Kleine Fragen zu biblischen Texten

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    • Kleine Fragen zu biblischen Texten

      Hallo zusammen,

      Ziel dieses Themas ist, dass kleine Fragen zur Bibel gestellt werden. Fragen, die einen eigenen Thread nicht rechtfertigen, weil sie wahrscheinlich rasch beantwortet werden können. Sollte das nicht der Fall sein, dann können die Moderatoren die entsprechenden Beiträge auch in einem extra-Thema sammeln, wo dann weiterdiskutiert wird.
      Das Thema soll auch ein positiver Ersatz zum Thema "Off-topic" sein, wohin kleine Fragen, die bei einem anderen Thema nicht wirklich gut passen hinverschoben werden können.

      Meine erste kleine Frage zur Bibel betrifft einen wahrscheinlich recht bekannten Text, der vor ein paar Wochen in der Sabbatschule diskutiert wurde:

      (SCH2000)
      2 Ptr. 1,19 Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.
      20 Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist.
      21 Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet

      Die Frage, die aufkam war: Ist das prophetische Wort die Gesamtheit der Bibel, oder ist das prophetische Wort (Weissagung in V.20 und 21) ein spezieller Teil der Bibel, der prophetische Texte beinhaltet (Daniel, Offenbarung, Hesekiel, ...)?

      Ich war in der Sabbatschulstunde der Meinung, dass die Spezifikation auf prophetisches Wort die Aussage des Textes auf spezielle prophetische Texte lenkt. Unser Gesprächsleiter war anderer Meinung, er meinte, dass für ihn prophetisches Wort = ganze Bibel (weil von Propheten geschrieben).

      Was ist eure Meinung dazu?

      viele Grüße

      Tricky
    • tricky schrieb:

      Die Frage, die aufkam war: Ist das prophetische Wort die Gesamtheit der Bibel, oder ist das prophetische Wort (Weissagung in V.20 und 21) ein spezieller Teil der Bibel, der prophetische Texte beinhaltet (Daniel, Offenbarung, Hesekiel, ...)?
      Ich neige hier zu der Antwort, dass es der spezielle Teil der Bibel ist, welcher prophetische Aussagen enthält - die wir aber in fast allen Büchern der Bibel finden! - also v.a. die 3 großen Propheten
      >Jesaja, Jeremia und Hesekiel< und Daniel + Offenbarung und stimme daher Deiner Meinung zu:

      tricky schrieb:

      Ich war in der Sabbatschulstunde der Meinung, dass die Spezifikation auf prophetisches Wort die Aussage des Textes auf spezielle prophetische Texte lenkt.
      ditto!
    • tricky schrieb:

      Ich war in der Sabbatschulstunde der Meinung, dass die Spezifikation auf prophetisches Wort die Aussage des Textes auf spezielle prophetische Texte lenkt.
      Für mich ist es eigentlich zweitrangig ob die Bezeichnung Bote (im Auftrag Gottes) oder Prophet im Auftrag Gottes.
      Wie wir wissen gibt es auch falsche Propheten.

      Für mich stellt sich die Frage, was war Mose, auch ein Prophet?

      Jesus auch ein Prophet? Als er in Gleichnissen sprach.

      Für mich ist eine Geschichte der Rahmen um eine Botschaft zu überbringen oder Klarheit zu schaffen. Beides gehört zusammen,

      Also müsste die ganze Schrift prophetisches Wort sein.

      Nach welchen Kriterien wurde die heutige Bibel zusammengestellt?
    • Bogi111 schrieb:

      Also müsste die ganze Schrift prophetisches Wort sein.
      Ich möchte bewußt keine Wertung zwischen dem, was ich derzeit als prophetisches Wort und eher als nicht prophetisches Wort in der Bibel ansehe. Beides ist Wort Gottes. Die Frage ging ausschließlich darum, was Petrus mit dem Text meint und warum er das Wort explizit als prophetisch bezeichnet und im Detail als Weissagungen. An anderer Stelle heißt es ja:

      "Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit," (2. Tim 3,16)

      Warum redet Petrus nicht auch von "aller Schrift", sondern vom "prophetischen Wort" - wenn er das gleiche meinen würde?

      Wenn man sich überlegt, wer die biblischen Texte verfasst hat, dann waren es fast ausschließlich Propheten. Für mich gehört da Mose auch dazu...und ich meine sogar, dass es einen Bibeltext gibt, der Mose als Propheten ausweist. Aber schauen wir uns an...Samuel, Jeremia, Jesaja, die ganzen "kleinen" Propheten, Hesekiel, Daniel. Es bleibt nicht allzuviel übrig, das nicht von sogenanngen Propheten geschrieben worden ist. Das Buch Josua eventuell, Teile der Psalmen (David = Prophet??), ...

      Inhaltlich würde für mich ein Geschlechtsregister als Auflistung der Vor- und Nachkommen eines Menschen nicht unter prophetisches Wort fallen. Ebenso die Recherchen von Lukas, dem Arzt in seinem Evangelium. Ganz klar, der hl. Geist hat hier genauso inspiriert, aber in anderer Form als bei einem Propheten, der viele Dinge in Träumen oder direkt von Gott bekommt.
    • tricky schrieb:

      Die Frage ging ausschließlich darum, was Petrus mit dem Text meint und warum er das Wort explizit als prophetisch bezeichnet und im Detail als Weissagungen.
      Eigentlich ist der Grund vorher für mich klar. Gott hatte es Ihnen persönlich offenbart.

      Ob es nun gegenwärtige oder zukünftige Botschaft ist, ist dabei offensichtlich nicht entscheidend.

      Petrus war persönlich dabei und hat es gesehen und gehört.

      Die Verklärung Jesu und das prophetische Wort
      16 Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.



      17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
      18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

      19 Umso fester haben wir das prophetische Wort,....
    • Ich denke es betrifft die gesamte Heilige Schrift, denn Prophetie ist nicht Zukunftsschau, sondern das Sprechen göttlicher Botschaft.

      Das Wort נָבִיא "nabi" heißt "Sprecher", wie Prophet. Auch wen Du z.B. in Wikipedia schaust ist der Prophet nicht vergleichbar mit dem (heidnischen) Seher, sondern der Verkündiger von Botschaften, berufen von Gott. Propheten im AT tragen auf " ... um Gottes Wort dem Volk und seinen Führern als unbedingten Anspruch zu verkünden, ... ". Auch das Bibellexikon sieht es ähnlich, dort heißt es: "Er (der Prophet) hat in der Geschichte Israels Gottes Botschaft und Weisung in entscheidenden Situationen zu sagen; darum tut der Herr nichts, ohne es vorher seinen Propheten zu offenbaren (Am3,7)" und "... An diesen Punkten vor allem sind die Propheten Mahner im Auftrag Gottes, die zur Umkehr zum Glauben und Gehorsam gegen den Herrn Israels rufen (Jer3,7; 4,1-4; Joel2,12) und gleichzeitig für den Ungehorsam Gottes Gericht androhen (Am4,6-13). Somit sind sie Männer, die in der lebendigen Beziehung zur Geschichte Gottes mit seinem Volk stehen, andererseits um Gottes Weg mit seinem Volk in der Zukunft wissen. Die Propheten sind Gottes Gabe an sein Volk als das mahnende Gewissen, durch das Gott mit seinem Volk Umgang hat.
      So spiegelt sich im Prophetenamt die -> Erwählung Israels und der besondere Charakter dieses Volkes unter den Völkern. Und der Auftrag der Propheten hat keinen anderen Sinn, als immer wieder - in Gnaden- und Gerichtswort - diese Besonderheit Israels als des Gottesvolkes zu erhellen."

      NB: daher ist für mich auch EGW Prophetin, denn ich halte sie von für Gott beauftragt in ihrer Zeit in seinem Auftrag zu Menschen zu sprechen. Das lässt mich aber nicht schlussfolgern jedes ihrer überlieferten Worte wäre inspiriert um für alle Zeiten als "Wort Gottes" gelesen und verstanden zu werden - da prophetisches Wort (wie im AT) im zeitlichen und geschichtlichen Kontext verstanden werden muss um das allgemeingültige (oder für mich gültige) zu finden.
      Liebe Grüße, Heimo
    • KÖNIG - PRIESTER - und PROPHET!

      HeimoW schrieb:

      An diesen Punkten vor allem sind die Propheten Mahner im Auftrag Gottes, die zur Umkehr zum Glauben und Gehorsam gegen den Herrn Israels rufen (Jer.3,7; 4,1-4;
      Joel 2,12) und gleichzeitig für den Ungehorsam Gottes Gericht androhen (Am.4,6-13).
      Und der größte Prophet aller Zeiten, der ausrief: >>Tut Buße! Denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!<<(Mt.4,17) ist unser Herr und Heiland, Jesus Christus! ===> ER ist KÖNIG - PRIESTER - und PROPHET!

      HeimoW schrieb:

      Die Propheten sind ... das mahnende Gewissen, durch das Gott mit seinem Volk Umgang hat.
      So spiegelt sich im Prophetenamt die -> Erwählung Israels und der besondere Charakter dieses Volkes
      Immer wieder erhoben die Propheten des AT, die bis zu Johannes dem Täufer - als >dem zweiten Elia< - reichten, mahnend ihre Stimmen um "Ungerechtigkeiten im Volk" anzuklagen und Israel zum Glauben zu rufen!

      Bibelstelle

      "Denn so spricht JAHWEH zum Haus Israel: Sucht mich, so werdet ihr leben! ... Sucht den EWIGEN , so werdet ihr leben! ...Sucht das Gute und nicht das Böse, damit ihr lebt! ...Hasst das Böse und liebt das Gute und gebt dem Recht seinen Platz." (Amos 5,4.6.14.15)
    • In anderen Gemeinschaften wird oft eine prophetische Rede gepflegt, das heisst man erwartet sich von Gott eine Botschaft für den Mitbruder. Spricht nach Gebet Eindrücke aus. Was haltet ihr davon?
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Man studiere einmaldie Bibel - oder zumindest das NT - mit Blick auf "Prophet","prophezeien" "prophetisches Wort" hin - sich befreiend vonunseren heutigen Vorstellung des "Wetterpropheten".
      Was weissagten(Luther) = prophezeiten die Neugetauften (Apg 19, 6. oder des Philippus (Apg21., 9.) Töchter?

      Begebenheit: einGastprediger hielt das Abendmahl, mit keinerlei Gemeindeinterna auch nur imentferntesten vertraut. Bei den Einsetzungsworten beginnt er zu stottern, zuzögern, kommt aus dem Routinekonzept, blättert im AT herum und kommt auf Jesaia53. Bei Vers 4 und 5 bricht ein Gemeindeglied in Tränen aus (ich konnte ahnen,warum).
      Nachher von mirgefragt, sagt er, er wisse nicht, warum er eigentlich unsere "Liturgie"so verlassen habe. Ja, warum?

      Für mich kann(kann !!) jede Predigt Weissagung = prophetische Rede sein, jedes Beisteuern eines Gedankens in der Sabbatschulklasse - -
      (Nur Bileam‘sbombastischer Ton macht es nicht!)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von philoalexandrinus ()

    • philoalexandrinus schrieb:

      ein Gastprediger hielt das Abendmahl, mit keinerlei Gemeindeinterna auch nur im entferntesten vertraut. Bei den Einsetzungsworten beginnt er zu stottern, zu zögern, kommt aus dem Routinekonzept, blättert im AT herum und kommt auf Jesaia 53. Bei Vers 4 und 5 bricht ein Gemeindeglied in Tränen aus (ich konnte ahnen, warum).
      Predigten und/oder Ereignisse, die von der Routine abweichen, sind oftmals die besten Predigten und "Erweckungserlebnisse", wie Dein Beispiel nachdrücklich aufgezeigt hat. Das Gemeindeglied wurde vom Heiligen Geist gerade unvorbereitet getroffen...
    • HeimoW schrieb:

      Ich denke es betrifft die gesamte Heilige Schrift, denn Prophetie ist nicht Zukunftsschau, sondern das Sprechen göttlicher Botschaft.
      Unter diesem Gesichtspunkt und auch mit dem Hintergrund, dass Petrus wohl nicht so wie wir heute manchmal zwischen Prophetie oder prophetischen Schriften unterscheidet, denke ich mittlerweile auch, dass er wohl die gesamte damals für ihn vorhandene (wahrscheinlich fast ausschließlich Schriften des AT) heilige Schrift gemeint hat.