Ist die Taufe durch eine Gemeinde notwendig zum Heil ?

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    • Hallo DonDomi,

      Bei uns ist für die heilige Wassertaufe tatsächlich nur das bekenntnis Notwendig dass man an Jesus und sein Evangelium glaubt.
      Ja was ist denn nun inhaltlich Bekenntnis "zu glauben" wenn man an Jesus und sein Evangelium" glaubt ? Was ist der Inhalt des Evangeliums ?(

      "Geistestaufe ist dabei noch gar nicht angesprochen.
      l.g.y.
    • Hallo Yokurt,

      sofern es dich noch interessiert, erläutere ich nochmal kurz:

      ich verstehe immer noch nicht für wen, wen nicht zwischen Täufling und
      Kirche "die Lehre der Kirche" (Dogmatik) denn verbindlich sein soll.

      Wenn die Lehre der Kirche (nur jene für den Täufling wenigstens) nach
      aussen hin verbindlich sein soll, ist sie dann nicht auch für den
      Täufling verbindlich??----eigenartig für mich

      Eigentlich ganz simpel:

      Es saßen (im 16. Jh.) mal Leute zusammen (Luther usw.). Sie schrieben in Bekenntnisschriften auf, was sie für richtig und wahr in der Schrift erkannt haben.
      Die Kirche bildete sich und sagte: "Dies hier ist unsere Lehre. Das haben wir (bisher) aus der Heiligen Schrift erkannt."

      Man nennt es auch "norma normata" (normierte Norm). Das heißt: diese Bekenntnisse stehen unter der Schrift als "norma normans" (normierende Norm).

      Die Bekenntnisse sind ehrlich und nach bestem Gewissen, aber immer mit der Möglichkeit zum Fehler und zum Irrtum (menschlich halt). Sie können und müssen ggf. revidiert und überdacht werden. ("Die Kirche muss sich immer wieder reformieren", Luther)

      Wie der Mensch auch, muss auch die Kirche ggf. sterben und sich erneuern.

      Die Geschichte ging weiter, Inhalte und Aussagen wurden immer wieder überdacht, diskutiert, hinterfragt, zerstört, aber auch rückbesonnen (luth. Orthodoxie, Pietismus). Die neuste Revision der Lutherbibel geht z.B. wieder zu alten Formulierungen zurück, die in den vorigen Revisionen herausgenommen wurden (als Beispiel).

      Unumstößlich ist für uns nur die Glaubenswahrheit selbst, die in der Taufe zugesprochen wird: die Aufnahme in die Gemeinschaft Christi.

      Wie dieser Gott letztlich beschaffen ist, bleibt ein Mysterium. Ich kann den Menschen nicht auf seine Definition festnageln und erst Recht nicht auf unsere Definition.

      Er wird mit der Taufe Teil der Kirche; mit allen Rechten, sich zu beteiligen, aber auch allen Pflichten, die daraus resultieren. Er darf unserer Kirche, unserem Tun und Lassen, unseren Texten und Schriften, widersprechen (soll es sogar, wenn ihn sein Gewissen dazu treibt). Und jeder andere darf ihm darauf antworten, mit ihm streiten.
      Er darf sowohl die Bibel selbst, als auch unsere Bekenntnisschriften für und gegen uns verwenden, die Kirche anklagen, die Kirche unterstützen, die Kirche erinnern.

      So soll es sein. Natürlich ist es auch oft nicht die Realität bei uns, aber so sollte es sein.

      Dann blieben aber ALLE Glaubenspunkte--gem dieser Argumentation---auch jene für den Täufling unverbindlich, weil ja auch diese "nicht" von der Gemeinde überprüft werden können.

      WIR prüfen sie ja auch nicht. Der Täufling macht eine Aussage. Diese Aussage steht vor ihm; er steht mit seinem eigenen Gewissen vor dem, was er gesagt hat. Er ist vor sich und Gott verantwortlich, nicht vor der Gemeinde.

      Vor der Gemeinde ist er nur mit dem verantwortlich, was er an und in der Gemeinde tut. Seine Glaubensaussage gehört ihm und Gott allein, nicht uns.

      Wir können seinen Glauben nicht "verbindlich" machen, denn er kann scheitern, er ist ein Mensch. Er kann übermorgen ein Erlebnis haben, dass ihn (kurz oder lang) vom Glauben wegreißt. Auf den Menschen ist kein Verlass, sondern nur auf Gott, der diesen Menschen begleitet und trägt (auch im Unglauben).

      Lg
      denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
      (Hebräer 11,27b)
    • Hallo Seele1986,
      Die Kirche bildete sich und sagte: "Dies hier ist unsere Lehre. Das haben wir (bisher) aus der Heiligen Schrift erkannt."
      es gibt also definierte "Lehr-und Glaubenspunkte, ok, das ist die eine Seite

      die andere Seite ist
      Er wird mit der Taufe Teil der Kirche; mit allen Rechten, sich zu beteiligen, aber auch allen Pflichten, die daraus resultieren.
      "!die Pflicht" bedeutet hinsichtlich der definierten
      Lehre also

      Er darf unserer Kirche, unserem Tun und Lassen, unseren Texten und Schriften, widersprechen
      und ich nehme an ggf. auch anders tun.

      Also haben die (getauften) Mitglieder wohl doch keinerlei "Pflichten" gegenüber der Lehr-und Glaubenspunkte" - ?( ---das wäre doch Narrenfreiheit,völlige Unverbindlichkeit, oder nicht?

      aber lassen wir das, ich möchte nicht noch mehr verkomplizieren---ich weiß jetzt in etwa wie die Glaubenspraxis aussehen soll.
      und es sollte nun klar sein, wo ich die Reibungspunkte zum Thema sehe.

      Danke für die Infos.
      l.g.y.
    • Hallo DonDomi,

      Das Evangelium ist die Frohbotschaft Jesu, nämlich dass er für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist und am 3.Tag auferstanden ist und wir dadurch erlöst werden können.
      das war´s dann inhaltlich?
      das sind die einzigen Kennzeichen der NT Gemeinde ? des NT Gläubigen ? mehr hat er aus der Schrift nicht erkannt und mehr glaubt er auch nicht ?

      Sind z.B. die 10 Gebote vom Sinai für dich verbindlich ? oder werden diese "abgewandelt?
      damals sagte das Volk "alles was Du uns "gebietest", wollen wir tun----gelten die 10 Gebote für dich in diesem Sinne ? oder sind sie unverbindlich ?
      Ist die 6-Tage Schöpfung für dich verbindlich ? z.B.
      usw.

      ich möchte jetzt keine neue Diskussion "Schöpfung etc" ------

      wie gesagt ich versuche (euch) zu verstehen---einstweilen bleibt es beim Versuch ;)

      l.g.y.
    • @Yokurt

      Es geht bei der Taufe nicht darum, was für mich verbindlich ist. Die Taufe ist für mich ein Bund den man mit Gott eingeht und da ist es nicht entscheidend, was für mich verbindlich ist. Die Taufe stellt den Anfang dar, da wird für mich das Trennende zwischen Mensch und Gott überwunden. Daher sind Deine Fragen für mich in Bezug auf die Taufe unerheblich.
      Ich vermute, bei den Adventisten bedeutet Taufe etwas anderes, aber vielleicht sollten wir zuerst einmal klären, was die Taufe überhaupt ist.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Hallo DonDomi,

      Es geht bei der Taufe nicht darum, was für mich verbindlich ist.
      Es gibt aber zwei Bundespartner. Dich---und Gott.
      Ist von Seiten Gottes beim "Taufbund" ebenfalls alles unverbindlich, von IHM zu dir?

      Allein der Taufbefehl (Math. 28 /19,20zeigt die damit verbundenen Bedingungen des Täuflings auf:

      "und lehret sie halten alles was ich euch befohlen habe."
      Damit sind wir unausweichlich beim für den Täufling verbindlichen Worte Gottes, alles was (dir) die Schrift offenbart.


      Offenbart die Schrift lediglich "Glaube an Vater/Sohn/hl. Geist ? das war´s dann ?(

      Apg. 2/42 "Die erste Gemeinde" "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel----"
      Ich --und offensichtlich das ganze NT und NT Theologie---versteht unter dieser Lehre wesentlich mehr als das Bekenntnis zum Glauben an Vater/Sohn/hl. Geist, welches inhaltlich gar nichts aussagt.

      Aber ich verstehe was Du dazu meintest.
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      ---vielleicht sollten wir zuerst einmal klären, was die Taufe überhaupt ist.
      erstens ist das ein anderes nicht hierher gehörendes Thema.
      Zweitens ist wohl klar, daß wir auch wohl hier weit auseinander liegendes Verständnis haben werden. Icvh vermute daher das eine solche Betrachtung wenig ergiebig sein würde.
      l.g.y.
    • Also haben die (getauften) Mitglieder wohl doch keinerlei "Pflichten" gegenüber der Lehr-und Glaubenspunkte" - ?( ---das wäre doch Narrenfreiheit,völlige Unverbindlichkeit, oder nicht?
      Ich weiß, dass das Nachfragen immer hinderlich in einem Gespräch ist, aber was verstehst du unter "Pflichten gegenüber der Lehre"?

      Die Lehre ist:

      - Gott ist einzig wahrer Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Geist. (Darauf kann ich nicht verpflichten... Man glaubt es oder nicht)

      - Der Mensch ist Sünder vor Gott (ersichtlich an den Zehn Geboten), durch die Sünde getrennt von Gott und unter der Sünde verflucht. (Wesentliche Erkenntnis, aber verpflichten kann ich darauf nicht... Man glaubt es oder nicht)

      - Jesus Christus ist Gott, herabgekommen in die Welt, den Menschen vom Fluch des Todes zu erlösen. (Die wesentlichste Erkenntnis; das Kernstück! Aber verpflichten kann darauf auch nicht... Man glaubt es oder nicht)

      - Der Heilige Geist ist Gott, Tröster und Lehrer der Wahrheit Gottes, Beistand bis zur Vollendung. (Wichtige Gewissheit und Wegbegleiter heute; verpflichten kann ich es nicht... man glaubt es oder nicht)

      - Ferner: Zuspruch Gottes und Gemeinschaft Christi sind in den Zeichen dargestellt: Taufe & Abendmahl, welche nach bestem Gewissen gereicht und genommen werden sollen. (Wird gegeben, wird genommen oder nicht genommen...)

      Das ethische Gebot ist: Du sollst den Nächsten lieben, wie dich selbst. (Darauf zu verpflichten wäre auch komisch; es soll aus Liebe getan werden, nicht aus Gesetz einer Gemeinde, die das "prüft")

      Ich weiß daher nicht so recht, was du meinst...

      Alle weiteren Gedanken, Schriften, Auslegungen, "Prophezeiungen", Behauptungen von irgendeinem Theologen, Reformatoren, oder anderweitigen Gemeindeglied, sind ohnehin zu diskutieren...

      Die Glaubenspunkte bei den STA sind ja (soweit ich das sehe und verstehe) ganz konkrete Auslegungen aus der Bibel, zu denen man "Ja" sagen soll (kann, darf...).
      Die konkreten Auslegungen haben wir auch (der Großteil der Kirche stimmt diesen wohl auch zu), aber sie werden bei uns nicht als Tauf- oder Aufnahmekriterium vorgelegt.

      Wobei es doch letztlich ohnehin so ist: Wer der ev. Lehre absolut nicht zustimmen kann, der wird wohl kaum in unsere Kirche kommen, oder in unserer Kirche bleiben... Von daher regelt sich sowas ja ohnehin von selbst.

      Wird bei euch genauso sein, schätze ich mal.

      Lg
      denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
      (Hebräer 11,27b)
    • Hallo Seele,

      Danke für deine weiteren Gedanken und Beispiele dazu--sie sind Anregungen über mein Verständnis zum Thema nach zu denken ---also denke ich mal darüber nach.
      "Denk" Pause ist ja auch produktiv--- ;)

      Jedenfalls die Antwort auf die Threadfrage scheint für Alle hier ohne Einspruch dagegen klar zu sein:
      JA--die Taufe in eine Gemeinde ist zum Heil nötig.

      l.g.y.
    • Yokurt schrieb:

      Hallo DonDomi,

      Es geht bei der Taufe nicht darum, was für mich verbindlich ist.
      Es gibt aber zwei Bundespartner. Dich---und Gott.
      Ist von Seiten Gottes beim "Taufbund" ebenfalls alles unverbindlich, von IHM zu dir?


      Du hast etwas falsch Verstanden, bei meiner Aussage bin ich nicht der Täufling. Aber gemäss meinem Verständnis geht es bei der Taufe eben nur einen Bund mit Gott einzugehen und besonders die Kluft zwischen dem Täufling und Got zu überwinden. Aus diesem Grund geht es bei der Wassertaufe auch nur um die wichtigsten Punkte. Wichtig ist vor allem das Bedürfnis nach der Nähe zu Gott dem Gauben an Jesu Christu.

      Und ja, ich fände es schon wichtig, zu verstehen, was die Taufe in den Glaubensgemeinschaften bedeutet. Mir ist es nicht wichtig, dass wir da der selben Meinung sind, aber wenigstens Verstehen würde helfen.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Taufe des Kämmerer

      Diese Predigt zu diesem Thema hat mir gut gefallen


      predigtpreis.de/predigtdatenba…lgeschichte-826-39-1.html

      Der wichtigste Satz für mich in dieser Predigt war:

      Philippus wagt es, dem Heiligen Geist etwas zuzutrauen.

      Gruß
      Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich
      (Matthäus 19, 26)
    • Ja das Beispiel mit dem Kämmerer kam mir auch schon in den Sinn. Ich weiss ja nicht, was der Philipus dem alles erklärt hat, aber ich glaube nicht, dass es allzu viel sein kann. Aber das Herz des Kämmerers verlangte nach der Taufe und deswegen wurde er getauft. Ich glaube wir würden solche Entscheide, wer getauft werden darf und wer nicht besser Gott überlassen. Eine Taufe ist ein höchst persönliche Sache zwischen dem Täufling und Gott und wir haben nicht das Recht eine Taufe zu verhindern.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • DonDomi schrieb:

      Eine Taufe ist ein höchst persönliche Sache zwischen dem Täufling und Gott und wir haben nicht das Recht eine Taufe zu verhindern.

      Ich hörte von einer Taufe, da wurde ohne die Taufformel "Vater, Sohn, Heiliger Geist" getauft. Der Täufling hat nicht an die Trinität geglaubt, zudem hat er die Glaubwürdigkeit des besagten Bibelverses angezweifelt. Stell dir vor du wärst "Täufer" und jemand tritt an dich heran mit dieser Glaubensüberzeugung und dieser Vorstellung, wie eine Taufe abzulaufen hat - könntest du ihn reines Gewissens taufen? Du hast sehr recht damit, dass die Taufe etwas sehr persönliches zwischen Gott und dem Täufling ist. Es gibt aber mindestens noch eine dritte Person: Die des "Täufers", der möglichweise als Stellvertreter einer ganze Gemeinde auftritt. Er ist ja auch irgendwie seinem Gewissen verpflichtet - oder im Falle einer Taufe nicht?

      Apropos - darf dann eigentlich jeder taufen? Auch der nicht-ordinierte Laie? Und schon sind wir nämlich bei der Dogmatik...
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Naja, die Trinität erachte ich schon als etwas grundlegendes. Ich würde ihn in dem Fall wahrscheinlich nicht taufen.
      Und ja, in der Not, sprich der Täufling wird sterben bevor ein ordinierter zur Verfügung steht würde ich auch einem Laien erlauben zu taufen.

      Man findet sicher immer Grenzbereiche, wo man selbst nicht mehr taufen möchte, allerdings ist das schwierig zu beurteilen. Ich würde in solchen Fällen wohl das Gespräch mit andern Geistlichen suchen, intensiv beten und dann entscheiden, was ich tue.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Hallo, Miteinander

      Nun verweist ebenfalls Bemo auf den von mir schon einigemale hier angeführten Zusammenhang zwischen Täufer (und dessen Schriftvertständnis gem. seiner Gemeinde) dem Täufling und Gott hin.
      Du hast sehr recht damit, dass die Taufe etwas sehr persönliches zwischen Gott und dem Täufling ist. Es gibt aber mindestens noch eine dritte Person: Die des "Täufers", der möglichweise als Stellvertreter einer ganze Gemeinde auftritt.


      Dieser Zusammenhang hat eben Konsequenzen auf jeweilige Lehre, auf Schriftverständnis auf Lebensstil ediner Kirche etc-----auf die ich hin gewiesen hatte
      ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Außerdem:
      Und ja, in der Not, sprich der Täufling wird sterben bevor ein ordinierter zur Verfügung steht würde ich auch einem Laien erlauben zu taufen.
      möchte ich in Erinnerung rufen, dass der Glaubensbund zwischen Gott und Täufling längst v or der Taufe bereits Heilswirkung hat--nämlich dann wann der Täufling diesen Bund seiner Absicht zur Nachfolge und mit seinem inneren Ja bereits besiegelt hat. DAZU ist die sichtbare nachfolgende Taufhandlung vor der Gemeinde und vor Jedermann gar nicht gedacht.

      Diese hat andere biblische Gründe---zum "Heil" ist sie nicht da, ---die Taufe selbst, auch nicht das Wasser oder die Handlung oder die Person des Täufers haben keinerlei (sakramentale) Heilswirkung in sich.
      Die Taufe ist kein Sakrament---(die Schrift verwendet den Begriff Sakrament gar nicht-----zu einem "Sakrament" wurde die Taufhandkung erst im Laufe der Jhdte in manchen Kirchen gemacht.

      Dieser Gedanke sollte bei unserem Thema immer "mitgedacht" werden. Sonst kommen solche unbiblische Argumente wie oben angefürt zu stande, welche Gläubige nur unter "falschem" Druck versetzt. Da gibt es in der relig. Welt einige unbiblische "Druckargumente"
      l.g.y.
    • Yokurt schrieb:

      [...] möchte ich in Erinnerung rufen, dass der Glaubensbund zwischen Gott und Täufling längst v or der Taufe bereits Heilswirkung hat--nämlich dann wann der Täufling diesen Bund seiner Absicht zur Nachfolge und mit seinem inneren Ja bereits besiegelt hat. DAZU ist die sichtbare nachfolgende Taufhandlung vor der Gemeinde und vor Jedermann gar nicht gedacht.

      Diese hat andere biblische Gründe---zum "Heil" ist sie nicht da, ---die Taufe selbst, auch nicht das Wasser oder die Handlung oder die Person des Täufers haben keinerlei (sakramentale) Heilswirkung in sich.
      Die Taufe ist kein Sakrament---(die Schrift verwendet den Begriff Sakrament gar nicht-----zu einem "Sakrament" wurde die Taufhandkung erst im Laufe der Jhdte in manchen Kirchen gemacht.

      Dieser Gedanke sollte bei unserem Thema immer "mitgedacht" werden. Sonst kommen solche unbiblische Argumente wie oben angefürt zu stande, welche Gläubige nur unter "falschem" Druck versetzt. Da gibt es in der relig. Welt einige unbiblische "Druckargumente"
      l.g.y.


      Das mag für das adventistische Verständnis der Taufe richtig sein, ist aber nicht bei allen Christen so, genau darum wäre ich froh gewesen, man hätte mal dargelegt was die Taufe in den einzelnen Religionsgemeinschaften überhaupt ist. So könnte man auch eher Verstehen, warum die einzelnen Glaubensgemeinschaften in Sachen Taufe unterschiedlich handeln. Bei uns ist die Taufe z.B. ein Sakrament und mehr als nur eine Sichtbarmachung.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Hallo zusammen,

      spannende Gedanken :) Möchte ein bisschen kommentieren...

      das Beispiel mit dem Kämmerer
      Man muss natürlich fairerweise festhalten, dass es zu dieser Zeit noch gar keine "kirchlichen" Ordnungen und Strukturen gab. Vom Judentum ausgehend war die "neue Lehre" ja zunächst einmal ein "reformiertes Judentum" sozusagen.
      Oder wie ein Philosoph mal sagte: "Christentum ist globalisiertes Judentum, mehr nicht."

      Ein spezifisches theologisches Gebäude- wie wir es heute kennen- dem man zustimmen oder das man ablehnen kann, gab es beim Kämmerer noch nicht.

      "Glaubst du, was ich dir erzähle?" - "Ja!" - "Dann komm, lass dich taufen!" So lief das damals ab.

      Man nennt dies "charismatische Struktur": eine oder mehrere Personen beeindrucken andere durch ihre Rede, ihre Weisheiten, ihre Persönlichkeit, und Menschen halten sich an diese Personen oder nehmen sich ihre Worte an. So lief es bei Jesus und anfänglich auch bei den Aposteln.

      Von kirchlichen Strukturen (und ihren zwangsläufigen Problemen) lesen wir erst später.

      Ich hörte von einer Taufe, da wurde ohne die Taufformel "Vater, Sohn, Heiliger Geist" getauft. (Bemo)
      Man kann natürlich nur das tun, was man selbst glaubt.

      Wenn einer zu mir käme und sagte: "Ich will auf Irgendwas getauft werden!", dann würde ich natürlich sagen: "Dann kannst du das gerne Irgendwo machen; bei mir geht es nicht, ich kann dich nicht darauf taufen, weil ich das nicht glaube." Logisch.

      Klar, wenn man das unter "unsere Richtlinien" versteht, dann sind sie natürlich "Voraussetzung" zur Taufe, wenn man es so ausdrückt.

      darf dann eigentlich jeder taufen? Auch der nicht-ordinierte Laie?
      Also bei uns Ja. Der Ordnung halber tut es in der Regel der Ordinierte- also jemand, der dazu von der Gemeinde berufen wurde- aber es kann und darf ansich jeder im Sinne der "Priesterschaft aller Gläubigen" (nach seinem besten Gewissen vor sich und vor Gott).

      Wie Yokurt schon richtig ansprach:

      Der Taufakt ansich ist bloß eine Durchführung; weder Täufer, noch Wasser sind besonders.
      Heilig ist für uns nicht der Taufakt oder die Materien, sondern allein das Wort, das gesprochen wird. Dieses Wort steht, selbst wenn der Täufer ungläubig wäre oder der Täufling sich irgendwann abkehren würde. Das Wort bei diesem Ritual steht über den Fehlern und dem Scheitern der Beteiligten.

      Die Taufe ist kein Sakrament-
      Sakrament bedeutet "Zeichen". Jesus gab (unserem Verständnis nach) für geistliche Wahrheit ein physisches Zeichen.
      Sicher, wortwörtlich steht es (mit seiner kirchlichen Fütterung) nicht in der Bibel. Da wären wir wieder bei der Wortwörtlichkeit...

      welche Gläubige nur unter "falschem" Druck versetzt. Da gibt es in der relig. Welt einige unbiblische "Druckargumente"
      Ja, über falschen Druck sollten wir bei Gelegenheit mal sprechen, das stimmt.

      Lg :greet:
      denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
      (Hebräer 11,27b)
    • Grüß Euch :)

      Ich staune nicht schlecht, wie viele interessante Gedanken und Impulse hier zu lesen sind. Vielen Dank an Euch.

      DonDomi schrieb:

      Das mag für das adventistische Verständnis der Taufe richtig sein, ist aber nicht bei allen Christen so, genau darum wäre ich froh gewesen, man hätte mal dargelegt was die Taufe in den einzelnen Religionsgemeinschaften überhaupt ist. So könnte man auch eher Verstehen, warum die einzelnen Glaubensgemeinschaften in Sachen Taufe unterschiedlich handeln.
      Das ist eine gute Idee! Vielleicht kann man ja hier im Forum ein neues Thema eröffnen, wo man das Verständnis der Taufe durch die verschiedenen Religionsgemeinschaften erklärt? Das würde - wie Du sagst - zum Verständnis beitragen.

      Yokurt schrieb:

      dass der Glaubensbund zwischen Gott und Täufling längst v or der Taufe bereits Heilswirkung hat
      Da stimme ich Dir vollkommen zu. Die gesamte Gnade bekommen wir geschenkt, wenn ein Mensch Jesus im Glauben als Erlöser annimmt. Diese Gnade wird durch Glauben erhalten, nicht durch das Einhalten von Ritualen.


      Yokurt schrieb:

      Die Taufe ist kein Sakrament

      Seele1986 schrieb:

      Sakrament bedeutet "Zeichen". Jesus gab (unserem Verständnis nach) für geistliche Wahrheit ein physisches Zeichen.
      Sicher, wortwörtlich steht es (mit seiner kirchlichen Fütterung) nicht in der Bibel. Da wären wir wieder bei der Wortwörtlichkeit...
      "Zeichen" ist eine sehr gute Beschreibung für das Wort Sakrament im theologischen Verständnis. Ich möchte "Sakrament" etwas ausführlicher beschreiben, eben warum es (theologisch) als "Zeichen" verstanden wird:

      Wie Du ganz richtig sagst, ist das Wort "Sakrament" wortwörtlich so in der Bibel nicht zu finden. Wenn es in "biblischer Verbindung" durch "kirchliche Fütterung" gebraucht wird, ist es etwas irreführend. Das Wort "sacramentum" sollte den "griechischen Urtextbegriff" "mysterion" wie er in den neutestamentlichen Briefen gebraucht wurde wiedergeben. Die Übersetzung von "mysterion" zu "sacramentum" lässt jedoch keinen Rückschluss auf "Sakramente" zu, wie wir sie heute verstehen.


      Ein kleiner Ausflug in die Geschichte:

      Quintus Septimius Florens (ca. 160 – 230) gebraucht in seinen Schriften die Wörter "baptismus/baptisma" um die Taufe zu beschreiben. Das Wort "sacramentum" kommt in seinen Schriften erstmalig in christlichen Schriften in Verbindung mit der Taufe vor. Das bedeutet aber nicht, dass er damit eine "Lehre oder ein Existieren der Sakramente" begründen will. Für ihm stellt die Taufe einen Gehorsamsschritt dar, der auf das "Heil des Menschen" abzielt.

      Der Gebrauch des Wortes "sacramentum" wird bei ihm wohl auch durch die ursprüngliche Verwendung inspiriert worden sein. Ich denke, dass Quintus Septimius Florens den Begriff "sacramentum" bildhaft, eben symbolisch für die Beschreibung eines "sichtbaren Zeichens" für einen "unsichtbaren Vorgang im Herzen" gebrauchte.

      Sacramentum war ein Begriff für die Militärweihe von römischen Soldaten. Ähnlich wie sich der römische Soldat durch das "signaculum", durch die Eintragung in die Stammrolle und durch den Fahneneid dem römischen Kaiser (der für den Römer wie ein Gott war) verpflichtete, diente "sacramentum" für Quintus Septimius Florens als eine Beschreibung der "inneren Vorgänge" bei der Taufe, jedoch nicht als Beschreibung für den Akt der Taufe selbst. Sacramentum – für ihm ein Sachverhalt, ein sichtbares Zeichen dass der Täufling das "Geheimnis des Heils" erkannt hat. Durch die Taufe nimmt der Täufling Gott "sichtbar" in Empfang, er sagt sich von Welt und Gegenspieler los, bekundet, dass ihm Gott ein "neues Herz" geschenkt hat und das er Gott als seinen Herrn angenommen hat.

      Im Laufe der Zeit bürgerte es sich ein, dass "Taufe" mit "Sakrament" gleichgesetzt wurde. Wobei man teilweise bis in das Mittelalter hinein Probleme mit dem Verstehen des Wortes "Sakrament" hatte... Quintus Septimius Florens setzt bei den Gebrauch der Wörter voraus, dass der Leser mit dem unterschiedlichen Gebrauch und der Bedeutung der Worte "baptismus" und "sacramentum" vertraut ist. Auch wenn Quintus Septimius Florens die Begriffe unterscheidet, so hat er doch (indirekt) dazu beigetragen, die Gleichsetzung der Worte zu fördern, dies kann angesichst der Beliebtheit und Verbreitung seiner Schriften nur schwer bzw. nicht verleugnet werden.


      Liebe Grüße
    • Hi

      Also für mich ist die Taufe schon mehr als nur eine äusserliche Handlung. Allerdings gehe ich konform, dass der sichtbare Taufakt nur zum sichbarmachen da ist. Das meiste geschieht am "innern" des Menschen selbst. Bei meiner Glaubensgemeinschaft nimmt die Segnung durch Handauflegung den wesentlich grösseren Teil als der mit dem Wasser ein. Was während dieses Vorgangen mit dem Täufling geschieht kann man von aussen nicht wahrnehmen. Allerdings bin ich festen Galaubens dass da mehr geschieht als wir uns vorstellen können.

      Liebe Grüsse
      DonDomi