Christus ist Sieger - Tägliche Andachten

    • Der geliebte Jünger Johannes wird zum Autor der Offenbarung, 31. Oktober

      Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie durch seinen Engel gesandt und seinem Knecht Johannes kundgetan.Offenbarung 1,1.

      Nachdem Christus zum Himmel aufgefahren war, beunruhigte Johannes durch sein Zeugnis über Christus die [jüdischen] Autoritäten. Mit Vollmacht bezeugte er, dass Christus der auferstandene Erlöser war. Siehe Apostelgeschichte 4,1.2.13. Die Römer hatten Christus gekreuzigt, um die jüdischen Führer zufrieden zu stellen. Nun wollten sie ihnen einen weiteren Gefallen tun, indem sie Johannes dorthin brachten, wo seine Stimme weder von Juden noch von Heiden gehört werden konnte. Er wurde auf die Insel Patmos verbannt. Siehe Offenbarung 1,9.

      Offensichtlich ließ der Herr zu, dass seine Feinde triumphierten. So sah es dem äußeren Anschein nach aus. Doch Gottes Hand bewegte sich unsichtbar in der Finsternis. Gott ließ es zu, dass sein treuer Diener dorthin gebracht wurde, wo Christus ihm eine noch wunderbarere Offenbarung seiner selbst vermitteln konnte, um sie der Welt weiterzugeben ... Er war auf einer wüsten Insel verborgen, aber dort besuchte ihn Christus, gewährte ihm einen wundervollen Blick auf seine Herrlichkeit und ließ ihn wissen, was auf der Erde geschehen würde ... Johannes wurde der Gemeinschaft seiner Brüder beraubt, doch keiner konnte ihm das Licht und die Offenbarung Christi nehmen. Ein großes Licht sollte von Christus auf seinen Diener scheinen. Dieser geliebte Jünger hatte [schon] große Vorrechte genossen. Mit den anderen Jüngern war er mit Jesus durchs Land gezogen, hatte von ihm gelernt und sich seiner Worte erfreut ... Am heiligen Sabbattag zeigte sich der auferstandene Erlöser Johannes (siehe Offenbarung 1,10) und das Zeugnis, das damals gegeben wurde, gilt auch uns. Gott möchte, dass wir die Heilige Schrift durchforschen, damit wir wissen, was in den letzten Tagen der Weltgeschichte geschehen wird ...

      [Die Verse aus Offenbarung Kap. 1] geben ein kraftvolles Zeugnis, aber ihre wahre Bedeutung wird nur verschwommen wahrgenommen. Jeder, der in der Schrift forscht, sollte jedes einzelne Wort im ersten Kapitel der Offenbarung sorgfältig überdenken, denn jeder Satz und jedes Wort haben Gewicht und Konsequenzen.

      Dass Christus Johannes erschien, sollte allen — Gläubigen wie Ungläubigen — ein Beweis sein, dass wir einen auferstandenen Christus haben. Siehe Offenbarung 1,18. Das sollte der Gemeinde lebendige Kraft verleihen.Manchmal ziehen sich dunkle Wolken um Gottes Volk zusammen. Es scheint so, als wollten Unterdrückung und Verfolgung sie auslöschen. Doch in solchen Zeiten lernen wir am meisten. So wie die Sterne in den dunklen Nächten am hellsten strahlen, so werden die hellsten Lichtstrahlen der Herrlichkeit Gottes in der tiefsten Finsternis offenbart. Je dunkler der Himmel ist, um so klarer und markanter sind die Strahlen der „Sonne der Gerechtigkeit“ (Maleachi 3,20), unseres auferstandenen Erlösers.
      Manuskript 106, 1897.

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    • Gottes Botschaft an sein Volk, 1. November

      Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis bringen, um euch auf die Probe zu stellen. Zehn Tage lang werdet ihr leiden müssen.Doch wenn du mir [Christus] treu bleibst, treu bis zum Tod, werde ich dir den Preis des Siegers geben: das ewige Leben. Offenbarung 2,10 (Hfa).

      Johannes war mit dem Heiland während seines Dienstes auf der Erde eng verbunden gewesen. Er hatte seine wunderbaren Worte gehört und seine wundervollen Taten gesehen und deshalb konnte er davon ein klares Zeugnis geben. Er sprach aus einem vollen Herzen, das von Liebe zu Christus überfloss, und keine Macht konnte seine Worte bremsen ...

      Wie sein Meister wehrte sich auch Johannes nicht, als man ihn töten wollte.Als ihn seine Feinde in einen Kessel mit kochendem Öl warfen, dachten sie, sie würden nichts mehr von ihm hören. Doch als die Worte gesprochen wurden, die satanischen Ursprungs waren: „So sterben alle, die an den Betrüger Jesus Christus von Nazareth glauben“, erklärte Johannes: „Mein Herr hat sich geduldig all dem unterworfen, was Satan und seine Engel ersinnen konnten, um ihn zu demütigen und zu quälen. Er gab sein Leben hin, um die Welt zu retten. Er starb, damit wir leben können. Ich empfinde es als eine Ehre, um seinetwillen zu leiden. Ich bin nur ein schwacher, sündiger Mensch, doch Christus war ‚heilig, unschuldig, unbefleckt und von den Sündern geschieden‘.Hebräer 7,25. Er sündigte nicht, es ist auch ‚kein Betrug in seinem Munde gewesen‘.“ Jesaja 53,9. Die Worte des Johannes, die er sprach, während er von seinen Feinden gequält wurde, taten ihre Wirkung. Dieselben Leute, die ihn in den Kessel geworfen hatten, zogen ihn auch wieder heraus.

      Danach wurde Johannes auf die Insel Patmos verbannt (siehe Offenbarung 1,9), wo er von seinen Gefährten im Glauben getrennt war. Seine Feinde nahmen an, dass er dort durch die schwierige Lage und die Vernachlässigung zugrunde gehen würde. Doch Johannes fand selbst dort Freunde und konnte Menschen zu Gott führen. Und seine Feinde hatten gemeint, sie hätten den treuen Zeugen endlich an einen Ort gebracht, wo er die Juden oder die bösartigen Herrscher der Welt nicht länger beunruhigen konnte ...

      Christus, sein Vater und die himmlischen Engel waren die Gefährten des Johannes auf der Insel Patmos. Von ihnen bekam er Belehrungen, die er denen weitergab, die — wie er — von der übrigen Welt getrennt waren. Dort schrieb er die Visionen und Offenbarungen auf, die er von Gott empfing. In ihnen wird davon berichtet, was am Ende der Weltgeschichte geschehen würde. Wenn seine Stimme nicht länger für die Wahrheit eintreten konnte, wenn er nicht mehr von dem Einen zeugen konnte, den er liebte und dem er diente, dann sollten die Botschaften, die ihm an jener steinigen, unfruchtbaren Küste gegeben wurden, hinausgehen wie eine brennende Lampe. „Alle Nationen, Stämme, Sprachen und Völker“ (Offenbarung 14,6) würden die festen Absichten Gottes kennen lernen, die nicht nur die jüdische Nation, sondern alle Völker auf der Erde betrafen.
      Manuskript 150, 1899.

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    • Die Offenbarung ist ein offenes Buch für unser Studium, 2. November

      Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.Offenbarung 1,3.

      Viele haben die Ansicht vertreten, die Offenbarung wäre ein versiegeltes Buch und sie wollen keine Zeit für das Studium ihrer Geheimnisse investieren.Sie sagen, man solle lieber auf die Herrlichkeit der Erlösung sehen; die Geheimnisse, die Johannes auf der Insel Patmos offenbart wurden, seien demgegenüber weniger der Erwägung wert.

      Doch so betrachtet Gott dieses Buch nicht. Er erklärt [durch Johannes]: „Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben steht.“ Offenbarung 22,18.19 ...

      Der Herr offenbarte seinem Knecht Johannes die Geheimnisse dieses Buches mit der Absicht, dass sie von allen studiert werden können. In diesem Buch werden Szenen geschildert, die jetzt in der Vergangenheit liegen, und einige mit ewiger Bedeutung, die in unserer Zeit geschehen. Andere Prophezeiungen werden sich erst am Ende der Zeit vollständig erfüllen, wenn die letzte große Auseinandersetzung zwischen den Mächten der Finsternis und dem Fürsten des Himmels stattfinden wird ...

      Viele der Vorhersagen werden sich schnell hintereinander erfüllen. Die Geschichte wird sich wiederholen, alte Auseinandersetzungen werden zu neuem Leben erwachen und Gottes Volk wird von allen Seiten Gefahren ausgesetzt sein. Die Leute strömen zusammen, drängen sich und streiten um den Vorrang. Das, was alltäglich und vergänglich ist, fesselt ihre Aufmerksamkeit, so dass man kaum noch an ewige Interessen denkt.

      Menschen mit Energie, Eifer und Ausdauer werden alle ihre von Gott gegebenen Fähigkeiten dafür einsetzen, in Kooperation mit Satans Gewaltherrschaft das Gesetz Gottes unwirksam zu machen. Betrüger aus allen Gesellschaftsschichten und Klassen werden behaupten, verdienstvoll und zuverlässig zu sein. Das Gemeine und Unreine wird übertrieben werden gegenüber dem Wahren und Heiligen. Dadurch wird das Nachgemachte angenommen und der wahre Maßstab der Heiligkeit [das Gesetz Gottes] abgetan, [ähnlich] wie damals von Adam und Eva das Wort Gottes abgetan wurde und sie die Lüge Satans glaubten.
      Manuskript 143, 1901.

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    • Das Zeugnis Jesu offenbart Gottes ewige Liebe, 3.November

      Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse in der Drangsal und dem Königtum und dem Ausharren in Jesus, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen. Offenbarung 1,9 (EB).

      Durch einen „Bruder und Mitgenossen in der Bedrängnis“ (Offenbarung 1,9) offenbarte Christus seinem Volk den schrecklichen Konflikt, den sie vor seiner Wiederkunft durchmachen müssen. Bevor ihnen die Szenen ihres bitteren Kampfes eröffnet werden, werden sie daran erinnert, dass andere Gläubige diesen [Leidens-]Kelch ebenfalls getrunken haben und mit der [Leidens-]Taufe getauft wurden. Siehe Markus 10,38. Gott, der diese früheren Zeugen seiner Wahrheit stärkte und ermutigte, wird sein Volk auch in der letzten Auseinandersetzung nicht verlassen.

      Es war eine Zeit bitterer Verfolgung und großer Finsternis, in der Satan scheinbar über die treuen Zeugen Gottes triumphierte, als Johannes trotz seines fortgeschrittenen Alters zur Verbannung verurteilt wurde. Er wurde von seinen Glaubensgeschwistern getrennt und von seinem Missionswerk abgeschnitten, doch er war nicht von Gottes Gegenwart getrennt. Der wüste Ort seines Exils erwies sich ihm als Tor des Himmels. Er sagt: „Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn“ — dem heiligen Tag, den Gott gesegnet und als sein Eigentum abgesondert hat (siehe 1.Mose 2,3; Jesaja 58,13) — „und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: ‚Was du siehst, das schreibe in ein Buch ...‘ Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich.“ Offenbarung 1,10-13 ... Christus wandelte inmitten der goldenen Leuchter. Dadurch wird seine enge Beziehung zu den Gemeinden symbolisiert. Siehe V. 20. Er ist in Verbindung mit seinem Volk ... Obwohl er der Hohepriester und Mittler im himmlischen Heiligtum ist (siehe Hebräer 8,1.2), geht er doch inmitten der Gemeinden auf der Erde auf und ab ...

      Als der Heilige Geist erneut auf dem Propheten ruhte, sieht er „eine Tür aufgetan im Himmel“ und hört eine Stimme, die ihn aufruft, die Dinge zu betrachten, die danach geschehen werden. Offenbarung 4,1. Er schreibt: „Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder und ein Regenbogen war um den Thron.“ V. 2.3. Gott war von dienenden Engeln umgeben, die nur darauf warteten, seinen Willen auszuführen. Johannes sah um den Thron Gottes den Regenbogen der Verheißung, der das Zeichen seines Bundes mit Noah war (siehe 1.Mose 9,12.13) — ein Versprechen der Gnade Gottes für jeden, der seine Schuld bereut und an Christus glaubt. Er ist ein ewiges Zeugnis dafür, dass „Gott die Welt [so sehr] geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Johannes 3,16. Damit wird der ganzen Welt erklärt, dass Gott sein Volk im Kampf mit dem Bösen nicht vergessen wird.
      Manuskript 100, 1893.


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    • Christi Werk für unsere Rettung wird beschrieben, 4.November

      Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda ... Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet. Offenbarung 5,6.

      Der Erlöser wurde Johannes als „Löwe von Juda“ und als „geschlachtetes Lamm“ bildhaft dargestellt. Hierin drückt sich das gesamte Erlösungswerk aus.Diese Symbole zeigen die Einheit von allmächtiger Kraft und selbstaufopfernder Liebe. Als „Löwe von Juda“ wird Christus seine Auserwählten verteidigen und sie siegreich herausführen, weil sie ihn als „Lamm Gottes“ annehmen, „das die Sünde der Welt wegnimmt“. Johannes 1,29 (EB). Christus, das geschlachtete Lamm, das verachtet und abgelehnt wurde, das Opfer des Zornes Satans und der Schmähungen und Grausamkeiten von Menschen — wie mitfühlend war seine Anteilnahme mit seinem Volk, das noch in der Welt war. Und genauso tief, wie seine Demütigung und seine Opferbereitschaft als „Lamm Gottes“ war, genauso groß wird auch seine Macht in Herrlichkeit als der „Löwe von Juda“ sein, wenn er sein Volk befreit.

      Johannes wurden die großen Ereignisse in der Zukunft eröffnet, die die Herrschaft von Königen erschüttern und alle irdischen Mächte zum Zittern bringen werden. Er sah die letzten Szenen der Weltgeschichte, die Aufrichtung der Herrschaft dessen, der „König aller Könige“ (Offenbarung 19,16) sein wird und „dessen Reich ewig ist“. Daniel 7,27 ... Er sah, wie Christus die Huldigung aller himmlischen Engel entgegen nahm (siehe Offenbarung 5,11.12) und hörte das Versprechen, dass Gottes Volk — welch eine Trübsal auch über sie kommen würde — „in allem überwinden [wird] durch den, der [sie] geliebt hat“ (Römer 8,37; siehe auch Offenbarung 7,14), wenn sie nur geduldig ausharren würden ...

      Johannes war nun darauf vorbereitet, die spannenden Szenen zu sehen in der großen Auseinandersetzung zwischen denen, „die Gottes Gebote halten“ (Offenbarung 12,17) und denen, die Gottes Gesetz unwirksam machen wollen.Er sah eine wunderwirkende Macht aufsteigen, die alle Erdenbürger verführen würde, die nicht mit Gott verbunden sind. Sie „sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.“ Offenbarung 13,11-14 ... Über die Menschen, die Gott treu bleiben und sich nicht den Gesetzen irdischer Herrscher beugen, die gegen die Autorität des himmlischen Königs gerichtet sind, sagt der Autor der Offenbarung: „Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.“ Offenbarung 14,12 (EB).

      Diese Lehren dienen zu unserem Nutzen. Wir müssen unser Vertrauen auf Gott gerichtet halten, denn es steht uns eine Zeit bevor, die jeden Menschen auf die Probe stellen wird. Christus erzählte auf dem Ölberg von den furchtbaren Gerichten, die seiner Wiederkunft vorangehen werden. Siehe Matthäus 24,6-13.29.30 ... Diese Vorhersagen erfüllten sich teilweise bei der Zerstörung Jerusalems, doch sie besitzen eine direktere Anwendung auf die letzten Tage.
      Manuskript 100, 1893.

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    • Christi Werk für unsere Rettung wird beschrieben, 4. November

      Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda ... Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet.Offenbarung 5,6.

      Der Erlöser wurde Johannes als „Löwe von Juda“ und als „geschlachtetes Lamm“ bildhaft dargestellt. Hierin drückt sich das gesamte Erlösungswerk aus. Diese Symbole zeigen die Einheit von allmächtiger Kraft und selbstaufopfernder Liebe. Als „Löwe von Juda“ wird Christus seine Auserwählten verteidigen und sie siegreich herausführen, weil sie ihn als „Lamm Gottes“ annehmen, „das die Sünde der Welt wegnimmt“. Johannes 1,29 (EB). Christus, das geschlachtete Lamm, das verachtet und abgelehnt wurde, das Opfer des Zornes Satans und der Schmähungen und Grausamkeiten von Menschen — wie mitfühlend war seine Anteilnahme mit seinem Volk, das noch in der Welt war.Und genauso tief, wie seine Demütigung und seine Opferbereitschaft als „Lamm Gottes“ war, genauso groß wird auch seine Macht in Herrlichkeit als der „Löwe von Juda“ sein, wenn er sein Volk befreit.

      Johannes wurden die großen Ereignisse in der Zukunft eröffnet, die die Herrschaft von Königen erschüttern und alle irdischen Mächte zum Zittern bringen werden. Er sah die letzten Szenen der Weltgeschichte, die Aufrichtung der Herrschaft dessen, der „König aller Könige“ (Offenbarung 19,16) sein wird und „dessen Reich ewig ist“. Daniel 7,27 ...Er sah, wie Christus die Huldigung aller himmlischen Engel entgegen nahm (siehe Offenbarung 5,11.12) und hörte das Versprechen, dass Gottes Volk — welch eine Trübsal auch über sie kommen würde — „in allem überwinden [wird] durch den, der [sie] geliebt hat“ (Römer 8,37; siehe auch Offenbarung 7,14), wenn sie nur geduldig ausharren würden ...
      Johannes war nun darauf vorbereitet, die spannenden Szenen zu sehen in der großen Auseinandersetzung zwischen denen, „die Gottes Gebote halten“ (Offenbarung 12,17) und denen, die Gottes Gesetz unwirksam machen wollen. Er sah eine wunderwirkende Macht aufsteigen, die alle Erdenbürger verführen würde, die nicht mit Gott verbunden sind. Sie „sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.“ Offenbarung 13,11-14 ... Über die Menschen, die Gott treu bleiben und sich nicht den Gesetzen irdischer Herrscher beugen, die gegen die Autorität des himmlischen Königs gerichtet sind, sagt der Autor der Offenbarung: „Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.“ Offenbarung 14,12 (EB).

      Diese Lehren dienen zu unserem Nutzen. Wir müssen unser Vertrauen auf Gott gerichtet halten, denn es steht uns eine Zeit bevor, die jeden Menschen auf die Probe stellen wird. Christus erzählte auf dem Ölberg von den furchtbaren Gerichten, die seiner Wiederkunft vorangehen werden. Siehe Matthäus 24,6-13.29.30 ... Diese Vorhersagen erfüllten sich teilweise bei der Zerstörung Jerusalems, doch sie besitzen eine direktere Anwendung auf die letzten Tage.
      Manuskript 100, 1893.


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    • Wir sind verantwortlich für die Erkenntnis, die wir erhalten haben, 6. November

      Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dorthin schmal. Nur wenige finden ihn. Matthäus 7,14 (GNB).

      Der sanfte, geliebte Jünger [Johannes] schrieb: „Wer sagt: ‚Ich kenne [Christus]‘ und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner und in dem ist die Wahrheit nicht.“ 1.Johannes 2,4. Das Wort Gottes ist klar und deutlich. Es ist eine gefährliche Sache, sich als ein Nachfolger Jesu zu bekennen, ihn aber in seinen Taten zu verleugnen, indem man einer seiner Forderungen gegenüber gleichgültig ist.

      Die Geschichte der Reformation lehrt uns, dass die Gemeinde Christi niemals zu einem Stillstand kommen und aufhören soll, sich zu reformieren. Gott steht an der Spitze und sagt zu ihr wie damals zu Mose: „Geht voran!“ „Sage den Israeliten, dass sie weiterziehen!“ 2.Mose 14,15. Gottes Werk geht voran. Schritt für Schritt kommt sein Volk vorwärts durch Konflikte und Prüfungen zum endgültigen Sieg. Die Kirchengeschichte lehrt uns, dass Gottes Volk vorbereitet sein soll für neue Einsichten, für sich eröffnende Wahrheiten, die in seinem Wort offenbart sind. Die Geschichte des Fortschritts der Wahrheit inmitten von Irrtum und geistiger Finsternis zeigt uns, dass Gottes Wahrheit von der Mehrheit weder geschätzt noch begehrt wird. Wer in der Reform voranging und der Stimme Gottes — „Geht voran!“ — gehorchte, war Opposition, Folter und dem Tod ausgesetzt. Im Angesicht von aufgesperrten Gefängnissen und angedrohter Folter und Tod schätzten sie die Wahrheit für ihre Zeit als so wichtig ein, dass sie lieber ihr Leben opferten als ihren Glauben. Ihr Leben war ihnen nicht wichtig, wenn es für die Wahrheiten Gottes geopfert wurde. Die Wahrheit ist in unserer Zeit genauso wichtig, wie sie es in den Tagen der Märtyrer war ... Was wäre geschehen, wenn die Menschen in der Zeit Luthers ihren Ungehorsam gegenüber Gottes Forderungen mit den Argumenten entschuldigt hätten: „Gott ist zu gnädig, um mich dafür zu verurteilen, dass ich diese unpopuläre Wahrheit nicht annehme. Unsere Glaubenslehrer und unsere religiösen Führer nehmen sie auch nicht an. Ich riskiere es, Gottes Gesetz zu übertreten, weil die Welt es ablehnt ... Ich bin mit meiner Religion zufrieden ...Ich wage es, mit der Masse zu gehen.“

      Wenn ich mit der Masse mitlaufe, sagt mir die Bibel, dass ich auf der breiten Straße gehe, die zum Tod führt. Siehe Matthäus 7,13. Der König des Himmels sagte: „Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind‘s, die ihn finden!“ V. 14. Wir sind verantwortlich für die Erkenntnis, die als Licht in unserer Zeit scheint. Christus weinte über Jerusalem, weil sie die Zeit ihrer Heimsuchung nicht erkannte. Siehe Lukas 19,41-43. Die widerliche Undankbarkeit, der hohle Formalismus und die heuchlerische Unaufrichtigkeit von Jahrhunderten riefen diese Tränen nicht mehr unterdrückbaren Schmerzes in den Augen Jesu hervor.
      Brief 35, 1877.

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    • Die Gefahr der Gleichgültigkeit gegenüber dem Licht der Erkenntnis, 7.November

      Die Menschen werden gerichtet, weil das Licht zwar in die Welt gekommen ist, sie aber die Finsternis mehr lieben als das Licht. Denn alles, was sie tun, ist böse. Johannes 3,19 (Hfa).

      [Jesus stellt] den Verlust eines Menschen als Katastrophe dar, zu der im Vergleich der Gewinn der ganzen Welt bedeutungslos ist. Siehe Matthäus 16,26 ...Jerusalem ist ein Symbol für jeden, der die gegenwärtigen Vorrechte vernachlässigt und das Licht zurückweist, das Gott ihm gesandt hat. Sind die Ratschläge Gottes geschätzt worden? Sind die Aufrufe und Warnungen seiner Diener akzeptiert worden?Sind Einwände [gegen Irrtümer] beachtet worden? Würde doch ein jeder für sich die goldenen Gelegenheiten „dieser Zeit“ nutzen, damit nicht das Wort [von Christus] ergeht: „Aber nun ist‘s vor deinen Augen verborgen.“ Lukas 19,42. Wenn uns heute Licht [der Erkenntnis] scheint, sollen wir es annehmen, wertschätzen und entsprechend handeln ohne erst darauf zu warten, ob bedeutende Leute oder Gelehrte es akzeptieren ...

      Christus sagte: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ Matthäus 5,17 ... Jesus schaute in die zukünftigen Jahrhunderte und erkannte, dass die Christenheit einmal denken und lehren würde, dass der Tod Christi das Gesetz des Vaters abgeschafft hätte. Deshalb macht er eine klare Aussage, damit jeder Bescheid weiß, der in dieser Sache nicht getäuscht werden will ...Viele sind gestorben, ohne den Sabbat gehalten zu haben. Sie waren gute Menschen und lebten die Erkenntnis aus, die sie hatten. Sie konnten nicht für Licht verantwortlich sein, das sie nie hatten. Wir müssen uns für das Licht verantworten, das in unserer Zeit scheint. Es wäre töricht, wollten wir unsere Übertretung des göttlichen Gesetzes damit entschuldigen, dass gute Menschen in früherer Zeit es auch nicht hielten ...

      Es ist gefährlich, dem Licht [göttlicher Wahrheit] gegenüber gleichgültig zu sein. Wenn angeblich große und gute Menschen dem Gesetz Gottes nicht gehorchen, ist das für uns Grund genug, es ebenfalls zu übertreten? ... Es waren Schriftgelehrte, Volksführer, Priester und Männer in religiösen Ämtern, solche, die meinten, ihre Gerechtigkeit wäre allen anderen überlegen (siehe Lukas 18,10-12), die Christus verfolgten. Diese frommen Heuchler waren die schlimmsten Feinde Jesu ...Es waren die Lehrer des Volkes, die Jesus verspotteten, als er am Kreuz hing. Siehe Matthäus 27,41-43.

      Die bekennenden Christen von heute, die Licht zurückweisen, werden in keiner günstigeren Position sein als die Juden zur Zeit Jesu und werden keinesfalls denen vorgezogen, die das Licht der Wahrheit annehmen und wertschätzen. Wenn die Juden damals gewusst hätten, dass Jesus der Fürst des Lebens war, hätten sie ihn nicht gekreuzigt. Siehe 1.Korinther 2,8; Apostelgeschichte 3,15.17.Doch warum wussten sie das nicht? Weil sie jeden Beweis zurückwiesen, der ihnen zeigte, dass Christus wirklich der Messias war ...[Die bekennenden Christen] werden die [treuen] Gläubigen als ein kleines, schwaches Volk ansehen, als Fanatiker, und werden spöttisch über sie reden.
      Brief 35, 1877.

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    • Die Verfolgung in den ersten Jahrhunderten, 8. November

      Wieder andere wurden verhöhnt und gefoltert, weil sie an Gott festhielten. Man legte sie in Ketten und warf sie ins Gefängnis. Hebräer 11,36 (Hfa).

      Als Jesus seinen Jüngern das Schicksal Jerusalems und die Szenen seiner Wiederkunft offenbarte, sagte er ihnen auch von der Erfahrung seines Volkes voraus — von der Zeit seiner Himmelfahrt an bis zu seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit zu ihrer Befreiung. Vom Ölberge aus sah der Heiland die Stürme, die über die apostolische Gemeinde hereinbrechen würden. Sein Auge drang weiter in die Zukunft und sah die grimmigen, verwüstenden Stürme, die seine Nachfolger in den kommenden Jahrhunderten der Finsternis und Verfolgung erschüttern würden ...

      Die Geschichte der Urgemeinde zeugt von der Erfüllung der Worte des Heilands. Die Mächte der Erde und der Hölle vereinigten sich gegen Christus in der Person seiner Nachfolger ... Man beraubte Christen ihrer Besitztümer und vertrieb sie aus ihrem Zuhause ... Viele besiegelten ihr Zeugnis mit ihrem Blut ...

      Unter den ärgsten Verfolgungen hielten diese Zeugen für Jesus ihren Glauben rein ... Mit Worten des Glaubens, der Geduld und der Hoffnung ermutigten sie einander, Entbehrungen und Bedrängnis auszuhalten. Der Verlust aller irdischen Segnungen vermochte sie nicht zu zwingen, ihrem Glauben an Christus abzusagen. Prüfungen und Verfolgungen waren nur Stufen, die sie ihrer Ruhe und ihrem Lohn näher brachten ...

      Vergeblich waren Satans Anstrengungen, die Gemeinde Christi durch Gewalt zu zerstören. Der große Kampf, in dem die Jünger Jesu ihr Leben hingaben, hörte nicht auf, als diese treuen Bannerträger auf ihrem Posten fielen.Durch ihre Niederlage blieben sie Sieger. Gottes Mitarbeiter wurden erschlagen, doch sein Werk ging ständig voran. Das Evangelium wurde weiter verbreitet und die Zahl seiner Anhänger wuchs ständig ... Ein Christ [der Kirchenvater Tertullian] erklärte, als er den heidnischen Herrschern Vorhaltungen machte, die die Verfolgung eifrig betrieben: „Ihr könnt uns foltern, kränken und quälen. Eure Boshaftigkeit stellt unsere Schwäche auf die Probe, aber eure Grausamkeit bringt euch nichts. Sie wirkt nur als umso stärkere Einladung, die andere dazu bringt, unsere Überzeugung zu teilen. Je mehr wir niedergemäht werden, um so mehr werden wir neu ausschlagen. Das Blut der Christen ist ein Same.“ [Apologeticum, Kap. 50]

      Tausende wurden eingesperrt und umgebracht, aber andere sprangen in die Bresche und füllten ihre Plätze.Und die um ihres Glaubens willen den Märtyrertod erlitten, waren nun in Christus sicher und wurden von ihm als Überwinder angesehen. Sie hatten „den guten Kampf gekämpft“ und werden die Krone der Herrlichkeit empfangen, wenn Christus wiederkommt. 2.Timotheus 4,7.8. Die Leiden, die die Christen erduldeten, brachten sie einander und ihrem Erlöser näher.
      The Spirit of Prophecy IV, 39-42 fast identisch mit: Der große Kampf 39-42.

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    • Die Urgemeinde wurde von Satans Nachfolgern verdorben, 9. November

      Trotzdem habe ich etwas an dir auszusetzen: Du unternimmst nichts gegen diese Isebel, die sich als Prophetin ausgibt. Durch ihre Lehre verführt sie die Gläubigen zu einem zügellosen Leben und ermuntert sie, ohne Bedenken das Fleisch der Götzenopfer zu essen. Offenbarung 2,20 (Hfa).

      Das Beispiel [der Märtyrer] in ihrem Leben und die Bestätigung [ihres Glaubens] in ihrem Sterben waren ein ständiges Zeugnis für die Wahrheit. Wo man es am wenigsten erwartet hätte, verließen Satans Untertanen seinen Dienst und stellten sich unter das Banner Christi ..

      Der große Gegner versuchte nun mit List zu erreichen, was er mit Gewalt nicht geschafft hatte. Die Verfolgungen hörten auf und an ihre Stelle traten die gefährlichen Verlockungen irdischen Wohlstandes und weltlicher Ehre.Götzendiener wurden veranlasst, einen Teil des christlichen Glaubens anzunehmen, während sie andere wichtige Wahrheiten ablehnten. Sie erklärten, Jesus als den Sohn Gottes anzunehmen und an seinen Tod und seine Auferstehung zu glauben, aber sie waren nicht von ihrer Schuld überführt und spürten kein Bedürfnis, [ihre Sünden] zu bereuen oder ihr Denken zu ändern. Zu einigen Zugeständnissen bereit, schlugen sie vor, dass auch Christen Konzessionen machen sollten, damit sich alle auf der gemeinsamen Plattform des Glaubens an Christus vereinen konnten.

      Nun war die Gemeinde in einer furchtbaren Gefahr, gegen die im Vergleich dazu Gefängnis, Folter, Feuer und Schwert Segnungen waren. Einige dieser Christen blieben standhaft und erklärten, sie könnten keine Kompromisse machen. Andere meinten, wenn sie einige Züge ihres Glaubens aufgeben oder verändern würden und sich mit denen vereinigen, die das Christentum nur teilweise angenommen hatten, könnte das ein Mittel für ihre vollständige Bekehrung sein ... Unter dem Deckmantel eines angeblichen Christentums schlich sich Satan selbst in die Kirche ein, um den Glauben [der Christen] zu verfälschen und ihren Verstand vom Wort der Wahrheit abzulenken.

      Schließlich senkte der größere Teil der Christenheit seine Maßstäbe und eine Verbindung zwischen Christentum und Heidentum kam zustande. Obwohl die Götzenanbeter behaupteten, bekehrt zu sein und sich der Kirche anschlossen, hielten sie doch an ihrem Götzendienst fest. Sie wechselten nur die Gegenstände ihrer Anbetung [von Götterdarstellungen] zu Bildern von Jesus, ja sogar von Maria und den Heiligen. Der faule Sauerteig des Götzendienstes, der auf diese Weise in die Kirche gelangte, setzte sein unheilvolles Werk fort. Falsche Lehren, abergläubische Gebräuche und götzendienerische Zeremonien wurden in ihren Glauben und ihren Gottesdienst einverleibt. Als sich die Nachfolger Christi mit Götzendienern vereinten, wurde die christliche Religion verdorben und die Kirche verlor ihre Reinheit und Kraft.Allerdings gab es etliche, die durch diese Täuschungen nicht irregeführt wurden.
      The Spirit of Prophecy IV, 42-43fast identisch mit: Der große Kampf 42.43.

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    • Es gibt zwei Klassen von Nachfolgern Christi, 10.November

      Dann wird es mit dem Reich [Gottes] sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und ausgingen dem Bräutigam [Christus] entgegen. Fünf aber von ihnen waren klug und fünf töricht. Matthäus 25,1.2 (EB).

      Unter denen, die vorgaben, Christi Nachfolger zu sein, hat es immer zwei Klassen gegeben. Während die eine das Leben des Heilands erforscht und sich ernsthaft bemüht, die eigenen Fehler zu korrigieren und dem Vorbild Jesu ähnlich zu werden, scheut die andere die klaren, praktischen Wahrheiten, die ihre Irrtümer bloßstellen. Selbst in ihrer besten Verfassung bestand die Gemeinde nicht nur aus treuen, reinen und aufrichtigen Menschen. Unser Heiland lehrte, dass die, welche absichtlich der Sünde frönen, nicht in die Gemeinde aufgenommen werden sollen. Siehe Matthäus 18,15.17. Aber er verband sich mit Männern, die Charakterfehler hatten, und gewährte ihnen den Nutzen seiner Lehren und seines Beispiels, damit sie Gelegenheit hatten, ihre Fehler einzusehen und zu korrigieren.

      Unter den zwölf Aposteln gab es einen Verräter.Judas wurde nicht wegen, sondern trotz seiner Charakterfehler aufgenommen. Er wurde mit den Jüngern verbunden, damit er durch die Unterweisung und das Vorbild Christi lernen konnte, was einen christlichen Charakter ausmacht. Auf diese Weise sollte er dahin geführt werden, seine Fehler einzusehen, sie zu bereuen und mit Hilfe der göttlichen Gnade Gottes seine „Seele durch den Gehorsam gegen[über der] Wahrheit ... [zu] reinigen“.1.Petrus 1,22 (EB). Aber Judas wandelte nicht in dem Licht, das ihm so gnädig schien. Indem er der Sünde frönte, lud er die Versuchungen Satans ein.Siehe Johannes 12,4.6.Seine schlechten Wesenszüge wurden vorherrschend. Er überließ finsteren Mächten die Herrschaft über sein Denken. Er wurde wütend, wenn seine Fehler getadelt wurden, und so wurde er [schließlich] dazu gebracht, das furchtbare Verbrechen, seinen Meister zu verraten, zu begehen. Siehe Johannes 13,2; Matthäus 26,24.25. In ähnlicher Weise hassen alle, die unter einem frommen Mantel Böses hegen und pflegen, diejenigen, die ihren Frieden stören, indem sie ihren sündigen Wandel verurteilen. Wenn sich ihnen eine günstige Gelegenheit bietet, werden sie — wie Judas — diejenigen verraten, die versucht haben, sie zu ihrem Besten zurechtzuweisen.

      Auch die Apostel begegneten in der Gemeinde Menschen, die sich zur Frömmigkeit bekannten, während sie im Geheimen Unredlichkeit hegten. Ananias und Saphira handelten wie Betrüger: Sie gaben vor, Gott ein vollständiges Opfer zu bringen, obwohl sie habgierig einen Teil davon zurückhielten. Siehe Apostelgeschichte 5,1-10 ...Als [später] Prüfungen und Verfolgungen über die Nachfolger Christi hereinbrachen, wollten nur noch solche seine Jünger werden, die bereit waren, um der Wahrheit willen alles aufzugeben.Dadurch blieb die Gemeinde vergleichsweise rein, solange die Verfolgung andauerte.Doch als sie aufhörte, kamen Neubekehrte in die Gemeinde, die weniger aufrichtig und hingebungsvoll waren. So wurde Satan der Weg eröffnet, [in ihr] Fuß zu fassen.
      The Spirit of Prophecy IV, 44.45 (fast identisch mit: Der große Kampf 43.44).


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    • Sie werden auch euch verfolgen, 11.November

      Alle, die in der Bindung an Jesus Christus ein Leben führen wollen, das Gott gefällt, werden Verfolgungen erleiden. 2.Timotheus 3,12 (GNB).

      Herodes und die boshaften Amtsträger brachten den Gerechten um, doch Christus tötete nie jemanden. Daher können wir den Geist der Verfolgung auf seinen Urheber Satan zurückführen, denn Menschen wünschen sich Gewissensfreiheit. Der Teufel ist ein Betrüger und Lügner, ein Mörder und „Verkläger der Brüder“. Siehe Johannes 8,44; Offenbarung 12,10. Er liebt es, menschliches Elend zu sehen und jubelt über Verzweiflung. Wenn wir die grausamen Verfolgungen derer betrachten, die Gott gemäß ihrem Gewissen gehorchen wollten, so erkennen wir darin das Wirken des „Geheimnisses der Bosheit“.2.Thessalonicher 2,7. Der Herr sagte zu Satan, jener „alten Schlange“ (Offenbarung 12,9): „[Evas] Nachkomme ... soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihn [Christus] in die Ferse stechen.“ 1.Mose 3,15. Christus zermalmte den Kopf der Schlange in spezieller Weise, aber diese Prophezeiung reicht weiter. Es ist die Ankündigung einer unermüdlichen Auseinandersetzung zwischen Christus und seinen Nachfolgern und Satan mit seinen Engeln und menschlichen Werkzeugen auf dieser Erde bis zum Ende der Zeit. Dieser Kampf wurde gegen den Sohn Gottes eröffnet. Er wurde bedrängt, verachtet und abgelehnt, „ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut“. Jesaja 53,3 (EB). Die Majestät des Himmels musste immer wieder den Schauplatz seiner Arbeit verlassen, weil Satan „ihm in die Ferse stach“. Schließlich erreichte Satans Boshaftigkeit ihren Höhepunkt, als er die Gemüter böser Menschen dazu bewegen und so sehr kontrollieren konnte, dass sie Jesus kreuzigten. Er hat den Kindern Gottes seit jeher nachgestellt und ihnen Elend und Tod gebracht ... Jesaja, Daniel und Johannes haben diese Kämpfe und Unterwerfungen vorausgesagt, die Gottes Volk durchmachen muss, und den Triumph Satans in seinen scheinbaren Siegen.

      Die Feindseligkeiten Satans werden auch weiterhin gegen die Nachfolger Jesu gerichtet sein ... Wo immer das Böse in der Ablehnung des Lichtes und der Wahrheit und in der Abkehr vom lebendigen Gott existiert, wird es sich gegen die Gerechten und Gehorsamen verbünden.Gefallene Engel und gefallene Menschen vereinen sich in einer verzweifelten Gemeinschaft. Das ist die Verbindung, die die Verfolger der Gläubigen eingegangen sind. Satan rechnete damit, dass er die Menschen als Verbündete in seiner Unternehmung gegen den Himmel hätte, wenn er sie verführen konnte, wie er damals die Engel getäuscht und verführt hatte, in seinem Kampf mitzumachen ...

      Die Wahrheit bringt keine Auffassungen, die mit Traditionen und Legenden vermischt sind. Die Religion Jesu Christi präsentiert die Wahrheit rein und unverdorben. Sie hält jeder Untersuchung stand und, wer aufrichtig nach Wahrheit sucht, wird sie finden. Wahre Religion erregt die Gedanken und Gefühle nicht, sondern appelliert an den Verstand und den Willen. Sie entwickelt sich ständig und erhebt sich immer höher himmelwärts.
      Manuskript 62, 1886.


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    • Die Grundsätze der Reformation sollen heute hochgehalten werden, 12.November

      Schreib alles auf, was du siehst — was die Gegenwart und was die Zukunft betrifft. Offenbarung 1,19 (GNB).

      Das Prinzip, das wir in dieser Zeit hochhalten sollen, ist dasselbe, das von den Anhängern des Evangeliums zur Zeit der großen Reformation vertreten wurde. Als sich die Fürsten 1529 beim Reichstag zu Speyer versammelten, sah es so aus, als würde die Hoffnung der Welt zerstört. Dieser Versammlung wurde das Edikt des Kaisers vorgelegt, das die religiöse Freiheit einschränkte und verbot, die Lehren der Reformation weiter zu verbreiten ...

      Angelegenheiten, die für die Welt bedeutungsvoll waren, hingen von der Handlungsweise einiger Glaubenshelden ab. Die Anhänger der Reformation trafen sich und beschlossen einmütig: „Wir erheben Einspruch gegen diesen Erlass. In Gewissensangelegenheiten hat die Mehrheit keine Macht.“ Sie unterzeichneten eine Protestnote und übergaben sie den versammelten [Reichs-] Staaten ..

      In der letzten Auseinandersetzung hat Gott das Banner der Wahrheit und der Religionsfreiheit, das die Reformatoren hochhielten, unseren Händen anvertraut.Wer von ihm mit der Erkenntnis seines Wortes beschenkt wurde, ist für diese große Gabe verantwortlich. Wir sollen Gottes Wort als höchste Autorität anerkennen. Wir müssen selbst seine Wahrheiten annehmen. Das ist eine individuelle Entscheidung. Und wir werden diese Wahrheiten nur dann wertschätzen können, wenn wir sie für uns selbst, durch eigenes Studium des Wortes Gottes erforscht haben ...

      Die protestantischen Kirchen haben inzwischen Lehren angenommen, die das Wort Gottes verurteilt. Sie werden diese in den Vordergrund stellen und dem Gewissen des Volkes aufzwingen, so wie damals zur Zeit Luthers die päpstlichen Autoritäten ihre Dogmen den Vertretern der biblischen Wahrheit aufdrängten. Derselbe Kampf wird erneut ausgetragen werden und jeder Mensch wird dazu aufgerufen sein zu entscheiden, auf welche Seite der Auseinandersetzung er oder sie stehen will.

      Wenn Menschen nicht bereit sind, die Wahrheit einzusehen und anzunehmen, weil das ein Kreuz beinhaltet, dann öffnen sie die Tür für Satans Versuchungen. Er wird sie dazu führen, wie damals Eva in Eden, einer Lüge zu glauben. Siehe 2.Thessalonicher 2,10.11. Die Wahrheit, durch die sie geheiligt werden konnten, wird beiseite geschoben. Stattdessen nimmt man die angenehme Täuschung an, die vom Zerstörer der Seelen präsentiert wird.

      Häufig liegen die kostbarsten Wahrheiten anscheinend dicht neben folgenschweren Irrtümern. Christus hat allen innere Ruhe verheißen, die von ihm lernen. Siehe Matthäus 11,29. Scharen von Menschen übersehen, dass diese Ruhe nur gefunden wird, indem wir Christi Joch [des Gehorsams und der Dienstbereitschaft] auf uns nehmen und seine Last tragen und dabei seine Sanftmut und Demut besitzen. Siehe V. 29.30;
      Manuskript 100, 1893.

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    • Den Unterschied zwischen Gottvertrauen und Anmaßung verstehen, 13. November

      Auch von Übermütigen halte deinen Knecht zurück; lass sie mich nicht beherrschen! Dann bin ich tadellos und bin rein von schwerem Vergehen. Psalm 19,14 (EB).

      Die großartige Wahrheit, dass wir uns zur Erlösung völlig auf Christus verlassen müssen, liegt dem Irrtum der Anmaßung sehr nahe. Die Freiheit in Christus (siehe Galater 5,1.13) wird von Tausenden irrtümlich für Gesetzlosigkeit gehalten. Weil Christus kam, um uns vom Verdammungsurteil des Gesetzes zu erlösen (siehe Galater 3,13), erklären viele, dass das Gesetz selbst abgeschafft worden sei und dass alle, die es halten, „aus der Gnade gefallen“ seien. Galater 5,4. Weil Wahrheit und Irrtum so nahe beieinander liegen, werden alle, die sich nicht vom Heiligen Geist leiten lassen, dahin gebracht, den Irrtum anzunehmen, und begeben sich dadurch unter die Macht der Täuschungsmanöver Satans. Indem er die Menschen dahin geführt hat, Irrtum als Wahrheit anzunehmen, wirkt er darauf hin, sich die Gunst der protestantischen Welt zu sichern. Jeder Mensch muss vor seinen Listen auf der Hut sein. Wir müssen regelmäßige Bibelleser sein und der Heiligen Schrift gehorchen ... Jeder sollte sich aufrichtig fragen: „Was ist Wahrheit?“ Wenn wir gegen die falschen Lehren bestehen wollen, die uns jetzt überall begegnen und die Gottes Wahrheit in eine Lüge verwandeln, brauchen wir die himmlische Salbung [den Heiligen Geist] ...

      Jene frühen Reformatoren, deren Proteste uns den Namen Protestanten gegeben haben, wussten, dass Gott sie berufen hatte, der Welt das Licht des Evangeliums zu bringen, und sie waren bereit, ihren Besitz, ihre Freiheit und ihr eigenes Leben zu opfern. Sind wir in der letzten Auseinandersetzung des großen Kampfes ebenso treu gegenüber dem uns anvertrauten Gut [der Wahrheit]? ... Luthers Schreibfeder war eine Macht. Seine Schriften, die überallhin verbreitet wurden, wühlten die Welt auf. Dieselben Mittel haben wir auch heute zur Verfügung und dazu noch viel mehr Möglichkeiten. Bibeln und Veröffentlichungen in vielen Sprachen, die die Wahrheit für diese Zeit darstellen, stehen uns zur Verfügung und können leicht in jeden Teil der Welt getragen werden ...

      Die Wahrheit muss an den dunklen Orten der Erde verkündet, Widerstände müssen überwunden werden. Ein großes Werk liegt vor uns und wer die Wahrheit kennt, sollte sich in seiner Fürbitte um Hilfe einsetzen. Siehe Matthäus 9,37.38 ... Der Geist Christi muss auf sie ausgegossen werden und sie müssen sich darauf vorbereiten, im Gericht [Gottes] zu bestehen. Wenn sie sich Gott ganz hingeben, werden ihre Bemühungen, anderen die Wahrheit zu bringen, von großer Überzeugungskraft begleitet sein. Wir dürfen nicht länger auf Satans verzaubertem Boden schlafen, sondern müssen all unsere Hilfsmittel requirieren und alle Gelegenheiten nutzen, die uns die Vorsehung gegeben hat ... Uns ist dabei versprochen: „Ich [Christus] bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ Matthäus 28,20 (EB).
      Manuskript 100, 1893

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    • Sei treu bis zum Tod!, 14. November

      Er wird dich behüten wie eine Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt. Seine Treue schützt dich wie ein starker Schild. Psalm 91,4 (Hfa).

      Der Körper von Jan Hus wurde verbrannt. Das Konzil hatte alles Mögliche gegen den Mann unternommen, dessen einziges Verbrechen darin bestand, dass er das Konzil von Konstanz nicht als unfehlbare Instanz annehmen konnte. Er wollte dessen Urteil nicht über die Stimme Gottes in seinem Wort setzen. Doch Gott wird die Vergangenheit wieder aufrollen und alle Gerichtsverfahren in Erinnerung rufen, ob nun jemand verurteilt oder begnadigt wurde ... Die Biografie dieses gerechten Mannes gehört zu den kostbarsten Schätzen, die die Gemeinde besitzt. Wir haben den Nutzen von den Berichten, die uns von den Machenschaften des Bösen erzählen im Gegensatz zu den Taten derer, die in all den Jahrhunderten „von einem jedem Wort (lebten), das aus dem Mund Gottes geht“. Matthäus 4,4.

      Dieser Erfahrungsschatz ist uns als kostbares und wertvolles Vermächtnis hinterlassen worden. Wenn sich die Geschichte wiederholt, wenn die großen Männer und Frauen der Erde auf ihrer Suche nach Licht, Wahrheit und Beweisen die Bibel links liegen lassen, wenn menschliche Gesetze über die Gebote Gottes gestellt werden und wenn es als Verbrechen betrachtet wird, Gott mehr zu gehorchen als den bürgerlichen Gesetzen (siehe Apostelgeschichte 5,29), dann können wir einen Weg gehen, auf dem uns schon viele vorangegangen sind.

      Der Herr stützt seine treuen [Zeugen] bis zum Ende. Das sollte uns ermutigen. Den Gerechten in allen Zeitaltern soll es die Zuversicht geben, dass der Herr sich nicht ändert. Die Aussagen des Wortes Gottes und die Genauigkeit, mit der Gott sie in der Geschichte zur Erfüllung brachte — beide geben uns Gewissheit und Unterweisung von größtem Wert ... Die Lebensgeschichte des Jan Hus steht da als ein Zeugnis, wie ein Denkmal, das die Aufmerksamkeit der Welt auf die Verheißung lenkt: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Offenbarung 2,10. In den Geschichtsbüchern der Völker lebt Hus immer noch. Sein gottesfürchtiges Verhalten und sein standhafter Glaube, sein reines Leben und seine Gewissenhaftigkeit, mit der er der ihm eröffneten Wahrheit folgte, das alles wollte er nicht aufgeben, selbst um einem grausamen Tod zu entgehen. Dieser triumphale Tod wurde vom ganzen Himmel mit angesehen, vom gesamten Universum. Satan stach dem Nachkommen der Frau in die Ferse, doch durch die Hinrichtung des Jan Hus wurde ihm der Kopf zertreten. Siehe 1.Mose 3,15 ...Auf den Zinnen des Himmels drängen sich Scharen von Engeln, die die Auseinandersetzung der Menschen mit dem Fürsten der Finsternis beobachten ... Mit großer Anteilnahme schauen sie zu und warten, ob ein Kind Gottes, das gejagt, verwirrt, verfolgt, verrraten, geschmäht und verurteilt wird wie sein Meister, zum Himmel aufsieht und um Kraft bittet. Der Himmel wartet darauf, dass wir seine Hilfsangebote in Anspruch nehmen.
      Manuskript 38, 1887.

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    • Dem Gewissen zu folgen, brachte Jesu Nachfolger in Lebensgefahr, 15. November

      Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Psalm 121,1.2 (EB).

      Wir fuhren [mit der Eisenbahn] durch die Schweiz. Als die Wagen [des Zuges] langsam voran rollten, konnten wir die Landschaft in Ruhe betrachten ...

      Hier, zwischen den Felsen und Höhlen, hatte der Herr ein Versteck für sein Volk bereitet. Diese Kapellen, die hoch über den steilen Felsen gebaut sind, die für Menschen unzugänglich erscheinen, waren so angeordnet, um Sicherheit und Schutz zu bieten. Sie erinnern uns, dass es eine Zeit gab, in der Gottes Kinder leiden mussten, weil sie — wie einst Daniel — sich in ihren Herzen vorgenommen hatten, Gott nach den Vorschriften ihres eigenen Gewissens anzubeten. Siehe Daniel 6,11. Sie konnten nicht erlauben, dass irgendjemand ihr Gewissen sein sollte. Sie fühlten sich sicherer in der Wildnis der Felsen und Berge, wo wilde Tiere wohnten, als sich der Gnade von Menschen anzuvertrauen, die von einer falschen Religion und satanischem Eifer angesteckt waren, menschliche Gebräuche und Traditionen aufrechtzuerhalten, die im direkten Widerspruch zur Religion der Bibel standen. Diese Leute waren grausam wie blutdurstige Wölfe und wollten alle ausrotten, die es wagten, von den Lehren des Papsttums abzuweichen [z. B. die Waldenser]. Diese Männer und Frauen nahmen die Bibel — und nur die Bibel — als ihre Grundlage, bis deren herrliche Lichtstrahlen menschliche Traditionen aus ihrem Weg räumten und sie den Weg des Herrn deutlich erkannten ...

      Der „Mensch der Bosheit“ [2 Th 2,3, gemeint ist das Papsttum] ist das Werkzeug Satans. Er benutzt seine erfinderischen Fähigkeiten. Dann müssen sich die Nachfolger Jesu auf einen Kampf auf Leben und Tod einstellen. Die kirchlichen Autoritäten, verbunden mit den staatlichen Behörden, machten sich an die Arbeit, das Gewissen zu verkrüppeln, um selbst für jeden das Gewissen sein zu können. Wer davon abweicht und diesen großen Männern der Welt in ihrem religiösem Glauben und ihrer [Art der] Anbetung widerspricht, wird endlose Fragen aufwerfen und sein Licht nicht für sich behalten können [das wussten die treuen Gläubigen]. Je mehr sie über diese Frage nachdachten, umso mehr erkannten sie, was alles damit zusammenhing, menschlichen Traditionen den Rücken zu kehren und sich dem Wort Gottes zuzuwenden. Doch sie mussten sich der Auseinandersetzung stellen und sich davon nicht durch den Selbsterhaltungstrieb angesichts enormer Gefahren und Risiken abhalten lassen. Der Erlöser der Welt hatte ihnen in seinem Leben ein Vorbild gegeben.
      Manuskript 52, 1886.


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    • Gott offenbart seine Geheimnisse in jedem Zeitalter, 16.November

      [Daniel sagte:] „Aber es gibt einen Gott im Himmel, der das Verborgene ans Licht bringt. Dieser Gott hat dich, König Nebukadnezar, in die fernste Zukunft blicken lassen.“ Daniel 2,28 (Hfa).

      In vergangenen Zeitaltern hat der Gott des Himmels seine Geheimnisse den Propheten eröffnet und das tut er immer noch. Siehe Amos 3,7. Die Gegenwart und die Zukunft liegen klar vor ihm und er zeigt seinen Knechten, was in der Zukunft geschehen soll. Der Allwissende überblickte die Zeitalter und sagte durch seine Propheten den Aufstieg und Fall von Königreichen voraus, Jahrhunderte bevor die Ereignisse stattfanden. Siehe Daniel 7/8. Die Stimme Gottes hallt durch die Zeitalter und sagt den Bewohnern der Erde, was geschehen wird. Könige und Fürsten nehmen zur festgesetzten Zeit ihre Plätze ein. Sie meinen, sie würden ihre eigenen Absichten ausführen, doch in Wirklichkeit erfüllen sie die Vorhersagen, die Gott durch seine Propheten übermittelt hat ...

      Die Ungläubigen und Gottlosen erkennen die Zeichen der Zeit nicht. Sie mögen sich aus Unwissenheit weigern, die inspirierten Berichte anzuerkennen.Doch wenn angebliche Christen spöttisch über die Wege und Mittel sprechen, die der große „Ich bin“ (2.Mose 3,14, EB) angewandt hat, um seine Pläne und Absichten bekannt zu machen, dann zeigen sie, dass sie „weder die Schrift noch die Kraft Gottes“ kennen. Matthäus 22,29 ... Der Christ, der die Wahrheit annimmt — und zwar die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit —, wird die biblische Geschichte in ihrer wahren Bedeutung erfassen. Die Vergangenheit, die Geschichte des jüdischen Volkes von seiner Entstehung an bis zum Ende, die [oft] verächtlich und spöttisch als „dunkle Zeiten“ abgetan wird, wird beim Studium immer mehr Licht zu Tage fördern.

      Die Worte von Menschen versagen und wer sich von ihren Beteuerungen abhängig macht, hat guten Grund zum Zittern, denn sie werden eines Tages Schiffbruch erleiden. Aber Gottes Wort ist unfehlbar und bleibt ewig ... Gott lebt und regiert. Seine Herrlichkeit ist nicht beschränkt auf einen Tempel, der von Menschenhänden gebaut ist. Siehe Apostelgeschichte 17,24. Er hat den Himmel nicht gegenüber seinem Volk verschlossen. So wie Gott zur Zeit des jüdischen Volkes seine Geheimnisse seinen Knechten, den Propheten, offenbart hat, so tut er es auch in unserem Zeitalter.

      Das Standbild, das Nebukadnezar in einer nächtlichen Vision gezeigt wurde (siehe Daniel 2,28-34), stellt die Königreiche der Welt dar. Die Metalle des Bildes, die die verschiedenen Reiche symbolisieren, nehmen an Wert und Reinheit immer mehr ab. „Das Haupt dieses Bildes war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, seine Schenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen, teils aus Ton.“ V. 32.33 (EB).So nahmen also die Königreiche, die durch sie dargestellt wurden, im Wert ab ... Hätten sie sich stets die Ehrfurcht vor Gott vor Augen gehalten, hätte er ihnen Weisheit und Kraft gegeben, die sie [die Reiche Europas] miteinander verbunden und stark erhalten hätte.
      Manuskript 39, 1899.

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    • Gott ruft uns auf, Kinder des Lichts zu sein, 17.November

      Als Christen sind wir Kinder des Lichts, Kinder des hellen Tages; wir gehören nicht zur Nacht mit ihrer Finsternis. 1.Thessalonicher 5,5 (Hfa).

      Die Bibel ist Gottes großer Wegweiser. Sie ist unseres „Fußes Leuchte und ein Licht auf [unserem] Wege“. Psalm 119,105. Sie wirft ihr Licht voraus, damit wir den Weg erkennen können, auf dem wir reisen. Sie schickt aber ihre Strahlen auch zurück in die Geschichte und zeigt die vollkommene Harmonie in dem, was dem unerleuchteten Verstand als Irrtum und Disharmonie erscheint. In dem, was einem gottfernen Menschen ein unerklärliches Geheimnis zu sein scheint, erkennen Gottes Kinder Licht und Schönheit ...

      Die Israeliten strichen Blut an ihre Türen zum Zeichen, dass sie Gottes Eigentum waren. Siehe 2.Mose 12,7.13. So wird auch in unserer Zeit jedes Gotteskind ein bestimmtes, von Gott bestimmtes Zeichen tragen ... Gott erklärt: „Ich gab ihnen auch meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit sie erkannten, dass ich der HERR bin, der sie heiligt.“ Hesekiel 20,12.Wenn jemand behauptet, Gottes Gesetz wäre aufgrund der Aussagen der „Kirchenväter“ abgeschafft worden, dann lehrte er Gebote von Menschen als Wahrheit ..

      Wir leben in einer bedeutsamen Zeit der Weltgeschichte. Die große Auseinandersetzung steht uns bevor ... Der „Mensch der Bosheit“ [2 Th 2,3, das Papsttum] hat mit erstaunlicher Ausdauer darauf hingearbeitet, einen nachgemachten Sabbat zu erheben. Die untreue protestantische Welt „wunderte sich über das Tier“ [aus dem Meer, das Papsttum; Offenbarung 13,1-3] und hat die Beachtung des von Gott eingesetzten Sabbats als Untreue gegenüber den bürgerlichen Gesetzen bezeichnet. Regierungen haben sich darauf geeinigt, eine falsche Ruhetags-Einrichtung [den Sonntag] zu stützen, die durch keine Aussage Gottes in seinem Wort autorisiert wird .

      Die große Auseinandersetzung, die jetzt in Gang kommt, ist nicht bloß ein Kampf zwischen Menschen. Auf einer Seite steht der Fürst des Lebens, der als unser Stellvertreter und Bürge eintritt, auf der andere Seite steht der Fürst der Finsternis, der die gefallenen Engel kommandiert ... [Paulus fordert uns auf:] „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt!“ Epheser 6,11 (EB).

      Ein erbitterter Konflikt wird zwischen denen herrschen, die Gott treu sind, und jenen, die sein Gesetz verachten. Die Kirche hat sich mit der Welt verbündet. Die Ehrfurcht vor dem Gesetz Gottes ist untergraben. Religiöse Führer haben Menschengebote als göttliche Lehren verkündet. Siehe Matthäus 15,9. Und wie es zur Zeit Noahs war, so ist es auch in diesem Zeitalter der Weltgeschichte. Siehe Matthäus 24,37-39 ... Die wirklich Treuen werden aber nicht vom Strom des Bösen weggerissen. Sie werden keinesfalls Spott und Verachtung auf das häufen, was Gott als heilig abgesondert hat [den Sabbat, siehe 1 Mo 2,3]. Jeder wird auf die Probe gestellt werden. Es gibt nur zwei Seiten. Auf welcher stehst du?
      Manuskript 39, 1899.

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    • Kein übereiltes, unbesonnenes Vorgehen, 18. November

      Deshalb bleibt ruhig und tut nichts Unüberlegtes. Apostelgeschichte 19,36 (Hfa).

      In allem, was du tust, soll Christus erkennbar sein. Alle sollen merken, dass du ein lebendiger „Brief Christi“ bist. 2.Korinther 3,3 ...Dein Leben soll die Herzen aller gewinnen, die mit dir zusammentreffen. In der heutigen Zeit wird zu wenig unternommen, um die Wahrheit für andere anziehend zu machen. Einige haben sich in ihren Vorträgen gedrungen gefühlt, die Kirchen anzugreifen. Durch ihre Kritiksucht versauern sie den Verstand [der Zuhörer]. Wir möchten [aber], dass unsere Herzen von der Liebe Jesu erweicht werden. Wenn die Wahrheit nicht in einer erfreulichen und akzeptablen Form dargebracht wird, werden sie viele unangenehm finden.Während wir die Wahrheit [schon] im Gegensatz zum Irrtum darstellen müssen, sollten wir sie so darlegen, dass so wenige Vorurteile wie möglich erregt werden ... Wir werden den Sabbat nicht brechen, wozu uns eine despotische Macht zu zwingen versuchen wird, [aber] wir werden durch Christi Weisheit klug vorgehen und nicht in unserer eigenen Gesinnung. Ein konsequenter, solider, liebenswürdiger Christ ist ein starkes Argument für die Wahrheit. Wir dürfen keine Worte aussprechen, die uns schaden — das wäre [schon] schlimm genug, doch wenn wir anmaßend handeln oder etwas äußern, was Gottes Sache in Gefahr bringt, tun wir etwas Grausames, denn wir räumen dadurch Satan einen Vorteil ein. Wir sollen nicht übereilt und unbesonnen handeln, sondern immer von Jesus lernen und uns zeigen lassen, wie wir in seinem Geist vorgehen können, und die Wahrheit darstellen, „wie (sie) in Jesus ist“. Epheser 4,21 (EB)

      Jeder sollte sorgfältig sein und nicht den Grund verlassen, auf dem Gott ist.Unter den Anhängern der Reformatoren vergangener Jahrhunderte machten das viele. Luther hatte große Probleme mit solchen Leuten. Unbesonnen preschten sie leichtsinnig voran, obwohl Gott sie nicht gesandt hatte, und handelten übereilt und anstößig. Sie rannten Christus voraus und provozierten den Zorn des Teufels. In ihrem verfrühten und fehlgeleiteten Eifer verschlossen sie vielen Menschen die Tür, die sonst für ihren Meister sehr nützlich gewesen wären und viel Gutes getan hätten

      Es gibt Leute, die durch hastige und unbesonnene Handlungen die Sache Gottes dem Feind in die Hände spielen. Es wird Leute geben, die sich rächen wollen, die von Gott abfallen und Christus in der Person seiner Heiligen verraten. Alle müssen Unterscheidungsvermögen lernen, denn auf der anderen Seite ist es gefährlich, zurückhaltend zu sein und dem Feind durch Zugeständnisse das Feld zu überlassen. Unsere Brüder und Schwestern sollten in dieser Hinsicht sehr umsichtig vorgehen, damit Gott geehrt wird ... Die beiden Heere werden klar erkennbar und von einander getrennt stehen. Der Unterschied wird so deutlich sein, dass viele von der Wahrheit überzeugt werden und sich auf die Seite derer stellen, die Gottes Gebote halten.
      Manuskript 6, 1889.

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    • Kontroversen vermeiden und Harmonie fördern, 19. November

      Wer überheblich ist, zettelt Streit an; der Kluge lässt sich etwas sagen. Sprüche 13,10 (Hfa).

      Die Reformation wurde stark gebremst, weil Meinungsunterschiede in einigen Glaubenspunkten [öffentlich] bekannt gemacht wurden und jede Partei an den Dingen festhielt, in denen sie anderer Meinung war.Wir werden schon bald Gott „von Angesicht zu Angesicht sehen“ und nicht nur „stückweise erkennen“ (siehe 1.Korinther 13,12), aber bis dahin ist es ein Fehler, wenn du hart wirst und es als deine Pflicht betrachtest, deine Ansichten in krassem Widerspruch zu dem Glauben oder der Wahrheit darzustellen, wie wir sie als Adventvolk gelehrt haben. Das wird Schaden anrichten und nur schaden wie zur Zeit Martin Luthers. Wenn du dich zurückziehst und dich frei fühlst, deine Ideen ohne Bezug auf die Ansichten deiner Gefährten zu vertreten, wird eine Lage eintreten, von der du nicht träumst.

      Mein Ehemann [James White] hatte in einigen Punkten Gedanken, die von den Ansichten seiner Brüder abwichen.Mir wurde gezeigt, dass, egal wie richtig seine Sicht war, Gott ihn nicht dazu berufen hatte, sie vor seinen Brüdern darzulegen und einen Meinungsstreit auszulösen ... Für spekulative Gedanken sollte man sich nicht öffentlich einsetzen, denn manche Sonderlinge lieben es, einen Punkt zu finden, den andere nicht akzeptieren. Sie argumentieren und beziehen alles auf diesen einen Punkt; sie drängen ihn anderen auf und vergrößern den Punkt, obwohl die Sache in Wirklichkeit nicht sehr wichtig ist und man sie unterschiedlich verstehen kann. Zweimal wurde mir gezeigt, dass alles im Hintergrund bleiben sollte, was unsere Prediger von den Punkten ablenken könnte, die für diese Zeit wesentlich sind.

      Christus offenbarte viele Dinge nicht, die Wahrheiten sind, weil das Meinungsunterschiede hervorrufen und Dispute auslösen würde. Doch junge Männer, die nicht die Erfahrungen durchgemacht haben, die wir erlebt haben, möchten lieber bald einen Zusammenstoß haben als gar nicht. Nichts würde ihnen besser gefallen als eine scharfe Diskussion zu haben ..

      Wir leben in der Erfüllung des großen Versöhnungstages, in einer Zeit, in der wir, unsere Sünden bekennen, unsere Herzen vor Gott demütigen sollen (siehe 3.Mose 16,29, EB mit Anmerkung) und uns auf die große Auseinandersetzung vorbereiten müssen. Wenn solche Streitfragen dem Volk [Gottes] vorgelegt werden, werden sie verwirrt, weil sie [zuerst] denken, dass der Eine Recht hat und dann dem Anderen Recht geben, der dem völlig widerspricht. Eine solche Konferenz würde ein vollständiger Verlust sein, schlimmer, als wenn es keine Zusammenkunft gegeben hätte.

      In dieser Zeit, in der es lauter Meinungsverschiedenheiten und Streit gibt, muss es entschiedene Anstrengungen geben, solche Themen zu behandeln oder durch Stimme und Feder zu veröffentlichen, die Einigkeit offenbaren.
      Brief 37, 1887; Manuscript Releases XV, 20-22.

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