Neues charismatisches Liederbuch? Welche Gefahren?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • In der Theorie sicher wunderbar. Und ganz fromm klingt es auch noch. Und in der Praxis?
      Wie würdest du z.B.Martin Luther einordnen? Eins seiner Lieder "Ein feste Burg ist unser Gott" ist ein sehr bekanntes Lied, was auch in unseren Gemeinden gerne gesungen wird - zu recht. Martin Luther - ist es ein gutes geistliches Lied, weil ja Martin Luther auch ein guter geistlicher Mensch war? Aber was ist mit den seinen Ecken, die uns immer wieder stören? Seine Art, wie er über Juden dachte, dass er den Sonntag hielt, dass er nicht gut mit Geld umgehen konnte, dass er nicht radikaler mit der päpstlichen Lehre gebrochen hat (lt.James White) und und und.
      Wie würdest du ihn einschätzen - mit deinen Früchten - und wenn du zu deinem Ergebnis gekommen bist - ist "Ein feste Burg ist unser Gott" als gutes geistliches Lied einzustufen?
    • Lieder - Lieder - Lieder

      Erinnere ich mich recht : In unserem Liederbuch sind zwei Lieder von Angelus Silesius - nun, man suche in Wikipedia einmal die Biografie der "Schlesischen Nachtigall" auf. Mich stören im Gemeindegesang alle die Lieder mit "ICH" - zudem : Ist "Ich bete an die Macht der Liebe" nicht nahe dem "Charismatischen" ? Was ist mit den Liedern (und deren Gottesdiensttauglichkeit), welche so hoch hinaufgehen, dass immer wieder ein Teil der Gemeinde bei den hohen Tönen auslässt ? - So ist "Wenn mein Auge schaut den Heiland - -" doppelt problematisch - aber für viele der Ausdruck ihrer Glaubenserfahrung. Und dann gibt es noch die "Munterwegs" Lieder : Zum holprigen Text kommen dann noch dazu passende holprige Vertonungen, aber somanche singen sie gerne. "Family, we are family - -" das dreimalwiederholt und die Ichgrenzen der Singenden verschwimmen -aber sie drücken ihr Gemeinschaftsgefühl aus.

      Und wer die Gelegenheit hatte, vom Podium aus eine Gemeinde zu beobachten, welche ein "Wunschlied" nach dem anderen aus dem Uraltliederbuch singt, erinnert sich daran, wie die Blicke beim dritten Lied bereits starr und glasig werden. Der längst verstorbene Prediger F. Pfingstl berichtete von der Beobachtung an sich selbst- wie die Urteilskraft dabei abnimmt, der Blick vernebelt wird.

      Es gäbe so vieles, was still und möglichst sachlich zu diskutieren wäre - mit jenem geduldigen Verständnis, das Gott uns entgegenbringen muss, hört er unsere Gesänge.

      Da musste ich einmal bei einer Totenmesse sein : Das Vorwort zum "Gotteslob" - dem katholischen Gesangbuch - ist unterschrieben von den Bischöfen in Deutschland, Oesterreich, Brixen - - Neidisch könnte man werden.
    • Stofi schrieb:

      Zum Thema: ob es Adventisten gibt, die wegen Charismatischen Liedern aus der Gemeinde gegangen sind. Ja, es gibt sie, sogar sehr viele. Es gab (gibt) auch Entziehung aus der Dienerschaft oder sonst welche Reaktionen darauf.


      Versteh mich bitte nicht falsch. Es geht mir nicht darum, wer aus der Adventgemeinde gegangen ist weil sie die charismatischen Lieder nicht singen wollten, sondern, wo negative Früchte auf Grund dieser Lieder der Auslöser war, die Gemeinde zu verlassen.
      Die höchste Berufung und Bestimmung des Christen ist es, seinen Herrn nachzuahmen. Das ist der ganze Sinn der Heiligung: dem Herrn mehr und mehr gleichgestaltet zu werden, während man ihm auf der Erde dient.
      Als Gottes geliebte Kinder sollen die Gläubigen ihrem himmlischen Vater immer ähnlicher werden.
      Anmerkung zu Eph. 5,1 Schlachter 2000
    • "Margit" schrieb:

      Aber was ist mit den seinen Ecken, die uns immer wieder stören?

      Luther jetzt noch gewisse Ecken anzukreiden bei dem was er als Mensch für die Wahrheit getan hat finde ich schon ein starkes Stück.
      Übrigens um dieser Diskussion bezüglich "Verkläger der Brüder" bzw. "Verschwörungstheorie" ein wenig die Schärfe zu nehmen habe ich mal die Gemeinde Mannheim angeschrieben und warte auf Antwort bzw. Infos zu dem Liederbuch.
    • Ich provozier jetzt mal ein bisschen: Oft ist es doch so: Die Kategorie geht/geht nicht in Sachen Musik ist oft (meistens?) ganz einfach die das theologisch hochtrabend umkleidet eine ganz einfache Sache bemäntelt wird: "ich kann die Art von Musik nicht leiden, also kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott sie leiden kann". Anders ausgedrückt, was gut oder schlecht ist, ist dann am menschlichen Maßstab bemessen (wenn man das auch niemals so zugeben würde) und nicht objektiv.

      Im übrigen: Der o.g. Angelus Silesius ist bizarrer Weise ein Vertreter der Gegenreformation gewesen (hätte uns also zu seiner Zeit aufs bitterste bekämpft). Ein feste Burg ist seinerzeit im 30jährigen Krieg (genau wie "Onward christian soldiers" später) als Kampflied gesungen worden. In unserem alten Liederbuch befinden sich etliche Lieder (Großer Gott wir loben dich oder Wir sind nur Gast auf Erden etc.) die ich sehr gut aus meiner Zeit als Katholik kenne, sie sind dort nämlich Standard. Ich sage dass nicht um diese Lieder zu diskreditieren. Nur fällt es mir auf, dass zweierlei Maßstab angelegt wird. Ist die Musik schön traditionell macht es nix wenn das vom theologischen Gegner möglicherweise gestammt hat, passt einem die Musik nicht, dann ist auch der beste Text schon Abfall allein wegen der Melodie oder Instrumentierung...
    • Mich geht die ganze Diskussion ja eigentlich nichts an. Allerdings finde ich es merkwürdig, dass man gerade bei Musik so genau schaut, wer ein Stück geschrieben hat. Bei allen andern Dingen, stellen wir uns diese Frage gar nicht, weil wir sonst wahrscheinlich ein grosser Teil der eingesetzten Technik gar nicht nutzen könnten. Ich finde es ok, dass man in der Kirche nicht alles singt und spielt, aber wenn ein Lied tolle Gedanken beinhaltet finde ich darf man das ungeniert singen oder spielen. Egal ob die Quelle nach eigenem gutdünken gut oder schlecht war. Wir wissen ja in den wenigsten Fällen mit welcher Herzenseinstellung ein Lied geschrieben wurde, daher halte ich solche Pauschalisierung auch für schlecht. Eine mir genehme Person kann ein kirchliches Lied mit einer viel verwerflicheren Einstellung geschrieben haben als einer der mir nach meinem Gusto nicht in den Kram passt.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • .

      @Margit & Co. , die Früchte, die ich in meinem Post gemeint habe, haben mit dem Charakter der Person oder mit ihren Fehlern und Ecken nichts zu tun. Solche Assotiationen hätten wir hier im Forum schon längst ablegen sollen müssen. Eine Personenanalyse ist hier völlig daneben. Es geht um die Lieder und was sie bewirken. Die Lieder sind die Früchte, was sie bewirken (oder auch nicht bewirken) sind die Früchte. Daran kann man "sie" erkennen.

      Wie viele Lieder sind im Stil eines Leierkasten geschrieben. Der Text stellt sich aus Wiederholungen zusammen, womöglich wird noch der Name Gottes oder Jesu wiederholt. "Lieder".... bei denen das Hirn abgeschaltet wird (werden kann)....und derArm nach oben gestreckt... bis man vllt. anfängt zu weinen. Das sind charismatische Lieder. Fern von der Realität des Glaubenskampfes, der Glaubenserfahrungen; hin zur "Religion" der Emotionen.

      .

    • Stofi schrieb:

      @Margit & Co. , die Früchte, die ich in meinem Post gemeint habe, haben mit dem Charakter der Person oder mit ihren Fehlern und Ecken nichts zu tun. Solche Assotiationen hätten wir hier im Forum schon längst ablegen sollen müssen. Eine Personenanalyse ist hier völlig daneben. Es geht um die Lieder und was sie bewirken. Die Lieder sind die Früchte, was sie bewirken (oder auch nicht bewirken) sind die Früchte. Daran kann man "sie" erkennen.


      Ich fühl mich mal angesprochen, wer co. ist weiß ich nicht. Dann hab ich dich falsch verstanden. Ich hatte dich gefragt, ob du einem Menschen ins Herz sehen kannst usw. Die antwortest mit ja, und dann kam deine Antwort mit den Früchten. Daraus schloß ich, dass du die Person meinst.

      Stofi schrieb:

      Wie viele Lieder sind im Stil eines Leierkasten geschrieben. Der Text stellt sich aus Wiederholungen zusammen, womöglich wird noch der Name Gottes oder Jesu wiederholt. "Lieder".... bei denen das Hirn abgeschaltet wird (werden kann)....und derArm nach oben gestreckt... bis man vllt. anfängt zu weinen. Das sind charismatische Lieder. Fern von der Realität des Glaubenskampfes, der Glaubenserfahrungen; hin zur "Religion" der Emotionen.


      Das ist deine persönliche Meinung, und das ist ok für dich. Andere Christen sehen das anders und ich persönlich habe kein Problem damit, den Namen Jesus zu wiederholen. Dazu muss ich mein Hirn nicht abschalten. In vielen Psalmen werden wir dazu aufgerufen, unsre Hände zu erheben, zur Anbetung kann man auch auf die Knie fallen - diese Vorstellung bei einem Lied in der Gemeinde würde einigen bestimmt auch nicht gefallen. Hast du noch nie geweint, weil dir die Gegenwart Jesu oder das Nachdenken über Ihn so ans Herz ging? In vielen Liedern wird einfach nur Dankbarkeit ausgedrückt, und wenn man da weint weiß ich nicht, wo das Problem liegt. Man weint sicher nicht, weil man die Arme erhebt. Mir kommen auch oft bei den alten Liedern Tränen, weil mich die Liebe Gottes einfach so bewegt. Aber das ist wohl auch Charaktersache und Gottes Schöpfung ist Vielfalt. Der Eine kann seine Gefühle gut einschließen, bei dem Anderen liegen sie ganz offen. Und das hat überhaupt nichts damit zutun, wie man im Glauben steht. Jetzt weiß ich immer noch nicht, welche Früchte du meinst. Was sind gute Früchte bei Liedern? Dass man nicht weint, dass man nicht die Arme erhebt, dass man nicht ergriffen ist von Gottes Gegenwart?
    • ingeli schrieb:

      Die alten Lieder haben soviel Sinn und sind auch immer so ausgesucht das sie zur Predigt und zur Sabbatschule passen und sie wirken in unser Bewußtsein bzw. berühren uns in der Tiefe.
      So verspüre ich es auf jeden Fall.


      Ingeli, so sollte es sein. Die Lieder werden ausgesucht, dass sie zum Thema passen. Bei uns in der Gemeinde ist es eine gute Mischung aus dem WLG und der "Quelle".
    • ingeli schrieb:

      Das Liederbuch die Quelle, haben wir gar nicht und es geht auch gar nicht ab. Wir haben einen Chor und sie bringen viel Schwung hinein mit den Liedern von WLG.

      Das ist auch meine Erfahrung, @Ingeli. Es ist nicht richtig, dass wir ein neues, zeitgemäßes Liederbuch BRAUCHEN, da bald keiner mehr den Text versteht oder die Melodie (Musik) singen kann, bzw. dass es von der Steinzeit kommt.
      Denn man kann (auch aus langjähriger Erfahrung) alle Lieder, die im WLG drin stehen, super schön, modern singen... dass man sich selbst wundert, was man daraus machen kann. Es liegt nur am guten Willen.
      Deshalb glaube ich nach wie vor, dass das "neue Liederbuch" einen absolut anderen Sinn hat, als offiziell angegeben. Eine weitere Anpassung vielleicht, gewollte Gemeinsamkeit mit anderen Kirchen ?

      .
    • Kannst du dir vorstellen, dass es auch Geschwister gibt, die gerne mal neue Lieder singen? 8| Und es ist schon mühsam, mit mehreren Büchern zum Godi zu gehen. Das heißt wiederrum nicht, dass die alten Lieder abgelehnt werden. Das neue Liederbuch soll ja eine Mischung aus allen Liedern sein. Und handtaschentauglich. :D
    • Hallo Stofi,
      von Dir kam: "Nur in der Gemeinschaft kannst du Nächstenliebe, Geduld, Sanftmut, Zurückhaltung, Vergebung, ..... lernen. Eifersucht, Überheblichkeit, Neid abbauen."

      Die Gemeinschaft fängt bei mir zu Hause in der Familie an, geht im Haus und auf Arbeit weiter. Wenn es gut läuft, sehe ich meine STA-Geschwister 3 Stunden am Sabbat und 2 Stunden innerhalb der Woche, die Familie und andere Leute viel öfter. Das ist dass größte Übungsfeld innerhalb der Woche. Da werden Christen am meisten beobachtet und sollten am Wohlgeruch Jesu zu erkennen sein. Der Sabbat gehört natürlich dazu, keine Frage.
      Die höchste Berufung und Bestimmung des Christen ist es, seinen Herrn nachzuahmen. Das ist der ganze Sinn der Heiligung: dem Herrn mehr und mehr gleichgestaltet zu werden, während man ihm auf der Erde dient.
      Als Gottes geliebte Kinder sollen die Gläubigen ihrem himmlischen Vater immer ähnlicher werden.
      Anmerkung zu Eph. 5,1 Schlachter 2000
    • "Pinoy Klaus" schrieb:

      Ist die Musik schön traditionell macht es nix wenn das vom theologischen Gegner möglicherweise gestammt hat, passt einem die Musik nicht, dann ist auch der beste Text schon Abfall allein wegen der Melodie oder Instrumentierung...

      Bedeutet dies für Dich, dass es keine Verführung durch Musik gibt, Musik also keine Gefahr darstellen kann und nur dem persönlichem Empfinden von gut und schlecht unterlegen ist?
      Und wie bewertest Du beispielsweise diese Aussage?

      "Für die Gemeinde geschrieben Band 2 Seite 37" schrieb:

      Satan wird Musik zu einem Fallstrick machen durch die Art und Weise, wie man mit ihr umgeht.
    • Atze schrieb:

      Zitat von »"Pinoy Klaus"«


      Ist die Musik schön traditionell macht es nix wenn das vom theologischen Gegner möglicherweise gestammt hat, passt einem die Musik nicht, dann ist auch der beste Text schon Abfall allein wegen der Melodie oder Instrumentierung...

      Atze schrieb:

      Bedeutet dies für Dich, dass es keine Verführung durch Musik gibt, Musik also keine Gefahr darstellen kann und nur dem persönlichem Empfinden von gut und schlecht unterlegen ist?
      Und wie bewertest Du beispielsweise diese Aussage?

      Atze schrieb:

      Zitat von »"Für die Gemeinde geschrieben Band 2 Seite 37"«


      Satan wird Musik zu einem Fallstrick machen durch die Art und Weise, wie man mit ihr umgeht.


      Wenn sie zum Streitpunkt wird, dann auf alle Fälle. Dann fliegen Christen massenweise über diesen Fallstrick. :huh:
    • Margit schrieb:

      Wenn sie zum Streitpunkt wird, dann auf alle Fälle. Dann fliegen Christen massenweise über diesen Fallstrick. :huh:

      Naja, mit dem Argumente kann man alles zu einem Fallstrick machen, man muss nur dagegen oder für etwas sein wo andere dagegen sind.
      primär sollte es um die Wahrheit gehen, wenn um der Wahrheit willen gewisse Leute die Gemeinde verlassen dann sei es so.
      Aber den Menschen mit Kompromissen zu gefallen ist nicht richtig und das tat Jesus auch nicht, er war sehr umpopulär für einen Teil der Menschen.

      Allerdings brauchen wir nichtmal Ellen White um zu beweisen das Musik nicht neutral ist sondern bewusst oder unbewusst Menschen in Gefühlen und Aktionen beeinflussen oder im schlimmsten Falls sogar ganz steuern kann.

      Allerdings stimmt eines, streiten bringt einen hier nicht weiter weil es anscheinend ,jeder für sich schon fest in seinem Kopf so fest zementiert hat.

      Wenn Gefühl über der Wahrheit steht wirds eng, sehr eng.
      ....das Vermögen des Einen sind die Schulden des Anderen.
    • ingeli schrieb:

      Die alten Lieder haben soviel Sinn und sind auch immer so ausgesucht das sie zur Predigt und zur Sabbatschule passen und sie wirken in unser Bewußtsein bzw. berühren uns in der Tiefe.


      Trotzdem hätte ich gerne Lobpreistexte aus unserer Zeit anstatt das Glaubens-"empfinden" des 1600 Jahrhunderts verstehen zu müssen.

      In der Praxis sieht es doch so aus das jeder die Lieder aussucht die er kennt. Ich kann keine Noten kann mir aber die Lieder am Computer vorspielen.

      Aus der Quelle kennen wir höchtens 15 Lieder die wir von Zeit zu Zeit singen. (Vaterunser) Ich liebe die Vielfalt und mit dem alte Liederbuch ist man schon
      begrenzt. Wenn der Text passt ist die Melodie nix und umgekehrt.

      Ich Vertraue unseren Schwestern und Brüdern bei der Auswahl der Lieder im neuen Liederbuch. Es hat lange gedauert und jeder konnte seinen Senf dazugeben.

      In Vorträgen gegen das neue Liedgut anzustänkern, zeigt mir welchen Geistes diese Person ist!
      So stell ich mir Leute vor, die in der Suppe nach einem Haar suchen aber nicht Mut zu Einheit fördern.
      Wegen Liedern die Gemeinde verlassen,spricht für eine Gemeinde ,weil sonst kein anderer Grund vorliegt sie zu verlassen....
      Anbei eine Info über den letzten Stand des neuen Liederbuches.
      advent-verlag.de/cms/cms/front_content.php?idart=734