2013/Q4 - Nr.8 - Christus unser Priester

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    • Klarstellung...

      Lieber Armin,

      meine etwas provokante Überschrift "schläft Jesus nachts im Himmel" bezog sich auf die Anmerkung von Heimo die er als Antwort auf BEMO geschrieben hatte - war vielleicht nicht ganz klar geworden, habe das auch
      nicht zitiert.

      Zu Jesu Dienst für uns: Ich will das was Jesus für uns tut keinesfalls schmälern, ich habe nur ein Problem mit dem Verständnis was Jesus da wohl als "Vermittler" oder "Hoherpriester" da genau tut.
      Der Vergleich mit dem AT-"Täglichen" Dienst des Hohenpriesters hinkt für mich einfach gewaltig, weil Jesus im Himmel eben keine Opfer mehr bringen muß, wie es der tägliche Dienst unter anderem vorsah.

      Aus meiner Sicht haben die ganzen Opfer im AT auch keinerlei magische Erlösung oder Sündenvergebung bewirkt sondern waren als "Erziehungsmassnahmen" oder Anschauuungsunterricht gedacht um den Menschen
      klar zu machen, welche Konsequenzen Sünde nach sich zieht. Aus meiner Sicht braucht es daher auch keine Opfer um Sünde vergeben zu können.
      Deswegen sehe ich auch nicht welchen "Dienst" Jesus diesbegzüglich im Himml. Heiigtum - ähnlich einem Hohenpriester im AT - immer noch für uns tun müßte.

      Das heißt nicht, dass er für uns nichts mehr tut oder tun könnte. Wenn wir ihn aufrichtig um Vergebung bitten wird er uns auch nach wie vor vergeben. Ich verstehe nur nicht welcher "Dienst" dazu notwendig wäre.
      Es ist aus meiner Sicht so eine menschliche Vorstellung Jesus und auch Gott müßten doch im Himmel eine Aufgabe haben, sie müssen etwas Wichtiges zu tun haben, sie sind extrem eifrig und beschäftigt.
      Das ist menschliches Denken - Projektion menschlicher Verhaltensweisen auf Gott.

      Ich kann Gott nicht greifen, ich kann ihn nicht vollständig verstehen, und ich kann und muß auch nicht wissen was er da genau tut und wann er angeblich nach menschlicher Berechnung ins Himmliche Heiligtum gegangen ist
      um seinen "Mittlerdienst" an zu treten. Das ist für mich einfach unglaublich eng gedacht.

      Wenn es aber Menschen hilft bei "ihrem Verständnis von Gott" - dann lasse ich das gerne so stehen.

      PS: Was das kleine Horn da wegnehmen will: das ist aus meiner Sicht die rechte Anbetung! Anbetungswürdig ist nur Gott und nur er kann Sünde vergeben, nicht ein Mensch. Jeder der etwas anderes lehrt ist das kleine Horn.
      Menschen können uns evtl. dabei helfen, indem sie den geistig Schwachen die Sündenvergebung im Namen Gottes zusprechen, wenn sie erhlich bereuen, aber selber vergeben können sie die Sünde nicht.
    • RE: Klarstellung...

      Rilo1 schrieb:

      meine etwas provokante Überschrift "schläft Jesus nachts im Himmel" bezog sich auf die Anmerkung von Heimo die er als Antwort auf BEMO geschrieben hatte - war vielleicht nicht ganz klar geworden, habe das auch nicht zitiert.
      OK, haben wir geklärt!
      Zu Jesu Dienst für uns: Ich will das was Jesus für uns tut keinesfalls schmälern, ich habe nur ein Problem mit dem Verständnis was Jesus da wohl als "Vermittler" oder "Hoherpriester" da genau tut.
      Der Vergleich mit dem AT-"Täglichen" Dienst des Hohenpriesters hinkt für mich einfach gewaltig, weil Jesus im Himmel eben keine Opfer mehr bringen muß, wie es der tägliche Dienst unter anderem vorsah.




      Diesbezüglich gebe ich Dir absolut recht. Dabei sollte auch beachtet werden, dass ja der H-Priester auch im irdischen Heiligtum nicht tagtäglich Dienst tat. Das war ja hauptsächlich die Aufgabe der gewöhnlichen Priester, also anfänglich der vier Söhne Aarons, von denen gleich bald nach der Weihe des Heiligtums zwei wegen nicht genauer Beachtung der Dienstvroschriften gleich vom Feuer Gottes im Heiligtum getötet. Tragische Geschichte in 3. Mose 10! (Warum eigentlich wirklich so streng? Was war denn da so verkehrt?) Aber so ernst war es Gott mit den genauen Anweisungen. Das zeigt mir, dass es auch für uns sehr wichtig sein muss, diese Diensthandlungen recht verstehen!

      Wenn also der Aaron als H-Priester nicht täglich sondern möglicherweise nur am GVT für das Volk opferte, weil das sonst die Aufgabe seiner Söhne war, wäre doch interessant herauszufinden, was denn in dem Fall der H-Priester den ganzen Tag und das ganze Jahr über tat! Vielleicht würde das helfen, etwas zu finden, worin denn dann der Dienst Jesu im himml. Heiligtum tagtäglich besteht, wenn nicht aus Opfern von unschuldigen Tieren und somit Sündern zu helfen, von ihren Sünden frei zu werden und sie mit Gott zu versöhnen? Was könnten wir denn darüber im AT finden?

      Vielleicht würde es auch helfen, wenn wir uns einfach fragen, was denn Jesus seine Rolle als Mittler und Fürsprecher (Helfer und Beistand) der Menschen hier auf Erden tagtäglich tat, als er unter uns weilte? Kann man da vielleicht etwas davon übertragen, was er nun im Himmel unsichtbar für uns noch immer tut? Das nur mal so zu weiterem Nachdenken!


      Aus meiner Sicht haben die ganzen Opfer im AT auch keinerlei magische Erlösung oder Sündenvergebung bewirkt sondern waren als "Erziehungsmassnahmen" oder Anschauuungsunterricht gedacht um den Menschen klar zu machen, welche Konsequenzen Sünde nach sich zieht. Aus meiner Sicht braucht es daher auch keine Opfer um Sünde vergeben zu können.

      Diesbezüglich gebe ich Dir auch gerne recht, und es wäre sicher sehr heilsam, darüber noch viel mehr nachzudenken, welche Rolle die Opfer wirklich spielten. Manchmal wird ja wirklich der Eindruck vermittelt, als würde nicht Gott die Sünden vergeben, sondern das Blut der Tiere!

      Wenn das so gewesen wäre, müssten wir uns doch fragen, wie denn all die Menschen Vergebung ihrer Schuld bekamen, die keine Gelegenheit hatten, im Tempel zu Jerusalem ihre Opfer durch israelitische Priester Gott darzubringen und das Blut dieser Opfer in das Heiligtum zu übertragen und es zu verunreinigen und am GVT wieder zu reinigen! So gesehen könntest Du vom Prinzip her wohl recht haben, wenn Du meinst, dass es zur Vergebung eigentlich keine Opfer braucht. Darauf haben ja auch schon die Propheten immer wieder aufmerksam gemacht. Und doch waren die Opfer von Gott mit einer wohl bestimmten Absicht angeordnet worden!

      Deswegen sehe ich auch nicht welchen "Dienst" Jesus diesbegzüglich im Himml. Heiigtum - ähnlich einem Hohenpriester im AT - immer noch für uns tun müßte.

      Wenn also nicht opfern, was also dann? Vielleicht können meine obigen Hinweise eine Hilfe zur Beantwortung der Fragen sein.

      Dabei sollten wir vielleicht auch nicht vergessen, dass unsere Erde nicht die einzige bewohnte Welt ist, für die Jesus und der ganze Himmel da ist und die veilleicht auch etwas von seinem Dienst im Himmel haben! Also sollten wir vielleicht unsere Gedanken über das tägliche Wirken Jesu und der himmlischen Welt noch etwas erweitern! ;)

      Werde jetzt über das Wochenende nicht mehr so die Zeit haben zu antworten.

      Melde mich wieder, so bald es geht!

      Liebe Grüße,

      Armin
    • Baptist schrieb:

      Deswegen, was ist falsch an seinem Ausdruck dass Christus täglich uns vergibt?

      Warum sollte uns Christus nicht in dem Augenblick wo wir bereuen vergeben, ohne jegliche Periodizität wie "täglich" "jährlich" oder was auch immer? Warum vergibt uns Christus nicht beim Vorwiederkunftsgericht, wo er uns annimmt zur ersten Auferstehung? Ich sehe keine Veranlassung mich auf ein "täglich" festzulegen. Und es ging auch nicht spezifisch gegen Bemo, sondern überhaupt gegen die Art Gottes Handeln in seinem Reich an die Zyklen der Erdenzeit zu binden, denn wie dargestellt, die sind relativ je nach dem wo Du auf der Erde bist, Gott ist aber Einer für den ganzen Globus.

      Mein Anliegen war im Übrigen nicht zu klären "wann" Jesus vergibt sondern:

      HeimoW schrieb:

      Wir sollten die Aussagen, die die Heilige Schrift macht nicht so vergegenständlichen, dass sie absurd werden - und irgendwie tun wir das, wenn wir den irdischen Tag in den "Himmel" spiegeln bzw. ausdehnen. ?( ?(
      .
      Liebe Grüße, Heimo
    • Grundlegend gilt: Ob Gut oder Böse, Gott wird durch beides verherrlicht.

      Wenn aber die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seiner Ehre, warum sollte ich dann noch als ein Sünder gerichtet werden?

      Position & Negation. Gott wird selbst durch den Sünder verherrlicht, weil die Bosheit zeigt, wie gut Gottes Heiligkeit ist.

      Aber: Lasst uns Böses tun, damit Gutes daraus komme? Deren Verdammnis ist gerecht.

      Als Christenmenschen WOLLEN wir das Gute! Wir wollen Position, nicht Negation. Wir streben.

      Doch, was nun? Es gilt immernoch: Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.

      Das Urteil über den Menschen von Natur her bleibt unverändert. Er kann nicht!

      Was macht das sichtbar, dass der Mensch nicht kann, dass er Sünder ist und bleibt? Wir wissen aber: was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

      Das Gesetz macht Sünde sichtbar. Gottes Heiligkeit verurteilt uns konsequent. Das Licht will mit dem Schatten nichts zu tun haben. Das Gesetz ist unser Untergang!

      Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben.

      Das Gesetz bezeugt, dass Gnade nötig ist, weil der Mensch sonst verloren ist. Es hat aber zur Gerechtigkeit nichts hinzu getan, denn Gott erfüllt seine Gerechtigkeit selber durch Christus. Das ist für uns die Gnade. Gott erfüllt durch sich selbst seinen eigenen Anspruch.

      Das ist eine Wahrheit, keine Situation! Dieses Gnadenwerk ist konstant, nicht vom Menschen handlungsabhängig, denn das hieße wieder: Durch eigene Handlung die Gnade zu gewährleisten; das ist Werksgerechtigkeit. Gnade ist nur Gnade, wenn sie vollkommen unverdient ist.

      Jesus muss sein Gnadenwerk nicht wieder im Himmel rein waschen, weil sein Werk uns rein gewaschen hat. Er selbst braucht sich nicht zu reinigen von unserer Sünde, denn er hat "der Sünde Sold" (den Tod) bereits überwunden mit der Auferstehung, und seine Gottheit mit der Himmelfahrt wieder eingesetzt.

      Die Gnade, die im Glauben angenommen wird, gilt immer! Sie muss nicht bestätigt oder gewährleistet werden durch den Dienst Jesu, sie ist gewährleistet IN der Person Jesu. Jesus tut keinen Dienst für sein eigenes Werk, sondern er stellt in sich selbst sein Werk im Himmel dar.
    • Hier leiten einige vom Gesetz her, was aktuell im Himmel geschieht, und ignorieren vollkommen, dass das Gesetz zur Gerechtigkeit nichts zugetan hat, sondern allein die Gnade die Gerechtigkeit erfüllt hat.

      Erfüllt heißt erfüllt! Nicht mehr notwendig, der Tempeldienst.

      Und es KANN nur um den irdischen Tempeldienst gehen, der erfüllt ist, weil im Himmel kein Tempeldienst stattgefunden hat.

      Das irdische Heiligtum wurde zwar nach dem himmlischen Vorbild gebaut, aber die Dienste sind doch überhaupt nur nötig gewesen, wegen des Menschen Sünde. Dieser Dienst im Himmlischen Heiligtum geschah und geschieht nicht, weil der Himmel diesen Dienst nicht braucht.
    • @Seele1986:

      Der Hebräerbrief sagt ganz klar, dass Christus unser Hohenpriester ist, der für uns im himmlischen Heiligtum eintritt.

      Dazu kommen die Szenen aus dem himmlischen Tempel, die Johannes der Offenbarer in Visionen gesehen hat, wo Christus als Hohenpriester gezeigt wird.

      Wie kannst du da behaupten es gäbe keinen Dienst Christi im himmlischen Heiligtum? Jesus Christus ist der Mittler zwischen dem Vater und uns. Wo, wenn nicht im Tempel Gottes im Himmel vermittelt Er für die Heiligen?
    • 2Kor 13,3 Ihr verlangt ja einen Beweis dafür, dass Christus in mir redet, der euch gegenüber nicht schwach ist, sondern ist mächtig unter euch.
      Gal 2,20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

      Christus unser Priester in uns, ....ihr seid der Tempel des hl. Geistes... das Heiligtum in uns....die Sünde bekennen vor Christus in uns, unseren Priester in uns, was in uns durch Christus vollzogen wird, wird zu gleich im Himmel vollzogen.

      2Petr 3,18 Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus. Ihm sei Ehre jetzt und für ewige Zeiten! Amen.
    • Jesus der Mittler?

      Johannes schrieb:

      Jesus Christus ist der Mittler zwischen dem Vater und uns. Wo, wenn nicht im Tempel Gottes im Himmel vermittelt Er für die Heiligen?
      Johannes: Was bitte muß Jesus da konkret dem Vater vermitteln? Ist nicht Jesus mit dem Vater eins (völlig einig, eines Geistes)?

      Kannst Du Dir wirklich vorstellen, das Jesus dem Vater erklären müßte, was wir Menschen "verbrochen" haben und was ER für uns dagegen getan hat?
      Meinst Du wirklich, das wäre dem Vater nicht auch so völlig klar?

      Was also genau ist bitte dieser Vermittlerdienst - das hat hier noch niemand beantwortet - vielleicht kannst Du es?
    • Rilo1 schrieb:

      Johannes schrieb:

      Jesus Christus ist der Mittler zwischen dem Vater und uns. Wo, wenn nicht im Tempel Gottes im Himmel vermittelt Er für die Heiligen?
      Johannes: Was bitte muß Jesus da konkret dem Vater vermitteln? Ist nicht Jesus mit dem Vater eins (völlig einig, eines Geistes)?

      Kannst Du Dir wirklich vorstellen, das Jesus dem Vater erklären müßte, was wir Menschen "verbrochen" haben und was ER für uns dagegen getan hat?
      Meinst Du wirklich, das wäre dem Vater nicht auch so völlig klar?

      Was also genau ist bitte dieser Vermittlerdienst - das hat hier noch niemand beantwortet - vielleicht kannst Du es?
      Es braucht einen Mittler zwischen dem heiligen Gott und dem sündhaften Menschen, der die durch die Sünde entstandene Trennung zwischen Gott und Mensch überbrücken kann. Nachdem Jesus, Sohn Gottes und Menschensohn, sich selbst als Opfer dargebracht hat ist Er nun unser Hohenpriester (Hebr 8,1.2) und Mittler (1.Tim 2,5), der vor dem Vater für uns den Versöhnungsdienst verrichtet und für uns eintritt.

      • Jesus hält Fürsprache für uns bei dem Vater:

      Bibelstelle

      Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; (1.Joh 2,1)

      • Jesus reinigt uns von den Befleckungen der Sünde und vergibt uns unsere Schuld, wenn wir Ihm unsere Sünden bekennen:

      Bibelstelle

      Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. (1.Joh 1,9)

      • Jesus tritt für uns ein und nur durch Ihn, d.h. Seine Vermittlung, können wir uns Gott nahen:

      Bibelstelle

      Daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten. (Hebr 7,25)


      Paulus schreibt, dass das die Hauptsache ist, dass Jesus unser Hohenpriester ist! Ohne Seinen Dienst gäbe es für uns keine Rettung und keine Hoffnung auf Erlösung!
    • @Johannes,

      Jesus vermittelt aber nicht durch einen separaten Tempeldienst, sondern durch das, was er getan hat.

      Er verweist darauf, dass er für uns gestorben ist, dass er ein sündloser Mensch war.

      Er muss aber nicht zusätzlich etwas machen oder einen "Raum" weiter gehen.

      1. Joh. 1,9 meint nicht, dass er es "pro Sünde" jeweils tut (als Opferhandlung), sondern dass er generell unser Fürsprecher ist, an den wir glauben. Johannes sagt den Lesern: "Jesus ist unser Fürsprecher!"

      Aber nicht Wenn - Dann, sondern generell durch Glauben.
    • Danke, Seele - so wie Du es darstellst macht es für mich einen Sinn.

      @Johannes: ja, ich kenne alle diese Bibelstellen, aber erschließen sie sich für Dich? - für mich nicht wirklich.

      Jesu "Dienst" wird immer mit dem Dienst des H-Priesters im AT verglichen. Dieser mußte aber mind. am Großen Versöhnungstag Opfer zur Reinigung des Tempels und zur Entsühnung des Volkes bringen, abgesehen von den täglichen Diensten (die aber wohl von den normalen Priestern vollzogen wurde - zitiere hier Armin). Es steht auch ganz klar im Hebräer 9, 11 ff. das Jesus ein- für allemal das perfekte Opfer für uns gebracht hat und das es nun keiner weiteren Opfer bedarf. Was also bitte ist Deiner Meinung nach sein täglicher "Dienst" im Allerheiligsten?

      Meinst Du, Er müßte dem Vater immer wieder in Erinnerung rufen, dass er doch für uns gestorben ist? Meinst Du das wirklich?

      Antworte doch mal auf meine Fragen, anstatt mit Bibelstellen um dich zu werfen.
    • Das Problem ist, wenn man Verse, die uns thematisch etwas sagen sollen, als "tatsächlich" liest. (Wörtliche Leseweise).

      Das würde bedeuten: Bei jeder Sünde eines Christen (wir erinnern uns: gedanklich, emotional ebenfalls!), tritt Jesus vor den Vater und sagt ihm: "Vater! Ich hab sie ja erlöst usw. Außerdem hat er Buße getan für sein Vergehen!"

      Dieses Gespräch findet nicht statt!

      WEIL: Dass Jesus uns erlöst hat, ist nicht eine Tat des Sohnes, von der er den Vater überzeugen muss, sondern sie ist vom Vater gewirkt! Er hat DURCH ihn erlöst. Der Vater wollte das! Er muss nicht informiert werden.

      Buße = Vergebung würde bedeuten, dass man für absolut jede Sünde einzeln Buße tun muss (auch gedanklich, emotional, auch die, die wir "unbewusst" nennen)! Denn die Sünde ist nicht Sünde, weil sie uns bewusst ist, sondern weil unsere Natur absolut verdorben ist.

      Diesen Buß-Anspruch überlebt keiner! Wir wären alle verloren.

      Wir tun nicht Buße, DAMIT wir "erlöst bleiben" und "reinkommen", sondern WEIL er uns erlöst hat! Der Glaube wirkt sich selbst! Glauben IN Glauben.

      Buße tun kann ich nur, wenn es mir gewahr geworden ist. Dieses Gewahrwerden von Sünde tut der Heilige Geist. Die Erkenntnis geht auf Gottes Konto, nicht auf meins.

      Jesus braucht den Vater nicht drauf hinweisen, dass der Sünder IHN in Anspruch nimmt, sondern Jesus selbst stellt dar, dass der Vater den SÜNDER in Anspruch nimmt.

      Die Ausdrucksweisen am Bild des Tempeldienstes im Hebräer sind FÜR UNS zum lesen, damit wir ein Bild haben, das wir begreifen können. Jesus tut es nicht WIE der Hohepriester, sondern der Hohepriester tat es, als BILD auf Christus hin.
    • Liebe Seele,

      Du packst das immer in so schöne salbungsvolle Worte :rolleyes:
      Hast Du mal Theologie studiert?

      Man muß es wohl so verstehen wie Du es hier erklärst, weil es einfach anders keinen Sinn macht.

      Die STA im allgemeinen sehen das ja alles viel wörtlicher und ernster. Unser oberster Chef (der GK Präsident) stellt sich das tatsächlich so vor,
      das Jesus da in einem wirklichen himmlischen Heiligtum (als Gebäude!) vom Vorzelt ins Allerheiligste läuft und dort tagtäglich für uns seinen priesterlichen
      Dienst tut (was auch immer....? - und immer wieder hin und her...) - so hat es mir zumindest ein Prediger einmal gesagt und sich darüber amüsiert :huh:

      Grundsätzlich neige ich auch dazu, die Bibel wenn immer möglich wörtlich zu verstehen.
      Ich komme aber immer mehr darauf, das vieles nicht wörtlich und wohl auch nicht sinngemäss inspiriert ist (zumindest nicht vom HL. Geist) weil einfach
      zu viele Widersprüche und zuviele Ungereimtheiten darin zu finden sind. Was das Bild mit dem Himml. Heiligtum dann eigentlich soll, ist mir nicht so wirklich klar,
      aber vielleicht hat es dem Volk damals geholfen, den Heiligtumsdienst im AT zu verstehen, obwohl ich fürchte, das dem einfachen Volk das im großen und ganzen
      auch nicht klar war (es waren ja komplizierte Rituale - allein der große Versöhnungstag...).

      Dann ist aber auch das Wort "Dienst" für Jesu Rolle sehr mißverständlich, weil es einfach nichts mit unserem Begriff Dienst, im Sinne von Arbeit, Aufgabe etc. zu tun hat.
      Der Dienst bestand in unserer Erlösung und ist vollbracht - der Dienst beschränkt sich jetzt vielleicht auf das "Einfahren der Ernte" ;)
    • Hallo Rilo1,

      nein habe keine Theologie studiert. Wäre heute mein großer Wunsch eigentlich, aber war damals in der Schule zu faul.
      Die ev. Studenten lesen die Texte in Hebräisch, Griechisch und Latein (deshalb gilt ev. Theologie nach Medizin offiziell als schwierigstes Studium). Könnte die Anforderungen selbst dann nicht nachholen, wenn ich wollte. Der Zug ist leider abgefahren.

      Die Sprache bin ich durch meinen Großvater gewöhnt und eigentlich durch "typische evangelische Gottesdienste", weil die Worte da ständig vorkommen. Es überlegen nur leider nicht mehr viele, was sie eigentlich heißen.

      Wir beten alle immer: "Wir danken Gott DURCH unseren Herrn Jesus Christus" oder "Gott hat uns gerettet, DURCH unsern Herrn Jesus Christus"; also die Sprache, die Paulus eigentlich permanent verwendet in seinen Briefen. Was bedeuten diese "merkwürdig religiös" anmutenden Sätze eigentlich? Darin liegt eigentlich die Erklärung.

      Es gibt eigentlich niemanden, der Paulus besser und umfassender ausgelegt hat, als Luther. Von ihm habe ich in letzter Zeit sehr viel gelesen.

      Der (hier so oft angeführte) Hebräerbrief ist extrem typologisch (also bild-redend). Er will den Tempeldienst aber nicht "weiterführen", sondern überhaupt erst erklären. So ist es zwischen AT und NT eigentlich ständig.

      Das NT schließt das AT nicht nur ab, weil dann das Buch zu Ende ist, sondern, weil es inhaltlich geklärt wird, vollendet wird.

      Wenn Gott sagt: "Es ist vollbracht!", kann ich nicht aus meiner menschlichen Sicht sagen: "Aber du musst ja noch..."
    • Die These ist ja folgende:

      Jesus stirbt am Kreuz (Vorhang zerreist): Priester im Heiligen (täglicher Dienst) - (z.B. 1844): Gang ins Allerheiligste: Hohepriester im Heiligsten (Zeit der Herzensprüfung/ Untersuchung der Herzen). Also im Himmel wird das irdische nochmal gemacht (in größerer, theologischer Form).

      Da hat man aber was übersprungen! Kennt ihr den alten Gruß unter Christen?

      "Der Herr ist auferstanden!" - "Er ist wahrhaftig auferstanden!" Das sagen wir im Rückblick.

      Was sagen wir im Vorausblick? "Maran-atha!" "Komm, Herr!" oder "Unser Herr komme!" Ich teile die Adventhoffnung der Adventisten absolut! Ein Christ, der sie nicht hat, ist in meinen Augen kein Christ oder zumindest noch sehr verwurzelt in der Welt.

      Evangelische These (meine):

      Jesus stirbt am Kreuz (Vorhang zerreist), d.h., Zugang zum Vater für uns Gläubige (kein tempelspezifisches Bild, sondern ein generelles! "Ich bin der Weg"!)

      Der EINE vollkommene Tod (für DIE Sünde & die SÜNDEN) anstelle der täglichen Tode im AT für die SÜNDEN (tägliches Opfer) und DIE Sünde (Jom Kippur).

      Jesus im Grab: "Der Sünde Sold". 1 Tag im Namen des Vaters, 1 Tag im Namen des Sohnes, 1 Tag im Namen des Geistes (3 Tage im Grabe). Bis heute wird man in Deutschland erst nach mindestens 3 Tagen bestattet. Daher kommt das. "Wenn er nicht auferstanden ist, bestatten wir ihn."

      Auferstehung! Neubeginn (1. Tag der Woche; Sonntag). Erschaffung des Menschen am 6. Tag (Freitag) / Tod des Menschen am 6. Tag (Freitag); Ruhe am Sabbat von der Arbeit (Samstag)/ Ruhe im Grab (Samstag); Beginn der Woche am Sonntag/ Auferstehung am Sonntag.

      Himmelfahrt! Der Sohn geht zum Vater. Gang ins Allerheiligste, denn der Thron Gottes ist im himmlischen Allerheiligsten, nicht im Heiligen.

      Wir Menschen auf der Erde (Vorhof), gehen nach dem Tod in einen Zwischenraum (Heiliges) ["Siehe, ich sehe den Himmel offen!"/ Schoß Abrahams], und werden am Ende (Gericht; Versöhnungstag) verwandelt und zu ihm ins Allerheiligste gehen.

      Der Leib stirbt (Erde zu Erde), das irdische Leben (Seele) schläft (Seelenschlaf), der Geist (Odem) geht zu Gott (denn im Geist sind wir lebendig!; Gott, der Geist und Seele trennt!)

      Am Ende: Mensch wacht auf (irdisches Leben, also Seele wird wieder wach), mitsamt dem Leib. Der Leib der Gläubigen wird verwandelt (Auferstehungsleib): Denn die Verweslichkeit muss Unverweslichkeit anziehen, und die Sterblichkeit Unsterblichkeit anziehen!
    • Lassen wir doch das Wort Gottes sprechen, denn allein das zählt:

      Bibelstelle

      Wäre nun die Vollendung durch das levitische Priestertum gekommen - denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen -, wozu war es dann noch nötig, einen andern als Priester nach der Ordnung Melchisedeks einzusetzen, anstatt einen nach der Ordnung Aarons zu benennen? (Heb 7,11)

      Bibelstelle

      dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie. (Heb 7,24.25)


      Bibelstelle

      Daher musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden. (Heb 2,17.18)


      Bibelstelle

      Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben. (Heb 4,15.16)

      Bibelstelle

      Christus aber ist gekommen als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere und vollkommenere Stiftshütte, die nicht mit Händen gemacht ist, das ist: die nicht von dieser Schöpfung ist. Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben. (Heb 9,11.12)


      Bibelstelle

      So also mussten die Abbilder der himmlischen Dinge gereinigt werden; die himmlischen Dinge selbst aber müssen bessere Opfer haben als jene. Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen; (Heb 9,23.24)


      Bibelstelle

      Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel und ist ein Diener am Heiligtum und an der wahren Stiftshütte, die Gott aufgerichtet hat und nicht ein Mensch. Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Darum muss auch dieser etwas haben, was er opfern kann. (Heb 8,1-3)



      Ich denke damit sind alle Fragen beantwortet.
    • (Hebr. 8, 4-13)
      Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, weil da schon solche sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern.
      5 Sie dienen aber nur dem Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die
      göttliche Weisung an Mose erging, als er die Stiftshütte errichten
      sollte (2.Mose 25,40): »Sieh zu«, sprach er, »dass du alles machst nach
      dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.«
      6 Nun aber hat er ein höheres Amt empfangen, wie er ja auch der Mittler eines
      besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist.
      7 Denn wenn der erste Bund untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum für einen andern gesucht.
      8 Denn Gott tadelt sie und sagt (Jeremia 31,31-34): »Siehe, es kommen Tage,
      spricht der Herr, da will ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda
      einen neuen Bund schließen,
      9 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tage,
      als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen. Denn
      sie sind nicht geblieben in meinem Bund; darum habe ich auch nicht mehr
      auf sie geachtet, spricht der Herr.

      10 Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach
      diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz geben in ihren
      Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein und
      sie sollen mein Volk sein.
      11 Und es wird keiner seinen Mitbürger lehren oder seinen Bruder und sagen:
      Erkenne den Herrn! Denn sie werden mich alle kennen von dem Kleinsten an
      bis zu dem Größten.

      12 Denn ich will gnädig sein ihrer Ungerechtigkeit, und ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken.«
      13 Indem er sagt: »einen neuen Bund«, erklärt er den ersten für veraltet. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist seinem Ende nahe.


      Dem ist dann wohl auch nichts mehr hinzu zu fügen ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Rilo1 ()

    • Lesen ? - Schreiben !

      Seele1986 schrieb:

      Ach, was sag ich: Les den ganzen Hebräer einfach noch mal!



      Kleine Selbsterfahrung : Schreibe den Brief - oder Teile daraus - Kapitel 9 + 9 - - - -mit der Hand !! - Da stolperst Du auf einmal über Worte, die Du überlesen hast !
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -