2016/Q4 - Der Sinn im Leiden des Hiob

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    • nixwisser schrieb:

      Hallo Seele!

      Und das Gottesbild?
      Gott lässt wüten. Ist halt so.
      Da tu ich mir nicht so leicht wie du.

      Lg Andi
      Und Hiob lebte danach hundertundvierzig Jahre und sah Kinder und Kindeskinder bis in das vierte Glied.
      Und Hiob starb alt und lebenssatt. (42,16.17)

      Hallo nixwisser,

      das ist das Gottesbild. Wir haben immer das "Problem", dass wir das Ende der Geschichte nicht sehen. Deshalb braucht es ja Vertrauen in Gott, dass er das Ende kennt und es richtig machen wird.

      Du musst mich auch nicht absichtlich falsch verstehen und diese klassische Frage stellen. Gott lässt nicht das Böse wüten, um das Böse wüten zu lassen und "dies sei halt so"; das habe ich nicht geschrieben. Das ganze Buch Hiob erzählt genau diese Geschichte.

      Hiob selbst weiß von dem Gespräch nichts. Er wird vom Satan attackiert. Er sieht nur die Attacke. Seine Frau reagiert, wie es Satan ja wollte: Sag Gott ab ins Angesicht und stirb!
      Hat Satan das nicht zu Gott gesagt? Er wird dir ins Angesicht absagen!

      Hiob aber vertraut: Im Guten wie im Bösen, gelobt sei Gott. - Sowas kann er doch nicht sagen, weil er an einen grausamen Spieler glaubt, sondern weil er glaubt, dass Gott ihn heilen und retten wird.
      - Nicht das Gottesbild soll geändert und ertragen werden, sondern an dem guten Gott soll aus ganzer Seele festgehalten werden, trotz der Schläge!

      Das Problem ist doch nicht, was Menschen ertragen könnten; Menschen können einiges ertragen und sie rufen ja auch einiges an Übeln hervor.
      Das Problem ist, dass sie Gott schlecht machen und nicht glauben.

      Wenn ich Gott glaube und er hat zu mir gesagt: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte, dann werde ich auch im Übel und im Leid sagen: Er hats versprochen!
      Ich darf weinen und jammern; Hiob tut das auch. Er verflucht sogar den Tag seiner Geburt, eine härtere Aussage gibt es wohl nicht gegen sich selbst und das eigene Leben.
      Aber ich kann (wenn ich glaube) Gott nicht absagen. Auch das sagt Hiob bei allem Verfluchen seiner Geburt: Doch ich weiß, mein Erlöser lebt. Und als der Letzte wird er über den Staub sich erheben. Und ich werde Gott sehen mit meinen Augen. - Das ist Auferstehung!

      Wir bekommen die Frage, warum (ausgerechnet) uns das passiert, nicht beantwortet; das können wir abhaken, wir bekommen keine Antwort.
      Aber halte ich mich an Gott und vertraue ihm, gerade dann, dann werde ich Segen davon haben.
      Sage ich ihm ab, dann habe ich das Übel und zudem auch keinen Gott mehr bzw. einen bösen Gott. Wie traurig.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Wer in guten Tagen tiefe Gemeinschaft, Beziehung, Intimität mit Gott pflegt, hat in schlechten Tagen ein tragendes Fundament, worauf er sich stellen kann.


      Ich habe in den letzten 15 Jahren einfach zu viele gute, zum Teil lebensverändernde Erfahrungen mit Gott gemacht, Er ist mit mir durch dunkle Täler gegangen, Mehrfach bekam ich Sieg übe Sünde geschenkt. Da kann ich nur noch jubeln. Das Resultat ist: Meinem himmlischen Vater werde ich immer vertrauen, weil er es absolut gut mit mir meint
      .
      Weil unser Herr Jesus alles gegeben hat ist er es wert, mit ganzer Hingabe (allem was ich bin und habe), feuriger Begeisterung und Gehorsam geehrt zu werden.
    • nixwisser schrieb:

      Hallo Seele!

      Und das Gottesbild?
      Gott lässt wüten. Ist halt so.
      Da tu ich mir nicht so leicht wie du.

      Lg Andi
      aus der Sabbatschullektion ein Zitat von C.S.Lewis, der ein Buch über den Tod seiner Frau und den Kampf damit klarzukommen schrieb:
      „Nicht, dass ich (wie ich meine) in großer Gefahr wäre, aufzuhören an Gott zu glauben. Die Schlussfolgerung, vor der ich mich fürchte, lautet nicht ‚also gibt es überhaupt keinen Gott‘, sondern ‚so ist Gott also in Wirklichkeit. Mach dir selbst nicht länger etwas vor‘“ (C. S. Lewis, Über die Trauer, Zürich/Düsseldorf 1995, 26)."
      Liebe Grüße, Heimo
    • Hallo Freunde!

      Ende gut alles gut. Hauptsache happy end. Ist es wirklich so einfach?

      Hiob sagt Gott nicht ab und am Ende hat er wieder eine Familie.
      Wahrscheinlich ein Bild für alle die im Leid Gott treu bleiben und das
      ewige Leben erlangen.
      Aber was ist mit jenen die am Leid zerbrechen und ihren Glauben ver-
      lieren? Was mit jenen die an Gott festhalten weil sie die Hölle noch mehr
      fürchten wie den Gott der sie quält (quälen lässt )?
      Oder passiert das eh nicht? Mein Großvater hat mir erzählt dass es nach
      dem Krieg Menschen gab die nicht mehr an einen guten Gott glauben
      konnten. Waren die alle vorher nicht wirklich gläubig?
      Können wir in unserem Herzen unberührt bleiben was unsere Beziehung
      zu Gott anbelangt egal was uns zustößt? Wenn nur die Belohnung kommt.
      Ende gut alles gut, nein so einfach ist es auch wieder nicht.

      Lg Andi
    • Kannst man sich ein größeres Leid vorstellen, als dass ein Mensch durch einen anderen Menschen getötet werden soll und dann halb gelähmt mit fünffachem Schädelbasisbruch fertig werden muss, trotzdem Christ bleibt und dem Täter vergibt. Meiner Mutter ist das passiert.
      Kein Mensch bleibt untraumatisiert, wenn er Leid hat. Bestimmte Ängste sehen wir doch auch bei uns, durch die Erkrankungen, die Erfahrungen mit Ärzten und zwischenmenschlichen Problemen., selbst in der Kirche.
      Sobald Leid auftaucht ist das Fürwahrhalten Gottes und eines guten Planes mit uns....ich sag mal irgendwie eine von Gefühlen unabhängige Entscheidung......und dann kommt es auf den Blickwinkel an, den man anwendet....bin ich dankbar für a l l e s , i m m e r ? Bete ich ohne Unterbrechung, bin ich trotzallem Realem "fröhlich"...im Inneren, weil ich mir bewusst bin, dass alles zeitlich eingeschränkt ist?danach auf jeden Fall die Realität einer sünd -und leidlosen Welt?


      Im Grunde genommen kann man nur für sich selbst , aber niemals für den anderen die Frage stellen warum Gott etwas zulässt. Ich merke ja bei jeder kleinsten Entscheidung, dass ich es bin , der sich entweder Gott zuwendet oder in irgendwas abdriftet....warum sollte das bei anderen Menschen anders sein....die haben auch immer die freie Wahl.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Vielleicht ist uns die Geschichte von Hiob auch gar nicht deshalb überliefert, damit wir dadurch erfahren sollen, weshalb Gott Leid zulässt.

      Sondern deshalb, damit wir am Beispiel Hiobs ein Vorbild haben, wie wir uns im Leid verhalten sollen (auch wenn uns unsere Mitmenschen gute und weniger gute Ratschläge geben ;) ).

      Hi 1,21 und sprach: Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt! -

      Wenn ich das lese, muss ich an das denken, was uns Paulus über Abraham als Glaubensvorbild gesagt hat: Röm 4,20 Denn er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre 21 und wusste aufs allergewisseste: Was Gott verheißt, das kann er auch tun.

      Ich denke, das Wichtigste ist genau das: "Gott die Ehre geben" - egal wie die Situation im Leben aussieht. Egal, ob es sich um eine Verheissung handelt, deren Erfüllung so auf sich warten lässt, dass sie nach menschlichem Ermessen nunmehr völlig unmöglich erscheint oder um die Erfahrung eines Leids, in dem man keinerlei Sinn erkennen kann (und man den Eindruck hat, Gott lässt dem Teufel freie Hand und wartet nur ab).

      Dass wir auch in solchen Momenten nicht der menschlichen Einschätzung ("19 Und er wurde nicht schwach im Glauben, als er auf seinen eigenen Leib sah, der schon erstorben war, weil er fast hundertjährig war, und auf den erstorbenen Leib der Sara. bzw bei Hiob die Sichtweise der Freunde) folgen und zweifeln oder gar verzweifeln, sondern "Gott die Ehre" geben, auch wenn alles dagegen spricht. Im Glauben am Vertrauen festhalten, auch wenn wir den Sinn nicht verstehen.
      Und darauf vertrauen: 1Kor 10,13 Bisher hat euch nur menschliche Versuchung getroffen. Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt.