Sabbatgebot noch gültig?

    • Neu

      Norbert Chmelar schrieb:

      Und die größte Tat Gottes war die Auferstehung Jesu Christi von den Toten! ===> Deshalb gedenkt die Christenheit auch dieser Tat Gottes an jedem Auferstehungstag Jesu - am Sonntag!


      und so ist es "jemandem" ganz geschickt und schein - heilig gelungen, den wahren Tag Gottes, den Stempel der Schöpfung, das wahre Zeichen der Wahrheit, das eindeutige Gebot Gottes, ... im großen Stil zu zerstören. :verwirrt:


      .
    • Neu

      Liebe Stofi,
      ich habe es hier schon des öfteren geschrieben: Das eine tun (die größte Tat Gottes am Sonntag bedenken) u n d .. den Sabbat heiligen, als Gedenktag der Schöpfung!

      Liebe Stofi, Du wirst doch hoffentlich nicht bestreiten, dass der Auferstehungstag Jesu Gottes größte Tat war? - Für uns - damit wir nach dem Tode in die Auferstehung Jesu hineinsterben können!
    • Neu

      Norbert Chmelar schrieb:

      Liebe Stofi,
      ich habe es hier schon des öfteren geschrieben: Das eine tun (die größte Tat Gottes am Sonntag bedenken) u n d .. den Sabbat heiligen, als Gedenktag der Schöpfung!

      Liebe Stofi, Du wirst doch hoffentlich nicht bestreiten, dass der Auferstehungstag Jesu Gottes größte Tat war? - Für uns - damit wir nach dem Tode in die Auferstehung Jesu hineinsterben können!


      @Norbert Chmelar, doch, das bestreite ich. Die Bibel lehrt von der größten Tat Gottes: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." (Joh.3,16).
      Das Alte Testament spricht davon ohne Ende, das NT zeigt diese unfassbare Tat Gottes und Seine Liebe.

      In Anbetracht aller historischen Tatsachen, wie die "Heiligkeit des Sabbats auf den Sonntag" übertragen wurde, warum der Sabbat aus der Christlichen Welt, bis auf kleine Ausnahmen, völlig verschwunden ist, usw. muss man es nur als ein überschlauen Zug des Widersachers betrachten. Nichts in der Bibel autorisiert die Sonntagheiligung, nichts autorisiert irgendjemanden, Gottes Gebote zu ändern oder Teile davon zu beseitigen.

      .
    • Neu

      Babylonier schrieb:

      Na prima, wer anderer Meinung ist als Du, muss einfach vom Teufel besessen sein.

      Mit diesem Satz bedienst Du zielgerichtet eines jener Klischees, das in kirchlichen Kreisen über die Adventisten vorherrscht.
      Nicht weiters besonders schlimm, dass Ben Menschen wie mir (auch anderen) den Teufel unterstellt, weil ich gewisse Dinge anders sehe als er. In vielen Gemeinden gibt es vereinzelt Menschen die binär in "schwarz - weiß" Denken und besonders krass wird es, wenn "Andersgläubige" dämonisiert, entmenschlicht, verteufelt werden. Das zieht sich leider wie ein roter Faden durch die Geschichte durch : "Wer nicht an Gott glaubt, so wie es manchmal legalistische Gläubige fordern, der muss verteufelt werden, denn er ist böse, taugt nicht zum Guten, und, und, und...

      Angesichts solcher primitiven Aussagen, die "Andersgläubige" durch legalistische Gemeindeglieder jeglicher Couleur manchmal erfahren, ist es für mich keine Überraschung, dass es Kreuzzüge, eine Inquisition, geistlichen Missbrauch geben konnte / gibt. Mich wundert es angesichts solcher Auswüchse nicht, dass Christen manchmal einen derartig schlechten Ruf genießen oder sich manchmal Vorurteilen ausgesetzt sehen.
      Kein Christ hat das Recht, mit anderen so umzugehen. Für mich persönlich ist es nicht nachvollziehbar, wie man als Christ so legalistisch leben kann und sich dabei auch noch wohl fühlt... Manche scheinen dieses enge Korsett zu brauchen, damit der Glaube auch funktioniert. Jeder der sich solchen Menschen nicht unterwirft, wird verteufelt. Intellektuelle Sklavenhaltung nennt sich das...

      Lachen ist oftmals das Beste und man verzeihe mir, hier kann ich nur schmunzeln, wenn man Christen hört, die für eine Religion mit so einem Fundament Respekt verlangen und sich selbst bei der kleinsten Kritik persönlich beleidigt fühlen oder andere Christen verteufeln. So selbstkritisch bin ich, auch mal zu sagen, dass es ja auch paradox ist, dass sich viele Christen sofort bei kleinsten Änderungen (Demokratie, etc...) beschweren, wenn es nicht in ihren Interesse geschieht. Viele fühlen sich dann "diskriminiert" und vergessen dabei, dass es wohl zu einem Problem führt : Weil Christen so viele Privilegien genießen, auch seitens des Staates sieht jegliche Änderung die nicht in ihrem Interesse geschieht, gleich wie Unterdrückung aus. Christen sind Privilegien aber derart gewohnt, dass die winzigste Reduktion sich wie Verfolgung anfühlt. Selbst den progressiven Christen fällt das am Rest der Kirche seit einiger Zeit auf...

      Schauen wir auf das Gute : Das Wort Gottes ist über solch' dämliche tribalistische Ressentiments erhaben - Gott sei es gedankt ! :thumbsup:
    • Neu

      Norbert Chmelar schrieb:

      Liebe Stofi,
      ich habe es hier schon des öfteren geschrieben: Das eine tun (die größte Tat Gottes am Sonntag bedenken) u n d .. den Sabbat heiligen, als Gedenktag der Schöpfung


      "Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken? Ist der HERR Gott, so folgt ihm nach, ist es aber Baal, so folgt ihm! Und das Volk erwiderte ihm kein Wort." 1.Kö 18,21

      @Norbert Chmelar, du willst mir doch nicht im ernst sagen, dass du in der Sabbat-Sonntag Frage wirklich an das Auferstehungsargument glaubst und nicht ganz genau weißt, dass es nur ein Vorwand ist zu etwas elementarem, viel, viel anderem. ?!

      .
    • Neu

      @James Gabriel, du hast eines vergessen (nein, nicht vergessen): nicht die Wahrheit verfolgt die Lüge, sondern immer andersherum. Die Lüge verfolgt die Wahrheit, um sie zu vernichten, stumm werden zu lassen, quälen, verbrennen, töten. Wutausbrüche, falsche Zeugen, falsches Zeugnis, Beleidigungen, Diffamierung, usw, usw. Der teufel ist wirklich erfinderisch und gnadenlos. Nie hat die Wahrheit jemanden gezwungen, die Lüge aber sehr wohl. Die Wahrheit weckt aber das Gewissen..... "böse", bzw. unbekehrte Menschen werden dann sehr kreativ, um das Gewissen und den, der es geweckt hat, zum Schweigen zu bringen oder zumindest schlecht zu machen, koste es, was es wolle.

      Ich möchte dich "bitten", hier keine Psychoanalysen der Charaktere der User anzustellen, sondern endlich sachlich zu werden.

      .
    • Neu

      Stofi schrieb:

      Ich möchte dich "bitten", hier keine Psychoanalysen der Charaktere der User anzustellen, sondern endlich sachlich zu werden.
      Liebe Stofi,

      es handelt sich bei meinen Worten nicht um eine Psychoanalyse eines Users. Selbst wenn Du dies so interpretierst, Du kannst lernen auch gegensätzliche Positionen auszuhalten oder diese einfach zu ignorieren, wenn sie Dich persönlich stören. Respekt und Rücksicht gehören zum Leben dazu, darum ging es mir und nicht um Psychoanalysen. Vielleicht kannst Du es nachvollziehen, dass Deine Worte in gewisser Weiße etwas ironisch auf mich wirken - Du bittest darum, andere nicht zu analysieren, beginnst Dein Posting jedoch mit der Analyse, dass ich "etwas vergessen habe" oder auch nicht. Dabei dachte ich, dass mich mein Alufolien - Hut davor schützt, dass andere meine Gedanken lesen könnten... Im Übrigen haben wir Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit. Wenn Dich meine Worte verärgern, tut es mir leid - Du musst sie ja nicht lesen. Es wäre auch wünschenswert, wenn gegensätzliche Positionen, Vorlieben und Geschmäcker wechselseitig ausgehalten werden können. Das muss für Christen, für Muslime, Atheisten, Steak - Liebhaber und Vegetarier gelten. Nur so eine Frage am Rande : Kann ich Deine "Analyse" über "böse / unbekehrte" Menschen als Psychoanalyse verstehen, oder handelt es sich bei Deinen Worten eher um eine sachliche Beschreibung eines Verhaltens, dass in der Tat "genau so" und pauschal anzuwenden wäre ?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von James Gabriel ()

    • Neu

      Man kann nicht die Auferstehung/Überwindung des Todes gegen die Schöpfungstat Gottes ausspielen.

      Die sogenannte Sabbat/Sonntag-Frage entstand nur im Gefolge der (teilweisen) Reformation als Autoritätskonflikt mit der griechisch-römischen Kirche (Kaiser/Papst). Die Kritik der katholischen Gelehrten an den reformatorischen gipfelte in der Frage, warum die Protestanten nicht den biblischen Sabbat anerkannten. Wollten sie durch Beibehaltung des Sonntags ihre Verbundenheit mit den "Kirchenvätern"/dem Papst nicht aufgeben/beibehalten? Wozu dann ein Schisma von der "richtigen" Kirche, wenn die katholische oder die orthodoxe doch die ursprüngliche war?

      Die "Sabbate des HErrn"= Feiertage Gottes (Lev. 23 u. a.) waren viel älter als der "Konflikt" der "Großen Verfolgungszeit" im Mittelalter.

      Der Sonntag war den Aposteln kein dem Sabbat gleichwertiger oder "überlegener" Gedenktag. Sie versammelten sich ledig am Tag nach dem Sabbat "aus Furcht vor den (rabbinischen) Juden". Johannes 20:19.

      Das änderte sich erst nach dem Pfingsttag, jenem einmal jährlichen Gedenktag (wie dem "Tag der Erstlinge", dem einmal jährlichen Tag der "Auferstehung" in der Passahwoche Lev. 23).

      Fakt ist, dass der einmal jährliche Gedenktag zu Beginn und Ende der sieben Pfingstwochen schon lange vor Jesu Auferstehung begangen wurde, aber nicht als wöchentlicher "Vollendungstag" wie der Samstag sondern einmal jedes Jahr.

      Nach Pfingsten versammelten sich die durch den Geist Gottes ermutigten Christen täglich, nicht sonntäglich, und an den "Sabbaten" auf den Missionsreisen des Paulus. (Siehe das Zeugnis der ganzen Apostelgeschichte)

      Von einem "Auslaufen" der Sabbate des HErrn konnte keine Rede sein, zumal Jesus keine kalendarische Änderung bekundete. Stattdessen warnte Jesus vor Missachtung "seines Tages" infolge der kommenden Verfolgung (Matthäus 24:20.) Interessant, dass dieser Hinweis im selben Abschnitt steht wie der "Gräuel". (siehe Daniel)

      Im Zuge des Passahstreits, verlegte Kaiser Konstantin/Bischöfe den Passah-Termin auf ein "Wochenende" und beschloss aus "eigener/römischer Vollmacht" (entgegen der göttlichen/biblischen Ordnung) den "Tag der Erstlinge" zu einem "wöchentlichen" Feiertag nach dem Sabbat zu machen. Dies geschah aus politischen Erwägungen -- der Gleichschaltung mit den anderen Religionen im Reich.

      Beachte auch den langen Widerstand der kleinasiatischen Christen im Passahstreit gegen die Bevormundung durch die Römer. Die Kleinasiaten beriefen sich auf das klare Vorbild des Apostels Johannes.
    • MARTIN LUTHER: DER RUHETAG UND DIE DEMUT - Eine Predigt über den Sonntag, dem christlichen Wandel und die Demut - Teil 1

      Neu

      Predigttext : Lukas 14, 1 - 11
      Zur Info : Luther verwendet den Begriff Sabbat nicht zwingend als Begriff für Samstag, sondern meint "Ruhetag". Diesen Begriff wendet er auch auf den Sonntag an, wie in der Predigt ersichtlich wird. Es geht ihm um eine Haltung des Herzen und nicht um einen bestimmten Tag.

      Im heutigen Evangelium sind zwei Stücke: das erste betrifft den Gottesdienst, wie man gegen Gott handeln soll; das andere, wie wir uns gegen die Leute erhalten sollen.

      Es hebt sich aber hier eine Frage des ersten Stückes wegen: Ob es vor Gott besser sei, den Sabbat halten, oder den Menschen helfen und wohl tun? Denn darum ist es den Pharisäern hier zu tun, daß sie auf den Herrn Christum halten, was er mit dem Wassersüchtigen tun werde: Hilft er ihm nicht, denken Sie, so kann man ihnen schimpfen, daß er unbarmherzig sei und den Leuten nichts Gutes Tue; hilft er ihm aber, so ist er gottlos und hält den Sabbat nicht; kann also überzeugt werden, daß er Gott und seinem Wort Ungehorsam ist. Es mache nun der liebe Herr, was er wolle, so ist er gefangen; denn sie verstellen ihm den Weg zu beiden Seiten. Bei den Juden war der Sabbat ein großes und heiliges Ding und waren der Meinung es wäre gefährlich den Sabbat zu brechen. Was tut aber der liebe Herr Christus, der jetzt ganz gefangen ist und, der Pharisäer Anschlag nach, verloren hat? Geht mitten hindurch, und tut, was recht ist, macht die Pharisäer zur Schanden und treibt sie dermaßen ein, daß jedermann sieht, daß sie lauter Narren sind, ob sie wohl den Namen haben, daß sie die geistlichen Regenten sind, die das Volk lehren und führen und deswegen für große Doktoren gehalten werden.

      So ist nun daß die Summe von diesem Handel, daß er ihnen klar unter die Augen sagt, sie wissen nicht, was da heiße, den Sabbat halten und heiligen. Eure Gedanken, spricht er, sind diese, als heiße den Sabbat heiligen, gar müßig gehen und kein Werk daran tun. Nein, so müsst ihr den Sabbat nicht deuten; sondern den Sabbat heiligen heißt, Gottes Wort hören, und dem Nächsten helfen, womit man kann. Denn Gott will den Sabbat so heilig nicht halten, daß man den Nächsten in der Not darum lassen oder versäumen sollte. Darum, wenn ich meinem Nächsten diene und helfe ihm, ob ich gleich arbeite, so habe ich doch den Sabbat recht und wohl gehalten; denn ich habe ein göttlich Werk daran getan. Das also diese Lehre vom Sabbat besonders dahin geht, daß wir das dritte Gebot recht verstehen lernen, was es sei und uns fordert, nämlich: nicht daß wir feiern und nichts tun sollen, sondern daß wir Gottes Wort hören, und danach tun und leben sollen. Was sagt und lehrt uns denn dasselbe? Es weiset uns dahin, daß wir uns, der anderen Tafel nach, unter einander lieben und alles Gute tun sollen. Solches, will Gott, sollst du am Sabbat hören und lernen. Er muss ja folgen, daß du mit solchen guten Werken den Sabbat nicht entheiligst.
      Darum spricht Christus: ihr Pharisäer seit so grobe Lehrer, daß ihr den Sabbat brechen heißt, wenn man Gutes tut. Predigt man doch solches am meisten am Sabbat, daß wir untereinander lieben sollen. Was heißt aber lieben? Es heißt nicht, mit Gedanken umgehen, sondern von Herzen dem Nächsten günstig sein, mit dem Wort trösten und strafen, wo es nötig ist, und mit Rat und Tat behilflich sein, und also an Leib und Seele helfen. Wie Johannes sagt, 1. Johannes 3,18. “ Meine Kindlein, lasst uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit „. Solches, spricht der Herr, gebietet dir Gott eben auf den Sabbat; ja, daß wohl mehr ist, er hat den Sabbat darum eingesetzt, daß du es hören und lernen sollst, deinem Nächsten freundlich zu sein mit Worten, und die Hilfe ich mit der Tat, wo er es bedarf.

      Also straft der Herr die falschen Heiligen, die aus Gottes Wort einen verkehrten Verstand machten, und rühmten sich, sie hielten den Sabbat, wenn sie sogar keine Liebe bewiesen, daß sie auch einem nackten Menschen nicht ein Hemd oder ein Paar Schuhe gereicht hätten. Schelmen sind solche, die Gottes Wort umkehren. Denn wo Gottes Wort gebietet und heißt: Liebe deinen Nächsten, und tue ihm alles Gute; sprechen sie: O nein, ich möchte den Sabbat damit brechen. Das heißt unrecht gelehrt und Gottes Befehl ganz verkehrt. Denn Gott läßt dir eben auf den Sabbat sagen, daß du deinen Nächsten lieben, sein pflegen, und ihm alles Gute tun sollst, in allem, was er Bedarf an Leib und Seele. Wie man denn im Beispiel sieht, daß der Herr hier mit einführt. Ist es nicht Schande, spricht er, wenn dir ein Ochse oder Esel am Sabbat in das Wasser fällt, so brichst du den Sabbath nicht, wenn du dem armen Tier hilfst. So es nun nicht Sünde ist, einem Vieh am Sabbat helfen: seid ihr denn nicht tolle Heilige, daß ihr Ochsen und Esel könnt lieb haben, mit Stricken und Stangen zulaufen, ihnen aus dem Wasser helfen und sie retten, daß ihr verbieten wollt, wenn man solle einen armen Menschen am Sabbat nicht lieb haben noch ihm helfen ?

      Also soll es allen denen gehen, die den Herrn Christum meistern und lehren wollen, daß sie sich selbst fangen, und öffentlich an den Tag geben müssen, daß sie grobe Narren sind; wie sich hier die Pharisäer unterstehen, gedenken, der Herr könne ihnen nicht entgehen, er helfe gleich dem armen wassersüchtigen Menschen oder auch nicht. Aber er gibt ihnen eine solche Antwort, daß sie müssen rot werden und weiter können sie gegen ihn nichts vornehmen, und spricht: Ihr Heuchler, ihr seid es, die ihr den Sabbat entheiligt und brecht. Was ihr an mir suchet, daß findet ihr an euch es selbst. Den Sabbat heiligen heißt Gottes Wort hören und Heilige Werke tun, den Nächsten lieben, und ihm tun, was er Bedarf, Gehorsam sein, barmherzig sein, hilfreich, raten, trösten, Essen und Trinken geben. Solches solle man am Sabbat tun und heißt: Gott recht dienen. Denn der anderen närrischen Gottesdienste bedarf er nicht; auch will er nicht, daß man den ganzen Tag in der Kirche heulen wollte, wie unsere Katholiken pflegen. Er will, daß man sein Wort hören, und danach leben und tun soll.
      Darauf geht der schöne Spruch des Propheten Hosea Kapitel 6,6.: “ der Herr hat Lust an der Liebe mehr, denn am Opfer, und an Erkenntnis Gottes mehr, denn am Brandopfer „. Was heißt Gott erkennen? Anderes nicht, denn Gottes Wort hören. Ursache, ohne daß Wort wird niemand von Gott etwas wissen. Wenn aber das Wort kommt und spricht: Ich bin der Herr, dein Gott, der ich meinen Sohn gesandt und für dich in den Tod gegeben habe, der ich dich habe angenommen: durch solches Wort lernen wir Gott erkennen, daß er gnädig und barmherzig ist; welches die Vernunft nicht von sich selbst wissen noch lernen kann. Aus diesem aber folgt, weil man durch das Wort zur Erkenntnis Gottes kommt, daß es heiße, Gott dienen und den Sabbat recht heiligen, wenn man Gottes Wort hört, und nach dem Wort Gottes lebt und tut. Solches lassen die heillosen Heuchler, die Pharisäer, anstehen: sie hören Gottes Wort nicht, tun auch nicht danach; wollen dennoch den Namen haben, sie brechen den Sabbat nicht.

      Also tun die Katholiken auch, Könige und Fürsten, so dem Wort noch entgegen sind, hören alle Tage Messe; das ist der hohe, besondere Gottesdienst, welches sie keinen Tag entbehren können. Dagegen aber hören sie in einem Monat, in einem halben Jahr, ja, wohl oft in einem ganzen Jahr keine Predigt. Und ob sie gleich Predigt hören, hören sie nichts aus der Schrift oder das Rechte Wort Gottes, sondern eitler Menschenstand und Lügen. Das ist ihr Gottesdienst, damit sie den Sabbat oder Feiertag heiligen. So doch solches auf keine andere Weise geschehen kann, denn daß man Gottes Wort hören, und in den Werken sich übe, die im Wort uns vorgehalten und geboten werden.

      Deswegen soll bei uns Christen alle Tage Sabbat sein. Denn wir sollen alle Tage Gottes Wort hören und unser Leben danach ausrichten. Gleichwohl ist der Sonntag für das gemeine Volk geordnet, daß jedermann am selben Tag besonders Gottes Wort hören und lernen soll und danach leben. Denn die anderen sechs Tage muß der gemeine Mann seiner Arbeit warten, und erwerben, davon er lebe. Das will Gott gern geschehen lassen; denn er hat die Arbeit geboten. Aber den siebten Tag will er geheiligt haben, daß man daran nicht soll arbeiten, auf das jedermann ungehindert sei, sich in Gottes Wort und Werken zu üben, und zu tun, nicht was das zeitliche betrifft, sondern was Gott in seinem Wort fordert und haben will.
      Das ist das erste Stück des heutigen Evangeliums, daß jedermann lerne, es heiße Gott gedient und den Sabbat recht und wohl geheiligt, wenn wir Gottes Wort hören und danach tun. Darum, wenn du in die Predigt gehst, wenn du ein Evangelium liest, daß heißt Gott gedient, und ist ihm viel ein angenehmerer Dienst, denn alle Opfer und Heiligkeit, wie Hosea sagt.
      Das andere Stück lehrt von der Demut. Denn also deutet der Herr das Gleichnis am Ende selbst: “ Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden „. Das sollt hier lernen, daß es nicht allein vor Gott wahr ist, sondern auch vor den Leuten; denn die Art haben alle Menschen, daß sie den Hoffärtigen feind sind. Dagegen aber muss es ein besonders böser Mensch sein, der einem demütigen, frommen Herzen feind ist. Natürlich ist es, daß es jedermann liebhat; wie man sieht, wenn eine Magd im Hause willig und Gehorsam ist, und mit einem einfältigen, schlechten Herzen tut, was man befiehlt: da ist bald der Herrschaft das Herz genommen, daß sie solchem Gesinde nicht können feind sein. Daß es also natürlich ist, jedermann hat demütige, willige und stille Leute lieb.
    • MARTIN LUTHER: DER RUHETAG UND DIE DEMUT - Eine Predigt über den Sonntag, dem christlichen Wandel und die Demut - Teil 2

      Neu

      Wiederum, Hoffärtigen Leuten kann niemand hold sein. Sobald Vater und Mutter an einem Kinde oder Gesinde den Ungehorsam und Stolz merken (denn diese zwei Unarten sind häufig bei einander), daß sie sagen: Muss ich doch nicht tun, was du mich heißt; da hebt es sich, daß Vater und Mutter denken, wie sie ihnen den Stolz brechen und sie demütigen, oder zum Haus hinaus stoßen. Weltliche Obrigkeit tut es auch so. Wer stolzieren und nicht Gehorsam sein will, den lehrt sie es mit dem Stricke oder Schwertes durch Meister Hansen.

      Wie kommt es nun, daß den Stolz niemand leiden kann? Anders nicht, denn daß es Gott haben will, und sein Wort der steht und sagt: Er wolle getrost dazu helfen, daß die gedemütigt werden, so stolz und hoffärtig sind. Wie man sieht in allen Ständen: was reich, gelehrt, vernünftig, schön, stark, mächtig und gewaltig ist, sobald sie in die Hoffart geraten und sich nicht haben willig heruntergegeben, hat sie Gott gestürzt, daß sie haben fallen müssen. Denn so steht geschrieben: Gott selbst legt sich gegen die Hoffärtigen. Der nun einen solchen schweren Feind auf sich ladet, den er nicht tragen kann, der muß fallen, und hilft ihn keine Macht noch Stärke.

      Dagegen aber, wer demütig ist, der gewinnt Gott und den Menschen das Herz ab, daß ihm Gott mit allen seinen Engeln, und danach die Leute, als ein sonderlich edel Kleinod ansehen. Da folgt hernach auch Glück und Segen; wie man sieht, daß es auch eines armen Bürgers oder Bauern Sohn, dem sein Vater nicht drei ständige zu geben hat, ein großer Herr wird, da Fürsten und Herren seines Verstandes und Kunst halben ein Aufsehen haben müssen. Woher kommt solch Glück? Daher, daß es unser Herr Gott nicht kann lassen: was demütig ist, daß setzt er zu mit seiner Gnade und Barmherzigkeit, und allem, was er hat. Wie der 113. Psalm sagt, wer ist wie der Herr, unser Gott? Er sich so hoch gesetzt hat, und auf das niedrige sieht im Himmel und Erden. Der den Geringen aufrichtet aus dem Staube, und erhöhet den Armen aus dem Kot, daß er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes. Das tut Gott mit den Demütigen. Die aber stolz sind und nach oben wollen, wieder dieselben legt er sich mit aller Ungnade, und hört nicht eher auf, sie liegen denn danieder.

      Solches sollte uns bewegen, daß wir uns demütigen, und Kinder und Gesinde im Hause sich gehorsam hielten, und bedächten: Gott will haben, ich sollt tun, was man mich heißt; ich soll nicht hoffärtig, sondern demütig sein. Das will ich tun, und mich nichts darum bekümmern, ob ich gleich in einem geringen Stande bin. Denn ich weiß, wenn ich mich so halte, Gott wird mich nicht so gering lassen sein, er wird mich emporheben.

      Also ging es mit Saul: der war seinem Vater Gehorsam, hütete der Esel und hielt sich für den geringsten in Benjamin. Zu solchem Eseltreiber schickt Gott den Propheten Samuel und salbt ihn zum König. Denn weil er demütig und nicht hoffärtig war, setzte Gott zu ihm alle Gnade und Barmherzigkeit. Was geschah aber? Da Saul König war, schwoll ihm das Herz, daß er Stolz ward und fragte nach unserm Herrn Gott und seinem Wort nichts. Darum, gleich wie ihn Gott zuvor erhoben hatte, also stürzt er ihn danach wieder herunter, daß er sich aus Verzweiflung selbst erstach, und sein Geschlecht ausgerottet ward.

      1Also auch, David war ein feiner, starker, vernünftiger Jüngling. Aber er war daneben demütig und erhob sich solches nicht. Er blieb ein Schafhirte, und tat, was ihn sein Vater hieß, bis Samuel kommt und ihm sucht, und ihn zum König salbte. Und meldet die Geschichte besonders, wie er sieben Brüder gehabt, die waren alle stolz und hoffärtig, und verachteten ihren jungen Bruder David. Aber Gott sagte zu Samuel: Du sollst nicht ansehen die Gestalt noch Person, sondern den sollst du mir zum Könige salben, den ich dir zeigen werden; der anderen mag ich nicht. Auch konnte sich David, da ihn Gott erhöhet, Feinde in der Demut halten; sonst, so er stolz geworden wäre, hätte ihn Gott auch gestürzt wie Saul. Weil er aber demütig bleibt, ob er schon des Reiches verjagt war, kommt er doch wieder dazu; und Gott tut ihm noch so eine große Ehre, daß er ihn verheißt, Christus soll aus seinem Stamm geboren werden.

      Solches ist darum geschrieben und wird uns auch darum gepredigt, daß wir sollen demütig sein und uns vor der Hoffart hüten, und nicht sagen, wie die Bösen Mägde: Ei, wer mag immer in der Küche liegen, spülen und kehren? Muss ich das doch nicht immer tun, was man mir befiehlt. Siehe dich vor; willst du stolz werden, was gilts, Gott wird sich zwischen dich legen? Denn er übt nicht, er kann keiner Hoffart noch stolz leiden, wie wir vor Augen sehen. Denn was meinst du, daß die Schuld sei, daß es überall in der Welt so übel steht, daß überall so viel grober, ungeschickter, unglücklicher Männer und Weiber sind? Anders nichts, denn wenn sie jung sind, will alles stolzieren, niemand will tun, was man sie heißt und sie tun sollten. Darum lässt sie unser Herr Gott hingehen, wie die Säue, daß sie nicht etwas rechtschaffenes Lernen. Denn also ist es beschlossen: Was sich erhöhet, daß soll wieder herunter, wiederum, was sich erniedrigt, das kann er nicht liegen lassen, er muß es nach oben heben. Der Liebe Gott habe Lob und Dank, daß er auf diesen Tag uns also lehrt, und gebe seine Gnade, daß wir solcher Lehre auch folgen, um seines Sohnes, Christi Jesu willen, Amen.
    • Neu

      Stofi schrieb:

      @James Gabriel, du hast eines vergessen (nein, nicht vergessen): nicht die Wahrheit verfolgt die Lüge, sondern immer andersherum. Die Lüge verfolgt die Wahrheit, um sie zu vernichten, stumm werden zu lassen, quälen, verbrennen, töten. Wutausbrüche, falsche Zeugen, falsches Zeugnis, Beleidigungen, Diffamierung, usw, usw. Der teufel ist wirklich erfinderisch und gnadenlos. Nie hat die Wahrheit jemanden gezwungen, die Lüge aber sehr wohl. Die Wahrheit weckt aber das Gewissen..... "böse", bzw. unbekehrte Menschen werden dann sehr kreativ, um das Gewissen und den, der es geweckt hat, zum Schweigen zu bringen oder zumindest schlecht zu machen, koste es, was es wolle.

      Ich möchte dich "bitten", hier keine Psychoanalysen der Charaktere der User anzustellen, sondern endlich sachlich zu werden.

      .
      Stofi.Psychanalyse hin oder her - ich halte dafür, es täte Dir eine gut - aber es ist schon phantastisch. wie Du, verfolge ich Deine Postings , wie ein Automat ohne für mich erkennbare eigene Resultate aus eigene Erfahrungen als Patentlösungen hreaussprudelst. - Du, es gibt eine Welt ausserhalb des STA - Bubbble, in der die meisten von uns leben - und da ganz andere Sichten entwickeln - und gemeinsam darüber reden könne, aneinander lernen, auf Neues eine NAtwort zu - suchen.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • Neu

      Wie Luther oder Calvin den Begriff "Sabbat" verwendeten, ist ihre Verantwortung.

      Tatsache ist, dass die griechisch-römische Kirche seit Aufkommen der "Reformation" die Rückkehr der "Abtrünnigen" empfiehlt.

      Ein wichtiges Argument ist dabei die Frage des wahren "Leibes Christi" und damit der richtigen "Feiertage/Gedenktage".

      Solche Tage werden nicht durch Willkür gesetzt oder verändert sondern mit Begründung, welche überprüfbar sein muss.

      Alle biblischen Feiertage haben ihren Sinn im Erlösungsgeschehen. Eine "Heraushebung" des jährlichen "Erstlingstages" (wie auch des Pfingsttages) über die anderen Sabbate ist nicht sinnvoll.

      Es gibt noch ein größeres "Erlösungsgeschehen" als die Auferstehung Jesu: die Wiederkunft, welcher am Entsühnungstag (Yom Hakippurim) jährlich gedacht wird.
    • Neu

      Norbert Chmelar schrieb:

      Leuchtet mir nicht ganz ein, dass am jüdischen Versöhnungstage JOM KIPPUR man der Wiederkunft Jesu gedenken soll. Das war doch die Vorschattung auf den echten Versöhnungstag, den Karfreitag - den Todestag Jesu!
      Jom Kippur, der Tag der Versöhnung, ist der wichtigste jüdische Feiertag. Viele Menschen verbringen den ganzen Tag mit Beten und Fasten. In Israel kommt das öffentliche Leben völlig zum Stillstand. Der Feiertag steht in einer Reihe von Festtagen, die mit dem jüdischen Neujahr, Rosch haSchana, begonnen werden. Nach jüdischer Vorstellung trägt Gott zu Rosch haSchana sein Urteil über die Lebewesen in das Buch des Lebens ein, doch erst zu Jom Kippur wird das göttliche Urteil besiegelt. Durch Reue und gute Taten kann das Urteil zum Guten gewendet werden. Man wünscht sich daher von Rosch haSchana bis Jom Kippur "Chatima tova" - Einen guten Eintrag in das Buch des Lebens. Schon am Vorabend wird im Gottesdienst das "Kol Nidrej" gesprochen, ein Gebet, das Gelübde, die ein Mensch sich selbst aufgebürdet hat, aufhebt. Je nach Strömung im Judentum werden vor und zu Jom Kippur verschiedene Rituale durchgeführt. Beim symbolischen Sühneritual "Kapparot" etwa wird ein Huhn am Vorabend des Festtages dreimal über dem Kopf geschwungen, während Glaubenstexte zitiert werden. Darauf folgt die rituelle Schlachtung des Tieres, das den Armen gespendet wird. Für dieses Ritual gibt es verschiedene Erklärungen. Unter anderem findet sich die Symbolik des Sündenbocks wieder: Stellvertretend für den sündigenden Gläubigen symbolisiert der Tod des Huhns die Reinigung von Sünden. Ebenso beten am Vorabend die Menschen für ihre Verstorbenen und zünden im Gedenken an diese Kerzen an. Ausgleich und Versöhnung mit den Mitmenschen stehen im Mittelpunkt. Ausgleich und Versöhnung gilt als absolute Voraussetzung dafür, dass dies auch von Gott erbeten werden kann.