Unterschiedliche Standards für Gott und Menschen

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    • Unterschiedliche Standards für Gott und Menschen

      Hallo zusammen,

      anlässlich der Umweltereignisse der letzten Wochen (Hurricans, Erdbeben, ...) bin ich zum Nachdenken gekommen über unterschiedliche Standards, die für Gott und den Menschen gelten. Grundsätzlich ist mir das schon klar, dass es hier unterschiedliche Standards gibt, aber ich frage mich doch, wie man das gut begründen könnte. Als Beispiel die Hilfe am hilfsbedürftigen Nächsten:

      Jakobus 4 (SCH2000)
      Warnung vor Selbstsicherheit
      13 Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt reisen und dort ein Jahr zubringen, Handel treiben und Gewinn machen
      14 — und doch wisst ihr nicht, was morgen sein wird! Denn was ist euer Leben? Es ist doch nur ein Dunst, der eine kleine Zeit sichtbar ist; danach aber verschwindet er.
      15 Stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun.
      16 Jetzt aber rühmt ihr euch in eurem Übermut! Jedes derartige Rühmen ist böse.
      17 Wer nun Gutes zu tun weiß und es nicht tut, für den ist es Sünde.

      Dieser Text gilt für uns Menschen, er ist ja auch für uns aufgeschrieben. Wenn wir etwas Gutes sehen und tun's nicht, wird es zur Sünde für uns. Soweit so klar. Ich habe mich aber gefragt, warum das für Gott beispielsweise nicht gilt? Oder verstehe ich das "Gute zu tun" falsch? Was ist denn das Gute zu tun? Denn wenn ich es, so wie jetzt verstehe, dann ist das gelebte Nächstenliebe, Dienst am Nächsten, Hilfe. Aber womöglich ist ganz anderes gemeint.

      Für Gott kann es ja keine Sünde sein, die Nächstenliebe (die definitiv in seiner Macht steht) nicht zu tun. Denn das passiert ja tagtäglich, da verhungern Menschen, da passiert vieles, das sich verhindern ließe, wenn man (als mächtiger Gott) was dagegen täte. Für Gott ist es ja auch kein Problem (oder Sünde), wenn er das Leben, das er jemandem borgt (Lebensodem) wegnimmt - denn es gehört ihm ja und er kann damit machen, was er will (Bspw. Hannanias und Saphira).


      Bleiben wir mal hier stehen, ich hätte noch Gedanken dazu, aber der Reihe nach.


      Was ist für euch "Gutes tun", so wie es bei Jakobus 4,17 geschrieben steht?


      viele Grüße

      tricky
    • Der Fall mit Hiob ist eine Illustration, die aus meiner Sicht die Antwort auf deine gestellte Frage liefert. Man kann dieses Thema (nur) im Rahmen des großen Kampfes zwischen Gott, Satan und den Menschen verstehen.

      Was würde passieren, wenn Gott grundsätzlich nicht zulassen würde, dass Böses auf der Welt geschieht?

      1) Er würde Seine Geschöpfe der Entscheidungsfreiheit berauben.

      2) Als Konsequenz würde die SÜNDE ihre Folgen als Taten nicht zeigen können.

      3) Also wäre auch der Mensch - per Definition - nicht sündig, da er keine sündige Tat vollbringen könnte.

      4) Also gäbe es keinen Grund, den Menschen zu erlösen.

      5) Es wäre auch nicht möglich, dass Jesus Christus als Stellvertreter für die Sünden den nötigen Erlösungsweg geht, denn dieser ist zwingend mit Leiden verbunden.

      6) Also würde das "Maß des Greuels" nicht erreicht werden, der anscheinend im "juristischen" Sinne nötig ist, damit Gott endlich Gerichte verüben kann.

      7) Also würde das Problem SÜNDE immer und ewig existieren.


      Der Unterschied zwischen uns und Gott ist, dass Gott allmächtig und allwissend ist:

      - Wir sollen das Gute tun, soweit es uns mögich ist.

      - Gott TUT das Gute, soweit es Ihm im "juristischen" Sinne möglich ist.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • tricky schrieb:

      da passiert vieles, das sich verhindern ließe, wenn man (als mächtiger Gott) was dagegen täte.
      Das ist das alte >>THEODIZEE<< - PROBLEM ("WARUM LÄSST GOTT DAS BÖSE UND SCHLECHTE ZU?")

      tricky schrieb:

      anlässlich der Umweltereignisse der letzten Wochen (Hurricans, Erdbeben, ...) bin ich zum Nachdenken gekommen über unterschiedliche Standards, die für Gott und den Menschen gelten.
      Atheisten und Gottes-Zweifler würden angesichts dieser Katastrophe(n) gegen die Existenz/Allmacht Gottes wohl folgendes einwenden: "Wenn Gott wirklich allmächtig wäre, hätte er doch diese NATURGEWALT DER HURRIKANS mit leichter Hand stoppen können! Daraus folgt folglich >>Da er es nicht getan hat, ist er nicht allmächtig!<<" (Meinung der Gottes-Zweifler); die Atheisten würden wohl noch weiter gehen und sagen: "Weil Er nicht eingegriffen hat, gibt es Gott gar nicht!"

      Jacob der Suchende schrieb:

      - Gott TUT das Gute, soweit es Ihm im "juristischen" Sinne möglich ist. ??????????????????????????????????????????????????????????????????????
      Diesen Satz verstehe ich nicht!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Ich glaube nicht, dass Gott einen anderen Standard anwendet, aber Gott will, dass jeder Mensch erlöst wird, weil er weiss, dass das höchste Gut ist, das man erreichen kann. Im Gegensatz zu uns Menschen kennt und sieht er das Gesamtbild und weiss, was einem Jedem zu seinem Bestem dient. Und deswegen greift er dort ein, wo es für den Menschen ein Segen ist und dort wo es den Menschen ins Verderben stürzen würde greift er nicht ein.

      Ein etwas plumper Vergleich: Wenn Dich ein Obdachloser fragt ob er 2 Euro haben könnte und Du gibst ihm statt 2€ ein Brötchen, ist es vielleicht nicht die Hilfe, die er erwartet hat, weil er vielleicht für Drogen gebettelt hat, aber aus unserer Sicht gesehen ist ihm mit einem Brötchen mehr gedient.
      So ist es auch bei Gott, er sieht mehr als wir Menschen.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Bei der "Theodizee"-Argumentation wird davon ausgegangen, dass Gott sich vor dem Menschen rechtfertigen müsse.

      Dagegen spricht das Buch Hiob Kapitel 38 bis 42.

      Umgekehrt: Gott rechtfertigt den Menschen, der Gott "vertraut" (sola fide).

      Außerdem lehrt das "NT" (z. B. Römer 5:12.ff.), dass der Mensch die Sünde in die Welt brachte, nicht Satan.

      Satan wurde in der persischen Engellehre zum "Urheber" der Sünde erklärt. Das ist zu viel Ehre für einen abgefallenen Engel.

      Gott ließ die Ausrede der Frau Adams (Gen. 3:13.ff.), "Die Schlange betrog mich, ...", nicht gelten. Stattdessen setzte er aus "Gnaden" die erste "Erlösungsverheißung" (auf Jesus) ein.

      Letztlich ist die "Theodizee" eine persisch-gnostische Idee, keine biblische Lehre.
    • Jacob der Suchende schrieb:

      Was würde passieren, wenn Gott grundsätzlich nicht zulassen würde, dass Böses auf der Welt geschieht?
      Es geht mir eigentlich mehr um das Gute, das man tun soll, damit es einem nicht zur Sünde wird. Böses zulassen bzw. Böses nicht zu verhindern, das steht aus meiner Sicht auf einem anderen Blatt und ist extra zu diskutieren. Mir geht es hier jetzt mal in erster Linie um das Gute zu tun, das Gute nicht zu tun bzw. was daraus entsteht.

      Jacob der Suchende schrieb:

      Der Unterschied zwischen uns und Gott ist, dass Gott allmächtig und allwissend ist:

      - Wir sollen das Gute tun, soweit es uns mögich ist.

      - Gott TUT das Gute, soweit es Ihm im "juristischen" Sinne möglich ist.
      Ich bin immer noch nicht weiter in der Frage: Was ist das Gute? Im Textzusammenhang von Jakobus 4,17! Der 17. Vers erscheint mir ein wenig wie ein Fremdkörper, da er auf die vorigen Verse nicht aufbaut. Ist "Handel treiben und Gewinn machen" aus Vers 13 das Gute? Oder lenkt uns das vom Guten ab? Sollen wir auf keinem Fall "Handel treiben und Gewinn machen (auf Reisen)", damit wir mehr Zeit haben für das Gute - was immer das hier jetzt auch ist.


      Norbert Chmelar schrieb:

      Das ist das alte >>THEODIZEE<< - PROBLEM ("WARUM LÄSST GOTT DAS BÖSE UND SCHLECHTE ZU?")
      Nein. Es geht um das Gute, lies nochmal meinen Eingangspost. Es geht darum das Gute zu tun oder nicht zu tun und was daraus entsteht.





      Ich komme nochmal zu meiner ursprünglichen Frage zurück. Bitte definiert mir hier, was ihr unter "Gutes tun" im Textzusammenhang von Jak. 4,17 versteht. DonDomi hat es schon angedeutet, so hätte ich es bisher auch immer verstanden. Aber ich kann das biblisch im Jakobus Kapitel 4 nicht begründen. Könnt ihr es?


      DonDomi schrieb:

      Ein etwas plumper Vergleich: Wenn Dich ein Obdachloser fragt ob er 2 Euro haben könnte und Du gibst ihm statt 2€ ein Brötchen, ist es vielleicht nicht die Hilfe, die er erwartet hat, weil er vielleicht für Drogen gebettelt hat, aber aus unserer Sicht gesehen ist ihm mit einem Brötchen mehr gedient.
      So ist es auch bei Gott, er sieht mehr als wir Menschen.
      Das wäre auch aus meiner Sicht "Gutes", das man tun kann - aber ist das im Jak. 4,17 gemeint?

      Der Vergleich mit Gott klappt hier wieder gar nicht, weil er das Gute ja in diesem Sinne weder als "Geld" noch als "Essen" für täglich Verhungernde bereitstellt (oder wir sehen das Ende dieses Handelns einfach noch nicht). Er tut dieses Gute (so wie ich es verstehe) also nicht - und es ist kein Problem für ihn bzw. hätte er womöglich mehr Probleme, wenn er es täte (siehe Jacobs Post). Sehr menschlich gedacht, ich weiß.


      freudenboten schrieb:

      Letztlich ist die "Theodizee" eine persisch-gnostische Idee, keine biblische Lehre.
      Ja, eh, Themenverfehlung. Danke.
    • Momentan bin ich mit der gleichen Frage beschäftigt und recht verzweifelt, weil durch die Umstände meine Vorstellung von "das Richtige oder Gute" zu tun, regelrecht verhindert wird. Ich kann jetzt nicht ins Detail gehen, aber man kann etwas tun wollen und alle Technik versagt oder du willst jemandem beistehen und kommst nicht hin oder wirst krank etc...
      Bestimmt Gott was wir tun sollen und was nicht, auch wenn es uns gut erscheint`? Reicht es bereit zu sein und das Gelingen schafft der Herr oder auch nicht? Ist es wirklich gut, was man als gut bezeichnet? Wissen wir was was bei anderen wirklich bewirkt? Klar Nahrung , Kleidung, Offenheit für sozialem Kontakt...das alles wird erwähnt....ich hab aber auch schon erlebt, dass Menschen durch Mangel zum Umdenken gekommen sind....also ist gut nicht gleich gut?
      Epheser 2
      8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es,
      9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
      10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

      Ich lerne gerade, dass ich bereit sein will, aber gleichzeitig von konkreten Vorstellungen loslassen kann (muss).

      Und dann stellt sich die Frage warum die Gruppe der Menschen, denen man "helfen" soll sich in der Bibel eigentlich auf die Gläubigen bezieht.

      Schaut man genauer hin, bezieht es sich immer auf die Glieder des Leibes Jesu.

      Wir Christen arbeiten oft aber mehr nach Außen, um Menschen zu gewinnen und allzuoft werden die Nöte der Brüder und Schwestern total vernachlässigt, zumindest ist das meine Erfahrung.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Mein Verständnis.

      Das `Gute` und das `Böse` gibt es für sich allein genommen nicht, sondern sie definieren sich als solche nur in einem bestimmten Kontext: `Alles ist relativ`. Beispiele:

      - Die Wirtin hat ihre Gäste gerettet, indem sie ihre Verfolger angelogen hat. Sie hat nicht gesündigt.
      - Heilige Schaubrote essen ist verboten, aber der hungernde David tat es, und es war keine Sünde.
      - Pharisäer brachten den Zehnten wie die alte Frau, aber sie brachte dennoch mehr.
      - Der gute Knecht mit weniger Talenten hat genau so viel gemacht wie der Andere mit mehr Talenten.
      - Laut Ellen White, werden die Israeliten einem strengeren Gericht unterzogen werden als die unwissenden Nationen.

      In der Wirtschaft unterscheidet man zwischen Geldsumme und Geldwert. Die Summe taugt nichts, wenn der Wert klein ist. Das sind nur Beispiele, anhand derer man folgendes Prinzip erkennen kann:

      Nicht die Menge der Taten offenbart die Rechtschaffenheit und die Grösse des Glaubens eines Menschen, auch nicht das Tun "bestimmter Taten", sondern die Relation zwischen den Taten und der jeweiligen Ausgangssituation (Was habe ich gewusst? Wie habe ich gedacht? Wie hat mich Gott gesegnet? Wie habe ich mich von Gott führen lassen?) .

      Der Kontext / die Situation ist also entscheidend:

      - Wenn jemand etwas als Gut erkennt und tut es nicht, dem ist es Sünde (Jakobus).
      - Wenn jemand etwas als Böses erkennt, auch wenn das eigentlich nichts Böses ist, dem ist es auch Sünde (Paulus).

      Gottes Taten müssen ebenso im Kontext (des grossen Kampfes) verstanden werden (was wir allerdings kaum können - wir sind nur Menschen).
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Jacob der Suchende schrieb:

      Das `Gute` und das `Böse` gibt es für sich allein genommen nicht, sondern sie definieren sich als solche nur in einem bestimmten Kontext: `Alles ist relativ`.

      Jacob der Suchende schrieb:

      Der Kontext / die Situation ist also entscheidend:

      - Wenn jemand etwas als Gut erkennt und tut es nicht, dem ist es Sünde (Jakobus).
      Das ist ein interessanter Ansatz. Danke für die Darlegung deines Verständnisses, das ist eine gute Diskussionsgrundlage.


      Ich habe nur ein Problem damit, in meinem jetzigen Verständnis...nämlich, dass man selbst, also der eigene Mensch der Maßstab für Gutes wird und sich in den Handlungen darüber erhebt (sogar über allgemeine Grundsätze und Gebote).

      Wenn ich es als gut erkenne, dass ich jetzt lügen soll, wenn es für jemand anderen zum Besten dient
      Wenn ich es als gut erkenne, dass ich (als Kampfpilot) eine Passagiermaschine mit 300 Menschen an Bord abschieße, da diese Maschine sonst in ein Hochhaus mit 3.000 Menschen fliegt
      ...

      dann wäre nach Jak 4,17 ein Zuwiderhandeln Sünde. Weil ich es ja als "gut" erkenne.

      Für mich ist das in meinem jetzigen Verständnis sehr problematisch, aber andererseits gedacht habe ich ja nichts anderes als Maßstab als das, was ICH als "gut" einstufe. Je besser dieser Maßstab also auf meine Beziehung zu Jesus geeicht ist, desto besser werden meine Einschätzungen von dem was gut ist ausfallen. Und dafür wäre ich verantwortlich, diesen Maßstab aus der Beziehung nach allen Kräften zu pflegen. Anders gesagt: "Wie laut ist die Stimme des hl. Geistes in mir zu hören?" - wie gut kann man auf Gott hören.


      Es muss also nicht gut sein, was ich tue, ich muss es nur gut meinen. Der Spruch "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint" bekommt eine 180 Grad Wendung indem er jetzt heißt "Das Gegenteil von gut ist, wenn man es nicht gut meint".


      Über all das muss ich noch nachdenken. Ich weiß schon, warum ich dieses Thema unter "Philosophie" eingestellt habe. :)
    • Hallo tricky.

      Was ist gut, was ist schlecht bzw. böse ? Ich denke, die Antwort richtet sich immer nach den jeweiligen Umständen, in die hinein die Antwort gegeben wird.

      Als Gott /Jesus die Welt erschuf, hieß es am Abend des 6. Tages: Es war alles s e h r gut. Und das hat Gott selbst gesagt.

      Dann kam der Teufel, die alte Schlange. Die war damals schon zum Widersacher Gottes geworden. Aber m.W. lehrt die Bibel nicht, dass Satan der Urheber oder Erfinder der Sünde ist, aber an ihm wurde sie zuerst sichtbar. Woher die Sünde stammt, nennt die Bibel "das Geheimnis der Bosheit". Ihr Ursprung ist uns nicht offenbart.

      Jedenfalls erkennt man an der Sünde, was "böse" ist. Ohne das Böse wäre die Liebe das Normale, aber auf dem Hintergrund des Bösen ist sie "das Gute".

      Hier kommt für mich dann auch ins Spiel, dass Gott "die Liebe" ist, ganz absolut und vollkommen. Und er zwingt niemanden. Er möchte, dass möglichst jeder Mensch sein Leben in die Hand seines Schöpfers legt. Und das bedeutet ja, dass derjenige, der das tut, mehr oder weniger so wird wie Jesus, als der hier auf der Erde für unms als Vorbild lebte.

      Nun wird es interessant: Das Böse hat auf Erden das Gute immer bekämpft. Jesus wurde umgebracht, und Jesus sagt, dass es seinen Nachfolgern ähnlich wie ihm selbst ergehen werde. Und trotzdem siegt am Ende das Gute.

      Wenn Gott in diesen Prozess eingreifen würde, geriete alles durcheinander. Gegenüber dem Bösen müsste Gott Gewalt anwenden, was er aber nicht kann. Daran hindert ihn die Liebe. Das Ganze muss, wie das schon Jacob schrieb, "ausreifen", sodass alle Lebewesen im ganzen Weltall einschließlich der Engel wissen, wie gefährlich die Sünde ist. Und deshalb wird ja am Ende Satan und alle vergebene Sündenschuld zusammen mit allen Gottlosen im "feurigen Pfuhl" in einem Feuer vernichtet, dessen wahre Gestalt wir uns nicht vorstellen können. Das Ganze ist ja ein bildliches Symbol.

      Gott kann in dem Prozess von Gut und Böse nur im Sinne von "regulierend" eingreifen. Das kann aber nur er allein beurteilen. Wir Menschen haben da nicht genügend Durchblick. Jedenfalls lenkt er mMn. alles so, dass am Ende alle Lebewesen erkennen können, dass Gott die Liebe ist. Und auf der Neuen Erde können sich alle Erlösten am Guten erfreuen. In all Ewigkeit.

      Liebe Grüße von benSalomo.
    • Frage an Jesus:
      Rabbi, was soll ich Gutes tun, dass ich das ewige Leben habe? Matthäus 19:16.ff.
      Antwort Jesu: Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote (Thora)...

      "Es fehlt dir noch eines."

      Mit anderen Worten: Liebe(n) kann man nie genug (bekommen).

      Vgl. Markus 10:17.ff. Lukas 18:18.ff.
    • tricky schrieb:

      Je besser dieser Maßstab also auf meine Beziehung zu Jesus geeicht ist, desto besser werden meine Einschätzungen von dem was gut ist ausfallen. Und dafür wäre ich verantwortlich, diesen Maßstab aus der Beziehung nach allen Kräften zu pflegen. Anders gesagt: "Wie laut ist die Stimme des hl. Geistes in mir zu hören?" - wie gut kann man auf Gott hören.
      Du hast genau den Schlüsselgedanken formuliert!

      Gott hat der ganzen Schöpfung ein Gesetz zugrunde gelegt, wonach die Welt funktionieren soll, damit alles "sehr gut" ist. Absolut gesprochen gibt es also Gut und Böse. Gut - alles was Gott zweckmässig geschaffen hat. Böse - alles was davon abgewichen ist. Aber in unserer gefallenen Welt ist das nicht absolut umsetzbar. Die Tatsache, dass die Welt in ihrem sündigen Zustand noch existiert, zeigt, dass Gott und auch die Menschen sich in einem Ausnahmezustand befinden. Tiere essen, Umwelt verschmutzen, Medikamente einnehmen - alles böse im absoluten Sinne, weil so anfänglich nicht geplannt. Aber was ist Gut und Böse im derzeitigen Zustand der Welt?

      Die Taten folgen aus den Gedanken. Die Gedanken folgen aus der Herzenseinstellung. Daher sagte Jesus, dass das Böse im Herzen des Menschen sitzt, von hier kommen böse Gedanken und schließlich Taten. Ein böses Herz wird böse Gedanken hervorbringen, und wenn nun ein Mensch denkt "es ist richtig" und nach diesem Gedanken handelt, dann:

      - Tut er - gemessen an diesem Gedanken - keine Sünde (Sünde als Tat). Denn er glaubt, das Richtige getan zu haben.
      - Gemessen an dem universalen, absoluten Gesetz Gottes hat er sich jedoch versündigt. Denn er tat Böses.
      - Gott rechnet dem Gläubigen diese Sünde jedoch nicht zu, denn er hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt.

      Wer so die Sünde formuliert - nach bestem Wissen und Gewissen nicht zu sündigen - und sich dabei folglich für "sündlos" erklärt, ist ein Pharisäer. Denn er misst seine Rechtschaffenheit an seinen guten Taten. Er erkennt nicht (und vermag es auch nie vollkommen), dass seinem inwendigen Menschen die SÜNDE (der verdorbene Zustand des Menschen) innewohnt, die ihn unfähig macht, nach absolutem Gesetz zu urteilen und zu handelt.

      Wer aber die Zuflucht allein in Jesus Christus sucht und mit seinem ganzen Herzen Ihm nachfolgt, dessen Herz wird von Gott so verwandelt werden, dass es immer ähnlicher dem absoluten Gesetz Gottes wird. Der Mensch kann folglich immer genauer zwischen Gut und Böse unterscheiden und in unserer gefallenen Welt anwenden.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist!

      tricky schrieb:

      Bitte definiert mir hier, was ihr unter "Gutes tun" im Textzusammenhang von Jak. 4,17 versteht.
      Aus diesem Vers allein heraus ist dies kaum möglich; ich bin der Meinung, dass der Mensch im innersten seiner Seele sehr wohl weiß, was "gut" oder "böse" ist. Das sagt einem in der Regel das Gewissen! (Sofern es noch vorhanden ist!)

      Wie sagt es doch bereits das AT: Mi 6,8: >>Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.<<
    • tricky schrieb:

      Ich bin immer noch nicht weiter in der Frage: Was ist das Gute? Im Textzusammenhang von Jakobus 4,17! Der 17. Vers erscheint mir ein wenig wie ein Fremdkörper, da er auf die vorigen Verse nicht aufbaut. Ist "Handel treiben und Gewinn machen" aus Vers 13 das Gute? Oder lenkt uns das vom Guten ab? Sollen wir auf keinem Fall "Handel treiben und Gewinn machen (auf Reisen)", damit wir mehr Zeit haben für das Gute - was immer das hier jetzt auch ist.
      Man kann das nicht verallgemeinern: Handel treiben und Gewinn machen kann etwas Gutes sein, wenn man sein Herz nicht daran hängt und den Nächsten dabei nicht über den Tisch zieht. Lass Dich vom Heiligen Geist lenken und Du wirst selber wissen, wann Handel treiben gut und wenn er schlecht ist. Gott hat uns den Heiligen Geist gegeben, dass wir nicht zu Paragraphenreiter werden müssen, die sich wie die Pharisäer an die Schrift und die Gesetze halten müssen, sondern dass er uns immer sagt, wann etwas Gut ist und wann nicht. Dann kannst Du den Weg Jesu folgen ohne überhaupt ein Gesetz oder Gebot kennen zu müssen.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • tricky schrieb:

      Das wäre auch aus meiner Sicht "Gutes", das man tun kann - aber ist das im Jak. 4,17 gemeint?

      Der Vergleich mit Gott klappt hier wieder gar nicht, weil er das Gute ja in diesem Sinne weder als "Geld" noch als "Essen" für täglich Verhungernde bereitstellt (oder wir sehen das Ende dieses Handelns einfach noch nicht). Er tut dieses Gute (so wie ich es verstehe) also nicht - und es ist kein Problem für ihn bzw. hätte er womöglich mehr Probleme, wenn er es täte (siehe Jacobs Post). Sehr menschlich gedacht, ich weiß.
      Ja, deswegen sagte ich auch, es ist ein etwas plumper Vergleich. Gott sieht eben Dein und Mein Ende an und lenkt alles so, dass es uns hilft dass wir eines Tages auf ewig bei ihm sein können. Das ist ja eine Dimension in die wir gar keinen Einblick haben. Deswegen hilft Gott nicht überall, auch wenn es aus menschlicher Sicht völlig normal wäre. Petrus wollte Jesu bei der Gefangennahme ja auch verteidigen und Jesus sagte sinngemäss: "Weiche von mir Satan"
      Stell Dir mal vor, Du verteidigst Dein Kind gegen einen Kinderschänder und musst Dir anhören weiche von mir Satan. (Ich weiss Jesu war nicht das Kind von Petrus). Für uns wäre diese Aussage unverständlich und wahrscheinlich sogar eine riesige Unverschämtheit, aber Gott sieht das ganze Bild während wir durch unsere Sinne und unseren beschränkten Verstand total eingeschränkt sind und nur ein Bruchteil wahr nehmen von all dem was Gott geschaffen hat.
      Ich weiss, das hilft niemandem, der Not leiden muss, aber es ist eine göttliche Tatsache, die man nur glauben kann.
      Btw. Es ist nich Gott der Leid und Not über die Menschen bringt: Vieles ist vom Menschen selbst verursacht oder eine Folge des Sündenfalles.

      LiebeGrüsse
      DonDomi