Adventisten sind selbstkritisch

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    • Baptist schrieb:

      Adventisten empfehlen den Dienst an der Waffe nicht sondern höchstens als Sanitäter, aber der Dienst an der Waffe ist nicht in unserem Glauben vertretbar (meine Überzeugung)
      Das stimmt einfach nicht, informiere Dich bitte einmal wie viele US-amerikanische Adventisten im Militär und dort auch in höchsten Rängen sind. Pazifismus ist in Deutschland (auch in der Gemeinde) ausgesprochen überrepräsentiert.
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • HeimoW schrieb:

      Das stimmt einfach nicht, informiere Dich bitte einmal wie viele US-amerikanische Adventisten im Militär und dort auch in höchsten Rängen sind. Pazifismus ist in Deutschland (auch in der Gemeinde) ausgesprochen überrepräsentiert.


      Ja Heimo das stimmt, das ist sehr bedauerlich dass dort so viele als STA tätig sind.
      Zum generellen keine Waffe ist ja nicht meine Meinung sondern ich sage nur was Jesus sagt.
      Sonst bist du da so pingelig und lässt nichts und niemand anderes gelten aber auf einmal soll es ein Argument sein weil die Amis zur Waffe greifen?

      Wenn Jesu Beispiel überrepräsentiert ist dann ist es gut so.
      Leider nehmen sich viel zu viele STAs die die Waffe in der Hand haben kein Beispiel an Jesus.
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1
    • Ich verstehe Jesus nicht so, dass er uns verbietet Soldat zu sein. Daher würde ich meinen Brüdern, die Soldaten sind, nicht das Christsein absprechen. Ich habe mich aber nur dazu geäußert, dass Du geschrieben hast: "Adventisten empfehlen den Dienst an der Waffe nicht sondern ...". Das mag für Deutschland (und Österreich) gelten, aber nicht für Adventisten im Allgemeinen.
      Liebe Grüße, Heimo
    • BWgter schrieb:

      Aber wenn meine Gemeinde im Jahr 1942 einen Beschluss gefasst hat, Familie Goldberg auszuschließen, nur weil sie jüdische Wurzeln hat, und der Beschluss bis heute gültig ist, dann möchte ich, dass meine Gemeinde HEUTE den Beschluss zurücknimmt, Familie Goldberg rehabilitiert wird und wir feststellen, dass das Unrecht war. Dem, was uns bekannt ist, müssen wir uns als Verantwortungsträger stellen.

      Ich bezweifle nicht, dass es viele solcher Fälle gegeben hat. Und es ist beschämend, dass sich Christen/Adventisten so benommen haben.
      Das kann man weder zurücknehmen, noch jemanden rehabilitieren noch sonstwie "gut machen". Man kann NUR in so einem Falle selbst anders handeln. Alles andere ist "Betroffenheits-Theater" in meinen Augen jedenfalls. Das mag zwar heute unter "political correctness" fallen ist aber ziemlich absurd, 70-80 Jahre nach den Vorgängen. Wie weit wollen wir zurückgehen und uns für unsere Vorfahren entschuldigen, bis in den 30jährigen Krieg? oder bis zu Adam und Eva?
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • HeimoW schrieb:

      Das mag für Deutschland (und Österreich) gelten, aber nicht für Adventisten im Allgemeinen.


      ich spreche niemandem das Christ sein ab ich empfinde es und sehe es allerdings als Fehler an ja.

      Soweit ich ein Dokument von der GK in Erinnerung habe wird das Dienst an der Waffe nicht empfohlen sondern empfohlen Humanitär sprich als Sanitäter aktiv zu sein.

      Sollte die GK den Dienst an der Waffe empfehlen müsste mir das erst mal jemand beweisen.
      Bis dahin gilt für mich Jesu Wort der Warnung dass wer zur Waffe greift mit der Waffe umkommt.
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1
    • Baptist schrieb:

      Sollte die GK den Dienst an der Waffe empfehlen müsste mir das erst mal jemand beweisen.
      Bis dahin gilt für mich Jesu Wort der Warnung dass wer zur Waffe greift mit der Waffe umkommt.
      Wenn Du das Wort Jesu so verstehst, dass Du kein Soldat sein kannst - dann ist ziemlich egal, was die GK empfiehlt. Für Dich gilt zu Recht Dein Gewissen.
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • 10Veith2010 schrieb:

      Adventisten sind selbstkritisch

      Ich finde es gut, dass Adventisten selbstkritisch sind und sich auch nicht davor scheuen Fragen wie "Adventgemeinde und Nationalsozialismus [...]

      Dieser Satz ist leider historisch so nicht war.

      Wer die Adventgeschichte kennt wird zu dem Schluß gekommen sein, dass wir historisch/chronologisch wahrscheinlich die Letzten unter den Groß- und Freikirchen waren/sind die sich mit diesem Thema überhaupt befasst haben...

      Angefangen hat dies bei uns erst 2005(!) im deutschsprachigem Raum:
      advent-verlag.de/adventecho/ne…20Nationalsozialismus.pdf

      Geholfen haben dies späten Stellungnahmen wahrscheinlich keinem der Überlebenden wie @BWgter: schon vermutet hat...

      franz

      PS: @10Veith2010: Dein Thread-Titel ist beachtlich irreführend...

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • Lieber @Baptist:, Lieber @HeimoW: und Andere:
      Ihr kommt mir sehr schnell vom Nationalsozialismus-Thema zu Waffenbedienung & Wehrdienst...

      Gehören diese Themen nicht gedanklich (und auch beitragsmäßig) eher getrennt?

      Liebe Grüße,
      franz
      .

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • John Q. Public schrieb:

      Lieber @Baptist:, Lieber @HeimoW: und Andere:
      Ihr kommt mir sehr schnell vom Nationalsozialismus-Thema zu Waffenbedienung & Wehrdienst...

      Gehören diese Themen nicht gedanklich (und auch beitragsmäßig) eher getrennt?
      .


      Ja, zumal wir es schon ausgiebig diskutiert haben...
      ...aber ich denke wir sind schon fertig - die Argumente sind bekannt.
      Liebe Grüße, Heimo
    • dann zurück zum eigentlichen Thema:

      HeimoW schrieb:

      Ich finde diese Selbstbezichtigungen allgemein (nicht nur in der Gemeinde) ziemlich entbehrlich.
      Schuld ist (ebenso wie "gute Taten") individuell / persönlich.


      Ich finde es naiv und verharmlosend, die entsetzlichen Auswirkungen des Nationalsozialismus auf individuelles Fehlverhalten einzelner zu reduzieren. Es ist doch historisch unstrittig, dass gezielte gesteuerte gesellschaftspolitische Kräfte mit tatkräftiger Unterstützung mehrerer Industrieunternehmen unter Ausnützung von wirtschaftlichen Notlagen für diese "Massenhypnose" verantwortlich waren. Und genau aus diesem Grund finde ich es positiv, dass Organisationen und Kirchen selbstkritisch untersuchen, inwieweit sie sich diesem mächtigen gesellschaftlichen Druck und den brutalen Zwängen dieser Politik nicht entziehen konnten. Den eigentliche Nutzen der postulierten Schuldbekenntnisse besteht in einer wertvollen Bildungsarbeit für unsere nächsten Generationen. In diesem Sinn habe ich auch die Erklärung der Vorsteher der Adventgemeinde aus Deutschland und Österreich verstanden, nämlich als Mahnung für die Zukunft

      HeimoW schrieb:

      Alles andere ist "Betroffenheits-Theater" in meinen Augen jedenfalls. Das mag zwar heute unter "political correctness" fallen ist aber ziemlich absurd, 70-80 Jahre nach den Vorgängen.


      Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und Erwähnen von schuldhaften Verhalten als "Betroffenheits- Theater" abzuqualifizieren empfinde ich als eine blanke Verhöhnung dieser Menschen. (dieser Begriff findet sich nahezu ausschließlich in rechtsradikalen Publikationen) Es geht ja dabei nicht nur um ein Bedauern, noch weniger um fromme Entschuldigungen für das Verhalten früherer Generationen, sondern vielmehr um die besonders in unserer Zeit aktuelle Botschaft wie sie auf dem Felsbrocken aus dem KZ Mauthausen vor dem Geburtshaus Adolf Hitlers in Braunau (in der Nähe von Bogenhofen) zu lesen ist: "für Freiheit, Frieden und Demokratie. Nie wieder Faschismus, Millionen Tote mahnen." Der Einsatz für diese Ziele durch Gedenkveranstaltungen mit Hinweisen auf typisches Fehlverhalten aus dieser Zeit möchte ich nicht mit dem Begriff "politcal correctness" oder "absurd" abqualifizieren sondern ich sehe darin eine notwendige Christenpflicht, die auch 80 Jahre nach diesen Vorgängen offensichtlich notwendig ist, wenn man aktuelle politische Entwicklungen in Randbereichen kritisch verfolgt.

      mit lieben Grüßen
      conradi
      mit lieben Grüßen
      conradi

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von conradi ()

    • conradi schrieb:

      Ich finde es naiv und verharmlosend, die entsetzlichen Auswirkungen des Nationalsozialismus auf individuelles Fehlverhalten einzelner zu reduzieren.
      Und dennoch denke ich, dass es die Auswirkung einzelner war. Wenn diese Einzelnen gesamt gesehen auch eine Masse ergeben. Ich empfinde es genau so übel, jemandem Schuld aufzuladen, nur weil er in damaliger Zeit gelebt und der Kirche angehört hat. Wir wissen einfach nicht, WER dieses Greuel wirklich unterstützt und befürwortet hat. Gott ist der Richter. ER wird den Einzelnen be- und verurteilen, und nicht die Kirche im Kollektiv. Harmlos ist das Geschehen so oder so nicht. Egal, wie viele Menschen es - aus den verschiedensten Gründen - unterstützt haben. Nur nützt dieses "mea culpa" stellvertretend für unsere Vorfahren nicht wirklich etwas. Wir müssen nach vor schauen, und darauf achten, dass soetwas - egal in welcher Form - nicht wieder passiert ohne das Vergangene zu verharmlosen. Das tat hier niemand.


      Es ist doch historisch unstrittig, dass gezielte gesteuerte gesellschaftspolitische Kräfte mit tatkräftiger Unterstützung mehrerer Industrieunternehmen unter Ausnützung von wirtschaftlichen Notlagen für diese "Massenhypnose" verantwortlich waren. Und genau aus diesem Grund finde ich es positiv, dass Organisationen und Kirchen selbstkritisch untersuchen, inwieweit sie sich diesem mächtigen gesellschaftlichen Druck und den brutalen Zwängen dieser Politik nicht entziehen konnten.
      Besser wäre, sich vermehrt den Aussagen der Bibel zu widmen und sich so im Glauben zu stärken, damit der Einzelen - und da jetzt wirklich jeder Einzelne - in in unserer weltweiten Kirche auf Grund seines Glaubens und seines Gewissens richtige Entscheidungen - trotz brutaler Zwänge - treffen kann? Das Auseinandersetzen mit der Vergangenheit ist OK, muss aber auch mal ein Ende finden. Wir leben nicht im Rückwärtsschritt, sondern auf dem Weg in die Zukunft. Wir, der Großteil der heutigen Adventisten, haben weder eine Vorstellung davon, was damals wirklich alles abgelaufen ist, noch haben wir durch das Versagen unserer Vorfahren eine Schuld auf uns geladen. Von daher denke ich:
      Es ist gut, dass wir darüber informiert wurden. Es ist gut, dass wir als Kirche den Vorsatz gefasst haben, so etwas nicht mehr zuzulassen. Aber es ist besser, sich von Gott und seinem Wort so schulen zu lassen, dass wir aus eigenem Antrieb, aus eigener Überzeugung Gott die Treue halten, wenn so sein soll, bis in den Tod, als uns mit den Greueltaten Herz und Hirn zu zu schütten. Angst, Abneigung und Entsetzen mag uns vom Befürworten solcher Greuentaten abhalten. Standhaft sein, können wir nur mit Jesus. Will sagen. Die Angst lähmt. So hält man sich wahrscheinlich von vielem Fern. Angst lähmt aber auch in die andere Richtung, wenn der Druck zu groß wird. Da hilft dann nur noch das tiefe unerschütterliche Vertrauen in Gott. Wenn wir die Zeit heute der Herzensschulung durch Christus, dem Wort Gottes widmen, dann haben wir die größten Chancen, als Kirche standhaft zu bleiben. Und wir ersparen den nächsten Generationen, dass sie sich unsere Schuld umhängen lassen müssen.



      Den eigentliche Nutzen der postulierten Schuldbekenntnisse besteht in einer wertvollen Bildungsarbeit für unsere nächsten Generationen. In diesem Sinn habe ich auch die Erklärung der Vorsteher der Adventgemeinde aus Deutschland und Österreich verstanden, nämlich als Mahnung für die Zukunft
      Auch hier sehe ich eine gute Erziehung im Sinne Gottes besser, als ständig in der Vergangenheit zu graben. Du sprichst die aktuelle politische Entwicklungen in Randbereichen an. Auch diesen Menschen wurde auf dem Bildungsweg der Wahnsinn der Vergangenheit gezeigt. Die Herzensbildung aber hat in den meisten Fällen versagt. Nur so ist es möglich, dass diese Greueltaten samt den dafür Verantwortlichen von vielen der heutigen Generation - die ja nicht wirklich eine Vorstellung davon haben, was da alles abgelaufen ist - verherrlicht werden.

      Wenn wir also die heutige Generation nicht wieder zu Christus bewegen/führen und ihnen den göttlichen Maßstab nicht beibringen wollen, haben wir erst recht wieder versagt. Weil das Herz, die Einstellung der heutigen Generation in die falsche Richtung geführt wird. Wenn du beobachtest, wirst du erkennen (müssen) dass die Kirche von den "Volksvertretern" geschwächt und teilweise ausgeklammert wird. Warum sieht man da so stille zu? Es ist ein Anfang, dass es zu den nächsten Greueltaten führt. Aber davon will man ja noch nichts wissen. Wir, als Volk hoffieren eigentlich fast alles, was nicht für, sondern gegen Christus ist und erwarten uns von unserem "Tolerieren" den Frieden, das Abkehren vom Bösen?

      Wir haben wahrlich heute genug zu tun, um das Herz der Menschen mit der Botschaft Christi zu erreichen. Und ich halte dies für weit wichtiger, als in der Vergangenheit zu wühlen. Mit dem Wühlen in der Vergangenheit liefern wir "fehlgesteuerten" Menschen mitunter Ideen zur Grausamkeit. Mit der Herzensbildung durch Gottes Wort tragen wir mitunter zu einem Umdenken bei. Sicher nicht bei jedem. Aber gerade die heutige Jugend sucht nach Perspektiven. Warum diese aus dem Versagen der Vergangenheit liefern? Selbst den Angehörigen der Opfer kann durch Christus mehr geholfen wrden, als mit Bedauern. Vergeben lernen ist eine große Hilfe für diese Menschen.

      Ich verstehe und bin ganz deiner Meinung, dass wir diese Greueltaten nicht verharmlosen dürfen. Aber wir müssen uns auch nicht für die Fehler unserer Vorfahren ein Leben lang selbst geißeln.

      "Für Freiheit, Frieden und Demokratie", wie kann das eher erreicht werden? Durch hinführen zu Christus, oder durch wühlen (und ständiger Schuldgefühle aufladen wollen) in der Vergangenheit? Wohin das Wühlen in der Vergangenheit und dem Land/der Kirche eine Kollektivschuld aufhalsen wollen, für die wir heute noch büßen sollen, zeigt uns doch die Entwicklung und die Gegenwart deutlich.

      ***
    • conradi schrieb:

      dann zurück zum eigentlichen Thema:

      HeimoW schrieb:

      Ich finde diese Selbstbezichtigungen allgemein (nicht nur in der Gemeinde) ziemlich entbehrlich.
      Schuld ist (ebenso wie "gute Taten") individuell / persönlich.

      HeimoW schrieb:

      Alles andere ist "Betroffenheits-Theater" in meinen Augen jedenfalls. Das mag zwar heute unter "political correctness" fallen ist aber ziemlich absurd, 70-80 Jahre nach den Vorgängen.


      Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und Erwähnen von schuldhaften Verhalten als "Betroffenheits- Theater" abzuqualifizieren empfinde ich als eine blanke Verhöhnung dieser Menschen. (dieser Begriff findet sich nahezu ausschließlich in rechtsradikalen Publikationen) ...

      Du reisst meinen Text auseinander und gibst ihm eine andere Bedeutung.
      Ich habe NICHT vom Opfergedenken gesprochen, das selbstverständlich notwendig und sinnvoll ist. Ich sprach von "Rehabilitation" - was hat ein Toter von "Rehabilitation"? Ich sprach von "Schuldbekenntnis" derer die (schon aus Altersgründen) nicht beteiligt waren und daher keinen persönlichen Bezug dazu haben. Das ist "billig" die Schuld anderer Generationen zu bekennen, solange es nicht auch die eigene Schuld (die Schuld der eigenen Generation) ist (wie bei Daniel). Wir müssen uns unseren eigenen Sünden und Fehlern stellen, nicht denen unserer Väter- und Großvätergeneration.
      Ich habe auch keinerlei Vorbehalte gegen Denkmäler oder mahnende Inschriften (noch solche geäussert).

      Ebenso habe ich ausdrücklich auch das durchaus kritische Buch von Hartlapp sehr empfohlen.

      Mir Nähe zum Rechtsradikalismus, aufgrund eines verkürzten und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitats zu unterstellen, ist unverschämt. Aber genau das ist die übliche Methode: wer nicht mitmacht bei dem von "political corrrectness" geprägten Betroffenheitstheater, der wird als rechtsradikal verunglimpft.
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • @heimo
      Ich glaube deinen Beitrag durchaus verstanden zu haben und habe dir auch nicht persönlich eine Nähe zum Rechtsradikalismus unterstellt, Ich habe nur darauf hingewiesen in welchen Kreisen der Begriff "Betroffenheitstheater" verwendet wird, und dort richtet er sich primär gegen Gedenkveranstaltungen. Ich bin daher der Meinung dass dieser Begriff, der in öffentlichen Diskussionen sofort diese Assoziationen auslöst, in solch sensiblen Themenstellungen vorsichtiger gebraucht werden soll, und er überdeckt meiner Ansicht gravierend die vielen positiven Hinweise in deinem Beitrag.

      Die Frage der Auseinandersetzung mit dem Verhalten unserer vorangegangenen Generationen sehe ich unter dem Blickwinkel von 2. Mose 20,5 anders, der Text gibt einen eindeutigen Hinweis, sich mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen:

      "Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen; und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten."

      Dieser Text spricht meiner Meinung weniger vom Fehlverhalten einzelner, sondern die Pluralform "die Väter" sehe ich als Hinweis, dass es sich dabei sehr wohl auch um das nachdenken über die Fehler von Organisationen bis hin zu Staaten handelt, im Alten Testament am Beispiel der Zerstörung von Jerusalem und die Verbannung nach Babylon sehr plausibel darzustellen. Daher halte ich es nicht für richtig, alles auf die individuelle Schuld einzelner zu reduzieren.

      Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach nicht entbehrlich, wenn die Vorsteher der Gemeinde das Fehlverhalten in dieser Zeit ehrlich darstellen, ich finde dabei sollte eben nicht unbedingt das Fehlverhalten einzelner immer wieder an den Pranger gestellt werden, dass halte ich genauso wenig für sinnvoll, und dient nicht der Sache, sondern jene Faktoren untersucht werden, die ein solches Fehlverhalten innerhalb der Gemeinde begünstigt und ermöglicht hat. Das sehe ich auch als Grundlage für die Verheißung in 2. Mose 5, 20, die Gott als Hoffnung am ende dieses Verses in Aussicht stellt.

      mit lieben grüßen
      conradi
      mit lieben Grüßen
      conradi
    • ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen

      John Q. Public schrieb:


      Dein Thread-Titel ist beachtlich irreführend...
      Dann habe ich mich mit der Annahme, die Adventisten seien selbstkritisch und würden sich selbst reflektieren und weiterentwickeln, wohl getäuscht. Ich hatte zwar schon den Eindruck, das das "Negative" in den Gemeinden ignoriert wird, Kritiker und vermeintliche Sünder geschnitten werden, aber ich wusste nicht, dass die Glaubenslehre der Adventisten so fest zementiert ist, dass sie Angst davor hat, sich mit der Realität und der Wahrheit auseinander zu setzen und dies einfach verdrängen. Das das Thema Nationalsozialismus und Rassenlehre, ein so wichtiges Thema in der Adventgeschichte 60 Jahre lang komplett verdrängt wurde, ist unverständlich. Jesus Christus hatte sich nie gescheut, auf den "wunden Punkt" zu zeigen, menschliches Versagen anzusprechen (z.B. die 3fache Verleugnung des Petrus vor dem Hahnenschrei. Markus 14,30:
      Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen). Wenn man die unbequeme unbewältigte Vergangenheit "in den Keller" verdrängt, fängt sie an "zu faulen" und holt einen früher oder später um so schmerzlicher ein. Das Thema Christsein und Nationalsozialismus wird anhand des Beispiels eines Priesters im Film "Der neunte Tag" gut verarbeitet. Es wird in dem Film auch die Logik des dargestellten Untersturmbannführers dargestellt, der sein lebendiges Christsein mit dem Nationalsozialismus dahin gehend verbunden hat, indem er "das Judentum durch Jesus Christus endgültig überwunden habe", so heisst es im Film, der von jedem Netznutzer kostenlos bei Youtube angeschaut werden kann.:
      youtube.com/watch?v=0my4ud4bieI

      Aber vielen Dank an John Q. Public für den *.pdf-Link. Daniel Heinz Leiter des Historischen Archivs der SiebentenTags-Adventisten in Europa (Friedensau) hatte vor sieben Jahren im Adventecho Extra Nr. 5/2005 einen Artikel zum Thema verfasst. Herr Heinz hat sich an einer Uni promoviert, ich weiss aber nicht an welcher Fakultät, in welchem Fachgebiet, vermutlich an der historischen Fakultät (Historiker).
      advent-verlag.de/adventecho/ne…20Nationalsozialismus.pdf

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 10Veith2010 ()

    • 10Veith2010 schrieb:

      Dann habe ich mich mit der Annahme, die Adventisten seien selbstkritisch und würden sich selbst reflektieren und weiterentwickeln, wohl getäuscht


      Ähm, ne hast du dich nicht nur was bedeutet das denn was du geschrieben hast bzw. was von vielen Seiten immer wieder einfach so hingeklatscht wird?
      Mir kommts manchmal so vor als würde man erwarten dass man als Adventist aufgeschlossen ist und damit dann alles was Adventisten tun und glauben in Frage stellen muss, tut man dies nicht so ist man nicht fähig zur Selbstreflektion oder nicht selbstkritisch.

      Sorry Leute bei eurer stumpfen Logik steig ich echt mal aus, wer sich von Außen in die Gemeinde schmuggelt und seine Lehren breit treten möchte kann das tun (geschieht ja hier auch des öfteren) aber erwartet nicht dass die Gemeinde da einfach so blind mitmacht. Jeder von Außen hat den gleichen Anspruch die Gemeinde kritisieren zu können und zu dürfen das ist ok aber mit Gewalt werdet ihr die Gewissen von Adventisten nicht so einfach brechen denn wenn dies geschehen würde hätten wir ein Theologisches Durcheinander und eine Glaubensliberalität die an nichts mehr festhält nichtmal mehr an Christus selbst.

      Es gibt bereiche die flexibel sind aber die Glaubensgrundsätze haben wir nicht verfasst damit wir sie sofort wieder in Frage stellen und am besten überhaupt nicht ernst nehmen sollten.
      Entweder denk ich da zu naiv oder ihr da allgemein zu kompliziert.


      Gibts hier eigentlich überhaupt noch jemanden der gern Adventist ist und sich nicht für seinen Glauben rechtfertigen und entschuldigen muss?
      Aber ich glaube es wäre für mich auch einfacher meine eigene Suppe zu kochen und mit meiner Vorstellung dann die Gemeinde zu kritisieren.
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1
    • Baptist schrieb:

      Gibts hier eigentlich überhaupt noch jemanden der gern Adventist ist und sich nicht für seinen Glauben rechtfertigen und entschuldigen muss?
      Aber ich glaube es wäre für mich auch einfacher meine eigene Suppe zu kochen und mit meiner Vorstellung dann die Gemeinde zu kritisieren.
      Ja, ich bin gerne und mit voller Überzeugung Adventist. Und ich glaube nicht, dass es für dich einfacher wäre, dein eigenes kritik-Süppchen zu kochen. Du würdest zu viele Gewissensbisse haben.

      Ich empfinde deine positive Einstellung zu deinem adventistischen Glauben, wie auch dessen Verteidigung sehr erfrischend.

      ***
    • Atze schrieb:

      Die Taufe bei uns STA schließt die Bejahung der (aller) Glaubenspunkte ein. Wenn man das offensichtlich nicht mehr tut frage ich mich immer warum man sich nicht eine andere Gemeinde sucht
      Zunächst Atze herzlichen Dank nfür das präzise Nen en der zwei EGW- Zitate.

      Dann ganz anderes : Ich erinnere mich zurück, in die Dreissigerjahre :Mein Vater hatte über seienen Schwiegervater die Connections, bei Geschäftsreisen nach Deutschland bei STA Quartier zu nehmen. Man war unter Geschwistern, friedlich, eines Glaubens. Und hinter vorgehaltener Hand wurde geflüstert, Hitler sei des Teufels, Deutschlands Untergang, die "Braune Pest".

      Nach dem WW II : Langsam konnten die Kontakte zur BRD wieder aufgenommen werden .Ach, waren Kongresse in Freundenstadt schön, auch, war es eine besodere Begegnung, vom Ausschuss der Gemeinde Düsseldorf zum Abendmahl eingeladen zu werden (gerade das war 1957 nicht selbstverständlich !) - - Von Stöger unt Witzig zusammen mit Ostapovics organisierte Ärztekongresse in Badgastein - - Man war nach unterschiedlicher Erfahrung verschiedener Meinung - na und ? Diesen Geist später in den vom DVG - .unter beträchtlcihem Einsatz von Berdn Wöhner in allen Bereichen weiterzuführen - gelang nicht ganz. Da trat immer mehr die Schwarz - Weiss - Spaltug bei diesen Tagungen zutage.

      Der Hamburger - Lüneburger Verlag hatte auf einmal keine profilierten Coautoren zu Schneiders Büchern ""Nütze die Heilkraft - - " mehr, man übersetzte lieber Autoren aus dem Heimatland von Eli Dietz. (Auch eine Art von Nepotismus !)

      Privat : Wir hatten Zwangsarbeiter aus dem Südosten, Böhmen und Dänemark Man war in Christo eins. Dazu Pflichtjahrmädchen aus dem Böhmerwalrd. Dazu kurzzeitig Umsiedler und Displaced Persons. Ach ja, Soldat Krammer vom Balkan auf Heimaturlaub Zwischenstop auf der Reise ins Rheinland. Naberts aus Hamburg - - - Gottesruhe, Sabbatstille - - wäre wohl die beste Überschrift für dieses Zusammnesein, den Mittelpunkt, das Ziel - mach`uns allesamt bereit Dir zum Dienst in Ewigkeit - -

      Die hätten sich über "alle Glaubenspunkte" alle sehr gewundert. Über das rabiate Vertreten einer neuen, reaktionären Rechtgläubigkeit und das Zurück in eine (Glaubens) Vergagenheit, welche es nie gab.

      Die Trendwende kam um 1970.

      Ich zähle bei der Gemeindeliste meiner Ortsgemeinde einmal durch ( - die Zwangsarbeiter fehlen , die Umsiedler ebenso)

      201 Glieder, 22 Abgänge aus eigenem, ein ( ! ) Ausschluss Da wurde gemeinsam um Bibelerkenntnis, deren Verwirklichuing im Leben und Verständis der Dinge, welche uns verheissen sind, gemeinsam gerungen. Nur Deine 28 Glaubenspunkte bei diesen zweihundert abzufragen - na, bloss nicht. Weder bei den im festen Glauben vor Jahrzehnten Verstorbenen und Gefalllenen, noch bei den Neugetauften vom Vorjahr.

      Ich habe - wie andere auch - einen "Altvertrag". ohne x oder y oder 28 Glaubenspunkte (wer weiss, vielleichtt sind es bald dreissig) Und besass vier "Gemeindehandbücher" im Lauf der Zeit.

      Ach ja, ein Ehepaar ging in eine und dann in noch eine andere Gemeinde, weil ihnen unsere zu "schlecht" war. Sie gingen ihren Weg - nein , nicht (nur) über Theologisches : Zuerst vegetarisch, dann vegan - jetzt sind sie Rohköstler. Und wären von dir begeistert.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von philoalexandrinus ()

    • philoalexandrinus schrieb:

      Und hinter vorgehaltener Hand wurde geflüstert, Hitler sei des Teufels, Deutschlands Untergang, die "Braune Pest".
      Ist es richtig, dass nachdem die STA und ReformSTA von Hitler verboten wurden, sich die STA auf einen Pakt mit Hitler - und damit mit dem Antichristen - eingelassen hatte(?) und 1936 alle Gebäude zurückbekamen und auch weiterhin Versammlungen durchführen konnten, im Gegensatz zu den Reform-Adventisten, die sich nach wie vor weigerten Kriegsdienst in Hitlers Wehrmacht zu leisten - und deshalb verfolgt und ins KZ gesperrt wurden?
    • Das ist mir völllig neu und scheint mir eher einer der vielen bösartigen RAubersg'schichten zu sein, welche manche in Umlauf bringen. Natürlich gab es eine iger Leute gweisse Nähe zum Nationalsozialismus : DIe Sittsamkeit, die STadtfeindschaft, dei Bodenstäöndigkeit, Vegetarier und Nichtraucher, unser "!Führer" - - und dann die sehr fragwürdige Gestalt der Hulda Jost.

      Und : Es hätten die Reform - STA eine weitere Waffe in der Hand - Nein, sie schwingen immer noch die aus 1914 (Tagunng in Friedensau, selbst erlebt) - -

      Und die lobhudelnden Kalederzettel, welche mir ebendiese Einrichtung bis heute vergraulten - mien VAter hatte stattdessen ein Pslamenandahtsbuch für alle 365 Tage des Jahres.

      Ich werde bei Hartlapp nachlesen - der ist präzise , halt nur ein sehr dickes Buch. Antwort kommt.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -