Mein katholischer Bibelkreis - ein Diskussionsblog

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • @Tricky

      Mit dem häufigen stellen der Frage, wo etwas geschrieben steht würdest Du bei vielen Glaubensgemeinschaften auf Unverständnis stossen. Das hat aber aber damit zu tun, dass man in den wenigsten Gaubensgemeinschaften die Bibel so gut kennt wie bei den Adventisten. Bei uns kennt man zwar sehr viele Gegebenheiten und Geschichten der Bibel, aber die wenigsten (mich eingeschlossen) können Dir die genaue Stelle nennen. Es hat auch damit zu tun, dass viele es nicht als notwendig erachten, den genauen Vers zu kennen. Ich selber würde solches dauerndes Nachfragen in einer Gesprächsrunde auch als lästig empfinden, einfach weil man so nicht vorwärts kommt und man immer Angst haben muss, dass alles auf die Goldwaage gelegt wird. Es kommt dann etwas Schulmeisterlich rüber, auch wenn das nicht die Absicht ist. Die Frage ist eben immer, ist es wichtig, dass es ganz korrekt wiedergegeben wird oder nicht. Es gibt ja vieles dass wenig mit dem Kern der Diskussion zu tun hat und da ist es dann auch nicht wichtig, ob das nun 100% korrekt wiedergegeben wird oder nicht. Ich kann Dir daher den Tipp geben, frag nach, dort wo es um Wesentliches in der Diskussion geht und frag nicht nach, wenn es etwas am Rand ist.

      Liebe Grüsse
      DonDomi
    • DonDomi schrieb:

      Bei uns kennt man zwar sehr viele Gegebenheiten und Geschichten der Bibel, aber die wenigsten (mich eingeschlossen) können Dir die genaue Stelle nennen.
      Das Problem ist eben die Vermischung. Wenn ich sicher wüßte, dass etwas, das als Argument verwendet wird, sicher in der Bibel steht, dann wäre mir egal WO es steht. Den ganuen Vers kenne ich auch oftmals nicht, aber wenn man mit etwas konfrontiert ist, das einem komplett neu vorkommt, dann fragt man halt nach.

      DonDomi schrieb:

      Ich selber würde solches dauerndes Nachfragen in einer Gesprächsrunde auch als lästig empfinden, einfach weil man so nicht vorwärts kommt und man immer Angst haben muss, dass alles auf die Goldwaage gelegt wird. Es kommt dann etwas Schulmeisterlich rüber, auch wenn das nicht die Absicht ist. Die Frage ist eben immer, ist es wichtig, dass es ganz korrekt wiedergegeben wird oder nicht.
      Dauerndes Nachfragen ist sicher nervig und auch störend in der Gesprächsrunde. Deshalb werde ich es auch unterlassen, außer es handelt sich eben um ein wichtiges Thema. In meinem geschilderten Fall oben war es ein Neben-Neben-NebenThema, das eben vom Pater aufgebracht wurde. Alleine schon um ihn in seinem Redefluß zu unterbrechen ist es manchmal schon sinnvoll, dass man nachfragt, aber eben nicht permanent oder unangenehm!

      DonDomi schrieb:

      Es gibt ja vieles dass wenig mit dem Kern der Diskussion zu tun hat und da ist es dann auch nicht wichtig, ob das nun 100% korrekt wiedergegeben wird oder nicht. Ich kann Dir daher den Tipp geben, frag nach, dort wo es um Wesentliches in der Diskussion geht und frag nicht nach, wenn es etwas am Rand ist.
      Mir geht es in dem Bibelkreis schon auch um die Grundstimmung, dass es eben ein Bibelkreis ist und keine Märchenstunde. Die Bibel ist die Grundlage und eigentlich nur die Bibel, denn sonst könnte man es ja anders betiteln. Man spricht auf der klaren Grundlage der Bibel - das ist die gemeinsame Diskussionsbasis.
      Aber du hast schon recht, kleinlich sein kommt nicht gut.
    • So, nachdem ich jetzt dreimal den kath. Bibelkreis in unserer Nachbargemeinde verpasst habe (2x habe ich am gleichen Tag am Abend schlichtweg verschwitzt, beim dritten Mal wollte ich schon wegfahren, habe dann aber im Internet gelesen, dass der Bibelkreis um zwei Tage vorverlegt wurde...) war ich vergangenen Donnerstag wieder dort.

      Der Diakon der Pfarre hat den Bibelkreis wieder mit einem sehr schönen, offenen Gebet eröffnet - ganz ohne "Mantra" am Ende. Der Pater ist erst später dazugekommen. Vielleicht hat er das deshalb so gemacht. Super jedenfalls! Endlich konnte ich bei so einem Gebet auch mal Amen sagen - ihr habt ja in obigen Beiträgen gelesen warum mir das sonst so schwer fällt.

      Das Thema diesmal war:


      Johannes
      15/26 Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir Zeugnis geben;
      27 und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.
      [...]
      16/7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.
      8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht;
      9 von Sünde, weil sie nicht an mich glauben;
      10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;
      11 vom Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
      12 Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.
      13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
      14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.
      15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, daß er von dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird.


      Dieser Bibeltext ist gleichzeitig auch der Predigttext in der kath. Kirche für den kommenden Sonntag ... Pfingsten (Ausgießung des hl. Geistes).

      Die meisten Bibelkreis-Teilnehmer haben gleich zu Beginn ein wenig gestöhnt, weil der Text so schwer sei. Und das ist wirklich kein leichter Text, behandelt er doch einen Teil von Gott, der in der Christenheit alles andere als unbestreitbar immer das gleiche ist und bedeutet. So sind wir also über die Texte zur Dreifaltigkeit gekommen, die sich bei Jesu Geburtsankündigung zum ?ersten? mal zeigt und auch bei seiner Taufe manifestiert. Sehr interessante Gedanken aus dem "einfachen" Kirchenvolk (alle, außer dem Diakon und dem Pater) sind gekommen zum Thema "Was ist der Geist eigentlich...der Wille Gottes, oder vielleicht ein eigener Gott" . Warum sagt der Geist nichts von sich selbst, sondern anscheinend nur das was ihm Jesus "haucht" (Zitat Pater) bzw. was er hören wird, das wird er reden. Ich habe den Aspekt des Zukünftigen (V. 13) eingebracht, da wir ja vom hl. Geist auch in der Offenbarung lesen und diese ja auch von ihm bei Johannes inspiriert wurde.
      Einen kleinen Disput hatte ich dann mit dem Pater über den Text aus 1. Mose 1,26, wo es ja heißt: "Lasset uns Menschen machen..." - ich habe darauf bestanden, dass es sich hierbei um mindestens 3 Beteiligte handeln muss, der Pater bestand zuerst darauf, dass es mindestens 2 Beteiligte sein müssten. Leider ist mir die Begründung: Wenn von zwei die Rede wäre, würde hier "Lass uns Menschen machen..." heißen nicht eingefallen, aber der Pater hat es dann trotzdem eingesehen. Das war nämlich mein Hinweis wo schon im AT von einer Dreieinigkeit (bzw. nach kath. Verständnis Dreifaltigkeit) die Rede war.
      Interessant war auch die Frage: Zu wem spricht Jesus hier wenn er von "euch" in den Bibeltexten spricht. Nur zu den Jüngern oder auch zu uns heute? Ich habe auch den Aspekt des Beistands (oder Tröster ...griechisch parakletos) eingebracht, der die Frage aufwirft: "Wozu brauche ich einen (Rechts-)Beistand?"

      Insgesamt also ein sehr interessantes theologisches Gespräch, auch wenn die anderen Teilnehmer leider meist überfordert waren.
    • Ich habe auch den Aspekt des Beistands (oder Tröster ...griechisch
      parakletos) eingebracht, der die Frage aufwirft: "Wozu brauche ich einen
      (Rechts-)Beistand?"

      Und?

      Seid ihr zu "einenden" Gedanken gekommen?

      Lg
      denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
      (Hebräer 11,27b)
    • Seele1986 schrieb:

      Seid ihr zu "einenden" Gedanken gekommen?
      leider nicht so richtig. Der Pater hat meine Frage ausweichend beantwortet (ich weiß den Wortlaut leider nicht mehr). Aber ich habe die Sache durch ein nachfragendes Argument ergänzt: "Wenn ich einen (Rechts-)Beistand brauche, dann muss ich ja irgendwie was angestellt haben, oder?

      jetzt fällt's mir wieder ein. Der Pater hat dann das Wort parakletos genauer erklärt als para (herbei) und kletos (Gerufener). Ich konnte das auf die Schnelle nicht verifizieren, aber es hat mein Argument bzw. meine Frage natürlich entkräftigt.


      Beim Thema "Gilt das jetzt für uns auch, wenn seitens Jesus von 'euch' gesprochen wird" war es eher so, dass der Pater gemeint hat, dass das nur für die Jünger damals galt. Wir haben dann denn Jüngerkreis auf die 12 bzw. 70 bzw. 500 ausgeweitet...immerhin. Ich war nicht recht einverstanden, habe aber auch nicht widersprochen.
      Am Ende der Diskussion hat dann der Pater die Textstelle vom Zeugnis geben (15/26) auf sich selbst angewandt, was ich mit dem zugegebenermaßen frechen Nachsatz "also gilt es doch für uns heute auch" quittierte. Der Blick vom Pater war nur bedingt freundschaftlich danach. Eine andere Teilnehmerin hat daraufhin aber geschmunzelt. Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen.
    • Neue erkenntnis - -

      jüngerjesu schrieb:

      Wenn jemand eine neue Erkenntnis bringt, dann kann diese nicht vom Geist Gottes sein, weil sie ja mit der adventistischen Lehrmeinung nicht übereinstimmt


      Da muss ich zynisch werden : WIR haben offensichtlich schon alle Erkenntnis - - -über die Gesundkost (ein Them seit 150 JAhren) - - und Bioethik / Fortpfalnzungsmedizin - das alles ist nicht unser Thema, "My church has no stance on it" - weil das nämlich was Neues ist.
    • So, mittlerweile ist Ende Juli und die letzte Bibelrunde in der Nachbargemeinde war am 20. Juni. Da ist jetzt echt schon wieder lange her. Hier jedenfalls die Diskussion zu dem Bibeltext, den wir gelesen haben:

      Die Furcht auf dem See, Mk. 4,35-41

      Zum Atmosphäre bei der Bibelrunde möchte ich eines voranstellen. Es war die letzte Bibelrunde dort mit dem amtierenden Diakon. S., den ich in meinen letzten Beiträgen schon erwähnt habe wird in einer andere Gegend (40km entfernt) versetzt. Dort, wie ich im Internet recherchiert habe, gibt es bereits seit Jahren eine aktive 14-tägige! Bibelrunde. Er ist also dort gut aufgehoben.

      Die ganze Bibelrunde war ein wenig von Trauer überzogen, da man sich natürlich mit dem Diakon schon sehr angefreundet hat und weil sich einfach alle schon kennen. Der Pater war auch wieder dabei, er war aber gesundheitlich angeschlagen und hat sich möglicherweise deshalb eher zurückgehalten. Interessant war die Auslegung des Paters zu dem Gleichnis, die er am Schluß hinzufügte. Darüber möchte ich mit euch noch in dem anderen Thema sprechen.

      Zur Bibelrunde selbst wurde vom Pater gesagt, dass man dort in der Nachbargemeinde eher etwas plane, das in Richtung Katechismus geht. Glaubensgrundlagen der kath. Kirche quasi. Für mich wäre das zwar irgendwie interessant, es stellt als Nicht-Katholik aber eher einen Rückschritt dar. Nicht, dass es bei uns STA nicht auch Lesekreise zu Ellen White gibt. Alles schön und gut, aber als Fremder wird man dort, wenn man auf "die Bibel allein" steht, sich nicht unbedingt gleich wohl fühlen. Kann sein, muss aber nicht sein. Ich werde jedenfalls das Pfarrblatt von der Nachbargemeinde weiterhin im Auge behalten, ob nicht doch wieder eine Bibelrunde stattfindet. Insgesamt war die Bibelrunde in der Nachbargemeinde durch die Teilnehmer wesentlich intensiver, da man sich dort wirklich für den Text interessiert hat und auch eine Meinung dazu hatte. In meiner Heimatgemeinde war die Bibelrunde oft mehr ein Zuhören des Kaplans, was er darüber zu sagen hat, also eine Art Predigt - nicht nur, aber halt auch.

      Ich habe von S. dann noch eine Visitenkarte bekommen, wo auch seine Email Adresse drauf stand. Das nahm ich zum Anlass ihm zu schreiben und mich zu bedanken für seine Leitung der Bibelrunde, für seine Gebete (das habe ich ihm persönlich auch nochmal gesagt), die ja so ganz anders sind als die normalen katholischen Gebete (wie ich sie gewohnt war). Meine Worte im Email:
      "Ich wollte mich bedanken für die Gestaltung der Bibelrunde in ... . Es war immer sehr interessant für mich und vor allem hat mich begeistert wie du vor der Bibelrunde ein offenes Gebet gesprochen hast. Das war immer sehr inspirierend für mich, weil ich selbst auch solche Gebete spreche."

      Er hat sich gefreut und mir auch geschrieben: "Hör nicht auf zu beten, lösch den Geist nicht aus! Vielleicht kommt die Zeit, wenn du dir traust, selbst eine Runde zu begleiten!"
      (ich hoffe, dass ich dadurch keine Datenschutzgesetze übertrete) - es hat mich jedenfalls sehr gefreut.
      Ich habe ja schon über ein Jahrzehnt in der Sabbatschule als Gesprächsleiter gearbeitet. Vielleicht schreibe ich ihm das noch...


      ---------------------
      heute, 24.07. - früh - bekomme ich eine Email von unserem Pater. Er schreibt, dass er im Herbst wieder eine Bibelrunde in Pfaffstätten machen möchte, auch weil es schon mehrfach gewünscht wurde. Er fragt mich: "Wie wär's mit Sonntag Abend?" - nett, oder? Jedenfalls werde ich ihm zurückschreiben.

      Lieber wäre es mir, wenn der Kaplan die Bibelrunde hält, aber vielleicht ist das dann eh so.
    • @tricky: SUPER, dass du das machst! Ich war lange in einem frei-evangelikalen Bibelkreis und es war für mich sehr, sehr interessant.

      Über den Tellerrand zu schauen schadet nie - vor allem merkt man dann, dass auch nicht-STA-Christen super sind. Mir hat immer der praktische Bezug gafallen: Wie kann man das, was man weiß, konsequent im Alltag leben? war die Kernfrage. (Hier kann sich auch die STA-Gemeinde an der Nase nehmen -- wie viel Wissen (von der BIbel und von EGW wurden in den letzten 100 Jahren konsequent im Alltag der Gläubigen umsetzt?)

      Weiter so, Tricky! :)
      "Der Unterschied zwischen dem, was wir tun,
      und dem, wozu wir fähig sind,
      würde die meisten Probleme dieser Welt lösen."

      Ghandi
    • Hallo zusammen,

      auch hier ein kleines Update.

      nachdem der Diakon weg ist, der Kaplan ins Kloster ist, bleibt mir "nur" noch der Pater, der mich ja angemailt hatte wegen einem neuen Termin. Auf meine Antwort kam damals nichts mehr zurück, also habe ich die aktuellen Pfarrbriefe der beiden Pfarrgemeinden (meines Heimatsorts und die vom Nachbarort) immer verfolgt bis ich im Oktober gesehen habe, dass in dem einen Pfarrbrief ein Hinweis gemacht wird auf den Bibelkreis in der anderen Pfarre. Den ersten Termin im Oktober habe ich verschwitzt, im November bin ich allerdings wieder hin.
      Leider ist der Kreis der Teilnehmenden geschrumpft. Wir sind nur mehr 4 Teilnehmer, der neue, junge Kaplan E. und dann kam nach ca. 15 Minuten auch der Pater dazu.

      Als Thema haben sie wieder das Johannesevangelium gewählt, wo der Pater offensichtlich ein Experte ist. Thematisch ging es um Johannes 1,19-35. Dazu mehr in einem separaten Thema, das ich zur Frage des kath. Taufverständnisses eröffnen möchte.

      Atmosphärisch war es interessant diesmal, weil mich der Pater am Schluß, nach einem Gebet "nach Vorschrift" vom Kaplan gefragt hat, wo ich denn genau wohne und ich ihm das auch gesagt habe. Dann hat er gemeint, dass er mich noch nicht oft in der Kirche gesehen hätte. Da habe ich ihm bestätigt, dass dies so sei. Und eine Teilnehmerin aus der Bibelrunde hat dann gemeint, dass jetzt ein großes "Warum" über uns schwebe, was ich schließlich zum Anlass genommen hatte, mein Glaubesbekenntnis zu erwähnen bzw. zu bestätigen. Ich habe damals vor ca. einem Jahr ja schon mal mit dem früheren Kaplan darüber gesprochen und kurz mit ihm gescherzt, dass das wohl die Höhle des Löwen für mich sein müsse (seine Worte!), was ich ihm aber natürlich lächelnd verneinte. Aber er hatte nichts dagegen, dass ich wieder komme.
      Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass er damals mit dem Pater auch darüber gesprochen hat. Hat er aber offensichtlich nicht, denn der Pater war ganz erfreut, dass ich dabei bin. Beim Aufstehen und nach Hause gehen hat er mich dann noch angesprochen und gemeint, dass er erfreut sei, dass wir doch so viele Dinge in der Bibel gleich oder ähnlich sehen. Das musste ich ihm dann aber natürlich relativ klar zurückweisen. Ich habe das Verständnis der Taufe oder der Gebote dann noch kurz genannt, nur damit er sich etwas vorstellen kann. Offensichtlich versteht der Pater aber eine fehlende Streitbarkeit (ich könnte ja bei vielen Punkten, eines ist eben das Taufverständnis - siehe kommendes Thema) als Zustimmung zu seinen manchmal etwas längeren Monologen. Da sehe ich mich schon noch herausgefordert, das besser klarzustellen, ohne mit ihm in die Haare zu kommen. Das will ich nämlich gar nicht, in einer fremden Bibelrunde streiten, mir geht es mehr um eine Verstehen der kath. Lehrpunkte und da ist mir schon einiges sehr viel klarer geworden.
      Der Gipfel war überhaupt, als wir kurz auf die Offenbarung zu sprechen gekommen sind, da hat der Kaplan E von einem Mann erzählt, der von den Evangelischen zu den Katholischen gewechselt ist, weil er aus der Offenbarung bzw. in der Offenbarung den kath. Gottesdienst abgebildet gesehen haben wollte. Das war schon sehr steil. Ich war knapp dran der Runde vorzuschlagen, dass wir doch gemeinsam die Offenbarung studieren könnten. Das wär's, oder? In einem katholischen Bibelkreis die Offenbarung studieren und wie das das einfache Kirchenvolk bzw. die Geistlichen dort verstehen. Sehr spannend.

      Der Kaplan E übrigens kommt aus den USA bzw. hat lange dort gelegt und kannte die STA. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmerinnen (waren ja nur 3 Frauen außer mir und dem Pater). Die waren ein bisschen entsetzt, aber nicht unfreundlich. Bin gespannt was kommende Woche auf mich wartet.