Kindertaufe - in bestimmten Fällen zulässig?

    • Beschenkte schrieb:

      Ich finde, gerade wenn man so viel Wert darauf legt, dass die Taufe wirklich ihrem ursprünglichen Sinn nach gebraucht wird (und eben keine Säuglinge getauft werden), dann sollte es doch auch ganz stimmen und nicht in eine andere Richtung verschoben sein.
      Da sind wir bei einem historischen, zeitgemässen Problem : Die ganzen "biblischen" Zeugnisse berichten von völligen Neubekehrungen, einem völligen Einschnitt in das bisherige persönliche und soziale (!) Leben.

      So, STA Evangelisation, Taufen: Da finden wir jene, die wir schon in der Urchristenzeit fanden.

      Aber: Da sind auch - in Europa und USA schon überwiegend - STA - Kinder in der fünften Generation. Vegetarisch, Weltmenschen spielen Karten, wir gehen am Sabbat alle in die Gemeinde, meiden, den Christof von genenüber, "böser Bub" (Sprüche 1,10. : "wenn dich die bösen Buben locken" - - nach der Meinung meine Mutter masturbierte er - meide - und ich mochte ihn eh nicht) - - -und in STA Familien aufgewachsene Jugendliche, schon längst in Taufvorbereitung, werden "aufgehoben", bis der grosse Evangelist kommt: SEINE Evangelisation habe dann soundso viele Täuflinge zum Taufentschluss gebracht !

      Da werden Äpfel mit Birnen - und mit Erdnüssen verglichen !
    • philoalexandrinus schrieb:

      Da sind wir bei einem historischen , zeitgemässen Problem : Die ganzen "biblischen" Zeugnisse berichten von völligen Neubekehrungen, einem völligen Einschnitt in das bisherige persönliche uns soziale ( ! ) Leben.
      So, STA Evangelisaion, Taufen : Da finden wir jene, die wir schon in der Urchristenzeit fanden.

      Aber : Da sind auch - in Europa und USA schon überwiegend - STA - Kinder in der fünften Generation. ......

      Da werden Äpfel mit Birnen - und mit Erdnüssen verglichen !
      Ja, genau, so sehe ich das auch!

      Wir sind nun mal (grossteils) in einer anderen Situation als die Neubekehrten zur Zeit der Apostel.
      Deshalb wenden wir die Taufe ein bisschen anders an als damals.
      Das ist ja auch alles gut und richtig.

      Ich finde es nur nicht gut, wenn eine Seite (Befürworter der Erwachsenentaufe) der anderen Seite (Befürworter der Kinder oder sogar Säuglingstaufe) ein unbiblisches Verständnis vorwirft und sagt, dass das eigentlich gar keine echte Taufe sei, sie sei ungültig, weil im falschen Verständnis vollzogen und müsse im Erwachsenenalter unbedingt wiederholt werden, damit derjenige ein vollwertiger Christ ist.

      Wenn die Situation eben nicht mehr "Äpfel" ist und die einen machen dann "Nüsse" draus", weil die das "Gerettet-Sein aus reiner Gnade" betonen und lassen das Kind später bewusst dazu Ja sagen - - - die anderen machen "Birnen" draus, näher am ursprünglichen Zeitrahmen, aber doch auch nicht genau gleich....

      Dann denke ich, ist es das wichtigste, sich um ein richtiges Verständnis zu bemühen. Zu verstehen, was uns geschenkt ist und wozu wir Ja sagen - egal in welcher Form und in welchem Alter. Anstatt uns gegenseitig Formalia vorzuwerfen.
    • Seele1986 schrieb:

      Es ist einfach die Entwicklung und damit muss man bestmöglich und auch mit klaren Worten umgehen versuchen.
      Lieber Simon,ich kann fast alles unterschreiben was Du ansprichst.
      Aber ist es nicht unsere Aufgabe,als Jesu Jünger diesem Trend entgegenzutreten?

      Das es bei der RKK immer noch um die Erbsünde geht und deshalb der Säugling auch getauft wird
      ist doch bekannt.
      Das es mittlerweile in den Ev Kirchen andere Tradition ist und tolleranter ausgelegt wird ist auch Fakt.

      Das manche in den Freikirchen mit Macht und Angst arbeiten, ist leider ein trauriger Zustand.

      Deshalb sollten wir doch den Menschen das auf den Weg geben was uns Jesus vorgelebt und uns

      aufgerufen hat, ohne wenn und aber.

      Es geht hier um das ewige Leben oder den Tod, das sollte uns bei allen bedenken bewusst sein!

      Eine interessante Arbeit nicht von der STA:

      T01 Die Taufe im Neuen Testament.pdf
    • Bogi111 schrieb:

      Aber ist es nicht unsere Aufgabe,als Jesu Jünger diesem Trend entgegenzutreten?
      Ja, Bogi, das sehe ich genauso und das ist auch mein Ziel (vor allem, wenn ich meine Ausbildung fertig habe). Ich möchte eine andere Stimme aus der Ev. Kirche sein.

      Man muss allerdings mit solchen Dingen behutsam umgehen und das wird häufig falsch verstanden und auch falsch gemacht, finde ich.

      Natürlich kann man mit der Kopfnuss-Methode hingehen und sagen: "Was bei euch abläuft, das ist falsch!" - Dann werden sich ein paar zuwenden, weil man beeindruckt hat, viele werden sich abwenden, und einige werden sehr verstört stehenbleiben und sind verunsichert.
      Das zeugt aber nicht von viel Interesse am Menschen und die Rechnung geht auch nicht auf. Diese Nummer "Ich sage ja nur Gottes Wahrheit!" ist schön einfach, aber unbarmherzig. Ich kann nicht "Gott lieben", aber den Menschen nicht lieben. Das geht nicht. Und die Argumentation, dass die Kopfnuss ja aus Liebe geschehe, halte ich für eine billige Floskel.
      Man merkt, ob jemand etwas aus Liebe sagt oder nicht! (Damit meine ich nicht dieses ewige Liebes-Geschwafel, das bei einigen und gerade bei uns gerne gemacht wird; das sind nämlich auch Floskeln)

      Sobald es eine gewisse Quantität erreicht, sobald man merkt, dass man Macht hat, wird es problematisch (IMMER). Und wenn man dem "Trend entgegengeht" und Fehler aufzeigt, um Leute von einer Gemeinde in die eigene zu kriegen, dann ist das die gleiche Politik und der gleiche Teufel, selbst wenn man mit der Kritik vielleicht recht hat!

      Jesus hat doch deutlich gezeigt, dass es nicht ums Rechthaben geht! Du kannst Recht haben, bist aber unbarmherzig; Jesus hat uns deutlich gesagt, wie Gott das bewerten wird. Außerdem sind Leute mit solcher Strategie vollkommen kritik-resistent. Sie können nicht falsch liegen und es traut sich irgendwann auch keiner mehr, ihnen etwas entgegen zu halten.

      Das ist keine Nachfolge Jesu.

      Menschen haben Gefühle und Rituale, Traditionen und Bräuche sind sehr tief in der Biografie verankert (und sie werden nicht mit den schlechtesten Absichten gepflegt!). Deshalb muss man behutsam und liebevoll darüber sprechen.

      Und wie gesagt: ein Kirchensystem, eine Leitung, die bestimmte Dinge im Sinn hat, ist etwas anderes als der einfache Mensch, der in seinem Leben Halt und Sinn sucht.

      Bogi111 schrieb:

      Das es bei der RKK immer noch um die Erbsünde geht und deshalb der Säugling auch getauft wird
      ist doch bekannt.
      Ja, das ist ein passendes Beispiel. Dieses Denken ist leider immernoch stark verbreitet (ich weiß das von Patienten, aber auch von jüngeren Leuten).

      Und gerade sowas: "Wenn mein Kind stirbt, bevor es getauft ist, dann kommt es ins Feuer". So ein Denken muss ausgelöscht werden, aber das muss man behutsam tun! Einfach nur sagen: "Das ist falsche Lehre!" und etwas anderes stattdessen anbieten, hilft nicht.
      Die Person wird dir vielleicht wirklich folgen, aber die Krankheit ist noch immer da; sie wurde nur durch eine andere These ersetzt.

      Das hat Jesus nie getan. Er hat nie gesagt: "Ich biete euch etwas anderes an!", sondern er hat gesagt: "Leute, worum geht es denn eigentlich?!" Es ist ja nicht so, dass es nicht bekannt gewesen wäre. Das Liebesgebot ist aus dem Alten Testament, nicht aus dem Neuen!
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)
    • Seele1986 schrieb:

      Und gerade sowas: "Wenn mein Kind stirbt, bevor es getauft ist, dann kommt es ins Feuer". So ein Denken muss ausgelöscht werden, aber das muss man behutsam tun! Einfach nur sagen: "Das ist falsche Lehre!" und etwas anderes stattdessen anbieten, hilft nicht.
      Die Person wird dir vielleicht wirklich folgen, aber die Krankheit ist noch immer da; sie wurde nur durch eine andere These ersetzt.
      Wenn wir etwas behutsam tun wollen, dann dürfen wir die Menschen auf Gottes Wort hinweisen. Wenn wir die Liebe Gottes verständlich machen wollen, sollten wir sie vorleben und auf Gottes Wort verweisen.

      Die Person muss gar nichts, es darf Jesus folgen und IHM vertrauen.

      Wenn ich anfange den Menschen im christlichen Sinne erziehen zu wollen, mich als Maßstab einer christlichen Gesinnung oder eines Zeitgeistes nehme, ohne auf Jesus und sein Wort hinzuweisen, dann werde ich mich automatisch von Gott entfernen.
      Jesus sagt in seinem Wort klar und deutlich was gut und was ungut ist. Wir müssen nur darauf hinweisen ......das ist eigentlich das wirklich Schwierige daran.
      Würden mehr Christen dies beherzigen, könnten die falschen unbiblischen Traditionen von alleine im Geist Gottes erstickt werden.

      Seele1986 schrieb:

      Das hat Jesus nie getan. Er hat nie gesagt: "Ich biete euch etwas anderes an!", sondern er hat gesagt: "Leute, worum geht es denn eigentlich?!" Es ist ja nicht so, dass es nicht bekannt gewesen wäre. Das Liebesgebot ist aus dem Alten Testament, nicht aus dem Neuen!
      Ja klar, das "Liebesgebot" gab es schon immer. Ich mein jetzt nicht dich persönlich...aber was wird mit Liebe ( Liebesstempel) oder Nächstenliebe alles durchgesetzt und verfälscht. Ich denke an die ständig neuorientierte "Nächstenliebe" ...die zurzeit erlaubt, dass Homosexuelle vor dem Altar Gottes als Ehepaar getraut werden dürfen. Gleichgeschlechtliche Paare sollen Kinder adoptieren usw...

      Damit es danach nicht langweilig wurde, mussten sie über die Gleichberechtigung (aus Liebe) bei der Bezeichnung von Toilettentüren ihre "Nächstenliebe" repräsentieren.Ja, ein Repräsentieren um das eigene "Ich"..

      Ich mag nicht, wenn Christen sich mit ihrer "Nächstenliebe" brüsten, sich umdrehen und dann mit ihrer angeblichen Toleranz intolerant werden.
      Des Weiteren, wenn alles mit der "Gnade Gottes" begründet und durchgezogen wird, ohne jemals in der Bibel nachzulesen ob dies überhaupt mit der Gerechtigkeit Jesus kompatibel ist.

      LG
      Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich
      (Matthäus 19, 26)
    • Elli59 schrieb:

      was wird mit Liebe ( Liebesstempel) oder Nächstenliebe alles durchgesetzt und verfälscht. Ich denke an die ständig neuorientierte "Nächstenliebe" ...die zurzeit erlaubt, dass Homosexuelle vor dem Altar Gottes als Ehepaar getraut werden dürfen. Gleichgeschlechtliche Paare sollen Kinder adoptieren usw...
      Ja :( Diese Entscheidung wurde übrigens ohne Befragung der Kirchenmitglieder einfach von der oberen Etage durchgesetzt.
      Politik, sag ich ja :/


      Elli59 schrieb:

      Ich mag nicht, wenn Christen sich mit ihrer "Nächstenliebe" brüsten, sich umdrehen und dann mit ihrer angeblichen Toleranz intolerant werden.
      Das hast du sehr gut ausgedrückt. Genau das sieht man heute: eine "Toleranz", die vollkommen intolerant gegen andere Ansichten ist. Man nannte das mal Gleichschaltung, aber dieses Wort darf man ja nicht mehr verwenden.

      Gegen den Kuschelkurs in der Kirche und das beliebte Wort "Toleranz" kann man sich übrigens nur sehr schwer zur Wehr setzen, weil einem Sachen in den Mund gelegt werden: "Wollen Sie etwa sagen, dass Homosexuelle ... usw.", oder "Gott liebt aber alle Menschen" (was impliziert, dass man das nicht so sehen würde oder man das Gegenteil gesagt habe).
      Das ist mühsam und aufreibend, deswegen meiden das viele oder schließen sich dem gängigen Kurs an (der übrigens gar nicht der gängige Kurs ist, wenn man mit Leuten mal unter vier Augen redet!).

      Wenn man dann noch eine höhere Position hat, dann wird man von den Medien gefressen. Ich hatte hier mal vergleichsweise ein Beispiel dazu gebracht. Es ist nicht leicht.


      Elli59 schrieb:

      Des Weiteren, wenn alles mit der "Gnade Gottes" begründet und durchgezogen wird, ohne jemals in der Bibel nachzulesen ob dies überhaupt mit der Gerechtigkeit Jesus kompatibel ist.
      Ja, weil das auch nur Floskeln sind, um die eigenen Thesen durchzubringen oder in der Debatte zu obsiegen.

      Wie gesagt, ich denke, man merkt, ob jemand etwas aus Liebe sagt oder tut. Man kann das nicht an Kriterien festmachen. Zwei Leute können im Prinzip das Gleiche sagen. Bei dem einen hast du das Gefühl, er redet nur schön, bei dem anderen spürst du, dass er es aus Liebe sagt.
      Liebe ist die Tochter der Erkenntnis.
      (Leonardo da Vinci)