Versuchung durch Gott?

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    • Versuchung durch Gott?

      In 1. Mose 22,1 steht, dass "Gott den Abraham versuchte". Aber in Jakobus 1,13 heißt es: "Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, und selbst versucht er niemand." Widersprechen sich diese Texte?
      „Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“ - Hermann Bezzel (1861-1917)
    • Gott prüft - aber führt nicht in Versuchung!

      Der Text aus Genesis zeigt vielmehr dass Gott den Abraham auf die Probe stellte - ob er bereit war sein Liebstes - seinen Sohn zu opfern. Aber Abraham musste dann seinen Sohn nicht opferen, sondern Gott hat 2000 Jahre später seinen eigenen - eingeborenen Sohn für unsere Sünden geopfert!

      Wenn sich ATliche und NTliche Texte vermeintlich widersprechen sollten, so gilt im Zweifelsfalle das, was das NT lehrt, und hier sagt Jakobus in aller Deutlichkeit, dass Gott niemanden versucht. Die Bitte des Vaterunsers "Und führe uns nicht in Versuchung!" ist auch missverständlich formuliert und will eigentlich - so die wörtliche Übersetzung gemäß der jüd. Relöigionswissenschaftlerin Frau Dr. Ruth Lapide, sagen :
      "Und bewahre uns vor der Versuchung!"
      Fazit: Also Gott versucht uns nicht - wohl aber stellt er uns oftmals auf die Probe (siehe Hiob!)
    • Hallo Altor,

      bei Abraham geht es darum, dass Gott ihn prüft.

      Bei Jakobus geht es darum, seinen bösen Begierden nachzugeben. Hier kann man nicht sagen "Kann ich nichts zu, Gott hat mich durch meine Natur versucht". (siehe Verse 14, 15).
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • Wer wird eigentlich geprüft?Doch wohl Gott, ob er denn Gott sei, oder?


      5Mo 4,34 Oder hat je ein Gott versucht hinzugehen, um sich eine Nation mitten aus einer anderen Nation zu holen durch Prüfungen, durch Zeichen und durch Wunder und durch Krieg und mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und durch große Schreckenstaten nach allem, was der HERR, euer Gott, in Ägypten vor deinen Augen für euch getan hat?




      5Mo 7,19 an die großen Prüfungen, die deine Augen gesehen, und an die Zeichen und die Wunder und die starke Hand und den ausgestreckten Arm, womit der HERR, dein Gott, dich herausgeführt hat! Ebenso wird der HERR, dein Gott, an all den Völkern tun, vor denen du dich fürchtest.


      5Mo 29,2 die großen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, jene großen Zeichen und Wunder.

      Und wer wird hier geprüft?


      1Petr 4,12 Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes;

      Versuchung:


      Apg 20,19 und dem Herrn diente mit aller Demut und unter Tränen und Versuchungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren;



      1Kor 10,13 Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche; Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt.


      Gal 4,14 und die Versuchung, die euch mein Fleisch verursachte, habt ihr nicht verachtet noch verabscheut, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus.


      1Tim 6,9 Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken.


      Hebr 3,8 verhärtet eure Herzen nicht, wie in der Erbitterung an dem Tage der Versuchung in der Wüste,


      Jak 1,2 Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet,


      Jak 1,12 Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.


      1Petr 1,6 Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid,


      2Petr 2,9 der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu retten, die Ungerechten aber aufzubewahren für den Tag des Gerichts, wenn sie bestraft werden;


      Offb 3,10 Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.


      Das waren , in aller Kürze, ein paar Texte über Versuchung und Prüfung, die mir zeigen dass es viel zu unterscheiden gilt.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Vielleicht wird es aus dem Kontext deutlicher:

      Bibelstelle

      Jak 1, 13 Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht [b]versucht werden zum Bösen[/b], und er selbst versucht niemand.14 Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt.15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.


      Versuchen bedeutet hier: Versuchen zum Bösen. Nicht einfach neutral auf die Probe stellen.

      Gott ist es, der uns die Wahl lässt. Diese Wahl bedeutet natürlich, dass er uns damit auch die Möglichkeit einräumt, dass wir uns gegen das Gute entscheiden und für die Sünde.

      Das bedeutet aber nicht, dass Gott uns zum Bösen versucht, dass er versucht, uns vom Guten abzubringen.

      Vielleicht geht Jakobus damit ja auf Äusserungen ein, die meinen, wenn uns Gott als Sünder geschaffen hat, was können wir denn dann dafür?
      So ähnlich, wie Paulus auch einmal schreibt:

      Bibelstelle

      Röm 9, 18 So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will. 19 Nun sagst du zu mir: Warum beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen? 20 Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so?
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Fazit: Also Gott versucht uns nicht - wohl aber stellt er uns oftmals auf die Probe (siehe Hiob!)
      Und was ist damit?
      1 Kor.9-
      9 Lasst uns auch nicht Christus versuchen, wie einige von ihnen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht.
      10 Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten und wurden umgebracht durch den Verderber.
      11 Dies widerfuhr ihnen als ein Vorbild. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist.
      12 Darum, wer meint, er stehe, mag zusehen, dass er nicht falle.
      13 Bisher hat euch nur menschliche Versuchung getroffen. Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft,
      sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt.

      Gott braucht es nicht, die Drecksarbeit macht für IHN der Satan....er paast aber auf!

    • Bogi111 schrieb:

      Gott braucht es nicht, die Drecksarbeit macht für IHN der Satan....er paast aber auf!
      Ja, das denke ich auch!
      Denn Jakobus schränkt seinen Ausspruch ein, indem er erklärt, dass wenn wir zur Sünde (Bösen) versucht werden, dann kommt die Versuchung nicht von Gott. Jemand wird zum Bösen versucht, "wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird", erklärt Jakobus. "Danach" fährt er fort, "wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod" (Vs 14und 15).

      Gott versuchte Abraham nicht, Sünde zu begehen, sondern stellte ihn auf eine Probe des Gehorsams im Tun seines Willens.
      Das hebräische Wort, das in dem Ausspruch, dass "Gott den Abraham versuchte" (hebr.: veha elohim nissah eth Abraham) gebraucht wird, bedeutet "erproben" oder "beweisen". In der Bibel finden wir keine andere Szene außer Golgatha selbst, die so ergreifend ist wie diese, und keine enthält eine deutlichere Vorschattung des Todes von Gottes einzigem, geliebten, Sohn am Kreuz. Es war die höchste Prüfung für Abrahams Glauben, als Gott ihn aufforderte, Isaak als Brandopfer darzubringen. In Wahrheit hatte Gott keinerlei Absicht zuzulassen, dass Abraham dies ausführte, denn er lehnte Menschenopfer immer ab (vgl. Jer 7,31).

      Die besondere Prüfung in diesem Fall war, ob Abraham gewillt sein würde, seinen Sohn zu opfern oder nicht.

      Wir können also kurz sagen, dass wir als Christen durch Satan und unsere eigene gefallene Natur versucht werden, Böses zu tun, während Gott uns die Gelegenheit gibt durch Niederlegen unseres Lebens in seinem Dienst unsere Treue zu beweisen. Gott prüft also Menschen soweit es ihren Glauben betrifft, aber er versucht nicht einen Menschen, irgendeine Form der Sünde zu begehen. Gott hat mit dem Bösen nichts zu tun, und er will nie zur Sünde verleiten.

      Oder hat jemand noch weitere Gedanken dazu?
      „Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“ - Hermann Bezzel (1861-1917)
    • Altor schrieb:

      Das hebräische Wort, das in dem Ausspruch, dass "Gott den Abraham versuchte" (hebr.: veha elohim nissah eth Abraham) gebraucht wird, bedeutet "erproben" oder "beweisen".
      Finde ich sehr interessant, dass die "Versuchung Abrahams" zu einem positiven Ausgang führt, während die Versuchung aus dem "Fleisch" zur Begierde führt und damit zur Sünde.

      Hiob wurde dann auch so wie Abraham versucht ("erproben oder beweisen").
      In beiden Fällen wird die "Gerechtigkeit und Treue " des Menschen erprobt und bewiesen.

      LG
      Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich
      (Matthäus 19, 26)
    • Altor schrieb:

      In der Bibel finden wir keine andere Szene außer Golgatha selbst, die so ergreifend ist wie diese, und keine enthält eine deutlichere Vorschattung des Todes von Gottes einzigem, geliebten, Sohn am Kreuz. Es war die höchste Prüfung für Abrahams Glauben, als Gott ihn aufforderte, Isaak als Brandopfer darzubringen. In Wahrheit hatte Gott keinerlei Absicht zuzulassen, dass Abraham dies ausführte, denn er lehnte Menschenopfer immer ab (vgl. Jer 7,31).
      Ja, das hast du theologisch richtig ausgedrückt! Danke!
    • Eine Frage dazu: Wie versteht ihr in diesem Zusammenhang die Bitte im Vaterunser: Und führe uns nicht in Versuchung?

      Und der Nachsatz: Sondern erlöse uns von dem Bösen - zeigt ja, dass es hier um eine Versuchung zum Bösen geht, nicht nur einfach um ein neutrales auf die Probe stellen.

      Wenn Gott sowieso nicht in Versuchung führt, dann macht es doch wenig Sinn, so zu bitten?

      Ich habe auch schon mal die Ansicht gehört, dass hier falsch übersetzt wurde und es eigentlich heissen müsste: und führe uns in der Versuchung;

      Aber so ganz klar bin ich mir noch nicht darüber geworden.
      Das einzige, was ich sicher weiss, ist, dass wohl niemand gern versucht wird und dass es gut tut, diese Bitte im Vaterunser auszusprechen.
      Und vielleicht müssen wir ja auch gar nicht ganz genau verstehen, wie die Zusammenhänge im Einzelnen sind.
      Nur wisssen, dass wir uns auf Gott verlassen können und er uns nicht über unser Vermögen versuchen lässt und dass er uns in der Versuchung bewahrt und uns nicht geschehen lässt, was nicht zu unserem Besten dient.
    • Beschenkte schrieb:

      Eine Frage dazu: Wie versteht ihr in diesem Zusammenhang die Bitte im Vaterunser: Und führe uns nicht in Versuchung?
      Das Wort das hier mit "führen" gebraucht wird, heißt im griech. eispherō und bedeutet, "führen", "bringen", "hineingebracht".

      Wenn ich mir dazu Jesu Worte in Mat 26,41 anschaue, "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist zwar voller eifer, aber das Fleisch ist schwach.", dann wird der Bibeltext aus Mat 6,13 schon zeimlich klar. Jesus lehrt uns im sogenannten "Vaterunser", das wir darum beten sollen, nicht in Versuchung zu geraten.
      Denn wie schon von anderen vor mir kommentiert: Gott bringt uns nicht in Versuchung das ist jemand anderer!
      Wir beten also: "Und bringe uns nicht in Versuchung", was letztendlich meint: "Und lass uns nicht in Versuchung geraten." und weiter, "sondern befreie uns von dem, der böse ist."
      Das ist was der Grundtext aussagt und das ist auch in Harmonie mit der ganzen Schrift.
      „Der Schlüssel zu den Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“ - Hermann Bezzel (1861-1917)
    • Altor schrieb:

      Jesus lehrt uns im sogenannten "Vaterunser", das wir darum beten sollen, nicht in Versuchung zu geraten.
      Ja, das ist theologisch das Ziel dieser Bitte des "Vaterunsers" , "nicht in Versuchung zu geraten!"

      Altor schrieb:

      Wir beten also: "Und bringe uns nicht in Versuchung", was letztendlich meint: "Und lass uns nicht in Versuchung geraten." und weiter, "sondern befreie uns von dem, der böse ist."
      Der uns in Versuchung führt ist immer der Satan = "der Böse", der raffiniert vorgeht, sodass wir es oft gar nicht merken oder wenn es bereits zu spät ist - wenn wir also schon der Versuchung erlegen sind!