"Zorn Gottes" - eine veraltete Sicht aus heidnischen Tagen?

    • christ.ai schrieb:

      Als er den Kampf im Himmel gegen Michael (Jesus) und seine Engel verlor und aus der Gemeinschaft der himmlischen Wesen ausgeschlossen wurde. Dies ist vermutlich vor "Grundlegung" dieser Erde geschehen. Oder in etwa zum gleichen Zeitpunkt. Das wissen wir nicht, da sich die Bibel hierüber ausschweigt.
      Tut sie eigentlich nicht. Der Sohn der Frau wurde entrückt zu Gott, und die Frau floh in die Wüste.
      Da entbrennt der Kampf im Himmel. Der Satan wird niedergeworfen und verfolgt die Gemeinde.

      Die erste Erniedrigung ist die im Garten: auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen; wie es dann später heißt: Fürst der Welt.

      christ.ai schrieb:

      hat sich Satan aber die Stellung als Fürst dieser Erde beim Sündenfall erschlichen. So hatte er wieder Zugang zum Himmel.
      Er hat sich keine Stellung erschlichen, sondern sie wurde ihm zugewiesen. Er wurde der Herr über den Tod und der Verkläger der Menschen.
      Den Zugang zum Himmel hatte er, denn er war ein Engel, einst der schönste Engel von allen.

      Im übrigen gibt es mehrere Himmel. Der Satan hockt ja nicht hier auf Erden in einer Höhle oder im Magma des Erdinneren, sondern er ist ein Geist, der in der Luft ist, schreibt Paulus.

      christ.ai schrieb:

      Und VOR 1913 sind mind. genauso grausame Dinge von Menschen begangen worden wie nach 1913.
      Definitiv!
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:

      Er hat sich keine Stellung erschlichen, sondern sie wurde ihm zugewiesen. Er wurde der Herr über den Tod und der Verkläger der Menschen.
      Den Zugang zum Himmel hatte er, denn er war ein Engel, einst der schönste Engel von allen.

      Im übrigen gibt es mehrere Himmel. Der Satan hockt ja nicht hier auf Erden in einer Höhle oder im Magma des Erdinneren, sondern er ist ein Geist, der in der Luft ist, schreibt Paulus.
      So wie ich den Sündenfall lese, hat er sich den Titel als "Fürst dieser Welt" erschlichen.

      In der Schöpfung hat Gott Adam die Herrschaft über diese Erde übertragen.

      Diese Herrschaft hat Adam duch seine Entscheidung Satan mehr zu gehorchen als Gott, an Satan "übertragen". Da diese Machtübergabe einzig durch Lüge, Betrug und teuflische List bewirkt wurde, interpretiere ich diesen Sachverhalt als einen unrechtmäßigen bzw. erschlichenen Titel Satans.

      Satan ist nicht gekommen und hat gesagt: "Hört mal zu Adam und Eva, ich kann Gott nicht ausstehen und fände es gut wenn ihr mir mehr gehorcht als Gott. Ist auch ganz einfach, ihr müsst nur daran zweifeln das Gott es wirklich gut mit euch meint!"

      Aber du kannst gerne darlegen, warum du meinst, das Satan diesen Titel rechtmäßig und hochoffiziell erworben hat.

      Im übrigen ist es Satan und seinen Dämonen seit Golgatha nicht erlaubt diese Erde zu verlassen. Den wie Offb. 12 sehr deutlich macht: er ist auf diese Erde geworfen und ist deshalb "voller Zorn".

      Ich gebe zu bedenken: Nur weil die Bibel mehrere Himmel kennt, heisst das nicht, das Gottes Geschöpfe nach belieben durch diese Himmel reisen dürfen bzw. können. Wir Menschen können auch nur unseren Himmel bereisen. Eine Fläche die für Gott die Größe eines Vorgartens haben dürfte.
      Es gibt alleine 42.000 christliche Kirchen. Aber laut Jesus nur EINEN Weg der zum Ziel führt!!!
    • Seele1986 schrieb:

      Die erste Erniedrigung ist die im Garten: auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen; wie es dann später heißt: Fürst der Welt.
      Dieser Interpretation des Textes in 1. Mo 3, 14 kann ich so nicht übernehmen.

      Den Gott sprach hier zur Schlange - also dem Tier. Und wie wir heute erleben können kriechen Schlangen noch heute auf dem Boden im Staub. Erst im nächsten Vers würde ich deine These mittragen, dass Satan gemeint ist. Den wenn deine Interpretation korrekt wäre, so müsste Satan seit dem Sündenfall auf dem Bauch kriechen und Staub fressen. Dieses "Bild" passt allerdings nicht zu dem übrigen "Bild" das die Bibel von Satan zeichnet. Ich erinnere nur mal an den Umstand das er Jesus in der Wüste als "Engel des Lichts" erschienen ist. Da ist er weder gekrochen auf dem Bauch, noch fraß er Staub.

      14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang.
      Es gibt alleine 42.000 christliche Kirchen. Aber laut Jesus nur EINEN Weg der zum Ziel führt!!!
    • christ.ai schrieb:

      Aber du kannst gerne darlegen, warum du meinst, das Satan diesen Titel rechtmäßig und hochoffiziell erworben hat.
      Ich habe nicht gesagt, er hat ihn sich rechtmäßig erworben, ich habe gesagt, er wurde ihm zugewiesen, denn die Schrift nennt ihn so.
      Und diese Zuweisung sehen wir dargestellt in der Szene in Eden.

      christ.ai schrieb:

      Den Gott sprach hier zur Schlange - also dem Tier.
      Gott sprach nicht zu dem Tier, sondern mit einem bösen Engel.
      Die Schlange, bzw. der Schlangerich (im Hebräischen) ist ein Bild für die gefallene Kreatur, wie die Schrift häufig das Geistliche durch unsere irdischen Gestalten abbildet.
      Selbstverständlich kriecht er nicht leiblich auf dem Bauch und frisst Staub, sondern dies stellt seine Erniedrigung dar.

      Auch der Satan ist ein Geist und gibt seinen Geist in das Herz, wie Gott. Das ist das Essen und Einverleiben der Frucht, die er durch Irreführung begehrlich gemacht hat und seine böse Wurzel ins Herz gepflanzt hat: jetzer ha`ra, sagt man im Judentum, was meint, das die Schlange nicht nur eine Gestalt außerhalb ist, sondern auch in uns.
      Zweifel und Widerspruch gegen Gott, Selbstherrlichkeit und Götzendienst. Elifas, Hiobs Freund, hört ihn heimlich zu sich sprechen (Hiob 4,12-21)
      Doch eben bei Hiob sehen wir auch, dass er sehr wohl vor Gottes Thron treten durfte. Und er erscheint dort als Verkläger der Menschen, als Staatsanwalt, was im hebräischen der shaitan ist.

      Aber bei seiner Verlogenheit und auch, dass er die Macht über die Erde ergreifen wollte, da gebe ich dir Recht.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Der heidnische "Fehler", den Teufel wie im Mittelalter überall als Versuchung "an die Wand zu malen", geht auf die Ausrede der ersten menschlichen Sünder (Eva + Adam) zurück.

      Genesis 3:13. "Die Schlange betrog mich, so dass ich aß."

      Der Satan empfängt sein Urteil von Gott selbst, nicht von Menschen. Sobald ein Mensch sich mit ihm "beschäftigt", wird der Mensch von Satan in Dienst genommen. Denker wie Paulus oder auch Luther erkannten dies.

      Jakobus 4:7.8.
    • Seele1986 schrieb:

      Aber bei seiner Verlogenheit...
      ... benutzte der gerissene Satan den Schlangerich (die Schlange ist im Hebräischen männlich!) quasi als Bauchredner und hat deshalb Eva hereingelegt, die doch eigentlich hätte wissen müssen, dass Tiere nicht sprechen können; da hätten bei ihr schon die Alarmglocken schrillen müssen und sie sich statt der Schlange zuzuwenden, hätte sie lieber Gott um Hilfe anrufen sollen - da wäre uns viel erspart geblieben...
    • Norbert Chmelar schrieb:

      die doch eigentlich hätte wissen müssen, dass Tiere nicht sprechen können;
      Diesen Aspekt habe ich schonmal gehört und ich halte diese Blickweise für unnötig; ist aber nur meine Sicht.
      Hätte sie wissen können, dass Tiere nicht sprechen? Keine Ahnung. Sie hatte keine Erfahrung mit List, sondern kannte nur Harmonie.
      Das wird in den Worten List und Nacktheit dargestellt: "listig" heißt arúm, "nackt" heißt aróm im Hebräischen; soll heißen: der Mensch ist ohne Erfahrung und auch ohne eigenen Schutz und Abgrenzung.
      Einzig Gottes Wort wollte dort ihr Schutz sein und davon haben sie sich wegleiten lassen.

      Man hätte fragen können: Warum willst du eigentlich wie Gott sein? Hast du nicht alles im Überfluss hier?
      Aber da wirs eben wollten und wollen, gehen wir eben dorthin, wo wir ohne Gott hinkommen: Finsternis, Nichterkennen, Selbstsucht, Abgrenzung, Zorn, Begierden, Unzucht, Sterben und Tod.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Thesen über Gottes Zorn und Erbarmen von Walter Dietz
      Zorn3.pdf
      Zitat:

      (14) Gottes Erbarmen zielt nach Jesu Botschaft auf die Schuld des Menschen. Diese besteht nicht
      in einem moralischen Defizit, sondern im Rechtfertigungsrückstand gegenüber der väterlichen
      Liebe Gottes. Deshalb war die paulinische Rechtfertigungslehre die angemessene Antwort auf
      Jesu Botschaft von Sünde und Vergebung, wie er sie mit seinem Leben und Sterben, nicht nur mit
      Worten und Taten bezeugt.
      Nach Paulus konkretisiert sich Gottes Erbarmen in der grundlosen Rechtfertigung des Sünders,
      der als solcher unabweislich unter Gottes Zorn steht, sei es Jude oder Heide (Röm 1,18-3,20).
      (15) Fazit: Erbarmen Gottes bedeutet aktuelle Befreiung von der akuten Schuld des Menschen.
      Gottes Zorn bedeutet den Widerspruch Gottes gegen die Selbstgefälligkeit des verlorenen
      Menschen. Diese Verlorenheit kann verschiedene Gesichter haben, sei es die Verblendung des
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      Glücks, die Selbstgefälligkeit, die Lethargie des Geistes, die Gottesvergessenheit oder der
      Komplex, selber Gott spielen zu müssen. Diese Verlorenheit bedarf eines Gottes, der nicht nur
      Erbarmen kennt, sondern auch Zorn; und eines Gottes, der nicht nur Zorn kennt, sondern auch
      Erbarmen. Deshalb bilden Erbarmen und Zorn eine unlösliche Einheit in der Botschaft des
      Christentums.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!