"nebenan.de" ein Gefühl wie Stasi 3.0

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    • "nebenan.de" ein Gefühl wie Stasi 3.0

      Als ich jünger war, vor nur wenigen Jahrzehnten, hätte man mit höchster allgemeiner Empörung rechnen dürfen, wenn die Regierung angefangen hätte, das Briefgeheimnis in Frage zu stellen. Heute, wie gesagt, nur wenige Jahrzehnte später, sind wir weiter, der Staatstrojaner, mit dem der Staat unangekündigt sehr viel mehr als einen Brief, nämlich den ganzen PC eines Bürgers heimlich auslesen kann, ist Realität.

      Schon die Einführung der Hausnummern war, wie genauere Lektüre ergibt, nicht dazu gedacht, dass man Tante Erna und Onkel Otto besser Briefe schicken könnte, sondern eine staatliche Initiative, um der Bürger besser habhaft zu werden. Hausnummern dienen dazu, die Bürger zu nummerieren und sie packen zu können. Inzwischen hat die Bundesrepublik einen potthäßlichen, angeblich fälschungssicheren Personalausweis, auf dem sogar der Fingerabdruck des erfassten Bürgers gespeichert werden kann. Noch traute sich kein Politiker, die Aufnahme genetischer Daten in den Speicher dieses Bürgeretiketts zu fordern. Wer von Euch würde seine Hand dafür ins Feuer legen, dass es nicht in einigen Jahren oder wenigen Jahrzehnten so weit ist?

      Jahrelang war ich in Mailboxen aktiv, in meiner Stamm-Mailbox schrieben sich ca. 8 bis 10 Leute täglich und trafen sich einmal im Monat zum Stammtisch. Ein paar Mal sind wir zusammen ins Kino gegangen oder haben den Geburtstag des Mailbox-Mitglieds Cy... im Berliner Tiergarten gefeiert. Nie wäre der Mailbox-Betreiber auf die Idee gekommen, von einem neuen Mailbox-Mitglied erst einen Personalausweis zu verlangen. Die bürgerlichen Namen der Mitglieder bekam man mit der Zeit mit oder auch nicht, aber wenn jemand angefangen hätte, beim monatlichen Stammtisch die Personalausweise zu fordern, hätten alle ihn für übergeschnappt gehalten oder sich über ihn kaputt gelacht.

      Anders ist dies bei einer neuen Firmengründung, welche die Website "nebenan.de" betreibt. Zur Anmeldung gibt man seiner reale Adresse an, dann bekommt man eine Postkarte, mit der man seine Mitgliedschaft endgültig bestätigen kann. Da es sich um ein Netzwerk für Nachbarschaft handelt, kann ich die Angabe der Postadresse verstehen, auch eine normale Postkarte zu Bestätigung, kann ich, wenn auch mit schlechtem Gefühlen begleitet, noch einsehen; aber es kam noch sonderbarer. Zwischendurch bekam ich von nebenan.de eine E-Mail, in der mich die Firmengründer auf ihre Stiftung hinwiesen, für die sie erstaunlicherweise 50.000 Euro übrig hatten, diese Stiftung vergebe einen Nachbarschaftspreis unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministers. Just jener Minister, der auch der Herr über den Staatstrojaner ist. Mein Unwohlsein beim Gedanken an "nebenan.de" nahm zu. Man muss kein Staatsfeind sein, um sich zu wünschen, dass eine private Firma, die detaillierte persönliche Daten erhebt, nicht mit staatlichen Sicherheitsorganen zusammenarbeitet.

      Heute nun kam eine E-Mail von "nebenan.de", die mir mitteilt, dass die Postkarte an mich nicht zugestellt werden konnte, was mich wundert, hat doch sonst niemand Probleme mich postalisch zu erreichen. Das kann nur bedeuten, dass es sich nicht um eine normale Postkarte gehandelt hat, sondern um so etwas wie das Postident-Verfahren, bei dem der Postbote die Identität des Empfängers überprüft und bestätigt. Immerhin bietet mir nun "nebenan.de" eine Alternative an, ich solle meinen Personalausweis fotografieren oder einscannen und diese Kopie meines Ausweises bei "nebenan.de" hochladen, dann erhielte ich "sofortigen Zugang".

      Kurz halte ich inne und versuche mich zu erinnern: Wer hat bisher von mir einen Personalausweis verlangt? Also da waren zuerst, als ich noch ein Kind war, die Grenzer, wenn wir vom Westen Berlins kommend eine meiner Tanten in Ostberlin besuchen wollten. Vorher Passierscheine beantragen! Wer noch? Der Wirt beim Stammtisch der Mailbox hat nie danach gefragt, wir waren sichtlich alle über 18. Auch meine Buchhandlung hat mir klaglos ohne Personalausweis, sogar teure Bücher bestellt, ohne Anzahlung. Waren es nicht fast ausschließlich Beamte, Staatsvertreter, die mich mit "Ihr Personalausweis!" ansprachen? Jetzt überlege ich: Wer ist der Schirmherr des Nachbarschaftspreises von "nebenan.de"? Buchhändler ist der nich'.

      Fazit: Ich warne vor dem Portal "nebenan.de"! Im Internet wird zudem kolportiert, dass "nebenan.de" mit gefälschten Kundenempfehlungen auf seiner Website wirbt. Tatsächlich handelt es sich um gekaufte Werbefotos. Siehe dort!
      "Prüft alles und, was gut ist,
      das behaltet. Aber was böse ist,
      darauf lasst euch nicht ein..."

      1. Thessalonicher 5, 21.22

      "Wähle das Leben, damit du lebst."
      5. Mose 30, 19

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Daniels ()

    • @Daniels

      sorry, aber du scheinst irgendwie ein Problem mit seltsamen und dubiosen Unternehmen, Firmen, oder sonstwas zu haben ...

      Übrigens: ich bekomme dergleichen Nachrichten vermutlich auch; ich lese sie nicht. Ich lösche es schlicht und einfach.
      Wenn wirklich mal was Wichtiges dabei gewesen wäre, dann bekommt man ein richtiges, offizielles Schreiben.

      Worüber regst du dich auf oder wovon fühlst du dich verfolgt? Es ist nunmal heute einfach so. Dann lass sie doch.
      Zu den ganzen Infos, die der Staat registrieren könnte:
      1. das haben sie schon längst
      2. na und?
      Ich bin für die ein vollkommen langweiliger, uninteressanter Bürger (noch) ...

      Diese Hinweise, was der Staat alles macht oder zumindest könnte, lassen immer die Frage anklingen "Was sollen wir dagegen tun?!"
      - Antwort: Nix tust du. Du machst schön weiter deinen Job und versuchst, dich gut einzurichten; ganz einfach.

      Wen interessierts?
      Mach dir nen Filter rein oder lösche die Sachen einzeln, so wie ich und lasse dich nicht nerven von so einem Unsinn.

      Du hast hoffentlich nicht deinen Perso kopiert! Wirf solche Mails direkt in den Müll und klicke bloß auf keinen Button; das ist alles.
      (Obwohl das auch egal ist, weil diese Einverständniserklärungen, die mit solchen Button verlinkt sind, eh nicht rechtens sind; dann haste halt später Papiermüll, wenn sie dir eine Mahnung nach der andern schicken, weil du ja was nicht bezahlt hättest ...)

      Ignorier es einfach.
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)