. Deshalb ist meine Intention: immer mehr Jesu gleich werden und nicht bei dem alten Zustand stehen bleiben. Sein beispielhaftes, ruhiges Verhalten können wir in "Das Leben Jesu" nachlesen. Hier Ausschnitte aus Kapitel 9, seine Kindheit betreffend:

      Jesus liebte seine Brüder und war gleichbleibend freundlich zu ihnen. Sie jedoch waren eifersüchtig auf ihn und zeigten ihm offen ihren Unglauben und ihre Verachtung... Auch darüber ärgerten sich seine Brüder. Sie konnten sich seine heitere Ruhe bei allen Prüfungen und Entbehrungen nicht erklären.
      Von all der Bitternis, die das Los der meisten Menschen ist, blieb Christus nichts erspart. Es gab Menschen, die ihn wegen seiner Geburt verachteten. Schon als Kind bedachten sie ihn mit verächtlichen Blicken und übler Nachrede. Hätte er auch nur mit einem einzigen ungeduldigen Wort oder Blick darauf reagiert oder hätte er seinen Brüdern gegenüber durch ein einziges Unrecht nachgegeben, dann wäre er kein makelloses Vorbild mehr gewesen.
      Ich bin der Meinung, dass Zorn nicht gut ist. Egal, ob man dabei sündigt oder nicht, hinterläßt das einen sehr negativen Eindruck nach außen. Wäre es möglich, ein solches Verhalten wie von Jesu zu lernen?

      Hier noch ein wichtiges Kapitel aus dem Buch von Ellen White "Biblische Heilung": "Sanftmut, eine Frucht des Geistes".

      Sanftmut in der Schule Christi ist eine der kennzeichnenden Geistesfrüchte. Sie ist eine Gnadengabe, bewirkt durch den Heiligen Geist als einer heiligmachenden Kraft, und verleiht dem, der sie besitzt, die Fähigkeit, über sein unbesonnenes und heftiges Wesen Herr zu sein. Wenn Menschen, die von Natur aus zu Bitterkeit und Jähzorn neigen, die Gnadengabe der Sanftmut schätzen, so werden sie die größten Anstrengungen machen, um ihre unselige Veranlagung zu überwinden. Mit jedem Tag werden sie mehr die Herrschaft über sich selbst gewinnen, bis sie alles Lieblose und alles, was Jesus unähnlich ist, abgelegt haben. Sie werden dem himmlischen Vorbild immer ähnlicher und können schließlich dem göttlichen Gebot gehorchen: „Ein jeglicher Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ Jakobus 1,19. {BH 10.3}
      Hier zusätzlich eine wichtige Bemerkung von Ellen White in "Das Leben Jesu":

      Wohl gibt es auch eine Entrüstung, die selbst bei den Nachfolgern Christi entschuldbar ist. Wenn sie sehen, daß Gott oder sein Dienst entehrt wird oder wenn Unschuldige unterdrückt werden, dann kann ein gerechter Zorn die Seele erregen. Solcher Zorn, aus hohem sittlichem Empfinden geboren, ist keine Sünde. Wer sich jedoch bei jeder vermeintlichen Kränkung bewogen fühlt, dem Ärger oder Groll Raum zu geben, öffnet Satan sein Herz. Bitterkeit und Feindschaft müssen aus der Seele verbannt werden, wenn wir in Harmonie mit dem Himmel leben wollen. {LJ 299.4}
      Auf diesem Hintergrund ist der Zorn Jesu im Tempel zum Beispiel zu interpretieren. Aber nicht jede scheinende Gelegenheit zum Zorn rechtfertigt den Zorn. Hier geht es um den Fall, wo "Gott oder sein Dienst entehrt wird oder wenn Unschuldige unterdrückt werden".

      Sicherlich können wir mehr in Ellen White und in der Bibel suchen, um genauer zu spezifizieren, wann der Zorn ok ist.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • "ingeli" schrieb:

      Und nenne es dann heiliger Zorn, dann brauche ich nicht bei mir zu schauen und was ändern, so einfach kanns auch gehen.

      Falls diese Unterstellung mir gelten soll kann ich Dich beruhigen. Denn im Normfall (von denen ich hier im Augenblick auch spreche und klammere damit deutlich spontane Wutausbrüche aus, die mit heiligem Zorn natürlich nichts zu tun haben können) habe ich in einer vorhergehenden Argumentation meine Einstellung mit dem Willen Gottes abgeglichen und ebenfalls auf egoistische Beweggründe geprüft. Das mag für Dich vielleicht wie eine Schutzbehauptung klingen, führe aber keine wichtige Argumentationen aus ohne das vorher getan zu haben. Das betrifft zumindest Familienangelegenheiten, denn im Berufsleben ist das so einfach nicht durchführbar.

      "Jacob d. S." schrieb:

      immer mehr Jesu gleich werden und nicht bei dem alten Zustand stehen bleiben.

      Da hast Du schon Recht. Ohne Zorn ist es wahrscheinlich immer besser obwohl man auch an die Situation des Handels im Hause Gottes denken kann als die Verkaufsleute von Opferwaren eine „Räuberhöhle“ nach Jesu Worten daraus machten.
      Jesus hatte anscheinend ein Charisma dass derart viel Autorität ausstrahlte, dass Zorn bei ihm meist nicht nötig war um etwas zu bewegen. Allerdings muss man dem entgegenhalten, dass Jesus oder auch die Jünger gegangen sind und dem anderen die Meinung gelassen haben wenn sie kein Gehör gefunden haben. Auf der Arbeit oder in der Familie geht das so natürlich nicht. Dort muss es in jedem Fall eine Einigung geben wobei sich dann die Fronten eben auch im Zorn entladen können. Gläubige Partner sollten natürlich beide den Willen Gottes im Vordergrund sehen und danach Entscheidungen treffen, wobei ich hier den essentiellen Grund sehe warum immer Männer die Entscheidungsgewalt haben sollten. Denn die Männer können viel rationeller denken während die Frau immer zu gefühlsorientiert entscheidet was aber häufig entgegen dem Familienwohl ist.
      Aber was tun wenn der Zorn da ist? Wie sich runterfahren wenn nichts greift? Oder wie kann man den Zorn vermeiden auch wenn es nach eigener und mit Gottes Willen abgeglichener Ansicht sehr wichtig ist eine bestimmte Sache durchzusetzen, der andere sich aber nicht beirren oder beeindrucken lässt? Was muss man im Zorn auf jeden Fall vermeiden, damit einem Hass o.ä. unterstellt werden kann? Das Problem dabei hast Du schon genannt. Es ist ein sehr seichter Übergang wo man die Grenzen schlecht erkennt. Und trotzdem muss es diese Grenzen geben wenn man sündigen und nichtsündigen Zorn unterscheidet.

      Gruss
      Atze
      Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat. (Ellen White, Life Sketches, 1915,)
    • @Atze

      Ich war früher auch jemand, der ziemlich schnell Zornausbrüche bekam, insbesondere wenn etwas nicht so funktionierte, wie ich es mir gewünscht habe. Der Zorn kommt nicht allein davon, dass die Situation für dich ungünstig ist, sondern weil du zusätzlich bestimmte Ansprüche stellst, die - aus deiner Sicht/Motivation - unbedingt erfüllt werden müssen. Aber MÜSSEN sie wirklich? Beispielhafte Situationen:

      - Wenn jemand im Dialog mit einem anderen unbedingt Recht behalten will, wird er ziemlich schnell zornig werden, wenn er merkt, auf bestimmte Argumente des Gesprächspartners keine Einwände bringen zu können.

      - Wenn jemand von anderen immer richtig verstanden und akzeptiert werden möchte, wird er ständig in Zorn geraten, wenn andere ihn oft missverstehen und nicht alles nach seinem Willen tun.

      - Wenn jemand rechtzeitig das Geld auf dem Konto haben möchte, wird er zornig, wenn das erwartete Geld nicht da ist.

      Allgemein, wenn jemand auf etwas großen Wert legt, und es kommt nicht so wie erwartet, wird man schnell zornig. Ich zähle alle diese Probleme zu Sorgen des Lebens. Ist man ständig um etwas besorgt, bewirkt das Gegenteil schlechte Laune und Zornausbruch. Aber Jesus sagte gerade, dass wir unsere Sorgen völlig lassen sollen, wir sollten gar keine Sorgen haben. Dazu gehört auch, welche Ziele wir für die Zukunft setzen, und welche Motivation wir haben, etwas zu erreichen.

      Als ich erkannt habe, woran meine Sorgen gefesselt waren und welche immer wieder den Zorn auslösten, habe ich mir zum Ziel gemacht, gar keine Ziele zu definieren und alles so hinnehmen, wie es eben kommt. Und selbst wenn es sehr schlimm kommt, so hat überall Gott Seine Führung und wird dich trotzdem nicht im Stich lassen.

      Aber was tun wenn der Zorn da ist? Wie sich runterfahren wenn nichts greift? Oder wie kann man den Zorn vermeiden auch wenn es nach eigener und mit Gottes Willen abgeglichener Ansicht sehr wichtig ist eine bestimmte Sache durchzusetzen, der andere sich aber nicht beirren oder beeindrucken lässt?
      Das Problem ist, dass der Zorn überhaupt kommt. Nicht die Symptome soll man "heilen". Wenn du deine Ziele vollständig Gott übergibst, und es kommt eben nicht so wie du es dir wünschst, sollst du es einfach in Ruhe annehmen und nicht dagegen streiten. Ob der "andere" sich nicht beeindrücken läßt, soll dich überhaupt nicht stören. Überlasse auch dieses Problem Gott allein. Definiere gar keine "ich MUSS/WILL" - Ziele. Hauptsache, du tust dein Bestes. Was dir nicht gelingt, gelingt dir halt nicht - und Gott wird für dich diese Probleme so lösen, wie Gott es für richtig hält.

      Noch einmal: nimm das Leben so an, wie es auf dich kommt.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Ich habe zu dem Thema schon versucht das Buch Jona zu betrachten. Hier vielleicht nochmal die passenden Verse zum Thema Zorn aus Jona:

      Jona 4/1 Und es mißfiel Jona sehr, und er wurde zornig. 4/2 Und er betete zum HERRN und sagte: Ach, HERR! War das nicht meine Rede, als ich noch in meinem Land war? Deshalb floh ich schnell nach Tarsis! Denn ich wußte, daß du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langsam zum Zorn und groß an Güte, und einer, der sich das Unheil gereuen läßt. 4/3 Und nun, HERR, nimm doch meine Seele von mir! Denn es ist besser, daß ich sterbe, als daß ich lebe! 4/4 Und der HERR sprach: Ist es recht, daß du zornig bist?

      Ich weiß nicht, ob Gott hier hypothetisch fragt, oder ob er feststellend fragt. Wenn die Frage genau so gemeint ist, wie sie da steht, dann gibt es in Gottes Augen eine Option in der es wirklich RECHT ist, zornig zu sein. Jona hat diese Option offensichtlich nicht erfüllt.


      Ich denke, dass egoistischer Zorn niemals berechtigt ist. Auch wenn ich selbst ein Mensch bin, der zum Zorn neigt, wenn mir etwas nicht passt, so muss ich sagen, dass es im Nachhinein betrachtet und in Ruhe analysiert zumeist etwas betrifft, das mir oder meinem Wohlbefinden schadet, das mich zornig macht. (ok, ich mach die Sätze kürzer!)

      Zorn kommt meist deshalb, weil wir uns einbilden wir sind etwas, wir haben etwas oder es muss nach unserem Kopf gehen. Es hat also viel mit dem Selbstbild und dem Stolz zu tun, die zu Eitelkeit führen. Bestimmte Ökonomen behaupten sogar, dass die Wirtschaftskrise in den südeuropäischen Ländern auf einer Gesellschaftskultur der Eitelkeit beruht, die dort herrscht...im Gegensatz zu den nordischen Staaten, wo die Menschen viel "uneitler" sind.

      Ist dies nun etwas was es grundsätzlich zu ändern gilt, also dass man lernen muss die Dinge demütig einfach hinzunehmen nach dem Motto „ich verzeihe Dir auch zum tausendsten Mal und alles ist vergessen“ oder steht man als Familienoberhaupt oder auch als Chef in der erzieherischen Verpflichtung mit Autorität seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen? Stellt man sich damit automatisch gegen Jesus? Oder wie ist beides unter einen Hut zu bringen?
      Aus meiner Beobachtung kann ich hier ein Ja sagen. Und wenn ich ein Beispiel bringen darf, dann aus dem Straßenverkehr. Ich habe ärgste Probleme damit, dass sich Menschen im Straßenverkehr alle Rechte herausnehmen, sich vordrängen, zu dicht auffahren, hupen, ... . Mein Zorn richtet sich gegen sie, kurz danach richten sich die Auswirkungen (Stress, Ärger im Bauch, ...) gegen mich selbst.

      Die Auswirkungen von Zorn sind meistens lose-lose Situationen. Niemand gewinnt dabei, weil zu viel Porzellan zerschlagen wird.

      Aber das Problem bleibt, der Zorn ist, je nach Temperament mal mehr, mal weniger, vorhanden. Glücklich der Mensch, der um sich Personen hat, die damit umgehen können, sich im Idealfall nicht betoffen fühlen. Es tut dem Zornigen oft sehr gut die Dinge heraus zu lassen, weil sie dann wirklich raus und (zumindest in meinem Fall) auch weg sind.
    • "Jacob d. S." schrieb:

      Noch einmal: nimm das Leben so an, wie es auf dich kommt.

      Du meinst selbst wenn daraus offensichtlich Dinge heraus resultieren können die man im Vorfeld schon als fatalen Fehler erkennt und eliminieren könnte bevor er sich auswirkt? Das halte ich ehrlich gesagt nicht für klug. Ein simples oder banales Beispiel wäre da z.B. antiautoritäre Erziehung bei Kindern denen keinerlei Grenzen gesetzt werden. Welches Ergebnis zieht dies später im Jugendalter nach sich? Genau man bekommt kleine Teufel die nicht nur den Eltern sondern auch der Gesellschaft keinen Respekt mehr zollen und jedem auf der Nase rumtanzen da sie meinen sich alles erlauben zu können. Für so ein Vergehen haben beide Teile der Eltern nicht nur die späteren Folgen sondern n.m.E. auch die Verantwortung für eine verkorkste Erziehung zu tragen. Die Folgen trägt in diesem Beispiel und überhaupt gerade im gesamten familiären Bereich nicht nur derjenige der sich fälschlicherweise durchgesetzt hat sondern alle.
      Wäre es wie tricky andeutet in so einem Fall Recht oder provokant gesagt sogar eine Pflicht zornig zu sein entgegen dem egoistischem Zorn, den ich auch in jedem Fall für falsch halte? Nun, dass Zorn hinterher negative Auswirkungen wie Stress und Ärger verursacht stimmt auch wie tricky bemerkt. Aber wo das kleinere Übel ist (Hinnahme der Gegebenheiten ohne Zorn, oder durchsetzen der Vorstellungen mit Zorn) muss man denke ich abwägen. Zorn vermeiden um jeden Preis ist aber glaube ich nicht der richtige Weg.

      Gruss
      Atze
      Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat. (Ellen White, Life Sketches, 1915,)
    • Atze schrieb:

      Wäre es wie tricky andeutet in so einem Fall Recht oder provokant gesagt sogar eine Pflicht zornig zu sein entgegen dem egoistischem Zorn, den ich auch in jedem Fall für falsch halte?
      Zorn, wenn es darum geht jemand anderen zu schützen oder für ihn einzustehen (siehe Jesus im Tempel, als er FÜR seinen Vater einsteht), ist berechtigt. Wenn ein Kind mißhandelt wird, wenn eine Frau zu Zwangsprostitution gezwungen wird, ... es gibt leider zu viele dieser Beispiele, aber DANN, meine ich, ist Zorn angebracht. Zorn auf die Sünde, Zorn auf dieses kaputte System in dem wir leben. Wer bei sowas nicht zornig wird, den halte ich eher für abartig als jemanden, den so etwas (wenn auch negativ) nicht berührt.
      Die Frage ist aber auch hier, was macht dieser berechtigte Zorn aus uns? Verblendet er uns nicht auch den Blick für den Sünder, den es zu retten gilt?

      Atze schrieb:

      Nun, dass Zorn hinterher negative Auswirkungen wie Stress und Ärger verursacht stimmt auch wie tricky bemerkt. Aber wo das kleinere Übel ist (Hinnahme der Gegebenheiten ohne Zorn, oder durchsetzen der Vorstellungen mit Zorn) muss man denke ich abwägen. Zorn vermeiden um jeden Preis ist aber glaube ich nicht der richtige Weg.
      Das Problem ist, dass Zorn, egal ob geäußert, oder nicht, immer Stress und Ärger verursacht. Wenn man's raus lässt, dann zerstört (oder beschädigt) man Beziehungen zu Menschen. Wenn man's nicht raus lässt, dann frißt es einen von innen auf, es rumort, es gärt immer wieder und wieder.

      Ein paar Strategien gegen den Zorn:

      -) In allem verlässt man sich darauf, dass es dem Gläubigen zum Guten dient (Röm 8,28 ), so kann man ruhig werden, auch in Situationen, die einen rasend machen
      -) Gott ist der Rächer, ich verlasse mich auf sein Urteil, sein Handeln zur richtigen Zeit
      -) Geregeltes Artikulieren von Zornausbrüchen. In der Situation mache ich meine Umgebung darauf aufmerksam, dass ich innerlich koche. Mit einer Ich Botschaft! (so in etwa: "Leute, geht mir besser aus dem Weg, ich bin wegen .... so angefressen, dass ich ... :cursing: ). Im Idealfall nehmen dich deine nahen Bekannten und Verwandten dann einfach nicht so ernst wie normal. Und im Nachhinein betrachtet ist das auch gut so.

      Glücklich der Mensch, der nicht immer ernst genommen wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von tricky ()

    • tricky schrieb:


      Atze schrieb:


      Ein paar Strategien gegen den Zorn:

      -) In allem verlässt man sich darauf, dass es dem Gläubigen zum Guten dient (Röm 8,28 ), kann man ruhig werden, auch in Situationen, die einen rasend machen
      -) Gott ist der Rächer, ich verlasse mich auf sein Urteil, sein Handeln zur richtigen Zeit



      So z.B wird ein Kind vergewaltigt, dann ist es vielleicht schwer hier zu erkennen was zum Guten dient. Doch Gott ist der Rächer nicht wir. Das ist das Schöne daran.
    • Zorn Missgunst, Neid, Hass, das alles kommt von der Verbindung die wir uns gedanklich machen können, durch den Teufel. Man kann die Wellenlänge des Teufels anpeilen und dann bekommt man auch eine Antwort, nämlich immer wieder zornig zu werden, oder verhasster,z.B.



      Aber wenn wir in der Liebe bleiben, hat kein Teufel Macht über uns.

      Was den Menschen manchmal fehlt, ist Gelassenheit. :thumbsup:
    • Meines Erachtens kann man, so man zornig ist, auch fragen, ob es ein völlig zerstörerischer Zorn ist. Wenn Gott das Leben ist, dann der Wille zu völlig Zerstörung nicht seine Natur, sondern etwas anderes. Auch gibt es ganz verschiedene Grade von Zorn, und sicher stellt sich darunter nicht jeder dasselbe vor.

      Die Frage bleibt immer wieder zu beantworten, woher ein gerade empfundener Zorn kommt.

      Grüße
      Daniels
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19
    • ...woher kann ein Zorn kommen?

      Ich denke jeder Zorn kommt von der unmittelbaren Schnellverbindung mit Satan. Man muß lernen sich beherrschen können, damit man nicht von den superschnellen einflüsterungen des Teufels überrannt wird, denn er sieht schon lange im Vorraus wie wir auf etwas reagieren werden. Und dann steht er neben uns in schürt das Feuer. Und schon rasten wir aus. :bääh:
    • Atze schrieb:

      Du meinst selbst wenn daraus offensichtlich Dinge heraus resultieren können die man im Vorfeld schon als fatalen Fehler erkennt und eliminieren könnte bevor er sich auswirkt? Das halte ich ehrlich gesagt nicht für klug. Ein simples oder banales Beispiel wäre da z.B. antiautoritäre Erziehung bei Kindern denen keinerlei Grenzen gesetzt werden. Welches Ergebnis zieht dies später im Jugendalter nach sich? Genau man bekommt kleine Teufel die nicht nur den Eltern sondern auch der Gesellschaft keinen Respekt mehr zollen und jedem auf der Nase rumtanzen da sie meinen sich alles erlauben zu können. Für so ein Vergehen haben beide Teile der Eltern nicht nur die späteren Folgen sondern n.m.E. auch die Verantwortung für eine verkorkste Erziehung zu tragen.
      Dieser Schluss ist fragwürdig.

      Ich denke, wir erziehen Kinder über die positiven Grenzen. Nicht darüber was sie lassen sollen oder wie sie sich verhalten müssen.
      (das leben wir sowieso vor)

      Positive Grenzen sind:

      Respekt vor dem Kind,
      Dinge nicht erlauben aus nachvollziehbarer Sorge um die körperliche und geistige Gesundheit,
      Kinder fördern und fordern,
      Erklären, ermutigen, loben.....

      Die "antiautoritäre" Erziehung ist keine Beziehung zum Kind.
      Das Kind hat nicht das Gefühl "gehalten" zu werden.
      Menschen, die beziehungsfähig sind und sich bewusst für Kinder entscheiden sind nicht in der Lage Kinder so zu vernachlässigen.
      "Schwache Eltern machen wütend!"
      Es ist diese Vernachlässigung, die diese Kinder aggressiv macht.
    • "Gläubige Partner sollten natürlich beide den Willen Gottes im
      Vordergrund sehen und danach Entscheidungen treffen, wobei ich hier den
      essentiellen Grund sehe warum immer Männer die Entscheidungsgewalt haben
      sollten. Denn die Männer können viel rationeller denken während die
      Frau immer zu gefühlsorientiert entscheidet was aber häufig entgegen dem
      Familienwohl ist. "

      Hallo Schreiber, denkst du das wirklich so?
      ...Bei mir bekommst du dafür 100 von 100 möglichen "DAS GEHT GAR NICHT" Punkten!!!!!!
    • henriette89 schrieb:

      "Gläubige Partner sollten natürlich beide den Willen Gottes im
      Vordergrund sehen und danach Entscheidungen treffen,

      Das sehe ich auch so. Vorausgesetzt ist natürlich, dass man den Willen Gottes auch kennt. Einem Nicht-Gott-Gläubigen mit diesem Tipp zu kommen, ist wahrscheinlich eher unangebracht.
      Der Gottgläubige kennt den Willen Gottes und weiß, dass er zu NIEMANDES Schaden entscheidet, wenn er die Richtlinien Gottes einhält. Von daher sehe ich keinen Grund, Gottes Maßstäbe bei der Erziehung - wie bei allen anderen Entscheidungen - ausklammern zu müssen/wollen/sollen.


      wobei ich hier den
      essentiellen Grund sehe warum immer Männer die Entscheidungsgewalt haben
      sollten. Denn die Männer können viel rationeller denken während die
      Frau immer zu gefühlsorientiert entscheidet was aber häufig entgegen dem
      Familienwohl ist. "
      Das mag ein Klischee der alten Zeit gewesen sein, dass das IMMER so sein sollte. Viele alleinerziehende Mütter beweisen heute, dass sie nicht nur gefühlsorientiert entscheiden. Wobei ich das Gefühl einschalten gar nicht so schlecht bewerten will. Gefühl gehört einfach zur zwischenmenschlichen Beziehung. Nicht nur in der Kindererziehung. Natürlich kann man den Begriff "Gefühl" jetzt wieder zerpflücken um eigene Thesen zu bekräftigen. Da tut Ausgewogenheit gut.


      henriette89 schrieb:

      Hallo Schreiber, denkst du das wirklich so?
      ...Bei mir bekommst du dafür 100 von 100 möglichen "DAS GEHT GAR NICHT" Punkten!!!!!!
      Sehe ich nicht ganz so. Dem Schreiber sei aber der Tipp gegeben: Mit Worten wie "IMMER" und "NIE" sollte man vorsichtig umgehen. Sie verzerren leider sehr oft die Realität.

      ***
    • Auf die Frage: Ist Zorn immer vom Teufel muss man die klare Antwort NEIN zulassen! Warum?

      Weil Zorn eine Empfindung ist, die der Mensch einfach hat. Der eine mehr, der andere weniger. Zornig oder erzürnt sein, diese Erfahrung hat sicher jeder Mensch schon mal gemacht. Es ist die Reaktion oder Reflexion auf Erlebtes. Ich sehe das nicht als vom Teufel kommend. Auch Kleinkinder, ja sogar Tiere können zornig sein. Zorn hat viele Ursachen. Vom Wehren bis zum Macht durchsetzen ist da alles drin.

      Auch Gott ist/war zornig! Kann Gott vom Teufel übermannt werden? Diese Frage gilt natürlich nur Gottgläubigen.

      Die Bibel zeigt uns, dass Zorn nicht verkehrt sein muss. Allerdings sollte diese Regung nicht gehegt und gepflegt werden. Normaler Weise ebbt der Zorn nach einiger Zeit von selbst ab, wenn man ihn nicht mit entsprechenden Gedanken nährt.

      Die Bibel zeigt uns in Epheser 4:26, 27: "Seid erzürnt, und doch sündigt nicht; laßt die Sonne nicht über eurer gereizten Stimmung untergehen, auch gebt dem Teufel nicht Raum."

      Nicht der Zorn gibt dem Teufel Raum, sondern das Nähren des Zorns. Auch hier muss natürlich abgewogen werden, WARUM jemand zornig ist.

      Ich denke, dass dieser Bibeltext schon etwas an sich hat, was man überdenken sollte. Es liegt in unserer Hand, wie wir mit Zorn umgehen. Vergebung, Nachsicht und Rücksicht hilft sehr, dem Zorn keinen übergebühlichen Raum zu geben. Das sollte dem Mensch ohne psychischen Schaden möglich sein.

      Gedanken wie "Wie man in den Wald hinein ruft, ertönt es zurück" oder "Wie du mir, so ich dir" oder "Weil du so... mach ich auch...." sind Gedanken, die den Zorn pflegen, statt durch positive Gedanken und Handlungen abebnen zu lassen.

      ***