Umgang mit Alkoholikern

    • Umgang mit Alkoholikern

      Hallo.

      Weil Baptist auf den Alkoholgehalt in Apfelsaft und dergleichen hingewiesen hat: Ich frage mich in letzter Zeit öfter, wie man mit Alkoholikern umgehen sollte. Ich habe einen Ex-Kollegen, der offenbar Alkoholiker ist, aber alles andere als trocken. Nun kann man natürlich beispielsweise den Kontakt völlig abrechen oder so jemanden sehr viel seltener treffen; aber das ist keine sehr freundliche Lösung.

      Der Bekannte von mir weiß zwar, dass er ein Problem hat, redet aber trotzdem um das Problem herum. Ich frage mich, ob man überhaupt etwas machen kann und ob es einem überhaupt zusteht, sich dazu groß zu äußern, wenn es nicht um einen selbst geht.

      Letztens habe ich ihn in seiner Stammkneipe besucht. Als er dann irgendwann ging, begründete er das mit Leibschmerzen und faßte sich an den rechten Oberbauch. Aber wäre es vertretbar, wenn ich ihm sagte: "Meiner Meinung nach hast Du nciht einfach Leibschmerzen, denn da, wo Du hingefaßt hast, sitzt die Leber. Und wenn Du nichts änderst, wirst Du vermutlich daran sterben."?

      Grüße
      Daniels
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19
    • bete über diesen Fall zu GOTT, und ER wird dir das richtige Verhalten "in den Weg legen"- Wenn Dein Bekannter weit genug "unten" ist, ergibt sich durch GOTTES Fügung ev. eine Gelegenheit, ihm eine Lösung seines Alkoholproblems zu vermitteln: Die Übergabe seines Lebens an Jesus...

      Gruss
    • Hi

      Betem ist ja ok. Aber um einen Alkoholiker wegzubringen benötigt es zwei Dinge:
      1. Er muss wollen
      2. Professionelle Hilfe

      Für Dich kann ich Dir nur empfehlen: Lasse ihn nicht fallen, nimm ihn ernst und behandle ihn wie jeden andern Freund auch, auch wenn er Alkoholiker ist. Sei einfach für ihn da.

      Gruss
      DonDomi
    • Hallo zusammen,

      DonDomi schrieb:

      Für Dich kann ich Dir nur empfehlen: Lasse ihn nicht fallen, nimm ihn ernst und behandle ihn wie jeden andern Freund auch, auch wenn er Alkoholiker ist. Sei einfach für ihn da.

      Soll man einen Kranken so behandeln als wenn nichts wäre? Ich frage mich das ernsthaft, denn normalerweise gelingt mir das nicht. Ein Kranker ist für mich in einem Ausnahmezustand, wo ich einige Dinge nicht so anwende, wie bei "gesunden" Menschen. Ein Beispiel:

      Ich nehme einen Kranken nicht ernst, wenn er hadert, die Welt verflucht oder sonstwie extrem auf seinen Schmerz reagiert bzw. sich abreagiert. Hier ist mehr Geduld und Feingefühl angebracht. Normalerweise würde ich da dagegenhalten und ihn vielleicht (kommt auf die Nähe der Beziehung an) zurechtweisen. Sollte man das auch mit einem machen, der Schmerzen leidet?


      bei einem Alkoholkranken. Soll man ihn wirklich behandeln wie jeden Freund auch? Wenn er sich also Geld leihen will, würdet ihr es ihm geben, wohlwissend, dass er in der Sucht ist? Oder einem Spielsüchtigen (auch ein Krankheitsbild, halt ein psychisches)...würdet ihr in behandeln wie jeden anderen Freund?


      Brauchen Kranke eine spezielle Behandlung seitens ihrer Freunde?


      @Daniels
      Ich hoffe, dass ich das Thema nicht zu weit ausweite. Wenn du willst, dann trenne ich es ab, aber ich denke es passt noch thematisch zusammen.
    • @Tricky: Mit behandeln meine ich den Umgang den man mit ihm pflegt. Man soll einen Alkoholiker wegen dieser Suchtkrankheit nicht wie ein Aussätziger behandeln. Das meinte ich damit. Ich finde es manchmal schon äusserst Mühsam, dass einem hier aus allem ein Strick gedreht wird.

      Gruss
      DonDomi
    • Hallo Dom,

      das war nicht meine Absicht. Ich fühlte mich nur angesprochen, weil ich zur Zeit hier bei uns in der Gegend immer wieder so einen Typen sehe. Der ist offensichtlich alkoholisiert, schwer alkoholisiert und taumelt halt hier vor sich hin. Was tun? Die Rettung rufen? Ihm helfen? Meine Mutter hat ihm mal aufgeholfen, weil er hingefallen war.
      Manchmal torkelt er auf der Landstraße wo die Autos mit 100 km/h (maximal!) vorbeirasen. Was tun?

      Ich frage mich diese Fragen wirklich und ich habe keine Antworten darauf. Einerseits stelle ich mir vor, wie würde ich gerne behandelt werden, wenn ich ein Problem habe...eben sicher nicht wie ein Aussätziger. Andererseits weiß ich, dass ein Süchtiger Hilfe braucht und man ihm nicht trauen kann, weil seine Sucht aus ihm etwas macht, das er selbst nicht kontrollieren kann.

      Was hätte Jesus getan? Hatte er jemals mit Suchtkranken zu tun?
    • Huhu,

      das Problem ist, dass die Leute sich oft selbst dafür schämen. Daniels, nimm Deinen Alten Kollegen ernst, zeig ihm, dass Du ein Freund bist, er Dir vertrauen kann, sich nicht schämen muss, weise ihn aber auch auf das Problem hin, steh ihm bei, das zu lösen.

      @Nico Gerade solche Menschen sind oft am Rande der Gesellschaft, weil sie trinken, und dadurch geraten sie immer weiter an den Abgrund, weil keiner was mit ihnen zu tun haben will und trinken weiter, aus Frust. Ein Teufelskreis. Es ist schwer, ich würds wohl (als Frau) auch nicht machen, aber sprich ihn doch an, werd ihm ein Freund, meist sind die da echt dankbar für. Das ist ein erster Schritt, um aus diesem Teufelskreis zu kommen, wieder in die Gesellschaft integriert zu werden. Nur traut sich das heutzutage kaum mehr einer. :(

      Ich weiß,das ist leicht gesagt, schwer gemacht. Aber das sit das, was mir dazu einfällt.

      Liebe Grüße

      Kathrin
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

    • Im Rahmen der Reihe "Planet Wissen" wurde am 22. Februar eine Sendung über Alkohol und Alkoholismus ausgestrahlt. Die Begleitseite zur Sendung bietet diverse Hinweise und die Sendung zum nachträglichen Ansehen:

      Alkohol – Die Lust am Rausch

      Aus der Sendungsbeschreibung:
      Ausgegrenzt und abgestempelt – so hat sich Uli Borowka nach seinem Alkoholentzug gefühlt. Er war Nationalspieler. Ein Fußballstar, der ganz oben stand. Bis er abstürzte. Er kämpfte viele Jahre gegen die Sucht nach Alkohol. Seit zwölf Jahren ist er trocken. Er hilft nun anderen, nicht mehr zur Flasche zu greifen.
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19
    • Alkoholiker sind krank und werden Zeit ihres Lebens krank bleiben. Für diese Krankheit muss sich niemand schämen nicht der Betroffene noch die Freunde und Angehörigen. Das einzige wofür sich ein abhängiger schämen muss ist, wenn er nichts gegen seine Sucht unternimmt. Alle Alkoholabhängigen wissen ganz genau das sie süchtig sind, nur ist es leider auch so, dass ein Abhängiger auch ein Meister der Verdrängung ist.
      Wer einen Freund oder Bekannten hat oder in seiner Familie einen betroffenen hat, sollte ihn immer wieder auf seine Situation ansprechen und ihm ganz klar sagen wie sein Leben mit dem Alkohol enden wird. Alles was ihr ihm über Folgekrankheiten erzählen wollt könnt ihr euch sparen, denn das ist alles so weit entfernt.
      Hilfe findet man am ehesten in Selbsthilfegruppen und was auch wichtig ist, ein Entzug sollte immer mit einem Arzt des Vertrauens gemacht werden
      Hardy
      Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.
      Matthäus 28 / 20