Galater 3: Welches Gesetz ist gemeint?

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    • Galater 3: Welches Gesetz ist gemeint?

      ​Welche[s] "Gesetz[e]" sind im Galaterbrief Kapitel 3 gemeint?​ 6
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        die Beschneidungsgesetze (0) 0%
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        das Alte Testament oder die Mosebücher (0) 0%
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        die jüdischen Gesetze: Zeremoniengesetze / Opfergesetze / ... (1) 17%
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        die 10 Gebote (1) 17%
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        alle Gebote: die 10 Gebote UND jüdischen Gesetze (4) 67%
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        weitere Antwort: ___________ (0) 0%
      Welche(s) "Gesetz[e]" sind im Galaterbrief Kapitel 3 gemeint?

      z.B.: "Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der offenbart werden sollte." (Galater 3,23)

      Dies "Gesetz" wird in Galater Kapitel 3 z.B. auch als "Zuchtmeister" genannt (Galater 3,24+25)


      Anmerkung: Es geht hier im Thread und bei Paulus nicht, ob Gesetze aufgehoben sind oder komplett funktionslos/nutzlos sind (siehe Galater 3,21). Sondern was/welches "Gesetz[e]" gemeint ist.

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • Ich habe abgestimmt für `das ganze Gesetz`.

      Der Brief an die Galater Kapitel 3 könnte man auch als `der Brief an die Pharisäer` bezeichnen. Angefangen mit Problemchen wie die Beschneidung und judische Distanzierung von Nationen am Tisch geht Paulus zu dem grundlegenden Problem über: der Versuch der Rechtfertigung aus den Werken (= die Gesetzlichkeit).

      Falsch ist die Gesetzlichkeit, falsch aber auch die Übertretung der Gebote Gottes. Denn im gleichen Kapitel schreibt Paulus, dass ein Leben aus dem Glauben das Ende sündiger Gewohnheiten ist.

      Der Unterschied zwischen beiden Seiten ist sowohl praktisch schwer zu durchblicken, als auch theologisch schwer zu differenzieren. Sehr empfehlenswert finde ich das Buch von George Knight `Wenn Heilige sich streiten`. Uriah Smith verteidigte vehement die Wichtigkeit des Einhaltens der Gebote Gottes als etwas sehr zentrales im Leben eines Christen. Überraschenderweise für ihn hat sich Ellen White von seiner Sicht jedoch distanziert und betonte die Gerechtigkeit durch Christus.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Jacob der Suchende schrieb:

      Der Unterschied zwischen beiden Seiten ist sowohl praktisch schwer zu durchblicken, als auch theologisch schwer zu differenzieren. Sehr empfehlenswert finde ich das Buch von George Knight `Wenn Heilige sich streiten`. Uriah Smith verteidigte vehement die Wichtigkeit des Einhaltens der Gebote Gottes als etwas sehr zentrales im Leben eines Christen. Überraschenderweise für ihn hat sich Ellen White von seiner Sicht jedoch distanziert und betonte die Gerechtigkeit durch Christus.
      Gemäss meinem Glauben ist der unterschied die herangehensweise und die Erkenntnis, dass man aus Werken alleine nicht gerecht werden kann. Wir können uns das Reich Gottes nicht verdienen. Es ist reine Gnade. Daher ist der Weg via den Glauben und die Liebe zu Gott der bessere. Ein Paradebeispiel ist dafür die Begebenheit zwischen Jesus und dem Reichen Jüngling: Dieser konnte sagen, er habe von Kind an alle Gebote und Gesetze gehalten und trotzdem konnte er sich nicht vom irdischen lösen. Und Gott und Jesus so fest lieben und ihm so fest vertrauen, dass er alles verkaufen konnte ihm nachfolgen konnte. Die Werke sollen eben aus dem Glauben und der Liebe wachsen und nicht umgekehrt. Daher erachte ich es als müssig darüber zu diskutieren welche Gebote und Gesetze mit der Aussage im Galater gemeint sind.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • DonDomi schrieb:

      Daher erachte ich es als müssig darüber zu diskutieren welche Gebote und Gesetze mit der Aussage im Galater gemeint sind.
      Wenn es Paulus so wichtig war die Galather vor den Falschlehrern zu warnen und die Unterschiede des Jesus-Glaubens herauszuarbeiten,dann sollte uns das nicht gleichgültig sein.

      Laut der neuen Befragung halten ja ca.40 % der evangelischen Christen, auch die "Werke" für sehr wichtig.
    • Bogi111 schrieb:

      DonDomi schrieb:

      Daher erachte ich es als müssig darüber zu diskutieren welche Gebote und Gesetze mit der Aussage im Galater gemeint sind.
      Wenn es Paulus so wichtig war die Galather vor den Falschlehrern zu warnen und die Unterschiede des Jesus-Glaubens herauszuarbeiten,dann sollte uns das nicht gleichgültig sein.
      Laut der neuen Befragung halten ja ca.40 % der evangelischen Christen, auch die "Werke" für sehr wichtig.
      Ich halte die Werke auch für wichtig, aber entscheidend ist die Motivation die dahinter steht. Deswegen ist für mich die Diskussion auch müssig, welche Gesetze Paulus jetzt meint, weil wir durch unsere Werke nie das Reich Gottes ererben können. Die Werke sind nur eine Folge aus dem Glauben. Wahrscheinlich kann man 100 Personen analysieren und jede ist an einem andern Ort unvollkommen und bringt nicht die Werke die Gott genehm ist und trotzdem kann jede Person das Reich Gottes ererben, wenn der Glaube stimmt und daraus auch Früchte sichtbar werden. Der Weg Jesu ist sowieso viel mehr als die 10 Gebote und darum, finde ich es müssig wenn man sich an den Buchstaben klammert statt versucht das Wesen Jesu zu verinnerlichen und zu leben.

      Ich hoffe Du verstehst, was ich damit sagen möchte. Man muss das Ganze eben sehr differenziert betrachten, für uns Menschen fast ein Ding der Unmöglichkeit.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Hallo.

      Bis heute lehrt das orthodoxe (rechtgläubige) Judentum, dass der Weg zum ewigen Leben über das Befolgen der Gebote Gottes geht.

      Jeder Jude weiß, dass er vor Gott schuldig ist und dass er auf die Vergebung Gottes angewiesen ist.- Das ist dort genau so wie im Christentum. Aber der Weg zur Vergebung ist ein Anderer..

      Orthodoxe Juden lehren, dass Gott für die Vergebung von Sünden den Weg des Opfers vor gesehen hat. Das steht alles im 3. Mose. Jeder Jude, der diese vorgeschriebenen Opfer bringt, findet bei Gott Vergebunmg, voraus gesetzt, er ist ein beschnittener Jude. Erst die Beschneidung macht nämlich aus einem Menschen einen Juden.

      Da aber schon im Altertum die Juden nicht immer in der Lage waren, persönliche Opfer im Heiligtum zu bringen, hat Gott das Morgen- und Abend-Opfer vorgesehen, welches eine 24-stündige Vergebung garantierte.. Einen Messias, der für den frommen Juden stirbt und ihm Vergebung erwirkt ist im Judentum nicht nötig. Deshalb lehnen sie den christlichen Messias ab.

      Diese Lehre wurde damals auch von den Judenchristen aus Jerusalem verbreitet, die hinter Paulus her reisten und die neuen Gläubigen unbedingt auch zu Juden machen wollten, damit diese auch das ewige Leben sicher erlangen könnten.

      Der Galater Brief richtet sich mMn. also gegen die falsche Auslegung der Pharisäer bzw. der Orthodoxen Juden bezüglich des gesamten Gesetzes, aber auch, wie im Kap. 5, gegen spezielle Gebote. Paulus zeigt auf, dass schon Abraham die Verheißungen auf Grund seines Glaubens (Vertrauens) in Gottes Verheißungen erhielt, und dass dies ein ewig gültiger Weg zum ewigen Leben sei. Der Galater Brief richtet sich also nicht in erster Linie gegen ein spezifisches Gesetz, sondern gegen den Missbrauch des Gesetzes insgesamt.

      Liebe grüße von benSalomo.
    • benSalomo schrieb:

      Der Galater Brief richtet sich also nicht in erster Linie gegen ein spezifisches Gesetz, sondern gegen den Missbrauch des Gesetzes insgesamt.
      Bis zu Jesu Tod ging es um Vergebung der Sünden!

      Aber Jesus ist gekommen um den Ewigen Tod aufzuheben!!!!

      Es geht um den Stachel des Todes! Als Paulus ds begriffen hatte, ging er entprechend konsequent gegen die abweichler vor. Wer es für sich begriffen hat handelt entsprechend konsequent!

      Was nützt die Sündenvergebung ohne Neugeburt und Wiederherstellung der sündlosen Welt!!!

      Dies wir bei der wiederkunft Jesu erfüllt. Deshalb betonen die STA die Erwartungshaltung und warnen wie auch Noah gehandelt hat.

      Wer jetzt die Nähe Jesu nicht erträgt, wie will er Gottes nähe ertragen?

      Der große Irrtum den leider viele Religionen betonen ist,das die Sündenvergebung durch gute Taten ohne Wiedergeburt vermittelt wird.
      Ja die Kirche übernimmt durch Druck die Garantie der Erlösung....
    • Paulus war in sich selbst auch widersprüchlich: Einerseits wetterte er im Galaterbrief gegen die jüdische Beschneidung - und damit gegen die christl.Pharisäer-Meinung: "Man muss sie beschneiden lassen!" (Gal 5,2/Apg 15,5) - andererseits aber hat er den Timotheus trotzdem beschneiden lassen. (Apg 16,3)

      Paulus selbst war beschnittener Jude, hat sich an alle Zeremonialgesetze und Festtage des Judentums gehalten (siehe den Schwur in der Apg!) - aber gleichzeitig hat er die Heidenchristen von der Beschneidung befreit und von allen anderen Mosaischen Gesetzen ebenso, weshalb er auch in seinen Briefen den "Apostelkonzils-Kompromiss" niemals erwähnt hatte; denn dieser stellt einen teilweisen Rückfall in die jüdische ATliche Gesetzlichkeit dar!

      Manch ein evangel. Theologe behauptet ja gerade wegen dem GALATERBRIEF, dass er auch die 10 Gebote als abgeschafft erklärt habe und die vollkommene CHRISTLICHE FREIHEIT (Dass der Mensch gerecht werde allein durch den Glauben!) verkündet habe.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Jacob der Suchende schrieb:

      geht Paulus zu dem grundlegenden Problem über: der Versuch der Rechtfertigung aus den Werken (= die Gesetzlichkeit).
      was zu erst Augustinus erkannt hatte - was dann aber über Jahrhunderte durch alles mögliche katholische "Brimborium" (Wallfahrten, Messen, Ablässe, Ohrenbeichte, Heiligen - und Marien-Verehrung...) verschüttet wurde und erst durch Martin Luther vor 500 Jahren wieder auf den biblischen Leuchter gehoben wurde - dem sich alle späteren protestantischen Kirchengründer(Zwingli, Calvin, Bullinger, Gebrüder Wessley, John Smyth, Roger Williams, William Carey, Johann Gerhard Oncken, Ellen White) angeschlossen hatten ...

      Jacob der Suchende schrieb:

      ... hat sich Ellen White von seiner Sicht jedoch distanziert und betonte die Gerechtigkeit durch Christus.
      Damit steht sie in der biblisch - protestantischen Tradition ...

      DonDomi schrieb:

      die Erkenntnis, dass man aus Werken alleine nicht gerecht werden kann. Wir können uns das Reich Gottes nicht verdienen. Es ist reine Gnade. Daher ist der Weg via den Glauben und die Liebe zu Gott der bessere.
      Das feiern und bedenken wir unter anderem in diesem Jahr 2017: 500 Jahre Reformation 1517 - 2017 - dank der Erkenntnis Luthers aus dem Römerbrief!

      Bibelstelle

      Römer 3,28: So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.
    • Das "Bild der Knechtschaft" aus dem Galaterbrief bezieht sich auf den Beschneidungsbund Ismaels, nicht den "Opferbund" Isaaks (Gen.22:16.-18. Hebräerbrief 11:17.-19.).

      Genesis 16, Kap. 21:1.-21. Hagar floh mit Ismael in die Wüste "Sinai" "in Arabien". Daher der Vergleich mit dem irdischen Jerusalem, über welches Jesus "weinte".

      Das "Gebirge Sinai" steht in Galater 4:24. nicht für das "Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre" nach Abraham "hinzukam" (Kap. 3:17.-19.).

      Das "Passah" und die "pfingstliche" Gottesoffenbarung der "Thora" vom "Horeb" an Mose waren die "hinzukommende" weitere Grundlage für die Menschwerdung des Allmächtigen in Jesus.

      Das Missverständnis der "Kirchenväter" über angeblich "antinomistische" Lehre des Paulus im Galaterbrief wurde ausgelöst durch eine falsche Betonung im Johannesevangelium 1:17.

      "Denn das Gesetz (Thora) ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden:"

      Die Betonung liegt hier nicht auf "Gnade und Wahrheit" sondern auf "durch Jesus Christus geworden". Warum?

      Weil "Gnade und Wahrheit" des HErrn (Exodus 33:12.-23. Kap. 34:6.7.) schon in der "Thora" durch Mose offenbart wurden.

      Durch Jesus Christus "werden" die Gnade und Wahrheit der Thora verwirklicht, das "Wort" des Allmächtigen wurde "Fleisch"/Mensch.

      Die Knechtschaft ist der Bund Ismaels, nicht der Isaaks.

      Die Irrlehrer bei den Galatern waren nicht Abrahams/Moses-Jünger sondern "ismaelitisch" lehrende Judaisten.
    • Der Galaterbrief ist "schwer zu verstehen", wie 2. Petrus 3:16. sagt.

      Dennoch können wir folgende Themen erkennen:

      1. Die "Gesetzeswerke" sind die rabbinische "Halachah", Talmud u. s. w., nicht die Thora! Paulus hat selbst den Rabbinismus/Judaismus als falsch und im Widerspruch zur Thora erkannt.

      2. Erlösungsverheißungen durch Adam, Noah, Abraham, Isaak, Israel stehen nicht im Widerspruch zur "Thora", welche 430 Jahre nach Abraham (von Gott) gegeben wurde.

      3. Die Thora ist "Sündenspiegel" und Erlösungsverheißung in einem.


      4. Gerechtigkeit kommt durch den Glauben an die Erfüllung der ganzen Thora durch Jesus Christus. Das war das Evangelium der ersten Christen. (Matthäus 5:17.ff.)

      5. Die Beschneidung ohne Glauben an Jesus ist "Knechtschaft", so wie Ismael "unter" Isaak stand. (vergleiche "Islam")

      6. Die gottesfürchtigen Nichtjuden brauchen laut erstem Apostelkonzil (Apg. 15) nicht beschnitten werden, aber getauft wie Jesus.

      Weitere Punkte?
    • Ich finde, am besten ist das erklärt in Gal 4:

      Bibelstelle

      Gal 4, 1 Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter; 2 sondern er untersteht Vormündern und Verwaltern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat. 3 So auch wir: Als wir unmündig waren, waren wir geknechtet unter die Mächte der Welt. 4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, 5 auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen. 6 Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! 7 So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.


      Es geht um alle Gesetze bzw darum, den Willen Gottes zu tun.

      Vorher "zur Zeit der Unmündigkeit" erfüllt ein unmündiges Kind die Gesetze wie ein Knecht, dh es tut, was ihm gesagt wurde, aus Pflicht. Und, um dafür Lohn zu bekommen bzw der Strafe zu entgehen.

      Ist der Erbe mündig geworden, dann tut er genauso den Willen des Vaters, aber in einer anderen Gesinnung - nicht mehr unmündig und nicht mehr in knechtischem Gehorsam.
      Sondern aus vollem Herzen und aus Liebe zum Vater, so wie ihm der Geist seine Kindschaft bestätigt (Röm 8, 16) und die Liebe Gottes in sein Herz ausgiesst (Röm 5,5) und ihn so treibt, den Willen Gottes freiwillig, gerne und mit Freuden zu tun.
      Nicht zwangsweise, aus Furcht vor der Zuchtrute - so schreibt auch Johannes: 1Joh 4,18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.

      Gott liebt uns zuerst und beschenkt uns mit allem, ohne dass wir es uns verdienen könnten oder müssten.
      Und durch das, was er uns schenkt, befähigt er uns, aus Liebe und Dankbarkeit so zu leben, wie er es für uns vorgesehen hat.
    • vgl dazu auch: Gal 5,18 Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.

      oder: Röm 8,4 damit die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, in uns erfüllt werde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.

      Wer vom Heiligen Geist regiert wird, kann gar nicht gegen Gottes Willen handeln - deshalb wird er nicht gegen Gottes Gebote verstossen.

      Wer aber "fleischlich" lebt, der kann sich noch so sehr abmühen, er wird es nicht schaffen, wie Paulus anschaulich in Röm 7 beschreibt.

      Der Grund: Röm 7,14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.

      Röm 8,7 Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht.
    • Galater 4,4: "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau..."

      Dies ist zugleich die Erfüllung der Messianischen Prophetie aus Daniel 9,25:

      Bibelstelle

      "25 So wisse und verstehe: Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten 2***, dem Fürsten, vergehen 7 Wochen und 62 Wochen..."(Schlachter 2000)


      *** 2= od. Messias (gr. Christus, hebr. maschiach). = Anmerkung in der Schlachter-Bibel zu Dan.9,25.
    • Ja, Gesetz kann bei Paulus unterschiedlich weit gefasst sein.

      Aber - egal, wie weit oder eng der Begriff gefasst wird: Erfüllung und Befolgen der Gesetze erfordert immer Gehorsam.

      Und dieser Gehorsam ist es, der anders ist, wenn es um Knechte, Zuchtmeister und Zuchtrute geht, anders als wenn ein mündiger Erbe zur Erfüllung des väterlichen Willens getrieben wird durch den Geist des Vaters, der in ihm ruft: "Abba, lieber Vater".

      Weiter oben im Thread wurde ja auch schon auf die Liebe hingewiesen.
      Ausführlicher schreibt Paulus das im Römerbrief:

      Röm 3, 8 Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.
      9 Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«
      10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

      Die Liebe erfüllt das Gesetz und geht weit darüber hinaus.

      So wie Jesus sagt: "Ihr habt gehört, dass gesagt ist (Gesetzestext) ..... ich aber sage euch (darüber hinausgehende Forderung, die nicht nur die Erfüllung nach dem Buchstaben bedeutet, sondern auch das Innere des Menschen betrifft, seine Einstellung, seine Motivation, seine Gedanken usw)".

      Es geht nicht nur um das, was verboten bzw vorgeschrieben ist, nicht nur um "was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu".
      Die Liebe, die den anderen liebt, wie sich selbst, handelt so: Mt 7,12 Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.

      Als Bild und um daran zu lernen, haben wir doch auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen:

      Ein unmündiges Kind gehorcht seinen Eltern, weil es Angst hat vor Strafe und weil es gelobt und belohnt wird, wenn es gehorcht.

      Eine liebende Ehefrau überlegt sich, was ihrem Mann Freude machen könnte und - zum Beispiel - kocht ihm das, was er gerne mag, vermeidet das, von dem sie weiss, dass er sich darüber ärgern würde oder dass es ihn verletzen würde.
      Nicht deshalb, weil er ihr etwas verboten oder befohlen hat, sondern weil sie ihn kennt und weiss, was er gerne möchte und weil es ihr eigener Wunsch ist, ihm eine Freude zu machen und weil sie sich mindestens genauso daran freut, wenn sie sieht, dass ihn das glücklich macht (umgekehrt natürlich genauso);

      Das ist eine ganz andere Art, den Willen des Geliebten zu erfüllen - nicht in "knechtischem Gehorsam", gezwungen vom Zuchtmeister mit der Zuchtrute."

      Das kommt aus dem Herzen und aus dem eigenen Entschluss, weil das Herz mit dem Willen Gottes übereinstimmt.

      Ein Beispiel: Das Geben: Nicht, weil es Vorschrift ist, so und soviel Prozent oder eine bestimmte, festgesetze Summe zu geben als "Zwangsabgabe".
      2Kor 9,7 Ein jeder, wie er's sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

      Und wenn das Herz mit Gottes Willen übereinstimmt und derjenige in Liebe gibt, dann wird es bestimmt nicht zu wenig sein ....
    • freudenboten schrieb:

      Mit dem Begriff "Gesetz" (Lutherübersetzung) bei Paulus sind je nach Zusammenhang unterschiedliche Begriffe gemeint.

      Daher ist zu differenzieren. Siehe mein Beitrag oben!
      Dein "Beitrag oben" ist eine Liste von Behauptungen - überwiegend ohne ausreichende Erklärung bzw. Belege, die dem üblichen Verständnis widersprechen. Du kannst daher nicht davon ausgehen, dass so ein Verweis hülfe.


      Abgesehen von wenigen Nebensätzen Jesu bezieht sich die Bibel nirgends erkennbar auf die Halacha - warum sollte das der Galaterbrief (sozusagen verborgen) tun? - Dies nur als ein Beispiel.
      Liebe Grüße, Heimo
    • HeimoW schrieb:

      Abgesehen von wenigen Nebensätzen Jesu bezieht sich die Bibel nirgends erkennbar auf die Halacha
      Da nicht weder weiß, was die Halacha ist - hier ein Auszug aus Wikipedia:

      Die Halacha umfasst die 613 Mizwot (Gebote), deren spätere Auslegung imTalmud und rabbinischem Gesetz sowie die Bräuche und Traditionen, die im Schulchan Aruch zusammengefasst wurden, und enthält darüber hinaus aber auch allgemeine Rechtsgrundsätze. ---> siehe Halacha – Wikipedia