Biblische Liedtexte in der Pop-Musik

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Biblische Liedtexte in der Pop-Musik

      Hallo zusammen,

      leider ist dieses Thema wohl nur für diejenigen was, die Englisch können. Ich will mich gleich mal zu Beginn dafür entschuldigen. Eine Übersetzung der Lied-Texte ist oft sehr holprig, deshalb mach ich das vorerst nicht. Es geht um biblische Themen in der Pop-Musik. Anhand konkreter Beispiele. Ein Lied, das mich schon seit vielen Jahren begleitet und das wohl auch eines der am meisten gecoverten Lieder ist: Hallelujah von Leonard Cohen:



      Der Liedtext:

      Well I heard there was a secret chord
      That David played and it pleased the Lord
      But you don't really care for music, do you?
      Well it goes like this: the fourth, the fifth
      The minor fall and the major lift
      The baffled king composing Hallelujah
      Hallelujah [x4]
      Your faith was strong but you needed proof
      You saw her bathing on the roof
      Her beauty and the moonlight overthrew you
      She tied you to her kitchen chair
      She broke your throne and she cut your hair
      And from your lips she drew the Hallelujah
      Hallelujah [x4]
      Baby I've been here before
      I've seen this room and I've walked this floor (you know)
      I used to live alone before I knew you
      And I've seen your flag on the marble arch
      And love is not a victory march
      It's a cold and it's a broken Hallelujah
      Hallelujah [x4]…
      There was a time when you let me know
      What's really going on below
      But now you never show that to me, do you?
      But remember when I moved in you
      And the holy dove was moving too
      And every breath we drew was Hallelujah
      Hallelujah [x4]
      Maybe there's a God above
      All I've ever learned from love
      Was how to shoot somebody who outdrew you
      And it's not a cry that you hear at night
      It's not somebody who's seen the light
      It's a cold and it's a broken Hallelujah
      Hallelujah [x13]


      Hier werden biblische Geschichten und Themen vermischt dargestellt. Also einige Themen, die ursprünglich in der Bibel nichts miteinander zu tun haben, werden lyrisch kombiniert.

      Meine Frage jetzt wäre, wenn ihr so etwas anhört: Was denkt ihr euch dabei? Nicht korrekt dargestellt, deshalb abzulehnen, oder ist das künstlerisch ok und deshalb drückt man bei der "Wahrheit" ein Auge zu?

      Obwohl ich das Lied sicher schon zig mal gehört habe und vor allem auch unzählige Coverversionen davon, berührt es mich immer noch musikalisch und irgendwie auch textlich.

      Leonard Cohen war ja gebürtiger Jude und hatte dadurch sicher ein Verbindung zu den Geschichten des Alten Testaments:

      Wikipedia Deutsch schrieb:

      Leonard Cohen wurde in eine wohlhabende, einflussreiche jüdische Familie in Westmount, einem englischsprachigen Vorort Montreals, geboren.[1] Sein Urgroßvater Lazarus Cohen stammte aus Vilkaviškis, Litauen,[2] wo er Lehrer an der örtlichen Jeschiwa (religiöse Hochschule) war. 1860 wanderte er nach Kanada aus, war als Unternehmer erfolgreich und wurde Präsident der jüdischen Gemeinde Shaar Hashomayim, der größten in Montreal.[3] Sein Sohn Lyon Cohen, Leonards Großvater, der als Textilkaufmann und Versicherungsmakler erfolgreich war, folgte ihm 1914 in das Amt des Synagogenvorstands.[4] Dessen Sohn Nathan, ein Ingenieur, übernahm das große Textilkaufhaus.[5] Nathan Cohen starb im Januar 1944,[6] als Leonard neun Jahre alt war. Seine musisch interessierte Mutter Marsha (Masha) war die Tochter des aus Russland eingewanderten Rabbiners Solomon Klonitsky-Kline.[7] Marsha hatte auch eine Tochter, Esther. Leonard und seine Schwester waren sich als Kinder nie besonders nahe.
      nicht immer ganz ident mit der Wikipedia in Englisch, aber immerhin:

      Wikipedia Englisch schrieb:

      Cohen was born on September 21, 1934, into a middle-class Canadian Jewish family residing in Westmount, Quebec, an English-speaking suburb of Montreal. His mother, Marsha (Masha) Klonitsky,[3] was the daughter of a Talmudic writer, Rabbi Solomon Klonitsky-Kline, of Lithuanian Jewish ancestry.[4][5] His paternal grandfather, whose family had moved from Poland to Canada, was Lyon Cohen, the founding president of the Canadian Jewish Congress. His father, Nathan Cohen, owned a substantial clothing store and died when Cohen was nine years old. The family observed Orthodox Judaism, and belonged to Congregation Shaar Hashomayim, to which Cohen retained connections all his life.[6] On the topic of being a Kohen, Cohen told Richard Goldstein in 1967, "I had a very Messianic childhood. I was told I was a descendant of Aaron, the high priest."[7]




      zweites Beispiel, das ich erst vor kurzem hörte. Cherry Tree Carol:



      Das ist das Original, aber es gibt schon auch hier einige Coverversionen. Der Liedtext:

      When Joseph was an old man, an old man was he
      He married Virgin Mary, the Queen of Galilee
      He married Virgin Mary, the Queen of Galilee
      Joseph and Mary walked through an orchard green
      There were cherries and berries, as thick as might be seen
      There were cherries and berries, as thick as might be seen
      Mary said to Joseph, so meek and so mild:
      Joseph, gather me some cherries, for I am with child
      Joseph, gather me some cherries, for I am with child
      Then Joseph flew in anger, in anger flew he
      Let the father of the baby gather cherries for thee!
      Let the father of the baby gather cherries for thee!
      Then up spoke baby Jesus, from in Mary's womb:
      Bend down the tallest branches, that my mother might have some
      Bend down the tallest branches, that my mother might have some
      And bend down the tallest branches, it touched Mary's hand
      Cried she: Oh look thou Joseph, I have cherries by command
      Oh look thou Joseph, I have cherries by command


      Hier ist vor allem die Geschichte von Josef, dem weltlichen Vater von Jesus interessant. Es wird die ganze Problematik von Josef, der ja nicht der leibliche Vater von Jesus war behandelt, dass er fliehen wollte und dass das eben eine schwierige Sache war damals mit einem unehelichen Kind. Natürlich auch hier wieder eine sehr freie Interpretation des Bibeltextes, denn wenn im Liedtext Jesus als Baby in Marias Bauch anfängt zu sprechen...noja. Mir gefällt auch hier eine Coverversion wesentlich besser als das Original:




      Wie geht's euch also mit diesen oder auch anderen biblischen, christlichen Liedtexten, die es mit der Wahrheit nicht immer so genau nehmen, aber dennoch irgendwie bewegen...

      viele Grüße

      tricky

      P.S. Haha, mit dem zweiten Lied ist die Vorweihnachtszeit endgültig eingeläutet :fettgrins:

      tricky
    • tricky schrieb:

      Wie geht's euch also mit diesen oder auch anderen biblischen, christlichen Liedtexten, die es mit der Wahrheit nicht immer so genau nehmen, aber dennoch irgendwie bewegen...
      NaJa, das ist eben das Problem - sie gehen in unser Unterbewusstsein ein und transportieren "Informationen" die eben so nicht in der Bibel stehen - das mag manchmal irrelevant sein (war Josef wirklich ein alter Mann - eine katholische These um die Jungfrauenschaft Mariens für ihre ganze Ehe zu stützen) aber manchmal auch sehr problematisch (das absurde Wunder das Jesus hier unterschoben wird - etwas das dem Bericht der Evangelien im Prinzip widerspricht, aber apokryph zu finden sein mag).)
      Liebe Grüße, Heimo
    • ich glaube man sollte solche dinge nicht überbwerten. Viele menschen interressiert der text überaupt nicht, die melodie ist viel wichtiger. Letzten endes wissen gläubige menschen, wenn etwas unsinn ist. Und bei ungläubigen kann dies höchstens ein positiver affekt auslösen. Von dem her begegne ich solchen texten unbrschwert.

      Liebe grüsse
      Dondomi