Eure Ernährung?

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    • Meine Ernährungsweise ist durch meine Lebensgeschichte geprägt. Meine Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft von der es sich nur schwer leben hat lassen, daher haben wir uns so weit wie möglich selbst versorgt (später dann wurde diese im Nebenerwerb geführt). Das hat bedeutet, dass es bei uns fast ausschließlich Schweine- und Hasenfleisch zu essen gegeben hat. Damit verbunden habe ich live miterlebt, wie Hasen geschlachtet und ihnen das Fell abgezogen wurde, wie Schweine geschlachtet wurden, wie Hühnern der Kopf mit einem Beil abgeschlagen wurde (so werden Hühner auch industriell geschlachtet, sie werden an den Beinen aufgehängt und es wird ihnen der Kopf abgetrennt). Nebenher haben meine Eltern die gemeindeeigene Brückenwaage betreut, wo alle Rinder abgewogen wurden, die an Viehhändler und Fleischhauer verkauft wurden. Da in meiner frühen Kindheit die Strukturen bei uns noch sehr kleinbäuerlich waren, wurden noch nicht so große Viehtransporter verwendet, wie das jetzt der Fall ist und um Geld zu sparen, haben die Bauern ihr Stück Vieh vom Wagen heruntergeholt und es ist einzeln gewogen worden. Dabei habe ich viele Rinder gesehen, die große Angst gehabt haben bzw. Stiere, die mit einer Augenblende versehen wurden, da konnte ich zwar nicht die Angst sehen, aber da diese in Ställen ohne Auslauf gemästet wurden, habe ich gesehen, wie schwer diesen Tieren die paar Meter gefallen sind, weil sie doch von der engen Anbindehaltung schon ganz deformiert waren.

      Irgendwann habe ich das alles, was ich da gesehen habe, nicht mehr auf meinem Teller liegen sehen wollen und das war auch der Grund, wieso ich schon mit 13 Jahren zu kochen begonnen habe. Ab diesem Augenblick habe ich mich quasi selbst versorgt. Ohne zu wissen, dass Gott überhaupt Speisegebote erlassen hat, habe ich mich ab dem Zeitpunkt mehr oder minder daran gehalten. Da am Land so viele Produkte, die in meinem vegetarischen Kochbuch enthalten waren, damals sehr schlecht zu bekommen waren, habe ich als Ausnahme ein wenig Rind- und Hühnerfleisch akzeptiert. Meiner Meinung nach muss man bloß auf seinen Körper hören, der sagt einem oft genug, wann es wichtig ist, dass man an der Ernährung etwas verändert. In den Jahren, wo ich neben 30 Überstunden im Monat auch noch Lehrveranstaltungen auf der Uni besucht habe und mich am Wochenende und in Lernurlauben auf Prüfungen vorbereitet habe, habe ich immer wieder von meinem Weg abgehen müssen, wenn vegetarische Ernährung in der Werkskantine bedeutet hätte, dass ich Reis mit Salat oder überhaupt nur Kartoffelsalat alleine essen hätte müssen. Da habe ich dann auch wieder vermehrt Fleisch akzeptiert. Leider ist es verpönt in Vorstellungsgesprächen nach dem Firmenessen zu fragen (so habe ich das bei Bewerbungstrainings jedenfalls gelernt), aber ich versuche bei einem Arbeitsplatzwechsel immer schon vorher herauszufinden, wie die "Ernährungslage" im betreffenden Unternehmen so ist. Ich würde im Monat auf 400 - 500 Euro verzichten, wenn ich dafür einen ordentlichen vegetarischen/veganen Mittagstisch bekommen würde.

      Vielleicht habe ich das schon einmal geschrieben, damit ich vor lauter Controlling/Rechnungswesen/diverse Rechtsmaterien nicht komplett abstumpfe, habe ich als Wahlfach Umweltökonomie studiert. Das im Wahlfach gewonnene Wissen hat mich in meinem Weg bestärkt, dass ich - wenn ich Fleisch esse - dies nur aus biologischer Landwirtschaft beziehe. In einem Beitrag in diesem Thread habe ich gelesen, dass Rinder nur Gras und Heu fressen sollten und dass Zusatzfutter aus Mais/Getreide/Soja schädlich für die Tiere ist und sich auf die Fleischqualität auswirkt. Ich habe das noch nicht verfolgt, aber für mich ist es beispielsweise pervers, dass in Südamerika Unmengen Soja produziert wird, damit weltweit überall Tiere damit gefüttert werden können, die Soja von Natur aus gar nicht zu sich nehmen würden. Früher haben Rinder jedenfalls nur dann Getreide und andere Dinge zusätzlich zu fressen bekommen, wenn das Heu auszugehen drohte und der erste Grünschnitt im Frühling noch nicht möglich war. Ich kann es auch schwer mit meinem Gewissen vereinbaren, dass ich Fleisch esse, obwohl ich weiß, dass dafür Unmengen an Futterstoffen benötigt werden, die Ackerfläche besetzen, die dafür verwendet werden könnte, dass Nahrungsmittel für die Hungernden in dieser Welt angebaut werden könnten.

      Worauf ich leider sehr schwer ganz verzichten kann, ist Milch/Butter/Schlagobers/Rahm/Käse. Im Gegensatz zu früher gibt es aber heute leckere vegane Aufstriche und wirklich gute Milchersatzprodukte, man muss die Alternativen nur ausprobieren. Seit heuer esse ich beispielsweise mein Frühstücksmüsli mit Sojajoghurt, das habe ich mir lange nicht vorstellen können. Im Winter esse ich das Müsli mit Banane, aber ab dem Moment, wo es frische Beeren gibt (derzeit Erdbeeren), mische ich solche hinein. Milchjoghurt musste ich immer etwas zuckern, weil die Beeren sonst zu sauer gewesen wären, bei Sojajoghurt ist das nicht notwendig. Schokolademilch schmeckt mit Getreidemilch bestens, auch bei Pudding merkt man kaum einen Unterschied. Es geht daher ganz leicht, dass man die Mengen sehr stark reduzieren kann ohne geschmacklich Einbußen zu erleiden. Es ist außerdem bekannt, dass Sojaprodukte für Frauen ganz besonders wertvoll sind.



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    • Jacob der Suchende schrieb:

      Die Frage war nicht, wie man sich vegetarisch, sondern wie man sich vegan auf gesunde Weise ernähren kann? Und dazu brauche ich viele Informationen. Hülsenfrüchte hin, Nüsse her.. diese Anleitung reicht mir bei weitem nicht aus. Auch was W.Veith in seinen kurzen Videos sagt, ist für mich nicht ausreichend. Der Körper braucht eine reiche, ausgewogene Ernährung, und dafür muss man wissen, wie man das Essen zubereiten kann und in welchen Mengen, damit alles Notwendige da ist. Ich habe schon mal versucht, mich fast vegan zu ernähren, und musste ziemlich stark abnehmen. Die gleiche Erfahrung mit komplett veganer Ernährung hat meine Frau gehabt. Man nimmt sehr ab, hat ständig Hunger und bekommt noch weitere Probleme wie Müdigkeit, Schwindel und vieles mehr. Ständig zu essen, um Hunger zu stillen, das ist sicherlich nicht der Sinn der Sache. So viel Geld hat man auch nicht. Dass dir, @ingeli, ab und zu ein yoghurt ausreicht, kannst du so nicht auf andere verallgemeinern. Die Menschen sind unterschiedlich, auch reagiert der Körper je nach Alter unterschiedlich.


      Diesen Effekt kann man gut nutzen, wenn man tatsächlich abnehmen möchte. Ich musste im letzten Jahr binnen weniger Wochen meine ganze Diplomarbeit schreiben und noch für eine Prüfung lernen, das habe ich nur geschafft, indem ich mich mit vielen ungesunden Dingen vollgestopft habe (mein Gehirn benötigt bei großer Anstrengung beispielsweise viel Schokolade). Da hat mein Körper darauf so reagiert, dass ich auch noch zugenommen habe, wie ich schon längst die ganzen ungesunden Sachen wieder weggelassen habe. Da der Winter so lange gedauert hat und ich jetzt auch noch durch meine Pollenallergie etwas an der Sportausübung gehindert war, versuche ich es gerade mit dem Buch "Vegan for fit" von Attila Hildmann. Darin enthalten sind viele vegane Rezepte, wo man ohne zu hungern abnehmen kann. Wenn man von Natur aus schlank ist und/oder einen hohen Energieumsatz hat, kann vegane Ernährung ohne notwendiges Wissen dahinter sicher zu Probleme führen.


      Jacob der Suchende schrieb:

      Noch etwas. E.White hat geschrieben, dass es falsch ist, sich auf eine vegetarische oder gar vegane Ernährung umzustellen, ohne zu wissen, wie man sich sonst ausreichend ernährt. Bei uns Adventisten wird viel gesagt, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung gut ist, aber kaum, wie man den Ausgleich wieder schafft. Eine ausführliche Anleitung ist notwendig. Außerdem hat sie bestimmten Menschen empfohlen, Fleisch zu essen, die gewisse Probleme hatten. E.White war immer gegen jede Form des Radikalismus.


      Das kann man nicht oft genug schreiben. Vegetarismus kann meist nicht bedeuten, dass man plötzlich das Fleisch weglässt, aber sonst nichts an seinen Ernährungsgewohnheiten ändert. Bei veganer Ernährung ist es noch schwieriger. Man benötigt eine Zeitlang, bis man ein Gefühl dafür entwickelt hat, wie man sich optimal ernähren soll. Ein Beispiel ist, dass man für eine bestmögliche Aufnahme von Calcium Vitamin C benötigt. Eine Orange zur richtigen Zeit kann daher in dem Zusammenhang sehr hilfreich sein.
    • Ich versuche mich ausgewogen zu ernähren. Für mich gehört da auch Fleisch dazu, aber ich kann auch problemlos ohne sein. Oftmals wird ja gesagt, dass wegen dem übermässigen Fleischkonsum Soja um die halbe Welt gekarrt werden muss. Ok das finde ich auch schlecht, aber ich verstehe nicht, dass es auf der andern Seite dafür ok ist vegan zu leben, und man dazu auch Lebensmittel um die halbe Welt karrt. Das Problem liegt meines erachtens nicht am Fleischkonsum, sondern an unserem Konsumverhalten generell. Beim Fleisch will man Beispielsweise nur Filet und Steaks essen, beim Gemüse und Obst muss alles immer superschön aussehen, wir wollen das ganze Jahr alle Gemüse- und Fruchtsorten zur Verfügung haben etc. Würden alle nur lokale Produkte und Saisongerecht einkaufen und konsumieren würde sich die ganze Diskussion erübrigen. Wohlverstanden ich habe nichts gegen Veganer und Vegetarier, aber ich glaube diese Betrachtungsweise ist ebenso einseitig, wie übermässiger Fleischkonsum, Massentierhaltung etc.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Ich weiß nicht ob das schon mal gepostet wurde aber bei Bayern2 gibts einen hörenswerten Podcast.
      Hier wird sogar eine Studie der Adventisten erwähnt und angesprochen.

      cdn-storage.br.de/MUJIuUOVBwQI…ismus---Fuer-und-Wide.mp3
      Der Narr spricht in seinem
      Herzen:
      "Es gibt keinen Gott!"
      Psalm 14: 1

    • Das kann man nicht oft genug schreiben. Vegetarismus kann meist nicht bedeuten, dass man plötzlich das Fleisch weglässt, aber sonst nichts an seinen Ernährungsgewohnheiten ändert. Bei veganer Ernährung ist es noch schwieriger. Man benötigt eine Zeitlang, bis man ein Gefühl dafür entwickelt hat, wie man sich optimal ernähren soll. Ein Beispiel ist, dass man für eine bestmögliche Aufnahme von Calcium Vitamin C benötigt. Eine Orange zur richtigen Zeit kann daher in dem Zusammenhang sehr hilfreich sein.[/quote]

      Nicht vergessen : Vitamin B12 - Tabletten aus der Apotheke, die sind billig !. Und wahrscheinlich auch Vitamin D - auch aus der Apotheke , 1 Tropfen Oleovit D3 täglich in das Muesli !
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Neulich, wir reden nach der Gemeinde - über das Reformhaus schräg gegenüber (Mit frischen Paradeiser aus einem nahegelegene Klostergarten - zum Beispiel!) welch ein Segen! - - ein jungvermähltes Paar, beide bescheiden berufstätig: Beide nicht im Einfamilienhäuschen mit Garten dahinter und der Zeit dazu, diesen zu bebauen: "Das ist uns leider zu teuer! Also Billa, Spar, Normparadeiser aus Spanien, vakuumverpackt, (schmecken nach Garnichts).

      Das örtliche Establishment kauft im Reformhaus.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -