Unwürdigkeit beim Abendmahl

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    • Unwürdigkeit beim Abendmahl

      Hallo zusammen,

      Anlässlich unseres heutigen Abendmahls, stelle ich hier die Frage zur Praxis des Abendmahls in die Runde. Paulus warnt vor Unwürdigkeit beim Abendmahl. Was hat er gemeint?

      Das aber kann ich, da ich am Anordnen bin, nicht loben, dass eure Zusammenkünfte nicht besser, sondern schlechter werden. Denn erstens höre ich, dass Spaltungen unter euch sind, wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, und zum Teil glaube ich es; denn es müssen ja auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten offenbar werden unter euch! Wenn ihr nun am selben Ort zusammenkommt, so geschieht das doch nicht, um das Mahl des Herrn zu essen; denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, sodass der eine hungrig, der andere betrunken ist. Habt ihr denn keine Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch etwa loben? Dafür lobe ich [euch] nicht! Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, nämlich dass der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm, und dankte, es brach und sprach: Nehmt, esst! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! Desgleichen auch den Kelch, nach dem Mahl, indem er sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken; denn wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. Deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke, und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen. Denn wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden; wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden. Darum, meine Brüder, wenn ihr zum Essen zusammenkommt, so wartet aufeinander! Wenn aber jemand hungrig ist, so esse er daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das Übrige will ich anordnen, sobald ich komme. (‭1. Korinther‬ ‭11‬:‭17-34‬ SCH2000)


      Die Frage richte ich an alle, die das Abendmahl wie eine Kopie des Originals wie von Jesus vorgezeigt feiern, also mit Fußwaschung und mit Brot und Wein.


      Wer oder was oder wie ist unwürdig? Wart ihr schon mal unwürdig und habt das Abendmahl ausgelassen?

      Viele Grüße

      Tricky
    • Ohne jetzt eine Diskussion über den Ablauf des Abendmahles eröffnen zu wollen. Die unwürdigkeit ist vor allem eine Einstellungssache. In Korinth wurde das Abendmahl anscheinend als eine Gratis-Verköstigung angesehen und das ist es eben nicht. Das Abendmahl ist für mich das innige Zusammensein mit Jesu. Jesu ist für mich in diesem Moment bei mir.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Hallo Tricky,

      so wie ich diese Verse im Korintherbrief verstehe, kritisiert Paulus hier die Ess- und Trinkgewohnheiten. So wie das beschrieben wird, handet es sich eher um ein Potluck. Dazu kommt noch, dass jeder sein Mitgebrachtes isst und nicht wirklich geteilt wird. So wird in Korinth Arm und Reich getrennt. Deshalb meint Paulus ja auch, sie sollten sich zu Hause satt essen und nicht beim "Abendmahl". Hier wurde nicht nur Parteilichkeit bekundet, sondern anscheinend auch auf die Armen herabgesehen. Auf diese Weise haben die "reichen Korinther" in unwürdiger Weise vom Brot und Wein (Essen und Trinken) genommen.

      Dann verweist Paulus darauf, dass die Symbole "Brot und Wein" eine ganz andere Bedeutung haben. Und dass man auch davon erst nehmen soll, wenn man vor Gott und seinen Mitmenschen Unebenheiten/Sünden ausgeräumt hat.
      Eine nicht akzeptable Handlung wäre, die Unebenheiten belassen und dem Abendmahl fernbleiben.

      Wir sollten uns auch bewusst sein, dass wir nicht andere auf Würdig oder Unwürdig prüfen sollen, sondern einzig uns selbst.

      Eigentlich ist das, was Paulus im Korintherbrief zeigt, eine Erziehungsmaßnahme. Damit sich jeder bewusst wird (macht) wo er steht, und wo angebracht, Änderungen vornimmt.

      Die Fußwaschung soll uns daran erinnern, dass wir genau genommen alle nicht würdig wären, würde Gott nicht Gnade walten lassen. Wir sollten - wie Jesus es tat - dem Nächsten dienen und nicht knechten.

      Ich glaube nicht, dass sich jemand fürchten muss, eventuell ungebührlich von Brot und Wein zu nehmen. Denn sobald sich jemand darüber Gedanken macht, ist er ja schon auf dem rechten Weg, oder?

      ***
    • tricky schrieb:

      Wer oder was oder wie ist unwürdig? Wart ihr schon mal unwürdig und habt das Abendmahl ausgelassen?


      Hallo Tricky, das Abendmahl ist für mich auch ein "Opferaltar" an dem ich mich des Opfers Jesu erinnere.

      Vermutlich hatte man am Anfang in Korinth, die Symbolik des Abendmahls nicht gaz begriffen und zum "Essensgelage" degradiert.

      Es heisst ja in Math.5

      23 Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
      24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

      Ja es gab in meinem Leben Situationen wo ich mit meinem "Bruder und Schwester" nicht ausgesöhnt war und mich nicht würdig fand,
      am Abendmahl teilzunehmen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bogi111 ()

    • Danke für eure Gedanken zu dem Thema. Ein paar Kommentare noch dazu von mir

      DonDomi schrieb:

      Die unwürdigkeit ist vor allem eine Einstellungssache.
      Das ist sicher der Fall. Ich frage mich aber auch wie ich diese Einstellung zeige, oder nicht. Gehe ich zum Gottesdienst und nehme "demonstrativ" nicht am Abendmahl teil, bin also anwesend, aber wenn mich jemand fragt sage ich: Ich fühle mich nicht würdig.
      Ich habe das in meiner Gemeinde schon mal erlebt. Da war jemand, der hat nicht mitgemacht, weil er mit einem Bruder aus der gleichen Gemeinde nicht ok war. Das hat sich dann wieder gelegt, dann war er wieder dabei. Ist schon lange her, aber ich kann mich daran erinnern. In letzter Zeit ist das nicht mehr passiert.


      Nachtperle schrieb:

      Dann verweist Paulus darauf, dass die Symbole "Brot und Wein" eine ganz andere Bedeutung haben. Und dass man auch davon erst nehmen soll, wenn man vor Gott und seinen Mitmenschen Unebenheiten/Sünden ausgeräumt hat.
      Eine nicht akzeptable Handlung wäre, die Unebenheiten belassen und dem Abendmahl fernbleiben.
      Den Absatz verstehe ich inhaltlich nicht ganz. "nicht akzeptable Handlung+fernbleiben" bzw. "erst davon nehmen, wenn...ausgeräumt hat". Eine reine Verständnisfrage: Teilnehmen oder nicht, wenn Unebenheiten bestehen??


      Nachtperle schrieb:

      Ich glaube nicht, dass sich jemand fürchten muss, eventuell ungebührlich von Brot und Wein zu nehmen. Denn sobald sich jemand darüber Gedanken macht, ist er ja schon auf dem rechten Weg, oder?
      Das sehe ich auch so. Es ist ein laufender Prozess sich selbst zu hinterfragen, ob man würdig ist.


      Nachtperle schrieb:

      Wir sollten uns auch bewusst sein, dass wir nicht andere auf Würdig oder Unwürdig prüfen sollen, sondern einzig uns selbst.
      Davon bin ich als selbstverständlich ausgegangen. Es geht um eine reine Selbstprüfung.


      Bogi111 schrieb:

      Ja es gab in meinem Leben Situationen wo ich mit meinem "Bruder und Schwester" nicht ausgesöhnt war und mich nicht würdig fand, am Abendmahl teilzunehmen.
      Warst du also anwesend und hast nicht mitgemacht, oder bist du in eine andere Gemeinde gegangen?
    • Nachtperle schrieb:


      [...]
      Dann verweist Paulus darauf, dass die Symbole "Brot und Wein" eine ganz andere Bedeutung haben. Und dass man auch davon erst nehmen soll, wenn man vor Gott und seinen Mitmenschen Unebenheiten/Sünden ausgeräumt hat.
      Eine nicht akzeptable Handlung wäre, die Unebenheiten belassen und dem Abendmahl fernbleiben.
      [...]


      Das ist der Grund weswegen in einigen Glaubensgemeinschaften vor dem Abendmahl die Absolution oder Sündenvergebung erfolgt.

      Ich glaube aber nicht, wenn man jemanden noch nicht vergeben kann, dass man deswegen dem Abendmahl fernbleiben soll, zumindest solange man um dieses Problem weiss und das Abendmahl trotzdem mit der richtigen Einstellung feiert. Ich glaube, ob man im Herzen die richtige Einstellung besitzt kann nur jeder für sich selbst beurteilen.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • Gehe ich zum Gottesdienst und nehme "demonstrativ" nicht am Abendmahl
      teil, bin also anwesend, aber wenn mich jemand fragt sage ich: Ich fühle
      mich nicht würdig.

      Ich habe das in meiner Gemeinde schon mal erlebt.
      @tricky:

      sorry, wenn ich mich kurz reinmische (du fragtest ja nur die Adventisten zu diesem Thema):

      sowas fragt man nicht! Finde ich.

      Wenn ich (aus welchen Gewissensgründen auch immer) nicht am Mahl des Herrn teilnehme, dann hat niemand zu fragen, warum ich das nicht tue.

      Wie du schon sagtest, es "demonstriert" genug, wenn ich nicht teilnehme. Die anderen können darüber denken, was sie wollen (ob ich mich nicht würdig fühle, ob ich noch Zorn und Hass in mir habe, ob ich eine Glaubenskrise habe, oder was auch immer).

      Ich bin bei sowas sehr zickig, gebe ich zu!

      Man muss akzeptieren, dass jemand gewisse Dinge allein mit sich und Gott ausmacht! Nachfragen gebührt sich nicht. Wenn jemand was auf dem Herzen hat, wird er schon eine Vertrauensperson suchen.

      Vor allem gehen viele mit solchen Infos nicht so "christlich" um, wie man vielleicht denken würde. Es füttert nur Schwätzerei, wenn jemand diesbezüglich gefragt wird und sich dann offenbaren muss.

      Wie Nachtperle bereits sagte: Wenn jemand sich Gedanken macht (er bleibe sitzen oder nicht) dann ist das schon genug, denn er fühlt ja die Anklage seines Gewissens über sein etwaiges Fehlverhalten oder seine versäumte Aussprache mit einem Bruder oder einer Schwester.

      Da hat niemand nachzufragen, finde ich.

      Dies nur kurz von meiner Seite. Danke.
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • Seele1986 schrieb:

      sorry, wenn ich mich kurz reinmische (du fragtest ja nur die Adventisten zu diesem Thema)
      Nein, bitte lies genau was ich geschrieben habe! Nimm's mir nicht krumm, aber ich bin da relativ allergisch, wenn ich falsch zitiert oder falsch verstanden werde, obwohl ich relativ klar formuliere.


      Seele1986 schrieb:

      sowas fragt man nicht! Finde ich.

      Wenn ich (aus welchen Gewissensgründen auch immer) nicht am Mahl des Herrn teilnehme, dann hat niemand zu fragen, warum ich das nicht tue.
      Ich unterstelle dem Nachfragenden nicht unbedingt eine negative Intention. Ich würde mich also wundern, wenn ich beim Abendmahl nicht teilnehme und mich NIEMAND fragt warum. Denn dann wäre es wohl so, dass ich definitv allen egal bin. Bin ich aber hoffentlich in meiner Gemeinde nicht.

      Gehen wir mal davon aus, dass ich gefragt werde aus Sorge, aus Anteilnahme, nicht aus Tratschsucht oder böser Absicht. Was sage ich also? Wahrscheinlich würde ich indirekt antworten, dass ich mit etwas nicht im Reinen bin, nicht genug im Reinen um im Abendmahl vor Gott zu treten. Es kommt aber sicher darauf an wer und wie dieser wer fragt.
    • Die Frage richte ich an alle, die das Abendmahl wie eine Kopie des
      Originals wie von Jesus vorgezeigt feiern, also mit Fußwaschung und mit
      Brot und Wein.

      Sorry, aber das ist für mich einfach eine Umschreibung für "wir Adventisten".

      Vielleicht noch zwei drei Einzelpersonen hier im Forum, die in privater Hausgemeinschaft Abendmahl mit Fußwaschung durchführen...

      Nimm´s mir nicht krumm, aber deine Allergie verstehe ich grade nicht.

      Und da ich mich an und für sich an solche "Vorgaben" des Erstellers halte, hatte ich meinen Einschub in diesem Thema entschuldigt.

      Sollte es noch andere Gemeinschaften geben, die das Abendmahl mit Fußwaschung durchführen, so bitte ich um Verzeihung, kann mir aber nicht vorstellen, dass ausgerechnet Vertreter solcher Gemeinden hier im Forum sind... Aber wie auch immer.

      Ich unterstelle dem Nachfragenden nicht unbedingt eine negative
      Intention. Ich würde mich also wundern, wenn ich beim Abendmahl nicht
      teilnehme und mich NIEMAND fragt warum
      Gut, dann haben wir da ein unterschiedliches Empfinden. Ich wollte dem Fragesteller auch nicht per se böses unterstellen; ich wollte auf etwas hinweisen, was ich persönlich für grundsätzlich und anständig halte.

      Ich würde sowas nicht fragen (drücke ich es besser so aus).

      Es lenkt erstens auf die Person, und das soll nicht sein;

      zweitens nötigt es (möglicherweise) zu einer Selbstoffenbarung, die derjenige nicht wünscht.

      Darum ging es mir.

      Wenn DU dies anders empfindest, werden es deine Brüder und Schwestern wohl wissen und können dich dann fragen.

      Mir ging es darum, dass man sowas grundlegend nicht tun sollte.

      Meine bescheidene Meinung.
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • tricky schrieb:

      Warst du also anwesend und hast nicht mitgemacht, oder bist du in eine andere Gemeinde gegangen?


      Ich bin aus Ärger nie in eine andere Gemeinde gegangen, dafür habe ich meine Gemeinde zu sehr geliebt.

      Wenn man das Gefühl hat, dass die Wut,Verletztheit oder die eigene Sünde so einen bedrückt (Eheprobleme), sogar nachvollziehen kann das Jesus/der HL-Geist sich zurückzieht, ist man dankbar dass man in der Gemeinde Geschwister trifft die einem Mitgefühl entgegenbringen.

      Auch wenn man aufgemuntert wird, daran teilzunehmen ist einem keiner böse, wenn man es für sich nicht kann.

      Vermutlich würde ich aus heutiger Sicht das Abendmahl nicht auslassen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HeimoW ()