Kopfbedeckung bei Juden und Christen im Gottesdienst

    • Kopfbedeckung bei Juden und Christen im Gottesdienst

      Welche biblischen Begründungen (Bibelstellen!) gibt es für beide sich widersprechenden Auffassungen, also:

      a) Warum tragen die Juden(=nur Männer?) im Gottesdienst in der Synagoge eine Kopfbedeckung(=Kippa)? :greet:
      b) Warum tragen Christen(= nur Männer) im Gottesdienst in der Kirche keine Kopfbedeckung?
      c) Warum tragen christliche Frauen im Gottesdienst in der Kirche manchmal eine Kopfbedeckung? :greet:
      d) Warum tragen christliche Frauen im Gottesdienst keine Kopfbedeckung?

      Bitte Bibelstellen für a) bis d) angeben! Danke!
    • Zum Thema : Warum tragen Juden eine Kippa? zitiere ich aus dem Heft des Evangeliumsdienst für Israel e.V. (EDI) "Gesandt zu Israel" vom APRIL 2016, Seiten 6 - 8:

      >>...Sie wollen damit ausdrücken, dass sie Gott respektieren und ehren. Das Tragen der Kippa kann man mit einem Stichwort beschreiben: Demut! ...
      Im besten Fall soll sich die Materie dem Geist unterordnen. Die Haare sind der äußerliche Ausdruck des menschl. Organismus (der Materie). Die Kippa symbolisiert das Geistliche und wenn wir in der Anwesenheit Gottes unsere Haare (der äußerliche Ausdruck der Materie) mit der Kippa (dem Geistlichen) bedecken, dann ordnen wir symbolisch die Materie dem Geist unter und üben uns dadurch in Demut. ...Man führt diese Praxis auf die biblischen Zeiten zurück, als die Priester im Tempel verpflichtet waren, während ihres Dienstes den Kopf zu bedecken. Es gibt weder in der Tora noch im Talmud ein ausdrückliches Gebot, eine Kippa zu tragen, aber diese Tradition wurde zu einem jüdischen Brauch und für den Großteil der halachischen* Autoritäten zu einer Pflicht. ....

      Manche biblischen Wissenschaftler meinen: Die Juden haben das Kopfbedecken von den Persern in der babylonischen Gefangenschaft übernommen.
      Nach Europa kam dieser Brauch erst Anfang des 13. Jh. Aber noch Anfang des 18. Jh. schrieb der große jüdische Gelehrte Elijah Ben Salomon Salman,..., dass es kein ausdrückliches Verbot für das Beten ohne Kopfbedeckung gibt.
      Viele messianische Juden [Anm. von mir: also an Jesus gläubige Judenchristen!], besonders außerhalb Israels, tragen eine Kippa während des Gottesdienstes und beim Gebet. ...
      Zum anderen ist die Kippa...ein Zeichen dafür, dass Jeschua (=Jesus) meine Sünden durch sein Opfer
      bedeckt hat. <<

      * halachisch: von Halacha : hebr. >Wandel< Bezeichnung sowohl für den gesetzl. Teil der jüd. Überlieferung im ganzen als auch für eine Einzelbestimmung. Die Halacha umfaßt die schriftl. Thora (die Gebote der fünf Bücher Moses) und die mündl. Thora als deren Interpretation sowie nicht in der hebr. Bibel enthaltene Vorschriften. Wichtige Halacha-Sammlung ist die Mischna. (Aus BROCKHAUS-Lexikon)
      Mischna: hebr. >Wiederholung<, >Lehre< : urspr. die mündl. Tradierung der Lehre..., dann auch die schriftlich fixierte Zusammenfassung des (mündlich) überlieferten Traditionsstoffes. Inhaltlich handelt es sich um (v.a. gesetzl.) Kommentare und Ergänzungen zur Thora. Die Entstehung der Mischna setzte...Ende des 1.Jh. ein, als man begann, die mündl. Überlieferungen thematisch geordnet zusammenzufassen. ... Sie bildete auch die Grundlage für den Talmud. ....(aus BROCKHAUS)
      Talmud: hebr. eigtl. >Lehre<, das nachbibl. Hauptwerk des Judentums, entstanden in mehrhundertjähriger mündl. und schriftl. Überlieferung, abgeschlossen um 500 n.Chr. Der Talmud besteht aus der Mischna (nach Themen geordnete Rechtssammlung in Hebräisch) und der auf ihr aufbauenden Gemara, der vielschichtigen Diskussion und Kommentierung in Aramäisch. (aus BROCKHAUS)

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    • Warum hat der Apostel Paulus den jüdischen Brauch der Kippa nicht auf die christliche Gemeinde übertragen?
      Dazu schreibt "Gesandt zu Israel" , Ausgabe APRIL 2016 auf Seite 8:
      >> Rabbi Jehoschua ben Hanania, ein Zeitgenosse des Paulus (!), schreibt, dass Männer ihren Kopf nicht bedecken, aber die Frauen. Seine Argumentation dafür: Die Frauen schämen sich, dass die Frau im Paradies auf die Schlange gehört hatte.<<
      Aufgrund dieser Festlegung des o.g. Rabbis schrieb Paulus wohl in 1.Korinther 11,5-13 :

      Bibelstelle

      "Jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupt betet oder weissagt, schändet ihr Haupt; es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre! Denn wenn sich eine Frau nicht bedecken will, so soll ihr auch das Haar abgeschnitten werden! Wenn es aber für eine Frau schändlich ist, sich das Haar abschneiden...zu lassen, so soll sie sich bedecken. ...Darum soll die Frau [ein Zeichen der] Macht auf dem Haupt haben, um der Engel willen. ...Urteilt bei euch selbst, ob es schicklich ist, dass eine Frau unbedeckt zu Gott betet!"

      Paulus schreibt in 1.Korinther 11,4+7 geradezu gegen den jüdischen Brauch an, den Kopf mit einer Kippa zu bedecken:

      Bibelstelle

      "Jeder Mann, der betet oder weissagt und etwas auf dem Haupt hat, schändet sein Haupt. ...Denn der Mann darf das Haupt nicht bedecken, weil er Gottes Bild und Ehre ist;..."

      Auf Grund dieser Bibelstelle legen christliche Männer daher auch ihre Kopfbedeckung ab, wenn sie zum Gottesdienst in die Kirche gehen - genau im Gegensatz zu jüdischen Männern, die eine Kippa / einen Hut aufsetzen, wenn sie in den Gottesdienst in die Synagoge gehen!

      Würde man 1.Kor.11,5-13 wörtlich nehmen, müsste heute noch jede Frau, die in den Gottesdienst in die Kirche geht oder die daheim betet, eine Kopfbedeckung aufsetzen!

      Wie halten es hier die Adventisten? Und Frage: Müssen sich jüdische Frauen bedecken, wenn sie in die Synagoge gehen oder dürfen jüdische Frauen unbedeckt zum Gottesdienst in die Synagoge gehen? Wer weiß darüber Bescheid?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Norbert Chmelar ()

    • Hallo Norbert,

      die Kippa ist in der Thora nicht angeordnet, sondern ein Brauchtum aus späterer Zeit.

      Die meisten Bräuche, Rituale und Traditionen des heutigen Judentums stammen aus der Zeit nach 70, als die Juden sich in aller Welt ihre Identität erhalten wollten.

      Man kann kaum vom heutigen Judentum auf das Volk Israel des Alten Testaments schließen.
      denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
      (Hebräer 11,27b)
    • Bitte hört mir doch mit der Forderung nach "biblischen Begründungen" auf.

      Es geht un das Grundsätzliche und nicht um lokale Gebräuche da oder dort vor 2000 Jahren.

      Mich stört es hier und jetzt, dass - kaum scheint die Sonne - schulterfrei mit Spaghettiträgern auftaucht - das "gehört" sich hier nicht in einer so feierlichen Sitauation wie dem Gottesdienst; Bitte wenigstens ein Umhang, ein Westerl aus Spitze oder Fishnet.. Wenn aber Bischof Kreutner aus Salzburg, ein Amazonas - Missionar, berichtet, dass seine Gläubigen "oben ohen" zur Messe kommen und auch beim Credo ihre Kinder stillen - und er fände dies sei ein grossartigens Zusammentreffen Mütter - Kinder - Nahrung durch Muttermilch und Sakrament - so finde ich das schön - am Amzonas.
      Und letztes Jahr: Zwei Gastredner in kurzärmeligem Hemd und ohne Kravatte, ohne Sakko: Das ist eine Zumutung für die Gemeinde, ebenso wie die Spaghettiträgertopdamen.

      Wer ginge so zu einer Audienz beim Herrn Bürgermeister oder zu einem Begräbnis?

      Rituale - auch Bekleidungsrituale - haben ihren Sinn !

      Ach so, Bibelwort - Bitte: "Mit heiligem Schmuck - - "