Epheser 2,19: Wer sind die Heiligen?

    • Epheser 2,19: Wer sind die Heiligen?

      In Epheser 2,19 lesen wir: »So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen«

      Wer sind diese "Heiligen"?

      Sind es die Heiligen vom auserwählten Volke Gottes, von Israel? Dafür spräche der Vers 17, in welchem es heißt: "Frieden denen, die nahe waren." Wer war Gott »nahe« ? Das waren doch wohl die Juden, wer sollte es sonst gewesen sein?

      Oder wer ist es sonst?

      Sind es die 12 Apostel der Jerusalemer Urgemeinde?
    • Johannes der Täufer wird als ein heiliger Mann bezeichnet. Er war eine Art Eremit, der sich vom gesellschaftlichen Städtetreiben zurück gezogen hat. Ähnlich auch Lot, der zwar nicht explizit heilig genannt wird, aber doch trotz, dass er in einer Stadt wohnte, sich vom dort üblichen Leben distanzierte, weil er darunter litt. Ähnliches berichtet Josephus über die Essener. Sie bildeten abseits der Städte eine bewusst isoliert lebende Sub-Kultur. Und über Mose berichtet Hebräer 11, dass er sich entschlossen von Prunk und Protz des pharaonischen Hofes zurück zog, um solidarisch mit seinen gequälten Brüdern zu sein, die ihn aber auch verstießen. Die Heiligen sind Menschen, die bewusst viele Entbehrungen in kauf nehmen, um ganz dem Ruf Gottes folgen zu können. So ein Leben war nicht allen möglich, und wird auch nicht voraus gesetzt für das Heil.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • In einem anderen Thema schrieb

      Jacob der Suchende schrieb:

      Ich definiere die Gemeinde Gottes als solche, die aus Gottes Heiligen besteht. Und diese sind:

      Off 14.12 ...welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.

      Also es kommt auf zwei Dinge an:

      1) Gebote Gottes. Jeder Mensch wird danach gerichtet sein, wie er gegenüber der Erkenntnis, was die Gebote Gottes sind, gelebt hat. Das erste Gebot ist natürlich die Liebe zu Gott und zu dem Menschen. Wer das erste Gebot hält, hat die Lust, alle weiteren Gebote, die er erkennt, zu halten.

      2) Glaube an Jesus. Geglaubt soll an Jesus als Heiland und Retter, als jemand, in dessen Name die Sünde vergeben wird.

      Alles andere, die unterschiedlichen Lehren - Trinitätslehre, Lehre nach der Sterblichkeit der Seele, Annihilationslehre, richtiges Verständnis der Prophetie, Heiligtumslehre etc.. - sind für das Heil aus meiner Sicht nicht verbindlich. Sie sind höchstens vom Vorteil.
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Was versteht man eigentlich im Glaubensbekenntnis unter "Gemeinschaft der Heiligen" ?
      Sind damit alle Gläubigen gemeint oder nur besonders "Fromme"?
      Da werden wohl alle getauften Gläubigen für heilig erklärt. Biblisch (übersetzungstechnisch) ist der Ausdruck aber nicht ganz eindeutig. Unter Gemeinschaft könnte man die (ganze) Ekklesia verstehen, oder aber die Anteilnahme an den Nöten der Heiligen.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • Der Begriff "heiliges Volk" stammt vom Sinai (Exodus 19:5.6. 1. Petrus 2:9.)

      Jesus und seine Apostel grenzten die Bezeichnung ein auf die Juden, die "ihn aufnahmen" (Johannes 1:12.) und somit "Gottes Kinder" wurden.

      Die "Gottesfürchtigen" aus den anderen Völkern wurden nach Römerbrief 11:17. "eingepropft", adoptierte Gotteskinder und "Miterben Abrahams" (Galaterbrief 3:14.16.26.28.)

      Die griechisch-römischen Kirchenväter interpretierten "Gemeinschaft der Heiligen" leider falsch. Sie schlossen den Mose-Bund und die Juden aus, aus dem heiligen Volk. (Ersetzungs-Substitutions-Theologie)
    • freudenboten schrieb:

      Der Begriff "heiliges Volk" stammt vom Sinai (Exodus 19:5.6. 1. Petrus 2:9.)
      ...

      Die griechisch-römischen Kirchenväter interpretierten "Gemeinschaft der Heiligen" leider falsch. Sie schlossen den Mose-Bund und die Juden aus, aus dem heiligen Volk. (Ersetzungs-Substitutions-Theologie)
      Hallo freudenboten, danke für Deine guten Antworten!
      Die Ersetzungs-Substitutions-Theologie war ein schwerer Fehler und Grund für den schlimmen Antijudaismus und Antisemitismus mancher Christen, der bis heute leider noch nicht ganz und überall überwunden ist ! Leider!
    • Hallo Norbert.

      In seinen Briefen bezeichnet Paulus durchgehend die damaligen Gemeindeglieder, egal ob jüdischer oder heidnischer Herkunft, als "Heilige". Heilige waren also Menschen, die an Jeus von Nazareth als den Erlöser glaubten. Völkische Herkunft als Heilsnotwendigkeit Grundlage gibt es seit dem Missionsbefehl Jesu nicht mehr.

      lg benSalomo.
    • Römer 12,13 + 16,15

      1. Korinther 1,2 + 6,1 + 16,1 + 16,15

      2. Korinther 1,1 + 8,1-4 + 9,1 + 9,12

      Epheser 1,15 + 2,19

      Hebräer 6,10 + 13,24

      Offenbarung 11,18 + 16,6 + 17,6 + 18,20 + 18,24

      Es gäbe noch ein paar Stellen, die nicht so ganz eindeutig sind. Dies sind aber die eindeutigsten (relativ gesehen) Stellen nach meinem Ermessen. Zumindest sind sie nicht in dem Sinne eindeutig, dass hier Gemeinde, alle Gläubigen und Heilige konsequent durchmischt und in einen Topf geworfen werden können. Es bleibt Raum für Fragen und Erklärungen.
      Der Urtext der Bibel ist für alle da : Hebräisches AT und Altgriechisches NT mit englischer Wort für Wort Interlinear Übersetzung.
    • Aus den vielen genannten Stellen - danke dafür! - will ich nur mal eine herausgreifen, an der man exemplarisch Unterschiede festmachen kann:

      Offenbarung 11,18: "Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten – die Kleinen und die Großen –, und zu vernichten, die die Erde vernichten."

      ====> Hier wird unterschieden entweder zwischen "deinen Knechten, den Propheten" und "den Heiligen" und "denen, die deinen Namen fürchten", was dann 3 verschiedene Gruppen wären - oder es wird unterschieden zwischen "deinen (also Gottes) Knechten" und "den Propheten" und "den Heiligen" und "denen, die deinen Namen fürchten", was dann sogar 4 verschiedene Gruppen wären:
      1. Knechte Gottes: nach der Auslegung der Offenbarung von Dr. Cochlovius sind die »Knechte Gottes« die Juden! Weil er legt die Offenbarung "Israel konzentriert" aus!
      2. Die Propheten: sind die Propheten des AT, wie Moses, David, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel usw.
      3. Die Heiligen: sind wohl besonders herausgerufene Personen Gottes aus beiden Testamenten (AT + NT), wozu vielleicht auch die 144.000 aus Offb.7,4/ Offb.14,1.3 gehören.
      4. Jene, die den Namen Gottes bzw. den Namen Jesu fürchten: werden wohl die Gläubigen Christinnen und Christen sein.
    • Die "Gottesfürchtigen" im AT mussten sich beschneiden lassen und am Opferdienst Israels teilnehmen.

      Im NT geht es ohne rituelle Beschneidung aufgrund des Opfers Jesu.

      In beiden Testamenten werden die Gottesfürchtigen integriert in Israel (mit Jesus-gläubigen Juden).

      Darum lautet der Missionsauftrag (Matth. 28) nicht nur "Gehet hin... taufet..." sondern auch "...lehret sie halten alles..."

      Leider vernachlässigte eine judenfeindliche Kirche den letzteren Auftrag gegenüber den ersteren.
    • Hallo Norbert,

      "Heilige" sind im Neuen Testament >>alle Christusgläubigen<<
      Und dies ohne Unterscheidung der Herkunft wie: Nation, Abstammung, vorheriger Religion/Kultur, Rasse, Hautfarbe, etc.

      siehe z.B. den Philipperbrief(!)
      Der 1. Vers ( =Anrede+Gruß) und die letzten 3 Verse ( =Abschieds[gruß]worte):

      1,1 Paulus und Timotheus, - Knechte Christi Jesu -, an ALLE HEILIGEN in Christus Jesus, die IN PHILIPPI sind, [...]

      4,21 Grüßt JEDEN HEILIGEN in Christus Jesus! Es grüßen euch die Brüder, die bei mir sind. 22 Es grüßen euch alle Heiligen, besonders aber die aus des Kaisers Haus ( =Rom).
      23 Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist!


      Hintergrund dieser 1. Gemeinde auf europäischen Boden:
      Apg. 16,12a und [fuhren] von da nach Philippi, das die erste Stadt jenes Teiles von Mazedonien ist, eine Kolonie [...] --> Anmerk. eine römische Kolonie großteils von ehemaligen/ausgedienten Soldaten

      Aus dem Online-Bibellexikon bibelwissenschaft.de

      http://www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde/neues-testament/paulinische-briefe/philipper/ schrieb:

      Die Adressaten:
      [...]
      Paulus hat nach dem Bericht der Apostelgeschichte Apg 16,11ff.) in Philippi die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden gegründet. Sie bestand sicher mehrheitlich aus Heidenchristen (vgl. die im Phil erwähnten Namen und die Art und Weise, in der Paulus in 3,2ff. mit seiner jüdischen Herkunft argumentiert). Paulus hatte zu dieser Gemeinde ein sehr enges Verhältnis. [...]

      Link: Philipper :: bibelwissenschaft.de

      Alles Gute allen heutigen Heiligen,
      :greet:


      P.S.: Der Brief an die Gemeinde in Ephesus ist ähnlich: "[...] Die Adressaten sind Heidenchristen (2,11; 3,1; vgl. 4,17). [...]". Quelle: Epheser :: bibelwissenschaft.de
      .

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • freudenboten schrieb:

      Darum lautet der Missionsauftrag (Matth. 28) nicht nur "Gehet hin... taufet..." sondern auch "...lehret sie halten alles..."


      Leider vernachlässigte eine judenfeindliche Kirche den letzteren Auftrag gegenüber den ersteren.
      Jesus Christus betonte wohl in Matthäus 28


      Matthäus 28.20 schrieb:

      und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28.20
      Und da sind nun halt auch Lehren, die anders lauten als bislang gelehrt wurde. Beispielsweise keine Vergeltung im Sinne von Auge um Auge, auch keine Reaktion auf aggressive Provokation. So auch lehrte Jesus, respektive der Vater aus ihm, dass er keinerlei Wohlgefallen an jedwelchen Opfern habe sondern an gelebter Liebe. Und insbesondere schickte Jesus seine Jünger aus um das Evangelium vom Reich Gottes durch Umkehr der Sünder zu predigen.

      Jene, welche den eigentlichen Missionsauftrag Jesus Christus nicht in seinem Sinne erfüllen,verhindern ja genau genommen das Werden einer neuer Kreatur in Christo um nurmehr Gott dienstbar zu werden und bleiben, statt immer wieder mal lieblos = gottlos, getrennt von Gott zu handeln und damit zu zeigen, dass die Heiligung noch in der Zukunft liegen könnte, so man die Welt überwindet und sich nurmehr so verhält wie es Gott gefällt.

      Wer sagt, dass sei unmöglich, sollte denjenigen Geist in sich, der dies immer wiederholt und sich auf Stellen wie Römer 7.14 und 1.Johannes 1.8 und 9 festgebissen hat ein für allemal aus dem Tempel weisen und jeglich Zutritt verwehren. Sicher geht Heiligung nicht von heute auf morgen. Doch wenn nach Jahrzehnten jemand noch immer wieder mal sündigt, dann verpasst so jemand das wahre IN CHRISTUS zu sein, mit allen Annehmlichkeiten, die Gott solchen Getreuen seines Sohnes schenkt. z.B.

      Petrus schrieb:

      31 Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zu einem Fürsten und Heiland, zu geben Israel Buße und Vergebung der Sünden. 32 Und wir sind seine Zeugen über diese Worte und der Heilige Geist, welchen Gott gegeben hat denen, die ihm gehorchen.
    • Epheserbrief ist wichtiger christlicher Lehrbrief!

      John Q. Public schrieb:

      Hallo Norbert,

      P.S.: Der Brief an die Gemeinde in Ephesus ist ähnlich: "[...] Die Adressaten sind Heidenchristen (2,11; 3,1; vgl. 4,17). [...]". Quelle: Epheser :: bibelwissenschaft.de
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      Hallo John!
      Ich bin Dir dankbar, dass Du auf den Epheserbrief hingewiesen hast, denn dieser ist seit dem gestrigen Montag, 9.4.2018 fortlaufende Bibel-Lese im Herrnhuter Losungsbüchlein! Und auch auf BIBEL TV wird seit letztem Sonntag der Epheserbrief in der Senderreihe "Bibelkunde" des Gemeindehilfsbundes in einer 6 - teiligen Reihe gebracht - jeweils sonntags von 12:25 - 13:00 Uhr. Der Brief des Paulus ist ein wichtiger Lehrbrief für die Christenheit, weil darinnen die NTliche Gnaden - und Glaubenslehre verdichtet vorkommt - v.a. in Epheser 2,5-8 - dem Kern des ganzen Briefes!
    • Die Adressaten sind zwar "Gottesfürchtige"/Nichtjuden, Paulus macht aber keinen Unterschied Kap. 2:11.-22.

      Das und Apg. 15 werden leider von "christlichen" Theologen vernachlässigt.

      Hier kommt deutlich dasselbe Gemeindeverständnis wie in Römer 11 zum Ausdruck: "Einiges (inklusives) Israel" aus zuerst Juden und danach Nichtjuden.