Rechtfertigung Gottes - muss sich Gott rechtfertigen?

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    • Ist Gott auch für das Unheil verantwortlich?

      Am heutigen Freitag, 11. März 2016 war folgende Tages-Losung im Losungsbüchlein:

      Bibelstelle
      "Ich bin der HERR und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und
      schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin
      der HERR, der dies alles tut." (Jesaja 45,6-7)


      Ist danach GOTT, der HERR auch für das Unheil verantwortlich? Oder wie ist dieser Vers aus Jesaja 45 zu verstehen?
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Ist danach GOTT, der HERR auch für das Unheil verantwortlich?

      Ich denke schon. Und weil Er gut und gerecht ist, vertraue ich darauf, dass das so "in Ordnung" ist.

      Interessant ist der Parallelismus in dem Text:
      Licht versus Finsternis - Frieden versus Unheil

      Ich denke (bzw. lege das so aus): so wie Finsternis in der Abwesenheit von Licht herrscht, so bricht das Unheil herein, wo sich Gott zurückzieht.
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • Norbert Chmelar schrieb:

      Ist danach GOTT, der HERR auch für das Unheil verantwortlich? Oder wie ist dieser Vers aus Jesaja 45 zu verstehen?

      HeimoW schrieb:

      Ich denke schon. Und weil Er gut und gerecht ist, vertraue ich darauf, dass das so "in Ordnung" ist.

      Interessant, dass ihr Beide dies anspricht... Ein Thema, das mich schon länger beschäftigt und Fragen aufwirft. Ich habe heute bereits mit Jemanden darüber gesprochen und meine, dass Gott nicht vor Gericht steht... Was wäre das für ein Gott der seine Handlungsweise vor einen Mensch rechtfertigen müsste ? Geht also nicht um Anklage... Die Schrift selbst ist doch voll von solchen Beispielen, wo Menschen in Leid oder in Kummer, in viel größerer Not als ich, im Glauben auf eine Antwort warten.

      Mir geht es z.B. gesundheitlich nicht gut, doch ich weiß, es kommt nicht von Gott, doch es muss am Thron Gottes vorbei. Da fällt es oft schwer in Gott oder seine Liebe zu vertrauen, eben weil man weiß, dass der Gott der einen liebt, auch gleichzeitig diese Dinge geschehen lässt. Von Gott "trennen" oder gar "lösen", nein - Das könnte ich nicht, wenn's jetzt schon tlw. schon so schlimm ist, mit Gott an meiner Seite, wie schlimm müsste es ohne Gott sein ?

      Wie würdet ihr einen Menschen antworten, der euch fragen würde, wie man das in Einklang bringen kann, dass der Gott der einen liebt auch Leid an einem geschehen lässt, obwohl Gott nicht Verursacher des Leids ist ? Ich verzweifle manchmal daran...
    • @Gabriel 87
      Wie würdet ihr einen Menschen antworten, der euch fragen würde, wie man
      das in Einklang bringen kann, dass der Gott der einen liebt auch Leid an
      einem geschehen lässt, obwohl Gott nicht Verursacher des Leids ist ?
      Ich würde dem Menschen beschreiben was "das Leid" mit mir macht und wie es meinen Horizont für die Realität in dieser Welt geöffnet hat.Welche Reaktionen ich betrachten darf an mir und anderen, die ich vorher nicht verstanden hätte. Ich würde ihm sagen, dass ich Gott vertraue, dass die Erfahrungen wichtig sind für den "Dienst" im Leben hier, sonst würde Gott es nicht zulassen....immerhin bin ich ein Mensch, der auf Gott vertraut und diesen hat er ja verheißen, dass uns alles dient. Ich nehme Menschen, die Leid haben oft auch ernster.Bewundere wie sie das Leben meistern.
      Natürlich gehört auch dazu wie man Zweifel überwindet. Auch das sich hinterfragen, ob man Hebräer 12 "nötig" hat.
      Ich traue Gott zu, dass er von Jetzt auf Gleich heilen könnte, aber ich denke er hält sich an die eigenen Naturgesetze, es sei denn es dient zu seiner Verherrlichung zum richtigen Zeitpunkt.Liebe setzt Grenzen, ich akzeptiere das, aber manchmal motze ich......;-)
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Pfingstrosen schrieb:

      Ich würde dem Menschen beschreiben was "das Leid" mit mir macht und wie es meinen Horizont für die Realität in dieser Welt geöffnet hat.
      Ja, dass Leiden kann ein guter Lehrmeister sein, wenngleich ich es nicht glorifizieren würde... Da ich nicht weiß, was Du unter "Leid" verstehst, wäre eine kurze Beschreibung - insofern Du magst - vielleicht ganz hilfreich. Natürlich erwarte ich mir nicht, dass Jemand auf die Frage des Leidens eine vollständige Antwort hat, mich würden da andere Meinungen & Erfahrungen interessieren.

      Pfingstrosen schrieb:

      Welche Reaktionen ich betrachten darf an mir und anderen, die ich vorher nicht verstanden hätte. Ich würde ihm sagen, dass ich Gott vertraue, dass die Erfahrungen wichtig sind für den "Dienst" im Leben hier, sonst würde Gott es nicht zulassen....immerhin bin ich ein Mensch, der auf Gott vertraut und diesen hat er ja verheißen, dass uns alles dient. Ich nehme Menschen, die Leid haben oft auch ernster. Bewundere wie sie das Leben meistern.
      Da kann ich Dir zustimmen, wenngleich ich ein Beispiel anführen möchte: Gehen wir mal davon aus, dass ein Mensch zB. vergewaltigt wurde - Würdest Du dann sagen können, dass so eine Erfahrung wichtig für den Dienst im Leben hier wäre ? Meinst Du, Du würdest verstanden werden, wenn Du sagen würdest: "Ja, alles (auch das) muss zum Besten dienen".

      Verstehst Du was ich sagen will ? Es geht nicht um Zweifel an Gott oder gar um Schuldzuweisung. Klar, Gott ist ein Gott der Liebe, das Böse muss an seinem Thron vorbei. Für manche Menschen ist es halt nicht einfach weil sie wissen das Gott sie liebt, und trotzdem Leid oder schreckliche Erfahrung zulässt. Körperlicher Schmerz, sozialer Druck und seelisches Dunkel können so groß und mächtig werden, dass ein Mensch nicht mehr denken und sprechen, ja nicht einmal mehr klagen und weinen kann, so dass für ihn mithin gar keine Möglichkeit besteht, einen Sinn in seinem Leiden zu erkennen, sich also "um zu besinnen".

      Ich hadere nicht mit Gott und zweifle nicht. Gott hat gewiss viele Namen, aber er kann niemals "Versucher" heißen, denn Gott ist kein Menschenfeind. War eh irgendwie klar, dass ich jetzt noch Hiob anführe: Er sitzt im Dunkeln und wartet auf eine Antwort.

      Gerade Hiob's Gottesgewissheit steigert noch seine innere Qual: Zwar kennt er den Urheber seiner Leiden, aber er kann nicht ihre Ursache erkennen. Also hat er Grund zur Klage. Er lässt sich das Recht zum Klagen von seinen frommen Freunden nicht nehmen. Die "Maßlosigkeit" seiner Klage entspricht doch nur der "Unermesslichkeit" seiner Leiden. So schwer kann er gar nicht gesündigt haben, wie er jetzt leiden muss. Für Hiobs Freunde hingegen ist die Angelegenheit theologisch völlig durchsichtig. Sie halten sich an das herkömmliche Vergeltungsdogma und dies besagt: Gott bestraft die Bösen und belohnt die Guten — Also geht es den Guten in der Welt gut, und die Bösen nehmen schließlich ein böses Ende.

      Da es Hiob so offensichtlich schlecht ergeht, bleibt nur der Schluss, dass er Schuld auf sich geladen hat. Und so warnen seine Freunde ihn, statt ihn in seinem Leid zu trösten, und mahnen ihn zur Umkehr, mit der Aussicht, dass es ihm dann alsbald wieder gutgehen werde.

      Hiob aber nimmt seinen Freunden die "Moral von der Geschichte" , die sie ihm auftischen, nicht ab. Für ihn geht die Patience der Passion, die sie ihm legen, nicht auf, weder in seinem Einzelfall noch im Lauf der Welt insgesamt... Ich räume noch einmal ein, dass die christlich-sympathische Antwort auf die Frage nach dem Leid der Menschen in der Welt Lücken aufweist. Sie bietet zwar eine Antwort an, aber sie liefert keine Lösung...
    • Halloo Norbert.

      Die Worte, die Du in Deinem Beitrag Nr. 97 aus der EKD-Denkschrift zitierst, hatte ich bisher immer nur in unserer Gemeinde gehört, vornehmlich in der Literatur von Ellen White. Deshalb erstaunen mich Deine Worte. Für mich sind sie ur-adventistisch. Jesus brauchte Gott nicht mit dem Menschen zu versöhnen, wohl aber den Menschen mit Gott. Und wir dürfen auch nie vergessen, dass da einer ist, der immer noch gerne an die Stelle Gottes treten möchte, aber Gott nicht lieben möchte.

      benSalomo.
    • @ gabriel 87
      Da kann ich Dir zustimmen, wenngleich ich ein Beispiel anführen möchte:
      Gehen wir mal davon aus, dass ein Mensch zB. vergewaltigt wurde -
      Würdest Du dann sagen können, dass so eine Erfahrung wichtig für den
      Dienst im Leben hier wäre ? Meinst Du, Du würdest verstanden werden,
      wenn Du sagen würdest: "Ja, alles (auch das) muss zum Besten dienen".
      Ich glaube man merkt, dass ich in meinem Beitrag nicht über das Leid eines anderen gesprochen habe.
      Aber ich könnte dir erzählen was die Einstellung einer mir sehr nah stehenden Christin ist, die eigentlich umgebracht worden ist...nur dass sie den "Mord " überlebt hat, das wusste der Täter nicht.Deshalb ....es geht nicht darum was wir zum Leid des anderen meinen, sondern was der Betroffene Christ dazu meint.
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Pfingstrosen schrieb:

      Ich glaube man merkt, dass ich in meinem Beitrag nicht über das Leid eines anderen gesprochen habe.
      Aber ich könnte dir erzählen was die Einstellung einer mir sehr nah stehenden Christin ist, die eigentlich umgebracht worden ist...nur dass sie den "Mord " überlebt hat, das wusste der Täter nicht.Deshalb ....es geht nicht darum was wir zum Leid des anderen meinen, sondern was der Betroffene Christ dazu meint
      Oh, das war aber eine kurze Nachtruhe...
      Hatte ich auch nicht so verstanden, dass Du über jemand anders gesprochen hast... Gerne, erzähl mal...
    • gabriel87 schrieb:

      Wie würdet ihr einen Menschen antworten, der euch fragen würde, wie man das in Einklang bringen kann, dass der Gott der einen liebt auch Leid an einem geschehen lässt, obwohl Gott nicht Verursacher des Leids ist ?

      Meine Antwort ist, dass ich es nicht weiss.
      Nachdem aber Gott sich in Jesus selbst in das Leid begeben hat und uns auch so gleich geworden ist, muss es eine Begründung geben. Wir kennen sie nicht, aber wenn Gott das Leid an sich selbst heran lässt...
      Vielleicht tröstet Dich dieser Gedanke...



      gabriel87 schrieb:

      Hiob aber nimmt seinen Freunden die "Moral von der Geschichte" , die sie ihm auftischen, nicht ab.

      Auch Gott "nimmt ihnen die Antwort nicht ab". Im Gegenteil:

      Bibelstelle

      Hiob 42,7: Und es geschah, nachdem der HERR jene Worte zu Hiob geredet hatte, da sprach der HERR zu Elifas von Teman: Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und gegen deine beiden Freunde: Denn ihr habt über mich nicht Wahres geredet wie mein Knecht Hiob.
      Liebe Grüße, Heimo
    • Ich sehe es auch so wie HeimoW.

      Es ist ja so: wenn man sagt, dass Gott letztlich alles fügt (und zu dieser Betrachtung kommt man zwangläufig irgendwann, wenn man sagt, er ist Gott), dann wird oft eine Ableitung gemacht und ein Gedankengang unterstellt:

      "Man darf aber nicht sagen, dass Gott schuld ist an dem Leid!" - Wer hat das gesagt? Wie kann Gott "schuld haben"? Wer ist sein Richter?

      Die zentrale Figur ist tatsächlich Jesus. Gott ist selbst ins Leid gegangen. Er hat sich uns hingegeben. Wenn wir leiden, dann leidet er mit; das ist viel wichtiger, als irgendwelche holistischen Theorien. Wir können das große Ganze sowieso nicht sehen; wir wollen es auch nicht sehen, wir können das nicht ertragen.

      Deshalb sagte Hiob: Ich lege meine Hand auf meinen Mund und will nicht mehr reden. Die meisten Menschen fragen nicht nach dem "Warum", weil sie das große Ganze verstehen wollen, sondern sie fragen wegen persönlicher Schicksale und Befindlichkeiten.

      Es ist ok zu hadern und mit Gott zu kämpfen (Jakob am Jabbok), das ist erlaubt. Gott will keinen Kadavergehorsam, er will, dass wir lernen. Aber eben darum soll es beim Hader nicht bleiben!

      Gott ist gut. Er ist immer gut.
      denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
      (Hebräer 11,27b)
    • In Sachen Leid können wir nur klagen!

      gabriel87 schrieb:

      Wie würdet ihr einen Menschen antworten, der euch fragen würde, wie man das in Einklang bringen kann, dass der Gott der einen liebt auch Leid an einem geschehen lässt, obwohl Gott nicht Verursacher des Leids ist ? Ich verzweifle manchmal daran...
      Ich kann dann nur zugeben: "Ich kann das nicht in Einklang bringen, schon gar nicht erklären - sondern nur Gott hinlegen!" Deswegen bin ich ja auch nur ein kleiner Mensch und nicht der übergroße Gott! Ja, weil wir nicht durchblicken, können wir manchmal verzweifeln! Das Theodizee-Problem ist der größte und stärkste Angriff derjenigen Leute, die sagen es gibt keinen Gott, weil es eben so ist, wie oben beschrieben!

      gabriel87 schrieb:

      Ich räume noch einmal ein, dass die christlich-sympathische Antwort auf die Frage nach dem Leid der Menschen in der Welt Lücken aufweist.
      "Denn Gottes Wege sind so viel andere Wege, wie unsere Wege!"

      gabriel87 schrieb:

      Sie bietet zwar eine Antwort an, aber sie liefert keine Lösung...
      Wir stehen ratlos da! Deshalb klagen viele Gott an, "Warum hast Du...?" bzw "Warum hast Du nicht...?"

      HeimoW schrieb:

      Nachdem aber Gott sich in Jesus selbst in das Leid begeben hat und uns auch so gleich geworden ist, muss es eine Begründung geben. Wir kennen sie nicht, aber wenn Gott das Leid an sich selbst heran lässt...
      Vielleicht tröstet Dich dieser Gedanke...
      Ja, diese Gedanken können einen trösten!

      Seele1986 schrieb:

      Die zentrale Figur ist tatsächlich Jesus. Gott ist selbst ins Leid gegangen. Er hat sich uns hingegeben. Wenn wir leiden, dann leidet er mit
      Ja im Leiden sollten wir immer auf Jesus am Kreuze schauen! Und dran denken, dass auch ER hindurchgelitten hat!

      Seele1986 schrieb:

      Gott ist gut. Er ist immer gut.
      "Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn. Wir dürfen ihn in Demut Vater nennen.
      _Wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so sehn wir ihn vor zarter Liebe brennen.
      _Dies Wort gibt uns im Kampfe Kraft und Mut: Der Herr ist gut."
      (Evang. Gesangbuch Nr.631,1 = Lieblingslied der Hahn'schen Pietisten)
    • Herzlichen Dank für Eure Antworten

      HeimoW schrieb:

      Meine Antwort ist, dass ich es nicht weiss.
      Nachdem aber Gott sich in Jesus selbst in das Leid begeben hat und uns auch so gleich geworden ist, muss es eine Begründung geben. Wir kennen sie nicht, aber wenn Gott das Leid an sich selbst heran lässt...Vielleicht tröstet Dich dieser Gedanke...


      Seele1986 schrieb:

      Wenn wir leiden, dann leidet er mit; das ist viel wichtiger, als irgendwelche holistischen Theorien.


      Norbert Chmelar schrieb:

      Ich kann dann nur zugeben: "Ich kann das nicht in Einklang bringen, schon gar nicht erklären - sondern nur Gott hinlegen!" Deswegen bin ich ja auch nur ein kleiner Mensch und nicht der übergroße Gott! Ja, weil wir nicht durchblicken, können wir manchmal verzweifeln! Das Theodizee-Problem ist der größte und stärkste Angriff derjenigen Leute, die sagen es gibt keinen Gott, weil es eben so ist, wie oben beschrieben!


      Norbert Chmelar schrieb:

      Wir stehen ratlos da! Deshalb klagen viele Gott an, "Warum hast Du...?" bzw "Warum hast Du nicht...?"

      Dieses Thema kann manchmal eine echte Herausforderung sein. Es geht mir gar nicht so sehr um die Frage "Warum". Möchte nicht jammern, gibt halt Tage oder Phasen wo ich mir sehr schwer tu, mit all dem zurechtzukommen. Natürlich, es kommt nicht von Gott, doch es muss am Thron Gottes vorbei. Da fällt es oft schwer in Gott oder seine Liebe zu vertrauen, eben weil man weiß, dass der Gott der einen liebt, auch gleichzeitig diese Dinge geschehen lässt. Die Frage nach einem Schuldigen lindert kein Leid, keine Not. Der Anblick oder das Wissen um den Schuldigen tröstet nicht, sinnlos nach einem Schuldigen zu suchen, finde ich.

      Norbert Chmelar schrieb:

      Wir stehen ratlos da! Deshalb klagen viele Gott an, "Warum hast Du...?" bzw "Warum hast Du nicht...?"
      Darauf wissen wir keine Antwort. Und wie Du sagst, man steht völlig ratlos da. Was wäre wenn die Antwort vielleicht gar nicht aus Worten besteht ? (Römer 12,15) - Die Frage nach dem "Warum" ist vielleicht keine intellektuelle Frage, keine theologische Frage sondern eine emotionale Reaktion, die irgendwie versucht sich in Worte zu kleiden. Die Frage nach dem "Warum" drückt eventuell nur den tiefen Schmerz aus den man empfindet. Ich glaube das es deshalb auf das "Warum" keine fixe Antwort gibt.

      Ich frage mich: Wie im alltäglichen Glaubensleben mit dem Schmerz oder mit Krankheit umgehen, wenn's echt mal wieder schlimm wird ? Wie zu Ruhe und Frieden kommen, wenn mal wieder alles tost, wenn es hohen Wellengang gibt ? Wie sich vor Verbitterung schützen ? Gegenüber Anderen, Gott und sich selbst ?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von James Gabriel ()

    • gabriel87 schrieb:

      Wie zu Ruhe und Frieden kommen, wenn mal wieder alles tost, wenn es hohen Wellengang gibt ? Wie sich vor Verbitterung schützen ? Gegenüber Anderen, Gott und sich selbst ?
      Hallo Gabriel,jeder hat ein anderes Päckchen zu tragen. Ich für mich empfinde, das das Schicksal es mit mir bisher gut gemeint hat.

      Trotzdem weiß ich um Not,Schmerz und Verletzung.
      Anderseits sehe ich viele Menschen den es viel schlimmer geht, das lässt mich dankbar werden.
      Zudem kommen die Erfahrungen die ich mit Gott gemacht habe, das Gott nicht mehr zulässt als ich tragen kann.
      Das lässt mich die Durststrecken ,geduldiger,optimistischer und hoffnugsvoller ertragen.
      Das Gespräch mit Gott,Frau,Kindern und Freuden helfen dabei ungemein!
    • Hallo Bogi,

      Bogi111 schrieb:

      Anderseits sehe ich viele Menschen den es viel schlimmer geht, das lässt mich dankbar werden
      Ich habe in den letzten Tagen viel über das Thema nachgedacht und komme zum Schluss: Egal wie schlecht es einen gehen kann, wir können uns immer kühn und mutig auf den Boden des Wortes Gottes stellen. Jesus hat für uns den völligen Sieg über Sünde, Krankheit und Schwachheit erworben, als Er für uns am Kreuz starb.

      Es gibt "Gefängnisse" ohne Türen, Schlösser und Gitter. Dieses Gefängnis kann "Leid", "Armut" oder "Krankheit" heißen. Aber wir können den Herrn trotzdem loben: Für seine Liebe, für seine große Geduld und Barmherzigkeit, für die Kraft die Er uns schenkt, dass wir Ihm selbst in Not und Leid preisen können.

      Ich schau' in mein Leben und durch Jesus darf ich entdecken, dass es immer einen Grund gibt sich am Herrn zu freuen, am Leben zu freuen und Gott dafür zu preisen.

      "Freut euch im Herrn allezeit." (Phil 4,4) - Wie Du sagst, lieber Bogi, Gott lässt nicht mehr zu als wir tragen können. Und wenn Gott sagt, dass es möglich ist, dass wir uns allezeit in Ihm freuen können, dann kann ich mich auf dem Herrn berufen und bemerke, dass mich der Herr in seine Gnade "reinzieht", in der es mir leicht fällt, im Glauben in den Sieg über all' die Dinge "hineinzugehen", die mich bedrücken.

      In diesem wunderbaren Augenblick des Lobens versiegt die Traurigkeit, die Betrübnis oder das Murren. Wenn ich Gott lobe, werde ich froh und glücklich, alle Dinge werden auf einmal leichter.

      Ich habe es in den letzten Tagen erlebt: Wenn Dinge schief gehen und diese Dich "niederdrücken", dann beginne einfach damit Gott zu loben und zu preisen, sag' einfach Danke und plötzlich bekommen die Dinge ein neues (fröhliches) Gesicht. :)


      Liebe Grüße
    • Jesus hat für uns den völligen Sieg über Sünde, Krankheit und Schwachheit erworben, als Er für uns am Kreuz starb.

      Eine schwierige Aussage für mich....ich verstehe das nicht.

      Jedenfalls nicht , wenn es einfach so geschrieben wird. Was soll das denn bedeuten?
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
    • Hallo Pfingstrosen,

      Pfingstrosen schrieb:

      Eine schwierige Aussage für mich....ich verstehe das nicht.

      Jedenfalls nicht , wenn es einfach so geschrieben wird. Was soll das denn bedeuten?

      Was genau macht diese Aussage für Dich so schwierig oder unverständlich ?
      Was meinst Du mit "Jedenfalls nicht, wenn es einfach so geschrieben wird" ?
      Könntest Du das bitte präzisieren ?


      Liebe Grüße,
    • gabriel87 schrieb:

      Jesus hat für uns den völligen Sieg über Sünde, Krankheit und Schwachheit erworben, als Er für uns am Kreuz starb.
      Jesaja 53,4 sagt für mich aus, dass die Leute Jesus,zu seinen menschlichen Lebzeiten. für verachtet hielten, obwohl er die Krankheit , die er trug,von den damals Geheilten auf sich nahm...die Sünde allerdings übernahm er für viele vor und nach seiner Lebenszeit hier auf der Erde.....also zweierlei Situationen....denn sonst müsste ich fragen wo er denn meine Schmerzen übernimmt, wenn ich sie doch habe....oder warum wir in und durch Krankheit sterben.....

      gabriel87 schrieb:

      Pfingstrosen schrieb:

      Eine schwierige Aussage für mich....ich verstehe das nicht.

      Jedenfalls nicht , wenn es einfach so geschrieben wird. Was soll das denn bedeuten?
      Was genau macht diese Aussage für Dich so schwierig oder unverständlich ?


      Was meinst Du mit "Jedenfalls nicht, wenn es einfach so geschrieben wird" ?
      Könntest Du das bitte präzisieren ?


      Liebe Grüße,
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pfingstrosen ()

    • Pfingstrosen schrieb:

      denn sonst müsste ich fragen wo er denn meine Schmerzen übernimmt, wenn ich sie doch habe....
      Wir haben doch wunderbare Verheißungen in der Bibel.
      Ich möchte Dir Mut machen, den Herrn (trotz Schmerzen) so zu preisen, als hättest Du schon die Heilung empfangen. Wir können Jesus doch (heute schon) danken, denn durch seine Wunden sind wir bereits geheilt. Wenn es schwerfällt, dann kann ich in mein Leben schauen und Gott für so viele andere Dinge danken...

      Wie kann ich das sagen, wenn ich Schmerz doch fühle ?
      Weil ich mich fest an Jesu Worte klammern darf - Ihm beim Wort nehmen kann. Auch wenn ich Schmerz fühle, auch wenn ich es nicht verstehe (es hört sich ja auch ziemlich "närrisch" an), so möchte ich Jesus preisen, für das was Er bereits getan hat, ich kann Ihm auch heute schon dafür preisen, noch ehe der Schmerz vorüber ist, dass Er auch den Schmerz zerbricht und die Fülle des Segens über Seine Menschenkinder ausgießen möchte.

      Ist an dem was ich hier sage, wirklich etwas dran ?
      Probieren geht über studieren. Ich möchte Dich gerne ermutigen, den Herrn zu preisen, wenn Du von Schmerz geplagt wirst. Durch Loben kann ich (nun) die schrecklichen Schmerzen aushalten, die mich manchmal quälen.

      Es tut mir leid, dass ich Dir keine rationale Antwort geben kann. Man erlebt im Loben und Danken wohl etwas, das für den Verstand weder erklärbar noch zu begreifen ist.
    • Guten Morgen Pfingstrosen,

      Ich danke dem Herrn für diesen tollen Dialog mit Dir :)
      Vielen Dank, dass Du die Frage gestellt hast. Deine Frage durfte ich als wahren Segen erleben und als eine gute Möglichkeit um über das Wort Gottes und das Werk Jesu nachzudenken. Ich hoffe, die Antwort möge Dich ebenso bereichern wie mich die Frage bereichert hat.

      Pfingstrosen schrieb:

      Was soll das denn bedeuten?
      Ich kann nur versuchen, zu erklären, warum ich der Überzeugung bin, dass Jesus für uns den völligen Sieg über Sünde, Krankheit und Schwachheit erworben hat, als Er für uns am Kreuz starb. Doch warum sollte es Dir an Weisheit fehlen, wenn Jesus Dir von Gott zur Weisheit gemacht ist und Gott Dir reichlich Weisheit gibt, wenn Du Ihm darum bittest ? (1. Kor 1,30 / Jak 1,5) :thumbup:

      Es gibt niemanden wie Jesus.
      Er erhält alles durch das mächtige Wort Seiner Kraft. Als Jesus für alle Menschen am Kreuz starb (ganz gleich, ob diese Jesus als Ihren persönlichen Herrn annehmen oder nicht), hat Er sich selbst ein für allemal als das einzige "Sündeopfer" gegeben, damit wir voller Zuversicht zum Thron der Gnade unseres himmlischen Papas gehen können.

      In seiner unfassbaren Liebe zu uns Menschenkinder - zu Dir, zu anderen, zu uns Allen - hat Er nicht nur von unserer größten Not gesprochen, sondern Er starb und Er ist für uns auferstanden, um unsere Sünden zu bezahlen und um unserer größten Not zu begegnen. Vielleicht erklärt das ja auch die "Sonntagsbegeisterung" von so manch vermeintlich "abtrünnigen Christ" ? :D (Sorry, kleiner Scherz am Rande)

      Jesus macht den Unterschied.
      Doch Gott möchte, dass jeder Mensch frei entscheidet, ob wir Jesu Werk im Glauben annehmen wollen oder nicht. Wenn wir Jesu Werk persönlich im Herz und im Glauben annehmen, dann haben wir Anteil an Seinem Erbe: Er hat unsere Schwachheit, unsere Sünde überwunden. Der Herr Jesus hat für uns bereits den Sieg errungen.

      Und auch, wenn ich heute Schmerzen habe, so kann ich Jesu Sieg über meine Schmerzen für mich im Glauben schon jetzt annehmen. Vielleicht macht Jesus es nicht "heil", doch in der Bibel steht:

      "Fürwahr ! Er (er)trug unsere Schmerzen!"

      In Römer 6,6:
      Wir wissen ja, dass unser "alter Mensch" mit Ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde,
      so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.

      In Galater 2,19: Ich bin mit Christus gekreuzigt.

      Heißt das, dass wir jetzt frei von der Versuchung der Sünde oder des Fühlen von Schmerz oder Kummer sein würden oder das wir munter weiter sündigen könnten ? Keineswegs.

      Der Schmerz ist da und die Sünde ist manchmal verlockend. Aber weil durch Jesu Sieg am Kreuz über die Sünde, über den Tod, über den Schmerz, über das Leid auch unser "Ich" gekreuzigt wurde, können wir den Sieg Jesu im Glauben und Gebet annehmen. Wenn wir mal schwach sind und sündigen, dann dürfen wir auch vor Jesus aufrichtig kommen und Ihm um Vergebung bitten. Keinesfalls aber, dass man mit "Sünde / sündigen" unverantwortlich umgehen kann. Es ist und bleibt trotz allen eine Sünde, wenn man sich selbst "mutwillig gestattet" unabhängig von Gott zu handeln. Unser Herr Jesus möchte ja schließlich, dass wir solche Handlungsweisen bekennen und aufgeben, ein fortlaufender Prozess, ein "Unterrichtsfach" der Schule Gottes eben.

      Jesus hat den Sieg errungen :happy:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von James Gabriel ()

    • @ gabriel 87

      Das beweist mir einmal wieder, dass die Beschäftigung mit den Fragen um Leid und Evangelium für jeden bereichernd ist, wenn er sich zu eigen macht, dass es nicht nur die körperliche Realität, sondern auch die Geistige Welt gibt, die man ergreifen und für wahr halten muss, damit der Segen sich entfalten kann.

      Ich interessiere mich für Randgruppen. Alles was in unserer Gesellschaft nicht der Norm entspricht. Bei dieser Gelegenheit stieß ich auf eine Seite eines Fotografen, der adipöse Frauen in ein schönes Licht setzte....auf der Internetseite gab es viele Links zu diesem Thema und mindestens 20 Internetlinks zu !!!!!! Seelsorgeadressen gegen Selbstmord !!!!!!
      Das hat mich dort überrascht, aber nicht gewundert. Verzweiflung ist heute mehr denn je Programm.

      Gegen diese Verzweiflung hilft das Wort. Gottes Wort. Dort wo "Gott" für den Menschen alles in Ordnung bringt, dort zeigt sich der wirkliche Maßstab, der auf dieser Welt gilt.
      Was ich auch unbedingt posten möchte und hoffe, dass es viele viele Menschen lesen und sich zu Herzen nehmen ist dieser Bibeltext:

      Bibelstelle

      Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte.3 Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.
      Jesaja 53

      Ich wünsche mir, dass sich das alle zu Herzen nehmen, die sonst unter den Normvorstellungen dieser Gesellschaft und des babylonischen Systems leiden ( jung, gesund, reich und schön)
      Jesus kennt jeden Schmerz!
      Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!