Wahrheit des Evangeliums - Paulus und Petrus sind sich Uneins ?

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    • Christel schrieb:

      Jacob der Suchende schrieb:

      Gebot (4) - die Beschneidung - hat seine Bedeutung verloren, weil niemand mehr ein Israelit werden musste, um gerettet zu werden. Die Frage nach diesem Gebot war der eigentliche Auslöser des Streits, der letztendlich das Konzil in Jerusalem nach sich zog. Weil aber ein Nichtjude nicht beschnitten werden musste, um gerettet zu werden, so entstand logischerweise die Frage, welche Gebote dann ein solcher zu befolgen hatte (denn manche Gebote musste der Fremde in Israel nicht einhalten).
      Die Beschneidung ist kein Gebot unter anderen, sondern Zeichen des Bundes mit Gott:

      "Beschnitten muss sein der in deinem Haus Geborene und der um Geld Erworbene. So soll mein Bund, dessen Zeichen ihr an eurem Fleisch tragt, ein ewiger Bund sein. Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverband ausgemerzt werden. Er hat meinen Bund gebrochen." 1 Mos 17,13 f.


      Sorry - hiermit sollte klar sein, daß die körperliche Beschneidung von Anfang an nur das Symbol für die innere Beschneidung des Herzens gewesen ist:

      Bibelstelle

      Hes 44,7 Denn ihr habt fremde Leute mit unbeschnittenem Herzen und unbeschnittenem Fleisch in mein Heiligtum hineingelassen und so mein Haus entheiligt, als ihr mir Brot, Fett und Blut opfertet; so habt ihr meinen Bund gebrochen mit allen euren Gräueltaten;


      Christel schrieb:

      Nachtperle schrieb:

      Auch ich verstehe die Gebote nicht als "jüdische" Gebote, sondern als Gebote für ALLE, die sich dem Volk Gottes anschließen

      3 Mose stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der Herr vom Berg her zu: Das sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden:
      4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe.
      5 Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet. 2 Mos 19,3 ff.

      Danach werden dem Volk Israel die Zehn Gebote und weitere Gesetze verkündet.


      Die Wiederholung der Zehn Gebote im 5. Mose enthält aber die Schöpfung als Bezugspunkt beim Sabbat - nicht den Auszug aus Ägypten.

      Christel schrieb:

      Sowohl bei der Beschneidung als auch bei den 10 Geboten handelt es sich nicht nur um Regeln, sondern um den Bundesschluss, genauer um den Alten Bund.


      Der Neue Bund, den Du selbst erwähnst, bestätigt die "Zehn Gebote" ja gerade durch die Auslegung in der Bergpredigt. Damit wir die fortdauernde Gültigkeit der "Zehn Gebote" ja unmißverständlich für alle Menschen bestätigt. Sie sind also keineswegs "nur" Teil des "Alten Bundes" sondern im Sinne der Bergpredigt Tteil des Charakters Gottes. Während die im AT verwendete Symbolik verstanden und übertragen werden muß bleiben die "Zehn Gebote" zeitlos bestehen.

      Christel schrieb:

      Paulus fasst beides mit den Worten zusammen:
      Hört, was ich, Paulus, euch sage: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen. Ich versichere noch einmal jedem, der sich beschneiden lässt: Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. Gal 5,2f.


      Was meint Paulus hier mit dem "ganzen Gesetz"? Sittengesetz (10 Gebote), Stiftshütten-Gesetze (nur für die Priester und Leviten gültig?), Reinheitsgebote, staatliche Rechtsordnungen ... ?
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info
    • Christel schrieb:

      Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!

      Hallo Christel,
      da ich mich momentan mit dem Hebräerbrief beschäftige, ist mir dessen zentrales Anliegen aufgefallen, nämlich dass der "Alte Bund" durch den "Neuen Bund" überboten wurde, weil er durch das Blut Jesu Christi geschlossen wurde. Diese ganze Typologie des Hebräerbriefs passt daher sehr gut zum Abendmahl. Wenn ich nun Frage, was der Hebräerbrief unter dem "Alten Bund" versteht, dann komme ich zu dem Schluss dass es dort thematisch nur um das Zeremonialgesetz geht. Wenn ich nun also die Typologie des Hebräerbriefs bzgl. des Zeremonialgesetzes auf das Abendmahl anwende, dann symbolisiert das Abendmahl (unter anderen) auch die Erinnerung an Abschaffung der Zeremonialgesetze, da ein viel besser Opfer gebracht wurde. Dies hat zunächst erstmal nichts mit "den anderen" Geboten zu tun.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Christel schrieb:


      --------------
      Und was tat Jesus als Gesetzeslehrer?

      Mt. 5: "Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm:

      Jesus beginnt zu lehren, dabei verschärft er die Gesetze:
      Beispiel: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
      Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein."Mt 5,21


      Andererseits gerät Jesus in Konflikte, weil es sich nicht genau an die 10 Gebote hält:

      Sorry, diese Aussage ist komplett falsch!
      Jesus hat sich immer an die 10 Gebote gehalten!
      Er geriet allerdings mit den Gesetzchen der Juden (Menschengeboten: oft als "Satzungen der Väter" oder "Satzungen der Ältesten" bezeichnet), die diese formalistisch um die 10 Gebote herum konstruiert hatten, in Konflikt weil diese Gesetzchen dem Ursprünglichen Sinn der 10 Gebote zuwider liefen / laufen.
      Das Dokumentiert Jesus ganz klar in Seinen Antworten auf die Pharisäer (vergl.: Matthäus 15,1-20; Markus 7,1-23; Hebräer 9,1+10; )

      Und die Aussage Jesu an die Pharisäer: "... Damit habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Satzungen willen." (Mt 15,6) dokumentiert ganz klar daß die Pharisäer mit eigenen Satzungen /Gesetzchen und Menschengeboten, juristischen Tricks und doppelter Moral den Sinn von Gottes Ordnungen pervertiert haben!
      Diese über 600 "Satzungen der Ältesten" waren niemals Teil des AT sondern nur der jüdischen Tradition. Diese Satzungen der Ältresten wurdeen systematisch mißbraucht um die eigene Rechtsgläubigkeit herauszustellen ohne den Sinn des Gesetzes jemals erfüllen zu wollen ( vergl.: "fein hat Jesaja" )!

      Christel schrieb:

      Also ich wurde nie in den Alten Bund aufgenommen! [/size] ;)

      Vorsicht, denn ohne den Alten Bund oder die Wurzel des Ölbaums wärst Du nie eingepfropft worden (vergl.: Römer 11,11-24; ). Deine Aussage ist also so isoliert ganz sicher mehr als fraglich.

      Nochmal es geht um den Sinn der Gesetze und Ordnungen die Goott gegeben hat - unabhängig davon wer sie erhielt! Nichts was Gott tut oder sagt ist ohne funktion und Sinn darum können auch wir noch von allen Gesetzen des AT profitieren wenn wir ihren Sinn ergründen und den Nutzen erkennen den Gott damit transportiert hat.

      Zusammenfassung: Ich halte das Gesetz nicht weil ich erlöst werden will oder um Gott zu meiner Erlösung zu "überreden" sondern ich folge dem Willen Gottes, den ER auch in den Gesetzen geäußert hat, weil ich bereits erlöst bin! Außerdem orientiere ich mich auch an für Viele scheinbar belanglosen Regeln weil ich ihren Sinn auch heute verstehen und umsetzen kann.

      Das "Doppelte Liebesgebot", das übrigens bereits Teil des AT ist (vergl.: Lk 10,27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5.Mose 6,5; 3.Mose 19,18). ), hebt die 10 Gebote oder andere gesetze keineswegs auf sondern das "Dopplete Liebesgebot" wird durch diese Reglen konkretiesiert so wie es in der Bergpredigt durch die Auslegung der 10 Gebote verallgemeinert wird (vergl.: Matthäus 5,17-20; )
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info
    • Mose:
      „Als die Israeliten in der Wüste waren, entdeckten sie einmal, dass einer am Sabbat Holz sammelte. Die Leute, die ihn beim Holz Sammeln angetroffen hatten, brachten ihn vor Mose und Aaron und vor die ganze Gemeinde. Man sperrte ihn ein, weil noch nicht entschieden war, was mit ihm geschehen sollte. Der Herr sprach zu Mose: Der Mann ist mit dem Tod zu bestrafen. Die ganze Gemeinde soll ihn draußen vor dem Lager steinigen. Da führte die ganze Gemeinde den Mann vor das Lager hinaus und steinigte ihn zu Tod, wie der Herr es Mose befohlen hatte.“ Num 15,32-36


      Jesus:
      "Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
      Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht." Joh 1,16-18

      Mose oder Jesus – das ich nicht nur ein anderer Heilsweg, sondern ein anderer Weg der Nachfolge!
      Buchstäbliche Befolgung des Gesetzes ist etwas anderes als die Nachfolge Jesus und seiner Botschaft vom Reich Gottes (hier und jetzt). Überschneidungen, so dass es oberflächlich betrachtet kaum zu unterscheiden ist, schließe ich nicht aus.

      Das Judentum halte ich für eine sehr starke Religion! Als Christen könne wir versuchen schlechte Kopien des Judentums zu sein oder wirkliche Jünger Jesu.
    • Christel schrieb:

      Mose oder Jesus – das ich nicht nur ein anderer Heilsweg, sondern ein anderer Weg der Nachfolge!

      Glaubst du, dass Gott den Heilsweg "Werksgerechtigkeit" für die Israeliten bestimmte?
      Wenn dem so wäre:
      - wer hätte dann gerettet werden können?
      - was ist das für ein Gott, der Menschen nach zwei prinzipiell unterschiedlichen Maßstäben beurteilt?
      - bestraft er ungerechterweise damit nicht die Menschen, die zur Zeit des AT geboren wurden? Sie konnten sich den Zeitpunkt ihrer Geburt nicht aussuchen...

      Ich glaube, das Heil im AT konnte ebenso wie im NT prinzipiell nur durch Gottes Gnade erlangt werden. Es gibt nur einen Weg zum Heil (Joh 14,6) - zu allen Zeiten. Jesus erklärt das Gesetz, so wie es von Anfang an gedacht war. Er hebt dadurch aber nicht dessen Funktion auf: Das Aufzeigen von Sünde. Es war und ist niemals Mittel der Erlösung! Das war der Irrtum der Pharisäer, den Jesus korrigieren wollte.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Christel schrieb:

      Mose:
      „Als die Israeliten in der Wüste waren, entdeckten sie einmal, dass einer am Sabbat Holz sammelte. Die Leute, die ihn beim Holz Sammeln angetroffen hatten, brachten ihn vor Mose und Aaron und vor die ganze Gemeinde. Man sperrte ihn ein, weil noch nicht entschieden war, was mit ihm geschehen sollte. Der Herr sprach zu Mose: Der Mann ist mit dem Tod zu bestrafen. Die ganze Gemeinde soll ihn draußen vor dem Lager steinigen. Da führte die ganze Gemeinde den Mann vor das Lager hinaus und steinigte ihn zu Tod, wie der Herr es Mose befohlen hatte.“ Num 15,32-36

      Ist es nicht so, daß Du hier mit vielen ANderen einem ganz großen Irrtum unterliegst indem hochgradig selektiv etwas als typisch dargestellt wird was es garnicht ist?
      Das AT sowohl vor Mose als auch danach sagt klar, daß die Erlösung aus Gnade geschieht, denn keiner der Erzväter, die alle Glaubensvorbilder wurden, hat jemals diese Gesetze gekannt sondern sie wurden ebenso aus Gnade gerettet wie auch wir! vergl.: gnädig 5.Mose 31,14-23;
      2.Mose 34,5-9; Nicht Gott ist der hartherzige - sondern das Volk!
      Solche elementaren Aussagen darf man auch im AT nicht unterschlagen ohne Gott damit unrecht zu tun!
      Das Buch Hijob, das älteste Schriftstück der Bibel (ca. 2000 v.Chr.), dokumentiert daß das Gottesbild des "piniblen Rächers" nicht zutreffend ist - lange vor Mose (ca. 1450 v.Chr. vergl.: Einleitungsfragen zum Buch Hijob (ab Seite 8) )

      Christel schrieb:

      Jesus:
      "Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
      Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht." Joh 1,16-18

      Wer war dann aber der Gott am Sinai? War das nicht logischerweise bereits Christus?
      Lese mal die Offenbarung oder den Umgang Jesu mit den Pharisäern, dann wirst Du feststellen können, daß Jesus auch im NT Gericht ankündigt und auch vollstrecken wird - und zwar an den Unbußfertigen ganz ohne jede Gnade, ganz so wie Du behauptest, daß es nur im AT vorkommen würde ...

      Christel schrieb:

      Mose oder Jesus – das ich nicht nur ein anderer Heilsweg, sondern ein anderer Weg der Nachfolge!
      Buchstäbliche Befolgung des Gesetzes ist etwas anderes als die Nachfolge Jesus und seiner Botschaft vom Reich Gottes (hier und jetzt). Überschneidungen, so dass es oberflächlich betrachtet kaum zu unterscheiden ist, schließe ich nicht aus.

      Gott/Jesus sind im AT wie im NT vollkommen gleich - sie haben sich nicht verändert und Erlösung geschah NIEMALS aus den Gesetzen sondern immer ausschließlich aus Gnade.

      Das Judentum zur Zeit Jesu hatte sich schon sehr weit vom Ursprung entfernt und war zu einer perversen Gesetzesreligion nd einem religiös mißbrauchenden System "mutiert". Wenn Du Gott unterstellst dieses System gewollt und geschaffen zu haben tust Du IHM extrem Unrecht! vergl.: Hiob 42,7-9;

      Christel schrieb:


      Das Judentum halte ich für eine sehr starke Religion! Als Christen könne wir versuchen schlechte Kopien des Judentums zu sein oder wirkliche Jünger Jesu.

      Was geht uns das pervertierte Judentum an, dessen Führer Jesus für Ihre Macht opferten?

      Im Übrigen haben Jesus, Paulus und auch die anderen Jünger / Apostel das NT und ihren Glauben sowie ihre Form der Nachfolge komplett aus dem AT abgeleitet. Wenn Du auch nur im Ansatz recht hättest wäre das völlig unmöglich!

      Gott / Jesus ist der Selbe: Gestern, Heute und in alle Ewigkeit. 1.Joh. 1,5 Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.

      Oder was ist wohl in Micha 6,6-8; gemeint wenn anstelle der Opfer etwas ganz einfaches und bereits Bekanntes gefordert wird?
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stephan Zöllner () aus folgendem Grund: Nachtrag

    • Hallo Stephan Zöllner,
      unter dem Thema “Hermeneutik: die Bibel richtig auslegen, verstehen und anwendenstellten wir fest: Die Menschen kennen Regeln der Textauslegung. Diese wenden sie in ihrem Alltag völlig richtig an. Bezüglich der Bibel klappt das plötzlich nicht mehr!

      Als mögliche Ursache nanntest Du die historisch-kritische Methode:
      Möglicherweise hat da die "Historisch-kritische-Methode" als abschreckendes Beispiel gedient und die Leute haben das Falsche daraus gelernt!
      Das denke ich nicht! Allerdings, es wird überall nur „mit Wasser gekocht“. Bibellehrer sind hiervon keine Ausnahme. Erst kürzlich hörte ich einen fantastischen biblischen Vortrag. Es war kurzweilig spannend, richtig gut! Deshalb ließ ich mir den Vortragsmitschnitt zusenden. Eine andere Zuhörerin sagte begeistert: „Er hat es so schön rund gemacht!“ – „Ja“,antwortete ich ihr, „das war sein Fehler.“ – Alle Zuhörer hatten es nicht gemerkt, einige schon. Diese stellten dem Bibellehrer im Anschluss unbequeme Fragen. Auch ich stellte ihm zwei drei kleine Fragen und nannte die Bibelstellen dazu. Er drückte es ungeschickt weg. Es passte nicht in sein schönes rundes Konzept. :huh:

      Dir nannte ich auch Bibelstellen. Erwartet hätte ich, dass Du auf diese Bibelstellen eingehst und sie nicht wegdrückst. Statt auf sie einzugehen kamen solche Antworten:

      Stephan Zöllner schrieb:

      Sorry, diese Aussage ist komplett falsch!

      Stephan Zöllner schrieb:

      Ist es nicht so, daß Du hier mit vielen ANderen einem ganz großen Irrtum unterliegst indem hochgradig selektiv etwas als typisch dargestellt wird was es garnicht ist?
      Selbst den Johannes hast Du belehrt und ihm Dein Zeugnis entgegengesetzt! - Nun, es wird überall nur mit Wasser gekocht!


      Stephan Zöllner schrieb:

      Was geht uns das pervertierte Judentum an, dessen Führer Jesus für Ihre Macht opferten?
      Das Judentum ist nicht pervertiert! - Auch das damalige Judentum nicht!
      Das Judentum war immer eine ausgesprochen starke Religion.

      Du bist nicht stark!

      FG Christel
    • grinZZ

      Du wirfst mir vor, daß ich die von Dir genannten Bibeltexte nicht systematisch auslege nachdem ich Dir anhand anderer Texte aufgezeigt habe, daß Deine Grundeinschätzung, die zu der Klassifizierung zwischen AT und NT führt auf einer mangelhaften Gesamtsicht beruht und läßt alle von mir genannten Texte wieder außen vor.

      Nochmal: Sowohl das AT wie auch das NT enthalten das volle Evangelium aus Gericht und Gnade.
      Auch im AT wurde Niemand aufgrund seiner Gesetzestreue erlöst!
      Auch im NT fordert Gott konsequente Nachfolge mit konkreten Werken (und vollstrekt sogar das angekündigte endgültige Gericht!).

      Das sind unübersehbare Tatsachen, die Deiner bzw. jeder weiteren Trennung zwischen AT und NT völlig entgegen stehen.
      Der wesentliche Unterschied zwischen AT und NT ist, dass das AT in der glaubenden Vorausschau durch Symbol-Handlungen den Glauben bezeugen läßt während das NT das rückblickende Vertrauen auf die Heilstat Christi am Kreuz voraussetzt.
      Das Vertrauen auf das zukünftig verheißene oder bereits vergossene Vergebung erwirkende Blut Christ bleibt aber das selbe!
      Niemand von uns lebt im Schauen - alle müssen wir ebenso glauben / vertrauen wie die Erzväter oder "Kinder Israel"

      Außerdem hatte das Gesetz niemals den Zweck uns zu erlösen sondern es dient dazu uns unsere Erlösungsbedürftigkeit (Sittengesetz) zu zeigen oder um uns Menschen zu schützen ( Reinheitsgebote, Hygiene ... ).
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stephan Zöllner ()

    • @Christel

      Das Judentum ist nicht pervertiert! - Auch das damalige Judentum nicht! Das Judentum war immer eine ausgesprochen starke Religion.
      Ich beschftige mich mit theologischer Literatur ziemlich intensiv, sowohl adventistischer als auch nicht adventistischer (damit meine ich die Publikationen auf einem akademischen Niveau). Dort wird auch viel über historische Hintergründe geschrieben. Und ich sage dir ganz ehrlich:

      Ich kenne keine einzige Arbeit, in der gesagt wird, dass das Judentum zu der Zeit Jesu und der Aposteln "nicht pervertiert" war.

      Es wird aber überall geschrieben, dass das Judentum gesamtheitlich (also die Führungsschicht, die Lehre) vom eigentlichen Weg, den sie mit Gott gehen sollten, abgekommen sind. Das war auch der Grund, warum sie (judische Oberherrschaften) Jesus nicht angenommen haben. Das war auch der Grund, dass Jesus "Sein Reich" Seinen Jüngern bzw. Seinen Nachfolgern übergab (Mt 21.43), die die Früchte bringt. "Stark" ist relativ. Die (Mehrheit der) Juden (insbesondere die Führer des Judentums) waren so "stark", dass sie nicht die Notwendigkeit verspürten, Buße zu tun und die ersten Werke (Mt 3.7-8, vgl. Off 2.5). Jesus aber hat mehrmals darauf hingewiesen, dass Seine Nachfolger Seine Gebote halten werden. Jesus hat keine Werksgerechtigkeit gelehrt, sondern auf die Früchte aus dem (lebendigen) Glauben hingewiesen.

      Joh 15.4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir. 15.5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. 15.6 Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

      Jede Rebe, die lebendigen Glauben hat, bringt gute Frucht. Wer aber keine gute Frucht bringt, der hat auch keinen lebendigen Glauben. Daran werden Seine Kinder erkennbar (Lk 6.43ff). Es ist richtig, dass wir nicht durch Werke gerettet sind. Aber es ist falsch zu behaupten, dass die Werke gar keine Verbindung zu dem Glauben haben. Diese Werke waren bei den Führern der Juden damals nicht vorhanden. Sie "glaubten" zwar an Gott, aber der lebendige Glaube hat ihre Herzen nicht verändert, sodass sie in ihren Sünden lebten. Jesus erwiderte daraufhin mit harter Kritik (z.B. "Otternbrut", "Heuchler"...).

      Es ist nicht die Frage, ob wir die Gebote Gottes halten sollten oder nicht (natzürlich wird ein echter Christ Gottes Willen befolgen), sondern es ist nur die Frage, welche Gebote im Neuen Testament gültig sind. Einfach zu sagen, das "Mosaische Gesetz" sei ungültig bedeutet mit anderen Worten konsequent gedacht: alle Gebote, die im Rahmen des mosaischen Gesetzes deklariert wurden, sind nun nicht mehr zu halten. Auch nicht das erste Gebot (kein Götzendienst, keine falsche Anbetung), auch nicht das sechste Gebot (du sollst nicht töten), auch nicht die Liebesgebote (3Mo 19.34)...

      Mein NT-Verständnis vom Gesetz: wir "brauchen" das Gesetz NICHT, weil: dieses wird in unser Herz hineingeschrieben (Heb 8.10), sodass wir automatisch danach wandeln werden (Ga 5.22-23) und deshalb nicht mehr die Notwendigkeit haben, auf die Gesetzestafeln zu schauen. Ich muss aber auch betonen, dass der Großteil der "mosaischen" Gebote für heute ihre Bedeutung verloren haben und deshalb nicht mehr gehalten werden sollten. Also nicht Mose Gebote Ja/Nein, sondern eine genaue Differenzierung ist notwendig. Gottes Wille ist jederzeit zu suchen und zu erkennen, und es ist nicht ausgeschlossen, dass sich heute Sein Wille auch in einem Teil der Thora-Gebote ausdrückt.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Stephan Zöllner schrieb:

      Du wirfst mir vor, daß ich die von Dir genannten Bibeltexte nicht systematisch auslege
      Das ist mir neu? Das habe ich nirgendwo geschrieben!
      Im Gegenteil, Deine Auslegung hat System! Doch ob dieses System richtig ist...?

      Stephan Zöllner schrieb:

      nachdem ich Dir anhand anderer Texte aufgezeigt habe
      Meine Überzeugungen gehen aus Bibelstellen hervor. Diese Bibelstellen zitierte ich.
      Direkt unter diese Bibelzitate stelltest Du andere Bibelstellen.

      Damit hast Du nicht nur mich ignoriert, sondern auch die Bibel, die Aussagen Jesu bei Matthäus, das Zeugnis des Johannes...

      Mit diesem System kann man jede These in die Bibel hineinlesen...



      Zitat von »Jacob der Suchende«:
      Es wird aber überall geschrieben, dass das Judentum gesamtheitlich (also die Führungsschicht, die Lehre) vom eigentlichen Weg, den sie mit Gott gehen sollten, abgekommen sind.

      Hast Du alles gelesen oder doch einseitig? - Ich bin theologisch nicht ungebildet, auch ich lese viel! Ich bestätige das nicht.
      Richtig ist, diese These wird auch vertreten!
      Richtig ist auch, manche Ausleger machen es sich so sehr einfach. - Mir wurde dies öfter entgegengehalten, wenn ich sagte, Jesus stellt in der Bergpredigt seine Thesen, sein "Ich aber sage euch" der Thora / dem Gesetz gegenüber. Das durfte nicht sein. Dabei stehen in vielen Bibeln im NT auch die AT-Parallelstellen dabei. Man kann es einfach nachschlagen.

      Verantwortlich für Jesu Tod sind letztlich die Römer, der Statthalter Pontius Pilatus.

      Jacob der Suchende schrieb:

      Joh 15.4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir. 15.5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
      Eben! - Jesus tritt an die Stelle des Gesetzes.

      Stephan Zöllner schrieb:

      Sowohl das AT wie auch das NT enthalten das volle Evangelium aus Gericht und Gnade.

      Das Wort "Evangelium" kommt im AT nicht vor! Es ist eine Besonderheit des NT.Evangelium, heißt frohe Botschaft, also eine Botschaft zum Aufatmen!


      Du glaubst an die Bibel! Darin kommt auch Jesus Christus vor... unter anderen, randständig.
      Ich glaube an Jesus Christus, er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Die Bibel ist für mich ein Mittel um ihn immer besser kennen zu lernen.



      FG Christel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Christel ()

    • Christel schrieb:

      Im Gegenteil, Deine Auslegung hat System! Doch ob dieses System richtig ist...?

      Der Grund ist, daß ich mich praktisch schon mein Leben lang mit Bibelauslegung beschäftige, daran forsche und das inzwischen auch systematisch lehre - wie Du auf meiner Homepage ( bibelarbeit.info ) nachlesen kannst.

      Und genau das ist auch erforderlich:
      eine systematische Bibelauslegung die alle relavanten Aussagen der Schrift zu einem Thema zusammenträgt bevor eine zusammenfassende Botschaft überhaupt klar ausgedrückt werden kann!

      Und genau darum muß ich Deine Interpretationsmethode (einseitige Beklegtext-Methode) als unzureichend ablehnen.
      Darum habe ich die Deiner Interpretation widersprechenden Bibeltexte eingefügt - damit Du sie in Deine Neuinterpretation einbeziehen kannst.
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info
    • Stephan Zöllner schrieb:

      Und genau das ist auch erforderlich:
      eine systematische Bibelauslegung die alle relavanten Aussagen der Schrift zu einem Thema zusammenträgt bevor eine zusammenfassende Botschaft überhaupt klar ausgedrückt werden kann!
      Das ist falsch!
      Es wäre richtig, wenn in der Bibel alles auf einer Ebene stünde. Dem ist aber nicht so.

      Was Gott Menschen offenbarte war immer abhängig von deren Fassungsvermögen, den Vorkenntnissen...
      Außerdem hat jeder Text seinen Sitz im Leben. Die Bibel erzählt vom Leben... Sie ist kein thematisch verfasstes Lehrbuch.
      Es ist ein Unterschied, ob Gott zu einem bestimmten Anlass einen Propheten inspiriert, ihn zu seinem Werkzeug macht... oder ob Gott selbst Mensch wird.

      Gott wurde Mensch, der Mensch Jesus, davon berichtet das Neue Testament. Es geht darum Jesus Christus zu glauben!
      Paulus beschreibt den Unterschied so:
      Ich wurde am achten Tag beschnitten, bin aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, lebte als Pharisäer nach dem Gesetz, verfolgte voll Eifer die Kirche und war untadelig in der Gerechtigkeit, wie sie das Gesetz vorschreibt.
      Doch was mir damals ein Gewinn war, das habe ich um Christi Willen als Verlust erkannt.
      Ja noch mehr: ich sehe alles als Verlust an, weil die
      Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft.
      Seinetwegen habe ich
      alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm zu sein. Nicht meine eigene Gerechtigkeit suche ich, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott aufgrund des Glaubens schenkt. Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen. Phil 3,5-10
      Daher ist es nicht richtig Jesu Wort, das Wort seiner Zeugen, das Evangelium, welches Paulus verkündet durch das AT abzuschwächen...


      Und nicht nur die Worte sind es... "das Herz Jesu", die Erkenntnis Christi ist die Mitte des christlichen Glaubens.

      FG Christel
    • Yokurt schrieb:

      Was war der " Grund" für Paulus zur "Klage gegen Petrus" :?:
      Lieber Yokurt, Du hast eine interessante Frage gestellt. Leider ich habe nur paar Minuten frei, kann ich nicht alles durchlesen was alles dazu bereits geschrieben wurde.

      Meiner Meinung nach es geht hier einzig und allein um eine schlechte Karaktereigenschaft Petrus: die Heuchelei. Im Galaterbrief erlaubt sich Paulus grundsätzlich einige leidenschaftliche Formulierungen. Aus der Worte "Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum zwingst du dann die Heiden, jüdisch zu leben?" eine "Theologie" zu machen wäre ähnlich, als wir aus seiner Worte "Sollen sie sich doch gleich verschneiden lassen, die euch aufhetzen!" (Gal.5;12.) eine Theologie ableiten würden...

      Ich verstehe seine Worte so:
      - "Jüdisch leben" bedeutet (nur in dieser Situation!): richtig leben.
      - "Heidnisch leben" bedeutet: falsches Verhalten.

      So betrachtet bedeuten seine Worte nicht mehr und nicht weniger:" Wenn du, der du ein Jude bist, schlechtes Beispiel zeigst und nicht richtiges, wie kannst du dann von den Heiden erwarten richtig zu leben?"

      Liebe Grüsse
      Peter
      Jesus:
      "Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten."

      Mat.7:12.
    • Epafroditus schrieb:

      Im Galaterbrief erlaubt sich Paulus grundsätzlich einige leidenschaftliche Formulierungen.
      Richtig! Paulus wird emotional, weil ihm die Sache wichtig ist.

      Epafroditus schrieb:

      Aus der Worte "Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum zwingst du dann die Heiden, jüdisch zu leben?" eine "Theologie" zu machen wäre ähnlich, als wir aus seiner Worte "Sollen sie sich doch gleich verschneiden lassen, die euch aufhetzen!" (Gal.5;12.) eine Theologie ableiten würden...
      Das ist Theologie. Theologie von Paulus selbst. Man muss nicht erst was ableiten, nur ernst nehmen. Es steht alles im Galaterbrief.

      Paulus ist es sehr ernst, denn er schreibt:
      Als ich aber sah, dass sie von der Wahrheit des Evangeliums abwichen, sagte ich zu Kephas in Gegenwart aller: Gal 2,14
      Paulus kritisierte Petrus, weil dieser sich, aus Angst vor den eingetroffenen Juden, wieder ans jüdische Gesetz hielt.
      Dieses verbot offensichtlich die Tischgemeinschaft mit Heiden. - Bevor nämlich Leute aus dem Kreis um Jakobus eintrafen, pflegte er [Petrus] zusammen mit den Heiden zu essen. (Gal 2,12)

      Damit zerschnitt, teilte ... Petrus tatsächlich die Gemeinde. Petrus zerstörte, was Paulus aufgebaut hatte.
      Mehr noch, Paulus sagte, Petrus sei damit von der Wahrheit des Evangeliums abgewichen.

      "Weil wir aber erkannt haben, dass der Mensch nicht durch Werke des Gesetzes gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir dazu gekommen, an Christus Jesus zu glauben, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird niemand gerecht." Gal 2,16

      Wenn das Gesetz, nicht der Weg zum Heil ist; dann hat das praktische Folgen! Dann ist das Gesetz auch nicht der Weg der Nachfolge.

    • Christel schrieb:

      Wenn das Gesetz, nicht der Weg zum Heil ist; dann hat das praktische Folgen! Dann ist das Gesetz auch nicht der Weg der Nachfolge.

      Der erste Satz stimmt, die Schlußfolgerung daraus aber keineswegs so wie Du sie formuliert hast, denn das Gesetz hat mehrere Funktionen - je nachdem von welchem Gesetz Du sprichst.

      Ich spreche jetzt konkret von den sogenannten "Zehn Geboten"
      1. es überführt von Sünde
      2. es setzt uns Grenzen und Schützt uns
      3. es zeigt uns was Gut oder Böse ist
      4. es ist ein Teil innerhalb der Nachfolge, die aber zuerst die Umkehr und Gnade samt Gotteskindschaft voraussetzt

      Ich werde nicht UM meiner Gesetztes WERKE willen erlöst sondern BIN durch Buße und Umkehr am Kreuz durch das Blut Jesu ein Kind Gottes und Nachfolger Christi geworden von dem Gott/Jesus innerhalb der Nachfolge durchaus Gehorsam und Werke erwartet (z.B. die Gemeinden aus den Sendschreiben werden wegen fehlender Werke gerügt oder sogar gerichtet!)
      maranatha Stephan
      bibelarbeit.info
    • @Christel

      Stelle dir eine Situation vor: du würdest einem Bedürftigen und dich um Hilfe Bittenden helfen - aus Liebe heraus. Dann würde man dir Ga 2.16 zitieren und sagen, dass du mit der Liebe gesetzlich handelst. Denn in der Thora steht: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wenn du nun deinen Nächsten liebst, so befolgst du ein Gebot der Thora. Hast du jetzt ein Gesetzeswerk gemacht und dadurch vom Evangelium Christi abgefallen? Du wirst sicherlich sagen, dass dies nicht der Fall ist - aber so hören sich deine Argumente an. Du machst das ganze Gesetz - alle Gebote der Thora - zu einem Gesetzeswerk, was man unbedingt meiden muss, um bei reinem Evangelium zu bleiben.

      Paulus zählt in Ga 5 viele Sünden auf, die den Zutritt ins Himmelreich verbieten. Wenn nun Gottes Wille darin besteht, diese Sünden abzulegen, ist das dann ein Gesetzeswerk? Ist keine Götzen anzubeten ein Gesetzeswerk? Nicht töten, keinen Ehebruch begehen - alles Gesetzeswerk, was mit Evangelium Christi nicht verträglich ist? Denn das alles sind die Gebote, die in der Thora enthalten sind.

      Vielleicht sollte man anfangen zu differenzieren zwischen einzelnen Geboten und ihrem Sinn (ursprünglichen und aktuellen), und nicht alles als - ahh so böses - "Gesetz" brandmarken?

      Deine "theoretische" Argumentation hat den Anschein, mit manchen Paulus-Worten ihre Unterstützung zu finden, aber mit der Praxis sehe ich bisher keine Realität. Die Praxis einer echten Christusnachfolge passt zu deinem theoretischen Gesetz-Konzept überhaupt nicht.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Christel schrieb:

      Paulus kritisierte Petrus, weil dieser sich, aus Angst vor den eingetroffenen Juden, wieder ans jüdische Gesetz hielt.

      Komisch nur, dass Paulus auch wieder zurück ins jüdische Gesetz verfiehl, als er Timotheus "um der Juden willen" beschnitt:

      Bibelstelle

      Apg 16,3 Diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen und er nahm ihn und beschnitt ihn wegen der Juden, die in jener Gegend waren; denn sie wussten alle, dass sein Vater ein Grieche war.

      Und das war nach dem Apostelkonzil!

      Deine Argumentation läuft daher ins leere. Es muss deshalb bei der Tischgemeinschaft des Petrus nicht um einen "Rückfall" ins Gesetz gehen, sondern um etwas anderes (z.B. Heuchelei). Wenn es Paulus um diesen "Rückfall" gegangen wäre, wie erklärst du dir dann Apg 16,3 ? Er würde ja genau das tun, was er deiner Meinung nach Petrus vorwirft! Wenn Timotheus "den Juden ein Jude" werden durfte, wieso durfte es dann Petrus nicht, als er sich ihren Denken/Sitten anpassen wollte als es um die Tischgemeinschaft ging?

      Vielleicht kannst du mir helfen: Wo wird in der Thora Tischgemeinschaft mit den Heiden verboten?
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Zitat von Jacob der Suchende: Du machst das ganze Gesetz - alle Gebote der Thora - zu einem Gesetzeswerk, was man unbedingt meiden muss, um bei reinem Evangelium zu bleiben.
      Das stimmt nicht! Dies würde bedeuten, dass ich von einem "Graben" in einen anderen "Graben" falle und den Weg in der Mitte nicht finde.
      Damit würde ich ein neues Gesetz aufrichten, welches heißt "Man darf nichts tun, was auch im Gesetz steht". Gerade das ist zutieft gesetzlich! Damit würde ich vom Evangelium abweichen.

      Jacob der Suchende schrieb:

      Vielleicht sollte man anfangen zu differenzieren zwischen einzelnen Geboten und ihrem Sinn (ursprünglichen und aktuellen), und nicht alles als - ahh so böses - "Gesetz" brandmarken?
      Das tun hier wahrscheinlich die meisten Schreiber. Damit bestätigen sie meine/ Paulus seine Thesen, denn wenn das Gesetz gilt, kann man sich nichts aussuchen, dann gilt es ganz! - Ihr seid also gar nicht so weit von mir entfernt.
      Ich werde so nicht auswählen, denn
      - dann stelle ich möglicherweise den Buchstaben über den Willen Gottes.

      - dann verwerfe ich möglicherweise etwas, was wichtig ist. - Hygieneregeln gibt es bereits im AT. Die Christen wählten sie nicht aus. Nach fast 2000 Jahren wurde dann die Hygiene von der Wissenschaft entdeckt als lebensrettend.


      Jacob der Suchende schrieb:

      Die Praxis einer echten Christusnachfolge passt zu deinem theoretischen Gesetz-Konzept überhaupt nicht.
      Das Konzept ist nicht theoretisch. Die praktischen Beispiele stammen von Paulus, auch die Polemik.
      Vergiss nicht, ich zitierte.



      @ -----------

      Bemo schrieb:

      Komisch nur, dass Paulus auch wieder zurück ins jüdische Gesetz verfiehl, als er Timotheus "um der Juden willen" beschnitt:
      Dies wäre wirklich komisch!

      Udo Schnelle "Einleitung in das Neue Testament", 2007. - S. 113 datiert den Brief des Apostels Paulus an die Galater auf den Spätherbst 55 n. Chr.
      Der Brief stammt zweifellos von Paulus selbst.

      Die Apostelgeschichte datiert Schnelle auf zwischen 90-100 n. Chr.
      Sie stammt vom selben Verfasser wir das Lukasevangelium. Dieser beschreibt sein Anliegen so:
      Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat.
      Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.
      Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. Lk 1,1ff
      Es gibt auch Widersprüche bezüglich der Beschreibung der Ergebnisse des Apostelkonzils zwischen Paulus in Galater und der Apostelgeschichte,
      Paulus war dabei! Lukas war kein Augenzeuge und schrieb seinen Bericht 50 Jahre später aufgrund von Hörensagen.

      Dass Paulus wieder zurück ins jüdische Gesetz fiel, schließe ich aus!
      Dem widerspricht sein Brief an die Römer verfasst im Frühjahr 56 n. Chr. (Schnelle), sein Vermächtnis.


      Stuttgarter kleiner Kommentar zum NT: "Paulus schreibt an die römische Gemeinde, kurz bevor er seine Reise nach Jerusalem antritt, bei der er die Kollekte der heidenchristlichen Gemeinden von Mazedonien und Griechenland überbringen will. (Röm 15,25-32; vgl. Apg 20,3 ff). Er trat diese Reise zwischen 56 und 58 n. Chr. an. Vermutlich ist der Brief während des vorangehenden dreimonatigen Aufenthalts in Griechenland geschrieben worden (Apg 20,2 f), und zwar in Korinth, dem Zentrum seiner Griechenlandmission."
      Demnach schrieb Paulus den Brief an die Römer, wo er sein Evangelium darlegt, nach dem in der Apostelgeschichte geschilderten Vorfall.


      FG Christel
    • Hallo Christel,
      ich schlussfolgere aus deinen Beitrag zwei mögliche Erklärung deinerseits bzgl. der Beschneidung des Timotheus:
      1.) Der Schreiber der Apostelgeschichte hat sich bei der Beschneidung des Timotheus geirrt, weil er sich nur auf Zeugen verlassen konnte. Paulus kommt in seinen Berichten der Wahrheit näher, weil er persönlich Zeuge des Apostelkonzils war.
      2.) Paulus war während der Beschneidung des Timotheus noch nicht so weit in seiner Erkenntnis fortgeschritten, als bei der Abfassung des Römerbriefs.

      Ich möchte anmerken:
      1.) Persönlich halte ich das für ausgeschlossen auf Grund meines Bibelverständnisses. Ich halte die Apostelgeschichte für durchweg glaubwürdig.
      2.) Das kann eine mögliche Erklärung sein, halte ich aber für unwahrscheinlich. Fakt ist, dass das Apostelkonzil vor der Beschneidung des Timotheus stattfand (sofern man der Apostelgeschichte hier keinen Irrtum umstellt). Da nun das Apostelkonzil festgestellt hatte, dass keine Beschneidung zur Errettung nötig ist, heißt das nicht automatisch, dass sie dadurch verboten wurde. Paulus und Timotheus mussten daher in Apg 16,3 wissen, dass es nicht um ihre persönliche Errettung ging, sondern um die Errettung der Juden, die durch eine entsprechende "Anpassung" leichter (oder gar nur so) zu erreichen waren - und ich denke auch, dass dies genau das Anliegen des Schreibers der Apostelgeschichte war, dies klar zu machen. Die Polemik des Paulus gegen die Beschneidung im Galaterbrief richtet sich gegen ein "sakramentales" Verständnis der Beschneidung, welche angeblich zur Errettung unabding wäre.
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • Bemo schrieb:

      1.) Der Schreiber der Apostelgeschichte hat sich bei der Beschneidung des Timotheus geirrt, weil er sich nur auf Zeugen verlassen konnte. Paulus kommt in seinen Berichten der Wahrheit näher, weil er persönlich Zeuge des Apostelkonzils war.
      Ja, ich gehe von dieser Erklärung aus!


      Es gibt Widersprüche zwischen der Apostelgeschichte und dem Brief an die Galater:
      - Über das Ergebnis des Apostelkonzils schreibt Paulus: „auch von den «Angesehenen» wurde mir nichts auferlegt.“ Gal 2,6

      - Der Verfasser der Apostelgeschichte behauptet hingegen: „man weise sie nur an, Verunreinigung durch Götzen(opferfleisch) und Unzucht zu meiden und weder Ersticktes noch Blut zu essen.“ Apg 15,20

      - Paulus sieht kein grundsätzliches Problem im Essen von Götzenopferfleisch: „Wenn wir nicht essen, verlieren wir nichts, und wenn wir essen, gewinnen wir nichts.“ 1 Kor 8,8, geschrieben nach dem Apostelkonzil.

      2.) Paulus war während der Beschneidung des Timotheus noch nicht so weit in seiner Erkenntnis fortgeschritten, als bei der Abfassung des Römerbriefs.

      Das scheidet aus!
      Paulus verzichtete nicht erst aufgrund des Apostelkonzils auf die Beschneidung!

      Es war genau andersherum: Paulus verkündete das gesetzesfeie Evangelium. Erst 14 Jahre ging er zu den Aposteln und legte es ihnen vor (das Apostelkonzil).“ich wollte sicher
      sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Doch nicht einmal mein Begleiter Titus, der Grieche ist, wurde gezwungen, sich beschneiden zu lassen.“
      schreibt Paulus in Gal 2,2f.


      Bemo schrieb:

      Da nun das Apostelkonzil festgestellt hatte, dass keine Beschneidung zur Errettung nötig ist, heißt das nicht automatisch, dass sie dadurch verboten wurde.
      Es gab Judenchristen, die die Beschneidung weiter praktizierten. - Mehr noch, sie gingen in die paulinischen Gemeinden und sagten den Heidenchristen, dass auch sie sich beschneiden lassen müssen. Dagegen wehrt sich Paulus. Deshalb ging er zu den Aposteln. Deshalb schrieb er an die Galater.
      Es ging ihm dabei um sein (gesetzesfreies) Evangelium.

      Bemo schrieb:

      sondern um die Errettung der Juden, die durch eine entsprechende "Anpassung" leichter (oder gar nur so) zu erreichen waren - und ich denke auch, dass dies genau das Anliegen des Schreibers der Apostelgeschichte war, dies klar zu machen.
      Je mehr ich darüber nachdenke, desto unwahrscheinlicher erscheint mir ein späterer Kompromiss des Paulus. Vom Apostelkonzil berichtet Paulus:
      „Doch nicht einmal mein Begleiter Titus, der Grieche ist, wurde gezwungen, sich beschneiden zu lassen. Denn was die falschen Brüder betrifft, jene Eindringlinge, die sich eingeschlichen hatten, um die Freiheit, die wir in Christus Jesus haben, argwöhnisch zu beobachten und uns zu Sklaven zu machen, so haben wir uns keinen Augenblick unterworfen; wir haben ihnen nicht nachgegeben, damit euch die Wahrheit des Evangeliums erhalten bleibe.“ Gal 2,3ff.


      Bemo schrieb:

      Die Polemik des Paulus gegen die Beschneidung im Galaterbrief richtet sich gegen ein "sakramentales" Verständnis der Beschneidung, welche angeblich zur Errettung unabding wäre
      Es gibt in diesem Kontext kein anderes Verständnis der Beschneidung! Daher ist ein Kompromiss für Paulus gar nicht möglich. Paulus ist im Brief an die Galater eindeutig!

      Die Galater waren Keine Juden! Die Galater waren unbeschnittene Heidenchristen!
      Ihnen wurde von Judenchristen eingeredet, dass sie sich beschneiden lassen müssen:
      „Denn obwohl sie beschnitten sind, halten sie nicht einmal selber das Gesetz; dennoch dringen sie auf eure Beschneidung, um sich dessen zu rühmen, was an eurem Fleisch geschehen soll.“ Gal 6,13

      Die Galater waren bereit dies zu tun. Paulus ist dagegen. Er schreibt ihnen:
      „Ihr unvernünftigen Galater, wer hat euch verblendet? Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden? Dies eine möchte ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch die Botschaft des Glaubens empfangen? Seid ihr so unvernünftig? Am Anfang habt ihr auf den Geist
      vertraut und jetzt erwartet ihr vom Fleisch die Vollendung“ Gal 3,1-5.
      Hört, was ich, Paulus, euch sage: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen. Gal 5,2

      Mit einem "Kompromiss", den er im Brief an die Galater eindeutig ablehnt, hätte Paulus sich selbst widersprochen. Er hätte seine Gegner, die von Anfang an für die Beschneidung eintraten, bestärkt.
      -> Paulus war bei den Heiden u.a. gerade deshalb erfolgreich, weil er auf die Beschneidung verzichtete! Er fühlte sich zu den Heiden gesandt.
      Die Apostelgeschichte harmonisiert.