Der Papst vor dem Bundestag

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    • Der Papst vor dem Bundestag

      Von Anfang an stellte der Ratzinger klar wie er zu sehen ist:

      "Die Einladung zu dieser Rede gilt mir als Papst, als Bischof von Rom. Sie anerkennen damit die Rolle, die dem Heiligen Stuhl als Partner innerhalb der Völker- und Staatengemeinschaft zukommt."

      Ich denke da brauchen wir nichtmehr viel drumrumreden aber hier wurde Staat und Kirche nichtmehr getrennt gehalten. Leider.


      Der Papstbesuch als Staatsoberhaupt wäre ja verständlich denkbar gewesen. Ich kann nachvollziehen warum Ströbele und ein paar der Linksfraktion abwesend waren. Mir wurde in den letzten Tagen fast schlecht wie die BIldzeitung von dem Nahestehenden Event berichtete. Die Bildzeitung ist mitlerweile zur römisch- katholischen Tageszeitung verkommen.

      Ich verstehe auch nicht wie so eine Aussage zu Stande kommen konnte:

      Zuvor hatten die Bundestagsabgeordneten den Papst mit viel Beifall empfangen. Bundestagspräsident Lammert brachte in einer Ansprache den Wunsch der Deutschen nach mehr Ökumene zum Ausdruck. "Viele empfinden die Kirchenspaltung als Ärgernis." Es gebe "ehrlich begründete Zweifel", ob die Unterschiede zwischen den Konfessionen die Aufrechterhaltung der Trennung zwischen den Kirchen rechtfertigen, sagte Lammert.
      Hier wurde mir unweigerlich auf einen schlag schlecht weil ich diese Dinge irgendwoher schon mal gehört hatte.
      Aus einem Buch das so um die 100 Jahre alt war(GK).

      Dieser empfing seinen Gast anschließend im Schloss Bellevue. Nach dem Abspielen der Nationalhymnen und einer militärischen Begrüßung durch das Wachbataillon der Bundeswehr richtete der Bundespräsident vor über 1000 geladenen Gästen im Schlosspark die Worte an den Papst. "Willkommen zu Hause, Heiliger Vater."

      Unser Staatsoberhaupt gibt einen Empfang für ein Kirchenoberhaupt und annerkennt es als Heiliger Vater?


      Nur muss ich euch ehrlich gestehen, dass was ich bisher mitbekommen habe,hat mich wegen der Schnelligkeit schockiert. Ich hätte nicht gedacht dass so etwas so möglich ist.

      Wie stehen wir als Adventisten zu sowas offiziell? Neutral oder beziehen wir eine Meinung dazu?
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1
    • Erst mal vielen Dank für den Beitrag Baptist. Wir brauchen viel mehr Menschen die sich um die Dinge, die um uns herum geschehen, interessieren. Das Thema Papst ist wieder mal so ein gern diskutiertes Thema unter den Adventisten und ich bin der Meinung, dass wir niemals die Augen vor diesen ganzen Informationen verschließen sollten, denn wir wissen was uns erwartet und wir haben nicht mehr viel Zeit, wenn wir uns die Ereignisse um uns herum anschauen. Der Papst arbeitet sich langsam vor und wir müßen uns bereit halten um uns am entscheidenden Tag zu entscheiden auf welcher Seite wir stehen wollen. Ich denke, das ist ein wichtiges Thema mit dem wir uns als Adventisten beschäftigen sollten.
      Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei! Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner siegreichen Hand! Jesaja 41, 10 adventistslogosmiley142
    • Ich will´s mal differenziert sehen: Die Rede des Papstes war reines "Kopf-Christentum". Auf der einen Seite in soweit brilliant, als er eine Rede gebracht hat die absolut auf das Zielpublikum nämlich Politiker abgestimmt war. Auf der anderen Seite hat er sich schön an allem aktuellen in der RK-Kirche vorbeigeschmuggelt: Keine Aussage zur Austrittswelle bzw. den bekannten Gründen dafür - Mißbrauch etc. in der Kirche, keine Aussage zur Stellung der Frauen und Laien in seiner Kirche, keine Aussagen zur Finanzkrise, keine zur Ökonomisierung der Gesellschaft. Kurzum dass was auch die RK-Basis beschäftigt kam schlicht und ergreifend nicht vor, dafür hat er ein rechtsphilosophisches Proseminar abgehalten. Bemerkenswert allerdings sein Bekenntnis zur Öko-Bewegung und Verantwortung für die Natur (das Thema ist ja speziell bei US-Evangelikalen noch nicht angekommen)

      Was die Bild betrifft: Verkommen war die schon immer, nicht erst heute....Ich denke mir mal die geilen sich in erster Linie dran auf das Benedikt Deutscher ist. Das ist halt das intellektuelle Niveau des Revolver-Journalismus. Wäre er Neuguineer wäre er da kein Thema...
    • Man kann so eine Rede sehr unterschiedlich lesen.



      Mir gefällt, dass der Hauptgedanke an einem biblischen Beispiel (Salomo) aufgehängt und an diesem deutlich gemacht ist.

      Lassen Sie mich meine Überlegungen über die Grundlagen des Rechts mit einer kleinen Geschichte aus der Heiligen Schrift beginnen. Im ersten Buch der Könige wird erzählt, dass Gott dem jungen König Salomon bei seiner Thronbesteigung eine Bitte freistellte. Was wird sich der junge Herrscher in diesem wichtigen Augenblick erbitten? Erfolg - Reichtum - langes Leben - Vernichtung der Feinde? Nicht um diese Dinge bittet er. Er bittet: "Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht" (1 Kön 3,9).

      Die Bibel will uns mit dieser Erzählung sagen, worauf es für einen Politiker letztlich ankommen muss. Sein letzter Maßstab und der Grund für seine Arbeit als Politiker darf nicht der Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein. Die Politik muss Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Friede schaffen.


      Salomo bleibt das Vorbild...

      Die salomonische Bitte bleibt die entscheidende Frage, vor der der Politiker und die Politik auch heute stehen. In einem Großteil der rechtlich zu regelnden Materien kann die Mehrheit ein genügendes Kriterium sein. Aber dass in den Grundfragen des Rechts, in denen es um die Würde des Menschen und der Menschheit geht, das Mehrheitsprinzip nicht ausreicht, ist offenkundig: Jeder Verantwortliche muß sich bei der Rechtsbildung die Kriterien seiner Orientierung suchen.


      und dient auch abschliessend als Beispiel

      Dem jungen König Salomon ist in der Stunde seiner Amtsübernahme eine Bitte freigestellt worden. Wie wäre es, wenn uns, den Gesetzgebern von heute, eine Bitte freigestellt wäre? Was würden wir erbitten? Ich denke, auch heute könnten wir letztlich nichts anderes wünschen als ein hörendes Herz - die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden und so wahres Recht zu setzen, der Gerechtigkeit zu dienen und dem Frieden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


      Wenn unsere Politiker das Gesagte - soweit sie es verstehen - ernst nehmen würden und so handeln, dann gäbe es bestimmte Probleme unserer Gesellschaft nicht.

      Wenn Mehrheit z.B. nicht die Tötung ungeborener Menschen zulassen kann und vieles andres mehr. Und wenn Deutsche Politiker nicht einmal genug Demokaten sind um wenigstens zuzuhören und nachzudenken, dann "Gute Nacht Deutschland"!


      Ich find es traurig, wenn uns adventistische Reflexe davon abhalten etwas zu reflektieren.... Vielleicht sollen wir auch zuhören, und dann entscheiden was wir als Richtig oder Falsch beurteilen, statt uns über Höflichkeitsflsokeln wie "Heiliger Vater" aufzuregen.
      Liebe Grüße, Heimo
    • Ja Heimo vielleicht sollten wir ja heim zur MutterKirche, nicht wahr? schiefguckenneu



      Sorry ist mir einfach ein Rätsel sowas.
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      Die die sich ferngehalten haben, haben ihre Meinung und ihre Überzeugung und haben dieses auch umgesetzt und davor habe ich mehr Respekt als vor dieser komplett kritikfreien Pro Papst verherrlichenden Gesellschaftswelle . Ich wäre auch nicht dort geblieben wegen meinen adventistischen "Reflexen".

      Wie wärs wenn man eher der Biblischen Wahrheit reflektiert zuhört?
      Aus Rom kommt keine biblische Wahrheit ich weiß nicht wie weit man da die Augen geschlossen halten muss um sowas zu ignorieren.


      Sorry wiedermal nur meine Meinung.
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1
    • Na ja, wie ich schon sagte, für das Zielpublikum, nämlich Politiker war das eine ideale Rede. Und ich denke nicht, dass das was er über Recht gesagt hat falsch ist. Nur das Problem ist, das ich annehme, dass vielleicht bestimmte Politiker in Bundestag und Regierung dem nicht intellektuell zu folgen imstande sind bzw. es halt eine typische akademische Sonntagsrede ist. Der Inhalt wird schon in einer Woche niemanden mehr interessieren (speziell die Politiker nicht). Ich denke auch, dass er an dem was speziell in seiner Kirche die Basis wirklich bewegt und interessiert, ziemlich vorbeiredet. Er ist ein guter Theoretiker, aber er erreicht nicht die Herzen. In der Hinsicht war ihm sein Vorgänger meilenweit überlegen.
    • HeimoW schrieb:

      Ich find es traurig, wenn uns adventistische Reflexe davon abhalten etwas zu reflektieren.... Vielleicht sollen wir auch zuhören, und dann entscheiden was wir als Richtig oder Falsch beurteilen, statt uns über Höflichkeitsflsokeln wie "Heiliger Vater" aufzuregen.
      Ich persönlich bin zwar auch kein Freund vom Papstum und von Katholizismus, finde aber deine Meinung, dass wir zuhören sollten und dann entscheiden sollten, was wir als Richtig oder Falsch beurteilen in ordnung und auch mit der Bibel vereinbar! Denn, auch Paulus, schreibt ja: 1Thess 5,21 Prüft alles, das Gute behaltet!

      Ich finde aber schon ok, wenn man seinen Mund aufmacht, wenn der Papst als Heiliger Vater bezeichnet wird. Denn, auch, wenn du das vieleicht anders siehst, so handelt es sich hierbei um eine Gotteslästerung! Jesus selbst sagte nämlich: Mt 23,9 Nennt auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.

      Das bedeutet, dass ich mich von niemanden auf Erden-egal ob ich der Papst oder sonstwer bin-Heiliger Vater nennnen lassen darf! Lasse ich mich aber so nennen, dann verstoße ich damit, gegen das erste der 10 Gebote und bin dadurch am ganzen Gesetz schuldig! Jakobus 2,

      10 Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.
      Denn, durch diese Anrede, mache ich mich selbst zu Gott bzw. lasse mich selbst zu Gott machen! Das is eine Tatsache, vor der wir nicht die Augen verschließen sollten bzw. sie nicht einfach so akzeptieren sollten! Auch nicht um des liebens Friedens Willen unter den Religionen!
    • Die Biblische Prophetie spricht eine deutliche Sprache, sie entlarvt Satan und seine Stellvertreter unter den Menschen. Egal, wie viel Prozent scheinbar gutes "er" oder "sie" sprechen, die Bibel sagt es sehr deutlich: wir sollen mit solchen "Menschen" NICHTS (!!!) zu tun haben. Die Welt macht uns das manchmal überdeutlich vor an viel harmloseren Beispielen, wie z.B. Frau Herrman, die nur wegen "einem Satz" eine Totaldisqualifizierung einstecken musste.

      Belehrungen über Abtreibungen u.A. müssen wir uns nicht vom Papst einholen. Wir haben die Bibel, die Gemeinde, die Predigten, die Sabbatschule. ...oder ist uns das zu wenig und wir brauchen noch eine "heilige Messe und Papstpredigten" ?? !! bäh26bfe
    • Hallo zusammen!

      Das ist eine interessante Sache und heute in der Früh habe ich im Radio einiges darüber gehört. Auch ein paar Auszüge aus der Rede.

      Aaron schrieb:

      Ich persönlich bin zwar auch kein Freund vom Papstum und von Katholizismus, finde aber deine Meinung, dass wir zuhören sollten und dann entscheiden sollten, was wir als Richtig oder Falsch beurteilen in ordnung und auch mit der Bibel vereinbar! Denn, auch Paulus, schreibt ja: 1Thess 5,21 Prüft alles, das Gute behaltet!

      Da ich mich mit dem Thessalonicher Text genau auseinandergesetzt habe, muss ich sagen "Prüft alles, das Gute behaltet!" ist hier nicht richtig angewandt. Der Text bezieht sich im Zusammenhang auf Prophetie und der Papst war kein Prophet, als er die Worte sprach, oder? Zumindest kenne ich noch keine prophetischen Teile aus der Rede.

      Ich wäre dafür, dass wir Schritt für Schritt hier die Rede analysieren, wenn das in eurem Interesse ist. Lasst uns doch, wie Heimo das schon begonnen hat, konkret die Rede betrachten und nicht das drumherum. Die Rede ist ja auch in Deutschland von Namenschristen (mir fällt kein besserer Begriff ein) und Nichtchristen kritisiert worden. Haben nicht 100 Abgeordnete die Rede geschwänzt? Kritik kommt also keineswegs nur von Adventisten. Man findet massenhaft Protestnoten, wenn man "Papstrede" und "Bundestag" in Google eingibt.

      Diesen Link habe ich gefunden zur konkreten Papstrede

      papst-in-deutschland.de/filead…2011_SH_2_Bundestag_B.pdf

      Warum nicht anhand dessen die Rede sich mal anschauen?
    • Ich fange mal an damit:

      Papst vor dem Bundestag schrieb:

      Es ist mir Ehre und Freude, vor diesem Hohen Haus zu sprechen – vor dem Parlament meines deutschen
      Vaterlandes, das als demokratisch gewählte Volksvertretung hier zusammenkommt, um zum Wohl der
      Bundesrepublik Deutschland zu arbeiten. Dem Herrn Bundestagspräsidenten möchte ich für seine Einladung zu
      dieser Rede ebenso danken wie für die freundlichen Worte der Begrüßung und Wertschätzung, mit denen er mich
      empfangen hat. In dieser Stunde wende ich mich an Sie, verehrte Damen und Herren – gewiß auch als Landsmann,
      der sich lebenslang seiner Herkunft verbunden weiß und die Geschicke der deutschen Heimat mit Anteilnahme
      verfolgt. Aber die Einladung zu dieser Rede gilt mir als Papst, als Bischof von Rom, der die oberste Verantwortung
      für die katholische Christenheit trägt. Sie anerkennen damit die Rolle, die dem Heiligen Stuhl als Partner innerhalb
      der Völker- und Staatengemeinschaft zukommt. Von dieser meiner internationalen Verantwortung her möchte ich
      Ihnen einige Gedanken über die Grundlagen des freiheitlichen Rechtsstaats vorlegen.

      Was mir hier auffällt ist, dass sich der Papst "nur" als Oberhaupt der katholischen Christenheit bezeichnet.

      Er bedankt sich dann für die Anerkennung, die ihm seitens des Parlaments entgegengebracht wird. Das ist einerseits verständlich, andererseits auch vereinnahmend, weil er ja auch wissen muss, dass ein Teil des Parlaments nicht damit einverstanden ist, dass er hier redet. Er vereinnahmt aber auch diese Personen! Und hier haben wir das Problem, das die Demokratie mit einem totalitären System wie der katholischen Kirche ja quasi haben muss. Das passt nicht zusammen.

      Es folgt die päpstliche Beschreibung eines freiheitlichen Rechtsstaats:

      Papst vor dem Bundestag schrieb:

      Lassen Sie mich meine Überlegungen über die Grundlagen des Rechts mit einer kleinen Geschichte aus der
      Heiligen Schrift beginnen. Im ersten Buch der Könige wird erzählt, daß Gott dem jungen König Salomon bei seiner
      Thronbesteigung eine Bitte freistellte. Was wird sich der junge Herrscher in diesem wichtigen Augenblick erbitten?
      Erfolg – Reichtum – langes Leben – Vernichtung der Feinde? Nicht um diese Dinge bittet er. Er bittet: „Verleih
      deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden
      versteht“ (1 Kön 3,9). Die Bibel will uns mit dieser Erzählung sagen, worauf es für einen Politiker letztlich ankommen
      muß. Sein letzter Maßstab und der Grund für seine Arbeit als Politiker darf nicht der Erfolg und schon gar nicht
      materieller Gewinn sein. Die Politik muß Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Friede
      schaffen. Natürlich wird ein Politiker den Erfolg suchen, der ihm überhaupt die Möglichkeit politischer Gestaltung
      eröffnet. Aber der Erfolg ist dem Maßstab der Gerechtigkeit, dem Willen zum Recht und dem Verstehen für das
      Recht untergeordnet. Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des
      Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit. „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine
      große Räuberbande“, hat der heilige Augustinus einmal gesagt.1 Wir Deutsche wissen es aus eigener Erfahrung, daß
      diese Worte nicht ein leeres Schreckgespenst sind. Wir haben erlebt, daß Macht von Recht getrennt wurde, daß
      Macht gegen Recht stand, das Recht zertreten hat und daß der Staat zum Instrument der Rechtszerstörung wurde
      – zu einer sehr gut organisierten Räuberbande, die die ganze Welt bedrohen und an den Rand des Abgrunds treiben
      konnte. Dem Recht zu dienen und der Herrschaft des Unrechts zu wehren ist und bleibt die grundlegende Aufgabe
      des Politikers. In einer historischen Stunde, in der dem Menschen Macht zugefallen ist, die bisher nicht vorstellbar
      war, wird diese Aufgabe besonders dringlich. Der Mensch kann die Welt zerstören. Er kann sich selbst manipulieren.
      Er kann sozusagen Menschen machen und Menschen vom Menschsein ausschließen. Wie erkennen wir, was recht
      ist? Wie können wir zwischen Gut und Böse, zwischen wahrem Recht und Scheinrecht unterscheiden? Die
      salomonische Bitte bleibt die entscheidende Frage, vor der der Politiker und die Politik auch heute stehen.

      mir fehlt jetzt ein wenig die Zeit, aber es wäre doch gut, wenn wir diese Rede weiter behandeln, oder? Wenn irgendwie möchlich Schritt für Schritt.
    • tricky schrieb:

      Was mir hier auffällt ist, dass sich der Papst "nur" als Oberhaupt der katholischen Christenheit bezeichnet.

      Die katholische Kirche sieht sich selbst als Gesamtheit aller Christen, was ja durch die Ökumene versucht wird auch in die Tat umzusetzen. Das Wort katholisch steht ja schon für Allgemeinheit.

      mir fehlt jetzt ein wenig die Zeit, aber es wäre doch gut, wenn wir diese Rede weiter behandeln, oder? Wenn irgendwie möchlich Schritt für Schritt.
      Nun ja, ich habe grade die Rede des Papstes im Livestream auf ARD gesehen. Schöne Worte und Lippenbekenntnisse gibt es da wirklich massenhaft. Nur müssen sich die Worte auch zumindest früher oder später mit der Tat decken.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • ich habe die berichterstattung der letzten tage verfolgt und würde ja gerne glauben, dass der papst auch tatsächlich das vertritt was er so in seiner rede erzählt hat. auch würde ich den medien gerne glauben, dass der papst ein alter, weiser, netter mann ist, der um unser aller wohl bemüht ist.
      der bezug zu salomo in seiner rede war sicherlich nicht falsch und sollte zum nachdenken anregen, aber mal ehrlich, in einer woche wird kein mensch mehr davon reden und alles geht seinen gewohnten weg. der rest der rede war mir zu kopflastig und hatte nicht wirklich einen bezug zum evangelium. ok, zugegeben es war eine politische rede.

      ich hab dann noch mal spasseshalber etwas im großen kampf geblättert und wurde durch folgende aussagen wieder auf den boden der tatsachen zurückgeholt:

      Der Katholizismus als Religionssystem stimmt heute nicht mehr als zu irgendeiner frueheren Zeit seiner Geschichte mit dem Evangelium Christi ueberein. Die protestantischen Kirchen befinden sich in grosser Finsternis, sonst wuerden sie die Zeichen der Zeit wahrnehmen. Die roemische Kirche ist weitblickend in ihren Plaenen und in der Art ihres Wirkens. Sie bedient sich jeder List, um ihren Einfluss auszudehnen und ihre Macht zu mehren. Sie bereitet sich auf einen grimmigen und entschlossenen Kampf vor, um die Herrschaft der Welt wiederzugewinnen und alles zu vernichten, was der Protestantismus geschaffen hat.


      Die Protestanten haben sich mit dem Papsttum eingelassen und es beguenstigt; sie haben Vertraege und Zugestaendnisse gemacht, die selbst die Katholiken ueberraschten und die diese nicht verstehen konnten. Die Menschen verschliessen sich dem wahren Charakter der roemischen Kirche und den Gefahren, die von ihrer Oberherrschaft zu befuerchten sind. Sie muessen aufgeruettelt werden, um dem Vordringen dieses so sehr gefaehrlichen Feindes der buergerlichen und religioesen Freiheit zu widerstehen.


      Die roemische Kirche bietet heute der Welt ein aeusseres Bild der Sauberkeit, indem sie ueber ihren Bericht schrecklicher Grausamkeit einen Mantel von Entschuldigungen breitet. Sie hat sich wohl in christlicher Gewaender gehuellte; in ihrem Wesen jedoch ist sie unveraendert. Jeder Grundsatz des Papsttums, der in vergangenen Jahrhunderten Geltung hatte, ist auch heute noch gueltig. Die in finstersten Zeiten erlassenen Verordnungen und Lehren werden noch immer aufrechterhalten. Es taeusche sich niemand!


      Auf das Papsttum trifft genau das von der Prophezeiung gebrauchte Bild zu von dem „Abfall, der da kommen soll”. Es gehoert zu seinem diplomatischen Geschick, immer den Charakter anzunehmen, der am besten seinen Absichten dient.



      Nicht ohne Grund ist in protestantischen Laendern die Behauptung aufgestellt worden, der Katholizismus unterscheide sich nicht mehr so sehr vom Protestantismus wie in frueheren Zeiten. Wohl hat sich manches geaendert, aber nicht das Papsttum. Der Katholizismus aehnelt in der Tat dem heutigen Protestantismus, weil dieser seit den Tagen der Reformation sehr entartet ist.


      tja, war wohl nix mit dem netten, alten onkel.
      LG, CKB

      Römer 8, 38.39: Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten,
      weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes,
      die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
    • tricky schrieb:

      Zitat von »Aaron«
      Ich persönlich bin zwar auch kein Freund vom Papstum und von Katholizismus, finde aber deine Meinung, dass wir zuhören sollten und dann entscheiden sollten, was wir als Richtig oder Falsch beurteilen in ordnung und auch mit der Bibel vereinbar! Denn, auch Paulus, schreibt ja: 1Thess 5,21 Prüft alles, das Gute behaltet!


      Da ich mich mit dem Thessalonicher Text genau auseinandergesetzt habe, muss ich sagen "Prüft alles, das Gute behaltet!" ist hier nicht richtig angewandt. Der Text bezieht sich im Zusammenhang auf Prophetie und der Papst war kein Prophet, als er die Worte sprach, oder? Zumindest kenne ich noch keine prophetischen Teile aus der Rede.
      Sehen wir uns das ganze doch mal im Zusammenhang an:

      1. Thessalonicher 5,12-22


      12 Wir
      bitten euch aber, ihr Brüder, daß ihr diejenigen anerkennt, die an euch
      arbeiten und euch im Herrn vorstehen und euch zurechtweisen,

      13 und daß ihr sie um so mehr in Liebe achtet um ihres Werkes willen. Lebt im Frieden miteinander!

      14 Wir
      ermahnen euch aber, Brüder: Verwarnt die Unordentlichen, tröstet die
      Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an, seid langmütig gegen
      jedermann!

      15 Seht
      darauf, daß niemand Böses mit Bösem vergilt, sondern trachtet allezeit
      nach dem Guten, sowohl untereinander als auch gegenüber jedermann!

      16 Freut euch allezeit!

      17 Betet ohne Unterlaß!
      18 Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

      19 Den Geist dämpft nicht!

      20 Die Weissagung verachtet nicht!

      21 Prüft alles, das Gute behaltet!

      22 Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt!

      Paulus sprich zwar hier auch von Weissagung(Prophetie), aber es ging in diesen Versen nicht nur um Prophetie, so wie ich sie verstehe! Er schreibt ja auch anschließend in Vers 22, dass wir uns von dem Bösen in jeglicher Gestalt fernhalten sollen! Ich denke von daher nicht, dass sich dieses Prüfet nur auf Prophetie bezieht! Aber, selbst falls ich mich irren sollte, denn ich bestehe nicht darauf, dass es so ist, sondern schreibe nur meine Meinung dazu, finde ich nichts verkehrtes daran, was z.B. der Papst gesagt hat zu überprüfen und davon auch etwas Gutes zu behalten!

      tricky schrieb:

      Ich wäre dafür, dass wir Schritt für Schritt hier die Rede analysieren, wenn das in eurem Interesse ist. Lasst uns doch, wie Heimo das schon begonnen hat, konkret die Rede betrachten und nicht das drumherum.
      Ja, das wäre auch in meinem Interesse und ist auch eigentlich das, was ich mit Prüfet alles meinte!


      LG
    • Aaron schrieb:


      Paulus sprich zwar hier auch von Weissagung(Prophetie), aber es ging in diesen Versen nicht nur um Prophetie, so wie ich sie verstehe! Er schreibt ja auch anschließend in Vers 22, dass wir uns von dem Bösen in jeglicher Gestalt fernhalten sollen! Ich denke von daher nicht, dass sich dieses Prüfet nur auf Prophetie bezieht!

      1.Korinther 14:3 Wer aber weissagt, der redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und zum Trost.

      Mit Zukunftsschau hat Prophetie nur indirekt was zu tun, und gehört dann eher als Unterkategorie zur Ermahnung (Wenn....! -> Dann.... !)
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • Hallo Aaron,

      Ich will dir nur erklären wie ich darauf gekommen bin, dass die Prüfung aus meiner Sicht nur für die Prophetie (bzw. Weissagung gilt). In erster Linie war das folgende Kombination, die ich ausprobiert habe:

      V 19 den Geist nicht dämpfen
      V 21 prüft alles, das gute behalten

      das passt irgendwie nicht zusammen, denn sollen wir den hl. Geist prüfen und behalten??, auch nicht bei der Freude aus V.20 oder dem Gebet aus V.17 . Deshalb schloß ich daraus, dass es konkret um die Weissagung geht. Denn da passt es. Man soll Weissagung nicht verachten!, aber man soll sie prüfen. Und nach der Prüfung gibt es zwei Möglichkeiten, das gesamte Gute behalten, das gesamte Böse verwerfen (oder halt sich fern halten). Es ist ganz wichtig, dass man auch weiß, dass lt. Mt. 7,15-20 ein fauler Baum keine gute Frucht bringt. Und das bezieht sich wiederum auf Propheten und Prophetie!
      Deshalb ist es kein Rosinenpicken, bei Weissagung, sondern ein klares Prüfen ob Gut oder Böse. Und damit einhergehend eine Gesamtentscheidung für die Prophetie, oder dagegen.

      Aber wir sind hier ein wenig off topic. Die Papstrede fällt mMn nicht unter Prophetie. Warum soll man sich die Papstrede nicht abgesehen von diesen Versen ansehen? Einfach um sich darüber Gedanken zu machen. Ich denke, dass da nichts dagegenspricht. Nur nicht unter der Prämisse, prüft alles und pickt euch die Rosinen raus. Davor würde ich warnen.

      Aaron schrieb:

      Ja, das wäre auch in meinem Interesse und ist auch eigentlich das, was ich mit Prüfet alles meinte!

      Das ist jetzt natürlich nur mehr spitzfindig und bitte entschuldige das bei mir. Es war nur mein letztes Predigtthema und ist schon seit Jahren ein Thema, "Prüft alles und das Gute behaltet" ist ein leidiges Thema in der Gemeinde, weil damit alles und jedes gerechtfertigt wird. Ich habe dann mal jemanden gefragt, ob ich nicht auch Drogen prüfen soll und die guten dann behalten. Verstehst du, was ich meine. Das ist ein Extrembeispiel, aber es geht einfach nicht, das man die Beschäftigung mit allem und jedem mit diesem Vers begründet. Denn schlußendlich ist die Aufforderung von Paulus "Weissagung verachtet nicht" keine freiwillige Sache, sondern ein Befehl sich mit etwas auseinanderzusetzen. Und das kann ja nun für die Papstrede nicht wirklich gelten. Jeder Christ MUSS sich damit auseinandersetzen, weil man das nicht "verachten darf". Das ist meine Begründung...
    • Ich denke, es gibt zwei Ansätze (extrem ausformuliert):


      1. Man meint Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vollständig im "Grossen Kampf" beschrieben zu finden. Was dort nicht steht, geschieht nicht, bzw. ist nicht relevant. Und alles muss nach den dort gegebenen Deutungsmustern rezipiert werden.
      2. Man meint, man muss das politische und religiöse Umfeld beobachten und kann dabei (trotzdem) sehen, wie sich die Endzeit hin zur Wiederkunft Jesu entwickelt. Was zum Guten oder Bösen wirkt und welche Früchte etwas bringt muss beobachtet und sorgfältig abgewogen werden.

      Jeder, wie er meint.

      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • Ich denke mal die Methoden haben sich gewandelt, die Ansichten nicht. Wie hat Benedikt doch so schön (sinngemäß) gesagt: Jenseits der Katholischen Kirche gibt es keine Kirchen. Ich sehe ihn nicht als netten Herrn sondern als ein intellektueller Fundi.

      Es gibt einen Spruch den ich mal gehört habe der hier gut zutrifft. Denkst du noch theologisch oder hast du schon Jesus gefunden?
    • Also ich habe einiges von Ratzinger/Benedikt gelesen und finde Deine Bemerkung nicht gerechtfertigt.

      So ein ausgezeichnetes Buch (2 Bände) über Jesus, wie das von Benedikt hat bei uns in den letzten hundert Jahren niemand verfasst. Und nach meinem Empfinden drückt es tiefen und biblisch fundierten Glauben aus. Dass dazu noch katholische Irrlehren kommen, ist dabei unbestritten.

      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • Ich will es mal so ausdrücken: auch die Pharisäer lagen so falsch nicht auf der einen Seite (die Gebote halten das war im Prinzip ja nichts falsches, versuchen Gottes Willen zu tun auch nicht, der Eifer für Gott auch nicht). Aber wir wissen auch wie Jesus über sie gedacht hat und da ist es dann. Das alleine reicht eben nicht und so sehe ich auch den Papst. Sicher er schreibt viel Kluges und richtiges, den guten Willen spreche ich ihm nicht ab, aber zum Kern von Jesus ist er nicht vorgedrungen. Er ist in seinen Glaubenstradtitionen und Dogmen stecken geblieben und ich vermute mal das er weder in der Lage noch willens ist, sich aus dieser Kette zu befreien, denn dann müsste er zur Erkenntnis gelangen, dass alles wofür er steht im Großen Ganzen falsch ist. Nikodemus hat es nach Jahren gekonnt, Paulus auch, also sollte man auch Benedikt nicht aufgeben, aber ich befürchte er ist auf der selben Stufe wie die Pharisäer: Viel Theologie und wenig gelebtes Christentum, viel Wissen und wenig Herz, viel Katholizismus und wenig Jesus. Umso tragischer, da es tatsächlich so ist, dass er nahe dran ist zur Erkenntnis (das kann man sehen wenn man seine 2 Bücher über Jesus liest) aber den letzten Sprung nicht tut oder nicht mehr tuen kann oder schlimmstenfalls nicht tuen will.
    • Der Papst ist der gegenwärtige Hohepriester der antiken heidnischen Religion

      Der 84jährige Joseph Ratzinger Benedikt YVI., der 8 Sprachen beherrscht und viele Jahre als Theologieprofessor in Regensburg katholische Theologie lehrte ist für mich ein älterer Herr, der Christ ist im System der katholischen Kirche, in die er mit der Priesterweihe (1951) hineingewachsen ist. Ich besitze Band 1 von Ratzinger´s Jesus von Nazareth-Trilogie. Interessant zu lesen. Ich besitze aber auch das Buch von Walter Veith ´Auf die Wahrheit kommt es an´ (ISBN 3-9809109-0-3). Walter Veith stellt auf den Innenseiten seines Buches (Seiten 229-252) bildlich so schön dar, dass das System der katholische Kirche bzw. deren Lehre eine Art Vermischung von ursprünglichem Christentum und Heidentum ist. Die katholische Kirche benutzt Pinienzapfen als Fruchtbarkeitssymbole ebenso wie die runde Hostie als Symbol der Sonne und weitere heidnische Sonnenanbetungssymbole. Maria und Madonna mit dem Kind, so Walter Veith nehmen in der katholischen Kirche heute den Platz der früheren Isis und Horus aus dem antiken Griechenland ein. Die Gottesmutter Maria nimmt den Platz der heidnischen Göttinnen als Königin des Himmels ein, sie ist die neue Mittlerin. Im heutigen Katholizismus steht die Marienanbetung ebenso mit Grotten, Höhlen, antiken Höhen im Zusammenhang. Der Katholiszismus praktiziert die Totenverehrung, obwohl sie nach der Heiligen Schrift verboten ist. Der Papst ist der gegenwärtige Hohepriester der antiken heidnischen Religion - der einzige, der die Sonnentür öffnen darf, um ZUgang zu den verstorbenen Seelen zu ermöglichen. Der Papst verwendet okkulte Handzeichen und Zeichen wie den geflügelten Drachen. Die Mitra des Papstes hat ihren Ursprung im babylonischen Heidentum ebenso wie der Gebrauch von Weihwasser.

      Wenn man das liest was der Walter Veith da in seinem Buch schreibt, also wenn das stimmt, dann stehen einem "die Haare zu Berge". Ich denke mal, dass die Adventisten dem Urchristentum des Jesus Christus viel näher sind als der Katholizismus. Martin Luther wollte zu den Ursprüngen zurück und Ellen White ebenso, weil der Katholizismus irgendwohin auslief und okkulte Formen annahm, aber nicht mehr im Sinne des Jesus Christus wie es ursprünglich war.