Einfluss von Ellen White auf die Glaubenspunkte der Adventisten

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    • tricky schrieb:

      Adventisten lesen auch Bibelforschung, Berichte über archäologische Funde, ... - sogar Auslegungen von eigenen Theologen.


      Ich hätte den Hinweis darauf, dass sich ab jetzt Adventisten auch auf andere Autoren "berufen" in den Beiträgen von Stofi vermisst.

      Außerdem beruft sich ja beispielsweise Norbert Chmelar auch nicht auf die katholische Marientheologie, nur weil er solche Beiträge hier abliefert. Wobei ganz sicher bin ich mir da nicht immer.


      Hast du einen Hinweis, dass Adventisten ihren Glauben jetzt auch mit E.G.White Texten begründen, anstatt in Fragen der Glaubenspunkte beispielsweise ausschließlich auf die Bibel zu verweisen, gefunden? Wenn ja, bitte um Zitat dazu aus den angesprochenen Beiträgen.


      Selbstverständlich gehört die Lektüre von theologischen Autoren zur Bibelauslegung mit dazu, anders geht es ja wohl auch nicht.

      Falls ich die Glaubenspunkt e der STA aber richtig verstanden habe, ist für Euch E.G.White aber schon ein bisschen mehr als bloß eine theologische Autorin, die ihre Privatauslegung äußert. Mein Eindruck ist, dass die "offiziellen" Adventisten -anders als die Splittergruppen- dies ganz gern verschweigen. Und ich halte dieses Verhalten auch für nicht ganz ehrlich.

      Falls Du ein theologisches Beispiel suchst, nehmen wir doch die Heiligtumslehre. Keine Konfession dieser Welt, außer diejenigen, die in E.G.White eine Prophetin sehen, kommt auf die Idee, dass es im Himmel ein Heiligtum mit einem Allerheiligste gäbe und in diesem ausgerechnet 1844 etwas passiert sein soll. Das fällt doch schon auf.

      Aber natürlich berufen sich Adventisten dabei nicht direkt auf E.G. White, sondern interpretieren die entsprechenden Bibelstellen so, dass sie den „Gesichten“ von E.G. White entsprechen.

      Und das machen die protestantischen Konfessionen, die sich wirklich bemühen, sich allein an der Bibel zu orientieren, selbstverständlich nicht. Und genau das ist der entscheidende Unterschied zwischen Adventisten und anderen Protestanten.


      Mir ist aufgefallen, dass die Angehörigen Eurer Freikirche genau in dem Punkt immer ausweichen, wenn man sie direkt darauf anspricht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Babylonier ()

    • Babylonier schrieb:

      Falls Du ein theologisches Beispiel suchst, nehmen wir doch die Heiligtumslehre. Keine Konfession dieser Welt, außer diejenigen, die in E.G.White eine Prophetin sehen, kommt auf die Idee, dass es im Himmel ein Heiligtum mit einem Allerheiligste gäbe
      Falsch!

      Heavenly Family | World Mission Society Church of God

      Natürlich sehen die Gläubigen der "Church of God" einige Dinge anders als wir, aber den Sabbat erkennen sie so wie wir. Auch dass es ein himmlisches Heiligtum gibt:

      Church of God Beliefs schrieb:

      They serve in a place of worship that is only a copy, a shadow of the real one in heaven.
      Hebrews 8:5 (NLT)

      Church of God schrieb:

      To understand the heavenly sanctuary, which we cannot see, God commanded Moses to build the earthly sanctuary as a copy and shadow of the heavenly one. We can apply the principle of “copy and shadow” to the family system as well. To teach us about the heavenly family system, God created the earthly family system as a copy and shadow of the heavenly one.

      For sake of simplicity, we can think of the family system as a pattern. A pattern is a repetitive form or design. The prototype for the family system originated in heaven, and we can see this pattern recurring on this earth as the predetermined design for earthly families.
      With these points in mind, we can be certain that each and every member of the earthly family system can be found in the heavenly family system. We can confirm this fact through the Bible. Among the family members, let’s first think about the father.

      leider nur auf Englisch vorhanden, diese spezielle Erklärung.


      Wie geht das, dass jemand, der E.G.White nicht hat draufkommt, dass es ein himmlisches Heiligtum gäbe???


      und in diesem ausgerechnet 1844 etwas passiert sein soll. Das fällt doch schon auf.
      Ok, ja das haben wir exklusiv.
      Aber wo hast du ganz konkret in den Posts von stofi, die du hier angesprochen hast, etwas von 1844 gelesen? Bitte zeige mir diese Stellen, denn darauf bezieht sich ja deine Kritik. Die Posts beziehen sich bisher allein auf den Grundsatz "Christus ist Sieger ... jeden Tag" und behandeln die Notwendigkeit einer vertieften Beziehung zu Christus. Was ist daran falsch, was hast du da dagegen?




      Babylonier schrieb:

      Aber natürlich berufen sich Adventisten dabei nicht direkt auf E.G. White, sondern interpretieren die entsprechenden Bibelstellen so, dass sie den „Gesichten“ von E.G. White entsprechen.
      Ja, so wie das andere Konfessionen, siehe oben, auch tun.


      Babylonier schrieb:

      Falls ich die Glaubenspunkt e der STA aber richtig verstanden habe, ist für Euch E.G.White aber schon ein bisschen mehr als bloß eine theologische Autorin, die ihre Privatauslegung äußert. Mein Eindruck ist, dass die "offiziellen" Adventisten -anders als die Splittergruppen- dies ganz gern verschweigen. Und ich halte dieses Verhalten auch für nicht ganz ehrlich.
      Aus den Glaubenspunkten:
      18. Die Gabe der Weissagung
      Nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift ist die Weissagung eine der Gaben des Heiligen Geistes. Diese Gabe ist ein Kennzeichen der Gemeinde der Übrigen und hat sich, wie wir glauben, im Dienst von Ellen G. White erwiesen. Ihre Schriften sprechen mit prophetischer Autorität und geben der Gemeinde Trost, Führung, Unterweisung und Zurechtweisung. Sie heben auch deutlich hervor, dass die Bibel der Massstab ist, an dem alle Lehre und Erfahrung geprüft werden muss.
      (4 Mo 12,6; 2 Chr 20,20; Am 3,7; Joel 2,28–29; Apg 2,14–21; 2 Tim 3,16–17; Hbr 1,1–3; Offb 12,17; 19,10; 22,8–9.)

      Wo wird da etwas verheimlicht oder ist nicht ganz ehrlich?



      Babylonier schrieb:

      Mir ist aufgefallen, dass die angehörigen Eurer Freikirche genau in dem Punkt immer ausweichen, wenn man sie direkt darauf anspricht.
      schade, dass sie das tun.
    • Babylonier schrieb:

      Falls ich die Glaubenspunkt e der STA aber richtig verstanden habe, ist für Euch E.G.White aber schon ein bisschen mehr als bloß eine theologische Autorin, die ihre Privatauslegung äußert. Mein Eindruck ist, dass die "offiziellen" Adventisten -anders als die Splittergruppen- dies ganz gern verschweigen. Und ich halte dieses Verhalten auch für nicht ganz ehrlich.

      Falls Du ein theologisches Beispiel suchst, nehmen wir doch die Heiligtumslehre. Keine Konfession dieser Welt, außer diejenigen, die in E.G.White eine Prophetin sehen, kommt auf die Idee, dass es im Himmel ein Heiligtum mit einem Allerheiligste gäbe und in diesem ausgerechnet 1844 etwas passiert sein soll. Das fällt doch schon auf.

      Aber natürlich berufen sich Adventisten dabei nicht direkt auf E.G. White, sondern interpretieren die entsprechenden Bibelstellen so, dass sie den „Gesichten“ von E.G. White entsprechen.

      Und das machen die protestantischen Konfessionen, die sich wirklich bemühen, sich allein an der Bibel zu orientieren, selbstverständlich nicht. Und genau das ist der entscheidende Unterschied zwischen Adventisten und anderen Protestanten.
      Es ist so:

      1) Bei der Entstehung der Glaubenspunkte der STA hat E.White "mitgewirkt". Aus historischen Büchern zu damaliger Zeit stellt man folgendes, immer wiederholendes Schema fest:

      (a) In einer theologischen Frage unter Adventisten entsteht Uneinigkeit.
      (b) Die Oppositionen mit jeweiligen Meinungen bereiten sich auf einen gemeinsamen Dialog vor.
      (c) Ellen White nimmt hier in den meisten Fällen keine aktive Position an, sondern bleibt außen vor.
      (d) Das Thema wird ausführlich, mehrere Tage / Wochen behandelt.
      (e) Am Ende ist es in der Regel so, dass eine Meinung in ihrer Überzeugung überwiegt. Oder man findet allgemein einen Konsens.
      (f) Nun bekommt Ellen White die Vision, dass die Entscheidung korrekt gewesen ist. Auch ist eine zusätzliche Bemerkung von ihr möglich.

      2) In der Minneapolis GK 1888 haben A.Jones und J.Waggoner die Gerechtigkeit aus dem Glauben verteidigt. Unter anderem wurde über die Auslegung von Galater 3 debattiert. Die Kontrahenten der beiden Genannten haben sich gewünscht, Ellen White würde als die "letzte Authorität" aufstehen, das richtige Verständig zu diesen Themen äußern und damit der Opposition einen Maulkorb verpassen. Stattdessen? Ellen White sagte unmissverständlich, Gott wünsche sich ausdrücklich, dass diese Themen allein aus der Bibel ausgearbeitet werden sollten. Erst als im Laufe dieser Debatte die Ansicht von Jones und Waggoner überwiegte, hat sich Ellen White mit der Bestätigung gemeldet - Jahre später.

      3) Adventisten definieren ihre offiziellen Glaubenslehren allein mit der Bibel. In dem großen Kommentar "Was Adventisten Glauben: 28 Glaubenspunkte..." wird Ellen White zitiert (wie auch einige anderen Authoren in diesem Buch), nicht als "letzte Authorität", sondern zur besseren Beschreibung der Sachverhalte.

      4) Inoffizielle Meinungen der Adventisten (zu bestimmten Lehren) gelten nur innerhalb des adventistischen Raumes, d.h. mit diesen identifiziert sich die Gemeinde nach außen nicht. Hier können sich die Adventisten gerne "allein" auf Ellen White berufen, da sie ja für die Adventisten als Prophet Gottes eine Authorität ist. Adventsiten glauben, dass Ellen White der Bibel nicht widerspricht und in einigen Aspekten das Verständnis für viele Themen erweitert. Auch schreibt Ellen White unter anderem von Dingen (insb. die Zukunft betreffend), die so direkt nicht in der Bibel stehen. Solches Wissen wird privat geglaubt und geteilt. Aber nach "außen" damit zu argumentieren ist nicht erwünscht und macht auch keinen Sinn.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Guten Tag zusammen.

      Die protestantische Lehre von der Sünden Vergebung ist ja auf dem Hintergrund des katholischen Verständnisses sowie des Handels mit Ablässen entstanden. Die RKK sagt, dass Jesus nur für die Folgen der "Erbsünde" gestorben sei. Die persönliche Sünden Schuld müsse der Gläubige aber persönlich auch wieder gut machen . Entsprechend dafür sind von der RKK bestimmte Handlungen und Raren und auch Ablässe vor gesehen.

      Dem gegenüber gehen die Protestanten davon aus, dass Jesus als Gottes Lamm für die Sünden aller Menschen gestorben ist. In dieser Lehre aber bleiben sie rein neutestamentlich und berücksichtigen nicht, was Gott schon im AT symbolisch dazu angeordnet hat. Das bedeutet, dass das allgemeine protestantische Verständnis von der Sünden Vergebung, auf welches sich Babylonier oben beruft, lediglich bruchstückhaft ist. Und dann beschwert er sich noch obendrein, dass Adventisten alles berücksichtigen, was die Bibel dazu sagt, denn das ist ja im Gazen die Heiligtums lehre..

      Wenn ich mich recht erinnere, haben wir ja in diesem Forum darüber u.A. mit Norbert ausführlich darüber diskutiert.

      Diese Lehre hat übrigens nicht Ellen White erfunden, sondern sie stammt direkt aus 3. Mose.

      Liebe Grüße von benSalomo.
    • tricky schrieb:

      Wie geht das, dass jemand, der E.G.White nicht hat draufkommt, dass es ein himmlisches Heiligtum gäbe??

      Ist das rein zufällig die "Chruch of God" (den Namen gibt es mehrfach) über die Wikipedia schreibt:

      Church of God (Seventh Day), indirekte Abspaltung der Siebenten-Tags-Adventisten

      ?
    • Babylonier schrieb:

      Ist das rein zufällig die "Chruch of God" (den Namen gibt es mehrfach) über die Wikipedia schreibt:

      Church of God (Seventh Day), indirekte Abspaltung der Siebenten-Tags-Adventisten

      ?
      Nein, eher die hier:

      World Mission Society Church of God - Wikipedia

      die haben ja auch ganz eigene Ansichten von der "God the Mother" - das hätten sie als Abspaltung wohl nicht.

      Außerdem sind die WMSCOG - 2,7 Mio. Mitglieder. Die Wikipedia sagt, dass sie aus Südkorea kommen.
    • benSalomo schrieb:

      Dem gegenüber gehen die Protestanten davon aus, dass Jesus als Gottes Lamm für die Sünden aller Menschen gestorben ist. In dieser Lehre aber bleiben sie rein neutestamentlich und berücksichtigen nicht, was Gott schon im AT symbolisch dazu angeordnet hat.
      Den violettenn Satz befürworten doch auch die ST-Adventisten - weil es ur-evangelische und biblische Auffassung ist! Zum Glück bleiben hier wir Protestanten "rein neutestamentlich"!
      wie es Seele schon anführte:

      Seele1986 schrieb:

      Das ist das eigentliche Problem bei ganz vielen Gemeinschaften: dieses Gewicht des Alten Testaments. Die Rückkehr in die Knechtschaft.
    • Babylonier schrieb:

      Falls ich die Glaubenspunkt e der STA aber richtig verstanden habe, ist für Euch E.G.White aber schon ein bisschen mehr als bloß eine theologische Autorin, die ihre Privatauslegung äußert. Mein Eindruck ist, dass die "offiziellen" Adventisten -anders als die Splittergruppen- dies ganz gern verschweigen. Und ich halte dieses Verhalten auch für nicht ganz ehrlich.
      In den öffentlich vielfach publizierten "28 Glaubenspunkten" heist es unter anderem in Punkt 18: "Eine der Gaben des Heiligen Geistes ist die Weissagung. Diese Gabe ist ein Kennzeichen der Gemeinde der Übrigen und hat sich im Dienst von Ellen G. White erwiesen. Die Schriften dieser Botin des Herrn sind eine fortwirkende, bevollmächtigte Stimme der Wahrheit und geben der Gemeinde Trost, Führung, Unterweisung und Zurechtweisung. Sie heben auch deutlich hervor, dass die Bibel der Maßstab ist, an dem alle Lehre und Erfahrung geprüft werden muss. (Joel 3,1.2; Apg 2,14 21; Hbr 1,1 3; Offb 12,17; 19,10.) "


      Ich wüsste also nicht, was die "offiziellen" Adventisten ganz gerne verschweigen würden....

      Und in Punkt 1: "Die Heilige Schrift – Altes und Neues Testament – ist das geschriebene Wort Gottes, durch göttliche Inspiration heiligen Menschen anvertraut, die geredet und geschrieben haben, getrieben vom Heiligen Geist. In diesem Wort hat Gott dem Menschen alles mitgeteilt, was zu dessen Errettung nötig ist. Die Heilige Schrift ist die unfehlbare Offenbarung seines Willens. Sie ist der Maßstab für den Charakter und der Prüfstein aller Erfahrungen. Sie ist die maßgebende Offenbarungsquelle aller Lehre und der zuverlässige Bericht von Gottes Handeln in der Geschichte. (2 Pt 1,20.21; 2 Tim 3,16.17; Ps 119,105; Spr 30,5.6; Jes 8,20; Jo 17,17; 1 Th 2,13; Hbr 4,12.) "

      Welche Bedeutung die Schriften von EGW für die Auslegung und das Verständnis der Heiligen Schrift hat ist von Person zu Person unterschiedlich - wie Du ja auch hier in den Diskussionen lesen kannst. Dass manche Personen die Bibel quasi "durch die Brille" EGW lesen, andere EGW durch die Bibel sozusagen "filtern" (entsprechend dem letzten Satz in Punkt 8.) und andere wieder irgendwo dazwischen sind, oder vielleicht EGW negieren - ok, das ist Lebens- und Glaubenspraxis.

      Den Vorwurf des "Verschweigen-Wollens" halte ich für etwas unfair.


      Babylonier schrieb:

      Mir ist aufgefallen, dass die Angehörigen Eurer Freikirche genau in dem Punkt immer ausweichen, wenn man sie direkt darauf anspricht.
      Es gibt daher eigentlich keine Grund "auszuweichen" und ich denke dass das auch hier nicht so geschieht.

      Babylonier schrieb:

      Falls Du ein theologisches Beispiel suchst, nehmen wir doch die Heiligtumslehre. Keine Konfession dieser Welt, außer diejenigen, die in E.G.White eine Prophetin sehen, kommt auf die Idee, dass es im Himmel ein Heiligtum mit einem Allerheiligste gäbe und in diesem ausgerechnet 1844 etwas passiert sein soll. Das fällt doch schon auf.

      Aber natürlich berufen sich Adventisten dabei nicht direkt auf E.G. White, sondern interpretieren die entsprechenden Bibelstellen so, dass sie den „Gesichten“ von E.G. White entsprechen.

      Und das machen die protestantischen Konfessionen, die sich wirklich bemühen, sich allein an der Bibel zu orientieren, selbstverständlich nicht. Und genau das ist der entscheidende Unterschied zwischen Adventisten und anderen Protestanten.
      Das kann man so interpretieren, ist aber dennoch einseitig. Denn, einerseits ist die "Heiligtumslehre" auch in unserer Kirche vorsichtig gesagt "umstritten", andererseits ist es eben ein (meinetwegen von EGW geprägtes) Verständnis von Bibeltexten das zu dieser Lehre führt. Andererseits lehren viele protestantische Kirchen eine "unsterbliche Seele", was wiederum für uns aus der Bibel nur abzuleiten ist, wenn man ein bestimmtes Vorverständnis hat. Ich sehe daher keinen prinzipiellen Unterschied - solange man die ausklammert, die EGW missbrauchen, auch das gibt es.
      Liebe Grüße, Heimo
    • HeimoW schrieb:

      Babylonier schrieb:

      Falls ich die Glaubenspunkt e der STA aber richtig verstanden habe, ist für Euch E.G.White aber schon ein bisschen mehr als bloß eine theologische Autorin, die ihre Privatauslegung äußert. Mein Eindruck ist, dass die "offiziellen" Adventisten -anders als die Splittergruppen- dies ganz gern verschweigen. Und ich halte dieses Verhalten auch für nicht ganz ehrlich.
      In den öffentlich vielfach publizierten "28 Glaubenspunkten" heist es unter anderem in Punkt 18: "Eine der Gaben des Heiligen Geistes ist die Weissagung. Diese Gabe ist ein Kennzeichen der Gemeinde der Übrigen und hat sich im Dienst von Ellen G. White erwiesen. Die Schriften dieser Botin des Herrn sind eine fortwirkende, bevollmächtigte Stimme der Wahrheit und geben der Gemeinde Trost, Führung, Unterweisung und Zurechtweisung. Sie heben auch deutlich hervor, dass die Bibel der Maßstab ist, an dem alle Lehre und Erfahrung geprüft werden muss. (Joel 3,1.2; Apg 2,14 21; Hbr 1,1 3; Offb 12,17; 19,10.) "

      Ich wüsste also nicht, was die "offiziellen" Adventisten ganz gerne verschweigen würden....

      Und in Punkt 1: "Die Heilige Schrift – Altes und Neues Testament – ist das geschriebene Wort Gottes, durch göttliche Inspiration heiligen Menschen anvertraut, die geredet und geschrieben haben, getrieben vom Heiligen Geist. In diesem Wort hat Gott dem Menschen alles mitgeteilt, was zu dessen Errettung nötig ist. Die Heilige Schrift ist die unfehlbare Offenbarung seines Willens. Sie ist der Maßstab für den Charakter und der Prüfstein aller Erfahrungen. Sie ist die maßgebende Offenbarungsquelle aller Lehre und der zuverlässige Bericht von Gottes Handeln in der Geschichte. (2 Pt 1,20.21; 2 Tim 3,16.17; Ps 119,105; Spr 30,5.6; Jes 8,20; Jo 17,17; 1 Th 2,13; Hbr 4,12.) "

      Welche Bedeutung die Schriften von EGW für die Auslegung und das Verständnis der Heiligen Schrift hat ist von Person zu Person unterschiedlich - wie Du ja auch hier in den Diskussionen lesen kannst. Dass manche Personen die Bibel quasi "durch die Brille" EGW lesen, andere EGW durch die Bibel sozusagen "filtern" (entsprechend dem letzten Satz in Punkt 8.) und andere wieder irgendwo dazwischen sind, oder vielleicht EGW negieren - ok, das ist Lebens- und Glaubenspraxis.

      Den Vorwurf des "Verschweigen-Wollens" halte ich für etwas unfair.


      Babylonier schrieb:

      Mir ist aufgefallen, dass die Angehörigen Eurer Freikirche genau in dem Punkt immer ausweichen, wenn man sie direkt darauf anspricht.
      Es gibt daher eigentlich keine Grund "auszuweichen" und ich denke dass das auch hier nicht so geschieht.

      Babylonier schrieb:

      Falls Du ein theologisches Beispiel suchst, nehmen wir doch die Heiligtumslehre. Keine Konfession dieser Welt, außer diejenigen, die in E.G.White eine Prophetin sehen, kommt auf die Idee, dass es im Himmel ein Heiligtum mit einem Allerheiligste gäbe und in diesem ausgerechnet 1844 etwas passiert sein soll. Das fällt doch schon auf.

      Aber natürlich berufen sich Adventisten dabei nicht direkt auf E.G. White, sondern interpretieren die entsprechenden Bibelstellen so, dass sie den „Gesichten“ von E.G. White entsprechen.

      Und das machen die protestantischen Konfessionen, die sich wirklich bemühen, sich allein an der Bibel zu orientieren, selbstverständlich nicht. Und genau das ist der entscheidende Unterschied zwischen Adventisten und anderen Protestanten.
      Das kann man so interpretieren, ist aber dennoch einseitig. Denn, einerseits ist die "Heiligtumslehre" auch in unserer Kirche vorsichtig gesagt "umstritten", andererseits ist es eben ein (meinetwegen von EGW geprägtes) Verständnis von Bibeltexten das zu dieser Lehre führt. Andererseits lehren viele protestantische Kirchen eine "unsterbliche Seele", was wiederum für uns aus der Biel nur abzuleiten ist, wenn man ein bestimmtes Vorverständnis hat. Ich sehe daher keinen prinzipiellen Unterschied - solange man die ausklammert, die EGW missbrauchen, auch das gibt es.
      Im August 1948 kamen - wie immer - die "Patriarchen und Propheten" (deutschstämmige Farmer) dienstags im Wohnzimmer meines Grossvaters, Prediger (ordiniert 1909) für die deutschen Gemeinden in Jamestown, Oakes, Golden Valley, Watertown, zur Sabbatschulbetrachtung zusammen. Auf einmal wird es laut : :"In meiner Bibel steht - - ist eingegangen - hat- - erfunden- - - Grossvater widersprach nicht. Ballengers Brief an EGW wurde von ihr angeblich nicht beantwortet. - - -und dass bis zum bösen Ford alles ruhig und in Einklang gewesen wäre - stimmt ganz einfach nicht (auch wenn es in einer unserer Schulen gelehrt wird) - - -Zuletzt lese ich in einem Posting aus USA, ein altgedienter Prediger berichtete, dass seine Äusserung, sich in seiner Doktorarbeit mit dem Hebräerbrief zu beschäftigen, nur mit ernsten Warnungen,er werde sich Schwierigkeiten einhandeln, aufgenommen wurde.


      JA, der Hebräerbrief !
    • Hallo Heimo,

      es sind einige Antworten eingegangen, die ich erst nach und nach "abarbeiten" kann.

      HeimoW schrieb:

      Babylonier schrieb:

      Falls ich die Glaubenspunkt e der STA aber richtig verstanden habe, ist für Euch E.G.White aber schon ein bisschen mehr als bloß eine theologische Autorin, die ihre Privatauslegung äußert. Mein Eindruck ist, dass die "offiziellen" Adventisten -anders als die Splittergruppen- dies ganz gern verschweigen. Und ich halte dieses Verhalten auch für nicht ganz ehrlich.
      In den öffentlich vielfach publizierten "28 Glaubenspunkten" heist es unter anderem in Punkt 18: "Eine der Gaben des Heiligen Geistes ist die Weissagung. Diese Gabe ist ein Kennzeichen der Gemeinde der Übrigen und hat sich im Dienst von Ellen G. White erwiesen. Die Schriften dieser Botin des Herrn sind eine fortwirkende, bevollmächtigte Stimme der Wahrheit und geben der Gemeinde Trost, Führung, Unterweisung und Zurechtweisung. Sie heben auch deutlich hervor, dass die Bibel der Maßstab ist, an dem alle Lehre und Erfahrung geprüft werden muss. (Joel 3,1.2; Apg 2,14 21; Hbr 1,1 3; Offb 12,17; 19,10.) "

      Ich wüsste also nicht, was die "offiziellen" Adventisten ganz gerne verschweigen würden....

      Mit "offiziellen" Adventisten meine ich Mitglieder der Freikirche der STA bzw. diejenige, die ihr nahe stehen.

      Unter "verschweigen" verstehe ich, dass Adventisten behaupten, sich einzig und allein auf die Bibel zu beziehen, zudem aber auch noch über eine "fortwirkende, bevollmächtigte Stimme der Wahrheit" verfügen, was andere protestantische Kirchen und Freikirchen nicht haben.

      Bei uns gibt es "nur" Theologinnen oder Theologen. Selbst Luther wurde in unserer Kirche nie als "fortwirkende, bevollmächtigte Stimme der Wahrheit" bezeichnet.


      HeimoW schrieb:

      Babylonier schrieb:

      Falls Du ein theologisches Beispiel suchst, nehmen wir doch die Heiligtumslehre. Keine Konfession dieser Welt, außer diejenigen, die in E.G.White eine Prophetin sehen, kommt auf die Idee, dass es im Himmel ein Heiligtum mit einem Allerheiligste gäbe und in diesem ausgerechnet 1844 etwas passiert sein soll. Das fällt doch schon auf.

      Aber natürlich berufen sich Adventisten dabei nicht direkt auf E.G. White, sondern interpretieren die entsprechenden Bibelstellen so, dass sie den „Gesichten“ von E.G. White entsprechen.

      Und das machen die protestantischen Konfessionen, die sich wirklich bemühen, sich allein an der Bibel zu orientieren, selbstverständlich nicht. Und genau das ist der entscheidende Unterschied zwischen Adventisten und anderen Protestanten.
      Das kann man so interpretieren, ist aber dennoch einseitig. Denn, einerseits ist die "Heiligtumslehre" auch in unserer Kirche vorsichtig gesagt "umstritten", andererseits ist es eben ein (meinetwegen von EGW geprägtes) Verständnis von Bibeltexten das zu dieser Lehre führt. (...)


      Mag ja sein, dass sie umstritten ist, aber sie ist immerhin ein offizieller Glaubenspunkt der STA (ich glaube, Nr. 24). Wer diese nicht vertritt, befindet sich in diesem Punkt nicht mehr auf der offiziellen Glaubensgrundlage der STA. Das gehört zur Wahrheit auch mit dazu.

      Aber darum geht es doch gar nicht. Natürlich liest man die Bibel immer mit einem Vorverständnis. Das beste Beispiel ist doch, dass wir als Christen das AT als christliches Buch lseen und interpretieren, obwohl als hebräische Bibel von den Autoren als jüdisches Buch gedacht war.

      Und anders als mit einem Vorverständnis kann man die Bibel auch gar nicht lesen, wenn an sie als Glaubensbuch interpretieren will.

      Nur lesen Adventisten das Buch eben mit dem Vorverständnis einer selbst ernannten Prophetin! Und da sind wir wieder bei dem gravierenden Unterschied zu ihren protestantischen Glaubensgeschwistern anderer Kirchen.


      Dass sie das aber nicht zugeben und so tun, als wären sie eine Kirche die sich genau wie alle anderen Protestaten allein auf die Bibel bezieht, bezeichne ich als „ausweichen“.

      Zudem ist mir in persönlichen Gesprächen aufgefallen dass Adventsiten ganz gerne mal sagen, dass sie diejenigen sind, die einen anderen Feiertag halten (war ja legitim ist), die gute Gemeindearbeit machen (was auch stimmt), aber nicht diejenigen, die über eine eigene Prophetin verfügen (was verständlicherweise Fragen aufwirft). Da ist dann schnell mit dem Gespräch Schluss.
    • Hallo Jacob,

      danke für Deine Aus

      Jacob der Suchende schrieb:


      Es ist so:
      1) Bei der Entstehung der Glaubenspunkte der STA hat E.White "mitgewirkt". Aus historischen Büchern zu damaliger Zeit stellt man folgendes, immer wiederholendes Schema fest:

      (a) In einer theologischen Frage unter Adventisten entsteht Uneinigkeit.
      (b) Die Oppositionen mit jeweiligen Meinungen bereiten sich auf einen gemeinsamen Dialog vor.
      (c) Ellen White nimmt hier in den meisten Fällen keine aktive Position an, sondern bleibt außen vor.
      (d) Das Thema wird ausführlich, mehrere Tage / Wochen behandelt.
      (e) Am Ende ist es in der Regel so, dass eine Meinung in ihrer Überzeugung überwiegt. Oder man findet allgemein einen Konsens.
      (f) Nun bekommt Ellen White die Vision, dass die Entscheidung korrekt gewesen ist. Auch ist eine zusätzliche Bemerkung von ihr möglich.
      Die Punkte (a)-(e) entsprechen dem Vorgehen auf dem sog. "Apostelkonzil" in Jerusalem, wie es auch in Apg 15 und Gal 2 berichtet wird.

      Punkt (f) finde ich etwas bedenklich, siehe vorherigen Beitrag.
    • @Babylonier

      Einige wichtige Aspekte müssen bei der Beantwortung der aufgeworfenen Fragen beachtet werden:

      1) Gott kann sich bei den Menschen auf verschiedenen Wegen offenbaren und zu ihnen sprechen: Bibel, Träume, Natur, Eindrücke, Erfahrungen, Menschen... Wenn jemand für sich nur die Bibel als legitimen "Kanal Gottes" akzeptiert, tut den Mund Gottes "verstopfen".

      2) Die Bibel als Maßstab für jede Lehre und die Prüfung des Charakters bedeutet, dass Gott gleiche nominale Norm für alle Gläubige festlegt. Selbstverständlich enthält die Bibel nicht die "Weltformel", mit der sich jede denkbare Frage beantworten läßt. Stattdessen legt die Bibel - als nominale Norm - lediglich eine Grundlage für Glauben und Leben fest. Ein gesunder, von Gottes Geist geführter Menschenverstand entwickelt sich auf Basis dieser Norm stetig weiter. "Sola Scriptura" bedeutet, allein die Bibel als Fundament anzuerkennen.

      3) Das Verständnis von "Sola Scriptura" ist auf die Frage der Kanonisierung der Bibel zurückzuführen. Letzlich ist das die Frage der Authorität: welches Buch wurde als Kanal Gottes benutzt, um zu uns zu sprechen? Die Christen glauben, dass der Heilige Geist bei der Auswahl authentischer Schriften geführt hat. Authentisch sind sie, weil Gott der eigentlicher Autor/Ursprung dieser Schriften ist (Autor im Sinne von inspirierend, nicht unbedingt diktierend). Was aus Gottes Mund ausgeht, ist die Wahrheit.

      4) "Sola Scriptura" bedeutet demnach nicht, dass etwas, was man direkt in der Bibel nicht findet, notwendigerweise falsch sein muss. Im Gegensatz zu meinen persönlichen Erfahrungen und Überzeugungen hat die Bibel dagegen die Autorität: Gott ist ihr Autor (was wir allgemein glauben).

      5) Ellen White ist - wie Adventisten offiziell glauben - ein weiterer Kanal Gottes in der Endzeit. Was Ellen White von Gott im Zustand der (Gottes) Inspiration erhalten und somit gesagt/niedergeschrieben hat, ist ebenso die Wahrheit. Verschiedene Inspirationsgrade gibt es nicht: zwischen der Inspiration von Ellen White und der Inspiration biblischer Propheten besteht keinen Unterschied. Die große Frage dabei ist allerdings, welche Teile ihrer Aussagen/Schriften tatsächlich das Ergebnis der Inspiration sind (Das ist ein eigenes Thema für sich)? Einzelne Adventisten beantworten diese Frage für sich unterschiedlich - daher verschiedener Umgang mit ihren Schriften.

      6) Gott benutzte Ellen White nicht als eine neue Norm für Glauben und Leben. Es mag durchaus vorkommen, dass man bei Ellen White etwas liest, was man nicht in der Bibel findet (Was allerdings nicht automatisch bedeutet, dass die Bibel es tatsächlich nicht sagt. Sonst wäre der Leser eine Norm und nicht mehr die Bibel). Solche Aussagen dürfen privat - bzw. unter den Adventisten - geglaubt werden. Aber offiziell / nach außen darf die Kirche solche Aussagen nicht zur Wahrheit machen. Die Bibel allein bleibt die Norm.

      Babylonier schrieb:

      Unter "verschweigen" verstehe ich, dass Adventisten behaupten, sich einzig und allein auf die Bibel zu beziehen, zudem aber auch noch über eine "fortwirkende, bevollmächtigte Stimme der Wahrheit" verfügen...
      Adventisten sagen nicht, dass sie "sich einzig und allein auf die Bibel beziehen", sondern dass sie die Bibel als einzigste Norm anerkennen. Und der (offizielle) 19. Glaubenspunkt (der Glaube an Ellen White als Prophetin Gottes) legt schon nahe, dass von "Vorschweigen" keine Rede sein kann.

      Babylonier schrieb:

      Nur lesen Adventisten das Buch eben mit dem Vorverständnis einer selbst ernannten Prophetin! Und da sind wir wieder bei dem gravierenden Unterschied zu ihren protestantischen Glaubensgeschwistern anderer Kirchen.
      1) Die Glaubenslehren der Adventisten wurden in ihrer groben Fassung unabhängig von Ellen White entwickelt und formuliert - wie ich schon geschrieben habe.

      2) Jeder von uns hat ein gewisses Vorverständnis aus eigenen Lebenserfahrungen und dem angeeigneten Wissen (freiwillig oder nicht) aufgebaut... Letztendlich muss alles an der Norm (die Bibel) geprüft werden. Die Adventisten scheuen sich nicht davor, öffentlich ihre Lehren mit der Bibel zu begründen.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Babylonier schrieb:

      Ist das rein zufällig die "Chruch of God" (den Namen gibt es mehrfach) über die Wikipedia schreibt:

      Church of God (Seventh Day), indirekte Abspaltung der Siebenten-Tags-Adventisten

      ?
      Guten Abend.

      Als sich die verschiedenen Advent Gemeinden in Nordamerika 1863 zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zusammen schlossen, haben nicht alle Gemeinden mit gemacht. Eine davon existierte noch bis in die 1920er Jahre. Damals kam Herbert Armstrong zu dieser Gemeinde und baute daraus die Radio Church of God. Diese zerfiel nach seinem Tod in einige Gruppen. Soviel ich weiß, ist eine davon die Church of God.

      Mit Ellen White haben diese Leute nichts zu tun.

      benSalomo.
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Den violettenn Satz befürworten doch auch die ST-Adventisten - weil es ur-evangelische und biblische Auffassung ist! Zum Glück bleiben hier wir Protestanten "rein neutestamentlich"!
      wie es Seele schon anführte:
      Die neutestamentliche Ansicht ist ja nicht falsch. Aber sie ist ohne den Hintergrund, den das AT zu dieser Lehre bietet, eben unvollkommen oder mangelhaft. Mit anderen Worten: Der allgemeine Protestantismus hat bei der Frage der Sündenvergebung durch Gott nur unvollkommene Vorstellungen, die dann oft zu falschen Schlüssen führen, z.B., wie die Sünde endgültig aus der Welt geschafft wird..
      benSalomo
    • Babylonier schrieb:

      Mag ja sein, dass sie umstritten ist, aber sie ist immerhin ein offizieller Glaubenspunkt der STA (ich glaube, Nr. 24). Wer diese nicht vertritt, befindet sich in diesem Punkt nicht mehr auf der offiziellen Glaubensgrundlage der STA. Das gehört zur Wahrheit auch mit dazu.

      Aber darum geht es doch gar nicht. Natürlich liest man die Bibel immer mit einem Vorverständnis. Das beste Beispiel ist doch, dass wir als Christen das AT als christliches Buch lseen und interpretieren, obwohl als hebräische Bibel von den Autoren als jüdisches Buch gedacht war.

      Und anders als mit einem Vorverständnis kann man die Bibel auch gar nicht lesen, wenn an sie als Glaubensbuch interpretieren will.

      Nur lesen Adventisten das Buch eben mit dem Vorverständnis einer selbst ernannten Prophetin! Und da sind wir wieder bei dem gravierenden Unterschied zu ihren protestantischen Glaubensgeschwistern anderer Kirchen.


      Dass sie das aber nicht zugeben und so tun, als wären sie eine Kirche die sich genau wie alle anderen Protestaten allein auf die Bibel bezieht, bezeichne ich als „ausweichen“.
      Lieber Babylonier, dass Ellen White ein offizieller Glaubens punkt ist der STA ist, braucht Dich ja nicht zu stören. Niemand zwingt Dich, das auch so zu sehen. Aber deshalb hast Du noch lange kein Recht dazu, den STA diese Ansicht als Mangel vor zu werfen.

      Und ich kenne niemanden, der deswegen aus der Gemeinde ausgeschlossen worden wäre, weil er Ellen White nicht anerkennt. Für den Schaden in seinem Leben ist er dann allerdings selbst verantwortlich.

      Übrigens: Luther wurde zu Lebzeiten von seinen Anhängern und Nachfolgern auch als Prophet verehrt. Es gibt dazu auch schriftliche Zeugnisse.

      Da Du Ellen White nicht zu kennen scheinst, hast Du wohl auch keine rechte Meinung von ihrem Einfluss auf die Gemeinden. Ich bin nun schon über 70 Jahre Gemeindeglied und noch länger in die Aktivitäten der Kirche ein gespannt. Aber ich habe noch niemanden kennen gelernt, der seine Überzeugungen auf EW stützt, noch die Bibel durch ihre "Brille" liest. Das ist ein Phantasie Gebilde in Deinem Kopf, entspricht aber nicht der Wirklichkeit. Ellen Whites Einfluss erstreckt sich weniger auf die Lehre der STA als vielmehr auf ihr Zusammenleben in Familie und Gemeinde, auf ihre Beziehunmgen zu Gott, zum Nächsten und zur Gesellschaft.

      Ellen White war auch keine "selbst ernannte Prophetin", wie Du zu bemerken Dich bemüßigst fühlst. Sie hat es immer abgelehnt, als "Prophetin" bezeichnet zu werden, auch, als man sie ausdrücklich danach befragte. Sie wollte immer nur eine Botin Gottes seion.. Sie hat auch ausdrücklich die Gemeinde gemahnt, keine Glaubenslehre mit ihren Äußerungen zu begründen, und das schon gar nicht Fremden gegenüber, die sie nicht kannten. Untereinander (unter Geschwistern, die sie akzeptieren) hat ihr Wort wohl Gewicht, aber entscheidend ist immer die Bibel. Man solle sie immer an der Bibel messen, hat sie selbst gesagt. Sie steht nicht einmal neben der Bibel, geschweige denn über ihr, sondern immer unter der Bibel

      Insgesamt hast Du in meinen Augen ein total verzerrtes Bild von ihr.

      Liebe Grüße von benSalomo.
    • benSalomo schrieb:

      Aber deshalb hast Du noch lange kein Recht dazu, den STA diese Ansicht als Mangel vor zu werfen.
      Doch, natürlich hat er das Recht. Weil es seine Meinung ist.
      Braucht dich ja nicht zu stören ...

      benSalomo schrieb:

      Und ich kenne niemanden, der deswegen aus der Gemeinde ausgeschlossen worden wäre, weil er Ellen White nicht anerkennt. Für den Schaden in seinem Leben ist er dann allerdings selbst verantwortlich.
      Wegen solcher Sätze ist es ein Mangel. Zudem zeigt es den falschen Personenkult, wenn man andeutet, man könne einen Schaden davon haben, wenn man Ellen White nicht anerkenne.

      Genau das ist (zusammengefasst in einem Satz) der angesprochene Kritikpunkt und man darf es wieder und wieder kritisieren,
      genauso wie andere wieder und wieder alles mögliche an Fehlern, Götzendienst, falschen Feiertagen, Gebräuchen, usw.usw. an anderen Gemeinschaften und Christen kritisieren können.
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • benSalomo schrieb:

      Ellen White war auch keine "selbst ernannte Prophetin", wie Du zu bemerken Dich bemüßigst fühlst. Sie hat es immer abgelehnt, als "Prophetin" bezeichnet zu werden, auch, als man sie ausdrücklich danach befragte. Sie wollte immer nur eine Botin Gottes seion..
      Naja jemand der behauptet derart viele Visionen von Gott bekommen zu haben, wie Frau White bekommen und niedergeschrieben hat, würde in der Bibel locker als Prophet bezeichnet werden, egal wie sich diese Person nennt. Immerhin hat sie gefühlt mehr Visionen erhalten als alle Propheten in der Bibel zusammen.
      Ich verstehe aber ehrlich gesagt nicht, warum man sich immer so darum drückt dieses Wort Prophet im Zusammenhang mit Frau White in den Mund zu nehmen, immerhin hat sie es in Eure Glaubenspunkte geschafft und auch sonst einen erheblichen Einfluss auf den adventistischen Glauben.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Seele1986 schrieb:

      Wegen solcher Sätze ist es ein Mangel.
      Es fängt schon mit der Einleitung an:

      benSalomo schrieb:

      Lieber Babylonier,

      Bei jeden politischern Rhetorikseminar lernt man, dass man einen Beitrag, der nicht sachlich sonder abwatschend-polemisch sein soll, am besten mit dem Satz einleitet:

      "Lieber Parteifreund / polischer Gegner XY"



      benSalomo schrieb:

      Liebe Grüße von benSalomo.

      Die relavieren sich irgendwie durch den vorherigen Text....

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    • benSalomo schrieb:

      Aber ich habe noch niemanden kennen gelernt, der seine Überzeugungen auf EW stützt, noch die Bibel durch ihre "Brille" liest.
      Genau das ist mein Kernvorwurf an die Adventgemeine, bzw. ihre Mitglieder. Sie lesen die Bibel durch die Brille E.G Whites, sind aber nicht bereit, dies zuzugeben.Siehe z.B. auch Dein Beitrag.

      Ich selbst streite ja auch nicht ab, das Evangelium in einer theologischen Linie von Paulus, Augustinus, Luther, der Dialektischen Theologie und der historisch-kristischen Methode zu interpreteieren (oder es zumindestens laienhaft zu versuchen).

      Aber ich gebe dies wenigstens offen zu! Und zudem komme ich nicht auf die Idee, bei irgendeinem Theologen dieser Richtung(en) davon auszugehen, dass sich in ihm der "Geist der Weissagung" in besonderer Art verwirklicht habe.