Christus ist Sieger - Tägliche Andachten

    • Die Hoffnung verzögert, aber nicht ausgelöscht, 28.Januar

      Aber zu der von Gott festgesetzten Zeit sandte er seinen Sohn zu uns ... Er sollte uns befreien ... damit Gott uns als seine Kinder annehmen konnte. Galater 4,4.5 (Hfa).

      Das Kommen des Heilandes wurde bereits im Garten Eden vorhergesagt.Siehe 1.Mose 3,15. Als Adam und Eva zum ersten Mal die Verheißung hörten, warteten sie auf ihre rasche Erfüllung. Voller Freude empfingen sie ihren erstgeborenen Sohn in der Hoffnung, dass er der Erlöser sein möchte. Doch die Erfüllung dieser Verheißung ließ auf sich warten. Jene, die sie zuerst empfingen, starben, ohne erlebt zu haben, dass sie sich erfüllt hätte. Von den Tagen Henochs an wurde diese Verheißung durch Patriarchen und Propheten weitergegeben und die Hoffnung auf seine Erscheinung am Leben erhalten, und dennoch kam er nicht. Erst die Weissagung Daniels offenbarte den Zeitpunkt seines Kommens (siehe Daniel 9,24-27), doch nicht alle verstanden, diese Botschaft richtig zu deuten ... Die Hand der Unterdrücker lastete schwer auf Israel und viele sprachen nun: „Es dauert so lange, und es wird nichts aus der Weissagung.“ Hesekiel 12,22.

      Wie die Gestirne unbeirrbar ihre ewige Bahn ziehen, so erfüllen sich auch die Absichten Gottes. Vor langer Zeit hatte der Herr durch die Symbolik einer großen Finsternis und eines rauchenden Ofens Abraham die Knechtschaft Israels in Ägypten kundgetan und dabei seinem Diener erklärt, dass ihr Aufenthalt dort 400 Jahre währen würde; danach aber sollten sie „ausziehen mit großem Gut“. Siehe 1.Mose 15,13-17. Das stolze Reich der Pharaonen bekämpfte leidenschaftlich diese Verheißung Gottes. Doch vergebens; denn als die Zeit der Erfüllung gekommen war, „an eben diesem Tage zog das ganze Heer des Herrn aus Ägyptenland“. 2.Mose 12,41. Mit der gleichen Sicherheit war im Rate Gottes auch die Zeit des ersten Advents Christi bestimmt worden.Als die Weltenuhr diese Stunde anzeigte, wurde Jesus in Bethlehem geboren.

      „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn.“ Galater 4,4. Er hat in seiner Vorsehung die Bewegungen der Völker, die Wogen menschlicher Bestrebungen und Einflüsse gelenkt, bis die Welt für das Kommen des Erlösers reif war. Damals waren die Völker unter einer Herrschaft vereinigt; sie redeten allgemein eine Sprache [Griechisch], die auch überall als Schriftsprache galt.Von weither kamen die zerstreut wohnenden Juden nach Jerusalem, um gemeinsam die jährlichen Feste zu feiern. So konnten sie auch nach der Rückkehr in ihre Heimatorte überall die Kunde von der Ankunft des Messias verbreiten ...

      Während nur wenige die Sendung Christi wirklich verstanden, war die Erwartung weit verbreitet, dass er als mächtiger Fürst kommen werde, um in Israel sein Reich aufzurichten und den Völkern die ersehnte Freiheit zu bringen.
      Das Leben Jesu 23.24.26.

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    • Treue zu Gott erregt die Wut der Boshaften, 29. Januar

      Abels Opfer nahm der Herr an, das von Kain aber nicht. 1.Mose 4,4.5 (Hfa).

      Der Herr gab Kain und Abel genaue Anweisungen über die Opfer, die sie ihm bringen sollten. Abel, der Schafhirte war, gehorchte dem Befehl Gottes und brachte ein Lamm als Brandopfer. Siehe 1.Mose 4,2.4. Dieses geschlachtete Lamm war ein Symbol für „das Opferlamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt“. Johannes 1,29 (GNB). Kain opferte die Früchte des Ackers, die er selbst gezogen hatte. Siehe 1.Mose 4,3. Er wollte sich nicht von Abel abhängig machen, um ein Opfertier zu bekommen, und ging deshalb nicht zu ihm. Er hielt seine eigene Leistung für vollkommen und diese brachte er Gott dar ...

      Kain unterhielt sich mit Abel über ihre Opfer und beschuldigte Gott der Parteilichkeit, [weil er sein Opfer nicht gnädig ansah. Siehe V. 5]. Abel setzte sich bei seinem Bruder [für Gott] ein und wiederholte ihm exakt die Worte, mit denen Gott ihnen die geforderten Opfer beschrieben hatte. Kain fühlte sich provoziert, weil sich sein jüngerer Bruder wagte, ihn zu belehren. Er ließ es zu, dass sich sein Herz mit Neid und Eifersucht füllte. Er hasste seinen Bruder, weil der ihm vorgezogen worden war. Als Kain weiter über diese Sache nachdachte, wurde er noch wütender. Er erkannte seinen Fehler, denn er hatte an Stelle des angemessenen Opfers eines Lammes dem Herrn nur seine eigenen Produkte dargebracht. Doch er beschloss, sich selbst zu rechtfertigen und Abel zu verdammen. Satan wirkte durch ihn und erfüllte ihn mit dem Drang, seinen Bruder zu erschlagen ...

      Durch diese Geschichte will Gott jedem lehren, dass man seinem Wort unbedingt gehorchen soll. Kain und Abel stehen für zwei Parteien von Menschen: die Bösen und die Gerechten, diejenigen, die ihren eigenen Weg gehen und die anderen, die sich gewissenhaft darum bemühen, dem Weg des Herrn zu folgen, um gerecht zu handeln und zu urteilen ...

      Abel versuchte nicht, Kain zum Gehorsam zu zwingen. Es war Kain, der unter dem Einfluss Satans mit Zorn erfüllt wurde und Gewalt anwandte. Siehe 1.Johannes 3,12. Er war außer sich vor Wut, weil er Abel nicht dazu bringen konnte, Gott ungehorsam zu sein und weil Gott Abels Opfer angenommen hatte, seines aber ablehnte, weil es nicht die Anerkennung des Erlösers zeigte.Da erschlug Kain seinen Bruder. Siehe 1.Mose 4,8.

      Die beiden Parteien, für die Kain und Abel stehen, werden bis zum Abschluss der Weltgeschichte existieren. Der Mensch, der Gutes tut und Gott gehorcht, bekämpft nicht den Übertreter des heiligen Gesetzes Gottes. Doch alle, die Gottes Gesetz missachten, unterdrücken und verfolgen andere Menschen. Sie folgen ihrem Führer, der Gott und alle anklagt, die durch ihren Gehorsam vollkommen gemacht werden ... Der Geist, der Menschen dazu treibt, andere anzuklagen, zu verurteilen, einzusperren und umzubringen, ist in unserer Welt stark geworden. Es ist dieser Geist, der stets in den „Kindern des Ungehorsams“. wirkt Epheser 2,2.
      Manuskript 136, 1899.

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    • Abels Opfer stellte Christi Opfer dar, 30. Januar

      „Warum bist du so zornig und blickst so grimmig zu Boden?“, fragte ihn [Kain] der HERR. „Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du doch jedem offen ins Gesicht sehen. Wenn du jedoch Böses planst, dann lauert die Sünde dir auf.“ 1.Mose 4,6.7 (Hfa).

      Im Wirken des Volkes Gottes gibt es immer wieder Zeiten mit Prüfungen und Versuchungen. Gott hat nicht geplant, dass wir Männer, Frauen und Jugendliche vor Verpflichtungen abschirmen sollen, die ihren Charakter auf die Probe stellen. Gott wird sein Wirken offenbaren und seine Eigenschaften all den demütigen Menschen verleihen, die ihn suchen. Auch Satan wird sein Wirken zeigen und jeden Menschen, den er versucht, ebenso mit seinen Eigenschaften ausstatten: seinen Unterstellungen, seiner üblen Nachrede und den Anklagen gegen die Brüder.

      Wegen dieser Lage der Dinge kann der Herr unmöglich jene schützen, die sich selbst auf die Seite des Feindes begeben, denn Gott zwingt den menschlichen Verstand nicht. Er schenkt helle Lichtstrahlen — wie eine Lampe, die alle führen und leiten kann, die in diesem Lichtschein gehen möchten. Jene Lampe ist „sein Wort, ... meines Fußes Leuchte“. Psalm 119,105.Doch wenn Menschen den Pfad, der von den himmlischen Lichtstrahlen beleuchtet wird, nicht beachten und lieber einen Weg einschlagen, der ihren natürlichen Neigungen entspricht, dann werden sie in der Dunkelheit voranstolpern und nicht wissen, worüber sie gerade gestolpert und weshalb sie gefallen sind. Sie werden sogar diejenigen anklagen und hassen, die für ihre Füße einen ebenen Weg schaffen.

      Die Geschichte von Kain und Abel wird sich wiederholen. Kain bestand auf seinen eigenen Vorstellungen, als er dem Herrn sein Opfer darbrachte. Abel dagegen war fest entschlossen, Gottes Anweisungen zu folgen. Er wollte sich nicht auf Kains Weg begeben. Obwohl Kains Opfer durchaus akzeptabel war (siehe 2.Mose 34,26), fehlte ihm etwas, nämlich das, was das Opfer überhaupt notwendig machte: das Blut des geschlachteten Lammes [das Christus darstellte]. Zwischen den beiden Brüdern konnte es keine Harmonie geben, es musste zur Kontroverse kommen. Abel konnte Kain nicht nachgeben, ohne gleichzeitig schuldig zu werden, indem er dem speziellen Gebot Gottes zuwider gehandelt hätte ... Der Herr bevorzugte Abels Opfer, weil es korrekt war. Siehe Hebräer 11,4. Sein Opfer war deshalb wertvoll, weil es den Erlösungsplan Gottes vorzeichnete: das kostbare Opfer seines einzigartigen Sohnes als Hoffnung und Erlösung der gefallenen Menschheit. Kain war sehr wütend, als Gott Abels Opfer annahm, während er gleichzeitig durch kein Zeichen zu verstehen gab, dass er auch Kains Opfer annahm, dem ja das wichtigste Merkmal fehlte: die symbolische Darstellung des Erlösers der Welt. Doch der Herr gab seinen Willen und Weg nicht auf, um Kain zu beschwichtigen.Vielmehr redete er vernünftig mit ihm: „Warum bist zu so zornig? Warum starrst du auf den Boden? Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du den Kopf frei erheben; wenn du aber Böses planst, lauert die Sünde vor der Tür deines Herzens.“ 1.Mose 4,6.7 (GNB).
      Brief 16, 1897.

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    • Bitterkeit führt zur Treulosigkeit, 31. Januar

      Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. 1.Mose 4,5.

      Ich flehe alle an, die ständig murren und sich selbst bedauern, weil irgendetwas gesagt oder getan wurde, was ihnen nicht passte und was sie — ihrer Meinung nach — nicht gebührend berücksichtigte: Denkt daran, dass ihr damit das Werk fortsetzt, was Satan im Himmel begonnen hat. Sie folgen seinen Fußspuren und säen Unglauben, Streit und Treulosigkeit, denn keiner kann feindselige Gefühle hegen und sie auf Dauer verbergen. Sie müssen anderen erzählen, dass sie nicht so behandelt wurden, wie sie sollten.Dadurch werden andere dazu gebracht zu murren und sich zu beklagen. Das ist die Wurzel der Bitterkeit, die aufwächst und durch die viele verdorben werden ...

      So wirkt Satan heute durch seine bösen Engel. Er schließt sich mit Menschen zusammen, die behaupten, im Glauben zu stehen. Jene, die sich darum bemühen, Gottes Werk treu voranzutreiben, ... werden so schwere Versuchungen erleben, wie Satan durch die bringen kann, die angeblich die Wahrheit kennen. Je mehr Erkenntnisse und Wissen diese Gegner besitzen, desto größer ist Satans Erfolg. Die Wurzel der Bitterkeit reicht tief und wird anderen mitgeteilt. So werden viele verdorben ...

      Satan muss Menschen täuschen, um sie in die Irre zu führen ... Er muss unterschwellig arbeiten, einen täuschenden Einfluss ausüben, falsche Ansprüche als Wahrheit ausgeben und aufkeimenden Verdacht einschläfern.Satan wird Versuchung und Sünde in das Gewand der Rechtschaffenheit kleiden, und durch diese Täuschung wird er viele auf seine Seite ziehen.Christus nannte Satan einen Lügner und Mörder. Siehe Johannes 8,44. Wenn doch die unachtsamen Menschen von Gott Weisheit lernen würden ...

      Prüfungen und Versuchungen werden auf jeden Menschen zukommen, der Gott liebt. Der Herr wirkt keine Wunder, um dies zu verhindern und sein Volk vor Satans Versuchungen zu schützen. Wenn sie hart versucht werden, liegt das an den Umständen, die durch Satans Abfall so gestaltet wurden, dass Versuchungen zugelassen werden, damit der Charakter sich entwickelt. Er entscheidet über die Eignung der Menschen für die himmlische Heimat. Dafür sind Charaktere erforderlich, die sowohl im privaten als auch im öffentlichen Leben dem Druck ungünstiger Umstände standhalten.
      Manuskript 57, 1896; Manuscript Releases XVIII, 363-365.

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    • Ein neuer Anfang mit Set, 1. Februar

      Adam zeugte einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Set ... [Eva sprach bei seiner Geburt:] „Gott hat mir einen anderen Sohn gegeben für Abel, den Kain erschlagen hat.“1.Mose 5,3; 4,25.

      Der nächste Sohn, der Adam geboren wurde, sollte der Erbe der göttlichen Verheißung und des geistlichen Geburtsrechts sein. Sein Name Set bedeutete soviel wie „Ersatz“, „denn Gott hat mir“, so sagte die Mutter, „einen andern Sohn gegeben für Abel, den Kain erschlagen hat.“ 1.Mose 4,25. Set hatte eine vornehmere Statur als Kain oder Abel und ähnelte Adam mehr als seine anderen Söhne. Dazu besaß Set ein edles Wesen und trat in Abels Fußstapfen.Doch hatte er von Natur aus nicht mehr gute Eigenschaften geerbt als Kain. Zur Erschaffung Adams sagt der Bericht: „Zum Bilde Gottes schuf [Gott] ihn.“ 1.Mose 1,27. Aber nach dem Fall zeugte Adam „einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde“. 1.Mose 5,3 ...

      Alle Kinder Adams, die Gott treu blieben, ehrten den Sabbat. Aber Kain und seine Nachkommen achteten nicht den Tag, an dem Gott geruht hatte. Sie wählten ihre Arbeits- und Ruhezeiten ohne Rücksicht auf Jahwes ausdrückliches Gebot ... Eine Zeit lang hielten sich die beiden Gruppen voneinander fern. Das Geschlecht Kains breitete sich von seinem ersten Wohnort über die Ebenen und Täler aus, wo zuvor die Kinder Sets wohnten.Diese wiederum zogen sich in die Berge zurück, um dem verderblichen Einfluss der Kainiten zu entgehen. Solange diese räumliche Trennung bestand, pflegten die Nachkommen Sets auch reinen Gottesdienst. Aber im Laufe der Zeit wagten sie, Verbindungen mit den Talbewohnern einzugehen. Das hatte schlimme Folgen. „Da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren.“ 1.Mose 6,2. Die jungen Kainitinnen fesselten Sets Söhne so sehr, dass sie sich mit ihnen verheirateten ohne zu bedenken, wie sehr dies Gott missfiel. Viele Anbeter Gottes erlagen den Verlockungen, die sie jetzt ständig vor Augen hatten. Sie ließen sich zur Sünde verleiten und verloren ihr besonderes, heiliges Gepräge ...

      Nahezu tausend Jahre lebte Adam als Zeuge für die Folgen der Sünde. Siehe 1.Mose 5,4.5. Treu suchte er, gegen die Flut des Bösen anzukämpfen ... Er sah die immer mehr um sich greifende Verdorbenheit, die schließlich den Untergang der Welt durch eine Flut herbeiführen musste. Das vom Schöpfer ausgesprochene Todesurteil (siehe 1.Mose 3,19) war ihm zuerst schrecklich erschienen. Nachdem er aber fast tausend Jahre lang die Folgen der Sünde hatte ansehen müssen, empfand er es als Gnade, als Gott seinem leidgeprüften und sorgenvollen Dasein ein Ende setzte. Patriarchen und Propheten 58-60[ergänzt].

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    • Sets Nachkommen weichen vom Plan Gottes ab, 2. Februar

      Set zeugte auch einen Sohn und nannte ihn Enosch. Zu der Zeit fing man an, den Namen des HERRN anzurufen. 1.Mose 4,26.

      Nachdem Gott Henoch in den Himmel geholt hatte (siehe 1.Mose 5,24), zogen die „Kinder der Menschen“, die die Anbetung Gottes ablehnten, etliche von den „Gottessöhnen“ auf ihre Seite. Siehe 1.Mose 6,1.2. Damals bildeten sich zwei Parteien von Menschen und so wird es bis zum Ende bleiben. Die Anbeter Gottes nannten sich „Söhne Gottes.“ Diese Nachkommen Sets gingen in die Berge und bauten sich dort Häuser, wo sie von den Nachkommen Kains getrennt waren. In ihrer Bergheimat meinten sie, sich vor der herrschenden Bosheit und dem Götzendienst der Nachkommen Kains abschirmen zu können. Doch nachdem ihnen Henoch mit seinen Ermahnungen und seinen Einfluss genommen war, begannen sie, sich mit den Nachkommen Kains zu verbinden.

      Hier möchte ich euren Gedanken einprägen, dass es immer zwei Parteien geben wird: die treuen Zeugen und die Gegner Gottes. Er hat für jeden Menschen, der auf dieser Erde lebt, einen Test und eine Prüfung vorgesehen.Es gibt immer Zeugen, die treu zu Gott stehen und seine Gerechtigkeit repräsentierten, und jene, die Gott entgegenstehen und die Herrschaft Satans repräsentieren. Es ist das Vorrecht aller, die diese beiden Parteien sehen, sich zu entscheiden, zu welcher Gruppe sie gehören wollen ...

      Die Nachkommen Sets hätten ihre Rechtschaffenheit vor Gott bewahren und einen rettenden Einfluss auf die Bewohner der vorsintflutlichen Welt ausüben können. Doch stattdessen begannen sie, sich an dem Sittenverfall zu beteiligen, der in den Tälern herrschte.

      Die Nachkommen Kains verachteten alle zeremoniellen Opfer, die das „Lamm Gottes“ darstellten, „das die Sünde der Welt wegnimmt“. Johannes 1,29 (EB) ... Hier erkennen wir die beiden Parteien, die in jenem degenerierten Zeitalter deutlich hervortraten. Nicht überall herrschte Sittenverfall, aber auch nicht überall Treue ...

      Die Nachkommen Kains traten das Gesetz Gottes mit Füßen. Sie beteten Götzen an und verehrten das Geschöpf anstelle des Schöpfers. Die Nachkommens Sets anerkannten die Macht des lebendigen Gottes, seine Regierung und sein Recht zu herrschen. Gott duldete die Verderbtheit und Bosheit dieser langlebigen Rasse so lange, bis er erklärte, dass er sie nicht länger ertragen wollte. Siehe 1.Mose 6,3. Er schickte seine Engel mit dem Auftrag zu Noah, ihm Gottes weitere Pläne mit den Bewohnern der alten Welt mitzuteilen. Siehe V. 13.17-19. Der treue „Prediger der Gerechtigkeit“ (2.Petrus 2,5) verkündete ihnen fortan die Botschaft, dass ihre Gnadenzeit in 120 Jahren zu Ende sein würde.
      Manuskript 86, 1886.

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    • Eine Zeit unübertroffener geistlicher Möglichkeiten, 3.Februar

      Aber obwohl sie Gott kannten, gaben sie ihm nicht die Ehre, die ihm zusteht, und dankten ihm nicht. Ihre Gedanken gingen in die Irre, und in ihren unverständigen Herzen wurde es finster. Römer 1,21 (GNB).

      Trotz der Bosheit der vorsintflutlichen Welt war das keine Zeit der Unwissenheit und Barbarei, wie oft vermutet worden ist. Die damaligen Menschen waren durchaus in der Lage, einen hohen sittlichen und geistigen Stand zu erreichen. Sie verfügten über erstaunliche Körper- und Geisteskräfte und ihre Vorteile, religiöse wie wissenschaftliche Erkenntnisse zu erlangen, waren unübertroffen. Es wäre falsch, aufgrund ihres hohen Alters auf eine späte geistige Reife zu schließen. Ihre Verstandeskräfte wurden früh entwickelt und alle, die Gott fürchteten und in Übereinstimmung mit seinem Willen lebten, nahmen ihr ganzes Leben lang noch zu an Weisheit und Erkenntnis. So wie das Lebensalter der Menschen [nach der Sintflut] abgenommen hat und ihre körperlichen Stärke sich verringerte, so haben auch die geistigen Kräfte nachgelassen ...

      Die Menschen vor der Flut hatten weder Bücher noch geschriebene Berichte, aber bei ihrer guten körperlichen und geistigen Verfassung ein hervorragendes Gedächtnis. Sie waren in der Lage, alles Mitgeteilte zu verstehen, zu behalten und es ihrerseits den Nachkommen unbeeinträchtigt zu überliefern ... Der Vorzug jener Menschen, damals Gotteserkenntnis durch seine Werke zu gewinnen, blieb bis heute unübertroffen. Es war demnach keine Zeit geistlicher Finsternis, sondern vielmehr großer Erkenntnis. Alle Menschen konnten sich von Adam unterrichten lassen und die Gottesfürchtigen wurden dazu von Christus und den Engeln unterwiesen ...

      Der Skeptizismus konnte die Existenz des Gartens Eden nicht bezweifeln, solange sein Eingang von wachsamen Engeln versperrt wurde. Siehe 1.Mose 3,24. Die Schöpfungsordnung, der Zweck des Gartens, die Geschichte der beiden Bäume, die so eng mit dem Schicksal des Menschen verbunden waren, blieben unbestrittene Tatsachen. Gottes Dasein und höchste Autorität sowie die Verbindlichkeit seines Gesetzes waren Wahrheiten, die Menschen nur zögernd in Frage stellten, solange Adam lebte [930 Jahre].

      Trotz der überhandnehmenden Gottlosigkeit gab es eine Reihe frommer, edler Männer, die durch die Gemeinschaft mit Gott geadelt wurden und wie in himmlischer Vertrautheit lebten. Sie besaßen einen überragenden Verstand und wunderbare Errungenschaften. Sie hatten einen großen und heiligen Auftrag: sie sollten einen rechtschaffenen Charakter entwickeln und eine Lektion der Frömmigkeit lehren — und das nicht nur ihren Zeitgenossen, sondern auch künftigen Generationen. Die Heilige Schrift nennt nur einige der hervorragendsten Männer. Aber Gott hatte zu allen Zeiten treue Zeugen und aufrichtige Anbeter.
      Patriarchen und Propheten 60-62 [überarbeitet].

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    • Mit wem gehst du? 4. Februar

      Können etwa zwei miteinander wandern, sie seien denn einig untereinander? Amos 3,3.

      Selbst einige von denen, die sich um die Herrschaft über Satan bemühen, entwickeln eine Neigung, Verkehrtes zu tun. Das Böse gewinnt die Oberhand über das Gute, weil sie nicht voll und ganz auf Christus vertrauen. Sie bleiben mit ihm nicht eng verbunden (siehe Johannes 15,4.5) und weil sie sich nicht genügend von Gott abhängig machen, zeigen sie Widersprüche in ihrem Charakter. Doch keiner ist gezwungen, solcherart Menschen als enge Gefährten zu wählen. Die Versuchungen des Lebens begegnen uns überall. Wer sich darüber beklagt, dass Gemeindeglieder kalt, stolz, hochmütig und Christus unähnlich wären, muss sich nicht mit solchen Leuten abgeben. Es gibt genügend andere, die warmherzig und selbstlos sind und sogar ihr Leben opfern würden, um andere zu retten. Deshalb soll keiner zum Ankläger der Gemeindeglieder werden. Lasst das Unkraut gemeinsam mit dem Weizen wachsen, denn Christus hat gesagt, dass es so sein soll. Siehe Matthäus 13,30. Allerdings ist niemand gezwungen, selbst Unkraut zu sein, nur weil es bei der Ernte nicht nur Weizen gibt.

      Wer das Leben und den Charakter Jesu ablehnt und ihm nicht ähnlich werden möchte, zeigt, dass er mit Gott nicht übereinstimmt. „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich“, erklärte Christus, „und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Matthäus 12,30. Wer Gott liebt, wird dessen Feinde nicht zu seinen Freunden machen. Die Frage wird gestellt: „Solltest du dem Gottlosen helfen und die lieben, die den HERRN hassen?“ 2.Chronik 19,2. Echte Christen werden enge Gemeinschaft mit Nicht-Christen nicht wählen.

      Wenn der Herr Menschen in dieser Welt eine besondere Stellung gibt, so wie damals Josef und Daniel, wird er auch dafür sorgen, dass sie nicht vom Bösen verdorben werden. Wir müssen das Gute vom Bösen unterscheiden können.Wir brauchen all die Unterstützung und Belehrung, die aus einem echten Glauben erwachsen. Wir müssen auf die biblischen Lehren hören, die frei von den Spitzfindigkeiten und Täuschungen des großen Betrügers sind. Wir müssen in einer geistlichen Atmosphäre leben, die so rein wie möglich ist, damit wir in das Haus unseres Charakters feste Stützbalken einziehen.

      Durch die Verbundenheit mit Menschen, die kein Vertrauen auf Gott haben, werden uns vom Meister der Täuschung unmerklich falsche Ideen in Verstand und Herz eingepflanzt. Willst du die Gemeinschaft mit Menschen wählen, die kein Interesse an Gott haben oder sich bewusst von ihm abgewandt haben und sein Gesetz offen übertreten? Willst du dich durch deine eigene Entscheidung von denen trennen, die Gott lieben? Willst du dich so weit vom Licht der Erkenntnis entfernen wie möglich? Das ist der Weg der Täuschung! Du wirst nie an einen Ort kommen, wo du zuviel Licht erhältst, aber weh denen, die sich eher für die Finsternis als für das Licht entscheiden!
      Manuskript 49, 1893.

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    • Henochs Erfahrung kann zu unserer Erfahrung werden, 5. Februar

      Jetzt haben sie alle den einen Vater: sowohl Christus, der die Menschen in die Gemeinschaft mit Gott führt, als auch die Menschen, die durch Christus zu Gott geführt werden. Darum schämt sich Christus auch nicht, sie seine Brüder [wörtlich: Geschwister] zu nennen.Hebräer 2,11 (Hfa).

      Über Henoch steht geschrieben, dass er 65 Jahre alt war, als er einen Sohn zeugte. Danach „wandelte er mit Gott“ 300 Jahre lang. 1.Mose 5,21.22. Schon vorher hatte Henoch Gott ernst genommen und geliebt und seine Gebote gehalten ... Doch nach der Geburt seines ersten Sohnes erreichte er eine höhere Erfahrung. Er wurde in eine noch engere Beziehung zu Gott gezogen und erkannte noch viel deutlicher seine Verpflichtungen und seine Verantwortung als ein Sohn Gottes ...

      Welch ein Segen, dass wir einen Henoch haben! ... Trotz der großen Verdorbenheit um ihn herum wandelte er mit Gott und sein Licht schien in jener verdorbenen Zeit. Und wenn Henoch unter derartigem Sittenverfall mit Gott wandeln konnte, warum können Männer und Frauen in der heutigen Zeit nicht ebenso eng mit ihm verbunden leben?

      Viele von uns kennen etwas von dieser Erfahrung. Wir fühlen uns sehr schwach, wenn wir trauern und Kummer haben, aber wissen wir auch, dass Jesus bei uns ist, mitfühlt und uns helfen wird. Wir können mit unserem besten Freund sprechen — er ist direkt an unserer Seite. Wir müssen nicht erst in den Himmel hinauffahren, um ihn herabzuholen (siehe Römer 10,6), denn er ist bei uns, um uns zu helfen.

      Wenn wir mit Menschen durch die Straßen gehen, die sich nicht um Gott oder himmlische Dinge kümmern, können wir ihnen von Jesus erzählen. Wir haben etwas Wertvolleres als sie, zu dem wir aufschauen können — Jesus. Er ist bei uns in diesem Zeitalter, in dem die moralischen Werte verfallen. Wir können ihm von dem Leiden unserer Seele erzählen, von der Bosheit der Welt und nichts von all dem muss uns aufhalten. Wir können mit Jesus sprechen.Wir können mit ihm genauso reden wie Henoch mit Gott sprach; er konnte seinem Herrn seine Versuchungen und Belastungen erzählen ...

      Henoch bildete einen rechtschaffenen Charakter. Das Ergebnis war: „Er wurde zu Gott entrückt und musste nicht sterben.“ Hebräer 11,5 (GNB). Wenn der Herr wiederkommt, wird es etliche geben, die ebenfalls verwandelt werden, ohne den Tod zu sehen (siehe 1.Korinther 15,51), und wir würden gern wissen, ob wir zu dieser Gruppe gehören. Wir möchten wissen, ob wir voll und ganz auf der Seite Gottes stehen — ob wir „Teilhaber der göttlichen Natur“ geworden sind und „dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen“ sind. 2.Petrus 1,4 (EB). Das erreichen wir nicht, indem wir versuchen, einen einfachen Weg zu gehen, auf dem uns keine Versuchungen und Schwierigkeiten begegnen, sondern indem wir uns in die rechte enge Beziehung zu Gott begeben und ihm es überlassen, für die Konsequenzen zu sorgen.
      Manuskript 83, 1886.

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    • Wie wandelte Henoch mit Gott? 6. Februar

      Öffne mir die Augen, damit ich die Wunder erkenne, die dein Gesetz enthält. Psalm 119,18 (Hfa).

      Könnten eure Augen geöffnet werden, würdet ihr nicht nur gute Engel sehen, die sich bemühen, Herzen zu beeindrucken, sondern auch böse Engel, die die Botschaft der Wahrheit Gottes wirkungslos zu machen versuchen. Solange wir in dieser Welt leben, sind wir gefährdet, es sei denn, wir bitten den Gott des Himmels beständig, uns vor dem Sittenverfall der Welt zu bewahren. Jesus hat uns gesagt, was in diesen letzten Tagen los sein wird.„Die Gesetzlosigkeit nimmt überhand“ (Matthäus 24,12, EB), doch alle, die sich dem Einfluss des Heiligen Geistes öffnen, werden genügend Stärke erhalten, um der Verdorbenheit dieses entarteten Zeitalters widerstehen zu können.

      „Henoch wandelte mit Gott“ 300 Jahre lang, bevor er in den Himmel entrückt wurde. 1.Mose 5,22.24. Damals waren die gesellschaftlichen Zustände nicht günstiger für die Vervollkommnung eines christlichen Charakters als heute.Und wie wandelte Henoch mit Gott? Er erzog seinen Verstand und sein Herz, um ständig zu spüren, dass er in der Gegenwart Gottes war. Wenn er in Unsicherheit geriet, betete er zu Gott um Bewahrung. Er weigerte sich, irgendeinen Weg einzuschlagen, der Gott missfallen würde. Er hielt sich „den Herrn allezeit vor Augen“. Psalm 16,8. Er betete: „Lehre mich deinen Weg, damit ich nicht in die Irre gehe. Siehe Psalm 119,33. Was soll ich tun zu deinem Wohlgefallen? Siehe Psalm 143,10. Wie soll ich dich ehren, mein Gott?“...

      Wir möchten mit David beten: „Öffne mir die Augen, damit ich die Wunder erkenne, die dein Gesetz enthält.“ Psalm 119,18 (Hfa). Viele schließen die Augen, damit sie die Wahrheit nicht erkennen. Sie möchten die Mängel in ihren Lebensgewohnheiten und ihrem Charakter nicht sehen und wenn du etwas von Gottes Gesetz erwähnst, fühlen sie sich gestört. Damit zeigen sie, dass sie ihren eigenen menschlichen Maßstab aufgestellt haben und ihr Wille nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt. Wir wünschen uns, dass ihr nicht von Satan getäuscht werdet, dem ersten Gegner des Gesetzes Gottes. Wir sollten uns bewusst sein, dass sein Gesetz der einzige Maßstab ist, nach dem er uns beurteilen wird. Siehe Jakobus 2,10-12 ... Am Anfang sagte Gott: „Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, uns ähnlich!“ 1.Mose 1,26 (EB). Doch die Sünde hat das sittliche Bild Gottes beinahe ausradiert. Deshalb kam Jesus in unsere Welt, um uns ein lebendiges Beispiel zu geben, damit wir wissen, wie wir auf den Wegen des Herrn leben können. Jesus war das Ebenbild des Vaters.Sein makelloser Charakter steht uns vor Augen. Dieses Beispiel sollen wir nachahmen. Wir müssen Jesus studieren, nachahmen und ihm folgen, dann werden wir seine Eigenschaften und Liebenswürdigkeit in unseren Charakter hineinbringen. Indem wir das tun, stehen wir durch den Glauben vor Gott, gewinnen im Konflikt mit den Mächten der Finsternis die Kraft der Selbstbeherrschung zurück und die Liebe zu Gott, die Adam verlor.
      Manuskript 6a, 1886; Sermons and Talks I, 31-34.

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    • Henochs Beispiel ist eine Herausforderung für uns heute, 7. Februar

      [Gott hat] „uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt, damit ihr durch [sie der] göttlichen Natur teilhaftig würdet, nachdem ihr dem in der Welt durch Begierde herrschendem Verderben entflohen seid.“ 2.Petrus 1,4 (Zürcher).

      Es war für Henoch in seiner Zeit nicht leichter, ein rechtschaffenes Leben zu führen, als es für uns heute ist. Damals war die Welt genauso wenig geeignet ein Wachstum in Gnade und Heiligkeit zu fördern wie heute. Aber Henoch widmete Zeit für das Beten und enge Gemeinschaft mit Gott und das machte ihn fähig, „dem Verderben [zu entfliehen], das durch die Begierde in der Welt ist“. 2.Petrus 1,4 (EB). Es war seine [Art der] Verehrung Gottes, die ihn für die Verwandlung geeignet machte. Siehe 1.Mose 5,24; Hebräer 11,5.

      Wir leben inmitten der Gefahren der Endzeit und müssen unsere Stärke aus derselben Quelle schöpfen wie Henoch. Wir müssen „mit Gott wandeln“. Das erfordert eine Trennung von der Welt. Wir können vor ihren verunreinigenden Einflüssen nur bewahrt bleiben, wenn wir dem Beispiel des treuen Henoch folgen und „mit Gott wandeln“. 1.Mose 5,22. Doch wie viele sind Sklaven „menschlicher Leidenschaften, [der] Gier nach Besitz und Macht [und einem] Leben voller Selbstgefälligkeit und Hochmut.“ 1.Johannes 2,16 (Hfa).Das ist der Grund, dass sie keine „Teilhaber der göttlichen Natur“ sind und nicht „dem Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist, entflohen“ sind.2.Petrus 1,4 (EB). Sie dienen und ehren sich selbst. Sie denken ständig: „Was soll ich essen und trinken? Was soll ich anziehen?“

      Viele reden über Opfer und Verzicht und haben keine Ahnung, was das ist.Sie haben nicht einmal den ersten Schluck davon gespürt. Sie sprechen über das Kreuz Christi und bekennen sich zum Glauben, aber sie haben keine Erfahrung darin „sich selbst (zu) verleugnen, (ihr) Kreuz auf sich (zu) nehmen“ (Matthäus 16,24) und es Jesus hinterher zu tragen [damit „unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt“ wird; Römer 6,6]. Hätten sie Anteil an der göttlichen Natur, würde derselbe Geist in ihnen wohnen wie in ihrem Herrn. Die gleiche Liebe, das gleiche Mitgefühl würde sich in ihrem Leben zeigen. Sie würden dann nicht darauf warten, dass die Notleidenden und Bedauernswerten zu ihnen kommen, und müssten nicht erst flehentlich gebeten werden, deren Leid wahrzunehmen. Es wäre für sie genauso natürlich, den Bedürftigen zu helfen und ihren Bedürfnissen zu dienen, wie es damals für Christus selbstverständlich war herumzuziehen und Gutes zu tun. Siehe Matthäus 25,35.36; 4,23.24.

      Jeder, der sich zur Religion Christi bekennt, sollte die Verantwortung erkennen, die auf ihm ruht. Alle sollten spüren, dass dies eine individuelle Aufgabe ist, ein persönlicher Kampf, und jeder für sich in seinem Alltagsleben Christus bezeugen muss. Wenn das jedem bewusst ist und jeder die Aufgaben anpackt, sind wir stark wie eine Armee mit erhobenen Fahnen. Die himmlische Taube [der Heilige Geist] wird über uns schweben, die „Sonne der Gerechtigkeit“ (Maleachi 3,20) uns bescheinen und das Licht der Herrlichkeit Gottes wird uns ebensowenig verschlossen bleiben wie damals Henoch.
      Manuskript 1, 1869; Sermons and Talks II, 5.6.


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    • Kanäle der Gnade Gottes, 8. Februar

      Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Matthäus 5,16.

      Der Heilige Geist wartet auf Kanäle, durch die er wirken kann. Wenn alle die Aufgabe anpacken, die ihnen übertragen ist, werden Tausende gerettet werden. Satan wird nicht immer triumphieren. Der Geist Gottes wird auf die Gemeinde ausgegossen werden, sobald die Gefäße aufnahmebereit sind ...Warum üben wir nicht mehr Glauben aus, damit sich die göttlichen Segnungen des Heiligen Geistes in großem Maß vermehren und menschliche Werkzeuge zahlreicher werden, damit die Herrlichkeit des Herrn offenbar wird?

      Mein lieber Sohn Edson, je demütiger du bleibst, je näher du Gott kommst und ihm zeigst, dass du ihm wie ein Kind vertraust, umso sicherer wirst du wandeln. Deine Kraft liegt vollständig bei Gott — und hängt von deinem schlichten und völligen Vertrauen ab. Die Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten müssen mehr durch den Glauben leben und weniger von Gefühlen abhängig sein ...

      Der besänftigende und beherrschende Einfluss des Geistes Gottes auf das Denken und das Herz der Menschen wird dazu führen, dass die wahren Kinder Gottes „mitsitzen in der Himmelswelt in Christus Jesus“. Epheser 2,6 (EB) ...Eine sanfte und selbstbeherrschende Gesinnung wird allen eigen sein, die auf Christus sehen. Die Liebe Jesu führt immer zu christlicher Freundlichkeit; sie veredelt die Sprache und reinigt die Ausdrucksweise. Dadurch zeigt sich, mit wem wir Gemeinschaft pflegen — dass wir wie Henoch „mit Gott wandeln“.1.Mose 5,22. Da gibt es keine stürmischen Ausbrüche, auch keine Schärfe, sondern die Sprache und die innere Haltung gleichen einem süßen Duft.

      Wir müssen uns intensiv mit dem Wort Gottes befassen. Es ist wie eine Mine mit kostbarem Gold. Viel davon wurde flüchtig angesehen, aber es muss noch tiefer gegraben werden, um die kostbareren Schätze zu bergen. Viele haben nur an der Oberfläche herumgestöbert in gleichgültiger, schlampiger Weise, während andere sorgfältiger suchen mit mehr Gebet und Ausdauer und verborgene wertvolle Schätze finden ...

      Lass dich nicht von dem beeinflussen, was andere sagen, denken oder tun.Du möchtest, dass Jesus in dir wohnt. Er liebt dich. Er hat dich mit den Seilen seiner Liebe zu sich gezogen. Siehe Jeremia 31,3. Lass deutlich werden, dass dein „Leben mit Christus in Gott verborgen ist“. Kolosser 3,3. Rede nicht vorschnell, benutze keine ordinären Worte oder Jargonausdrücke. Es soll deutlich werden, dass du dir des Begleiters bewusst bist, den du ehrst und dem du keine Schande bereiten möchtest. Denkt nur daran, liebe Kinder [Edson und seine Frau Emma]: wir sind Repräsentanten Christi! Zeigt seine Wesensart in euren Worten und in eurem Verhalten, damit andere „eure guten Werke sehen und Gott preisen“.
      Matthäus 5,16. Brief 171, 1897.*

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    • Persönliche Frömmigkeit und Mission miteinander verbinden, 9. Februar

      Bleibt fest in der Liebe Gottes und wartet geduldig auf den Tag, an dem euch unser Herr Jesus Christus in seiner Barmherzigkeit zum ewigen Leben führen wird. Judas 21 (Hfa).

      Wir sind Gottes Kinder und er unterrichtet uns über das, was heute ist und was in der Zukunft geschehen wird. Wachsames Warten und ernstes Aufsehen sind erforderlich, um sich auf die ernsten Ereignisse vorzubereiten, die bald stattfinden. Reife Männer und Frauen, die mit Christus verbunden sind, werden nicht die ganze Zeit passiv abwarten, nachdenken und Gott betrachten.Natürlich sollen wir ruhige Stunden mit Gebet und Nachsinnen verbringen, wenn wir uns von geschäftiger Hektik und Aufregungen zurückziehen, um mit Gott Gemeinschaft zu pflegen und von ihm seine Absicht für uns zu lernen.Doch darüber dürfen wir nicht vergessen, dass wir der Welt eine hoffnungsvolle Warnungsbotschaft bringen sollen.

      „Henoch wandelte mit Gott“ (1.Mose 5,22) und gleichzeitig verkündigte er den Bewohnern der damaligen Welt eine Warnungsbotschaft. Siehe Judas 14-15. Seine Worte und Taten und sein Vorbild der Frömmigkeit waren ein ständiges Zeugnis zugunsten der Wahrheit. In einer Zeit, die für die Entwicklung eines reinen, heiligen Charakters nicht förderlicher war als die heutige, gehorchte er stets Gottes Geboten. Damals wurde die Welt derart verdorben, dass der Herr sie durch eine Flut reinwaschen musste. Er stellte sie förmlich auf den Kopf, um sie von dem Sittenverfall zu befreien.

      Henoch war heilig, weil er mit Gott wandelte auf Gottes Weise. Er war für die Welt ein Beispiel derer, die bei Jesu Wiederkunft „auf den Wolken in die Luft entrückt werden“, um dort dem Herrn zu begegnen. 1.Thessalonicher 4,17.Auch wir sollen so sein wie Henoch. Die [Pflege der] persönlichen Frömmigkeit muss mit ernsten und energischen Warnungen und Appellen verbunden werden. Wir sollen auf das hinweisen, was ist und was danach schnell folgen wird. Uns wird gesagt: „Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt! Seid brennend im Geist! Dient dem Herrn!“ Römer 12,11. Wir müssen uns ernsthaft bemühen, unserem König den Weg freizumachen und ein Volk auf sein Kommen vorzubereiten. Siehe Lukas 3,4; 1,17. Unsere inneren Lampen müssen mit Öl gefüllt sein und brennen. Siehe Matthäus 25,1-8. Der Dienst für Gott fordert den ganzen Menschen: das Herz, den Verstand, die Seele und alle Kräfte. Rückhaltlos sollen wir uns Gott hingeben, damit wir „das Bild des himmlischen tragen“ statt „das Bild des irdischen“. 1.Korinther 15,49. Wir müssen sensibler werden, damit wir die Aufgabe richtig begreifen, die für alle Gruppen unserer Gesellschaft getan werden muss ... Wir sollen das Mitgefühl offenbaren, das der große Hirte hat (siehe Johannes 10,11), wenn er „die Lämmer in seinem Arm sammelt“ (Jesaja 40,11) und die ganze Herde sorgsam vor Schaden bewahrt, und sie auf sicheren Wegen führt. Wer Christus nachfolgt, soll dessen Mitgefühl und Anteilnahme zeigen und auch seine tiefe Sehnsucht, jene Wahrheiten weiterzugeben, die für den Empfänger ewiges Leben bedeuten.
      Brief 97, 1902; Manuscript Releases XII, 213.214.


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    • Überall mit Gott wandeln, 10.Februar

      Aber auch bei euch in Sardes sind einige, denen der Schmutz dieser Welt nichts anhaben konnte. Sie werden immer bei mir sein und weiße Kleider tragen; denn sie sind es wert. Offenbarung 3,4 (Hfa).

      Gerade die Männer und Frauen, die am meisten zu tun haben, haben es am nötigsten, sich immer Gott vor Augen zu halten.Siehe Psalm 16,8. Wenn Satan ihren Gedanken seine Vorschläge aufdrängt, können sie in das verborgene Zelt des Allerhöchsten hineingezogen werden, wenn sie ein „So spricht der Herr!“ schätzen. Die Verheißungen Gottes sind ihr Schutz. Mitten im Alltagsgetriebe und in aller geschäftigen Hektik werden sie einen stillen Rastplatz finden.Wenn sie Gott fest vertrauen, dann wird er ihr Ruheplatz sein.

      Nimm Gott überallhin mit.Seine Tür steht jedem seiner Söhne und Töchter offen. Der Herr ist jedem nahe, der ihn sucht. Siehe Jesaja 55,6. Warum sind viele in Versuchungssituationen auf sich selbst gestellt? Weil sie sich den Herrn nicht ständig vor Augen halten. Gerade dort, wo man am wenigsten an Gott denkt, musst du das Licht des Lebens mit dir tragen. Wenn du Gott aus den Augen verlierst, wenn dein Vertrauen wankt und die Verbindung unterbrochen ist, dann ist deine Seele in echter Gefahr. Du wirst deine Rechtschaffenheit nicht bewahren können.

      Der Herr ist unser Helfer und Verteidiger. Er hat dafür gesorgt, dass kein Mensch, der ihm vertraut, vom Feind überwunden werden soll. Siehe 1.Korinther 10,13 (EB). Christus ist seinen Nachfolgern genauso nahe, wenn sie gezwungen sind, in irgendeiner Weise mit der Welt zu verkehren, als wenn sie sich in seinem Haus versammeln, um ihn anzubeten. Denkt an diese Worte [Christi]: „Aber du hast einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben, die werden mit mir einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind‘s wert.Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ Offenbarung 3,4.5.

      Diese Worte gelten allen, die in Verbindung mit der Welt leben und deshalb Versuchungen und Einflüssen ausgesetzt sind, die täuschend und verführerisch sind. Während ihr Denken bei dem verweilt, der ihre Sonne und ihr Schutzschild ist, wird der Schmutz und die Finsternis ihrer Umgebung auch nicht einen Flecken oder eine Spur auf ihren Kleidern hinterlassen. Sie werden mit Christus wandeln. Sie werden beten, vertrauen und sich dafür einsetzen, dass Menschen gerettet werden, die am umkommen sind.Sie versuchen, die Fesseln zu sprengen, die Satan ihnen angelegt hat, und sie werden nicht zuschanden, wenn sie durch ihr Gottvertrauen Christus zu ihrem Freund und Gefährten machen.Der große Verführer wird ständig Versuchungen und Täuschungen anbringen, um das zu zerstören, was Gottes Mitarbeiter aufgebaut haben. Doch wenn sie auf Gott vertrauen, wenn sie von Herzen demütig und sanftmütig sind und auf dem Weg Gottes bleiben, wird sich der Himmel über sie freuen, denn sie werden den Sieg erlangen.
      Manuskript 97, 1898.

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    • Henochs Glaube war stets offensichtlich, 11. Februar

      Es hat aber auch von diesen geweissagt Henoch, der Siebente von Adam an, und gesprochen: „Siehe, der Herr kommt mit seinen vielen tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle und zu strafen alle Menschen für alle Werke ihres gottlosen Wandels.“ Judas 14-15.

      Henoch war ein engagierter Mitarbeiter Gottes. Er suchte sich kein leichtes und bequemes Leben. Er verbrachte seine Zeit auch nicht mit nutzlosem Grübeln oder dem Streben nach eigenem Glück. Er blieb den Festlichkeiten und Vergnügungen fern, die ständig die Aufmerksamkeit der Spaß-Liebenden in der vorsintflutlichen Welt gefangen hielt. Damals war das Denken vieler beherrscht von weltlichem Vergnügen — Vergnügen, die sie von Gott wegführten. Doch Henoch nahm das Leben ernst. Er schlenderte nicht müßig durch die Straßen und verweilte nicht an Orten, wo solche zweifelhaften Vergnügungen stattfanden, als wäre er ein unbekümmerter Weltmensch. Er beteiligte sich nie an oberflächlichen Gesprächen mit verdorbenen Leuten, als wäre er einer von ihnen. Er mischte sich nur als Gottes Botschafter unter Menschen, die sündigten oder die Bosheit bewusst förderten. Er warnte sie und bat sie dringend, sich von ihren bösen Gewohnheiten abzukehren, sie zu bereuen und Gott zu suchen.

      Henoch führte ein aktives, eifriges Leben der Selbstverleugnung. Er wandelte mit Gott in einer Welt, die so verdorben war, dass der Herr sie später durch die Sintflut zerstörte. Wenn er in Kontakt mit Gottlosen kam, war er zwar unter ihnen, aber keiner von ihnen, sondern jemand, dessen Absichten, Ziele, Taten und Hoffnungen ihre Wurzeln nicht nur in dieser Zeit, sondern in der Ewigkeit hatten. Er gab den klugen Leuten seiner Zeit keinen Grund, sein Bekenntnis und seinen Glauben anzuzweifeln. Durch ernste Worte und entschlossene Taten zeigte er, dass er von der Welt getrennt war. Siehe Johannes 17,14.18. Nach Phasen der Zurückgezogenheit mischte er sich wieder unter die Gottlosen, um sie zu ermahnen, sich vom Bösen abzuwenden und das Gute zu wählen. Als treuer Mitarbeiter Gottes versuchte er, sie zu retten. Er warnte die Welt. Er predigte den Glauben an den Messias, der die Sünder erlöst und ihre einzige Hoffnung ist.

      In diesem Sinne war Henoch ein Adventist. Er lenkte das Denken seiner Zuhörer auf den großen Tag Gottes, an dem Christus wiederkommen wird, um das Werk eines jeden einzelnen zu beurteilen. Siehe Judas 14-15; Matthäus 15,27... Wie Henoch müssen wir mit Gott wandeln und unseren Willen dem seinen unterordnen. Wir müssen bereit sein, dorthin zu gehen, wohin Jesus uns führt, und bereit sein, um seinetwillen zu leiden. Wir offenbaren die Echtheit unseres Glaubens, indem wir uns bemühen, Menschen zu retten, für die Christus gestorben ist, indem wir Schwierigkeiten bewältigen und uns „von der Welt unbefleckt halten“. Jakobus 1,27. Treue Christen suchen nicht den bequemsten Platz oder die leichteste Bürde. Sie sind dort zu finden, wo die Arbeit am schwersten und ihre Hilfe am nötigsten ist.
      Manuskript 36, 1902.

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    • Strebt immer die günstigste Lage an! 12. Februar

      Wir werden dann immer daran erinnert, mit welcher Selbstverständlichkeit ihr euren Glauben in die Tat umsetzt, mit welcher Liebe ihr für andere sorgt und mit welcher Hoffnung und Geduld ihr auf das Wiederkommen unseres Herrn Jesus Christus wartet. 1.Thessalonicher 1,3 (Hfa).

      Durch die Belehrungen, die uns im Alten und Neuen Testament gegeben werden, möchte Gott uns verständlich machen, dass wir uns und unsere Angehörigen nicht in vertrauliche Gemeinschaft mit Menschen bringen sollen, die in Gedanken, Worten und Taten verdorben sind. Wenn Mitarbeiter mit wenig Erfahrung in enge Beziehungen zu dieser Menschengruppe gestellt werden, besteht die Gefahr, dass sie sich diesen Leuten durch ständige Beobachtung anpassen und ihren Maßstab für Heiligkeit und Wahrheit absenken. Sie stehen in der Gefahr, dass ihnen die Verdorbenheit nicht mehr so abscheulich vorkommt, obwohl sie sie doch verändern wollen, und sie die Wahrheit mit dem vermischen, was gemein und niedrig ist ...

      Der Unterschied zwischen einem guten und einem bösen Menschen ist nicht immer auf eine natürliche Neigung zum Guten zurückzuführen. Wahre Güte ist das Ergebnis der Umwandlung der menschlichen Natur durch Gottes Macht.Durch das Vertrauen auf Christus können gefallene Menschen, die er freigekauft hat, jenen Glauben erhalten, „der durch die Liebe tätig ist“ (Galater 5,6) und die Seele von aller Befleckung reinigt. Siehe Apostelgeschichte 15,9.Dann erscheinen christusähnliche Eigenschaften, denn durch das Aufsehen auf Christus werden wir in sein Bild verwandelt. Siehe 2.Korinther 3,18 ...

      Wenn Menschen durch Umstände, die sie nicht beeinflussen können, gezwungen sind, sich dort aufzuhalten, wo sie von offener und ausgesprochener Bosheit umgeben sind, dann sollten sie daran denken, dass Gott und die Engel bei ihnen sind. Ihre einzige Sicherheit besteht darin, zu Jesus aufzublikken, dem „Anfänger und Vollender des Glaubens“. Hebräer 12,2.Ihre Eltern und Geschwister mögen auf der Seite des Feindes stehen, doch sie haben die Gewissheit, vom Herrn beschützt zu werden. Es mag ihr Leben kosten, dass sie für die Wahrheit einstehen, doch am Ende werden sie gerettet, während die Bösen umkommen ...

      Henoch ließ sich nicht bei boshaften Menschen nieder. Er wohnte nicht in Sodom, um die Bürger von Sodom zu retten. Er lebte mit seiner Familie dort, wo die Atmosphäre so unverdorben wie möglich war. Ab und zu ging er zu den anderen Leuten und brachte ihnen die Botschaft, die Gott ihm aufgetragen hatte. Jeder Besuch in dieser anderen Welt war für ihn schmerzhaft. Er sah und begriff etwas vom Aussatz der Sünde. Nachdem er seine Botschaft verkündet hatte, nahm er jedes Mal einige Menschen, die die Warnungsbotschaft angenommen hatten, an seinen zurückgezogenen Wohnort mit. Einige von ihnen wurden [durch Gott] zu Überwindern und starben, bevor die Flut kam. Doch andere hatten schon so lange unter dem verderblichen Einfluss der Sünde gelebt, dass sie Rechtschaffenheit nicht ertragen konnten.Sie bewahrten die Reinheit ihres Glaubens nicht, sondern fielen in ihre alten Gewohnheiten und Praktiken zurück.
      Manuskript 42, 1900.

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    • Jesus im Herzen tragen, 13. Februar

      [Jesus betete:] „Sie bleiben in mir und ich in dir: So sind wir vollständig eins. Und die Welt wird erkennen, dass du es bist, der mich gesandt hat, und dass du meine Jünger liebst, wie du mich liebst.“Johannes 17,23 (Hfa).

      Henoch dachte nicht nur viel [über Gott] nach, betete oft und legte die Rüstung der Wachsamkeit an, sondern nachdem er Gott angefleht hatte, ging er los, um die Ungläubigen anzuflehen. Er verbarg die Wahrheit nicht, um sich bei den Ungläubigen beliebt zu machen, denn so hätte er ihr Seelenheil vernachlässigt. Seine enge Beziehung zu Gott gab ihm den Mut, die Werke Gottes zu wirken. „Henoch wandelte mit Gott“ (1.Mose 5,22) und „er hat das Zeugnis gehabt, dass er Gott wohlgefallen habe“. Hebräer 11,5 (EB). Das ist das Vorrecht eines jeden Gläubigen heute, des Gläubigen, der bei Gott wohnt und bei dem Gott Wohnung nimmt. Siehe Johannes 14,23. „Ich in ihnen und du in mir“, sagt Jesus. Johannes 17,23. Mit Gott zu wandeln und das Zeugnis zu haben, ihm zu gefallen, ist eine Erfahrung, die nicht auf Henoch und Elia, auf die Patriarchen und Propheten sowie die Apostel und Märtyrer beschränkt bleiben soll. Es ist nicht das Vorrecht, sondern die Pflicht eines jeden, der Christus nachfolgt, Jesus im Herzen zu haben wie in einem Schrein und ihn mit in ihr Alltagsleben zu nehmen. Dann werden sie in der Tat Frucht bringen.Siehe Johannes 15,5.16 ..

      Viele, denen Gott Einfluss und Güter anvertraut hat, haben das Vorbild Christi aus den Augen verloren und folgen den Maßstäben dieser Welt statt dem Beispiel Jesu. Männer und Frauen, die mit viel Geld gesegnet wurden, mit Häusern und Grundstücken, erziehen ihre Kinder meist zu einem Leben der Faulheit und selbstsüchtigem Genießen. Dadurch werden sie nicht nur für dieses Leben unbrauchbar, sondern auch für das zukünftige ewige Leben ungeeignet. Christus gab den Menschen während seiner Erdenjahre ein ganz anderes Beispiel: In seiner Jugend arbeitete er mit seinem Vater im Handwerk des Zimmermanns. Doch den jungen Leuten von heute bringt man bei, der Wert eines Menschen hinge vom Besitz ab. Das sichere Ergebnis einer solchen Erziehung zeigt sich in dem Stolz, der Eitelkeit, der Vergnügungssucht und den sündigen Praktiken, die in unserer Zeit weit verbreitet sind.

      Wo es Untätigkeit in Fülle gibt, wirkt Satan mit seinen Versuchungen, um das Leben und den Charakter zu verderben. Wenn Jugendliche nicht zu nützlicher Arbeit erzogen werden, ob sie nun reich oder arm sind, dann sind sie in Gefahr, denn Satan wird für sie Beschäftigungen nach seinem Geschmack finden. Junge Leute, die nicht durch feste Prinzipien geschützt sind, betrachten die Zeit nicht als einen kostbaren Schatz, als ein von Gott anvertrautes Gut, für das jeder Mensch Rechenschaft ablegen muss. Auch Geld ist eine von Gott anvertraute Gabe. Es wird den Eltern nicht gegeben, um benutzt zu werden in extravaganter Weise den Stolz zu befriedigen und so sich selbst und ihre Kinder zu ruinieren, sondern damit sie über Mittel verfügen, um Not leidenden Menschen Gutes zu tun.
      Manuskript 43, 1900.


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    • Henoch hielt sich an Gottes Gesetz, 14. Februar

      Der Herr sah, dass die Menschen voller Bosheit waren. Jede Stunde, jeden Tag ihres Lebens hatten sie nur eines im Sinn: Böses planen, Böses tun. 1.Mose 6,5 (Hfa).

      Gott hatte eine erste Gemeinde, als Adam, Eva und Abel die gute Nachricht von Jesus, ihrem Retter, freudig begrüßten und annahmen. Sie haben damals das Versprechen Gottes und seine Gegenwart in ihrem Leben genauso erfahren wie wir es heute tun. Immer wenn Henoch ein oder zwei Leute fand, die bereitwillig die Botschaft annahmen, die er ihnen brachte (siehe Judas 14-15), kam der Sohn Gottes zu ihnen und vereinte sich mit ihnen in der Anbetung Gottes. Siehe Matthäus 18,20. Zur Zeit Henochs gab es unter den boshaften Erdbewohnern durchaus einige, die an Gott glaubten. Der Herr hat bis jetzt weder seine wenigen Getreuen ohne seine Gegenwart gelassen noch die Welt ohne einen seiner Zeugen.

      Henoch war in der Zeit, in der er lebte, ein öffentlicher Lehrer. Er verkündigte die Wahrheit und lebte sie aus. Der Charakter dieses Lehrers, der „mit Gott wandelte“ (1.Mose 5,24), entsprach in jeder Hinsicht seinem großen und heiligen Auftrag. Henoch war ein Prophet, der so redete, wie ihn der Heilige Geist trieb. Siehe 1.Petrus 1,10.11; 2.Petrus 1,21. Er war ein helles Licht inmitten der moralischen Finsternis, ... ein Mann, der mit Gott wandelte und seinem Gesetz gehorchte — dem Gesetz, dem Satan nicht gehorchen wollte, das Adam übertreten und Abel gehalten hatte und deswegen ermordet wurde. Und nun wollte Gott dem Universum demonstrieren, dass Satans Behauptung falsch war, Menschen könnten Gottes Gesetz nicht halten. Er wollte zeigen, dass Menschen, obwohl sie gesündigt haben, so eine Beziehung zu Gott haben können, dass sie die Gesinnung und den Geist Gottes haben und lebende Repräsentanten Christi sind. Henoch, dieser heilige Mann, wurde von Gott erwählt, die Bosheit der Welt öffentlich zu brandmarken und gleichzeitig der Welt zu beweisen, dass ein Mensch durchaus das ganze Gesetz Gottes halten kann ...

      Henoch wandelte mit Gott in einer Welt, von der die Bibel berichtet, „dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar.“ 1.Mose 6,5. Henochs rechtschaffenes Leben stand in krassem Gegensatz zu dem der boshaften Menschen um ihn herum. Seine Frömmigkeit, seine Reinheit und seine unerschütterliche Treue waren Folgen seines Wandels mit Gott. Die Bosheit der Menschen in der Welt um ihn war das Ergebnis ihres Wandels mit Satan, dem großen Betrüger ...

      Henoch war eine beispielhafte Persönlichkeit. Doch er wird [in der Bibel] nicht gelobt, und er wird nicht erhoben. Er tat einfach das, was jeder Sohn und jede Tochter Adams tun kann.
      Manuskript 43, 1900.

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    • Neu

      Sich in die Gegenwart Christi drängen, 15. Februar

      Früher war es auch in euch dunkel und finster ...; aber heute ist das anders: Durch Christus ist es licht und hell in euch geworden.Epheser 5,8 (Hfa).

      Wie denkst du über Christus? Was bedeutet er dir persönlich? Ist dein Gottvertrauen in ihm verankert? Hast du ihn als deinen Erlöser angenommen?Glaubst du, dass er dich von der Sünde erlöst und dir seine Gerechtigkeit zurechnet? Siehe Matthäus 1,21; Römer 4,5.

      „Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht.“ Johannes 3,19. Sie wollen nicht in das Licht treten, weil sie fürchten, dass ihre Taten getadelt werden.Viele Menschen haben diese Einstellung. Ihre Namen stehen auf der Gemeindeliste, sie beachten religiöse Zeremonien, aber sie haben keine „Liebe zur Wahrheit“. 2.Thessalonicher 2,10. Sie sind mit einem Platz vor der Tür zufrieden. Sie drängen sich nicht in die Gegenwart Christi, um mit ihm die Herrlichkeit seines königlichen Lebens zu teilen. Ihre Charaktere wurden nicht in Übereinstimmung mit der Wahrheit gebracht. Sie haben nicht den „Glauben, der durch die Liebe tätig ist“ (Galater 5,6) und die Seele reinigt. Siehe Apostelgeschichte 15,9. Üble Nachrede, böse Unterstellungen und unehrliche Taten werfen einen dunklen Schatten auf ihren Lebensweg. Ihr Gottvertrauen sinkt in diesen Schatten der Schande und sie spüren, dass sie von Christus getrennt sind. Sie tragen einen Stachel im Gewissen und fühlen sich in ihrem Leben verurteilt. Sie haben ein Verlangen, sich vor Gott zu verstecken. „Das Licht (ist) in die Welt gekommen“, aber sie „lieben die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Taten (sind) böse“. Johannes 3,19 ...

      Jetzt ist die Zeit, um unserer ewigen Interessen willen auf Christus zu vertrauen ... Er ist „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt.“ Johannes 1,29 (EB). Er sagt: „Ich will mein Gesetz ... in ihr Herz schreiben.“ Hebräer 8,10. Er erschafft in allen, die vertrauensvoll zu ihm kommen, das göttliche Prinzip der Heiligkeit, das in der Seele regiert und den Verstand erleuchtet. „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Matthäus 11,28.29. Das ist eine Einladung! So lud Gott Henoch ein, bevor die Welt durch die Flut zerstört wurde ... Christus war genauso Henochs Heiland, wie er unser Erlöser ist, und in seiner Macht konnte Henoch trotz der Verdorbenheit jenes entarteten Zeitalters einen christlichen Charakter vervollkommnen.

      Die Stimme, die zu uns sagt: „Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Dunkelheit umherirren“ (Johannes 8,12, Hfa), sagte dieselben Worte zu Henoch und versicherte ihm, dass er nicht in der Finsternis der Unwissenheit gehen müsse, wenn er dem Retter nachfolgt. Der Herr unterrichtete Henoch und machte ihn zu seinem Wächter. Er war ein treuer Zeuge für Gott. Er warnte die Bewohner der alten Welt davor, dem Beispiel der Nachkommen Kains zu folgen. Sie sollten lieber dem lebendigen Gott dienen.
      Manuskript 13, 1899.

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    • Neu

      Unser Glaube muss ständig wachsen, 16. Februar

      Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern [d.h. in Demut, siehe 2.Korinther 7,15]. Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen. Philipper 2,12.13 (EB).

      Das Wissen, dass wir Menschen Gott gefallen können, ist ein wunderbarer Anreiz uns ausdauernd und intensiv [um unsere Errettung] zu bemühen — mit Anstrengungen, die dem Wert des Zieles entsprechen, das wir erreichen wollen. „Wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.“ 1.Korinther 3,9 ... „Henoch wandelte mit Gott.“ 1.Mose 5,22. Er gab sich nicht mit seinem Umgang [mit anderen Menschen] zufrieden, sondern „wandelte mit Gott“. Er hat „Gott gefallen“. Hebräer 11,5. Dem Herrn gefällt es nicht, wenn seine Geschöpfe Sünder sind. Wir sollen immer mit Gott wandeln und von Jesus lernen, der jede Versuchung überwunden hat, die uns bedrängt. „Jesus Christus musste mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir, auch wenn er nie gesündigt hat.“ Hebräer 4,15 (Hfa).

      Der Herr zieht Menschen nahe an seine Seite. Er will mit ihnen gehen, mit ihnen arbeiten, will sie lehren, wie er als Mensch jede Versuchung überwand und wie sie durch die Vorkehrungen, die er getroffen hat, ebenso überwinden können. Siehe Hebräer 2,18. Bei jeder „Versuchung schafft (Gott) auch den Ausgang“ (1.Korinther 10,13, EB), wenn wir demütig mit Gott wandeln. „Ohne Glauben“-stets wachsenden Glauben — „ist es unmöglich Gott zu gefallen.“ Hebräer 11,6 ...

      Wir Menschen können in unserem gefallenen Zustand genau das tun, was Gott von uns erwartet — durch die Hilfe, die er uns bereitgestellt hat. Im Vertrauen auf den Sohn Gottes können wir unseren Weg gehen, arbeiten und leben. Gott hat keinen Gefallen an Menschen, die wie Tiere leben. Er hat die Menschen ihm ähnlich geschaffen. Siehe 1.Mose 1,26 (EB). Gott beabsichtigt, dass sie seinen Charakter besitzen, indem sie seinem Gesetz gehorchen, das der Ausdruck seines göttlichen Wesens ist. Der Herr hat ihnen Verstand, Vernunft und Gefühle gegeben. Diese Gaben wurden ihnen anvertraut, damit sie sie anwenden und ausbilden. Gott hat ihnen ein Gewissen gegeben, das sorgfältig gepflegt und wertgeschätzt werden soll. Er hat ihnen Erkenntnisse und Tugenden gegeben. Diese anvertrauten Fähigkeiten sollten den Vorrang einnehmen, den Gott ihnen zugewiesen hat.

      Der Herr erwartet von jedem, dass er die Fähigkeit zum Vertrauen anwendet.Es ist der eigentliche Kern des Christentums, dass man das Unsichtbare im Glauben ergreift und ständig die geistliche Tüchtigkeit in Anspruch nimmt, die wir in Christus finden. Wenn Menschen sich nicht ständig verbessern, indem sie Gottes Gaben anwenden, können sie unmöglich den Glauben haben, „der durch die Liebe tätig ist“ (Galater 5,6) und die Seele reinigt. Siehe Apostelgeschichte 15,9. Das Gewissen muss mit dem Leben und Charakter Gottes verbunden sein. Das meint es, mit Christus geistlich zu wandeln, „Teilhaber der göttlichen Natur“ zu sein und das „Verderben, das durch die Begierde in der Welt ist“, überwunden zu haben. 2.Petrus 1,4 (EB).
      Brief 195, 1899.

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