Gottesdienst & "Rituale"

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    • Gottesdienst & "Rituale"

      Was mögt oder mögt ihr gar nicht an gottesdienstlichen "Ritualen", Praktiken?

      Ich habe bei den Adventisten gesehen, dass sie sich zum Gebet hinknien, was ich total klasse finde!

      Bei unserer Bekenntniskirche steht man zur Lesung aus dem Wort Gottes z.B. auf, um die Ehrerbietung vor dem Wort auszudrücken.


      Was kennt oder mögt ihr sonst noch so in euren Gemeinden?

      Vielleicht auch: Was hättet ihr für Ideen diesbezüglich?

      Freu mich auf eure Beiträge!

      Gottes Segen!
      und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
      (Psalm 23)
    • Naja, gekniet wird bei uns nur beim allerersten Gebet - und natürlich auch nur wer möchte und kann.

      Mir persönlich sind diese Form-Rituale nicht wichtig, Rituale nur der Form oder Tradition wegen halte ich sogar für schlecht. Mir ist wichtig ein lebendiger Gottesdienst, vor allem eine aktive Lektionsbetrachtung wo sich möglichst viele einbringen können und auch das sagen können was sie wirklich denken ohne Angst vor Spott oder Belächelung.

      Einen echten und fröhlichen Lobpreisteil finde ich auch sehr wichtig. Es darf aber alles nicht zur blossen Form werden, Lobpreis weil Lobpreis jetzt nun mal eben dran ist. Wenn die Stimmung nicht dafür da ist, dann lieber ausfallen lassen - meiner Meinung nach. Sonst wird es zur Heuchelei.

      Generell fehlt es in den Adventgemeinden oft ein wenig an christlicher Freude durch die Erlösung, Rituale sind oft steif und wenig lebendig.
      Das ist aber von Gemeinde zu Gemeinde und von Sabbat zu Sabbat unterschiedlich.

      Wichtiger als Rituale sind mir Liebe untereinander und eine herzliche warme Atmosphäre.
    • Aber kommt das Knien oder Stehen oder sonstiges wirklich aus dem Herzen, wenn es 'ublich' ist oder es alle so machen? Ist es personlich, ein Wollen oder ein Muss?
      Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.
      Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt der bleibt in Gott und Gott in ihm
      1. Johannes 4, 16
    • Baptist schrieb:

      Jeder der sich zum Gebet hinkniet macht das freiwillig, es ist kein Muss.
      Wieso unterstellst du gleich wieder solche Extreme?
      Das sehe ich nicht ganz so.
      Wenn von vorne aufgefordert wird, sich zum Gebet "nieder zu knien, wem möglich", dann versuchen selbst die alten Gebrechlichen, denen das schwerfällt,
      noch nieder zu knien - nur um nicht auf zu fallen. Viele haben möglicherweise auch gar kein "Lust" dazu - machen es aber aus Höflichkeit.

      Ich finde, Susa hat schon recht mit ihrer Frage.

      Jeder sollte in der Haltung Beten wie es es für angebracht hält.
    • Hallo Rilo1,

      Das sehe ich nicht ganz so.
      Wenn von vorne aufgefordert wird, sich zum Gebet "nieder zu knien, wem möglich", dann versuchen selbst die alten Gebrechlichen, denen das schwerfällt,
      noch nieder zu knien - nur um nicht auf zu fallen.
      Es ist ein Beispiel, welches uns von "Außenstehenden" Kritikern sehr negativ--- unter der grundsätzlichen Thematik "Gruppendruck" ---vorgehalten wird.

      Gruppendruck----er reicht von "Ritualen" jeder Art (Sabbath??) bis hin zum "Nachplappern" von Glaubenspunkten, so wird argumentiert.

      Oft frage ich, wenn ich so das "adv. Verhalten bei den Zusammenkünften" beobachte (auch mein eigenes Verhalten mit eingeschlossen)

      ist dieses jeweilige Verhalten nun Ausdruck meines aktuellen inneren Antriebes (meine Überzeugung etc) oder ist es lediglich ein (ggf. sogar von "oben") verlangtes Ritual ? Gruppenverhalten um der "Zugehörigkeit" willen ?(
      liebe Grüße aus Wien
      yokurt
    • Ich halte sowohl Rituale, als auch kollektives Verhalten, für im Gottesdienst begrüßenswert und sogar notwendig. Gelegentlich muss man hinterfragen, was (noch) zeitgemäß und sinnerfüllt ist (also nicht zu Formalie verkommen) aber in meinen Augen muss jede Änderung Ablaufs des Gottesdienstes gut überlegt sein und es sollte eine solche nur sehr selten (und dann in der Regel bleibend) geben.

      Es ist zwar so, dass es wirklich Menschen gibt, die nicht oder kaum knien können. Daher lautet meine Aufforderung im Gottesdienst auch: "ich lade euch ein niederzuknien, soweit das möglich ist" - das meint aber nicht, "...soweit es gerade eurer Laune entspricht"!
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • mich stört es überhaupt nicht mehr, und sehe es auch so wie Heimo, gehe ab und zu in eine andere Gemeinde und da sehe ich dann erst, was es mir wert ist bzw. wie ich dies schätze.

      Gewisse >Rituale braucht der Mensch, auch in seinen Tagesablauf und dies braucht man auch in einen Gottesdienst. Es braucht eine gewisse Ordnung, ansonsten ginge es ja drunter und trüber.
    • Hallo Johannes,

      Schließlich betest Du doch einen Heiligen Gott an. Und das sollte für die ganze Gemeinde gelten!
      In meinem vorigen Beitrag hatte ich schon angedeutet---da gibt es eine Problematik:
      ich nehme da ein wenig mehr ins Blickfeld als nur "Gottesdienst(liche Rituale". Sollte diese Erweiterung hier nicht erwünscht sein-----ggf. bei Bedarf ein neuer Thread.
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      +) Welches adv. Verhalten (nicht nur beim Gottesdienst) kann man als "für die ganze Gemeinde" (verbindlich? ritualisiert etc) als wünschenswert vorgeben?

      +) Welches Verhalten (innerhalb eines Gruppengeschehens) z.b Sabbatschule, Vorträge, Seminare, Gemeindestunde, Diakongespräche !, "Aufruf zum persönlichen Zeugnisgeben !", Einladung zum Gebet am Podium, Preisgabe ganz persönlicher Dinge (öffne doch dein Herz....) Teilnahme am Freitag-Abend---oder auch nicht), "Erklärungsnotstand" (warum warst Du an diesem Sabbat nicht anwesend) etc ----

      wo endet hier das ritualisiert erwartete Verhalten "eines Adventisten", nämlich gültig für die "ganze Gemeinde" (sonst gehörst Du nicht wirklich zu uns)
      und wo beginnt die persönlich bedingte und zu beachtende "Intimsphäre" des Einzelnen.

      nach meinen Beobachtungen wird allzuoft die Intimsphäre des Einzelnen zu Gunsten dessen was man von der "ganzen Gemeinde" erwartet (Gruppendruck?) massiv zurück gedrängt--

      ein Beispiel: Geschwister haben aktuell ein "Problem" mit ihrem Gott, sie hadern, sind im Gespräch mit Gott---bekommen aber derzeit keine Antwort. (sowas solls ja geben)

      und dann kommt im Gottesdienst der öffentliche "Aufruf" sich zum Gebet nieder zu knien------- ?(
      Heucheln um des Gruppendrucks Willen ?( usw.

      liebe Grüße aus Wien
      yokurt
    • Yokurt schrieb:

      und dann kommt im Gottesdienst der öffentliche "Aufruf" sich zum Gebet nieder zu knien----


      Wenn es zum normalen Ablauf eines Gottesdenstes gehört hat jeder die Freiheit es so zu tun wie es seinen Möglichkeiten und seiner Einstellung entspricht.

      Probleme habe ich mit aufrufen zu " über pers. Erfahrungen zu sprechen, Aufruf nach vorne zu kommen um pers. Erweckt zu werden, alles was als Zwang oder Selbsdarstellung ausieht.
    • Hallo Seele1986 :)

      ja - das Hinknien gefällt mir auch sehr gut - und auch dass vorher gefragt wird ob für jemand oder etwas gebete werden kann -- das finde ich sehr schön. Es kniet auch nicht jeder - je nachdem ob jemand alt ist oder Gebrechen hat sitzt er einfach,, einen Zwang konnte ich nicht erkennen.

      Auch die vorgeführten Lieder einzelner Mitglieder - finde ich sehr schön .

      Was mir nicht gefällt sind die Kollektenkörbe . Kästen die an der Wand angebracht sind und wo jeder unauffällig etwas geben kann würde ich bevorzugen. (Die linke Hand soll nicht wissen was die rechte gibt)

      Persönlich habe ich eigene "Rituale" - wenn ich mich der Bibel widme - meist bestimmten Themen , dann schaffe ich mir erst eine richtig schöne Atmosphäre . Meist kommt ein feiner Duft in meine Aromalampe , einen Tee dazu - Schreibzeug und Bücher werden schon hergerichtet .. gemütlch einfach .. und dann kann das Stunden dauern :)

      LG
      Helensche
    • Ritus = Sicherheit

      Hallo liebe Freunde !

      Ich bin froh das unser adventistischer Gottesdienst nach einem festgelegten Ritus abläuft. Das gibt mir Sicherheit weil ich weis was mich in der Gemeinde erwartet. Wie dieser Ritus im Detail abläuft ist auch in unserer Kirche von Ort zu Ort verschieden. Bei uns in Linz knien wir uns eigentlich nie zum Gebet nieder. Das hat aber denke ich ganz praktische Gründe und ist mir nicht so wichtig.



      Froh bin ich das unser Gottesdienstritus keine körperlichen Annäherungen vorsieht. ("Wir singen jetzt das Vaterunser und geben uns dabei die Hände.") Oder auch keine vom Podium aus organisierte Kommunikation. ("Sagt eurem Sitznachbarn mal was nettes".) Mit angeordnetem Beten in kleinen Gruppen habe ich ein Problem. Ich empfinde dieses müssen als Grenzüberschreitung.

      So bin ich durch unsere standarisierten Versammlungen einigermaßen in Sicherheit.
    • Hallo Nixwisser -- das kann ich verstehen :)
      es istin der Gemeinder in die ich hin und wieder gehe usus dass man mit "Bussi-Bussi" begrüsst wird - finde ich ok wenn man sich näher kennt. Das erste Mal als ich da war hat mich eine ältere Frau gleich schmatz schmatz ... ich dacht mir wird übel. Ich hab dann ganz frei beim mächsten Kommen sie mir bewusst auf Distanz gehalten - Hand gegeben und beim Näherkommen dann per Steifheit und klarem NEIN !- sie in die Schranken von : klar gesagt : Anstand -gewiesen.

      Lovebombing hat immer etwas unredliches - das ist mit grosser Vorsicht zu geniessen ..
      Für mich auch unverständlich - weil es einfach eine Grenze überschreitet -
      Zum Glück war es kein Mann :D der hätt sich ne Watsche geholt bei mir :D .
      Auch ein sofortiges "Du" ist für mich nicht üblich -- ausser in solchen Foren :)

      LG
      Helensche
    • Ich habe oft meine Probleme mit Niederknien in der Gemeinde, bzw. wie dies in der Gemeinde abläuft:

      - Wenn ich nicht niederknie, die Leute um mich herum es aber tun, fühle ich mich ihnen gegenüber irgendwie "erhaben" und überheblich. Das versetzt mich in eine unangenehme Situation.

      - Umgekehrt, wenn ich niederknie, gibt es manche Leute, die direkt daneben stehen und es nicht tun. Dann fühle ich mich wie ein Waschlappen bei ihren Füßen.

      Dieses "mein" Problem ist aber nicht typisch-adventistisch, sondern kann in jeder Gemeinde vorkommen.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)