Sterbehilfe

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    • Sterbehilfe

      Hallo,

      eine große Debatte in der Ethik ist ja die der Sterbehilfe. In Deutschland ist sowohl die passive, als auch die aktive Sterbehilfe verboten. In der Schweiz ist zumindest die passive erlaubt, bei der aktiven bin ich mir nicht sicher. Die Konsequenz? Es gibt einen regelrechten Sterbehilfetourismus in die Schweiz. Makaber, aber ist so. Genauso war es mit den Abtreibungen, als die hier noch komplett verboten waren (was sie ja vom Gesetz her auch heute noch sidn) gab es einen Abtreibungstourismus in die Niederlande. Oder illegale, heimliche Abtreibungen, die zur Gefahr auch für die Mutter wurden.
      Ok, zurück zum Thema. Wie steht ihr zur Sterbehilfe? Dafür? Ganz dagegen? Nur für aktive, nur für passive? Wie begründet ihr Eure Meinung? Worin seht ihr die Vorteile für die eine oder andere Seite, wofür die Nachteile?
      Sagt die Bibel etwas dazu? Wenn ja, was?

      Liebe Grüße

      Kathrin
      Lass mich am Morgen hören Deine Gnade, denn ich hoffe, HERR, auf Dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehn soll, denn mich verlangt nach Dir. (Ps 143,8 )

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sanfterengel ()

    • Ein bischen wundert es mich ja schon, dass ich hier die erste Antwort gebe - oder vielleicht auch doch nicht.

      Vorab: ich bin Christin und versuche so zu leben, dass Gott sein Wohlgefallen an mir hat. Aber ich bin ein Mensch und somit nicht vollkommen, vollkommen ist Gott allein.

      So, und jetzt meine Antwort: Ich bin für die passive Sterbehilfe. Voraussetzung, der im Sterben Liegende hat das so gewünscht (im Rahmen einer Patientenverfügung). Ich halte die passive für beide Seiten für die bessere Lösung. Was wäre aber, wenn eine passive für den Sterbenden gar nicht mehr möglich wäre? Da bin ich mir selbst nicht sicher, ob ich dann auch für eine aktive wäre. Ist eine ganz schwierige Frage.

      Die Frage, ob oder was die Bibel dazu sagt: Mir ist hierzu keine Bibelstelle bekannt. Vielleicht weiß aber jemand da mehr? Wobei ich dann aber schon einmal vorausschicken möchte, dass es diese lebenserhaltenden Maßnahmen, wie sie heute gang und gebe sind, ja noch nicht allzu lange gibt. Fortschritt der Medizin - leider nicht immer zum Besten der Betroffenen.

      LG
      winkexD13nei
    • manuelaw schrieb:

      Fortschritt der Medizin - leider nicht immer zum Besten der Betroffenen.

      LG
      winkexD13nei

      Das ist der Kernpunkt, der Mensch macht sich soweit möglich zum Herrn über Tod und Leben und muss damit auch die schwierigen, ihn eigentlich überfordernden Entscheidungen treffen.


      Worüber sprechen wir, wenn es um "Sterbehilfe" geht?

      In der Regel verstehe ich das so, dass Menschen selbst über ihr Leben und Sterben entscheiden möchten und daher, wenn sie alt oder krank sind (und damit nicht "einfach" Suizid begehen können), die Hilfe anderer zum Selbstmord wahrnehmen. Das halte ich für nicht akzeptabel für einen Christen, weder die Handlung, noch die Hilfe. Denke einmal Hiob wäre in die Schweiz gereist um Sterbehilfe zu bekommen....

      Abtreibungen sind in meinen Augen Mord!

      Töten im Krieg oder der Vollzug der Todesstrafe ist für mich übrigens kein Mord.



      Was ist "passive" Sterbehilfe? Das Beenden medizinisch/mechanischer "lebensverlängernder" Massnahmen?

      Das könnte in meinen Augen nach christlicher Ethik vertretbar sein, ist aber immer noch eine schwierige Entscheidung.

      Ich möchte ein konkretes, selbst erlebtes, Beispiel kurz skizzieren:

      Ein Bruder unserer Gemeinde, seit seiner Jugend an den Rollstuhl gefesselt, etwas über 75 Jahre alt, ohne Frau oder Kinder, erleidet einen Lungeninfarkt, kommt bewusstlos auf die Intensivstation und wird dort "künstlich" am "Leben" erhalten. Er liegt viele Monate in diesem Zustand und ich war einer der Wenigen, die ihn besuchen durften. Meine Überlegung, ja Überzeugung, war eigentlich, wenn Gott gnädig ist: dann lässt er ihn trotz der Maschinen einschlafen.

      1. eigentlich schien es sicher, er würde kaum aus dem Koma erwachen
      2. er war 75 Jahre, lebte im Rollstuhl und hatte sein Leben überwiegend alleine gemeistert, wenn er erwachen würde, wäre er voraussichtlich ein Pflegefall - lohnt sich das?
      3. Und das im Alter von über 75 Jahren

      Ich überlegte, ich sollte dringend eine Patientenverfügung machen, damit mir das nicht auch passiert.



      Nach mehreren Monaten kam sein Bewußtsein wieder und nach über einem Jahr konnte er das Krankenhaus verlassen. Er benötigte und bekam eine Pflegerin um zu Hause leben zu können. Er war sogar in der Lage, den Gottesdienst zu besuchen. Etwa ein Jahr später hat ihn Gott "unspektakulär" zu Ruhe gelegt.
      Ich weiss definitiv, von ihm selbst, dass er Gott sehr dankbar war, dass er wieder aus dem Koma aufwachen durfte und aus dem Krankenhaus "nach Hause" kam.

      Soviel um nachzudenken über "passive Sterbehilfe" ewgwrgt
      Liebe Grüße, Heimo
    • Hallo,

      ich antworte hier, weil ich beeindruckt bin, dass hier nicht nur dogmatisch und intolerant denkende Menschen zu Wort kommen. Dies bitte ich nicht falsch zu verstehen. Nach meiner Einstellung darf jeder denken, was er für richtig hält. Das ist sein gutes Recht! Problematisch wird es nur, wenn dabei der Eindruck erweckt wird, dass alle - zumindest aber alle Christen (ist das eindeutig zu erkennen?) - genauso denken müssten. Dann wird oft versucht, seine Meinung mit Bibelstellen zu untermauern, was in der Regel fast nie eindeutig ist. (Meine Erfahrungen aus anderen 'christlichen' Foren im Netz, leider.)

      Nun aber zur Thematik:
      Über die Grundbegriffe zum Thema 'Sterbehilfe' könnte man sich auch bei Wikipedia z.B. zunächst schlau machen, damit nicht alles durcheinander geht.

      Zur Richtigstellung:
      - Die passive Sterbehilfe ist in Deutschland keineswegs verboten!
      - In der Schweiz ist die aktive Sterbehilfe ebenso strafbar wie bei uns. Die 'Hilfe zum selbstbestimmten Sterben' bleibt dort straffrei, sofern sie nicht aus 'eigennützigen' Gründen erfolgt. Man nutzt also eine Gesetzeslücke, gesetzlich erlaubt ist die 'Hilfe zum Sterben' in der Schweiz also auch nicht (wird leider oft falsch dargestellt).
      - In den Niederlanden hingegen ist nur Ärzten die aktive Sterbehilfe unter strengen Bedingungen und nur für Menschen mit Wohnsitz im Lande erlaubt.
      - In Deutschland ist die 'Hilfe zum Sterben' kein Straftatbestand, ebenso wenig wie der selbst herbeigeführte Freitodversuch! Allerdings müssen zwei Bedingungen gegeben sein: Die betroffene Person muss zweifelsfrei 'zurechnungsfähig' sein und sich der endgültigen Folgen voll bewusst.

      Mehr Info hier:
      Peter Puppe 'Ich sterbe mich. Aus dem Alltag deutscher Sterbehelfer 2010.'
      peterpuppe.de
    • Passive Sterbehilfe: ja / aktive Sterbehilfe: nein

      Hallo,

      die aktive Sterbehilfe (= das Töten eines Menschen) ist nicht nur für einen Christen tabu, sondern auch in fast allen europäischen Staaten (außer den Benelux-Ländern) verboten. (Siehe auch: cdl-rlp.de/Patientenverfuegung.html

      Die passive Sterbehilfe (= Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen) ist hingegen nicht nur erlaubt, sondern auch verpflichtend, wenn eine entsprechende Patientenverfügung (PV) vorliegt. Leider sind die meisten PVen unfachmännisch formuliert, so dass sie kaum anwendbar sind. Besser ist es daher, eine Vorsorgevollmacht für eine vertraute Person zu erteilen. (Siehe auch: cdl-rlp.de/Unsere_Arbeit/Sterbehilfe/Pro-und-Contra.html kann dann im Sinne des Sterbenden handeln. Ähnlich ist es mit der indirekten Sterbehilfe, hier wird das Leben durch, z.B. schmerzlindernde Medikamente, verkürzt.

      Die - in Deutschland straffreie - Beihilfe zur Selbsttötung ist der kritische Fall, da ich hier einen Menschen unterstütze, sein Leben zu beenden, eine Entscheidung, die sich auch nicht korrigieren lässt. Für einen Christen ist dies tabu, da nicht die Menschen, sondern nur Gott über das Ende des Lebens zu entscheiden hat. Für eine säkulare Gesellschaft ist es schwieriger, da hier der Gottesbezug (leider) nichts mehr gilt. Aber auch halte ich die Beihilfe zur Selbstötung für ablehnenswert, da eine menschliche Gesellschaft die Gründe für den Todeswunsch ermitteln (z.B. starke Schmerzen, Depressionen, Angst vor dem einsamen Sterben) ermitteln und dann durch passende Hilfe (z.B. Palliativmedizin, Hospizbetreuung, psychologische Betreuung) beseitigen sollte. Es ist schon bezeichnend, dass die überwiegende Mehrzahl der Menschen mit einem vergeblichen Selbstmordversuch nach entsprechender Hilfe noch lange weitergelebt haben, ohne es erneut zu versuchen. Jede erfolgreiche Beihilfe hätten ihnen dieses weitere Leben genommen.

      Insoweit meine Ansicht als katholischer Christ: passive Sterbehilfe: ja, indirekte Sterbehilfe: ja, aktive Sterbehilfe: nein, Beihilfe zur Selbsttötung: nein.
    • Gott gibt Leben, Gott nimmt Leben. Ich bin für Schmerzlinderung bzw. so gut wie möglich schmerzfrei und den Menschen ganz Gott anvertrauen, er weiß um den Menschen und er weiß auch um die Angehörigen.
      Es können auch Wunder geschehen, wo Menschen wieder aus dem Koma aufwachen, auch erst nach Monaten oder gar Jahren.
    • Wo bitte ist ein Unterschied zwischen passiver und aktiver Sterbehilfe?
      Wenn ich die Geräte abschalte und die Person stirbt, ist das eine ganz schön aktive Handlung!
      Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.
      Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt der bleibt in Gott und Gott in ihm
      1. Johannes 4, 16
    • Hier mal ein Link zu einem Artikel im Spiegel: spiegel.de/spiegel/print/d-57457822.html

      Habe selbst leider miterleben müssen, wie zwei Menschen (Kind meiner Freundin und mein Vater) unheilbar an Krebs erkrankten und sich nur noch quälten. Wo gegen die Schmerzen nur noch Morphium gegeben werden kann. Durch dieses derartige Halluzinationen entstehen, dass die Schläuche von den Armen gerissen werden etc.

      Ich kann die Menschen verstehen, die absolut gegen jede Art von Sterbehilfe sind. Und gerade bei Komapatienten ist es ja wirklich so, wie einige hier schon vorher geschrieben haben. Aber es gibt leider auch andere Fälle, wo der Körper voll von Krebs ist.

      LG
      winkexD13nei
    • Was für dich richtig sein kann, musst du nicht allen anderen überstülpen!

      > Für einen Christen ist dies tabu, da nicht die Menschen, sondern nur
      Gott über das Ende des Lebens zu entscheiden hat. Für eine säkulare
      Gesellschaft ist es schwieriger, da hier der Gottesbezug (leider) nichts
      mehr gilt. Aber auch halte ich die Beihilfe zur Selbstötung für
      ablehnenswert, da eine menschliche Gesellschaft die Gründe für den
      Todeswunsch ermitteln (z.B. starke Schmerzen, Depressionen, Angst vor
      dem einsamen Sterben) ermitteln und dann durch passende Hilfe (z.B.
      Palliativmedizin, Hospizbetreuung, psychologische Betreuung) beseitigen
      sollte. Es ist schon bezeichnend, dass die überwiegende Mehrzahl der
      Menschen mit einem vergeblichen Selbstmordversuch nach entsprechender
      Hilfe noch lange weitergelebt haben, ohne es erneut zu versuchen. Jede
      erfolgreiche Beihilfe hätten ihnen dieses weitere Leben genommen.<

      Falsch, ganz einfach falsch! Du darfst so denken, klar, aber du solltest nicht dein Denken allen anderen (Christen!?) überstülpen wollen! Wenn wir das Leben als Geschenk Gottes begreifen, dürfen wir frei darüber verfügen (sonst wäre es kein Geschenk!). Die Würde und das Selbstbestimmungsrecht des Menschen (Grundrechte) lassen es selbstverständlich zu, dass ich mein geschenktes Leben beende/zurückgebe, wenn es für mich unerträglich und sinnlos geworden ist. Es ist dann MEINE Entscheidung, der niemand sonst zustimmen muss. Mein gesetzlich verbürgtes Recht, das niemand einschränken darf - weder Staat noch Kirche! Ich darf mein Leben beenden, wenn ich keinem Dritten dabei schade.

      Menschen, die anderen dieses Recht nicht zugestehen wollen, also praktisch einen Zwang zum leid- und schmerzvollen Weiterleben fordern(!), sollten einmal über den christlichen Begriff der Barmherzigkeit nachdenken! Dies gelingt leider kaum jemals einem Theoretiker, sondern nur den Menschen, die wirkliches Leiden am Lebensende erlebt haben und ein Gespür für echte (nicht nur wortreiche) Barmherzigkeit besitzen.

      Dein theoretischer Ausflug in die Forderung nach Palliativmedizin usw. als Allheilmittel wird auch durch ständige Wiederholung nicht glaubwürdiger. Leider lässt sich damit eben nicht jedes Leiden beseitigen!

      Völlig daneben ist der Hinweis auf Überlebende eines 'Panik'-Suizidversuchs! Diese Gruppe von Menschen ist mit der hier diskutierten Thematik überhaupt nicht zu vergleichen. Vielleicht vermagst du zumindest dies durch eigenes Nachdenken zu erkennen.

      Lieben Gruß
      Peter
    • "Was für dich richtig sein kann, musst du nicht allen anderen überstülpen!"



      Liebe Ppuppe,


      wann und wo habe ich versucht, anderen etwas "überzustülpen"?


      Ich habe doch geschrieben, dass ich die Menschen, die gegen jede Art von Sterbehilfe sind, verstehen kann.


      Ich habe meine Meinung zu dem Thema Sterbehilfe geschrieben und einen Link, der sich mit diesem Thema beschäftigt, eingestellt. es liegt mir fern meine Meinung - was auch immer betreffend - jemand anderen "überzustülpen".


      LG
      winkexD13nei
    • An P. Puppe:

      leider triffen die Antworten nicht ganz auf meine Aussagen zu:

      Zitat "Falsch, ganz einfach falsch! Du darfst so denken, klar, aber du solltest nicht dein Denken allen anderen (Christen!?) überstülpen wollen!"

      Wo stülpe ich anderen Christen meine Denken über, wenn ich sage, dass die aktive Sterbehilfe gegen das fünfte Gebot verstößt? Hier kann man noch soviel philosophieren, für einen Christen ist das Töten anderer verboten, denn ein Christ bekennt sich zur Bibel - auch zu den unbequemen Stellen.

      Zitat "Wenn wir das Leben als Geschenk Gottes begreifen, dürfen wir frei darüber verfügen (sonst wäre es kein Geschenk!). Die Würde und das Selbstbestimmungsrecht des Menschen (Grundrechte) lassen es selbstverständlich zu, dass ich mein geschenktes Leben beende/zurückgebe, wenn es für mich unerträglich und sinnlos geworden ist. Es ist dann MEINE Entscheidung, der niemand sonst zustimmen muss. Mein gesetzlich verbürgtes Recht, das niemand einschränken darf - weder Staat noch Kirche! Ich darf mein Leben beenden, wenn ich keinem Dritten dabei schade."

      Keiner hier im Forum möchte die Selbsttötung unter Strafe stellen. Insoweit viele Worte gegen ein Argument, welches niemand genannt hat. Wobei ich immer noch eine Selbsttötung als Akt größter Hilflosigkeit und Verzweifelung sehe und nicht als Akt der freien Selbstbestimmung. Die Frage am Anfang war, wie wir zur (aktiven) Sterbehilfe stehen und falls ich einmal annehme, dass wir über unser Leben frei verfügen dürfen, dann resultiert hieraus nicht, dass andere uns töten dürfen oder sogar müssen, wenn wir dies wünschen.

      Zitat: "Menschen, die anderen dieses Recht nicht zugestehen wollen, also praktisch einen Zwang zum leid- und schmerzvollen Weiterleben fordern(!), sollten einmal über den christlichen Begriff der Barmherzigkeit nachdenken! Dies gelingt leider kaum jemals einem Theoretiker, sondern nur den Menschen, die wirkliches Leiden am Lebensende erlebt haben und ein Gespür für echte (nicht nur wortreiche) Barmherzigkeit besitzen."

      Barmherzigkeit heißt, dem Leidenden beizustehen und seine Leiden zu lindern, nicht aber ihn zu töten. An der Hand eines anderen sterben, nicht durch seine Hand sterben. Die vielen Menschen, welche auf Palliativstation und in Hospizen arbeiten und die Sterbehilfe klar ablehnen, möchte ich nicht als Theoretiker ohne Gespür bezeichnen. Dies wäre überheblich und falsch.

      Zitat: "Dein theoretischer Ausflug in die Forderung nach Palliativmedizin usw. als Allheilmittel wird auch durch ständige Wiederholung nicht glaubwürdiger. Leider lässt sich damit eben nicht jedes Leiden beseitigen!"

      Weder Du noch ich sind Mediziner, daher glaube ich den Experten aus der Palliativmedizin, welche die Wirksamkeit der moderenen Palliativmedizin kennen. Lass uns den Menschen mit allen Möglichkeiten helfen, bevor wir seitenlang nur die Tötung als alternativlos darstellen. Es ist bezeichnend, dass heute in Ländern, in denen die aktive Sterbehilfe erlaubt ist, die Angst vor Schmerzen nicht der Hauptgrund für den Todeswunsch ist, sondern Einsamkeit, Kontrollverlust und die Angst, anderen zur Last zu fallen (siehe: cdl-rlp.de/Unsere_Arbeit/Sterb…erbehilfe-in-den-USA.html ).

      Zitat: "Völlig daneben ist der Hinweis auf Überlebende eines 'Panik'-Suizidversuchs! Diese Gruppe von Menschen ist mit der hier diskutierten Thematik überhaupt nicht zu vergleichen. Vielleicht vermagst du zumindest dies durch eigenes Nachdenken zu erkennen."

      Was ist der Unterschied zwischen einem Panik-Suizid und einem "normalen"? Wann ist der Mensch zurechnungsfähig, wenn er sich für den Tod entscheidet und wann depressiv? Wie lange muss der Suizidwunsch bestehen, damit er keine Panik mehr ist? Welcher Mensch kann wieder geheilt werden und welcher wird sterben? Ich kann diese Fragen nicht beanworten, da ich in die Menschen nicht hineinsehen kann. Daher helfe ich lieber, bevor ich eine nicht mehr zu korrigierende Tötung fordere.

      Zitat: "Vielleicht vermagst du zumindest dies durch eigenes Nachdenken zu erkennen."

      Warum zum Abschluß polemisch - fehlen die Argumente? Ich zumindest möchte keinem im Forum absprechen, über diese zentrale Frage nicht intensiv nachgedacht zu haben.

      Gruß

      Lebensschutz






      Lieben Gruß
      Peter
    • Lebensschutz schrieb:

      Was ist der Unterschied zwischen einem Panik-Suizid und einem "normalen"? Wann ist der Mensch zurechnungsfähig, wenn er sich für den Tod entscheidet und wann depressiv? Wie lange muss der Suizidwunsch bestehen, damit er keine Panik mehr ist? Welcher Mensch kann wieder geheilt werden und welcher wird sterben? Ich kann diese Fragen nicht beanworten, da ich in die Menschen nicht hineinsehen kann.

      Siehst du, du hast es leider nicht verstanden. Dabei ist diese Unterscheidung sehr leicht! Aber das kannst du auch nachgooglen oder bei Wikipedia nachlesen.

      Das 5. Gebot bedeutet 'Du sollst nicht MORDEN!" und ist hier KEIN Argument. Aber ich weiß natürlich, dass manche, die sich Christ nennen, dann einfach alles MORDEN nennen, wenn es ihrer Auslegung entgegenkommt. (Dann sogar in einem Atemzug 'erklären', dass das Töten bei der Todesstrafe und das Töten im Kriege KEIN Morden sei! Es ist entsetzlich, was man sich manchmal anhören muss!)

      Aber zum Wichtigsten! Ist das ein Argument: "Weder Du noch ich sind Mediziner, daher glaube ich den Experten aus der
      Palliativmedizin, welche die Wirksamkeit der moderenen Palliativmedizin kennen"??? Siehst du, und schon wieder bist du unzureichend informiert.

      In einer Anhörung vor dem Deutschen Bundestag haben die kompetentesten Vertreter der Palliativmedizin eingestehen müssen, dass sie 4-12% aller Schmerzpatienten NICHT helfen können! Dann bliebe nur noch das künstliche Koma, das nichts anderes ist als AKTIVE Sterbehilfe! Bitte informiere dich besser, bevor du Allgemeinplätze ausbreitest, die nicht belegbar sind, okay?

      Selbstverständlich bedarf es der qualifizierten Beratung und Abwägung aller Perspektiven, bevor Beihilfe zum Suizid (ja, aus Barmherzigkeit!!!) geleistet werden kann. Auf der anderen Seite ist es aber auch lobenswert, wenn sich Menschen für die aktive Pflege Kranker und Sterbender einsetzen, die trotz Leiden und Schmerzen jede Minute der Lebensverlängerung wünschen, okay!

      Lieben Gruß
      Peter