Was ist göttlicher Segen?

    • Was ist göttlicher Segen?

      Hallo zusammen,

      Anhand einer interessanten Predigt vor ein paar Wochen in unserer Gemeinde möchte ich die Kernfrage aus der Predigt an euch weitergeben. Der Prediger hat sich gefragt: Was ist eigentlich Segen, der von Gott kommt? Wovon ist Segen abhängig? Ist er überhaupt abhängig von etwas? usw. .

      Praktisch und plakativ war die Predigt am Beispiel Jakobs aufgehängt, der sich den Bundessegen von seinem blinden Vater Isaak erschlich:

      1. Mose 27 (SCH 2000)

      1 Und es geschah, als Isaak alt war und seine Augen dunkel wurden, sodass er nicht mehr sehen konnte, da rief er Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm: Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich!
      2 Und er sprach: Siehe, ich bin alt und weiß nicht, wann ich sterbe.
      3 So nimm nun dein Jagdgerät, deinen Köcher und deinen Bogen, und geh aufs Feld und jage mir ein Wildbret,
      4 und bereite mir ein schmackhaftes Essen, wie ich es gern habe, und bring es mir herein, dass ich esse, damit meine Seele dich segne, bevor ich sterbe!
      5 Rebekka aber hörte zu, als Isaak diese Worte zu seinem Sohn Esau sagte. Und Esau ging aufs Feld, um ein Wildbret zu jagen und es heimzubringen.
      6 Da redete Rebekka mit ihrem Sohn Jakob und sprach: Siehe, ich habe gehört, wie dein Vater mit deinem Bruder Esau redete und sagte:
      7 »Bring mir ein Wildbret und bereite mir ein schmackhaftes Gericht, dass ich esse und dich segne vor dem Angesicht des HERRN, ehe ich sterbe!«
      8 So gehorche nun, mein Sohn, meiner Stimme und tue, was ich dir sage:
      9 Geh hin zur Herde und hole mir von dort zwei gute Ziegenböcklein, dass ich deinem Vater ein schmackhaftes Gericht davon bereite, wie er es gern hat.
      10 Das sollst du deinem Vater hineintragen, damit er es isst und dich vor seinem Tod segnet!
      11 Jakob aber sprach zu seiner Mutter Rebekka: Siehe, mein Bruder Esau ist rau, und ich bin glatt.
      12 Vielleicht könnte mein Vater mich betasten, da würde ich in seinen Augen als ein Betrüger erscheinen; so brächte ich einen Fluch über mich und nicht einen Segen!
      13 Da sprach seine Mutter zu ihm: Dein Fluch sei auf mir, mein Sohn! Gehorche du nur meiner Stimme, geh hin und hole es mir!
      14 Da ging er hin und holte es und brachte es seiner Mutter. Und seine Mutter machte ein schmackhaftes Essen, wie es sein Vater gern hatte.
      15 Rebekka nahm auch die guten Kleider Esaus, ihres älteren Sohnes, die sie bei sich im Haus hatte, und zog sie Jakob, ihrem jüngeren Sohn, an.
      16 Aber die Felle der Ziegenböcklein legte sie ihm um die Hände, und wo er glatt war am Hals;
      17 und sie gab das schmackhafte Essen und das Brot, das sie bereitet hatte, in die Hand ihres Sohnes Jakob.
      18 Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich! Wer bist du, mein Sohn?
      19 Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener; ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Steh doch auf, setz dich und iss von meinem Wildbret, damit mich deine Seele segne!
      20 Isaak aber sprach zu seinem Sohn: Mein Sohn, wie hast du es so bald gefunden? Er antwortete: Der HERR, dein Gott, ließ es mir begegnen!
      21 Da sprach Isaak zu Jakob: Tritt herzu, mein Sohn, dass ich dich betaste, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht!
      22 Und Jakob trat zu seinem Vater Isaak. Und als er ihn betastet hatte, sprach er: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände!
      23 Aber er erkannte ihn nicht, denn seine Hände waren rau, wie die Hände seines Bruders Esau. Und so segnete er ihn.
      24 Und er fragte ihn: Bist du wirklich mein Sohn Esau? Er antwortete: Ja, ich bin’s!
      25 Da sprach er: So bringe es mir her, damit ich von dem Wildbret meines Sohnes esse, dass dich meine Seele segne! Da brachte er es ihm, und er aß; er reichte ihm auch Wein, und er trank.
      26 Und Isaak, sein Vater, sprach zu ihm: Komm her, mein Sohn, und küsse mich!
      27 Und er trat hinzu und küsste ihn. Und als er den Geruch seiner Kleider roch, segnete er ihn und sprach: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie ein Geruch des Feldes, das der HERR gesegnet hat.
      28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom fettesten Boden und Korn und Most in Fülle!
      29 Völker sollen dir dienen und Geschlechter sich vor dir beugen; sei ein Herr über deine Brüder, und die Söhne deiner Mutter sollen sich vor dir beugen. Verflucht sei, wer dir flucht, und gesegnet sei, wer dich segnet


      Warum wird Jakob, wie wir später in der Geschichte erfahren von Gott gesegnet? Es war ja nicht so, dass Jakob unter diesem Betrug nicht auch sehr gelitten hätte, das erkennt man mannigfaltig in Jakobs weiterem Werdegang - trotzdem war er gesegnet und er, seine Familie und sein Besitz haben sich prächtig entwickelt. Warum hält Gott sich an einen Segen, der offensichtlich erschlichen war?


      1.Mose 28
      1 Da rief Isaak den Jakob, segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: Nimm keine Frau von den Töchtern Kanaans!
      2 Mache dich auf und zieh nach Paddan-Aram, in das Haus Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir von dort eine Frau von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter!
      3 Und Gott, der Allmächtige, segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich, dass du zu einer Menge von Völkern werdest,
      4 und er gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinem Samen mit dir, dass du das Land in Besitz nimmst, in dem du als Fremdling lebst, das Gott dem Abraham gegeben hat!
      5 So entließ Isaak den Jakob, und er zog nach Paddan-Aram zu Laban, dem Sohn Bethuels, dem Aramäer, dem Bruder der Rebekka, der Mutter Jakobs und Esaus.
      [...]
      10 Jakob aber zog von Beerscheba aus und wanderte nach Haran.
      11 Und er kam an einen Ort, wo er über Nacht blieb; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm von den Steinen jenes Orts und legte sie unter sein Haupt und legte sich an dem Ort schlafen.
      12 Und er hatte einen Traum; und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, die reichte mit der Spitze bis an den Himmel. Und siehe, auf ihr stiegen die Engel Gottes auf und nieder.
      13 Und siehe, der HERR stand über ihr und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinem Samen geben.
      14 Und dein Same soll werden wie der Staub der Erde, und nach Westen, Osten, Norden und Süden sollst du dich ausbreiten; und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!
      15 Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wo du hinziehst, und dich wieder in dieses Land bringen. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich vollbracht habe, was ich dir zugesagt habe!


      Es sieht also so aus als ob sowohl Isaak als auch Gott sich mit dem Betrug des Jakob abfinden und "einfach" weitermachen.


      Was ist also Segen, was versteht ihr unter Segen?

      viele Grüße und einen schönen sonnigen Restsabbat,

      tricky
    • tricky schrieb:

      Es sieht also so aus als ob sowohl Isaak als auch Gott sich mit dem Betrug des Jakob abfinden und "einfach" weitermachen.

      Dazu gehört meines Erachtens noch unbedingt die Prophezeiung aus 1Mo 25,23 "Der HERR aber sprach zu ihr: Zwei Nationen sind in deinem Leib, und zwei Volksstämme scheiden sich aus deinem Innern; und ein Volksstamm wird stärker sein als der andere, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen."
      Das Erschleichen des Segens erscheint mir eine Handlung von Rebekka und Jakob, die vergleichbar ist mit Sarai und Abram die versuchen Gottes Verheißung durch Hagar zur Erfüllung bringen zu müssen. Rebekka meint offensichtlich durch ihr Eingreifen und die Anstiftung Jakobs zum Betrug die Erfüllung der Verheißung gewährleisten zu müssen.
      Liebe Grüße, Heimo
    • Segen für Israel - trotz dem "betrogenen Betrüger"!

      Eine schwierige Frage: Warum hält Gott sich an einen Segen, der offensichtlich erschlichen war?

      Nun, wahrscheinlich sah ja JAHWEH bereits weit in die Zukunft! JHWH wird wohl schon seinen Sohn Jesus gesehen haben, der aus dem Geschlechte Abrahams - Isaaks - Jakobs/Israels - Judas - ... - Davids - ... Josefs von Nazareth stammen sollte!(---> siehe Matth.1/ Luk.3)
      Und der Segen von Abraham an sollte nicht dem Ismael gelten, sondern dem Isaak! (Gen.21,12) Und bei Jakob und Esau hieß es ja, dass der Ältere dem Jüngeren dienstbar sein sollte! (Gen.25,23) Heimo W hat schon darauf hingewiesen!

      Aber man sieht auch hier beim erschlichen Segen, der ja ohne die Mithilfe seiner Mutter (Vers 15ff.!)Rebekka (schon wieder die Frauen..!) nicht gelungen wäre, was man unter "ausgleichender Gerechtigkeit" im biblischen Sinne zu verstehen hat! ---> Denn der Betrüger wurde schließlich selbst betrogen! (Als ihm seine große Liebe Rahel von seinem Schwiegervater Laban versprochen wurde - nach 7jährigem Dienst! - er ihm aber in der Hochzeitsnacht seine ältere Tochter Leah unterschob! ---> So wurde Jakob zum "betrogenen Betrüger"!)

      Die Folge waren schließlich insgesamt 4 Frauen, aus denen dann die 12 Söhne Jakobs geboren wurden, die Stammväter der späteren 12 Stämme Israels, die dann zu Josefs Zeiten mit 70 Verwandten zur Grundlage des hebräisch-israelitischen Volkes der Juden wurden! Gott hat dies wohl alles bereits so vorgesehen und geplant!

      Ohne Zweifel war aber der Betrug von Jakob an Esau und der erschlichene Segen von ihm - aus unserer Sichtweise Unrecht!

      Und wir haben zu dieser Stelle sicher viele Fragen! Aber was wir an der Geschichte von Jakob und Esau dann auch sehen, ist die Einsicht, dass man sich trotz begangenen Unrechts und Rachegefühlen (in diesem Falle von Esau!-1.Mose 27,41) dennoch wieder versöhnen kann! ---> Und daher sehe ich in der in Genesis Kapitel 33 vollzogenen Versöhnung der beiden Brüder auch ein Vorbild für uns heute und für alle Menschen aller Zeiten!
      Gott gebe uns in der Hilfe des Heiligen Geistes stets die Kraft, dass wir Christen jederzeit bereit sind - auch wenn es uns menschlich noch so schwerfallen sollte! - dem Anderen aus vollem Herzen zu vergeben!
      Das ist das Fazit, das ich persönlich aus dieser biblischen Geschichte ziehe.
    • HeimoW schrieb:

      Das Erschleichen des Segens erscheint mir eine Handlung von Rebekka und Jakob, die vergleichbar ist mit Sarai und Abram die versuchen Gottes Verheißung durch Hagar zur Erfüllung bringen zu müssen. Rebekka meint offensichtlich durch ihr Eingreifen und die Anstiftung Jakobs zum Betrug die Erfüllung der Verheißung gewährleisten zu müssen.
      Ja, sie wollten nachhelfen. Ob sie konkret diese Verheißung im Sinn hatten und Gott quasi nachhelfen wollten sich an seine eigene Prophezeiung zu halten, kann sein.

      Aber warum hält sich Gott daran? Ich denke nicht, dass es sein Plan war mit diesem Verhalten von Jakob und Rebekka die Übergabe des Segens an Jakob zu garantieren. Isaak war ja auch "geblendet" durch seine Vorliebe für Esau und die Duldung seines falschen Verhaltens:

      1 Mo 26
      34 Als aber Esau 40 Jahre alt war, nahm er Judith zur Frau, die Tochter Beris, des Hetiters, und Basmath, die Tochter Elons, des Hetiters;
      35 die bereiteten Isaak und Rebekka viel Herzenskummer.

      Warum also Esau segnen? Nur weil er ein paar Momente vor Jakob auf die Welt kam?
    • ALLE Menschen, auch die Gläubigen, sündigen (mal). Trotzdem segnet sie Gott- den einen mehr, den anderen weniger. Sünden soll man bekennen, bereuen und verlassen. Das tat Jakob vom ganzen Herzen. Gott sieht das Herz an... ER sah in Jakob, trotz des Betruges, ein gutes Herz.... Warum dürfte ER ihn nicht segnen? Wenn Gottes Segen nur für Schuldlose bereit wäre, ohweeeh,. wo würden wir heute alle....?

      Mt 5,45 "......,. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte."


      .
    • Jakob bekehrte sich erst Genesis 32:23.-33. "Israel"

      Es kommt nicht darauf an, ob Gott mich segnet. "Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte."

      Viel wichtiger ist, ob ich Gott segne/danke/lobpreise.

      Lukas 17:11.-18.19. Die zehn Aussätzigen

      "Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?"