Die Frau in der Gemeinde - ist Paulus sexistisch und diskriminierend Frauen gegenüber ?

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    • Die Frau in der Gemeinde - ist Paulus sexistisch und diskriminierend Frauen gegenüber ?

      Paulus hat Jesus Christus nie persoenlich kennegelernt. Waehrend Jesus Christus sich seiner Zeit weit voraus fuer die Befreiuung und Gleichstellung der Frau eingesetzt hat, deutet einiges darauf hin, dass Paulus eine andere Auffassung von der Stellung der Frau in der Gemeinde hatte, die eher reaktionaer-konservativ war im Gegensatz zum fortschrittlichen Jesus Christus. Allerdings zeugt gerade die Vielschichtigkeit und Verschiedenheit der Meinungen der Autoren des Neuen Testamentes von der Glaubwuerdigkeit der Bibel und der Echtheit der historischen Geschehnisse.

      vgl. Kommentar des Paulus ueber die Stellung der Frau in der Gemeinde aus dem ersten Brief des Paulus an die Korinther Kapitel 11 Vers 7 und 8

      ...
      Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, denn er ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz. Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau von dem Mann. Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen ....

      und Kapitel 14 Vers 37

      ....
      Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim ihre Männer fragen. Es steht der Frau schlecht an, in der Gemeinde zu reden. ........



      Literatur. Brissaud, Alain. Islam und Christentum. Duesseldorf 2002, Seite 53 f. zum Thema JESUS UND DIE FRAUEN
    • Dabei konnte Paulus auch anders. Im theoretisch-theologischen Teil über die Rechtfertigung konnte Paulus als Ergebnis festhalten:

      "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus." (Gal 3,28)

      Also: Dort, wo Christus herrscht, im Bereich des Glaubens, in der Gemeinde, da spielt das Geschlecht keine Rolle. Theoretisch. Aber offenbar war Paulus doch selbst kulturell geprägt und konnte nicht über seinen eigenen Schatten springen. Oder scheute er sich vor den Konsequenz seiner guten Erkenntnis?

      Spannend ist ja schon, dass Paulus in 1Kor 11 mehrfach versucht, eine gute Argumentation dafür zu finden, dass die Frau im Gottesdienst ihr Haupt bedecken soll. Sogar die Rücksicht auf Engel muss dafür herhalten (1Kor 11,10). Wirklich überzeugend ist aber nichts, man spürt im Text, wie Paulus immer wieder nach einer Begründung ringt. Letztlich kommt er aber doch nur zu einer Erkenntnis: Bei uns ist es einfach nicht Sitte (1Kor 11,16). Mit anderen Worten: es entspricht nicht unserer Kultur, deshalb tun wir uns schwer damit. Damit hat Paulus dann wohl den Nagel auf den Kopf getroffen - und alle theologischen Erklärungsversuche damit ad absurdum geführt, denn sie waren nicht überzeugend.

      Deshalb sollten wir bei der guten theologischen Begründung bleiben: In Christus spielt das Geschlecht keine Rolle (Gal 3,28), also sollten wir nicht an Geschlechtern festmachen, was jemand darf und was nicht.
    • Ich denke, man muss bei solchen Texten als erstes auf die Adressaten achten, bevor man die Passagen auf sich oder seine Gemeinde bezieht und "Statist" wird.

      Es gibt in meinen Augen für den Satz: "WIR machen das genau so, wie es die Christen in der Bibel gemacht haben!" keinen Grund! Wir sind nicht zum kopieren da.

      Paulus schreibt an die Korinther. Eine ehemals heidnische Gemeinschaft in der immer noch stark gnostische und heidnische Tendenzen durchkommen, wie ja durch den Korintherbrief deutlich wird. (Es ist auch interessant, dass die Korinther 2 Briefe bekommen!)

      Zum damaligen Heidentum muss man wissen, dass es doch noch anders war als heute (auch wenn es heute wiederkommt!).

      Es wurden Orgien gefeiert, jeder verband sich mit jedem, Mann, Frau, Tiere usw., alles egal; das ganze zudem auch noch mystisch-religiös aufgeladen.

      DIESEN Leuten, DIESEN Korinthern (mit ihrem Hintergrund) schreibt Paulus zunächst einmal! Erst mal ist der Brief an die Adressaten! Erst danach ist er für Uns zur Lehre!

      Es war bei den Korinthern damals angebracht! Bei anderen war etwas anderes angebracht! Man darf nicht immer so stoisch lesen! Paulus spricht souverän, das sollen wir auch tun!

      Eine Patientin sagte mir neulich, worauf ich später mal bei der Kindererziehung achten sollte:

      "Der Eine ist sehr ruhig, der braucht ab und zu nen Stich; der andere ist sehr laut und hektisch, der braucht eine feste Hand, die ihn beruhigt; den Dritten muss man fragen, ob er überhaupt etwas hat, weil er sehr verschlossen ist und sich nichts anmerken lässt!"

      Mit jedem muss man anders umgehen, weil jeder etwas anderes braucht! Das tut Paulus.

      All diese Texte sind gut für uns zur Lehre, zum Verständnis, zur Achtsamkeit; aber wir sind nicht da, um Gemeinde von 60 n. Chr. oder so zu kopieren!

      Paulus würde uns heute sicher ähnliche, aber doch auch andere Dinge schreiben, weil wir heute andere Situationen haben. Der Christ kann auf jede Sache antworten.

      Es ist schlimm, wenn man aus diesen wunderbaren Texten den Geist raussaugt, und dann tote Buchstaben in Gemeinden um die Ohren haut..

      Ich halte Paulus nicht für sexistisch. Männer und Frauen SIND unterschiedlich; das ist so! Da wird sich auch niemals was dran ändern.

      "Vor Gott sind alle Dinge gleich, die doch untereinander unterschiedlich sind!" (M. Luther)

      Mann und Frau sind gegeneinander total unterschiedlich; sie brauchen in der weltlichen oder gemeinschaftlichen Ordnung unterschiedliche Dinge, Aufgaben usw. - Das betrifft unser Leben HIER.

      Vor Gott sind sie gleich! Das betrifft Glauben und das Leben DORT (wie BWgter bereits sagte!)
      denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
      (Hebräer 11,27b)
    • Hallo!

      Wenn man bedenkt, welche Stellung die Frau damals in der Gesellschaft hatte, kann man wohl sagen, dass die Briefe des Paulus nicht nur frauenfreundlich, sondern nahezu revolutionär waren:

      Epheser 5, 28-29 (Luther 1984)
      So sollen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst; sondern er nährt und pflegt es wie auch Christus die Gemeinde.

      Wo gab es denn sowas? Kein Wunder, dass sich so viele Frauen vom Christentum angezogen gefühlt haben. Paulus hat Männern und Frauen zwar verschiedene Aufgaben und Rollen gegeben, aber beiden den gleichen Wert zugeschrieben:

      1. Timotheus 5, 1-2 (Luther 1984)
      Einen Älteren fahre nicht an, sondern ermahne ihn wie einen Vater, die jüngeren Männer wie Brüder, die älteren Frauen wie Mütter, die jüngeren wie Schwestern, mit allem Anstand.

      Ein Kind hatte auf Vater und Mutter zu hören:

      Epheser 6, 1-3 (Luther 1984)
      Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht. »Ehre Vater und Mutter«, das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat: »auf dass dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden« (5.Mose 5,16).

      Die Frau war nicht einfach nur dafür da, den Mann sexuell zu befriedigen, sondern es sollte beiden Spaß machen miteinander zu schlafen:

      1. Korinther 7, 3-4 (Luther 1984)
      Der Mann leiste der Frau, was er ihr schuldig ist, desgleichen die Frau dem Mann. Die Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Leib, sondern die Frau.

      An vielen Stellen hat Paulus besondere Grüße und lobende Worte für Frauen aufgeschrieben:

      Römer 16, 12 (Luther 1984)
      Grüßt die Tryphäna und die Tryphosa, die in dem Herrn arbeiten. Grüßt die Persis, meine Liebe, die sich viel gemüht hat im Dienst des Herrn.

      2. Timotheus 1, 5 (Luther 1984)
      Denn ich erinnere mich an den ungefärbten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiss, auch in dir.

      Römer 16, 3-4 (Luther 1984)
      Grüßt die Priska und den Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, die für mein Leben ihren Hals hingehalten haben, denen nicht allein ich danke, sondern alle Gemeinden unter den Heiden.

      Liebe Grüße, GMacS