Das Ende der 70 Jahrwochen... Steinigung des Stephanus?

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    • Das Ende der 70 Jahrwochen... Steinigung des Stephanus?

      Hallo zusammen,

      Weil wir heute in der Predigt genau dieses Thema hatten, wollte ich mal in die Runde fragen, ob jemand eine Begründung hat, warum das Ende der 70 Jahrwochen gerade Stephanus sein soll. Oder anders gefragt, wie kann man den Tod des Stephanus geschichtlich einordnen? Es gibt da ja keine Zeitangabe "im x-ten Jahr des Königs Sowieso" beispielsweise. Also, wie kann man wissen, dass das auf das Ende der 70 Jahrwochen passt?

      Dan 24 Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.
      25 So wisse und verstehe: Vom Erlaß des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten, vergehen 7 Wochen und 62 Wochen; Straßen und Gräben werden wieder gebaut, und zwar in bedrängter Zeit.
      26 Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, und ihm wird nichts zuteil werden; die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk des zukünftigen8 Fürsten zerstören, und sie geht unter in der überströmenden Flut; und bis ans Ende wird es Krieg geben, fest beschlossene Verwüstungen.

      viele Grüße

      Tricky
    • Hallo,
      E.G.W. schreibt dazu folgendes....

      "Maranatha Seite 247" schrieb:


      Es stellte sich heraus, daß die 2300 Tage begannen, als der Befehl des Artaxerxes zum Wiederaufbau der Stadt Jerusalem im Herbst 457 v. Chr. in Kraft trat. Nahm man dies als Ausgangspunkt an, dann ergab sich in der Anwendung aller Ereignisse, die in der Schilderung dieser Zeitspanne in Daniel 9,25-27 vorhergesagt worden waren, vollkommene Harmonie ... Die siebzig Wochen oder 490 Jahre bezogen sich auf die Juden. Gegen Ende dieser Zeitspanne besiegelte die Nation ihre Ablehnung des Messias durch die Verfolgung seiner Jünger, und die Apostel wandten sich im Jahr 34 n. Chr. an die Heiden. Da die ersten 490 Jahre der 2300 zu jenem Zeitpunkt endeten, blieben weitere 1810 Jahre übrig. Vom Jahr 34 n. Chr. reichen 1810 Jahre bis ins Jahr 1844. "Dann", sagte der Engel, "wird das Heiligtum wieder geweiht werden."
      Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat. (Ellen White, Life Sketches, 1915,)
    • Bei den Zeugen Jehovas z.B. hören die 70 Jahrwochen nicht mit der Steinigung des Stephanus auf sondern bei der Ausgießung des Heiligen Geistes über Kornelius, den Heiden und sein ganzes Haus. In diesem Sinne würde sich das sehr gut mit der Aussage Ellen Whites bestätigen.

      Die Steinigung des Stephanus war ja auch in dem Sinne der letzte große Aufruf für Israel als Volk Buße zu tun und Jesus als den versprochenen Messias anzunehmen. Als die Juden dann jedoch endgültig einen Schlussstrich zogen, wurde die Mission viel intensiver auf die Heiden ausgerichtet, was zuerst einmal den Aposteln durch Kornelius klargemacht werden musste.
    • Streng wissenschaftstheoretisch kann der Erweis des Zusammenhanges das Ende der 70 Jahrwochen nicht mit der Tötung des Stephanus in Verbindung gebracht werden...



      Jedoch anhand der historischen Bibelberichtes und Indizien lässt sich dies zu 99% tun:

      1.) Daniel 9,24a: "70 Jahrwochen (= 490 Jahrtage bzw. Jahre) sind verhängt über dein Volk (=Israeliten/Juden) und über die heilige Stadt (=Jerusalem)..."

      2.) Ende von Apostelgeschichte Kap. 7 berichtet von der Tötung Stephanus (=Märtyrer). (Apg.7,54-60)

      3.) Der Anfang des nächsten Kapitels [8] berichtet von der Verfolgung und Zerstreuung der christl. Gemeinde in Zusammenhang mit dem Tod des Stephanus:
      "Apg. 8,1 Saulus aber hatte seiner (=Stephanus) Ermordung zugestimmt. Und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung gegen die Gemeinde in Jerusalem, und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel. 2 Und gottesfürchtige Männer begruben den Stephanus und veranstalteten eine große Trauer um ihn."

      4.) Hier beginnt eine große Welle des Abwendens der Christen aus Jersusalem und später Judäa (wie in Dan. 7 mit 70 Jahrwochen vorhergesagt!) und die Zerstreuung = große Heidenmission(!)

      Lg, franz

      PS: schlagt es in euer Bibel auf und seht/lest wie knapp diese Ereignisse beisammen liegen ;)
      .

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • In Dan.9:24 wir erklärt, dass 70 Wochen abgeschnitten (bestimmt) sind für das Volk Daniels, die Juden. Abgeschnitten von der längeren Periode von 2300 Abend-Morgen aus Dan. 8. Dies ist die einzige glaubwürdige Auslegung.

      Über das Ausgangsjahr gibt es unterschiedliche Auslegungen, da Artaxerxes in seinem 7. Regierungsjahr dem Esra keinen ausdrücklichen Befehl zum Aufbau Jerusalems mit gab. Außerdem stoppte er den von Esra begonnen Wiederaufbau sofort, als die Samariter sich beschwerten. Der Wiederaufbau ruhte dann bis Nehemia. Aber aus dem ausdrücklichen Befehl des Artaxerxes zum Baustopp kann man folgerichtig entnehmen, dass Esra 457 v. Chr. damit begonnen hatte-

      Von da an gerechnet fällt der Tod Christi genau in die Mitte der 70. Woche zu Passah 31 m. Chr. Dieser Termin ist historisch verbürgt durch das nur ein Jahr lang gültige Tötungsverbot der jüdischen Obrigkeit.

      Stepanus Predigt vor dem Hohen Rat war die letzte in der Bibel berichtete Rede, die in der Form der Reden der alttestamentlichen Propheten gehalten wurde. Von da aus gesehen kann man biblisch Stephanus als den letzten Propheten Israels ansehen. Sein Todesjahr 34 n. Chr. ist aber historisch nicht genau belegt, aber sehr wahrscheinlich, weil Paulus bei der Steinigung dabei war, und zwar als Nichtbekehrter. Später berichtet Paulus mit Jahreszahlen von seiner zurück liegermnden Bekehrung. Da sein erster Aufenthalt in Korinth zeitlich durch den römischen Landpfleger dort genau datierbar ist (51 n. Chr.), ist natürlich auch sein Bekehrungsjahr (36 n.Chr.) datierbar. Von daher ist das Jahr 34 n.Chr. sehr wahrscheinlich.

      Mit diesem Jahr lief die Zeit Judas/Israels als spezielles Volk Gottes ab, und der gläubige Überrest Israels, die christliche Gemeinde (damals fast ausschließlich Juden) führte den Weltmissions-Auftrag Gottes weiter bis heute. "Israel" bedeutet ja "Überwinder", und Überwinder waren und sind automatisch die Boten Gottes in dieser Welt.

      benSalomo

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von benSalomo ()

    • benSalomo schrieb:

      Da sein erster Aufenthalt in Korinth zeitlich durch den römischen Landpfleger dort genau datierbar ist (51 n. Chr.), ist natürlich auch sein Bekehrungsjahr (36 n.Chr.) datierbar. Von daher ist das Jahr 34 n.Chr. sehr wahrscheinlich.

      Genau darum ging es in der Predigt, die ich vergangenen Sabbat hörte. Wie man das genau herleitet.

      Ich erstelle gerade eine Schritt für Schritt Erklärung, wie man dort hinkommt und den römischen Stadthalter Gallio als Rückwärtsdatierung verwendet. Ich muss aber noch auf Rückantwort warten.
    • Daniel 9:24-27 (Schlachter 2000)
      24 Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt verordnet, um der Übertretung ein Ende und das Maß der Sünde voll zu machen, um die Missetat zu sühnen und die ewige Gerechtigkeit zu bringen, um Gesicht und Prophezeiung zu versiegeln und das Hochheilige zu salben.
      25 So wisse und verstehe: Vom Erlaß des Befehls zum Wiederaufbau Jerusalems bis auf den Gesalbten, einen Fürsten, vergehen sieben Wochen; und innert zweiundsechzig Wochen werden die Straßen und Gräben wieder gebaut, und zwar in bedrängter Zeit.
      26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, so daß keiner mehr sein wird; die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk eines zukünftigen Fürsten verderben, und sie geht unter in der Überschwemmung, und der Krieg, der bestimmt ist zu ihrer Zerstörung, dauert bis ans Ende.
      27 Und man wird vielen den Bund schwer machen eine Woche lang und mitten in der Woche Schlacht und Speisopfer aufhören lassen, und auf der Zinne werden Greuel des Verwüsters aufgestellt, bis daß sich die bestimmte Vertilgung über die Verwüstung ergossen hat.


      Daniel 9:24-27 (Elberfelder)
      24 Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um die Übertretung zum Abschluß zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen, und die Ungerechtigkeit zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen, und Gesicht und Propheten zu versiegeln, und ein Allerheiligstes zu salben.
      25 So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen. Straßen und Gräben werden wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar in Drangsal der Zeiten.
      26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Messias weggetan werden und nichts haben. Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, und das Ende davon wird durch die überströmende Flut sein; und bis ans Ende: Krieg, Festbeschlossenes von Verwüstungen.
      27 Und er wird einen festen Bund mit den Vielen schließen für eine Woche; und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Und wegen der Beschirmung der Greuel wird ein Verwüster kommen, und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes über das Verwüstete ausgegossen werden.


      Als ich diese Zeilen so las, ist mir etwas aufgefallen. Man findet hier Parallelen zu Daniel 8 und 11. In diesen Kapiteln kommt das Heiligtum, der Gesalbte und das Volk Gottes auch drin vor und diese werden, von dem Gegenspieler, seinem Volk, das z.T. vorher zu Gottes Volk gehörte und dem Greuel der Verwüstung, verfolgt und vernichtet. Das kann man in Daniel 8:11-12 und Daniel 11:31-35.

      Im ganzen Kontext sieht man einfach, dass vieles, was während der Zeit der Ausrottung des Gesalbten passiert, einfach nicht von Gott gewollt ist, weil viel Unheil bevorsteht. Und wenn wir die Steinigung des Stephanus betrachten und was die Juden mit den Christen nachher alles gemacht haben, passt das genau in dieses Muster von Daniel 9 hinein. Also auch linguistisch und historisch betrachtet, würde ich das Ende der letzten Woche in eine Zeit des Abfalls setzen.
    • Hallo tricky

      Gallio war der Bruder von Seneca, dem Stellvertreter des Kaisers in Rom. Aus den antiken Unterlagen geht hervor, dass er im Jahre 51 n. Chr. für ein Jahr Statthalter in Korinth war, und aus der Bibel, dass Paulus vor seinen Richtstuhl gezerrt wurde.
      Dann schreibt Paulus, dass er 15 Jahre vorher seine Bekehrung erlebte.
      Gute Angaben findest Du in unserm ABC, im Brunnen Bibel-Lexikon und in anderen einschlägigen lexikalischen Werken.-
      Du könntest auch mal beim IBSI nachsehen. Sie machen die Angaben für das Todesjahr Jesu.
      Beim BRI habe ich wegen Paulus noch nicht recherchiert, ebenso noch nicht bei 2Aller Diener" (Division) , unserer Prediger-Zeitschrift.
      benSalomo