500 Jahre Jubiläum der Reformation: Fazit

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    • 500 Jahre Jubiläum der Reformation: Fazit

      Obwohl der 31. Oktober 2017 - 500 Jahre nach Beginn der Reformation am 31.10.2017 - noch nicht erreicht ist, ist es m.E. Zeit ein erstes Fazit bzw. eine erste Analyse zu machen:

      Im folgenden beziehe ich mich daher auf die neueste Ausgabe der biblischzen Zeitschrift "MITTERNACHTSRUF" vom Oktober 2017, wie ich es in der Shoutbox schon erwähnt hatte:

      Auf der Titelseite steht: Unsere Antwort auf die Reformation
      Verschiedene Kirchen und Organisationen haben verschiedene Ideen darüber, wie Christen das Reformationsjahr zu begehen haben. Wie sollte die biblische Reaktion auf 500 Jahre Reformation aussehen?

      Im Grusswort schreibt Rene Malgo u.a. :

      "Es geht um geistliche Einheit, nicht um äusserliche oder institutionelle Einheit. ... Geachtete Bibellehrer wie Benedikt Peters, Michael Kotsch und Wolfgang Nestvogel...rufen zum Einstehen für die Wahrheit auf. Sie zeigen, warum wir uns den aktuellen Einheitsbestrebungen zwischen vielen Protestanten und der römisch-katholischen Kirche nicht anschliessen können." (Seite 5)

      Im Hauptartikel wird u.a. davon geschrieben, dass der 18. April 1521 die Sternstunde der Reformation war, die zu jener Bibelerweckung führte, die alle Länder Europas erschütterte.


      Fortsetzung folgt!

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    • Fortsetzung:

      "Die Schrift allein ist Quelle der Wahrheit und Richtschnur für Glauben und Leben. ... Die Kernaussage ist eindeutig: Luther liess nur eine Autorität gelten, nämlich die Bibel. Der müssen sich alle beugen, an der müssen sich alle messen lassen, auch der Papst und die Konzilien. Bereits in den 95 Thesen hatte Luther das in der 62. These angedeutet: <<Das Evangelium ist der wahre Schatz der Kirche ...>>.
      Da behauptete einer, dass die Schrift alleinige Richtschnur sei. Das war eine offene Herausforderung an das Selbstverständnis der unumschränkt herrschenden Papstkirche. Diese Papstkirche anerkannte zwar auch die Autorität der Bibel. Aber neben ihr wären da zwei weitere Quellen der Wahrheit: Die Traditionen und das Lehramt der Kirche. Und das bedeutete: Die Kirche bestimmte und legte fest, wie die Bibel zu verstehen sei. (Anm. von mir, NCH: Bis heute! ... ist das in der RKK so!) ...
      Die Bibel allein; und die Bibel in allen Fragen. An dieser Wahrheit stiess sich die Antike, die Neuzeit, die Moderne wie auch die Postmoderne. An ihr stossen sich Atheisten und Fromme, Denker und Leute, die gar nie denken - alle. Das ist allen unerträglich: eine absolute, uneingeschränkte, nicht verhandelbare Wahrheit, schriftlich verfasst und eindeutig formuliert, für alle verbindlich. ... Wir leben in einer Zeit, in der man sich müht, alle Unterschiede der Religionen und Konfessionen einzuebnen. ... Der Druck des Zeitgeistes ist massiv und der ökumenische Sog wird immer stärker. ...

      Doch: Was sagt die Schrift? ...
      Das Evangelium ist das Wort Gottes und als solches die alleinige und ausschliessliche Quelle der Wahrheit. Einzig aus der Bibel findet der Mensch die Erkenntnis über die Errrettung. Christus und keiner ausser ihm ist Retter der Menschen. Aus Gnade allein und durch den Glauben allein empfängt er Vergebung, Rechtfertigung und damit Leben. Über diese in der Bibel bezeugten Wahrheiten lässt sich nicht verhandeln. ... Allein, was die Schrift lehrt, ist für alle bindende Wahrheit. ...

      Nun werden in dem Artikel glänzende Beispiele für Kämpfer für die Wahrheit erwähnt: Unter anderem:

      John Knox, der Reformator Schottlands, geboren 1514, gestorben 1572 reagierte nachdem Maria Stuart am 24. August 1561, ihrem ersten Sonntag auf schottischem Boden, im Schloss Holyrood in Edinburgh das Messopfer feiern liess, mit folgenden drastischen und knallharten Worten darauf: <Furchtbarer ist eine Messe als wenn zehntausend bewaffnete Feinde im Königreich gelandet wären.>
      Was Knox von der Messe hielt, hatte er bereits festgehalten in der Confessio Scoticana, im Schottischen Glaubensbekenntnis. Da heisst es im Kapitel 23: <<Diese Lehre ist eine Verlästerung Christi Jesu und eine Leugnung der Genügsamkeit seines einmaligen Opfers ... weshalb wir sie aufs äusserste verabscheuen, hassen und von uns weisen.>>
      Sein ganzes Leben war geprägt vom warnenden Zeugnis gegen die Messe: <<Ich will davon Rechenschaft geben, warum ich dauernd erkläre, dass die Messe ist und immer gewesen ist Götzendienst und Gräuel ... der gräulichste Götzendienst, der je seit Anfang der Welt getrieben worden ist.>>
      (Anm. von mir: Solch harten Worte gegen die kath. Messe haben weder Luther noch Melanchthon jemals gebraucht. Luther hatte die Evangelische Messe eingeführt, die fast deckungsgleich mit der katholischen war und Melanchthon widersprach dem katholischen Vorwurf "Wir Evangelischen hätten die Messe abgeschafft. Nein, wir halten sie nach wie vor!") ...
      Joseph Chambon bewertet John Knox mit folgenden Worten: <<...Dass der Protestantismus unserer Tage dieses sein Grausen vor der Messe kaum noch versteht, spricht entweder für die Messe, die sich aber nicht verändert hat, oder gegen den Protestantismus, der sich verändert hätte.>>... Joseph Chambon spricht daher vom <<fast grauenhaft-unbeirrbaren, starren Willen des Mannes John Knox, die Römische Irrlehre auszufegen und den evangelischen Glauben dem gesamten Land zum Heil durchzusetzen>>. ... von BENEDIKT PETERS aus: Mitternachtsruf Oktober 2017 zum TITEL: Unsere Antwort auf die Reformation , Seiten 6 - 13

      ... Fortsetzung folgt!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Fortsetzung:
      Ab Seite 18 folgt ein sehr interessantes Interview zwischen Rene Malgo und dem Kirchenhistoriker Michael Kotsch mit der Überrschrift: 500 JAHRE REFORMATION
      <<Der Absolutheitsanspruch macht die römisch-katholische Kirche prinzipiell nicht korrigierbar>>

      Frage: 500 Jahre nach der Reformation existieren unzählige protestantische Denominationen und Meinungen. Ist das Prinzip <<Allein die Schrift>> etwa hinfällig geworden, wie es die römisch-katholische Kirche behauptet?
      Antwort: ... Spaltungen und verschiedene Meinungen gab es schon in der frühesten Christenheit. In der mittelalterlichen Kirche wurden abweichende Meinungen einfach mit Gewalt unterdrückt; ... Zum anderen ist Einheit in der Bibel keine organisatorische, sondern vor allem eine geistliche Grösse. Diese Einheit kann auch trotz verschiedener Konfessionen und Meinungen da sein. ....

      Frage: Katholische Apologeten behaupten, die Worte <<Glauben allein>> kämen in der Bibel nur in Jakobus 2,24 vor und dort heisst es: <<So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein.>> Was sagen Sie dazu?
      Antwort: Es geht ... um eine zusammenhängende Theologie. ... Die Lehre der Erlösung durch Glauben allein finden wir eindeutig im Römerbrief, im Galaterbrief, überhaupt in den meisten apostolischen Briefen (Anm. von mir: insgesamt finden wir im NT 16 Bibelstellen!), auch im Jakobusbrief (gerade in Jakobus 2,23 wird deutlich gemacht, dass Abraham aus Glauben und nicht aufgrund von Werken <<Freund Gottes>> genannt wurde -[Anm. von mir hierzu: Jak.2,23 und Jak.2,24 widersprechen sich! Jak.2,24 is ein bibl. Irrtum!]) Gottes Wort macht immer wieder deutlich, dass Menschen nur aufgrund des Glaubens an Jesus Christus gerettet werden, nicht aufgrund ihrer Werke (vgl. Eph.2,1-10). Aufgrund seiner Werke kann kein Mensch von Gott akzeptiert werden (vgl. Röm 3,23ff.). Der durch Gnade errettete Mensch wird allerdings in der Folge gute Werke tun.

      Frage: Was ist der Kernpunkt, der es für uns unmöglich macht, auf die Einheitsbestrebungen der römisch-katholischen Kirche einzugehen?
      Antwort: Da gibt es gleich mehrere Punkte. Ganz entscheidend ist da beispielsweise der Ausschliesslichkeitsanspruch der römisch-katholischen Kirche. Von ihrem Wesen und Selbstverständnis her ist sie gar nicht in der Lage und auch nicht willens, prinzipielle Veränderungen oder Korrekturen vorzunehmen, weil sie davon ausgeht, dass alle ihre Dogmen direkt vom Heiligen Geist inspiriert sind. Aus römisch-katholischenr Sicht ist Einheit nur dann möglich, wenn sich alle auf die katholische Perspektive einigen. ... Für die römisch-katholische Kirche ist das katholische Lehramt bestimmend. Papst und Bischöfe entscheiden, was zur Bibel gehört und wie das Wort Gottes <<richtig>> verstanden wird. Nach katholischer Lesart erhält die Bibel erst durch die Päpste ihre geistliche Autorität. ... Die römisch-katholische Kirche ... kennt zusätzliche Offenbarungen, die sie für irrtumslos hält. Das ist problematisch. Der Absolutheitsanspruch macht die römisch-katholische Kirche prinzipiell nicht korrigierbar. Für Protestanten besitzt aber nur die Schrift diese unkorrigierbare Zuverlässigkeit.
      ..
      . Wenn es aber z.B. um die Rolle Marias, um die Irrtumslosigkeit des Papstes oder das Fegefeuer geht, berufen sie sich für ihre Lehren auf die Führung durch den Heiligen Geist und nicht auf die Schrift. (Anm. von mir: Rhetorische Frage: Kann man denn den Heiligen Geist von der Bibel (der bibl. Wahrheit) "abkoppeln"?)
      Echter Dialog ist aber nur möglich, wenn beide Partner die Heilige Schrift als alleinige Grundlage akzeptieren. Nur Gottes Wort kann die gemeinsame Basis für alle Glaubensfragen sein.
      ...
      Frage: Wäre es auch möglich, dass sich die Einheitsbestrebungen in eine biblische Richtung entwickeln?
      Antwort: ...Wenn wir die heutigen Entwicklungen endzeitlich deuten, ist die römisch-katholische Kirche auf dem besten Weg zu einer Welteinheitsreligion. ... Währenddesen haben viele Protestanten ihre Wurzeln verlasen und streben nun ebenfalls zu dieser Welteinheitsreligion, in der alle einfach nur nett zueinander sind.

      Frage: Angesichts der Einheitsbestrebungen zwischen römisch-katholischer Kirche und Protestanten, welchen Rat würden Sie Gläubigen da mit auf den Weg geben?
      Antwort: Mein erster Tipp: Bibel, Bibel, Bibel. Protestanten müssen sich neu dessen bewusst werden, wo die Grundlage ist: Jesus Christus begegnet uns in Seinem Wort. Wenn Protestanten diese Basis verlassen, werden sie nicht bestehen können, sondern früher oder später in den Schoss der römisch-katholischen Kirche zurückkehren. ... Allein die Bibel kann in einer Zeit postmoderner Religiosität zuverlässige Orientierung geben. ... Viele haben ein übertriebenes Feindbild aufgebaut und stellen die römisch-katholische Kirche als abgrundtief böse dar (!!!), was so auch nicht stimmt. ... Die römisch-katholische Kirche und Evangelikale können moralisch vieles gemeinsam haben. ... Ärgerliche Tatsachen aber bleiben, beispielsweise die Intoleranz der katholischen Kirche, ihre Gewalt Andersdenkenden gegenüber, ihre religionsvermischenden Rituale und die unbiblische theologische Grundlage. So können wir evangelikalen Christen ehrlich und klar sagen, <<Ich finde es gut, wie sich die römisch-katholische Kirche gegen Abtreibung einsetzt, aber dieser oder jener Punkt geht eindeutig gegen die Lehre Jesu.>>
      (Anm. von mir, Norbert Chmelar: z.B. :

      • Maria als "Miterlöserin" (Mediatrix)
      • Unfehlbarkeit des Papstes
      • Anrede des Papstes als "Heiliger Vater"
      • Die Römisch Katholische Kirche (RKK) als >die allein-seligmachende, einzigste, echte chrsitliche Kirche<
      • Zölibat)
      Das sind die zwei Tipps, die ich in diesem Zusammenhang geben möchte: Lassen Sie sich noch mehr von der Bibel prägen und entwickeln Sie von den Katholiken ein realistisches Bild, das sowohl das Positive im Blick hat (z.B. die katholische Alltagsfrömmigkeit) als auch das Negative (die Irrlehren [siehe meine obige Anmerkung!]).

      aus: Mitternachtsruf - Oktober 2017 auf den Seiten 18 - 21

      Fortsetzung folgt...

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    • Fortsetzung...

      Zum Artikel im BLICKFELD zum ZEITGESCHEHEN mit der Überschrift:
      Evangelisch oder katholisch - längst kein Gegensatz mehr?

      ... Thomas Schirrmacher ... Der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) setzt sich seit Jahren für eine engere Zusammenarbeit der Evangelikalen mit der römisch-katholischen Kirche ein (siehe sein Erlebnisbuch Kaffeepausen mit dem Papst. Meine Begegnungen mit Franziskus, SCM 2016). Schirrmacher betonte <<die zunehmend feststellbaren Gemeinsamkeiten zwischen den Evangelischen und der Katholischen Kirche>>. ...
      Man beruft sich zustimmend auf die <<Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre>>, die 1999 zwischen Vertretern der Römisch-Katholischen Kirche und des Lutherischen Weltbundes verabschiedet wurde.
      Dort würden ... beide Seiten darin übereinstimmen, <<dass der Mensch allein durch Christus, allein durch die Gnade und allein durch den Glauben vor Gott gerecht werde>>. ... ***
      Am 21. Juni in Würzburg erklärte der Vorsitzende der Altpietisten (Evangelischer Gemeinschaftsverband Württemberg/Apis) und Pro-Christ Redner Steffen Kern (Stuttgart) - der bekannte Vertreter des Pietismus: <<Die wichtigste Gemeinsamkeit zwischen Protestanten und Katholiken [besteht] in dem Wissen, dass es im Glauben darum geht, dass Christus allein für das Heil des Menschen entscheidend ist>> (ideaSpektrum, deutsche Ausgabe, NR. 26/2017, S. '8') Auch Kern vertritt damit die These, dass man sich in der Schlüsselfrage nach dem rettenden Glauben zwischen Katholiken und Evangelischen letztlich einig sei. Entspricht diese
      Sichtweise den wahren Verhältnissen? ...

      500 Jahre später - sind die alten Gräben wirklich zugeschüttet?
      ... Hat sich das Verhältnis zwischen römisch-katholischem und evangelischem Glauben etwa entscheidend gewandelt? Natürlich, so wird allgemein zugestanden, gebe es nach wie vor Unterschiede, wofür man gern auf die Mariologie, das Kirchenverständnis, Papsttum und die Eucharistie verweist. ...
      Wenn wir die aktuelle Diskussion richtig einordnen wollen, müssen wir uns gründlich daran erinnern, an welchen Punkten die Reformation seinerzeit aufbrach, Damals stannden zwei Schlüsselfragen im Zentrum des Konflikts:

      1. Welche Instanz entscheidet über die Wahrheit? Wo liegt die letzte Autorität, welche Quelle hat das letzte Wort?
      2. Wie wird der Sünder mit Gott versöhnt? Wie kommt ein Mensch in den Himmel?
      Auf dem Weg zu seiner Bekehrung hat Martin Luther die Antwort auf beide Fragen in der Bibel gefunden. was er dabei entdeckte, führte unweigerlich zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche (RKK), da deren Lehre zu diesen beiden Punkten der biblischen Position entgegenstand. Wie lehrt die RKK heute?
      ...
      Der Papst wurde als oberster Hüter der Wahrheit anerkannt, der für sich drei Titel beanspruchte, die eigentlich für den dreieinigen Gott reserviert waren. Er nannte sich <<HEILIGER VATER>> (wie Gott, der Vater), <<höchster Brückenbauer>> [- auf Lateinisch: "PONTIFEX MAXIMUS" -] zwischen Himmel und Erde (was eigentlich Jesus Christus ist) und <<Stellvertreter Jesu Christi>> [- auf Lateinisch: "VICARIUS FILII DEI" -] (diese Aufgabe hatte Jesus selbst dem Heiligen Geist vorbehalten). An diesem Selbstverständnis des Papstes hat sich übrigens bis heute nichts geändert.
      Unter der Führung des Papstes wachten das offizielle kirchliche Lehramt und die Konzilien über die wahre Lehre, die für alle <<Christen>> gelten sollte. Sie beriefen sich dabei zwar u.a. auf die Bibel, reklamierten für sich selbst jedoch die gleiche Autorität und das Recht darüber zu bestimmen, was die biblischen Texte im Einzelnen bedeuten sollten. Die letzte Instanz der Wahrheit ist demnach das Katholische Lehramt. ...

      In der RKK gilt bis heute ungebrochen, was das Trienter Konzil (1545-1563) als Antwort auf die Reformation festlegte. ...
      Die <<kirchliche Tradition>>, wozu auch die <<ungeschriebenen Überlieferungen>> zählen, ist <<mit dem gleichen Gefühl der Dankbarkeit und der gleichen Ehrfurcht>> anzuerkennen wie die Bibel selbst. Allein der Kirche steht es zu, <<über den wahren Sinn und die Auslegung der heiligen Schriften zun urteilen>> (Trienter Dekret, Denziger-Schönmetzer NR, 1501 und 1507). Damit bekräftigt Trient, wie Thomas Kaufmann in seiner Reformationsgeschichte schreibt, <<die Superiorität [Überlegenheit] der römischen Kirche gegenüber der Bibel>>, was eine weitere Stärkung des Papstamtes einschliesst.
      ...
      Mit der Wiederentdeckung des sola scriptura stellt Luther die gesamte Hierarchie der Autorität auf den Kopf. ...

      An diesem entscheidenden evangelisch-katholischen Gegensatz in der Autoritätsfrage hat sich bis zum Jahr 2017 nichts geändert. Die RKK ist trotz aller diplomatischen Rhetorik in der Sache keinen Milimeter von ihrer Position abgerückt.

      Fortsetzung folgt ... aber nicht mehr heute!

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      *** Wen das alles so stimmen sollte, dann wäre damit m.E. aber der Grund der Reformation nun auch von der RKK offiziell akzeptiert worden und man müsste konsequenterweise die Kirchenspaltung und den Kirchenausschluss Luthers rückgängig machen!

      Diese Gelegenheit zum 495. Jahrestag der Exkommunikation Luthers vom 3. Januar 1521 wurde von Papst Franziskus am 3.1.2016 nicht wahrgenommen - auch ein Jahr später im Reformationsjubiläums-Jahr 2017 nicht! (Aufhebung der Exkommunikation Luthers) ===> Daher muss man fragen: "War die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre vom 31.10.1999 seitens der RKK wirklich Ernst gemeint?" ---> siehe dazu auch meinen nächsten Beitrag!

      Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Norbert Chmelar schrieb:

      An diesem entscheidenden evangelisch-katholischen Gegensatz in der Autoritätsfrage hat sich bis zum Jahr 2017 nichts geändert. Die RKK ist trotz aller diplomatischen Rhetorik in der Sache keinen Milimeter von ihrer Position abgerückt.
      Und was bedeutet dies alles? Was möchtest du den, vorüber wir uns unterhalten?

      Soweit ich es überflogen habe, geben die Artikel Tatsachen wieder, die schon lange bekannt sind. Zumind. mir geht es so. Ändern wird sich die Stoßrichtung der protestantischen Gemeinschaften die der ökumenischen Bewegung nachlaufen dennoch nicht.
      Es gibt alleine 42.000 christliche Kirchen. Aber laut Jesus nur EINEN Weg der zum Ziel führt!!!
    • Ich erlebe es schmerzhaft : Klassentreffen. Wir sitzen im Wohnzimmer des Alterssitzes eines lieben Pfarrers. eine keine Restgruppe diskutierte bis 2 h früh.



      Ja, was soll man mit einem Kotholiken schon reden ? "Mit eienm Katholiken kannn ich überhaupt nicht reden."Johannes Kovar.

      Oh, wir haben über unsere Erfahrungen gesprochen , in Dorf und Grossstadt der heutigen Zeit, unsere Bemühungen, das Evangelium zu leben; zu helfen, zu leiten, zu kapitulieren.

      Nur :Das Schmerzhafte war sein mehrmaliger sofortiger Rückzug auf den Bischof, das Lehramt - - Und wir haben weder überv Transsubstation, noch über Maria noch über "Tu es Petrus" gesprochen.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von philoalexandrinus ()

    • Fortsetzung...

      Auch die RKK kann prinzipiell zustimmend und mit frommen Worten über die Bibel, Jesus Christus, Gnade und Glauben reden. Aber das <<allein>> muss sie aufgrund ihres Lehrsystems entschieden ablehnen. Deshalb gelten unverändert (Anm. von mir: Ist das wirklich so?) die Verwerfungen des Trienter Konzils (1545-1563). Zum <<allein>> heisst es dort: <<Wer behauptet, der rechtfertigende Glaube sei nichts anderes als das Vertrauen auf die göttliche Barmherzigkeit, die um Christi willen die Sünden nachlässt (vergibt),...der sei ausgeschlossen>> (6.Sitzung, Lehrsatz 12). (Anm. von mir: Wenn das stimmen sollte, so würde es sich - wie Wolfgang Nestvogel in seinem Artikel schreibt - bei 'der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre'(GE) in der Tat um "eine theologische <<Mogelpackung>>" handeln!)
      Nestvogel schreibt weiter: "Die GE ist das Ergebnis taktisch-theologischer Diplomatie und dient tragischerweise zur Verschleierung der tatsächlich vorhandenen Gegensätze. ... Die verführerische Wirkung des Dokuments zeigt sich ... in ihrer kritiklosen Aufnahme durch die Erklärung der Schweizer Evangelischen Allianz. ...

      Nestvogel zitiert im weiteren den Theologen Hellmuth Frey:
      <<...Im Katholizismus nimmt Jesus eine andere Stellung ein als in der Bibel. Zwar steht er offiziell in der Mitte. Aber weil die Bedeutung seines Kreuzestodes nicht in der Tiefe erkannt [wird, weil] der Schluss aus der Einmaligkeit, Abgeschlossenheit und Allgenugsamkeit seines Erlösungswerkes nicht gezogen wird - wird er selbst durch Zwischeninstanzen in den Herzen der Menschen aus der Mitte gedrängt: durch die Kirche, die ... sein Werk auf Erden fortführt, den Papst, der seine Person auf Erden vertritt, Maria, die ihn im Himmel umstimmt, Heilige, die als kleine Schutzgötter geduldet werden, ihre Verdienste und die Handlungen der Priester, die uns Beistand leisten. Seine Hoheit wie seine Liebe werden verdunkelt...<< (Hellmuth Frey: Jesus allein oder Jesus und... Die Annäherung der Konfessionen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, Bad Liebenzell 1974, S. 87-88).

      Nestvogel bendet seinen Artikel mit folgenden eindringlichen Worten:

      "Nun sind die mündigen Christen im Lande gefragt, auch die mündigen Allianzler und Altpietisten. Werden sie den Vorgaben ihrer Leiter kritiklos folgen und sich damit auf leisen Sohlen von der Reformation verabschieden? Oder werden sie für die Wahrheit des Evangeliums ihre Stimme erheben und damit das Risiko eingehen, als ökumenische Störenfriede gebrandmarkt zu werden? Hier geht es nicht um unsere Loyalität zu Luther, Zwingli oder Calvin, sondern einzig und allein um die Treue zu dem Einen, dessen einmaliges Opfer am Kreuz von Golgatha völlig genügt, <<damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben>> (Joh.3,16).

      DR. WOLFGANG NESTFOGEL in: Mitternachtsruf - Oktober 2017 auf den Seiten 24 - 28
      Der Autor ist Pastor der Bekennenden Evangelischen Gemeinde Hannover (BEGH), Publizist und mit Vorträgen im In - und Ausland unterwegs. ... Seine wöchentlichen Predigten stehen kostenlos zum Download zur Verfügung, u.a. eine vollständige Predigtreihe über den Römerbrief: beg-hannover.de

      Weitere Literatur zum Thema:
      Wolfgang Nestvogel, Wann ist ein Christ ein Christ? Der Kampf um die Rechtfertigung, EBTC-Verlag: Berlin 2017 ...
      Thomas Kaufmann, Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation, München 2016.
    • NACHGEFRAGT im BLICKFELD aus MITTERNACHTSRUF - Oktober 2017 auf den Seiten 30 - 31 unter der Überschrift: <<Naherwartung ist wie ein Brennglas>>

      Ein Gespräch mit Dr. Wolfgang Nestvogel über apostolische Sukzession, das endzeitliche Gefälle einer falschen Einheit, die Schlüsselfrage der Rechtfertigung und die aktuelle Offenheit der Evangelikalen gegenüber römisch-katholischen Verkündigern. Das Interview führte Rene Malgo.

      Frage: Was sagen Sie zum Anspruch der römisch-katholischen Kirche, dass sie die älteste und einzig wahre und vom Herrn und den Aposteln gegründete Kirche sei?
      Antwort: Die älteste Kirche ist die Urkirche, die unser Herr selbst gegründet hat und die an Pfingsten mit einem Paukenschlag an die Öffentlichkeit trat. ...

      Frage: Die römisch-katholische Kirche betont allerdings, ihr Papsttum gehe auf den Apostel Petrus selbst zurück und daher stünde sie sehr wohl in der apostolischen Sukzession.
      Antwort: Was hätte wohl der Apostel Petrus zu einem Prediger gesagt, der von sich behauptet: <<Ich bin der heilige Vater. Ich bin der oberste Brückenbauer (pontifex maximus) zwischen Gott und Mensch. Ich bin der Stellvertreter Jesu Christi.>> Er hätte ihn der Gotteslästerung bezichtigt, weil diese drei Würden, die das Papsttum für sich beansprucht, allein dem dreieinigen Gott gebühren. Wer das Gegenteil von Petrus lehrt, kann nicht in seiner Nachfolge stehen. Ausserdem hat der biblische, also historische Petrus sich selbst gar nicht als oberster Bischof der Urgemeinde verstanden. Er hatte im Apostelgremium eine Führungsaufgabe, aber er behauptete nie, der Leiter aller zu sein. ... Auch die Okkupation des Petrusamtes durch das Papsttum ist eine solche Anmassung.

      Frage: Katholische Theologen bringen nun aber gegen den protestantischen Schlachtruf, <<allein die Schrift>>, den Vorwurf vor, dass, wenn nur die Bibel die Autorität sei, jeder sie so auslegen würde wie er wolle - und deshalb gebe es so viele verschiedene protestantische Denominationen.
      (Anm von mir: Dieser Vorwurf ist nicht ganz aus der Welt zu schaffen - da ist schon etwas dran. Bei uns in Württemberg - so sagt man - habe "jeder sein eigenes Gläuble!")
      Antwort: Dieser Vorwurf wurde schon gegen Martin Luther erhoben. ... Wenn sündige und irrtumsfähige Menschen die Bibel lesen, wird es immer wieder Verwirrung und Irrtümer geben. Aber die Köpfe des römischen Lehramtes sind mindestens genauso hohl (d.h. fehlbar), wie die Köpfe der einzelnen evangelischen Christen. Also sind wir alle darauf angewiesen, dass die Bibel sich mit ihrem Wortsinn selbst auslegt und durchsetzt. ... Der Zentralismus des katholischen Lehramtes kann zwar eine Einheitsmeinung machtpolitisch erzwingen, aber keine Wahrheit garantieren. Das musste schon Galileo Galilei schmerzlich erfahren.

      Frage: Ist diese von der römisch-katholischen Kirche angeprangerte Zersplitterung des Christentums und Vielzahl der Denominationen ein Zeichen der Endzeit oder ist es eher die stärker werdende Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken und ihr Versuch, die Zersplitterung zu überwinden?
      Antwort: Das Problem der Zersplitterung und Spaltung von Gemeinden ist schon seit dem Neuen Testament bekannt. ... Die Zersplitterung ist ein Problem, das die Gemeinde Jesu durch die Jahrhunderte hindurch begleitet. Die Gefährdung durch eine falsche Einheit, die durch institutionelle Machtapparate auf Kosten der biblischen Wahrheit hergestellt wird, ist allerdings ein sehr klarer Hinweis auf ein endzeitliches Gefälle. Das sehen wir in Offenbarung 17 und 18. Bekanntlich hat Luther das Papsttum mit dem Antichristen identifiziert. Wir müssen immerhin feststellen, dass die römische Kirche sich an die Spitze einer religiösen Einheitsbewegung gesetzt hat, die alle Religionen umarmen will. So sagt es das zweite Vatikanische Konzil sehr deutlich.

      Frage: Was ist der Kernpunkt der Unterscheidung zwischen Katholiken und Protestanten?
      Antwort: Der Kernpunkt ist genauso wie zu Luthers Zeiten die Frage der Rechtfertigung: Wie wird ein Sünder ein Gotteskind? .... Die Reformatoren predigten: <<Jesus genügt, häng dich allein an ihn.>> Die katholische Kirche drängt sich selbst zwischen Gott und den Sünder und damit Jesus an den Rand. ... Auch die sogenannte <<Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre>> (von 1999) entpuppt sich, wie ich in meinem neuen Buch nachweise, als theologische Mogelpackung, als gut gemeinter Selbstbetrug.
      ...

      Frage: Luther erwartete den baldigen Einbruch des Jüngsten Tages und ging deshalb auch so scharf gegen das Papsttum vor. Inwiefern könnte eine Naherwartung heute Einfluss auf unsere Haltung gegenüber der römisch-katholischen Kirche haben?
      Antwort:
      Naherwartung ist wie ein Brennglas, sie macht das Bild deutlicher. Je realistischer wir damit rechnen, dass Jesus jederzeit wiederkommen könnte, umso weniger werden uns diese Entwicklungen erstaunen. Umso besser sind wir vor der schwärmerischen Illusion geschützt, gemeinsam mit dem Papst die Weltevangelisation voranbringen zu können. Zugleich wissen wir, dass es auch innerhalb dieser Institution römische Kirche echte Glaubensgeschwister gibt, die zu ihrer Errettung auf Jesus allein vertrauen. Sie haben damit allerdings aufgehört, echte Katholiken zu sein, ob sie's schon wissen oder noch nicht.

      ENDE

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Wie soll das gehen...?

      Norbert Chmelar schrieb:

      John Knox, der Reformator Schottlands, geboren 1514, gestorben 1572 reagierte nachdem Maria Stuart am 24. August 1561, ihrem ersten Sonntag auf schottischem Boden, im Schloss Holyrood in Edinburgh das Messopfer feiern liess, mit folgenden drastischen und knallharten Worten darauf: <Furchtbarer ist eine Messe als wenn zehntausend bewaffnete Feinde im Königreich gelandet wären.>
      Was Knox von der Messe hielt, hatte er bereits festgehalten in der Confessio Scoticana, im Schottischen Glaubensbekenntnis. Da heisst es im Kapitel 23: <<Diese Lehre ist eine Verlästerung Christi Jesu und eine Leugnung der Genügsamkeit seines einmaligen Opfers ... weshalb wir sie aufs äusserste verabscheuen, hassen und von uns weisen.>>
      Sein ganzes Leben war geprägt vom warnenden Zeugnis gegen die Messe: <<Ich will davon Rechenschaft geben, warum ich dauernd erkläre, dass die Messe ist und immer gewesen ist Götzendienst und Gräuel ... der gräulichste Götzendienst, der je seit Anfang der Welt getrieben worden ist.>>
      (Anm. von mir: Solch harten Worte gegen die kath. Messe haben weder Luther noch Melanchthon jemals gebraucht. Luther hatte die Evangelische Messe eingeführt, die fast deckungsgleich mit der katholischen war und Melanchthon widersprach dem katholischen Vorwurf "Wir Evangelischen hätten die Messe abgeschafft. Nein, wir halten sie nach wie vor!") ...
      Joseph Chambon bewertet John Knox mit folgenden Worten: <<...Dass der Protestantismus unserer Tage dieses sein Grausen vor der Messe kaum noch versteht, spricht entweder für die Messe, die sich aber nicht verändert hat, oder gegen den Protestantismus, der sich verändert hätte.>>... Joseph Chambon spricht daher vom <<fast grauenhaft-unbeirrbaren, starren Willen des Mannes John Knox, die Römische Irrlehre auszufegen und den evangelischen Glauben dem gesamten Land zum Heil durchzusetzen>>. ... von BENEDIKT PETERS aus: Mitternachtsruf Oktober 2017 zum TITEL: Unsere Antwort auf die Reformation , Seiten 6 - 13
      In der aktuellsten Zeitschrift von "EVANGELIUM UND KIRCHE" wird der >Ökumene-Minister< des Vatikans, Kardinal Kurt Koch mit den Worten zitiert: "Ich erwarte bald eine Gemeinsame Erklärung von Protestanten und Katholiken zu Fragen der Kirche und des Amtsverständnisses."

      ===> Da muss man sich angesichts dessen, was ich geschrieben hatte

      Norbert Chmelar schrieb:

      Unter der Führung des Papstes wachten das offizielle kirchliche Lehramt und die Konzilien über die wahre Lehre, die für alle <<Christen>> gelten sollte. Sie beriefen sich dabei zwar u.a. auf die Bibel, reklamierten für sich selbst jedoch die gleiche Autorität und das Recht darüber zu bestimmen, was die biblischen Texte im Einzelnen bedeuten sollten. Die letzte Instanz der Wahrheit ist demnach das Katholische Lehramt. ...
      schon fragen, wie das aussehen soll, wenn Rom nicht die Beschlüsse des I. Vatikanischen Konzils ("Dass dann wenn der Papst in seiner Funktion als oberster Lehrer der Christenheit "ex cathedra" spricht, er also eine Lehre und Wahrheit verkündet, die von allen Christen zu glauben ist, er dann unfehlbar ist!") zurücknehmen sollte. Wenn dieses "Unfehlbarkeitsdogma des Papstes" nicht als Irrlehre verworfen wird, kann es doch zwischen Evangelischen und Katholischen kein gemeinsames Amtsverständnis geben.

      Und solange sich die Römisch Katholische Kirche - auch durch das II. Vatikanische Konzil (1962-1965) so bestätigt - und damit gültig bis heute [und auch im Kath. Katechismus so festgelegt!] - immer noch als "die allein seligmachende Kirche Jesu Christi" betrachtet und die Evangelischen und Reformierten Kirchen nur als "kirchliche Gemeinschaften" betrachtet, wie soll da eine Einigung in Sachen gemeinsames Kirchenverständnis erreicht werden?
      Dazu reicht meine Phantasie beim besten Willen nicht aus...
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Norbert Chmelar schrieb:

      John Knox, der Reformator Schottlands, geboren 1514, gestorben 1572 reagierte nachdem Maria Stuart am 24. August 1561, ihrem ersten Sonntag auf schottischem Boden, im Schloss Holyrood in Edinburgh das Messopfer feiern liess, mit folgenden drastischen und knallharten Worten darauf: <Furchtbarer ist eine Messe als wenn zehntausend bewaffnete Feinde im Königreich gelandet wären.>
      Was Knox von der Messe hielt, hatte er bereits festgehalten in der Confessio Scoticana, im Schottischen Glaubensbekenntnis. Da heisst es im Kapitel 23: <<Diese Lehre ist eine Verlästerung Christi Jesu und eine Leugnung der Genügsamkeit seines einmaligen Opfers ... weshalb wir sie aufs äusserste verabscheuen, hassen und von uns weisen.>>
      Sein ganzes Leben war geprägt vom warnenden Zeugnis gegen die Messe: <<Ich will davon Rechenschaft geben, warum ich dauernd erkläre, dass die Messe ist und immer gewesen ist Götzendienst und Gräuel ... der gräulichste Götzendienst, der je seit Anfang der Welt getrieben worden ist.>>
      (Anm. von mir: Solch harten Worte gegen die kath. Messe haben weder Luther noch Melanchthon jemals gebraucht. Luther hatte die Evangelische Messe eingeführt, die fast deckungsgleich mit der katholischen war und Melanchthon widersprach dem katholischen Vorwurf "Wir Evangelischen hätten die Messe abgeschafft. Nein, wir halten sie nach wie vor!") ...
      Joseph Chambon bewertet John Knox mit folgenden Worten: <<...Dass der Protestantismus unserer Tage dieses sein Grausen vor der Messe kaum noch versteht, spricht entweder für die Messe, die sich aber nicht verändert hat, oder gegen den Protestantismus, der sich verändert hätte.>>... Joseph Chambon spricht daher vom <<fast grauenhaft-unbeirrbaren, starren Willen des Mannes John Knox, die Römische Irrlehre auszufegen und den evangelischen Glauben dem gesamten Land zum Heil durchzusetzen>>. ... von BENEDIKT PETERS aus: Mitternachtsruf Oktober 2017 zum TITEL: Unsere Antwort auf die Reformation , Seiten 6 - 13
      In der aktuellsten Zeitschrift von "EVANGELIUM UND KIRCHE" wird der >Ökumene-Minister< des Vatikans, Kardinal Kurt Koch mit den Worten zitiert: "Ich erwarte bald eine Gemeinsame Erklärung von Protestanten und Katholiken zu Fragen der Kirche und des Amtsverständnisses."
      ===> Da muss man sich angesichts dessen, was ich geschrieben hatte

      Norbert Chmelar schrieb:

      Unter der Führung des Papstes wachten das offizielle kirchliche Lehramt und die Konzilien über die wahre Lehre, die für alle <<Christen>> gelten sollte. Sie beriefen sich dabei zwar u.a. auf die Bibel, reklamierten für sich selbst jedoch die gleiche Autorität und das Recht darüber zu bestimmen, was die biblischen Texte im Einzelnen bedeuten sollten. Die letzte Instanz der Wahrheit ist demnach das Katholische Lehramt. ...
      schon fragen, wie das aussehen soll, wenn Rom nicht die Beschlüsse des I. Vatikanischen Konzils ("Dass dann wenn der Papst in seiner Funktion als oberster Lehrer der Christenheit "ex cathedra" spricht, er also eine Lehre und Wahrheit verkündet, die von allen Christen zu glauben ist, er dann unfehlbar ist!") zurücknehmen sollte. Wenn dieses "Unfehlbarkeitsdogma des Papstes" nicht als Irrlehre verworfen wird, kann es doch zwischen Evangelischen und Katholischen kein gemeinsames Amtsverständnis geben.
      Und solange sich die Römisch Katholische Kirche - auch durch das II. Vatikanische Konzil (1962-1965) so bestätigt - und damit gültig bis heute [und auch im Kath. Katechismus so festgelegt!] - immer noch als "die allein seligmachende Kirche Jesu Christi" betrachtet und die Evangelischen und Reformierten Kirchen nur als "kirchliche Gemeinschaften" betrachtet, wie soll da eine Einigung in Sachen gemeinsames Kirchenverständnis erreicht werden?
      Dazu reicht meine Phantasie beim besten Willen nicht aus...
      Zu dercEinstufung der Messen von John Knox : Na ja, hiess es da nich jahrhundertelang, die Messe (katholisch) sei eine unblutigeErneuerung / Wiederholoung - - - des Kreuzestodes Christsi ? - MAn lese auch einmal in "Szepter und Schlüssel" nach - gibtes in der Bibliothek in Friendesau, war ehedem unter STA ein sehr als "Wa
      ffe"eschätztes Buch !

      Un höre ich da neuerdings eine ganz wesentliche Umformulierung katholischerseits ? Auf einmal is die Messe nur eine "Wieidervergegenwärtigung" Was soll da Knox neuerdings sagen ?
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • freudenboten schrieb:

      Daher ist die mittelalterliche "Reformation" ein gutgemeinter aber steckengebliebener "Reformationsversuch" geblieben.
      Wie müsste sie dann weitergehen? (Vorschlag hierzu: mein Beitrag im Blog vom 20.10.2017)

      Dazu später mehr über die 9 tägige Veranstaltungs-Reihe "WAS WÜRDE LUTHER HEUTE SAGEN? - 500 Jahre Reformation" in Schorndorf/Württ. vom 6. - 22.10.2017 der STA (ging gestern zu Ende!)
    • Was bleibt nun vom großen REFORMATIONS-JUBILÄUM >>500 JAHRE REFORMATION - 1517 - 2017<<?

      Am Samstag, dem 28. Oktober 2017 kam in unserer Tageszeitung "SCHORNDORFER NACHRICHTEN" ein Bericht über eine kath. Veranstaltung zum Reformations-Jubiläum mit der Überschrift:


      Kein Grund, das Trennende zu feiern

      Der Historiker Bernhard Schnaible sagte zu Recht: "Ohne Luther hätte es auch keine Reformation der katholischen Kirche gegeben." Und der katholische Dekan Unsin sagt: "Wenn wir uns auf Christus besinnen als unser Fundament, dann kann sich auch die Katholische Kirche das Reformationsjubiläum nutzbar machen."

      Schnaible attestierte Luther, " dass er die Katholische Kirche ja nicht spalten oder gar zerstören, sondern reformieren wollte."

      Dekan Unsin hat übrigens am Reformationstag gemeinsam mit der Schorndorfer Dekanin die Predigt gehalten. (Die Dekanin begann und endete Ihre Predigt "erhöht" auf der Kanzel, der kath. Dekan predigte im Mittelteil am Ambo.)

      Unsin sagte: "Insofern wäre es aus seiner Sicht fatal, wenn mit diesem Reformationsjubiläum das Trennende gefeiert worden wäre.

      • Angesprochen (von mir Norbert Chmelar!) auf die Doktrin von der Unfehlbarkeit des Papstes und den katechetisch verankerten Anspruch, dass die Katholische Kirche die allein seligmachende sei, die der Ökumene möglicherweise im Weg stehen könnten, reagiert Manfred Unsin gelassen. "Schauen Sie sich doch unseren Papst an, der ist weit davon entfernt, sich unfehlbar zu gebärden.", sagt Unsin und spricht von ""Symbolismus". [Anm. von mir: Das halte ich für jesuitische "Verklausulierung" und "Verharmlosung"!].
      Und der Absolutismus von der allein seligmachenden Kirche sei schon längst durch das Konzil [Anm: das II. Vatikanum 1962 -1965!] relativiert. Es bleibe aber stehen, so der Dekan schmunzelnd, "als empathischer Satz gegen die reformatorische Bewegung.".
      • Wobei Manfred Unsin freimütig einräumt, dass die Feststellung von Ratzinger als Papst Benedikt XVI., die evangelische Kirche sei eigentlich gar keine richtige Kirche [Anm: bereits im Dokument : "DOMINUS JESUS" vom Jahtre 2000 hat Ratzinger dies als "Präfekt der Glaubenskongregation" so verfasst!], der Ökumene schwer geschadet habe. "Das hat uns zurückgeworfen."
      Abschließende Frage von mir: Was bleibt nun vom großen REFORMATIONS-JUBILÄUM >>500 JAHRE REFORMATION - 1517 - 2017<<? Was ist unser Vermächtnis für die nächsten 40 Jahre?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Norbert Chmelar schrieb:

      Abschließende Frage von mir: Was bleibt nun vom großen REFORMATIONS-JUBILÄUM >>500 JAHRE REFORMATION - 1517 - 2017<<? Was ist unser Vermächtnis für die nächsten 40 Jahre?
      Luther war ein wichtiges Werkzeug Gottes. Er stellte sich ganz in den Dienst seines Erlösers,wie auch Paulus...EGW....

      Er war wie jeder andere nicht vollkommen, aber er kannt Gottes Wort und bekam auch eine Antwort das Gott ihn Liebt und aus Gnade erettet hat.

      Egal in welcher Kirche jemand ist, es kommt auf die Herzenshaltung und die Beziehung zu Jesus an.

      Dieses Reformationsfest wurde als Christusfest gefeiert. Es wer schön und harmonisch. Man versuchte das trennende

      auszuklammern und trotzdem war es immer deutlichzu spüren. Es sind viele schöne Worte gefallen,aber Jesus Christus allein, das habe ich irgendwie vermisst.

      Den Ruck der alle Christen erfasst, die Botschaft die bewusst macht Jesus steht vor der Tür, wir können so wie bisher nicht

      weitermachen....40 Jahre ist eine lange Zeit...mit noch viel mehr Leid...durch Ausbeutung.
    • Es war ein Lutherfest und ein Fest der Reformation als historisches und geistesgeschichtliches Geschehen; so wurde es ja auch zuvor schon (in krankhafter Breite) beworben.
      Es war mitnichten ein Fest für Jesus. Jesus war in meiner Wahrnehmung irgendwo am Rand als Begriff oder als irgendeine Verkittung mit dem eigenen Gewissen, zu dem Luther ja befreit habe.

      Dass er selbst andere, die diesem Gewissen dann eben auch gefolgt sind, hat pfählen, rädern, köpfen und foltern lassen, wie seine Mutterkirche, das nennt man "war halt hart damals!"
      Gut, bei einer Jubiläumsfeier muss das Thema ja nicht sein, aber hör mir doch auf mit "Jesus" ...
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Luther war ein "Kind seiner Zeit". Die Menschheit des römischen Mittelalters war ganz tief im "Heidentum"/Aberglauben und verurteilte gleichzeitig Andersdenkende und Andersgläubige. Das "kritische Denken" war völlig "unerhört". Hus/Luthers u. a. Aufbegehren gegen die Unterdrückung der Gewissen war neu.

      Von Toleranz gegenüber "Kollegen" oder weiterführenden Gedanken war bei Luther nicht viel zu bemerken.

      Seine Reformation war eine Verbesserung aber eine begrenzte, nicht nur geographisch auch geistlich/geistig.
    • Im 500. Lutherjahr ging es zumindest in den Medien um die Auseinandersetzung mit der Person Luthers, und hierbei um den Freiheitskämpfer, Wiederentdecker des Evangeliums und auch den "Fürstendiener", Kriegstreiber. Sein unkritisches Verhältnis zu den "Juden" kam nur ganz am Rande vor.

      Jesus war, obwohl zuvor "allmächtiges Wort Gottes", auch "Kind seiner Zeit" als "Menschensohn".
      Philipper 2:5.ff Galater 4:4.

      Wegen Jesu Widerspruch zu den Pharisäern/Rabbinen folgerten oberflächliche Christen, auch die Gründer der Orthodoxen/Katholischen Kirchen, dass Jesus ein "Gegner" der "Mosaischen" Gebote war.

      Der jüdische Vorwurf, Jesus sei der (Daniel 9) antichristliche "Tempelzerstörer", nährte das oberflächliche Vorurteil, Jesu und die "Christen" wollten Moses "abschaffen". Leider übernahmen viele nachapostolische Christen diese rabbinische Lüge ohne die Schrift oder die Apostelschriften kritisch zu befragen.
    • Neben mir in dem Unterricht, den ich derzeit besuche, sitzt jemand, der allem Anschein nach Jude ist oder aus einer jüdischen Familie kommt. Durch eine Äußerung von ihm und durch eine Diskussion in Facebook ist mir bewußt geworden, dass es offenbar einige Juden gibt, die auf Luther sehr negativ reagieren. Dass Luther, wie viele zu seiner Zeit, antisemitisch eingestellt war, weiß ich schon länger; hätte aber nicht gedacht, dass dies heute im Zusammenhang mit dem Reformationstag für Juden noch so sehr in Vordergrund steht. Der Mann neben mir, mehr oder weniger heftig: "Da wird der größte Antisemit gefeiert. ... Aber das ist halt Deutschland."