Blog-Artikel von Seele1986

    Eine Frau kommt zum Grab Jesu. Es ist Maria; nicht seine Mutter, sondern Maria von Magdala, eine Jüngerin Jesu, die ihn sehr geliebt hat.

    Sie kommt frühmorgens, am ersten Tag der Woche, dem Sonntag, um das Grab zu sehen, vielleicht um den Leichnam zu behandeln, wie es damals Sitte war, vielleicht einfach nur um allein zu sein und zu trauern und nachzudenken. Sie sieht das Grab in der Dämmerung geöffnet und erschrickt, befürchtet, man habe den Leichnam gestohlen, die Totenruhe geschändet, nicht mal hier habe er endlich Ruhe von alledem, was ihn umgebracht hat, von diesen ganzen Intrigen und Fehden, dieser Verachtung und diesem Hass.


    Sie kennt sie, diese Verachtung. Vor wenigen Jahren war sie eine Verachtete gewesen, besessen von Geistern, irre, wahnsinnig, krank im Geiste, aus der Gesellschaft und dem Leben ausgestoßen, untragbar für das Miteinander unter Menschen, unzugänglich für Worte und Berührungen, Blicke nicht erwidernd, auch Zuneigung nicht annehmend …

    Aus Gründen, wer kennt die

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    So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.

    Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden, genannt von Gott ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks. (Hebr 5,8-10)


    Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die Sünde. (Hebr 10,18)


    In diesem Moment ruht er; zumindest in der Liturgie unseres Osterfestes.

    Er wurde, nachdem er gestorben war, vom Kreuz genommen, da am Sabbat die Leichname der Gekreuzigten nicht hängenbleiben sollten.

    Ein Jünger Jesu, Josef von Arimathäa, bat Pilatus darum, den Leichnam Jesu abnehmen und bewahren zu dürfen.

    Er wurde behandelt, in Leinen gewickelt und in einem Garten nahe Golgatha in ein Grab gelegt.
    Hatte er zuvor in einem Garten, Gethsemane, in der Nacht Todesangst gelitten, gefleht und geweint, so sollte er nun in diesem Garten begraben liegen nach all dem Schmerz, den Tränen und dem Leid. Hatte sich zuvor, wie die

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    Der Tag seines Leidens und Todes. Er hat sich also dem Willen seines Vaters ergeben und sich auf den Weg gemacht, den er gehen muss.

    In der Nacht im Garten Gethsemane kamen römische Soldaten und Knechte der Priester, von dem Verräter Judas geleitet, und verhafteten ihn.

    Simon Petrus, sein Jünger, wehrte sich zunächst, wollte seinen Meister verteidigen und schlug einem der Soldaten mit dem Schwert ein Ohr ab. Jesus rief ihn zur Ruhe und heilte den Soldaten. Denn wer die Botschaft Gottes mit Gewalt durchbringen will, den hört man nicht mehr, er hat dem anderen das Ohr genommen;

    wer sie aber mit Ruhe und Sanftmut den Menschen bringt, der findet Gehör, der heilt vielleicht sogar das Hören und Verstehen eines Menschen.
    Da dient Jemand der Obrigkeit dieser Welt, der Staatsmacht, der Ordnung und Ruhe, da dient Jemand der religiösen Elite, der Priesterschaft, dem Kultus,

    da blickt Jemand auf den Menschensohn, einen einsamen, einen einfachen, einen mittellosen, einen schwachen, und fragt sich: Ist

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    Hier ist Jesus zum letzten Mal so mit seinen Jüngern zusammen.

    Er ist mit ihnen zusammen und gleichzeitig einsam, wie so oft in seinem Leben: mit ihnen zusammen, mit ihnen verbunden, und gleichzeitig einsam.

    Wie bei vielen gemeinsamen Mahlzeiten, bei Feiern und Gastmählern, bei versammelten Menschenmengen, die ihn hören, die ihn sehen, die ihn berühren wollen,

    er ist voller Anteilnahme, voller Freude, er lebt gerne und genießt es, mit den Menschen zu sein.

    Gleichzeitig – wenn sein Blick über die Menge geht, über die Hochzeitsgäste oder seine Jünger hier am Tisch – nimmt sich etwas in ihm zurück und sagt: Meine Kinder!,

    sagt es zu Menschen, die älter sind als er, die mehr und länger gelebt haben, die erfahrener und weiser sein müssten; sein Blick auf ihnen, sagt er es ihnen: Meine Menschenkinder!,

    sieht alldas Leben, all die Widrigkeiten, all die Entbehrungen, all die Sorgen, all die Verlassenheit und Not des Menschen in dieser Welt, sieht all die Unzulänglichkeit und Unvollkommenheit.

    Hier

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    VOM WESEN GOTTES



    DER VATER


    „Lerne zuerst den Vater kennen“, heißt es im Brief an Diognet1, der „die Menschen geliebt“ und ihnen gegeben hat, ihn zu erkennen. Und dies ist auch der Anfang der ganzen Erzählung – der biblischen Schriften – dass ein Einziger wahrer Gott, Schöpfer und Vater aller Dinge ist, aller Welten, der Himmelssphären und Gestirne, der Erde und allem auf ihr, Meere und Landschaften, Pflanzen, Tiere und von uns Menschen, da alles von ihm erschaffen ist.

    Dass er aber der Vater ist, und nicht bloß Schöpfer und Baumeister der Welt, ist eine Erkenntnis, die allein dem Menschen vorbehalten ist, welchem Geist, Vernunft und Rede gegeben ist. Denn die Tiere und Pflanzen folgen zwar treu dem Gesetz des Lebens und der Natur, wie es einem jeden beschieden ist, wissen aber nichts von dem Schöpfer und Vater. Daher ist es – in den alten Zeiten wie auch heute – kein Fortschritt, wenn der Mensch sich einfach nur als ein Tier begreifen und sich der Natur ergeben will, und auch kein

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