Problemstellen in Ellen White - Schriften

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    • - - - die Phantasie - - -

      Bemo schrieb:

      dazu die Phantasie fehlt


      aber naaa, ich gehe ja nicht vom Alltag, der Nachbarin gegenüber, der Lehrerin und dem Schülervater und einigen Fällen der letzten Jahrzehnte - bis 1930 ! Der Tratsch hält manches sehr warm ! in der Gemeinde aus, sondern von Gelesenem ( Benita Joyner - Felds - Gebetstagslesung - sie bringt die "prostitute" herein), von x Predigten, wie die Pharisäer das angestellt haben - - Die müssten einen Clark Gable oder eine Bratt Pitts in das Dorf geschickt haben und der hat ihr dann zunächst an der Mühle geholfen und gleichzeitig Komplimente ausgestreut - - - -

      Ich bleibe bei der Kargheit der Bibel, auch in dem sinn, dass die Frau = gynh jemand wie Du und ich war und nicht eine pornh aus dem uns so ferne stehenden Rtlichtmilieu.

      off topics, aber nicht ganz : wir sollten uns klar sein, dass das Christentum in Predigt, Erbauungsbüchlein und Legendenbildung zwei Frauen besonders mit den Phantasien der Leute überschüttet : Das ist Maria Magalena und eben die Frau aus Johannes 8.


      Ein Brief an Joynes - Fields geht heute noch ab - sie möge erklären, woher sie den Satz "But she was a prostitute !" hat. Dreimal darf ich raten.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HeimoW ()

    • Bemo schrieb:

      Und wenn Ellen White oder wer auch immer diesen Hintergrund füllt, interpretiert oder "hineinphantasiert", dann kann das nicht zwingend ein Widerspruch zum Text sein. Es ist ein mögliches Szenario, das man plausibel oder weniger plausibel findet. Daraus nun zu unterstellen, wir Adventisten stellen Ellen White über die Bibel ist eine nette Stichelei - ergibt in diesem Zusammenhang aber aus meiner Sicht keinen Sinn. Wenn ein Prediger von der Kanzel einen Text homilitisch auslegt, stellt er sich dann schon über die Bibel? Vielleicht sollten wir daher ganz aufhören, die Bibel auszulegen?

      Das wäre genau dann kein Problem, wenn die adventistische Theologie offiziell zugeben würde, dass die Ansichten von E.G. White eben nur eine von mehreren möglichen Bibelinterpretationen sind.

      So, wie es normalerweise Kirchen und Freikirchen ohne eigene Prophetinnen und Propheten mit ihren Theologen tun.

      Diese Aussage wirst Du von offizieller adventistischer Seite aber wohl kaum hören. Höchstens im Privatgespräch mit einigen Adventisten hinter vorgehaltener Hand...

      .
    • Zeiten, Kulturen, Kontinente - -

      conradi schrieb:

      aber gnadenlos missverstanden.


      Es ist eigentlich etwas off topics, aber das Problem liegt auch in der verschiedenen Auffassung irgendwelcher Texte ("Siehe "Serving the Word - Literalism in America from the Pulplit to the Bench", Vncent Crapazano, New York 2000).

      Eine Fülle von kleinen Meinungen und grossen Dogmen ist nur aus der King James Version verständlich, welche wiederum nur einen kleinen Wortschatz hat ( to know = wissen = kennen = erkennnen - "you" sheht für Einzahl und Mehrzahl - Lukas 22, 31 wurde in einer Anmerkung ztr Sabbatschule NUR auf Petrus bezogen.Zu Offenbarung 3, 20 wurden als erklärende Parallelstellen Hohelied 3 und 5 angeführt: Da steht einer vor der Tür, dort steht einer vor der Tür (glaubt sie, der ist nämlich auf einmal weg !) -und dort steht auch einer vor der Tür . Tür = Tür = Tür; Anklopfen = anklopfen = anklopfen.

      Das sind ganz einfach verschiedene Denkschulen (Mit dem angloamerikanischen Recht komme ich ganz einfach nicht zu Rande und habe meine Eintragung als Gerichtsgutachter löschen lassen!)



      D
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -

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    • Bemo schrieb:

      Beide beteiligten Personen hätten gesteinigt werden müssen - wo ist also in Johannes 8,1-11 der Mann?
      .

      .
      Ich hab ja schon mehr mals versucht deutlich zu machen, dass der Hintergrund des Ergreifens eben nicht eindeutig ist.
      ... vielleicht zeigte die Frau eindeutig ihr unmoralisches Angebot (zog sich bereits aus - Phantasie pur) und der Mann lehnte es hochmoralisch ab... gibt grünes Licht der Schlussfolgerung - mit oder ohne E. White - , dass die ganze Szenario eine gestellte Falle war. Natürlich die Interpretation von E. White - auch wenn sie nicht über eine Vision spricht - bedeutet für vielen Adventisten eine Referenz und ist selbstverständlich. Eine "Einreihung" als eine Meinung von vielen (wie zB. @Babylonier oben schreibt) ist offiziell in STA-Kreisen kaum zu erwarten...

      LG
      Peter
      Jesus:
      "Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten."

      Mat.7:12.
    • Ja, die Phantasie - -

      Epafroditus schrieb:

      vielleicht zeigte die Frau eindeutig ihr unmoralisches Angebot (zog sich bereits aus



      Imanderen Thread habe ich darauf hingewiesen : In der christlichen Theologie und erbaulichen Literatur und Predigt und Erziehung wird nichts so phantsievoll und langatmig und detailreich ausgemalt wie alles, was man um Maria Magdalena so phantasieren kann; an zweiterStelle kommt dann die Sünderin aus Johannes 9 - was ich da schon an Predigten gehört habe ! Und ich bin schon gespannt, was ich aus Silver Springs zur dem in der Gebetstagslesung gedruckten SAtz "She was a prostitute !" als Erklärung bekomme.
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    • die verführeishe Frau in der Literatur und Phantasie

      Epafroditus schrieb:

      die Frau eindeutig ihr unmoralisches Angebot (zog sich bereits aus - Phantasie pur)



      Ich muss nach einigem Meditieren nochmals Dein Posting aufgreifen :

      Wieso die Frau ? Na, ich kenne alleine zwei Nymphomaninnen und eine "simple" Ehebrecherin und - ja noch eine - aus der Gemeinde. Und ich kenen einen, der mit Putzfrau, Hilfsarbeiterin (chic, "die lustige Witwe" -- ihre Bezeichnung im Ort) undundund eine "Beziehung" hatte, dazu eine "Freundin" in der Gemeinde.


      Nur bitte : Warum phantasierst Du nur über die Frau, weleche möglicherweise ihren Top etwas einladend beseite rutschen liess ?

      Ich könnte dagegen phantasieren, dass diese Faru an der Mühle mühsam mahlte,wie täglich, unbedankt, ein Gerge Clooney daherkam, ihre Arbeit bewunderte und lobte , um eine Kostprobe des besonders leckeren Brotes bat - er sei viel herumgekommen, aber solch ein Brot - - - - - - - Ja, das hatte ihr noch niemand gesagt - - -,

      Die Zahl der Affären, welche mir bekannt sind, : Da fanden eine Alleingelassene, vom Gatten Missachetete, ein Alleinegelassener, von der Familie als Geldspender - und sonst nichts - ausgenützt, zusammen, da war auf einmal gegenseitige Wertschätzung (glaubten die beiden) da.

      .Prsicila und Aquila, Andronikus und Julia, die beiden Apostel - - Joseph und Maria - - - die sträflich vernahlässigte, missachtete Batseba wollen wir einmnal beiseite lssen.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • conradi schrieb:

      Der Versuchung aus dem kleinen Licht Dogmen, und aus gut gemeinten Ratschlägen von ihr in Einzelfällen allgemein verpflichtende Vorgaben in Lebensstil Fragen abzuleiten.
      Da stimme ich Dir zu. Ellen ist mit Sicherheit eine vortreffliche Autorin, die es mit ihren Ratschlägen zu unterschiedlichen Lebensbereichen wirklich nur gut gemeint hat. Es ist schade, wenn Menschen aus ihren Worten eine Art "Dogmatik" ableiten möchten. Es erscheint mir oft so, als ob Ellen leider manchmal da zitiert wird, wo sie "gebraucht" wird, also "da", wo Ellen's Worte für die Argumentation des Redners/Schreibers nützlich sind.

      Ellen hat selbst gesagt: "Alles, was man über Gott zu wissen braucht oder wissen kann, ist im Leben und im Charakter seines Sohnes offenbart." (Quelle: Testimonies For The Church/Vol. 8/1904/Seite 286)

      Auf der "anderen Seite" sagt Ellen: "Ich schreibe nicht einen Artikel in der Zeitschrift, worin ich nur meine eigenen Ideen ausdrücke. Sie sind das, was Gott mir in den Visionen geöffnet hat."(Quelle: Testimony/Vol 31/Seite 63)

      In Hinblick auf die prophetischen Visionen von Ellen macht es mich schon etwas stutzig, wenn ich in der Bibel von der Tatsache lese, dass es z.B. Petrus bei seinem himmlischen Gesicht nicht so erging. Die Propheten der Bibel selbst, hatten niemals solche "begleitende Zeichen". Ellen's "Zustand" war mit Sicherheit aufsehen-erregend, Ärzte untersuchten Ellen und diese mussten feststellen, dass Ellen während ihrer Visionen nicht atmete. Es erinnert mich etwas an Therese Neumann (Erklärung) , die zwar geatmet, aber ihr ganzes Leben lang nichts mehr gegessen hatte.

      conradi schrieb:

      die EGW Institute kämpfen ständig irgendwo mit diesem Problem, da gibt es viel "unveröffentlichtes" da wird so einiges "zurückgehalten", weil eine kritische wissenschaftliche Aufarbeitung dazu führt, dass ihre Position in der Kirche neu definiert werden müsste.
      Ich denke, das man dabei einerseits nicht vergessen sollte, dass Ellen vieles schrieb, was einfach dem "Denken ihrer Zeit" entsprach. Es waren nicht Ellen's Gedanken wenn sie z.B. sagt: "Bestimmte Esswaren würden die Versuchung vermindern oder verstärken, z.B. fördere das Essen von Fleisch das Bedürfnis nach Selbstbefriedigung" oder "das Tragen von Perücken führt zur Überhitzung des Kopfes und damit zu gesundheitlichen Schäden." Das waren Ideen und Vorstellungen, die ganz der Zeit von Ellen entsprachen. Natürlich - Heute wissen wir es "besser", dass dem nicht so ist. Und ich denke angesichts dessen, ist es auch nachvollziehbar, dass das EGW-Institut (angesichts der Erkenntnisse von Wissenschaft/Medizin) einfach gewisse Passagen aus den Büchern streichen "muss".

      conradi schrieb:

      Die völlig danebengegangene Aktion bei der tausendfachen Verteilung des "Großen Kampf" unter dem Titel vom "Schatten zum Licht" wird durch den dogmatischen Absolutheitsanspruch ihrer Schriften in unserer Kirche ein Weg vom "Licht zum Schatten"
      Ja, dass war sehr schade. Vor allem weil man sich so verbissen hatte unbedingt eine gewisse Stückzahl der Bücher "verteilen zu müssen". Ich hoffe, dass andere Gemeinden mehr Erfolg hatten, die örtliche Gemeinde hier musste leider feststellen, dass von 30 ausgeteilten Büchern die Hälfte davon "ungelesen" in den Mistkübeln der Fußgängerzone zu finden war.


      Liebe Grüße
    • Mal eine Frage:

      da man hier ständig mit der Frau und einem (fehlenden) etwaigen Mann dran ist.

      Geht es darum?

      Wenn die Pharisäer die Frau mitsamt dem Mann mitgebracht hätten, was hätte Jesus dann gemacht? - Das gleiche.

      Wenn die Pharisäer sie sogar noch halb nackt angebracht hätten (sozusagen mitten in der Unzucht), was hätte Jesus dann gemacht? - Das gleiche.

      Sie hätten Jesus auch inflagranti zur Frau und zum Kerl bringen können.... er hätte das gleiche getan [und den Pharisäern wahrscheinlich noch gesagt, was für Mistkerle sie sind].

      Und wenn sie die Frau zum zweiten Mal zu Jesus bringen? - Hätte er das gleiche getan.

      Es geht nicht um eine Begründung dafür, dass man das Gesetz aus diesen oder jenen Gründen umgehen kann, sondern es geht darum, dass ER sagt: "Hier wird nicht gesteinigt! Du darfst erst steinigen, wenn du sündlos bist!"

      Da das auf keinen zutrifft, hat sich das Thema erledigt. Ganz einfach.
    • @Bemo

      Ich kann Dir nicht sagen warum kein Mann in dieser Begebenheit vorkommt, aber das ist auch völlig nebensächlich. Ich finde den Schwerpunkt den Frau Whites "Fassung" hervorruft nicht gut. Gemä Adventistischer Vorgehensweise mit Texten von Frau White müsste ihre Version ja stimmen, weil nichts gegenteiliges in der Schrift steht. Aber ich halte das für total falsch, weil man so die Aussage verdreht. Es geht nämlich plötzlich darum mit dem Zeigefinger auf Pharisäer zu zeigen, weil sie der guten Frau eine Falle resp. sie in den Ehebruch getrieben haben. Aber um das geht es gar nicht. Es geht darum zu zeigen wie Fehlerhaft wir alle sind und wie gross die Gnade Gottes ist und das es uns nicht zusteht zu urteilen und verurteilen weil wir alle Sünder sind. Man soll deswegen diese Begebenheit immer wieder nehmen um sich selbst zu prüfen, ob man nicht da und dort auch wie ein Pharisäer handelt.


      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • DonDomi schrieb:

      Es geht darum zu zeigen wie Fehlerhaft wir alle sind und wie gross die Gnade Gottes ist und das es uns nicht zusteht zu urteilen und verurteilen weil wir alle Sünder sind. Man soll deswegen diese Begebenheit immer wieder nehmen um sich selbst zu prüfen, ob man nicht da und dort auch wie ein Pharisäer handelt.
      Ich seh's genau so wie DonDomi. Und interpretiere es persönlich folgendermaßen:

      Eine Frau, beim Ehebruch ertappt - vorgeführt. Der Fall ist klar, ein Blick nach Leviticus 20,10 oder Deuteronomium 22,22-24 genügt. Die Situation heikel. Nicht "einfach" für Jesus - sagt er doch von sich selbst: "Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Denn wahr ist’s, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde dahingehen - nicht ein Jota oder ein Häkchen vom Gesetz wird dahingehen, bis alles geschieht." (Mat 5,17)

      Angesichts der Situation, kommt die Frage: "Mose hat uns Weisung gegeben ... Du Jesus?- Was sagst Du?" Jesus aber sagte nichts, er schrieb etwas auf die Erde...

      Es könnte gut möglich sein, dass Jesus die "eigenen Gesetzesverstöße der Ankläger" in den Boden schrieb, dann aufstand und angesichts der eigenen Fehler der Ankläger sagte: "Der von euch, der ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie." . Und wieder schreibt Jesus auf die Erde. Diese Worte die Jesus da auf die Erde schrieb, müssen die Ankläger sehr getroffen haben, es wirft die Kläger auf sich selbst zurück. Nicht mehr die "Ehebrecherin" ist das Thema, sondern: Der Mensch, der "ohne Sünde" ist.

      Wer ohne Sünde ist ?
      Einer nach dem anderen geht, zuerst die Ältesten. "Und Jesus blieb - er allein und die Frau, die in der Mitte stand". Ein zweites Mal erhebt sich Jesus. Er wendet sich der Frau zu: "Frau, wo sind sie? Hat keiner dich verurteilt?" Sie: "Keiner, Herr!" Und Jesus: "Auch ich verurteile dich nicht: Geh! Von jetzt an sündige nimmer mehr."


      Liebe Grüße
    • Bemo schrieb:

      ...Weil ich es gerade noch mal lese: Ellen White schreibt ja hier nicht mal von einer Falle, die die Pharisäer aufgestellt hatten, sondern nur, dass die Pharisäer diese Frau - die keine Prostituierte war - zur Sünde verführten. ....

      Und das gibt der Geschichte einen Touch, der einer sauberen Exegese nicht standhält. Wer immer sich das (für das eigene Textverständnis so vorstellen will - dem sei das unbenommen. Wer das, weil EGW so schreibt als Tatsache hinstellt, dem kann und will ich nicht folgen. sola scriptura! - was darüber hinausgeht kann und muss hinterfragt werden - was nicht von vorneherein bedeutet es sei "falsch".
      Liebe Grüße, Heimo
    • Seele1986 schrieb:

      da man hier ständig mit der Frau und einem (fehlenden) etwaigen Mann dran ist.

      Geht es darum?

      Ja und nein. Solche Details bilden unter Umständen den Hintergrund einer Geschichte. Der Hintergrund einer Geschichte ist in der Regel sehr wichtig, um bestimmte Aussagen und Andeutungen ganzheitlich zu deuten. Ellen White berücksichtigt sehr viele Dinge bei ihrer Interpretation von Johannes 8.
      1. Sie bemerkt, dass das Vorgehen der Pharisäer in der Form nicht rechtens ist: Wo ist ihr Ehemann? Wo ist ihr Liebhaber?
      2. Sie weist auf die Zwickmühle hin, die sich aus der Frage der Pharisäer ergibt - er löst sie auf, indem er weder das Gesetz aufhebt, noch es bricht. Die Frau wird gerettet!
      3. Sie weist auf den politischen Hintergrund der Zwickmühle hin
      4. Sie beschreibt davor die Gesinnung der Pharisäer auf Basis von Johannes 7,16ff und brücksichtig damit den Kontext
      5. Sie betitelt die Pharisäer als Heuchler - kurz vorher wollten sie ihn noch "ergreifen", jetzt reden sie ihn mit "Meister" an.
      Erst wenn man dies (und sicher noch mehr) beachtet, ergibt sich daraus gewissermaßen ein Gesamtbild - und erst dann ziehe ich meine Schlussfolgerung und leite meine persönliche Lehren und Prinzipien aus dieser Geschichte ab.

      Und das gibt der Geschichte einen Touch, der einer sauberen Exegese nicht standhält.
      Gehören zu einer sauberen Exegese die von mir oben genannten Punkte?
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Der Hintergrund einer Geschichte ist in der Regel sehr wichtig, um bestimmte Aussagen und Andeutungen ganzheitlich zu deuten.
      Diesen Hintergrund gibt es aber nicht. Es ist eine Erfindung von Miss White.

      Sie weist auf die Zwickmühle hin, die sich aus der Frage der Pharisäer
      ergibt - er löst sie auf, indem er weder das Gesetz aufhebt, noch es
      bricht. Die Frau wird gerettet!
      Nein, genau das ist der Punkt.

      Sie will eine betrogene, verführte Frau darstellen, um sie zum Opfer der Pharisäer zu machen; damit wäre dann eine Begründung gegeben, warum Jesus die Steinigung verhindert.

      Jesus zeigt durch diese Szene, dass jenes Gesetz (an das sie sich so treu halten) ALLE Menschen hinrichtet, ohne Ausnahme.

      Das Gesetz (korrekt angewandt) bringt den Tod, denn jeder scheitert an seiner Anforderung. Das zeigt Jesus hier. Paulus führt das später umfassend aus.

      Dies will EGW mit ihrer Dichtung umgehen.

      Jesus begnadigt nicht, weil er eine Begründung hat, sondern er tut es, weil er es will.

      1. Sie beschreibt davor die Gesinnung der Pharisäer auf Basis von Johannes 7,16ff und brücksichtig damit den Kontext
      2. Sie betitelt die Pharisäer als Heuchler - kurz vorher wollten sie ihn noch "ergreifen", jetzt reden sie ihn mit "Meister" an.
      Alles unwichtig in dieser Passage.

      Die Pharisäer stellen hier das Gesetz dar.

      Natürlich ist der fehlende Mann ein Knacks im Text, keine Frage. Aber darauf geht Jesus gar nicht ein.

      Er sagt nicht: "Wo is denn der Kerl dazu?", denn die Pharisäer wollen doch seine Meinung eigentlich gar nicht.

      Die Frau soll die Schuld verdeutlichen. "Was machst du jetzt mit dieser Sünderin?!" Das wollen sie wissen.

      Jesus sagt nicht: "Ach, lass sie laufen, is doch kein Ding!", sondern er sagt: "Dieses Gesetz wird euch alle treffen!" Oder ist etwa jemand ohne Sünde?

      Und letztlich sagt er noch etwas: "Was kümmert ihr euch um andere Sünder? Wie sieht es denn im eigenen Stall aus?"

      EGW braucht gar keine Hintergrundstory hinzufügen, denn die Aussagen sprechen für sich selber und gelten immer, unabhängig vom Hintergrund.

      Erst wenn man dies (und sicher noch mehr) beachtet, ergibt sich daraus
      gewissermaßen ein Gesamtbild - und erst dann ziehe ich meine
      Schlussfolgerung und leite meine persönliche Lehren und Prinzipien aus
      dieser Geschichte ab.

      Ja Du.
    • Bemo schrieb:

      ...
      Und das gibt der Geschichte einen Touch, der einer sauberen Exegese nicht standhält.
      Gehören zu einer sauberen Exegese die von mir oben genannten Punkte?

      Ja, die Punkte sind relevant, aber die Antworten die EGW gibt, teilweise zu hinterfragen, weil sie Hypothesen aufstellen statt aus dem Text herauszulesen.

      Und was hat Deine Frage mit meiner Feststellung zu tun, dass die vom biblischen Bericht her unfundierte Behauptung (die Pharisäer hätten die Frau "verführt") der Geschichte eine Touch geben, der mit einer sauberen Exegese nicht zu stützen oder gar zu begründen ist?
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • philoalexandrinus schrieb:

      Nur bitte : Warum phantasierst Du nur über die Frau, welche möglicherweise ihren Top etwas einladend beiseite rutschen liess ?

      ... na ja, weil ich ein Mann bin... :Aha: nee ... Scherz... übrigens danke für die Deutschlektion: „...welche möglicherweise ihren Top etwas einladend beiseite rutschen liess“ finde ich genial, auf diese feine Art möchte ich auch die deutsche Sprache beherrschen...

      Aber ernst: ich wollte eigentlich nicht nur über die Frau phantasieren. Ich versuchte einen Zusammenhang zw. Vers 6. „Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen könnten“ und der Tatsache, dass kein verklagter Mann vorgeführt wurde. Die Frau war für die Pharisäer nur ein Zweck, verklagen wollten sie – laut Vers 6. – Jesus und da widerspricht die Interpretation von EGW eigentlich nicht - oder wollte sie etwa das Steinigungsgesetz aufrechthalten? ich glaube nicht. Höchstens stellte sie - wie auch in andereren Stellen - eine Hypotese auf...

      Ich möchte die hier in mehreren Beiträgen betonte Konsequenz voll zustimmen. Im Fokus der Geschichte steht die Lehre Jesu: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“ Jesus erteilte gleichmässig eine Lektion für die Frau, für die Ankläger und für uns... ach wenn die Gemeindestunden so kurz, bündig und wirksam ablaufen würden ...

      LG
      Peter
      Jesus:
      "Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten."

      Mat.7:12.
    • Epafroditus schrieb:

      laut Vers 6. – Jesus und da widerspricht die Interpretation von EGW eigentlich nicht - oder wollte sie etwa das Steinigungsgesetz aufrechthalten? ich glaube nicht. Höchstens stellte sie - wie auch in andereren Stellen - eine Hypotese auf...
      Hat jetzt nicht direkt etwas mit Ellen White zu tun, doch ich denke, dass dieses "Reininterpretieren" manchmal ganz schön für Verwirrung sorgen kann...

      Kleines Beispiel:
      Du fliegst heute irgendwo hin und der Pilot sagt, die Flugstrecke beträgt 4000 KM. In dem Flugbegleiter der neben Dir am Sitz liegt, steht aber das der Flug nur 3500 KM hat. Da kann man jetzt viele Überlegungen anstellen...

      - Der Flug hat deswegen 500 KM mehr, weil der Pilot eine andere Strecke nimmt.
      - Der Flug hat deswegen 500 KM mehr, weil das Wetter schlecht ist.
      - Der Flug hat deswegen 500 KM mehr, weil ... ?

      Wir sehen: Aufgrund von "Interpretation" wird plötzlich vieles möglich... Wie Heimo da schon feststellte:

      HeimoW schrieb:

      was darüber hinausgeht kann und muss hinterfragt werden - was nicht von vorneherein bedeutet es sei "falsch".



      Liebe Grüße
    • Naja dass die Schriftgelehrten und Pharisäer Jesu versuchen wollten mit der Steinigung ist mehr als logisch. Aber Ehebruch gab es zu damaligen Zeiten genau so oft, wie es den heute gibt. Es ist daher nicht ersichtlich, dass man da extra etwas erzwingen musste, aber die Situation war dankbar. Die Pharisäer und Schriftgelehrten wussten sehr genau wie Jesus denkt und handelt. Sie wussten dass er das Gesetz nicht nach ihrem Gusto auslegte. Ebenso wussten Sie, dass er immer mal wieder Menschen die Sünden vergab. Beim Ehebruch handelte es sich aber um ein sehr eindeutiges Gesetz, dessen Folge wohl die meisten Menschen damals kannten. Mit der Steinigung der Ehebrecherin wähnten sie sich nun auf der sicheren Seite, denn entweder musste Jesu das Gesetz brechen oder aber er musste seine eigenen Grundsätze der Gnade verleugnen. Nur Jesu konnte dieses Problem so elegant lösen. Was für mich aber gegen eine bewusst hervorgerufene Falle spricht, ist die Tatsache, dass dies nicht in der Bibel erwähnt wird. Gerade die Bibel ist in solchen Fällen meist sehr genau und dem Leser wird erklärt, was der Hintergrund war. Hier ist dies nicht der Fall. Jesu hätte ziemlich sicher auch anders reagiert, wäre das ganze fingiert gewesen. Die Pharisäer wussten damals wohl mittlerweile sehr genau, dass man mit einer inszenierten Falle nur selber verlieren kann. Und das letzte was sie wollten war Ihre Stellung zu verlieren. Da wartet man besser ab bis sich eine Gelegenheit ergibt. Es ist gut möglich, dass sie bereits vorher wussten, dass diese Frau die Ehe gebrochen hat, aber mit der Verurteilung zuwarteten bis Jesu in der Nähe war. Das sind für mich alles Naheliegende Szenarien. Tatsache ist aber, dass dies alles Details sind und nichts an der Botschaft ändern. Anders ist das mit Frau Whites Version. Das werden Dinge hinzugetang, die nicht in der Bibel sind, und auf diesen hinzugetanen Dingen wird dann eine Auslegung betrieben. Für mich ist das befremdlich. Man darf das natürlich machen, aber dann soll man sagen, wir beurteilen das Wirken Jesu auf Grund von Frau Whites Bücher und nicht auf Grund der Bibel. Nur kenne ich keinen Adventisten der das so offen Kund tun möchte.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • DonDomi schrieb:

      Ehebruch gab es zu damaligen Zeiten genau so oft, wie es den heute gibt. Es ist daher nicht ersichtlich, dass man da extra etwas erzwingen musste, aber die Situation war dankbar.
      Vor allem wenn man dann auch das "Klima der Zeit" bedenkt, in welchem Jesus sich befand: Scheidungen war damals ebenfalls sehr "in Mode" - Eine Frau heiratet ihren 23. Mann, wohlgemerkt dass sie seine 21. Frau war. Die römischen Kaiser praktizierten fast ausnahmslos Homosexualität, und und und...


      Liebe Grüße
    • HeimoW schrieb:

      Und was hat Deine Frage mit meiner Feststellung zu tun, dass die vom biblischen Bericht her unfundierte Behauptung (die Pharisäer hätten die Frau "verführt") der Geschichte eine Touch geben, der mit einer sauberen Exegese nicht zu stützen oder gar zu begründen ist?

      Der Hintergrund beschreibt die Gesinnung der Pharisäer und gibt damit den Rahmen dafür vor, was man ihnen zutrauen kann. Der fehlende Mann z.B. könnte einer von ihnen sein. Wenn es einer von ihnen war, dann wurde er vom versuchenden "Mob" geschützt und könnte auch Teil der Falle gewesen sein. Wohlbemerkt: Das ist nur ein mögliches Szenario, welches meiner Meinung nach der Kontext sehr wohl zulässt.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!

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    • Seele1986 schrieb:

      1.) Nein, genau das ist der Punkt.

      2.) Sie will eine betrogene, verführte Frau darstellen, um sie zum Opfer der Pharisäer zu machen; damit wäre dann eine Begründung gegeben, warum Jesus die Steinigung verhindert.

      3.) Jesus zeigt durch diese Szene, dass jenes Gesetz (an das sie sich so treu halten) ALLE Menschen hinrichtet, ohne Ausnahme.

      4.) Das Gesetz (korrekt angewandt) bringt den Tod, denn jeder scheitert an seiner Anforderung. Das zeigt Jesus hier. Paulus führt das später umfassend aus.

      5.) Dies will EGW mit ihrer Dichtung umgehen.

      6.) Jesus begnadigt nicht, weil er eine Begründung hat, sondern er tut es, weil er es will.
      1.) Seh ich definitiv anders. Es ist eine Zwickmühle, bzw. ein Falle, die die Pharsäer Jesus stellen. Das Dilemma erinnert stark an Mt 22,15ff (Die Frage nach der Steuer)

      2.) Die Frau wird im Bibeltext klar als Opfer dargestellt. Sie wird zum Mittel zum Zweck um Jesus zu versuchen. Sie wird von den Phariäern regelrecht vorgeführt und damit erniedrigt. Die Begründung, weshalb sie nicht gesteinigt wird, gibt Jesus selbst: Weil keiner der Verkläger (und Täter?) mehr da ist, bestraft auch Jesus sie nicht.

      3.) "an das sie sich treu halten" - ist ironisch gemeint? Die Szene zeigt doch gerade, dass sie sich nicht exakt ans Gesetz halten (es fehlt ja der Mann). Sie missbrauchen das Gesetz um Jesus zu versuchen.

      4.) Der erste Teil ist prinzipiell wahr, den du schreibst. Widerspricht dem Ellen White in ihren Ausführung? Ich denke nein. Die Geschichte zeigt doch auch, wie schrecklich Sünder (Pharisäer) mit Sündern (Frau) umgehen.

      5.) Ellen White will umgehen, dass das Gesetz den Tod bringt? Das Gesetzesbruch nicht die Todesstrafe nach sich zieht?

      Daß Jesus der Frau vergab und sie ermutigte, ein besseres Leben zu führen, wirft auf die vollkommene Gerechtigkeit seines Wesens ein helles Licht. Er hat weder die Sünde gutgeheißen noch die Größe der Schuld verringert; doch er wollte nicht verdammen, sondern retten. Die Welt hatte für dieses irrende Menschenkind nur Hohn und Verachtung, aber Jesus spricht Worte des Trostes und richtet auf, was gefallen ist. Der Sündlose erbarmt sich der Schwäche des Sünders und streckt ihm seine hilfreiche Hand entgegen. Die scheinheiligen Pharisäer klagen an und verurteilen — Jesus aber spricht: „Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr.“ {LJ 456.5; DA.462.3}
      6.) Seine Begründung erklärt er selbst in Vers 10 und 11. Dein "weil er es will" wirkt auf mich dem gegenüber sehr willkürlich bzw. unbegründet.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!

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