Interessante Erkenntnisse aus Sprachen und Übersetzungen der Heiligen Schriften

    • philoalexandrinus schrieb:

      Ja, im Zusammenhang mit dem Kontext, dass Griechen zuhause die Hausfrau zum Sockenstopfen hatten und die Hetäre im Tempel oder sonstwo für Mysterien oder sonst was, durchaus auch kultivierte Gespräche. Dass auch Griechen "Ganzheiltlich" eins sein konnten, findet man in de Ilias / hektors Abschied. Andromache : Hektor, du warst mir VAter und mächtige Mutter, duwarst mir Bruder und strahlender Bettgefährte (parakoiths).

      Ich weiss kein besseres Wort als "Sinnlichkeit", obwohl dieses Wort auch (bei Frommen) negativ besetzt ist, im Englischen als "sensuality" noch mehr. Dagegen zitiere ich 1. Mose 3,16 (Vorsicht - das Wort stethtt ja mitten in einem Fluchspruch), aber auch das Hohelied - und Jesus : Matth. 5, 28. - wo wohl die gynh - die (mit einem anderen) verheiratete Frau - gesehen werden darf.

      "porneia" ist in 1. Korinther 6,12-20 eindeutig negativ besetzt - oder steh ich auf dem Schlauch? Und im Kontext dieser Verse ist auch porneia in 1. Korinther 7,2 zu verstehen. Das Paulus porneia in diesem Gesamtzusammenhang einmal negativ [Unzucht, Hurerei] belegt und zwei Verse weiter es auf einmal positiv belegt [Sinnlichkeit] halte ich für sehr unwahrscheinlich. Das 1. Korinther 7,2 Frauen nicht zur "Matratze" des Mannes degradiert habe ich ja schon in meinen Beitrag hier geschrieben und 1. Korinther 7,3ff lässt eine solche Degradierung auch nicht zu. Wenn Paulus hier zu einen Frauenfeind gemacht wird, dann liegt das daran, dass der Kontext einfach nicht beachtet wird.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Bemo schrieb:

      "porneia" ist in 1. Korinther 6,12-20 eindeutig negativ besetzt


      Nimm einmal "Sex" - danke den Amerikanern für dieses kurze, wohlklingende Wort (Bert Brecht verwendet - als Dichter - "Geschlechtsverkehr"!) Da sagt Jesus schon "Nein" zum Ansehen einer Frau - verheirateten Frau - gynh - "eis epithymian" = auf die Leidenschaft hin. Auf Hiob 31, 1. und 9. sei nicht vergessen. Andererseits empfiehlt Paulus in 1. Korinther 7, 4. 5. - wohl in Umschreibung, aber meiner Meinung eindeutig - "Sex" im Rahmen des Verses 3, der geschuldeten wohlwollenden gegenseitigen Zuneigung.

      Wenn wir - unsere Gesellschaft - sexbesessen sind, so blättere in der Regenbogenpresse mit ihren ausführlichen Meldungen zu fraktionierten Promiskuität der Celebrities. Da sagen wir - meiner Meinung zu Recht - ein deutliches "Nein". Dass mit Sex in aufrechten christlichen Ehen keineswegs alles nach dem Hohelied oder 1. Korinther 7 verläuft, ist leider nicht zu bestreiten. Hier dürfen und müssen wir zu Sex "Ja!" sagen, zu den Mängeln unser tiefes Bedauern ausdrücken.

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    • Reifen - an einander, mit einander

      Bemo schrieb:

      dass ein Mann erst durch eine Frau reif wird und deshalb sich der Unzucht auch wehren kann. Diese Reife muss nichts mit einer "Matraze" zu tun haben.
      .

      Und was ist mit der Frau? Dies ist nicht alleine meine Meinung, wir haben schon vor vielen Jahren dies ernsthaft durchdiskutiert: Hätte nur Urias mehr Begehren seiner Frau Bathseba gegenüber und weniger Kommisskopf - Pflichtbewusstsein seinem Beruf gegenüber gehabt - - Zu wem spricht Paulus: "Es ist besser, freien als Brunst leiden" ( - sich im Brennen zu verzehren)

      Vor langen langen Jahren hatte ich einmal in der Lehrerversammlung ( - damals nur Männer) , in Anlehnung an Friedrich von Gagerns "Eheliche Partnerschaft" geäußert, dass in der geschuldeten Zuneigung auch Schutz vor Gefahren und damit Verantwortung gegenüber dem Gehen fremder Wege liegt - wütender Protest von einigen Brüdern!

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    • Ein weiterer interessanter Übersetzungspunkt:

      wir lesen in Ex 3,1-10:

      es ist heiliger Boden, darauf zu stehst... (deshalb ziehe die Schuhe aus).

      admát qodésch

      Dem jüdischen Exegeten ist hier sehr wichtig: nicht "heiliger Boden"; es gibt keinen heiligen Boden.

      Sondern: "Boden der Heiligkeit".

      Soll heißen: der Boden ist heilig, weil Gott da ist. Es ist kein besonderer Platz.

      Selbst Sinai, Zion, Hebron usw. haben niemals "heilig" als Eigenschaftswort, sondern "Heiligkeit" als Zusatzwort. Die Heiligkeit ist dort (auf dem Sinai, auf dem Zion, in der Stiftshütte usw.)
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig. ..(5 Mose 6,4) (Eine Transliteration)

      Schma Israel, A-donaj E-lohejnu, A-donaj Echad.

      Baruch schem kwod malchuto leolam waed.

      We'ahawta et A-donaj E-lohecha, bechol lewawcha, uwechol nafschecha, uwechol meodecha.

      Wehaju hadwarim haeleh ascher anochi mezawecha hajom, al lewawecha.

      Weschinantam lewanecha wedibarta bam, beschiwtecha bewejtecha, uwelechtecha baderech, uweschachbecha uwkumecha.

      Ukschartam leot al jadecha, wehaju letotafot bejn ejnecha.

      Uchtawtam al mesusot bejtecha, uwischarecha.

      :) Schalom by Ines
    • Seele1986 schrieb:

      Es ist ein bewusster Übertragungsfehler beim Abschreiben im Hebräischen, der auch angemerkt ist als "Tiqqun soferim" / "Tikkun soferim":

      http://en.wikipedia.org/wiki/Tiqqun_soferim

      "Tiqqun soferim" ist "correction of scribes" / "scribal correction" = "Korrektur der [Ab]Schreiber" / "[Ab]Schreiberkorrektur"

      Hier wollten die [Ab]Schreiber "Gott/HERRN" im Text mehr Erfurcht
      entgegenbringen als im Text selbst steht, ... da sonst Gott/HERR als der
      "Rangniedrigere" gewertet/gedeutet werden könnte.
      Es ist nicht fehlerhaft, sondern eine Perspektivfrage.

      Das Hebräische ist eine Konsonantenschrift. Die Wortwurzeln können immer mehrere Worte bedeuten; manchmal ähnliche, manchmal sogar entgegengesetzte.

      Beispiel: [...]
      [...]

      Hallo Seele1986,
      habe eine Verständnisfrage: Du hast Bibelhebräisch (und/oder Bibelgriechisch) einmal gelernt/studiert?
      (Und kennst das Thema "Tiqqun soferim" / "Tikkun soferim"?)

      LG, franz

      PS: ich bin ab dem 2. Trimester in beiden Bibelsprachen durchgefallen, - Grammatik und Vokabeln lernen ist nicht meine Stärke..., kann aber in einem gewissen Maß mit beiden Bibelsprachen computerunterstützt umgehen...
      .

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • Realtiv viele Übersetzungsfehler in heutige Sprachen finden wir in den apokalyptischen Büchern: Daniel und Offenbarung.

      Hier wurde ist z.B. bei Daniel Kapitel 7-9 oft so "gearbeitet/übersetzt" worden, wie es der Auslegenung/Deutung mit Antiochos IV. Epiphanes (Daniel) bzw. der römischen Kaiser (Offenbarung) entspricht und manchmal nicht wie es der Text direkt selbst gibt.

      Ein Beispiel: Daniel 9,27a (Luther 1984):
      "27a Er*) wird aber vielen den Bund schwer machen eine Woche lang. Und in der Mitte der Woche wird Er*) Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen. [...]"

      Richtiger wäre:
      "27a und Er*) wird mit den Vielen einen Bund stärken / stark machen eine Woche lang. Und in der Mitte/Hälfte der Woche wird Er*) Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen. [...]"

      Anmerkung:
      Er*) ist entwerder Gesalbte/Messias aus Vers 26a oder der Verwüsterfürst aus Vers 26b..., je nach (persönlicher) Auslegung/Deutung.
      Unabhängig von der (persönlichen) Auslegung/Deutung müsste es aber: stärken / stark machen heißen ;) .

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • Hallo @John Q.Public:

      habe eine Verständnisfrage: Du hast Bibelhebräisch (und/oder Bibelgriechisch) einmal gelernt/studiert?

      (Und kennst das Thema "Tiqqun soferim" / "Tikkun soferim"?)

      Nein, bisher leider nicht; hoffe die Sprachen irgendwann nochmal professionell lernen zu können.

      "Tikkun soferim" kenne ich: der Sofer (Schreiber des TNK) schreibt (absichtlich) Dinge um, um JHWH zu erhöhen.

      Wir hatten das Beispiel Abrahams.

      Es gibt noch ein anderes Beispiel:

      Hiobs Frau sagt zu ihm: "Fluche Gott und stirb!" (Hiob 2,9b), oder "sage Gott ab und stirb!"

      Das Original schreibt hier: "Segne Gott und stirb!"

      Warum? Weil der Sofer es nicht übers Herz bringt, zu schreiben: "Fluche Gott!" Deshalb schreibt er ironisch "Segne" Gott.

      Inhaltlich ergibt der Satz keinen Sinn, muss also sarkastisch verstanden werden von Hiobs Frau.

      Es gibt also zwei Dinge: der Sinn im Text und die Motivation bzw. das Anliegen des Sofer.

      Was das Abrahams-Beispiel angeht, so meinte ich nicht, dass Du Unrecht hast, sondern ich meinte: obgleich es textmäßig "gefälscht" ist, ist es inhaltlich nicht falsch, denn es ist egal.

      Es gibt zwei Perspektiven, von denen man Begegnungen zwischen Gott und Mensch beschreiben kann: von Gott her, oder vom Menschen her.

      Gott blieb bei Abraham - hier ist Gott der Akteur.
      Abraham blieb bei Gott - hier ist der Mensch der Akteur. Das Fazit ist, dass sie beieinander blieben und weiter redeten, denn darum geht es ja.

      Anderes Beispiel: Eschet chayil mi yimtzah.

      Luther schrieb: "Eine tüchtige Frau, wem WIRD sie beschert?" Soll heißen: Gott schenkt dem Mann eine gute Frau.

      Der Hebräer schrieb aber original: "Eine tüchtige Frau, wer FINDET sie?" Soll heißen: Der Mensch SUCHT eine gute Frau.

      Der Hebräer geht bei vielem sehr stark vom eigenen Handeln aus, von der eigenen Aufgabe. Nichts fällt vom Himmel, nicht wahr?

      Luther übersetzte sehr stark theo-zentrisch: Gott ist Urheber und Beweger aller Dinge.

      Inhaltlich ist es (so denke ich) in der Regel egal; je nachdem, wie man es vermitteln will: der wirkende Gott ODER der handelnde Mensch.
      Beide Perspektiven sind wichtig zu vermitteln.

      Was den Text angeht, so gewährt er diese "Freiheit"; daher macht der Sofer keinen "Fehler", obgleich er verändert.

      Darum ging es mir.

      Die hebräische Denkweise ist wesentlich umfassender als unsere europäische.

      Hören wir doch ständig von der deutschen Genauigkeit: "DAS STEHT ABER DA! SO UND NICHT ANDERS!"

      Will man eine Sprache oder einen Text verstehen (vorallem religiöse Texte), so muss man die Denkweise verstehen, die Mentalität. [Das wirst du alles viel besser wissen, als ich]

      Diese Mentalität spiegelt sich im Originaltext der Bibel wieder: es sind Konsonanten; zwangsläufig gibt es mehrere Möglichkeiten, der Kontext entscheidet.

      Ein Beispiel:

      b-g-d: beth-gimel-daleth: Das Wort "beged" bedeutet Kleidung; ganz neutral. Die selbe Wortwurzel steht aber auch für "sich verbergen", "verheimlichen", "betrügen" usw.

      Beziehen tut sich das natürlich auf den Garten Eden, wo Adam und Eva sich Feigenblätter binden, um sich zu verbergen, zu bedecken, weil sie nicht mehr "frei" (nackt) vor Gott sind.

      Kulturell (beispielsweise im Hellenismus und auch bei uns) steht Kleidung für "Ansehen, Status, Stil, soziale Gruppe" usw. Also eine vollkommen andere Bedeutung als in der Bibel.

      Der Kontext klärt nun, was mit einem Begriff gemeint ist.

      Wenn Gott den Menschen mit Gerechtigkeit kleidet, dann ist "kleiden" natürlich positiv gemeint.

      Wenn der Mensch sich bekleidet, um sich vor Gott zu verbergen, dann ist es negativ besetzt.

      In unserer Sprache müssen wir das eigentlich auch tun, wenn wir Bibel lesen. Es ist ein großes Problem, wenn gewisse Leute die Schrift (wie sie immer sagen) wort-wörtlich lesen, Kontext, Sinn und Szene nicht beachten, und dann mit Bibelversen rumschmettern.

      Das Original ist viel umfassender und mehr-dimensionaler als wir "frommen", korrekten Leute meinen.

      Steht beispielsweise wirklich "opfern" bei der Isaakgeschichte, also dass Abraham ihn töten soll? Oder heißt es nicht wortwörtlich "darhöhen" ?

      "Du sollst ihn darhöhen". Inhaltlich geht es natürlich um die Opferung, aber das Wort hat gleichsam recht, denn Isaak wird durch diese Geschichte erhöht; er stellt bis heute für die Juden das leidende Volk dar.

      Es gibt viele Perspektiven auf eine Sache; und gerade das ist doch das schöne, oder nicht?

      Das finde ich so wunderbar an diesem Buch.
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • Machen wir einfach mal ein paar Beispiele in der deutschen Sprache, dann sieht man, womit Bibelkundler zu kämpfen haben:

      ´m ´nfng schf G´tt Hmml nd ´rd. - Recht einfach, oder? Hier sind sich sicher alle einig. Da kann der Schreiber wenig falsch machen, oder?

      Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. - oder heißt es vielleicht: Im Anfang? Schuf oder vielleicht "schafft"..? "Himmel" oder "Hummel", oder "Hammel"?

      ´nd d ´rd wr wst nd lr, nd s wr fnstr f dr Tf; - Jetzt wird es schon schwieriger, oder? Wo isse, die Inspiration? :D

      Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; - es ist doch so schön, wenn andere für einen die Übersetzungsarbeit gemacht haben; dann muss man es selbst nicht machen und kann sagen: "Ich nehme die Bibel wortwörtlich!"

      Oder heißt es vielleicht: "Und die Erde war west ende leer, und so war Fenster auf der Taufe" ? - Ergibt alles keinen Sinn, ich weiß; na, der Autor wird gewusst haben, was er meinte...

      ´nd dr Gst G´tts schwbt f dm Wssr. - und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

      und der Gast Gottes schwabte auf dem Wasser.

      ´nd G´tt sprch: s wrd Lcht! - und Gott sprach: Es werde Licht!

      und Gott spreche: so werde leicht!

      Nur mal so Beispiele. Nun denke man sich, es ist eine andere Sprache und jede Wortwurzel kann verschiedene, manchmal sogar vollkommen entgegengesetzte Aussagen haben.

      Lg
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • Des Weiteren sei noch kurz erwähnt, dass es je nach Beruf, Gruppe oder Fachgebiet unterschiedlich ist, was jemand versteht.

      Wir kennen solche Beispiele aus dem Alltag:

      Wenn ich (Altenpfleger) schreibe: HWI - dann meint das meistens "Harnwegsinfekt".

      Wenn meine Mutter (Krankenschwester) "HWI" liest - dann denkt sie: "Hinterwandsinfarkt" Vollkommen unterschiedliche Dinge.

      Meine Mutter las mal den Arztbericht meiner Oma: Radiusfraktur. Also ein Speichenbruch am Arm.

      Mein Onkel (Schlosser) fragte sie: "Bedeutet das, dass der Bruch kreisrund ist?" :D

      Denn ein Radius ist bei ihm etwas ganz anderes.

      Auch diese Kategorien muss man zumindest ein wenig bei Übersetzungsarbeiten der Bibel mitbedenken. Jeder liest und versteht wohlmöglich etwas anderes.
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • Psalm 125, 1-2 (Transliteration);(Jerusalem Israel Song -Shira Chadasha Boys Choir Music Videovorschlag/Songtipp aus dem Musikforum)

      Wer auf den Herrn vertraut, steht fest wie der Zionsberg, der niemals wankt, der ewig bleibt.

      Wie Berge Jerusalem rings umgeben, so ist der Herr um sein Volk von nun an auf ewig.

      Habotchim b'hashem kehar tzion Lo yimot le'olam yeshew. Yerushalayim harim saviv lah Ve'hashem saviv le'amo.

      Lieben Gruß

      Ines :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ines. ()

    • Seele1986 schrieb:

      .... Es ist ein großes Problem, wenn gewisse Leute die Schrift (wie sie immer sagen) wort-wörtlich lesen, Kontext, Sinn und Szene nicht beachten, und dann mit Bibelversen rumschmettern.

      Das Original ist viel umfassender und mehr-dimensionaler als wir "frommen", korrekten Leute meinen. ...


      Auch hier im Forum sehr gut zu beobachten! :thumbup:
      Liebe Grüße, Heimo
    • Toda raba, HeimoW!

      Ich bedanke mich tausendfach, lieber HeimoW, ;)

      es ist wirklich sehr zuvorkommend von dir, es wäre schon fast unverschämt, ja, nahezu undenkbar, wenn "wir" auch nur einen Moment daran zweifeln würden, dass du uns, aus geschwisterlich - wohlwollender Liebe,

      in unserer Kenntnislosigkeit lassend, über diese "Ausfälle und wohlbemerkten Fehltritte" im Adventistenforum, nicht informieren würdest!

      Shabat Schalom! :)

      Ines.
    • Erlernen der hebräischen Sprache - Ein bischen Grammatik? Das Hauptwort im Hebräischen

      Von einer eigentlichen Deklination des Hauptwortes, Seele1986, wie du schon richtig bemerkt hast, würde man im Hebräischen nicht sprechen; doch werden in den Fällen, die der Deutschsprechende als Genitiv, Dativ und Akkusativ ansehen würde, die Präpositionen schél (von), el und ét verwandt.

      Beispiele: haßéfer schel hajéled --

      das Buch des Kindes;

      ani notén lajéled ßéfer - ich gebe dem Kind ein Buch, ani ro-é et hajeled - ich sehe das Kind.

      Das Hauptwort bleibt in allen diesen "Fällen" unverändert.

      Lieben Gruß

      Ines
    • Seele1986 schrieb:

      Hallo @John Q.Public:

      habe eine Verständnisfrage: Du hast Bibelhebräisch (und/oder Bibelgriechisch) einmal gelernt/studiert?

      (Und kennst das Thema "Tiqqun soferim" / "Tikkun soferim"?)

      Nein, bisher leider nicht; hoffe die Sprachen irgendwann nochmal professionell lernen zu können.

      "Tikkun soferim" kenne ich: der Sofer (Schreiber des TNK) schreibt (absichtlich) Dinge um, um JHWH zu erhöhen.

      Wir hatten das Beispiel Abrahams.

      Es gibt noch ein anderes Beispiel:
      [...]

      Es gibt also zwei Dinge: der Sinn im Text und die Motivation bzw. das Anliegen des Sofer.

      Was das Abrahams-Beispiel angeht, so meinte ich nicht, dass Du Unrecht hast, sondern ich meinte: obgleich es textmäßig "gefälscht" ist, ist es inhaltlich nicht falsch, denn es ist egal.

      Es gibt zwei Perspektiven, von denen man Begegnungen zwischen Gott und Mensch beschreiben kann: von Gott her, oder vom Menschen her.

      Gott blieb bei Abraham - hier ist Gott der Akteur.
      Abraham blieb bei Gott - hier ist der Mensch der Akteur.
      Das Fazit ist, dass sie beieinander blieben und weiter redeten, denn darum geht es ja.

      Anderes Beispiel: [...]
      [...]

      Hallo Seele1986,

      interessant + komisch zu gleich, wenn ich diesen konkreten Textabschnitt von 1. Mose 18,16-33 lese komme ich zu einem ganz Fazit als die "überfrommen" Sofer und auch du...
      Die ganze Geschichte hat sehr viel mit gerade den praktischen Themen/Fragen:
      Gottesbild, Wille Gottes (V.17c!!+23a!!), Erlösung/Errettung, Mission, Fürbitte (!!), Gericht, ... zu tun.


      Es geht hier um mehr als Hauptsache sie reden miteinander.

      Wollte Gott / der HERR hier aktiv die Mit-Hilfe von Abraham? Erbetene Mit-Hilfe Abrahams?
      Hätte Gott sonst nichts für Lot (und mögliche andere Gerechte) getan, wenn Abraham ....?
      Wenn Abraham nichts tut, ...?

      Fazit aus V.22-23 für mich:
      (Gott) der HERR bleibt vor Abraham stehen und wartet (auf Abrahams Initiative)...
      --> Abraham tritt näher und reagiert mit Fürbitte.

      Ergebnisse (Kapitel 19):
      V. 24-28: endgülige Zerstörrung der Städte...
      V. 29: Gott gedenkt an Abraham --> Folge: Errettung Lots!

      Abraham der Glaubensvater / das Glaubensvorbild war und ist ein Missionar.
      Er hat die Initiative ergriffen!

      Logische Folgefrage: Wie sieht es mit "Abrahams Kindern" aus?
      Sollen wir abwarten oder Handeln?
      :greet:

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • Hallo John,
      Wollte Gott / der HERR hier aktiv die Mit-Hilfe von Abraham? Erbetene Mit-Hilfe Abrahams?

      Hätte Gott sonst nichts für Lot (und mögliche andere Gerechte) getan, wenn Abraham ....?

      Wenn Abraham nichts tut, ...?

      tja, alles Fragen, über die man zwar spekulieren, die man aber nicht beantworten kann.

      "Hätte Gott" oder "würde Gott" usw. ist alles hinfällig in meinen Augen.

      Wenn Gott vor Abraham stehenblieb, so wollte er stehenbleiben.

      Wenn Abraham vor Gott stehenblieb, so wollte Gott ihn vor sich stehen lassen.

      Gott wollte das ohnehin alles, was wir in der Bibel lesen, sonst würden wir es nicht in der Bibel lesen.
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • Erlernenen der hebräischen Sprache

      Ines. schrieb:

      Von einer eigentlichen Deklination des Hauptwortes, Seele1986, wie du schon richtig bemerkt hast, würde man im Hebräischen nicht sprechen; doch werden in den Fällen, die der Deutschsprechende als Genitiv, Dativ und Akkusativ ansehen würde, die Präpositionen schél (von), el und ét verwandt.


      OK, Ines, dann tu' es.

      Ich hätte mir dafür 8 Semester an der Uni (5 x wöchentlich!)gegeben, bin leider aus Zeitmangel nicht dazugekommen. - Und dann hätte ich es ausprobiert, mit einem Hebraistiker eine Textpassage durchzudiskutieren - oder in einer Fachvorlesung wenigstens mitzukommen - oder eine Frage zu einer kritischen Textstelle so zu formulieren, dass mir das Universitätsinstitut darauf antwortet..

      Dann kannst Du endlich im Hebräischen denken.

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    • Ehrfurcht vor dem Wort

      Seele1986 schrieb:

      In unserer Sprache müssen wir das eigentlich auch tun, wenn wir Bibel lesen. Es ist ein großes Problem, wenn gewisse Leute die Schrift (wie sie immer sagen) wort-wörtlich lesen, Kontext, Sinn und Szene nicht beachten, und dann mit Bibelversen rumschmettern.

      Das Original ist viel umfassender und mehr-dimensionaler als wir "frommen", korrekten Leute meinen.


      Dazu darf ich noch darauf hinweisen, dass die Sprache - die Muttersprache - unser Denken formt. Der ganze Homer ist ein Schmarrn für jene, welche ihn nur buchstabierend übersetzen; Sophokles Antigone ist nur in dem klassischen Zitat "Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da" (übrigens praktisch nicht übersetzbar!) im Deutschen erträglich.


      Das, Seele 1986, ist etwas, das wir uns stets vor Auge halten müssen. Gott wird unsere ehrfürchtige Demut anerkennen und uns so manches Fehlverständnis verzeihen.


      Aber wie lautet ein ironisches amerikanisches Sprichwort : "If the King James Version was sufficient for Christ and the Apostles, we also should be satisfied with!"

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    • @Philoalexandrinus:

      ganz genau. Wortwörtlichkeit kann schon deshalb nicht das Maß sein.

      Wir brauchen doch gar nicht in andere Sprachen zu gehen!

      Wer versteht denn Luther 1545 ?? Die Wenigstens wahrscheinlich. Klar, einige Verse und Szenen, weil man sie kennt, oder man weiß zumindest sofort, dass es sich um die Bibel handelt, aber ganze Stücke lesen, wie in der heutigen 1984er?

      Ich habe eine Luther 1912; selbst da muss man teilweise überlegen bzw. man schlägt automatisch die 84er auf und liest parallel.

      Sprache ansich macht ja auch schon Entwicklungen durch.

      Der Iwrit von heute muss den biblischen Text genauso lernen, wie ein Gjur, ein Konvertit ihn lernen müsste; denn die Sprache ist anders.

      Sprache ist etwas faszinierendes, finde ich.

      Ich lese sehr gerne Texte von Luther, oder von Kant und dergleichen; es lehrt einen unglaublich in der eigenen Sprache. Denn da wurde das Deutsch noch richtig ausladend, in allen Formen der Kunst benutzt, was wir teilweise so heute gar nicht mehr tun.

      Oder wer sagt heute: "Krieg und Tod sollen mich vergessen lassen, dass mir jemals etwas teuer war!" (Schiller)

      Die deutsche Sprache hat eine enorme Form- und Bildgewalt, und eine unglaubliche poetische Vielfalt.

      Was in anderen Sprachen per Phonetik das jeweilige Gemüt ausdrückt, gelingt im Deutschen allein durch Worte.

      Schreibt der Hebräer: "eine starke Stärke", um die Kraft zu betonen, so schreibt der Deutsche zB. "eine gewaltige Kraft" oder "eine schreckliche Gewalt", oder dergleichen.

      Dies führt natürlich dazu, dass im Deutschen der Spielraum teilweise kleiner ist!

      Kann ich in einen hebräischen Satz hundert Dinge hineininterpretieren, so ist dies in einer deutschen Übersetzung (wenn sie einmal geschrieben wurde) nicht mehr möglich: was im Deutschen steht, das steht. - Man kann höchstens das Hebräische anders übersetzen, aber man selten das Deutsche nochmals umformen, denn es ist meist sehr deutlich.
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)