Zungenrede

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    • Hallo,

      ich würde gerne in einem neuen Thema die Zungenrede von der Bibel her untersuchen.Dazu würde ich gerne alle Textstellen zusammen tragen, die etwas mit dem Thema zu tun haben. Dann können wir sie nacheinander Vers für Vers besprechen. An dieser Stelle würde ich gerne auf das Pro und Kontra und persönliche Meinungen und Erlebnisse zur Zungenrede verzichten.

      Folgende Leitfragen sind für mich von Bedeutung:
      1. Was sagt die Bibel an Fakten über die Zungenrede - wie kann man sie charakterisieren ?
      2. Welche Hinweise geben Bibel-Lexika / Sprachschlüssel oder Bibelkommentare zu den einzelnen Texten?


      Lasst uns klar herausstellen,was die Bibel sagt. Schaffen wir es, erst einmal Fakten zu sammeln, ohne gleich zu interpretieren und uns an die Gurgel zu springen?

      Bitte verzichtet auf Sekundärliteratur über die Zungenrede.

      Ich habe in meinem Bibelstudium festgestellt, dass viel Sekundärliteratur ob für oder wider der Zungenrede sehr viel interpretiert und schlussfolgert und dabei zu Aussagen kommt, die so überhaupt nicht in der Bibel stehen. Ich würde es schön finden, wenn wir unsere Fragen alleine durch die Bibel beantworten können.


      Wenn wir erstmal die Fakten gesammelt haben, geht es wohl um folgende Fragen:
      1. Ist das Zungenreden "nur" ein Reden in Fremdsprachen oder ist es (auch) ein Reden in unverständlichen, nicht weltlichen Sprachen? Hat die Bibel eine klare Antwort?
      2. Ist die Zungenrede nur zu biblischen Zeiten von Bedeutung gewesen oder ist sie auch heute noch eine verfügbare und wichtige Geistesgabe ?
      3. Welchen Stellenwert unter den den anderen Gaben hat die Zungenrede?
      4. Welchen Zweck haben Gaben allgemein?
      5. Welchen Zweck hat die Zungenrede ?

      Gibt es noch weitere Leitfragen, die euch wichtig wären ?

      Bitte postet nicht gleich auf alle Fragen Antworten! Lasst uns Schritt für Schritt vorgehen:
      • Fragen und Bibelstellen zusammen tragen
      • Vers für Vers die Bibelstellen durchgehen
      • Fakten zusammen tragen
      • Aus den gewonnen Fakten Antworten auf unsere Fragen finden

      Ich bin gespannt !
    • dieGlückliche schrieb:

      Welche Hinweise geben Bibel-Lexika / Sprachschlüssel oder Bibelkommentare zu den einzelnen Texten?
      ...
      Bitte verzichtet auf Sekundärliteratur über die Zungenrede.
      Wie muss ich das verstehen? Bibelkommentare sind doch Sekundärliteratur?
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Ich denke folgende Bibelstellen kommen in Frage:

      Mk 16,17; Apg 2,4.11; 10,46; 1 Kor 12,10.28.30; 13,1; 14,2.4.5.6.13.18.22.23.26.27.39




      RevElB09:

      Mk 16,17
      Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;





      Apg 2,4
      Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.



      Apg 2,11
      Kreter und Araber — hören wir sie von den großen Taten Gottes in unseren Sprachen reden?



      Apg 10,46
      denn sie hörten sie in Sprachen reden und Gott erheben. Dann antwortete Petrus:



      1.Kor 12,10
      einem anderen aber Wunderwirkungen; einem anderen aber Weissagung, einem anderen aber Unterscheidungen der Geister; einem anderen Arten von Sprachen; einem anderen aber Auslegung der Sprachen.



      1.Kor 12,28
      Und die einen hat Gott in der Gemeinde eingesetzt erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer, sodann kräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen, Arten von Sprachen.



      1.Kor 12,30
      Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Legen alle aus?



      1.Kor 13,1
      Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel.



      1.Kor 14,2
      Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand versteht es, im Geist aber redet er Geheimnisse.


      1.Kor 14,4
      Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde.


      1.Kor 14,5
      Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen redet, mehr aber , dass ihr weissagt. Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange.


      1.Kor 14,6
      Jetzt aber, Brüder, wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede, was werde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch rede in Offenbarung oder in Erkenntnis oder in Weissagung oder in Lehre?



      1.Kor 14,13
      Darum, wer in einer Sprache redet, bete, dass er auslege!


      1.Kor 14,18
      Ich danke Gott, ich rede mehr in Sprachen als ihr alle.



      1.Kor 14,22
      Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen, nicht für die Glaubenden, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Glaubenden.



      1.Kor 14,23
      Wenn nun die ganze Gemeinde zusammenkommt und alle in Sprachen reden, und es kommen Unkundige oder Ungläubige herein, werden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?



      1.Kor 14,26
      Was ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprache, hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung.



      1.Kor 14,27
      Wenn nun jemand in einer Sprache redet, zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander, und einer lege aus.



      1.Kor 14,39
      Daher, Brüder, eifert danach, zu weissagen, und hindert das Reden in Sprachen nicht!

      Liebe Grüße, Heimo
    • Danke Heimo W !

      Zusätzlich schlage ich noch folgende Texte aus dem AT vor (nach Elberfelder):

      Apg.2,14

      14 Petrus aber stand auf mit den Elfen, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Männer von Judäa und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnt, dies sei euch kund, und hört auf meine Worte! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages7; 16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist:


      Joel 3, 1-2
      1 Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben1, eure jungen Männer werden Visionen sehen. 2 Und selbst über die Knechte und über die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen.

      1.Korinther 14,21
      21 Es steht im Gesetz geschrieben: "Ich will durch Leute mit fremder Sprache und durch Lippen Fremder zu diesem Volk reden, und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr." zitiert aus Jesaja:

      Jesaja 28,11-13
      11 Ja, durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volk reden, 12 er, der zu ihnen sprach: Das ist die Ruhe! Schafft Ruhe dem Erschöpften! Und das ist die Erquickung! Aber sie wollten nicht hören. 13 Und das Wort des HERRN für sie wird sein: Zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw, kaw la kaw8; hier ein wenig, da ein wenig; damit sie hingehen und rückwärts stürzen und zerschmettert werden, sich verstricken lassen und gefangen werden.
    • Hallo dieGlückliche,

      Apg.2,14

      14 Petrus aber stand auf mit den Elfen, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Männer von Judäa und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnt, dies sei euch kund, und hört auf meine Worte! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages7; 16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist:

      Joel 3, 1-2

      1 Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben1, eure jungen Männer werden Visionen sehen. 2 Und selbst über die Knechte und über die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen.
      Bitte schaue DIESEN Beitrag, wo ich meine Erklärung zu den Stellen gegeben habe.

      1.Korinther 14,21

      21 Es steht im Gesetz geschrieben: "Ich will durch Leute mit fremder Sprache und durch Lippen Fremder zu diesem Volk reden, und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr." zitiert aus Jesaja:

      Jesaja 28,11-13

      11 Ja, durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volk reden, 12 er, der zu ihnen sprach: Das ist die Ruhe! Schafft Ruhe dem Erschöpften! Und das ist die Erquickung! Aber sie wollten nicht hören. 13 Und das Wort des HERRN für sie wird sein: Zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw, kaw la kaw8; hier ein wenig, da ein wenig; damit sie hingehen und rückwärts stürzen und zerschmettert werden, sich verstricken lassen und gefangen werden.
      Ich würde dir raten, das Kapitel 28 von Jesaja vom Vers 1 beginnend zu lesen. Dort geht es gar nicht um die Zungenrede, sondern um den Missbrauch der Rauschgetränke durch Priester und Propheten. Ihre Aufgabe war, das Volk zu lehren. Diese allerdings konnten ihre ihnen auferlegte Aufgabe nicht erfüllen. Es wird beschrieben, welchen "Unsinn" diese besoffenen Lehrer von sich geben und dass Gott es verurteilt, weil es dadurch zu keiner Erkenntnis kommt:

      Jes 28.7 Und auch diese wanken vom Wein und taumeln vom Rauschtrank: Priester und Prophet wanken vom Rauschtrank, sind verwirrt vom Wein, taumeln vom Rauschtrank. Sie wanken beim Weissagen, torkeln beim Rechtsprechen. 28.8 Denn alle Tische sind voll Unflat [und] Erbrochenem, daß kein Platz mehr da ist. 28.9 Wen will er Erkenntnis lehren und wem die Botschaft verständlich machen? [Kindern], die von der Milch entwöhnt, die von den Brüsten abgesetzt sind? 28.10 Denn [er sagt]: Zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw, kaw la kaw, hier ein wenig, da ein wenig!

      Weil die Priester und Propheten nicht imstande waren, das Volk aufrichtig zu lehren, sagt Gott:

      Jes 28.11 Ja, durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volk reden

      Also wird Gott die Menschen aus anderen Völkern (mit anderen - verständlichen - Sprachen) dazu gebrauchen, das Volk Israel zurechtzuweisen. Denn weil die Israel-Lehrer keine verständliche Sprache von sich geben konnten, wird dies durch Lehrer aus Nationen nachgeholt (Wobei, auch dann würde das Volk Israel sie nicht hören). Und genau dieser Sachverhalt wird durch Paulus in 1Kor 14.21 aufgegriffen:

      1Kor 14.19 Aber in der Gemeinde will ich [lieber] fünf Worte mit meinem Verstand reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache.

      Es geht darum, eine für alle verständliche Sprache zu sprechen. Bezugnehmend auf Jes 28, sagt Paulus, dass Gott die Gabe der Sprache gegeben hat, damit andere Nationen, die kein "Korinthisch" konnten, durch Auslegung der Sprache den Inhalt trotzdem verstehen konnten.

      1Kor 14.21 Es steht im Gesetz geschrieben: `Ich will durch Leute mit fremder Sprache und durch Lippen Fremder zu diesem Volk reden

      "Zu diesem Volk reden" - eine klare, verständliche Sprache. Hier ist Parallelismus mit "Leute mit fremder Sprache" und "Lippen Fremder" gegeben. "Fremde" sind Menschen aus anderen Nationen, mit ihrer eigenen Sprache. "Durch Lippen Fremder" bedeutet das gleiche wie "Leute mit fremder Sprache" - also eine verständliche Sprache der Fremden (Nationen).
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jacob der Suchende ()

    • 1. Korinther 14,21 - Jesaja 28,11-13

      Danke Jacob der Suchende auch wenn du schon einiges vorweg gegriffen hast. Ich habe die Verse aus dem AT mit aufgenommen,da sie einen Bezug zu dem Thema haben. Sie werden ja im Zusammenhang mit der Zungenrede im NT zitiert, auch wenn in dem Jesaja Text nicht von der "Zungenrede" gesprochen wird.

      Ich gebe dir in weiten Teilen Recht, bis auf einige interpretative Aussagen, aber die können wir ja etwas später noch betrachten. Zuächst würde ich die Fakten zusammen tragen:

      1.Korinther 14,21

      21 Es steht im Gesetz geschrieben: "Ich will durch Leute mit fremder Sprache und durch Lippen Fremder zu diesem Volk reden, und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr." zitiert aus Jesaja:

      Jesaja 28,11-13

      11 Ja, durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volk reden, 12 er, der zu ihnen sprach: Das ist die Ruhe! Schafft Ruhe dem Erschöpften! Und das ist die Erquickung! Aber sie wollten nicht hören. 13 Und das Wort des HERRN für sie wird sein: Zaw la zaw, zaw la zaw, kaw la kaw, kaw la kaw8; hier ein wenig, da ein wenig; damit sie hingehen und rückwärts stürzen und zerschmettert werden, sich verstricken lassen und gefangen werden.
      • in dem Jesaja Text geht es nicht um die Zungenrede des NT, sondern um den Missbrauch der Rauschgetränke durch die Priester
      • Gott kündigt an, dass Fremde (also Heiden) zu ihnen sprechen und sie zurechtweisen werden, doch auch dann werden sie nicht auf Gott hören.
      Ich denke, der Sinn dieses Zitates erklärt Paulus in 1. Korinther 14,22:
      (...)Daher sind die Sprachen zu einem Zeichen, nicht für die Glaubenden, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Glaubenden.
      • Paulus will mit dem Zitat etwas über den Sinn der Zungenrede aussagen. Die Zungenrede sind ein Zeichen für die Ungläubigen und nach dem Jesaja Zitat zu schließen sind mit Ungläubigen speziell die Juden gemeint
      Denkbar ist aber auch die Sicht von Jacob, der das Zitat auf Paulus Aussage zwei Verse vorher bezieht:
      1.Korinther 14,19
      Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache.
      • Paulus könnte dieses Zitat auch verwendet haben, um deutlich zu machen, wie wichtig es ist in verständlicher Sprache in der Gemeinde zu sprechen[quote='Jacob der Suchende','index.php?page=Thread&postID=34493#post34493'] Bezugnehmend auf Jes 28, sagt Paulus, dass Gott die Gabe der Sprache gegeben hat, damit andere Nationen, die kein "Korinthisch" konnten, durch Auslegung der Sprache den Inhalt trotzdem verstehen konnten.[/quote]Diese Aussage von dir würde ich gerne erst mal unkommentiert lassen, da dieser Bezug, den du herstellst Interpretation ist und kein direkter Fakt aus dem Text ist. Wir könne aber bestimmt später noch darüber sprechen !
    • HeimoW schrieb:

      ich denke folgende Bibelstellen kommen in Frage:

      Mk 16,17; Apg 2,4.11; 10,46; 1 Kor 12,10.28.30; 13,1; 14,2.4.5.6.13.18.22.23.26.27.39
      Ich möchte darauf hinweisen, das es meiner Meinung nach wenig Sinn macht, NUR die einzelnen Textstellen zu nehmen und sich daraus etwas zu "basteln". Entscheidend ist der jeweilige Kontext der Verse. Ein erstes kleines Problem hat sich ja schon mit Jesaja 28 angedeutet (Beitrag #6). Aber auch bei den paulinischen Briefen ist der textliche Kontext enorm wichtig. Verse von Paulus aus dem Kontext gerissen sind "gefährlich". Übrigens fehlt in Heimos Auflistung Apostelgesichte 19,1-7

      Bibelstelle

      1 Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die höher gelegenen Gegenden durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und er fand einige Jünger 2 und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig geworden seid? Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist überhaupt da ist. 3 Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Paulus aber sprach: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft1, indem er dem Volk sagte, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm komme, das ist an Jesus. 5 Als sie es aber gehört hatten, ließen sie sich auf den Namen des Herrn Jesus taufen; 6 und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten. 7 Es waren aber insgesamt etwa zwölf Männer.


      Diese Stelle bietet eine wichtige Querverbindung zum 1.Korinther-Brief, den Paulus sehr wahrscheinlich in Ephesus geschrieben hat:

      Bibelstelle

      5 Ich werde aber zu euch kommen, wenn ich Mazedonien durchzogen habe. Denn Mazedonien durchziehe ich nur; 6 bei euch aber werde ich vielleicht bleiben oder auch überwintern, damit ihr mich geleitet, wohin ich auch reise; 7 denn ich will euch jetzt nicht im Vorbeigehen sehen, denn ich hoffe, einige Zeit bei euch zu bleiben, wenn der Herr es erlaubt. 8 Ich werde aber bis Pfingsten in Ephesus bleiben, 9 denn eine große und wirksame Tür ist mir geöffnet worden, und der Widersacher sind viele.


      Hierzu ist auch der vermutliche Ablauf der Besuche und Briefe des Paulus interessant, den ich einen Wikipedia-Artikel entnommen habe (ich hoffe ich verstoße damit gegen keine Regel ;)):

      Aus den Angaben in der Apostelgeschichte und den Korintherbriefen
      lässt sich der folgende Ablauf rekonstruieren. Durch eine in Korinth
      gefundene Inschrift bezüglich des Proconsuls Lucius Iunius Gallio lässt
      sich Apostelgeschichte 18,12 auf das Jahr 51 datieren.

      • 50–51 Entstehung der korinthischen Gemeinde und anderthalbjähriger Aufenthalt des Paulus in der Stadt (Apg 18,11ff.)
      • Nichterhaltener Brief des Paulus an die Korinther (1 Kor 5,9)
      • Antwort der Korinther (1 Kor 7,1)
      • Besuch der Leute der Chloe bei Paulus in Ephesus (1 Kor 1,11)
      • Entsendung des Timotheus nach Korinth (1 Kor 4,17)
      • Ankunft des Stephanus in Ephesus (1 Kor 16,17)
      • 54 oder 55 Abfassung des 1. Korintherbriefs in Ephesus
      • Erfolgloser Zwischenbesuch des Paulus in Korinth (2 Kor 2,1)
      • Rückreise des Paulus nach Ephesus
      • Zwischenbrief durch Titus überbracht (2 Kor 2,4)
      • Reise des Paulus nach Mazedonien und Troas (Apg 20,1–6, 2 Kor 2,12)
      • Zusammentreffen mit Titus (2 Kor 7,5–7)
      • 56 oder 57 Abfassung des 2. Korintherbriefs in Mazedonien
      • Durchführung der Kollekte durch Titus (2 Kor 8,16–24)
      • Beabsichtigter dritter Besuch des Paulus in Korinth (2 Kor 13,1)


      Weitere Fragen:
      • Besteht denn Konsens darüber, das es sich bei der Glossolalie in Apostelgeschichte 2 um die gleiche handelt wie im 1. Korinther 12-14?
      • Es ist Konsens dass der Schlüssel zur exegetisch-korrekten Auslegung von 1. Korinther 12-14 (und allen weiteren Glossolalie-Ereignissen, die sich chronologisch danach ereignet haben?) das Pfingstwunder aus Apostelgeschichte 2 ist?
      • Was spricht dafür, was spricht dagegen?
      Sollte es sich um die exakt gleiche Glossolalie handeln, dann sollte meiner Meinung nach zu erst Apostelgeschichte 2 untersucht werden, und dann erst alle weiteren NT-Stellen.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Nur mal so als Anmerkung:
      Zu dem Punkt, ob die Propheten im AT in Zungen redeten: Nein, denn der Geist wurde noch nicht ausgegossen. Jesus spricht selbst davon

      Joh 7, 36- 39 Da sprachen die Juden untereinander: Wo will dieser hingehen, dass wir ihn nicht finden könnten? Will er zu denen gehen, die in der Zerstreuung unter den Griechen wohnen, und die Griechen lehren? Was ist das für ein Wort, dass er sagt: Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, da könnt ihr nicht hinkommen? Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.


      Phil 1, 19 denn ich weiß, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi

      --> Christus in uns, Beistand, Kraft Gottes
      Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.
      Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt der bleibt in Gott und Gott in ihm
      1. Johannes 4, 16
    • @Bemo

      Weitere Fragen:

      • Besteht denn Konsens darüber, das es sich bei der Glossolalie in Apostelgeschichte 2 um die gleiche handelt wie im 1. Korinther 12-14?
      • Es ist Konsens dass der Schlüssel zur exegetisch-korrekten Auslegung von 1. Korinther 12-14 (und allen weiteren Glossolalie-Ereignissen, die sich chronologisch danach ereignet haben?) das Pfingstwunder aus Apostelgeschichte 2 ist?
      • Was spricht dafür, was spricht dagegen?
      Sollte es sich um die exakt gleiche Glossolalie handeln, dann sollte meiner Meinung nach zu erst Apostelgeschichte 2 untersucht werden, und dann erst alle weiteren NT-Stellen.
      Und genau aus dem Datierungs-Grund habe ich die Reihenfolge festgelegt (siehe DA), in der die einzelnen Textabschnitte untersucht werden müssen.

      Denn, zusätzliche Information:
      The epistle was written from Ephesus (16:8 ), a city on the west coast of today's Turkey, about 180 miles by sea from Corinth. According to Acts of the Apostles, Paul founded the church in Corinth (Acts 18:1–17), then spent approximately three years in Ephesus (Acts 19:8, 19:10, 20:31). The letter was written during this time in Ephesus, which is usually dated as being in the range of 53 to 57 AD
      Deshalb müssen zuerst Apg 2 und Apg 10 (vlcht auch Apg 19) in Betracht gezogen werden, erst danach 1Kor 14.

      Besteht denn Konsens darüber, das es sich bei der Glossolalie in Apostelgeschichte 2 um die gleiche handelt wie im 1. Korinther 12-14?
      Die Frage würde ich genau umgekehrt stellen: handelt es sich in 1Kor 12-14 um die gleiche Glossolalie wie in Apg 2 ?

      Meine Antwort:

      - Wenn Ja: dann spricht 1Kor 12-14 über keine verständliche Sprache (da in Apg 2 um eine verständliche Sprache die Rede ist).

      - Wenn Nein: muss dies - insbesondere therminologisch - gut begründet werden: wie kann es sein, dass Paulus die gleichen Begriffe (wie in vorigen Textabschnitten) benutzt, aber etwas unterschiedliches meint? Das wäre eine Verwirrung hoch drei.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Es gibt auch verschiedene Arten von Zungenrede

      Das Beten in Sprachen in der Gemeinde sollte der Ordnung halber immer ausgelegt werden, sodass die Gemeinschaft daran erbaut werde. Es bringt nichts, wenn ich minutenlang in Zungen bete und keiner versteht es. Das führt zu Verwirrung und dafür ist die Versammlung nicht da.

      Bibelstelle

      1. Korinther 14, 16


      Weiter steht, wenn keiner es auslegen kann, so soll er leise für sich beten zur eigenen Erbauung.

      Es gibt sowohl die Sprachen, als auch eine himmlische Sprache, mit der der Geist mich vertritt

      Bibelstelle

      1. Korinther 14, 2


      Das Sprachengebet mit Auslegung in der Gemeinde zum Nutzen anderer und zur Auferbauung wird zur Weissagung
      Das Sprachengebet für mich zur Selbstauferbauung ist ohne Auslegung, da es anderen nichts nutzt.

      Bibelstelle

      1. Korinther 14, 4
      Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.
      Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt der bleibt in Gott und Gott in ihm
      1. Johannes 4, 16
    • Die einzigen Bibelstellen, aus denen klar hervor geht, was unter "Glossolalia" zu verstehen ist, sind die Stellen in der Apostelgeschichte. Aus ihnen geht m.W. einwandfrei hervor, dass es sich um Fremdsprachen handelt, die irgendwo auf der Erde gesprochen werden.
      16 werden ja in Apg. 2:9-11 beispielhaft genannt.

      Wenn nun Paulus den gleichen Begriff "Glossolalia" in seinen Briefen verwendet, so ist es für mich eigentlich klar, dass dieser gelehrte Mann mit der Verwendung dieses Wortes auch das Gleiche meint wie in der Apostelgeschichte. Alles Andere wäre für mich Spekulation. Und das sollen wir ja hier nicht machen.


      ...[Der Rest des Beitrags befindet sich HIER]


      benSalomo

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jacob der Suchende ()

    • Dass ein Wort verschiedenes bedeutet kann, ist auch Paulus nicht fremd. So finden wir Begriffe z.B. wie "Gesetz" (habe gerade das griechische Wort nicht parat) ja auch mit verschiedenen Bedeutungsformen obwohl immer der gleiche griechische Begriff steht (habe ich mal mit dem Sprachschlüssel zur Elberfelder nachgeschaut) und es gibt unter den STA teils große Unstimmigkeiten was darunter alles zu verstehen ist. Meint Paulus damit immer nur die 10 Gebote oder immer auch die ganzen anderen Vorschriften? Ich denke da gibt es noch mehr Beispiele !

      Also nur weil das Wort "glossolalie" immer verwendet wird, bedeutet es nicht,dass es auch immer das Gleiche meint. Und es ist doch eigentlich falsch herum gedacht, wenn ich mich erst festlege, was ein Begriff meint, bevor ich den Kontext untersuche, in dem der Begriffe benutzt wird. Wenn wir nun das Pfingstereignis betrachten und dort alle Fakten notieren, die uns über die "glossolalie" berichtet werden und diese vergleichen mit den Fakten aus dem Korintherbrief, dann erhalten wir erstmal zwei Bilder. Sind diese deckungsgleich, dann handelt es sich auch um ein und die selbe Wortbedeutung. Gibt es aber gravierende und sogar sich widersprechende Unterschiede, muss man davon ausgehen, dass es sich um verschiedene Bedeutungen handelt.

      Das wäre mein Vorschlag, um dieser speziellen Frage auf den Grund zu gehen.

      Und noch um ein Missverständnis zu beseitigen: Ich wollte nicht nur einzelne Verse betrachten, sondern natürlich auch den ganzen Textzsuammenhang !
    • dieGlückliche schrieb:

      Also nur weil das Wort "glossolalie" immer verwendet wird, bedeutet es nicht,dass es auch immer das Gleiche meint. Und es ist doch eigentlich falsch herum gedacht, wenn ich mich erst festlege, was ein Begriff meint, bevor ich den Kontext untersuche, in dem der Begriffe benutzt wird. Wenn wir nun das Pfingstereignis betrachten und dort alle Fakten notieren, die uns über die "glossolalie" berichtet werden und diese vergleichen mit den Fakten aus dem Korintherbrief, dann erhalten wir erstmal zwei Bilder. Sind diese deckungsgleich, dann handelt es sich auch um ein und die selbe Wortbedeutung. Gibt es aber gravierende und sogar sich widersprechende Unterschiede, muss man davon ausgehen, dass es sich um verschiedene Bedeutungen handelt.
      Du sprichst hier eine wichtige Frage an: Nach welchen exegetischen Prinzipien wollen wir im konkreten Fall 1. Korinther 12-14 untersuchen. Zu recht schreibst du, das wir zu erst den textlichen Kontext untersuchen sollten und dann erst versuchen sollten, andere Texte - wie z.B. Apostelgeschichte 2 - zur sinnvollen Auslegung zu bemühen. Es ist enorm wichtig, das wir uns auf eine gleiche systematische Vorgehensweise einigen. Wenn man die Texte unterschiedlich angeht kommt man logischerweise auch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wenn wir aber trotzdem unterschiedliche Methoden verwenden wollen, sollten wir untersuchen aus welchen Gründen wir diese oder jene anwenden.

      Wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe, bist du der Meinung das es sich in 1. Korinther 12-14 um eine andere Glossolalie handelt als in Apostelgeschichte 2? Folglich würde ich jetzt erstmal schlussfolgern, das es hier kein Konsens zwischen denen gibt, die glossolalie befürworten (und praktizieren) und denen, die der glossolalie (im Sinne von "himmlischer Sprache") skeptisch gegenüber stehen. Ist das korrekt?

      Wir haben folglich schon hier einen ersten methodischen Unterschied: Die einen verwenden Apostelgeschichte 2 zur Auslegung von 1. Korinther 12-14, die anderen nehmen an, dass sich 1. Korinther 12-14 selbst erklärt und/oder etwas anderes beschreibt als Apostelgeschichte 2. Dieser Punkt sollte zwingend untersucht werden! Er ist entscheidend für alles weitere Vorgehen. Ich fasse daher folgende Fragen zusammen:
      1. Welche Gründe sprechen für die gleiche Bedeutung der glossolalie in Apostelgeschichte 2 und 1. Korinther 12-14?
      2. Welche Gründe sprechen für eine unterschiedliche Bedeutung der glossolalie in Apostelgeschichte 2 und 1. Korinther 12-14?
      3. Welche Gemeinsamkeiten hat die glossolalie in beiden Texten?
      4. Welche Unterschiede hat die glossolalie in beiden Texten?

      Noch eine prinzipielle Anmerkung: Mir ist aufgefallen, dass es leicht zu Missverständnissen kommen kann, da die Begriffe glossolalie, Zungerede und Sprachengabe unterschiedlich mit Inhalt gefüllt werden. Wenn z.B. benSalomo von biblischer glossolalie schreibt, stellt er sich nur und ausschließlich die Sprachengabe als Sprechen einer ungelernten Fremdsprache zu missionarischen Zwecken vor. Die jenigen, die keine Verbindung zwischen 1. Korinther 12-14 und Apostelgeschichte 2 sehen, verstehen unter glossolalie hingegen viel mehr, nämlich auch das reden und beten in einer (wie auch immer gearteten) Sprache, die man selber nicht versteht und die der Selbsterbauung dient. Bitte korrigiert mich wenn ich mich in dieser Sache nicht inhaltlich präzise ausgedrückt habe. Um zukünftige Missverständnisse auszuschließen, würde ich folgenden Vorschlag machen: Es sollte hier nicht der Begriff glossolalie verwendet werden, sondern je nach eigenen Verständnis...
      1. Sprachengabe - das Sprechen einer ungelernten, realexistierenden Fremdsprache zu Missionszwecken, die der Sprecher selbst versteht (Er weiß was er sagt)
      2. Zungenrede - des Sprechen oder Beten einer ungelernten, unbekannten (himmlischen?) Sprache, die der Sprecher/Beter nicht versteht (Er weiß nicht was er sagt)
      Ist das ok so oder gibt einen Verbesserungsvorschlag diesbezüglich?
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Danke Bemo - besser könnte man das Problem nicht beschreiben. Danke für deine Sachlichkeit. Ich denke, was du ansprichst ist genau der Knackpunkt wenn es um das Studieren dieses Themas geht. Auch deine Leitfragen weisen genau den richtigen Weg zu einer nüchternen Betrachtung der "glossolalie".

      Ich habe jetzt leider keine Zeit, aber ich werde später etwas zu deinen Fragen schreiben.
    • Liebe
      glückliche Schwester aus Flensburg.


      Ich stimme Dir zu, dass Paulus ein und dasselbe Wort von uns aus gesehen auch für verschiedene Bedeutungen verwendet. Das hast Du mit dem Begriff „Gesetz“ sehr deutlich gemacht.

      Prinzipiell bleibe ich aber dabei, dass ein und das selbe Wort zunächst mal auch ein und dasselbe meint. Ich stimme Dir aber zu, dass es auch etwas Anderes bedeuten kann. In diesem Fall muss das aber ganz eindeutig und zweifelsfrei aus dem Kontext hervor gehen. Man muss also aus dem Kontext beweisen können, dass das gleiche Wort diesmal etwas Anderes bedeutet. Einverstanden?

      In 1. Kor. 12-14, speziell in 14:21+22, bezieht sich Paulus auf eine Weissagung Jesajas, in der von „anderen Zungen“ gesprochen wird. Schauen wir nun bei Jesaja nach, stellen wir fest, dass das Volk und die Priester über Jesaja spotteten. Gott missfiel das Ganze, und Jesaja kündigt an, dass Gott In Zukunft nun tatsächlich Völker über Israel zum Gericht senden wird, die sie nicht verstehen: die Assyrer, Babylonier, Griechen, Ägypter, Römer usw. Aber diese Leute sprachen eine reale Sprache und keine himmlische.

      Den Aposteln erging es zu Pfingsten ebenfalls so wie zur seiner Zeit Jesaja. Auch sie hielt man für betrunken (Apg. 2:13-15), auch sie wurden verspottet. Aber auch sie sprachen reale Sprache (n). Zu Pfingsten war die Fremdsprachengabe ein echtes Zeichen für viele ausländische Juden (also Nichtchristen), und 3000 bekehrten sich. In Korinth betont Paulus das Gleiche in V. 22: Die Zungen sind ein Zeichen für Nichtchristen. Das diese Gabe recht spektakulär ist, übten sich wohl viele Korinzher darin und wandten sie oft und gern an. Auch da, wo es unangebracht war, sodass Heiden meinten, die Gemeinde sei irre.. Fest zu halten ist auch, dass Paulus die Fremdsprachengabe ausdrücklich als Zeichen für die Heiden bezeichnet. Sie ist damit kein Anzeichen für eine echte Bekehrung oder ein Erfülltsein mit dem Heiligen Geist.
      Letzteres wird ja gerne von modernen „Zungenreden“ behauptet..


      Jesus warf einmal den Pharisäern vor, dass sie nicht glauben würden, wenn sie keine Zeichen und Wunder sähen. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Gabe also speziell auch ein Zeichen für die ungläubigen Juden war, aber natürlich auch für die Heiden.. Für Gläubige war die Sprachengabe kein Zeichen. Das betont Paulus in 1. Kor.14:6-10. Für Gläubige sind die anderen Gaben gedacht: Weissagung, Lehre. Erkenntnis und Offenbarung. Und das alles in verständlicher Sprache gesprochen. Am Beispiel der Musikinstrumente macht es das deutlich: es geht um klare, deutliche, verständliche Laute, nicht um unartikuliertes Lallen oder sinnlose Silben. Alles, was nicht deutliche Sprache ist, ist „reden in den Wind“, sagt Paulus.

      Du schreibst, liebe Schwester, dass man nichts in den Text hinein lesen soll, sondern den Kontext, den Zusammenhang, untersuchen soll. Bisher habe ich oben über das Sprachenreden in der Gemeinde nach gedacht. Nun wird aber oft (und auch hier) von der Anwendung der Sprachengabe im privaten Bereich gesprochen.. Man beruft sich dabei gerne auf 1. Kor. 12, und dort besonders auf V.4. Dort steht aber, dass Paulus (er meint sich hier wohl selbst) unaussprechliche Worte hörte, und er sagt ausdrücklich, dass sie kein Mensch aussprechen kann. Nun behaupten aber die Zungenredner, ihre unartikulierten Worte seien diese „Himmelssprache“. Sie könnten sie also doch aussprechen, obwohl Paulus sagt, dass dies unmöglich ist.. Diese Art von Beweisführung ist also keine und zeigt deutlich die Erklärungsnot für die modernen Zungenredner.

      Wenn
      ich also den Kontext untersuche und nach Zusammenhängen forsche, so kommt ich entsprechend Deinem Wunsch, liebe Glückliche, zu dem Ergebnis, dass unser Bruder Paulus mit dem Begriff „Glossolaloa“ im Korintherbrief das Gleiche meint, wie der Begriff in der Apostelgeschichte verwendet wird: Es ist eine irgendwo auf der Welt gesprochene Fremdsprache. Und sie dient den Ungläubigen zum Zeichen und nicht den Gläubigen. Für die Gläubigen ist nicht Glossolalia angesagt, sondern Erkenntnis, Offenbarung und Weissagung. Besonders von der Weissagung wünscht sich Paulus, dass die ganze Gemeinde diese Gabe besitzen möchte: weise zu reden. Die heutige, moderne Form des „Zungenredens“ im ihren verschiedenen Ausformungen aus der Bibel heraus zu lesen bin ich nicht in der Lage. Diese ist der Bibel fremd.


      Liebe
      Grüße von benSalomo.

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    • Nun habe ich mir Zeit genommen und möchte mal eine Gegenüberstellung und genauere Untersuchung der genannten Textabschnitten in der Apg und im Korinther wagen.

      Ich beginne mit Apg 2.
      • Erfüllung des HG Vorraussetzung für "glossolalie" (Apg.2,4)
      • "anderen Sprachen",anderen = heteros kann sowohl einfach "anders, verschiedenartig, fremdartig", als auch "qualitativ anders, verschiedenes" (wie z.B. in Matth. 11,3 wo nicht einfach jemand anderes , sondern jemand von anderer Qualität gemeint ist)
      • Der Heilige Geist gibt die Worte, die ausgesprochen werden sollen
      • Jeder Einzelne hörte sie reden (...) (Apg 2,11)
      • Sie wurden von einigen für betrunken gehalten (Apg. 2,13)
      • Petrus redete zu ihnen und alle verstanden es "Männer von Juda und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnt" (Apg. 2,14)
      • die Menge bestand aus gottesfürchtigen Juden von jeder Nation (Apg.2,5
      Korinther Brief
      • Sprache wird Unterschieden zwischen Sprache der Menschen und Sprache der Engel (1.Kor 13,1)
      • Liebe muss Motivator der Gabe sein, ohne Liebe ist sie nichts wert
      • Gottes Gaben können auch mit falscher Motivation oder in falscher Weise eingesetezt werden wie bei den Korinthern, Gott hat sie nicht weggenommen oder eingegriffen, es war immer noch die Gabe aber unter falscher Motivation und damit nutzlos
      • nach geistlichen Gaben sollen wir eifern, uns darum bemühen (1.Kor 14,1)
      • Paulus stellt zwei Gaben gegenüber: Weissagung und "glossolalie". (V,2-3)
      • Am Anfang betont er schon, dass wir uns besonders um die Weissagung bemühen sollen.(V.2)
      • Für die Anwendung der "glossolalie" beschreibt er zwei Möglichkeiten : einmal mit und einmal ohne Auslegung. (V.6)
      • Ohne Auslegung ist die Gabe der Weissagung höher als die Gabe der "glossolalie" (V.5)
      • Mit Auslegung hingegen ist sie gleichwertig mit der Weissagung (1.Kor. 14,6 Wer aber weissagt ist größer (...) es sei denn (...)
      • Trotzdem wird die Weissagung nochmal extra hervorgehoben in Kor. 14,2
      • Auch wenn es mit Auslegung wertvoller ist, verbietet Paulus die glossolalie ohne Auslegung nicht, er stellt sie aber hinten an.

      Glossolalie OHNE Auslegung
      • Es wird nicht zu einem Menschen, sondern zu Gott gesprochen (V.2)
      • denn niemand versteht es
      • im Heiligen Geist bzw. durch den Heiligen Geist, der die "glossolalie" gibt, spricht man "Geheimnisse" (Mysterien), von Paulus öfter gebraucht für die "Geheimnisse des Glaubens" (Kol, 2,2/Eph 3,9), diese Geheimnisse über den Glauben, Jesus und des Himmelreiches waren lange verborgen und sind nun offenbart für uns, dass wir sie erkennen und wissen können (Lukas 8.10/ Römer 16,25)
      • in Gegenüberstellung zur Weissagung V.3 Umkehrschluss: durch "glossolalie" ohne Auslegung keine Erbauung,Ermahnung, Tröstung
      • Selbsterbauung (ist nicht = Selbstsucht ! Erbauung der Gemeinde ist natürlich wichtiger, aber Selbsterbauung wird in der Bibel nicht verurteilt)
      • daran anknüpfend schreibt Paulus, dass er möchte, dass ALLE in "glossolalie" reden. Schlussfolgerung :Es ist theoretisch möglich, dass ALLE es tun, es ist gewünscht, dass ALLE es tun
      • V.9 niemand erkennt,was geredet wird
      • V.10 Reden in den Wind
      • ohne Auslegung soll gar nicht öffentlich gesprochen werden, aber es soll für sich und für Gott gesprochen werden, eindeutig aber nicht zu jemand anderen

      Glossolalie MIT Auslegung
      • gleichwertig mit Weissagung
      • Gemeinde erfährt Erbauung
      • nur 2 oder 3 in der Gemeindeversammlung
      Verstand - Geist

      V.13 Wer in einer Sprache rede, bete, dass er es auch auslege V 14 Denn wenn ich in einer Sprache (=also ohne Auslegung) bete(...) betet mein Geist (...) Verstand ist fruchtleer (...).

      V 15 Paulus will sowohl im Geist als auch im Verstand reden (= also mit Auslegung)

      V 16 wenn wir (nur) mit dem Geist reden (=also ohne Auslegung) werden wir nicht verstanden, keine Erbauung
      V 19 wenn wir auch mit dem Verstand reden (mit Auslegung) verständlich zur Unterweisung

      ICH denke, in diesem Kontext meint der Begriff glossolalie in V 20 das Reden in Sprachen ohne Auslegung.

      Zu dem Jesaja Zitat und dem Sinn der glossololalie
      • Zeichen für die Ungläubigen, nicht für die Glaubenden
      • Reaktion der Ungläubigen auf das Zeichen : "Ihr seid von Sinnen" --> Wofür ist dann das Zeichen? Da bin ich mir nicht ganz schlüssig. Ich denke mal, Gott gibt Ungläubigen damit die Möglichkeit zur Umkehr, aber sie nehmen es nicht an und dem Universum wird gezeigt: Gott ist gerecht.
      • Interessant die Reaktion des Ungläubigen (wobei hier keine Unterscheidung zwischen dem ersten und zweiten Ungläubigen gemacht wird) auf die Weissagung: Überführung, Verborgene des Herzens wird offenbar, Anbetung Gottes
      Gegenüberstellung:
      Adressat/Sinn der "glossolalie"
      Apg: Gläubige Juden, Ausgießung des HG durch Joel angekündigt sollte ihnen verkündet werden, Reaktion: sie waren in Verlegenheit, wurden überführt, viele ließen sich taufen

      Kor: Zeichen für Ungläubige,Reaktion der Ungläubigen: Ablehnung; Ziel soll immer sein: Erbauung der Gemeinde

      Gemeinsamkeiten
      Gabe schenkt der Heilige Geist
      Ungläubige sagen: Ihr seid von Sinnen

      Unterschiedliches
      Apg:"Viele " (also die Apostel) sprechen ohne Auslegung, Auslegung scheinbar nicht notwendig trotzdem verstehen es alle

      Kor: Ohne Auslegung: schweigen in der Versammlung, keine Erbauung, niemand versteht es (in Apg versteht es jeder), reden zu Gott nicht zu Menschen (in Apg. war es an Menschen gerichtet); Mit Auslegung sollen nur 2 oder 3 und NACHEINANDER sprechen und einer übersetzt
    • Danke dir für die Mühe! @ Glückliche
      Ich werde diese AUsarbeitungen durchgehen, bin bisher nicht dazu gekommen!
      Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.
      Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt der bleibt in Gott und Gott in ihm
      1. Johannes 4, 16
    • Danke, Glückliche, auch für deinen sachlichen Beitrag.

      Ich habe nun noch ein paar Fragen an dich:
      • Ist meine Schlussfolgerung korrekt, das du unter "glossolalie" in 1. Korinther 14 ausschließlich die Sprache der Engel verstehst, oder differenzierst du noch einmal innerhalb des 14. Kapitels?
      Mir liegt jetzt zum Beispiel der Schluss nahe, das du es ungefähr so verstehst: "Rede ich im Geist nur zu Gott in einer mir unverständlichen "Zunge", dann ist es die Engelssprache. Rede ich zu anderen Menschen in "Zungen", dann tuhe ich das in einer Fremdsprache, die ausgelegt/übersetzt werden kann."
      • Schlussfolgerst du, dass wenn das "Hörwunder" ausbleibt und/oder niemand da ist, der die Sprache versteht/auslegt/übersetzt, muss es sich zwingend um die Engelsprache handeln?
      • Es schließen sich daran die Fragen an: Woran erkenne ich die biblische Engelsprache? Welche Gründe sprechen dafür, dass diese - nach biblischer Definition - in 1. Korinther 14 gemeint ist?

      Klein Anmerkung noch: Was im 14. Kapitel in den meisten Bibeln mit "auslegen" übersetzt wird kann auch mit "übersetzen" übersetzt werden. Im griechischen Grundtext steht an den entsprechenden Stellen in 1. Korinther 14 "dierméneuó", welches sich zusammensetzt aus "diá" und "hermēneúō" (concordances.org/greek/1329.htm). Letzterer Begriff sollte bekannt sein, entweder durch "Hermeneutik" oder durch "Hermes" (Dem griechischen Gott für z.B. die Redekunst). Ich halte es sogar für durchaus sinnvoller "dierméneuó" mit "übersetzen" zu übersetzen, wenn es im Kontext mit "glossa" (Sprache) und "lalie" (sprechen) steht. Unter dem deutschen Begriff "auslegen" versteht der Duden "in bestimmter Weise deutend interpretieren", während unter "übersetzen" "(schriftlich oder mündlich) in einer anderen Sprache [wortgetreu] wiedergeben" verstanden wird. Ich denke aber, das man sowohl für das "auslegen" als auch für das "übersetzen" eine für den Übersetzer/Ausleger verständliche Sprache als Grundlage benötigt.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!

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