Zeugen Jehovas und Adventisten: Differenzen in der Lehre

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    • Nachtperle schrieb:

      Ich finde es gut, dass du mit ihnen sprichst. Denn meist wird ihnen ja die Türe vor der Nase zugeworfen. Ich denke aber - so wie du - dass das eine gute Missionsmöglichkeit ist. Und sie kommen sogar ins Haus... sta_hisf
      Dem kann ich mich nur anschleißen, denn die Saat ist gesät, vielleicht wird es mal zur Frucht bringen. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrungen nur sagen, das ein Austausch sehr problematisch ist, denn die Besucher kommen mit der "_WIR_ sind die Lehrer-Einstellung", d.h. das bei gegnerischen Argumenten "auf Durchzug" geschaltet wird um sich nicht verwirren zu lassen, was die Sache sehr problematisch macht. Trotzdem liegt alles in Gottes Händen, das Zeugnis geben ist immer gut - es ist ja unsere Aufgabe.
      Viele Grüße,
      h264
    • Stofi schrieb:

      So kommen die Zeugen zu mir... schon seit 10 Jahren, schön abwechselnd. Zwischen zwei Turnusen habe ich ca 2-3 Wochen Pause, und dann geht es wieder mit anderen Zeugen weiter ........... mich freut das, da ich im eigenem Hause Zeugnis abgeben kann und nicht von Tür zu Tür gehen muss. Das könnte ich, wahrscheinlich, nicht.


      Cool! Finde ich eine gute Stellung... 1mief8 hyppxg
      Liebe Grüße, Heimo
    • Nachtperle schrieb:

      Das ist aber nicht die Regel bei den ZJ, dass gleich mal 5 Mann hoch vor der Tür stehen. Dass sie eventuell keine Antwort auf deine Fragen parat haben, glaube ich da schon eher. Obwohl sie in Antworten ja nicht so schnell verlegen werden. Meist treffen sie ja keine bibelkundigen Personen an. Da ist eine Antwort leicht und schnell gegeben. Wenn aber jemand die Bibel gut kennt, haben sie es schon schwerer. glotzXDhhdf
      Stimmt, das ist nicht die Regel, aber wenn du ihnen mit einer dieser Fragen mit ihren eigenen Argumenten, bzw. ihrer eigenen Lehre beweist, dass sie als Kirche aus Jesus den größten Spiritisten aller Zeiten machen........ dann wird es für sie sehr ernst und sie alarmieren alles, was geht. Zumindest haben sie es bei mir so gemacht. Und doch kommen sie da nicht heraus. Dafür durften sie sich etwas von mir anhören und die sogenannte Problematik biblisch gelöst erfahren.

      Wir sollen säen, aber das Wachstum gibt der HG.
    • Freundschaftswerbung

      Ich habe vorhin die Bekannte getroffen, die sich mit den Zeugen trifft. (Ist übrigens auch die Dame mit dem Flachbildfernseher.) Bei der Gelegenheit berichtete ich ihr von meiner Anfrage über die ZJ hier ins Forum und kündigte ihr an, ihr den Link zum STA-Forum zu schicken, so dass sie sich selber durchlesen kann, was Ihr zu der Frage geschrieben habt.

      Was die Prämie angeht, ich nehme den Thermokaffeebecher in modischem Veneziarot mit einhändig bedienbarem Komfortdeckel und optinalem Trageriemen aus alpengetestetem reißfestem Plexofixgewebe. ;)

      Grüße
      Daniels
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19
    • Hallo, Baptist.

      Warum die Darbysten gefährlicher als die Zeugen Jehovas sind, ist eine ziemlich lange Geschichte. Das hängt mit ihrem Gründer John Nelso Darby zusammen. Er war ursprünglich anglikanischer Priester, machte sich dann aber selbständig und lebte von den Erträgnissen seines geerbten irischen Rittergutes. Er war, wie viele in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Verweltlichung der Landeskirche unzufrieden. Dann fand er Anschluss in religiösen Kreisen in Irland, denen es ähnlich erging. Später freundete er sich mit Georg Müller aus Bristol (dem Waisenvater) an, der eine ähnliche Einstellung aus Deutschland mitgebracht hatte. Darby forschte eifrig in der Bibel, übernahm aber auch Lehren von der Kirche, die er für richtig fand. Im Laufe seines Lebens änderte er so ständig seine Ansichten, und wenn eine Gemeinde dann nicht mit machte, trennte er sich von ihr und gründete eine neue Gemeinde. Die von ihm hinterlassenen Gemeinden waren untereinander oft um Kleinigkeiten dann auch sehr stark zerstritten. Das ist teilweise bis heute so. Als er starb, hatten sich selbst seine treuesten Freunde aus früheren Tagen von im los gesagt.

      Zur Lehre ist zu sagen, dass Darby mit dem Dispensationalismus eine völlig neue Sicht auf die Heilsgeschichte entwarf. Entscheidend ist dabei, dass Jesu erste Ankunft eigentlich auch seine letzte hätte sein sollen. Gott wurde von der Ablehnung Jesu durch die Juden völlig überrascht. Deshalb gründete er eine neue Heilsepoche, die christliche Aera, und setzte die Epoche seines Volkes Israel zunächst beiseite.
      An dieser Stelle übernahm Darby die jesuitische, gegenreformatorische Auslegung vom Antichristen in den letzten 7 Jahren der Weltgeschichte, wofür man von den 70 Jahrwochen die letzte Woche künstlich abtrennte und ans Ende der Welt verlegte. Das ganze wurde dann durch eine irvingianische Prophetin bestätigt, in deren Haus der ledige Darby einige Zeit verkehrte. In diesen letzten 7 Jahren werden die halb bekehrten Juden dann die ganze Welt bekehren und der Antichrist für 3 1/2 Jahre (1260 Tage) eine Schreckensherrschaft aufrichten.

      Die wahren Gläubigen aber (die Darbysten) erleben diese Zeit nicht mehr mit. Sie werden vorher alle bei der ersten Wiederkunft Jesu heimlich und plötzlich entrückt. Darüber hat der Baptistenpastor Jim LaHaye eine Romanserie verfasst (The Left Behind), durch die er Millionär wurde. Nach den 7 Jahren kommt dann Jesus ein 2. Mal wieder, diesmal zum Gericht, und errichtet auf dieser Erde ein 1000-j. Friedensreich. Dies werden er und die Darbysten dann vom Himmel aus regieren. Darnach beginnt die ewige Neue Erde, aber auch das genau so ewige Höllenfeuer für die Verdammten.

      Darbysten behaupten auch, wer sich einmal bekehrt hat, kann sein Heil nie mehr verlieren. Fällt er aber trotzdem ab, so war er von Anbeginn an nicht echt bekehrt.

      Darbysten glauben mit Hingabe an eine unsterbliche Seele.
      In der Tauffrage ist es nicht so wichtig, ob Kinder- oder Glaubenstaufe.
      Da sich die verschiedenen Heilsepochen oder Dispensationen in der Bibel wiederspiegeln, glauben die Darbysten auch, dass für Christen nur das Johannesevangelium mit Apostelgeschichte und die Briefe relevant sind. Alles Andere gehört zu anderen Dispensationen. Es ist zwar nützlich zu lesen, hat aber keine verpflichtende Bedeutung für Christen. Darunter fallen auch die 10 Gebote.

      Ihre Sicht auf die Bibel verbinden Darbysten mit einer futuristischen Auslegung der Prophetie, insebsondere der Offenbarung. Dort gelten nur die Kap. 1-3 für die christliche Zeit, der gesamte Rest ist "Zukunftsmusik".

      Großen Wert legt man auf das wöchentliche Abendmahl, welches aber nur "würdige" miteinander nehmen. Das war schon bei Darby so, und es hat sich bis heute erhalten. Dazu gehört auch, dass Männer und Frauen getrennt im Gottesdienst sitzen, Frauen nicht mit fremden Männern über den Glauben reden dürfen und eine sog. "Heiligenfrisur" tragen (Haare nicht abschneiden, sondern zu einem Knoten hoch gesteckt). Besucher müssen in der letzten Reihe Platz nehmen. Gesungen wird mehrstimmig, aber ohne Instrument.

      Darbysten haben auch ihre eigene Bibelübersetzung, die Elberfelder Bibel, ähnlich wie die Zeugen Jehovas.

      Das Gefährliche an den Darbysten ist es, dass sie ein ganzes System haben, welches sie der Bibel überstülpen. Dabei trägt ein Teil das andere. Fällt eines, fällt alles zusammen. Da aber eins das andere stützt, kann keins umfallen. Wir hatten einen Bruder, der ein langjähriges, treues Gemeindeglied war und in dessen großelterlichem Haus die Elberfelder Bibel entstand. Als er Adventist wurde, gab es einen fürchterlichen Glaubenskampf für ihn, der von der ganzen Gemeinde im Glauben und Gebet mit getragen wurde. Es ist ungeheuer schwer, einen Darbysten mit der Bibel zu überzeugen, da er die gleichen Bibelsatellen, aber eben in seinem dipensationalistischen Sinn benutzt.

      Meine Großmutter, die die Anfänge des Darbysmus im Rheinland miterlebte, gab ihrer Familie für die Zukunft mit: "Kinder, die Darbysten sind schlimmere Bibelverdreher als die Ernsten Bibelforscher"

      Teilweise kann man die frühen Streitereien der Darbysten auch im Internet verfolgen. Es gibt da Foren über die "Brüdergemeinden"

      Ihr modernes System der Bibelauslegung stellen die Darbysten ganz harmlos als das einzig richtige christliche Bibelauslegungssystem vor. Sie wehren sich mit Händen und Füßen, Darbysten oder Dispensationalisten genannt zu werden. Sie behaupten schlicht und einfach, "die" Christen zu sein, und weigern sich, sich einen Namen zu geben. Das unterscheidet sie von den Zeugen Jehovas. Es gibt nur eine kleine, besondere Gruppe unter ihnen, die sich die "Exklusiven" nennen. Ansonsten laufen sie meist unter "Brüdergemeinden" oder "christliche Gemeinde".

      Libe Grüße von benSalomo.
    • Hallo zusammen.
      Wer mit ZJ in seiner Wohnung diskutiert, muss Einiges an Hintergrundwissen haben. So ist z.B. jeder gesunde ZJ verpflichtet, monatlich eine gewisse Anzahl von Sunden von Haus zu Haus zu gehen oder auf der Straße mit dem Wachtturm zu stehen. Andernfalls, so werden sie belehrt, ist ihr Eingang "ins neue Reich Gottes" gefährdet. Eine alte Dame, die kaum noch gehen konnte, kam früher regelmäßig zu uns, weil sie wusste, dass sie willkommen war und auch eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen bekam. Weil sie wusste, dass wir STA waren, begann sie gar kein Gespräch mehr über den Glauben (sie hatte ein paar mal den Kürzeren gezogen und musste die Antwort schuldig bleiben) , sondern blieb mehr im Allgemeinen über die "Schlechte Zeit". Einmal bedankte sie sich bei meiner Frau, dass sie immer kommen könne, denn so könne sie die ihr auferlegte "Dienststunden-Zahl" erfüllen.

      In der ZJ-Gemeinde oder im Nebenraum hängt oft eine Tafel mit den Namen der Gemeindeglieder und daneben eingetragen die Anzahl der Stunden, die man von Haus zu Haus gegangen ist. Auch das verteilte Schrifttum wird dabei erfasst. Dort kann sich dann jeder vergleichen.

      Zum öfteren Wechsel der Besucher: Viele Leute sagen den ZJ, dass sie nicht mehr besucht werden möchten. Trotzdem kommen dann ein paar Wochen später wieder neue ZJ an die Tür. Ich sprach einen Leiter auf dieses Problem an. Seine Antwort: Das haben sie z.B. dem Herrn A. gesagt. Der Herr A. hält sich auch daran und kommt nicht mehr wieder. Aber nach einem halben Jahr wechseln die Besucher das Gebiet. Jetzt kommt Herr B., und dem hat man das noch nicht gesagt. Also klingelt diesmal Herr B, und zwar in der Hoffnung, dass der Wohnungsinhaber diesmal aufgeschlossener sein möchte. Hört er die gleiche Abweisung, kommt dann ein halbes Jahr später Herr C., usw.

      Man muss wissen, dass die ZJ das Einzugsgebiet ihrer Gemeinde in Bezirke aufgeteilt haben und über ihre Besuche Buch führen. Deswegen weiß Herr C. ganz genau, über welche Themen Herr A. vor 1 1/2 Jahren mit mir gesprochen hat und kann da evtl. einhaken. Ich habe das Aufschreibesystem für mich kopiert und damit sehr gute Erfgahrungen gemacht. Denn man kann unmöglich alles behalten.

      Liebe Grüße von benSalomo
    • benSalomo schrieb:

      Viele Leute sagen den ZJ, dass sie nicht mehr besucht werden möchten. Trotzdem kommen dann ein paar Wochen später wieder neue ZJ an die Tür. Ich sprach einen Leiter auf dieses Problem an. Seine Antwort: Das haben sie z.B. dem Herrn A. gesagt. Der Herr A. hält sich auch daran und kommt nicht mehr wieder. Aber nach einem halben Jahr wechseln die Besucher das Gebiet. [...]

      Diese Erfahrung habe ich so nicht gemacht. An meiner Tür erschien eine Zeit lang ein Herr in Begleitung, der sich offensichtlich Hoffnungen machte, mich bekehren zu können, weil ich nicht unhöflich oder unfreundlich zu ihm war. Nach einigen Besuchen an meiner Tür sagte ich ihm, dass es keine Sinn hat, nochmals zu mir zu kommen. Damit war bis heute Ruhe.

      Grüße
      Daniels
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

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    • Hallo benSalomo
      Darbysten haben auch ihre eigene Bibelübersetzung, die Elberfelder Bibel, ähnlich wie die Zeugen Jehovas.
      soll damit gesagt sein die Elberfelder Bibel ist--so wie die NWÜ der ZJ--eine Bibelübersetzung der "darbysten"??, eine Übersetzung aus den eigenen Reihen der Darbysten?

      liebe Grüße aus Wien
      Yokurt
    • Yokurt schrieb:

      Hallo benSalomo
      Darbysten haben auch ihre eigene Bibelübersetzung, die Elberfelder Bibel, ähnlich wie die Zeugen Jehovas.
      soll damit gesagt sein die Elberfelder Bibel ist--so wie die NWÜ der ZJ--eine Bibelübersetzung der "darbysten"??, eine Übersetzung aus den eigenen Reihen der Darbysten?

      Nach meiner Erfahrung, stützt die Elberfelder die Auslegung der Darbyisten am ehesten. Dazu muss ich erklären, dass ich, vom Verständnis her, häuptsächlich durch die adventistischen Lehren geprägt und zur Bibel geführt wurde. Erst als ich im Laufe der Jahre immer unzufriedener mit den adventistischen Lehren wurde, und die Bibel auf eigene Faust studierte, und mit den neu gewonnenen Erkenntnissen an öffentlichen Diskussionen teil nahm, vernahm ich immer mehr von den Lehren Darbys, die sich aber nur wenig mit meinen Erkenntnissen decken.
      Früher mochte ich die Elberfelder gar nicht, habe sie im Laufe der Zeit aber immer mehr zu schätzen gelernt, im Vergleich mit dem Urtext. Erst in letzer Zeit, da ich so viel mit den Lehren Darbys konfrontiert wurde, wurde mir immer klarer, dass die Elberfelder zumindest als Grundlage für diese dient oder dienen kann. Dies betrifft die Übersetzung einzelner Wörter, Zusammenhänge aber auch Versverweise und Fußnoten. Ich denke, dass ich das ziemlich gut beurteilen kann, da ich nicht nur die Lehren inzwischen kenne, sondern auch weiss, wie sie zustande kommen bzw. wie und warum sie durch was gestützt werden.
      Bei den Adventisten ist Darby ja nun kaum bis gar keine Grundlage, aber mein persönlicher Eindruck ist, dass unter den eifrigsten Bibelforschern, die meisten sich bewusst oder unbewusst an seiner Auslegung orientieren.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • Hallo Azatoth,
      guten Morgen,

      danke für deine Infos-------
      meine Frage an benSalomo "soll damit gesagt sein die Elberfelder Bibel ist--so wie die NWÜ der
      ZJ--eine Bibelübersetzung der "darbysten"??, eine Übersetzung aus den
      eigenen Reihen der Darbysten? " ist aber damit nicht beantwortet.

      liebe Grüße aus Wien
      Yokurt
    • Hallo Yokurt,
      du hast benSalomo wohl falsch verstanden. Die Darbyisten haben ihre Bibel (die Elberfelder) so wie die ZJ die ihre (NWÜ) haben. Die auffälligste Gemeinsamkeit zwischen diesen beiden Bibel ist lediglich der Name Jehova, der in der Elberfelder dort auftaucht, wo hebräisch JHWH steht. Es gibt mehrere Gründe warum der Name ausgerechnet so vokalisiert wurde und alle sind mehr oder weniger nachvollziehbar.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • Hallo zusammen.

      Die Bibel der ZJ, die NWÜ, ist in ihrer deutschen Fassung eine Übersetzung aus dem Englischen, also eine Übersetzung einer Übersetzung. Sie ist ganz auf die Bedürfnisse ihrer Lehre zu geschnitten. So wird auch im NT der Name "Jehovah" verwendet, obwohl er in seiner Grundform JHWH dort gar nicht vorkommt. Übersetzt wurde sie von eigenen Leuten der Wachtturm-Gesellschaft, eine Art von Aktien-Gesellschaft mit Geschäftsanteilen.


      Der Name "Jehovah" stammt aus dem Mittelalter aus der Zeit von vor Petrus Galatinus und ist eine Vermengung der Konsonanten von JHWH mit mit den Vokalen des griechischen "Adonai" (Herr) Letzterer Ausdruck wird in der LXX für JHWH verwendet und im NT für Jesus. Es handelt sich also um ein Kunstwort.


      Die Elberfelder Bibel ist etwas anders entstanden. Am Anfang dieser Bibel steht Julius Anton Graf von Poseck aus einem uralten sächsischen Adelsgeschlecht. Früher waren sie katholisch, dann wurden sie in der Reformation evangelisch, mit August dem Starken wieder katholisch und später in preußischen Diensten wieder evangelisch.

      v.Poseck studierte beim damals berühmtesten biblischen Sprachwissenschaftler Prof. Lachmann in Berlin und schloss mit den besten Noten ab. Von mütterlicher Seite her verfügte er über die Erträge eines Rittergutes in Pommern, sodass er als Privatier nicht arbeiten brauchte und sich gant seinen Studien hingeben konnte.

      Neben ihm steht der Volksschullehrer Carl Friedrich Brockhaus aus Breckerfeld bei Hagen i. Westf. Er hatte auf der Rektoratsschule in Breckerfeld etwas Griechisch für den Hausgebrauch gelernt, war aber von Beruf Lehrer an der Armenschule in (Wuppertal-) Elberfeld und zugleich Schriftführer des ev. Brüdervereins unter Grafe, einem gebildeten und wohlhabenden Fabrikbesitzer Dieser wurde später der Gründer der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Der Gründer der ersten Adventisten-Gemeinde in Deutschland, Johann Lindermann, war ebenfalls lange Jahre angestellter Mitarbeiter des Brüdervereins und stammte geistlich aus dem Umfeld von Gerhard Tersteegen, dem Liederdichter aus Mühlheim/Ruhr.

      Der ev. Brüderverein wollte die Landeskirche unterstützen, indem er mit Sendboten auf die armen Arbeiterklassen zu ging und dort Hauskreise, Gebets- und Bibelstunden organisierte. Da die Pastoren damals preußische Beamte waren und gegen unbotmäßige Gemeindeglieder notfalls die Polizei einsetzten,, gab es bald allerhand Reibereien, was dazu führte, dass sich die Hauskreise immer mehr verselbständigten und die Mitglieder aus der Kirche austraten.

      Im Brüderverein gab es zwischen dem armen Dorfschullehrer Brockhaus und den reichen Fabrikanten Grafe und seinem Schwiegersohn Neviandt auch allerlei Reibereien, was dazu führte, das Brockhaus 1852 den Verein verlassen musste Ähnliche Spannungen gab es auch zwischen Brockhaus und seiner Handwersmeister-Gemeinde in Elberfeld und dem hochgebildeten, vornehmen Adligen Graf v. Poseck sowie dem irischen Priester J.N. Darby, der ebenfalls von den Erträgen seines vom Onkel geerbten Rittergutes in Irland lebte.

      v.Poseck wurde von Brockhaus' Handwerkern argwöhnisch und scheel beobachtet, da er mit seinen Sprachkenntnissen jede Diskussion für sich gewann. Man warf ihm sogar vor, nicht richtig bekehrt zu sein, nicht fromm und demütig genug zu sein.

      Darby nun wollte die Fähigkeiten dieser beiden Brüder überbrücken und schlug vor, eine gemeinsam erarbeitete Bibelübersetzung heraus zu geben. v.Poseck hatte für sich schon weite Teile des NT übersetzt, sodass er in kürzester Zeit auch den Rest schaffte. Brockhaus konnte als Lehrer mit Deutschkenntnissen beisteuern, und Darby sorgte dafür, dass, wo es eben möglich war, seine besonderen Begriffe verwendet wurden, die seiner Lehre entsprangen. So verwendet die Elberfelder für das griechische ecclesia immer und überall den deutschen Begriff "Gemeinde", denn eine "Kirche" konnte Darby nicht gebrauchen

      Am 8.9.1854 traf Darby in (Wuppertal-) Barmen bei v.Poseck ein, und im folgenden Winterhalbjahr wurde das NT übersetzt. Man traf sich damals im Hause der Vorfahren eines leider verstorbenen Adventisten, der sich unter schweren Glaubenskämpfen aus seiner darbystischen Welt unter Gottes sichtbarem Segen lösen konnte. Am 20.4.1855 war die Arbeit abgeschlossen. Jetzt kam die Endredaktion und die Reinschrift für den Drucker, was hauptsächlich Brockhaus Arbeit war. Im Mai 1855 wurde es dann bei Samuel Lukas in Elberfeld gedruckt.

      1869/70 erfolgte von anderen Helfern die Übersetzung des AT. v.Poseck sagte, Gott habe ihm die Übersetzung aufs Herz gelegt. Er blieb bis ins hohe Alter einer der getreuesten Paladine Darbys. Doch 1882, kurz vor Darby Tod, sagte er sich von diesem los. Er konnte die geistlichen Eskapaden Darbys nicht länger mit vollziehen. Äußerliche Ursache war ein erbitterter Streit um eine Art von Heiligungsbewegung unter den Londoner Darbysten, dahinter stand aber die Frage von Kinder- (Darby) oder Glaubenstaufe (Edward Cronin) und im Endeffekt ging es mal wieder um die oberste Führung der Darbysten. Die Exklusiven strebten damals so eine Art von Papsttum bei den Darbysten an. Um 1830 strebte Darby so etwas wie ein allgemeines Priestertum aller Gläubigen an, doch gegen Ende seines Lebens hatte er sich unter unendlich vielen Querelen und Streiterein um 180° gedreht.

      Wiet verbreitzet ist auch die Scofield-Studienbibel. Diese ist auch ein rein darbystische Instrument, um deren Art von Dispensationalismus zu verbreiten. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Bibelkommentaren aus dieser Richtung im Internet. Das Gefährliche an ihnen, dass sie stets und ständig versuchen, sich als die allgemeinen echten Christen dar zu stellen. Deswegen nehmen sie auch keinen Namen an. Auf diese Weise werden Arglose schnell in geistliche Fallen gelockt.

      Dass Darbys Lehren heute in evangelikalen Bereichen weit verbreitet sind, liegt u.A. an der Evolutionstheorie. Bis in die 20er Jahre waren die darbystischen Lehren meist auf kleine Kreise, die sich untereinander auch noch heftig fetzten, beschränkt. 8 googelt mal unter "Brüdergemeinde") Doch im Kampf gegen die Evolutionstheorie hatte die Kirche schon auf gegeben. Die historisch-kritische Forschung unterhöhlte den Glauben. Dagegen setzten die Darbysten dann ihre Verbalinspirationlehre und den Literalismus. Und in deren Gefolge schlichen sich zahlreiche weitere darbystische Irrtümer in die evangelikale Welt ein.

      Liebe Grüße von benSalomo.
    • egreussing schrieb:

      Der Gewissenskonflikt als E-Book von Raymond Franz, Da kann man die Lehre der Zeugen Jehovas in einem Buch lesen
      Dieses Buch ist wie auch andere Bücher von EX-Zeugen eine durch die Person beeinflusste Wiedergabe der Glaubensansichten. Dadurch wird viel verwässert, verdichtet, gewissen Punkten mehr als die nötige Aufmerksamkeit oder eben zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Ansichten werden durch die Rethorik einfach in eine Richtung gezwängt, die der Schreiber bei der Niederschrift grad empfindet oder gar gelegen kommt. Auf die Motivation kommt es an. Das muss gar nicht bewusst oder gar mit Absicht geschehen. Da spielen eben die persönlichen Emotionen, das persönliche Verständnis und sogar die momentane Situation eine große Rolle.
      Daher halte ich von solchen Büchern nicht viel, wenn es um die Glaubenslehre geht. Wie weit die restlichen 90% Wahrheit sind, kann und will ich gar nicht beurteilen. Aber als Wahrheit, als wahre Information über diese Glaubensgruppe würde ich das Buch nicht empfehlen. Weil ich nicht weiß, ob es denn auch die durch nichts beeinflusste Wahrheit ist. Da ist vorsicht geboten.

      Raimund Franz schreibt sehr viel, was mit der Glaubenslehre gar nichts zu tun hat! Daher kann man die Lehre der ZJ von diesem Buch nicht wirklich ableiten.

      Man wird selten erleben, dass ein "EX" - egal wo er EX ist, das muss nicht nur Religion sein - der EX-Gemeinschaft viel Positives abgewinnen wird und positiv berichtet. Besonders, wenn es ein "Rauswurf" oder ein "Gehen in Uneinigkeit" war, wie es ja meist bei ZJ der Fall ist. Diesen Kampf zwischen EX- und Aktivzeugen finde ich sowieso sehr unchristlich und lieblos.

      Warum nicht einfach auf die öffentliche Lehre der ZJ zugreifen? Warum nicht auf die ZJ-Seite der Kirche gehen und sich dort die Information über die Lehre von der richtigen Quelle holen?
      Das selbe möchte ich auch für jede andere Glaubenslehre empfehlen. Es ist nicht relevant, wie der Nachbar, der Freund, der Katholik, der ZJ oder der EX diese Lehre versteht. Wichtig wäre, um sich ein tatsächliches Bild machen zu können, was ist die offizielle Lehre? Und diese direkt von der Quelle holen. Das wären bei uns Adventisten die 28 Glaubenspunkte als Richtlinie.

      Ich weiß von einem Adventisten, der sich regelmäßig mit bis zu 5 ZJ`s trifft und feine biblische Gespräche führen kann. Es liegt schon auch an uns, wie wir ZJ's begegnen. Das wird nicht in jedem Fall möglich sein, aber warum überhaupt den ZJ´s mit negativen Vorurteilen begegnen? Vorurteilslose Begegnung ermöglicht es uns erst ein eigenes persönliches Bild vom Gegenüber zu machen.

      Bitte nicht als Kritik, sondern als Denkanstoß sehen! :)

      ***
    • Ich weiss von einer Familie, die ZJ sind, da ist die Tochter "ausgetreten" (war zwar schon volljährig, wohnte aber bei den Eltern) Kurz nach dem Austritt musste sie von den Eltern aus ausziehen... (auf Anraten der eigenen Eltern!)...
      Stephi
      Eph. 2:8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet worden durch den Glauben, und das nicht aus euch; Gottes Gabe ist es!
    • Stephi schrieb:

      Ich weiss von einer Familie, die ZJ sind, da ist die Tochter "ausgetreten" (war zwar schon volljährig, wohnte aber bei den Eltern) Kurz nach dem Austritt musste sie von den Eltern aus ausziehen... (auf Anraten der eigenen Eltern!)...
      Stephi
      Natürlich gibt es auch so etwas. Und bestimmt nicht nur bei den ZJ. Aber kann man von einer Familie auf die gesamte Glaubensgemeinde schließen? Kann man von einer Gemeinde auf die weltweite Glaubensgemeinde schließen?

      Bei mir in der Nähe wohnt auch eine Dame. Aktiv Katholisch! Und weil der Sohn sich scheiden hat lassen, hat die den Kontakt zu ihm abgebrochen. Weil eine Scheidung nach ihrem Glaubensverständnis nicht akzeptabel ist.
      Kann man das jetzt pauschal auf alle Katholiken anwenden? Ich mag solche Pauschalierungen nicht.

      Außerdem ist niemanden geholfen, wenn man über eine Kirche oder Gemeinde lästert. Es gibt auch Positives über ZJ zu berichten. So denke ich, könnten wir uns ein Beispiel an ihrem MIssionseifer nehmen. Gezwungen werden ZJ nicht zum Missionieren. Es ist ein biblisches Gebot.

      Was ist Toleranz im Glauben? Was würdest du als Tolerant akzeptieren und was nicht?

      Beim Bibelstudium mögen sie ihre Lieblingsthemen haben. Aber auch uns sagt man gerne unsere spezifischen Lieblingsthemen nach. Und was ihre Bibel betrifft. Wenn wer sorge hat, dass sie eine eigens zugeschneiderte Bibel haben, bleibt doch die Möglichkeit, gemeinsam eine Bibelübersetzung zu wählen, die dann alle Gesprächsteilnehmer verwenden. In der Praxis hat das schon sehr gut funktioniert.

      Auch ZJ sind eventuelle Werkzeuge Gottes. Vielleicht haben wir das nur noch nicht erkannt. Und sie selbst auch nicht. Auch einem Paulus hätte man lange Zeit nie zugetraut, dass er mal ein Verfechter Jesu Christi wird. Und doch war er für Gott ein wichtiges Werkzeug. Noch bevor Paulus es erkannte.
    • Hallo Nachtperle,
      ich habe das eigentlich völlig wertfrei geschrieben!(Naja, du hast Recht, ich hätte es eig. nicht schreiben brauchen sadewfrg fiel mir halt grad bezüglich ZJ ein!Und wertefrei kann man es ja auch nicht grad benennen, ich fand es schon hart irgendwie! Es ist doch trotzdem mein Kind, egal welche Konfession es hat, so meinte ich!)
      Ich bin völlig deiner Meinung, dass sowas auch bei anderen Konfessionen vorkommt! Die Frau ist ja auch echt total nett, und ihr Eifer ist beachtenswert, so viel Freude und Enthusiasmus sieht man nicht oft! Ich finde es immer etwas gefährlich, wenn es ins fanatische abgleitet, egal welcher Zugehörigkeit! Wobei ich das jetzt nicht auf ZJ beziehen möchte!!
      LG
      Stephi
      Eph. 2:8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet worden durch den Glauben, und das nicht aus euch; Gottes Gabe ist es!
    • Nachtrag:
      Und wegen der Toleranz, tja, das ist gefährlich, denn letzendlich gibt es doch nur Jesus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, niemand kommt zu Gott als durch ihn! In der heutigen Zeit ist "Toleranz" immer so ein Schlagwort, aber im Glauben gibt es die Toleranz nicht so, da (für mein Verstehen) es für mich nur GOTT, JESUS, HL.GEIST gibt. In anderen Augen bin ich da deswegen sehr intolerant! (Tss, meine Mum z.B.!)
      LG
      Stephi
      Eph. 2:8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet worden durch den Glauben, und das nicht aus euch; Gottes Gabe ist es!
    • Zeugen Jehovas - verlorene Seelen ?

      Bei J.L. Shuler "Der Unvergleichliche" Advent-Verlag Zürich in der 2. neubearb. Aufl. 1993 las ich auf Seite 51 f.:

      "...Wenn Menschen sich weigern an Christus an den "Ich Bin" zu glauben, dann müssen sie verlorengehen, weil es keine andere Rettungsmöglichkeit gibt. Glaubt eine Person wirklich an die Lehren Jesu Christi, wird sie auch seinen Anspruch, Gott zu sein, anerkennen ..."

      Und dies ist ja das Problem der Zeugen Jehovas, die die Trinitätslehre ablehnen und die eben nicht an Jesus Christus als den "Ich BIN" glauben, sie lehnen die Lehre von der Gottheit Christi ab.