Eta Linnemann - Umgang mit der historisch-kritischen Bibelauslegung

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    • Yokurt schrieb:

      Zitat


      Allerdings ist die historisch-kritische Bibelauslegung heute Standard. Daher hilft Ablehnung und Abschottung heute nicht wirklich weiter.
      Standard---was ist damit aus deiner Sicht gemeint?
      Genau so: "Ein Standard ist eine vergleichsweise einheitliche oder vereinheitlichte, weithin anerkannte und meist auch angewandte (oder zumindest angestrebte) Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen, die sich gegenüber anderen Arten und Weisen durchgesetzt hat." de.wikipedia.org/wiki/Standard

      Yokurt schrieb:

      Zitat


      Ich schätze auch die STA wird letztlich nicht drum herum kommen (# 11)
      +) klannst du das ein wenig genauer erläutern ?
      Wenn sich die STA damit nicht beschäftigt, werden die Adventisten anders damit konfrontiert. Möglicherweise stehen sie dann damit allein, können damit nicht umgehen und wenden sich vom Glauben ab. - Dass sich die STA, damit beschäftigen muss, zeigt diese Diskussion.
    • benSalomo schrieb:

      Die historisch-kritische Methode, die Bultmann und seine Kollegen abert anwandten, hat es mit ganz anderen Kriterien zu tun. So wird behauptet, dass kein Mensch die Zukunft voraus sagen kann. Dieses Vorurteil überträgt man auch auf die Bibel. Und das wirkt sich natürlich auf das Verständnis von Daniels Weissagungen aus. Auch in allen anderen Bereichen wqerden an die Bibel rein menschlich-wissenschaftliche Maßstäbe angelegt und die Bibel wie irgend ein anderes Buch des Altertums behandelt.. Dann bleibt von "Gottes Wort" natürlich nichts übrig.
      Was die Voraussagen betrifft, das sehe ich auch kritisch. - Natürlich können Menschen aufgrund von Vergangenheit, Gegenwart... auf die Zukunft schließen. Natürlich gibt es auch verblüffende Voraussagen.

      Für richtig halte ich es, die Bibel wie jedes andere antike Buch zu behandeln und zu analysieren. - Nur darf man dabei nicht stehen bleiben. Die gläubige Auslegung muss auf Grundlage aller gefundenen Erkenntnisse folgen.
    • Was die Interpretation als "Vulkan" betrifft, das höre ich zum ersten Mal. Das fällt mehr in den Bereich der Spekulation als der einer wissenschaftlichen Schriftdeutung.

      Baptist schrieb:

      3.Beispiel: Das Buch Mose kann garnicht von Mose selbst geschrieben worden sein und allein von dieser Ansicht her kann Buch 1-5 Mose nur erfundene Fabeln sein die eine emotionale
      Erklärung des Lebens sein kann. Anschließend wird Auch die Evolution aktzeptiert da die Schöpfung nur eine Bildgeschichte ist wie sich die Menschen es sich vorgestellt hatten.
      Dies ist emotional nachvollziehbar, aber kein sachlich haltbares Argument.
      Rational sachlich gibt es nur die Frage, hat Mose das Buch 1-5 geschrieben ja oder nein?
      Ist die Evolution richtig ja oder nein?

      Wenn die Behauptung, die Bücher Mose wurden nicht von Moses geschrieben, die Evolution ist stimmig... richtig ist, dann ist das zu akzeptieren.

      Daraus folgt nicht, dass die Bücher Mose erfundene Fabeln sind.
      Daraus folgt auch nicht, dass "die Schöpfung nur eine Bildgeschichte ist wie sich die Menschen es sich vorgestellt hatten."

      Der Glaube an Gott verträgt die Wahrheit.
      Der Glaube ist heute nicht selbst verständlich. Er muss begründet werden auf Basis der Wahrheit.
    • Christel schrieb:

      Wenn die Behauptung, die Bücher Mose wurden nicht von Moses geschrieben, die Evolution ist stimmig... richtig ist, dann ist das zu akzeptieren.


      Wer entscheidet das? Die öffentlich annerkannte "Wissenschaft" oder jeder im Prinzip für sich? Wer hat das zu entscheiden ob es Mose geschrieben hat oder nicht, bzw. wer kann da mit Sicherheit seine Unterschrift drunter setzen?
      Wir können dagegen Glauben dagegensetzen, denn wie die Bibel selbst sagt ist der Glaube das für wahr zu halten was man nicht sieht (nicht beweisen kann).


      Christel schrieb:

      Daraus folgt nicht, dass die Bücher Mose erfundene Fabeln sind.
      Daraus folgt auch nicht, dass "die Schöpfung nur eine Bildgeschichte ist wie sich die Menschen es sich vorgestellt hatten."


      Doch genau das bedeutet das, das Wort Gottes wird zu einem Prinzip und gilt nichtmehr so wie es steht. Gottes Schöpfung wird umgedeutet und sein handeln wird umgedeutet.
      Der erste Tag ist nichtmehr der erste Tag sondern eine emotionale Zeitperiode die nach Wissenschaftlichen Meinungen wenn überhaupt noch gedeutet wird.

      Wenn ich die Schöpfung nicht in 7 Tagen glaube dann ist eben das erste Buch Mose z.B. schon mal mehr Mythos als Wahrheit.

      Aber ich möchte dir dennoch sagen ,egal wie sicher du dir deiner Sache bist bzw. wie sicher du dir da bist dass die Adventisten das ganze früher oder später zu schlucken haben, ein Adventist wird die Evolution als solches nicht aktzeptieren.
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1
    • @ Babtist,

      ich hatte darauf hingewiesen, daß es uns eine Hilfe wäre, wenn wir vorerst,--- bevor wir auf Details der Auswirkungen der HKM (historisch kritischen Methode) an Hand von Beispielen eingehen, --uns ein wenig um die Zusamenstellung der einzelnen Kriterien der HKM bemühen sollten, weil wir sie dazu brauchen!

      Damit würden wir dann --da bin ich mir sicher---die eventuell negativen Auswirkungen auf die Ergebnisse bei der Exegese mit Hilfe der HKM ----besser beurteilen können.
      Meine Infos dazu finde ich leider nicht mehr---trotzdem werde ich mich um eine Zusammenstellung bemühen, für Info Hinweise dazu, wäre ich dankbar.

      @ Christel:
      Für richtig halte ich es, die Bibel wie jedes andere antike Buch zu behandeln und zu analysieren.
      Diese Feststellujng wäre es Wert überdacht zu werden.Entscheidet diese doch ---unter Anderem!!---aucvh über das weitere Verständnis ob die Anwendung der HKM zur bibl. Exegese ein zu akzeptierende ist oder nicht.
      Bin dir dankbar daß Du bereits jetzt am Anfang unseres Gespräches diese grundsätzliche Feststellung hier eingestellt hast.

      Ist also die Bibel tatsächlich so zu verstehen und daher "so zu behandeln und (Hermeneutisch )so zu analysieren wie jedes antike Buch " :?: :?: Ja oder Nein ?
      Das wäre --ergänzend zu unserem Thema hier---ein -Schwerpunkt für einen Paralell- Thread.
      Bin mir sicher dazu gibt es viele Infos--und viele Standpunkte unsererseits.

      liebe Grüße aus Wien
      Yokurt
    • Hallo Yokurt, Deine Frage an mich beinhaltet eine Bedingung „Wenn, dann“. Ich bin nicht der Meinung, dass der Einsatz der HKM an diese Bedingung geknüpft sein muss.

      - Die Bibel ist ein richtiges Buch mit einer Entstehungsgeschichte.
      - Die Bibel ist auch Gottes Wort an uns.
      -> Daraus folgt, wir können sie weder richtig verstehen, wenn wir in ihr nur Gottes Wort sehen und die Geschichte… außen vor lassen, noch wenn wir in ihr nur irgendein Buch sehen. Beides gehört zusammen.

      Ich habe kürzlich die Paulus-Briefe gelesen und zwar in Reihenfolge ihrer Entstehungszeit und unter Beachtung der dort aufgeworfenen Problematiken „Sitz im Leben“. Die HKM erklärt, nicht alle Briefe stammen von Paulus selbst, einige wurden unter Berufung auf Paulus in späterer Zeit geschrieben, um Probleme innerhalb der Gemeinden zu klären.

      Dies ergab ein anderes Bild von Paulus und seiner Zeit des Aufbruchs und Neubeginns, als wenn ich die Briefe als einen Block gelesen hätte. Es ist besser nachvollziehbar, was Paulus und die Seinen bewegte. Daher kann ich auch leichter und besser daran neu anknüpfen.

      LG Christel
    • Baptist schrieb:

      Wer entscheidet das? Die öffentlich annerkannte "Wissenschaft" oder jeder im Prinzip für sich? Wer hat das zu entscheiden ob es Mose geschrieben hat oder nicht, bzw. wer kann da mit Sicherheit seine Unterschrift drunter setzen?
      Es kommt nicht auf die Person an, also nicht "Wer" entscheidet, sondern auf die Argumente. Es wird bedründet.

      Baptist schrieb:

      Doch genau das bedeutet das, das Wort Gottes wird zu einem Prinzip und gilt nichtmehr so wie es steht. Gottes Schöpfung wird umgedeutet und sein handeln wird umgedeutet.

      Nein, der Text wird nicht geändert . - Es verändert sich lediglich die Interpretation der Texte.

      Wenn Du Deinen Glauben dagegen setzen kannst, dann bleib ruhig bei Deiner Interpretation.


      LG Christel
    • Servus Christel,

      Es kommt nicht auf die Person an, also nicht "Wer" entscheidet, sondern auf die Argumente. Es wird bedründet.
      Sind wir damit nicht abermals bei den "Begründungen"? im Sinne eine Auslegungs"Methode", also so etwas wie Prinzipien der Exegese gem. der HKM ?

      Also Einzelschritte der Bibelingterpretation ?
      Mal ganz abgesehen davon daß ja trotzdem in gewissem Maße--ist nicht zu verhindern---das Vorverständnis des jeweiligen Interpreten auch noch mitschwingt.
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      Also, ---auch wenn die HKM als Arbeitsinstrument sich auf Regeln stützt, die jeder Interpret zu beachten hat,--sagt das ja noch nichts darüber aus, ob diese Methode nun für die biblische Exegese geeignet und zu bevorzugen ist.

      z.B. ein Prinzip bei der Anwendung der HKM bei der Bibelauslegung (Ernst Troeltsch):
      +) "Alle Wahrheitsansprüche--auch die von Bibel und Kirche---werden prinzipiell hinterfragt."
      +) "Nur was sich historisch erweisen läßt, ist wahr und gültig!"
      demgegenüber lautet die Empfehlung der GK : (# 4)

      Weil eine solche Methode das göttliche Element in der Bibel als inspiriertem Werk--einschließlich ihrer Einheit!!--vernachläßigt ----die apokalyptische Prophetie und die eschatologischen Teile der Bibel abwertet oder mißversteht, empfehlen wir Adventisten-----außerdem dringend, sich nicht auf die Voraussetzungen und die daraus resultierenden Ableitungen der historisch kritischen Methode zu stützen."
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      nur als ein Beispiel vorerst gedacht um zu zeigen wie wichtig es ist, die "Einzel-Prinzipien der HKM" vor sich zu haben, um zu erkennen ob diese Methode---angewandt auf die bibl. Exegese--geeignet ist. Schon obiges Beispiel zeigt den tiefen Graben zwischen der historisch kritischen und der historisch biblischen Methode auf.

      Klar ändert sich der Text der Bibel nicht, aber das Bibelverständnis darüber sehr wohl---bis hin zu völligen Ablehnung des Textes ! siehe obiges Prinzip der HKM!

      liebe Grüße aus Wien
      Yokurt
    • Hallo Yokurt, das von Dir empfohlene Buch von Gerhard Maier „Biblische Hermeneutik“ kenne ich noch nicht. Ich habe es mir inzwischen über Fernleihe bestellt.


      Die historisch-kritische Methode wird glaube ich, hier pascal-wittmann.de/static/historisch-kritische-methode.pdf ganz gut erklärt.

      Die Phasen


      4.1 Textkritik . . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
      4.2 Übersetzungkritik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 3
      4.3 Textanalyse . .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
      4.4 Redaktionskritik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
      4.5 Literarkritik .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
      4.6 Form-Gattungskritik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
      4.7 Traditionsgeschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 4
      4.8 Begriffsgeschichte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
      4.9 Religionsgeschichte

      pascal-wittmann.de/static/historisch-kritische-methode.pdf



      Ich halte die Methode für nützlich, aber nicht für ausreichend. Natürlich müssen die Ergebnisse gläubig interpretiert werden.

      Am 16. April erschien das Buch „Jesus von Nazareth“ von Benedikt XVI. In diesem wie er sagt sehr „persönlichen Buch“ beschreibt er das Leben Jesus von der Taufe am Jordan bis zu Verklärung. Er kritisiert das mit zunehmendem Fortschritt der Zitat:
      „Riss zwischen dem „historischen Jesus“ und dem „Christus des Glaubens“ immer tiefer wurde.“
      5
      Dieses Problem existiert schon lange und wird schon genauso lange diskutiert.

      pascal-wittmann.de/static/historisch-kritische-methode.pdf



      Ich sehe dies als ein Problem der Überschätzung des historischen Akzents und seiner Möglichkeiten der Wahrheitsfindung.


      LG Christel
    • Servus Christel,
      guten Morgen,

      Danke für deine Übersicht von Wittmann, ist mal abgespeichert am PC.

      Habe mich gestern nach längerer Zeit wieder einmal mit Gerhard Maier beschäftigt und finde es sehr gut, daß Du nunmehr ebenfalls Zugtriff darauf haben wirst.
      (4. Auflage 2003 ISBN 3-417-29355-3) ??
      Wir könnten dieses Werk, als einvernehmliche Grundlage um nicht zu sehr in der einschlägigen Literatur auszuufern und uns in zuviel Infos zu verlieren, verwenden.
      Es berührt und beschreibt (ca 360 Seiten) wohl ausführlich alle wichtigen Details zum Thema.
      Heißt ja nicht, daß keine andere "Stimme" mehr zu Wort kommen darf -----außerdem hat Maier (Landesbischof der evangelischen Kirche in Wüttemberg) eine ausreichendes "Distanz-Verhältnis" zu ggf. adv. Beeinflußung.

      l.g. aus Wien
      Yokurt
    • Historisch-kritische Methode

      Wenn man über diese Methode spricht, muss man vorher definieren, in welchem Sinne man sie versteht. Im Sinne von Bultmann oder Ranke-Heinemann oder gleich gesinnten Kollegen ist sie eine Bibel-Auslegungs-Methode, deren Kriterien von Menschen auf gestellz wurden.

      Als die Menschen am Beginn der Neuzeit erkannten, welche Gaben und Fähigkeiten sie besaßen und welche technischen Leistungen sie erreichen konnten. übertrug am diesen Stolz auch auf die Erforschung der Vor- und Frühgeschichte. Auf diesem Hintergrund entstand die HKM. Jesus und die Apostel, sowie die Kirchenväter bis zur Reformation und etwas darüber hinaus benutzten aber eine andere Methode, nämlich die historische oder historizistische Methode.. Mit Hilfe dieser Methode bestätigte z.B. Jesus den Schöpfungsbericht der Bibel. Mit Hilfe der HKM wird er aber ab gelehnt.

      Neben der HKM entstand dann im 19. Jahrhundert eine weitere Auslegungs-Methode. Das war der Dipensationalismus, der zunächst nur auf den kleinen Raum der Darbysten beschränkt war, aber in den 1920er Jahren in der Auseinandersetzung mit der Evolution sich auch im gesamten evangelikalen Raum aus breitete. Wie wir hier in der Diskussion mit "Blume" gesehen haben, treibt auch diesye moderne Auslegungs-Methode teilweise recht seltsame Blöten (2 Wiederkünfte Jesu, geheime Entrückung, Unverlierbarkeit des Heils udw.)

      Wenn ich mir die Ergebnisse all dieser modernen Auslegungs-Methoden ansehe, bin ich heilfroh, dass meine Gemeinde sich nicht davon hat anstecken lassen, sondern an der alt bewährten Methode Jesu immer noch fest hält.

      benSalomo
    • Hallo liebe Christel,

      für heute noch einige Anmewrkungen zu deinen Gedanken in Bezug auf die HKM.

      Ich schätze auch die STA wird letztlich nicht drum herum kommen # 11
      Du hast Recht, sie kam auch nicht "drum herum", einige Hinweise in aller Kürze dazu.
      +)1. Phase: (Mitte 19 Jhd)
      In den Gründerjahren der Gemeinschaft der Siebenten Tag-Adventisten (Milleritische Adventisten und die ersten sabbathaltenden Adventisten) stand man der HKM bereits kritisch und ablehnend gegenüber.

      +) 2. Phase: 1905-1930
      In vielen Artikeln seitens der offiziellen Kirchenleitung wurde die HKM --damals unter "höhere Kritik" bekannt--abgelehnt
      eine signifikante Schlüsselaussage dazu:
      "Häufig erkennen wir Beweise für die Tatsache daß die beiden Hauptziele der "höheren Kritik" d.h. die HKM, die Zerstörung des Glaubens an die Bibel als das Wort Gottes und die Vernichtung des Vertrauens zu Jesus Christus als Erlöser der Menschheit sind

      (C.M.Snow; The Higher Critics and God´s Word"--Review and Herald Nov. 278, 1907, p.4)

      +) 3 Phase: ca 1940 bis dato
      1986 verabschiedetet die Generalkonferenz der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten eine offizielle weltweit gültige Erklärung anläßlich er General-Konferenz in Rio de Naneiro " Methoden des Bibelstudiums" als Empfehlung für alle Adventisten, in welchen sie sich in der Einleitung gegen die HKM aussprach und auch begründete. (siehe mein # 4)

      Es folgten Bibelkonferenzen und Veröffentlichungen zu diesem Thema und wurden weltweit verbreitet.
      eine signifikante Schlüsselaussage dazu:
      Angesichts dessen, was die Bibel über sich selbst aussagt, kann sie nicht wie "irgendein anderes Buch oder Dokument der alten Welt--oder auch der modernen Welt--ausgelegt werden"

      (Journal der Adventistischen Theologischen Gesellschaft, Band 1 nr.1 ; Aufsatz von Gerhard F. Hasel, Theologisches -Seminar der STA Andrews University "Die Krise der Autorität der Bibel als das Wort Gottes"
      ================================================================================================================================================
      Einige Hinweise also, daß sich die offizielle STA-Leitung von Anfang an, bis heute, dieses sensiblen Thema angenommen,ihre Position dazu deutlich sichtbar gemacht hat und macht und Adventisten weltweit intensiv informiert.

      Dass sich die STA, damit beschäftigen muss, zeigt diese Diskussion. # 21
      Dass sich die offizielle STA Leitung "damit beschäftigt hat" und ausreichend Infos zur Verfügung gestellt hat (lfd. Seminare Predigrten etc) ---sieh oben.
      Dass hier im Forum ---an der Basis---darüber "diskutiert" wird, zeigt, daß die ungeheure Wichtigkeit der angemessenen adsv. Bibelauslegung in unseren Reihen noch nicht überall erkannt ist, bzw. schon wieder in den Hintergrund getreten ist, bzw. von "Liberalen" Strömungen relativiert wird. (Wissenschaftl. orient. Auslegungen etc)
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      Das also soll dich als Außenstehende erahnen lassen, wie wichtig gerade Adventisten diese Thematik ist und soll als erste Antwort für deine Hinweise stehen.
      liebe Grüße dir aus Wien
      Yokurt
    • @ Hallo Yokurt,

      herzlichen Dank für die Information über den „offiziellen Stand der Dinge“ bei den STA!



      @ Hallo benSalomo, nach meiner Ansicht kann man die HKM heute nicht mehr an Bultmann allein festmachen. (Uta Ranke-Heinemann lehne ich voll und ganz ab.)

      Wenn ich pro HKM argumentiere, dann heißt das nicht, ich folge irgendwelchen Gesinnungen…

      Es geht mir lediglich um einen Methodenapparat, der die Ergebnisse verschiedener Wissenschaften (Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft…) in die Schriftauslegung einfließen lässt. Also gewissermaßen um die Reduzierung des subjektiven Moments.

      Machen wir uns nichts vor, es gibt keine „objektive“ Bibellektüre. Immer fliest das Vorverständnis des Lesers ein.

      Nehmen wir z.B. den sog. Schöpfungsbericht. Schon, dass wir ihn „Schöpfungsbericht“ nennen, ist ein Vorverständnis. Warum nennen wir ihn so? Es steht so in manchen Übersetzungen. Warum das so ist. ich weiß nicht. Im Originaltext steht das nicht drin.

      Jede Übersetzung ist eine Interpretation. Daher ist die sehr gute Kenntnis der alten Sprachen Voraussetzung für eine wirklich wissenschaftliche Bibelauslegung.


      Dies habe ich nicht verstanden:

      benSalomo schrieb:

      Jesus und die Apostel, sowie die Kirchenväter bis zur Reformation und etwas darüber hinaus benutzten aber eine andere Methode, nämlich die historische oder historizistische Methode.. Mit Hilfe dieser Methode bestätigte z.B. Jesus den Schöpfungsbericht der Bibel. Mit Hilfe der HKM wird er aber ab gelehnt.
      An welcher Stelle bestätigte Jesus den Schöpfungsbericht der Bibel? - Wurde der "Schöpfungsbericht" in Frage gestellt, so dass Jesus ihn bestätigen musste?
      Wieso glaubst Du, dass mit Hilfe der HKM der Schöpfungsbericht abgelehnt wird? Wer macht das?

      LG Christel
    • Servus Christel,

      habe die Liste der "Hauptunterschiede" die Einzel-Punkte der HKM im Vergleich mit der Historisch biblischen (wieder)gefunden. (Eine STA Zusammenstellng)Deswegen erlaube ich mir zu deiner Frage (eigentlich an Ben Salomo gerichtet)
      Wieso glaubst Du, dass mit Hilfe der HKM der Schöpfungsbericht abgelehnt wird? Wer macht das?
      gleich aus dieser Liste eine wesentliche Information dazu zur Verfügung zu stellen. Es ist ein sehr wesentlicher Punkt (werde diesen auch bei Gerhard Maier heraussuchen)

      Bei den GRUNDVORAUSSETZUNGEN für die Anwendung der HKM bzw. der historisch biblischen Methode wird angeführt:
      Historisch kritische Methode:
      dort wird u.a. das Prinzip der Korrrelation bechrieben:
      +) "Ein strenges System von Ursache und Wirkung ohne Raum für das übernatürliche Eingreifen Gottes in der Geschichte"

      Historisch biblische Methode
      Aufhebung des Prinzips der Korrelation (oder der natürlichen Ursache und Wirkung)um das göttliche Eingreifen in die Geschichte gelten zu lassen, wie es in der hl. Schrift beschrieben wird.
      =================================================================================================================================================
      wir sprechen hier von der Anwendung der HKM oder im Gegensatz dazu von der historisch biblischen Methode auf den Gegenstand der Hl. Schrift. :!:
      Die HKM möge bei anderen Schriften/Disziplinen/Wissenschaften etc ihre Berechtigung haben, bei dem Gegenstand der Bibel (als ein Ausnahmebuch unter allen Büchern,-- Gerhard ´Maier) ist sie wegen des "Selbstanspruches der Schrift" nicht geeignet.
      Die so ungleichen Ergebnisse bei der Anwendung der HKM bzw. historisch biblischen Methode z.b. bei der Schöpfungsgeschichte sind ja leicht zu erkennen

      Wollt ich nur gleich vorweg darauf hinweisen, weil ich gerade diese Aufstellung über die beiden Methoden in Kurzform vor mir liegen habe, erwähnen.
      Ausführlich wird dieser so ungeheuer wichtige Punkt (wegen seiner Auswirkungen auf die Exegese und das Bibelverständnis) ja auch im Werk von Gerhard Maier entsprechend gewürdigt
      liebe Grüße aus Wien
      Yokurt
    • Guten Abend, liebe Christel.

      In Matth. 19:3+4 gegt es um die Rechtmäßigkeit des "Scheidebriefes". Jesus sagt: "

      4 Jesus antwortete: "Lest ihr denn die Heilige Schrift nicht? Da heißt es doch, dass Gott am Anfang Mann und Frau schuf und sagte:
      5 'Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.' " HfA

      Hier beruft sich Jesus in seiner Antwort an die Pharisäer auf den Bericht über die Erschaffung des Menschen, so, wie er in 1. Mose steht.
      Die hat für mich autoritative Gültigkeit. Da hat in meinen Augen niemand das Recht, den Bericht der Bibel an Hand von "modernen" Methoden um zu deuten.

      Im Übrigen aber stimme ich Dir zu und habe dies auch schon in einem anfänglichen Post gesagt, dass man den Oberbegriff: "historisch-kritische Methode" erst mal im Einzelnen definieren muss.
      Wenn ich mir archäologischen Methoden oder mit literarischen Methoden eine Bibelstelle erläutern und besser verstehen kann, so fällt das ja auch unter den Begriff "kritisch" (im positiven Sinn). Deswegen erwähnte ich ja auch zwei bekannte Namen aus der "Szene", mit deren Verwendung der HKM weder meine Kirche noch ich selbst überein stimmen kann.

      benSalomo
    • @ Hallo Yokurt,

      es stimmt, die HKM geht von Ursache und Wirkung aus, ohne Gott als mögliche Ursache anzunehmen. Daher müssen die Ergebnisse im Nachhinein gläubig interpretiert werden.

      Möglicherweise reicht dies nicht immer aus. Auch auf Basis der HKM Ergebnisse gewonnene Ergebnisse müssen kritisch hinterfragt werden können.


      @ Hallo benSalomo,

      nochmal zu Rudolf Bultmann kann ich nicht viel sagen. Hier ein Artikel über ihn: „Frommer Bibelstürmer : Vor 125 Jahren wurde der protestantische Theologe Rudolf Bultmann geboren“ 19. August 2009 ekd.de/aktuell/65853.html

      Er ist in jedem Fall von Uta Ranke-Heinemann zu unterscheiden!

      Die von Dir genannte Bibelstelle zeigt, für Jesus war es selbstverständlich, dass Gott den Menschen als Mann und Frau schuf.

      Im Apostolischen Glaubensbekenntnis steht „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“ Daran gilt es festzuhalten.

      Aus meiner Sicht kann die HKM nur dies:

      benSalomo schrieb:

      Wenn ich mir archäologischen Methoden oder mit literarischen Methoden eine Bibelstelle erläutern und besser verstehen kann, so fällt das ja auch unter den Begriff "kritisch" (im positiven Sinn).
      LG Christel
    • Hallo, Servus Christel,

      es stimmt, die HKM geht von Ursache und Wirkung aus, ohne Gott als mögliche Ursache anzunehmen.
      das ist EINE wichtige Detail-Regel von mehreren , welche (auf)zeigen, daß diese Methode ---auf die Bibelauslegung angewandt---insgesamt derart ungeeignet ist, daß sich nun an diesem Punkt angelangt Theologen schon lange vor uns sich dieser Problematik bewußt waren----und es klar wurde:

      +) Entweder man verwendet diese Methode (wie in anderen Bereichen auch) ebenfalls auf die Bibelauslegung. Dann wird es nötig, die damit erziehlten Ergebnisse so zu korrigieren, daß sie "den Ansprüchen der Bibel---- gerecht würden (also eine Art Korrektur-Regeln ?), oder aber--

      +) man macht sich Gedanken darüber welche Einzel-Regeln den Ansprüchen der Bibel möglichst Gerecht würden, also die Entwicklung einer "bibelgerechten" Hermeneutik---aus diesen Überlegungen heraus entstand dann eben die "spezielle biblische Hermeneutik)

      +) Speziell deswegen, weil diese! Hermeneutik speziell den "einmaligen Gegenstand, nämlich die Schrift) als Gegenstand hat. (G.Maier: eine spezielle Hermeneutik S. 12-17)
      Damit ist aber eine saubere Grundlage geschaffen um "Bibelauslegung" betreien zu können, -----ohne der Notwendigkeit zuerst eine unbrauchbare Methode (HKM) anwenden zu müßen, deren falsche Ergebnisse nachher durch Korrekturen versucht werden müßten "bibelgerecht" zu werden. (Solches Vorgehen hat sich nicht durch gesetzt)

      +) Deswegen gibt es also die "spezielle biblische Hermeneutik" mit ihren Auslegungs-Regeln (Exegese), die auch G. Maier in seinem Buch vorstellt.

      +) Deswegen hat auch die GK der Siebenten Tags-Adventisten (siehe mein #4) schlußendlich 1986 ein Dokument mit Empfehlungen für die adventistische Exegese der Schrift erstellt und weltweit zugänglich gemacht, welche sich damit gleichzeitig scharf und eindeutig von der HKM abgrenzt,--- also eine saubere Lösung.

      Damit ist aber ebenfalls betont und anerkannt, auch von G. Maier übrigens, wie Du ja Christel bereits erwähnt hast, daß die Anwendung der HKM auf vielen anderen Gebieten/Disziplinen sehr wohl ihre volle Berechtigung hat und viele wertvolle Erkenntnisse erbringen kann.---ausgenommen die bibl. Exegese.

      Da möglicherweise bereits an dieser Stelle unser Verständnis, was die angemessenere Methode bei der Bibelauslegung betrifft, beginnen könnte eigene Wege zu gehen, ist es wichtig dies jetzt schon zu kennen------um ggf. unsere jeweiligen differierenden Antworten besser einordnen zu können, wenn nicht---umso besser ;)

      liebe Grüße aus Wien
      Yokurt
    • Yokurt schrieb:

      +) Deswegen gibt es also die "spezielle biblische Hermeneutik" mit ihren Auslegungs-Regeln (Exegese), die auch G. Maier in seinem Buch vorstellt.
      Hm, das Buch von Gerhard Maier "Biblische Hermeneutik" ist sehr philosophisch und apolgetisch gehalten. Leider habe ich die Auslegungs-Regeln der speziellen biblischen Hermeneutik bisher dort nicht in kompakter Form gefunden.

      Worin stimmt sie Beispielsweise mit der Einleitungswissenscháft überein und worin unterscheidet sie sich von dieser?

      In der Einleitungswissenschaft werden die biblischen Bücher
      betreffs ihrer Struktur, ihrem literarischen Aufbau und den in ihnen
      enthaltenen literarischen Gattungen analysiert, sowie auf mögliche Verfasserschaft, eventuell erkennbare Adressaten und Entstehungsort und -zeit hin befragt. de.wikipedia.org/wiki/Biblische_Einleitungswissenschaft
      So wie ich Gerhard Maier verstanden habe setzt er bei Gott und der Offenbarung an und nicht beim Menschen. Er vertritt hier die Position entweder / oder. Ich denke beides ist wichtig. Das Wort Gottes wurde immer in eine spezielle menschliche Situation hineingesprochen. Die wissenschaftliche Erforschung der Schrift hilft diesen "Sitz im Leben" zu erkennen.
      Wird dies außer Acht gelassen, erscheinen die biblischen Texte als zeitloses Wort Gottes. Widersprüche müssen dann harmonisiert werden, z.B. die unterschiedlichen Angaben zum Verlauf der Schöpfung im 1. u. 2. "Schöpfungsbericht". Wird dann noch weiter harmonisiert mit der Naturwissenschaft, dann kommen solch unmögliche Denkmodelle heraus, wie sie hier im Forum diskutiert wurden.

      LG Christel