Mein katholischer Bibelkreis - ein Diskussionsblog

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • nachtfalter schrieb:

      Du meinst ACK im kleinen Kreis ist ok und von Gott gewollt, ACK im großen Kreis, ist verwerflich? Das ist pure Heuchelei. Was mich interessieren würde, wo jeder der da mitmacht ein aderes Gottesbild hat, wie wird gebetet? Tust Du auch beten oder nur der Pater?
      Wieso ladest Du nicht zu einem eigenen Bibelkreis ein, wo Du die Richtung angeben kannst, um den Menschen die Wahrheit zu vermitteln?
      ein paar Gedanken dazu:

      -) die Bibel gemeinsam zu lesen und ACK, wer da den Unterschied nicht kennt, der hat nicht viel verstanden
      -) ich weiß ja noch gar nicht welches Gottesbild die dort haben. Es waren bisher nicht viele Teilnehmer, die ich kennengelernt habe. Das Gottesbild des Paters ist interessant, er hat unter anderem gemeint, dass der "Zöllner und Heide" nicht jemand ist, den man verachten sollte, sondern jemand um den man sich intensiv kümmern soll. Diese Auslegung habe ich in der Gemeinde auch schon gehört, von unserem Prediger.
      -) Wie wird gebetet? Es wird gar nicht gebetet. Ich bete für mich natürlich schon - immer wieder.
      -) Wen soll ich zu einem Bibelkreis einladen, wo ich doch nicht weiß, wen das interessiert?
      -) Warum soll ICH die Richtung vorgeben. Die Richtung gibt Gott vor, der hl. Geist. Wo Gottes Wort aufgeschlagen wird, da kann der hl. Geist wirken. Ich habe ihn im Gebet eingeladen, ich weiß, dass er dann gemäß seiner Verheißung da ist.


      ingeli schrieb:

      Es ist halt die Frage, weiß die Bibelrunde vom Anfang an wer ich bin und welcher Glaubensgemeinschaft ich angehöre oder verschweige ich es.
      Bei meinem ersten Besuch habe ich den Pater gefragt, ob auch Nicht-Katholiken an dem Bibelkreis teilnehmen können. Das hat er mit Ja beantwortet. Mich hat sehr gewundert, dass er mich nicht gefragt hat, zu welcher Glaubensgemeinschaft ich gehöre - oder wo ich herkomme. Das hat bisher niemanden interessiert. Sobald jemand fragt, werde ich natürlich sagen was ich bin, aber wenn das den anderen egal ist, dann soll es mir auch egal sein. Ich frage dort ja auch nicht jeden, ob er eh Katholik ist. Wir sind alle Menschen, interessiert an der Bibel, warum soll ich einen künstlichen Unterschied machen?

      ingeli schrieb:

      Ich würde es umgekehrt machen, einen eigenen Bibelkreis machen und die Katholiken einladen, aber niemals in einen katholischen Bibelkreis gehen und so tun als wäre ich an der Bibel intressiert, wenn dann würde ich ganz klar und offen sein und ihnen sagen ich bin Adventist und ich möchte mit euch die Bibel studieren.
      Dann mal schauen was für ein Echo kommt.
      Ich habe immer wieder mit Menschen zu tun, die anderen immer wieder mit ihren Ansichten und mit ihrem Status "ins Gesicht fahren". Ich finde das sehr unangenehm. Wenn es jemanden interessiert, dann gebe ich gerne Antwort, wenn jemand fragt:

      1 Ptr 15 sondern heiligt vielmehr Gott, den Herrn, in euren Herzen! Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, [und zwar] mit Sanftmut und Ehrerbietung;

      dann werde ich das sicher tun

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tricky ()

    • nachtfalter schrieb:

      ich welcher Traumwelt lebst Du? "Jeder soll bereit sein auf den Heiligen Geist zu hören"


      Die Bereitschaft ist 99 % da, aber die Ergebnisse zeigen mir jeden Sabbat in der Bibelschule und bei mancher Gemeindestunde etwas anderes. Die Wirklichkeit (Praxis) sieht einfach anders aus.
      Warum gibt es denn die viele Streiterei und Uneinigkeit in den Gemeinden? Weil eben doch nicht auf den Heiligen Geist gehört wird.
      Wenn jemand eine neue Erkenntnis bringt, dann kann diese nicht vom Geist Gottes sein, weil sie ja mit der adventistischen Lehrmeinung nicht übereinstimmt. Es wird Bibelstudium nicht um neuer Erkenntnisse willen betrieben, sondern um das das Bisherige zu untermauern. Das ist die Not, welche Gott mit uns hat. Und bei diesem Ergebnis (keine neue Erkenntnisse) brauche ich keinen Bibelkreis.
      Weil unser Herr Jesus alles gegeben hat ist er es wert, mit ganzer Hingabe (allem was ich bin und habe), feuriger Begeisterung und Gehorsam geehrt zu werden.
    • nachtfalter schrieb:

      Zitat von »Margit«



      Ich lese z.Zt. die Apostelgeschichte und da wird auch berichtet, wie der Heilige Geist wirkt, wer Ihn bekam usw. Weiter wird berichtet, dass sich die Christen oft wunderten, wer den Heiligen Geist bekam. Das paßte oft so gar nicht in ihr Verständnis. Ja, und dann freuten sie sich darüber. Das finde ich einfach herrlich und das ist wohl eine gottgewollte Reaktion. Was ich jedoch nicht gelesen habe ist, dass den Heiligen Geist nur Adventisten empfangen haben.... :Aha:

      nachtfalter schrieb:

      wenn Du die Bibel zitieren möchtest, dann bitte richtig, mit usw kann ich nichts anfangen ?(


      Ich möchte die Bibel nicht zitieren, weil sie jeder selbst lesen kann. Und wenn ich schrieb, dass ich z.Zt. die Apostelgeschichte lese - dann kannst du das doch auch tun, wenn es Unklarheiten gibt. Dann wirst du wissen, was ich meine. Wir sind doch hier nicht in der Kinderstunde....... :huh:
    • jüngerjesu schrieb:

      nachtfalter schrieb:

      ich welcher Traumwelt lebst Du? "Jeder soll bereit sein auf den Heiligen Geist zu hören"


      Die Bereitschaft ist 99 % da, aber die Ergebnisse zeigen mir jeden Sabbat in der Bibelschule und bei mancher Gemeindestunde etwas anderes. Die Wirklichkeit (Praxis) sieht einfach anders aus.
      Warum gibt es denn die viele Streiterei und Uneinigkeit in den Gemeinden? Weil eben doch nicht auf den Heiligen Geist gehört wird..



      wie soll man auf etwas höhren, was gar nicht vorhanden ist.

      Die Neugeburt ist heutzutage eine seltene Erfahrung. „Viele, sehr viele, die den Namen Christi annehmen, sind ungeheiligt und unheilig. Sie sind zwar getauft, doch lebendig begraben worden. Sie sind dem Ich nicht abgestorben und daher nicht zu einem neuen Leben in Christus auferstanden." Aus diesem Grund gibt es so viele Probleme in den Gemeinden.6BC 1075; BK 376 377
    • Hallo zusammen,

      also heute war es wiedermal soweit, die Termine sind relativ weit auseinander und leider wurde meine Bereitschaft, sich auch im Sommer zu einer Bibelleserunde zu versammeln nicht aufgenommen. Egal. Heute war das 24. Kapitel aus Matthäus dran. Jesu Endzeitrede, wo verschienste Ereignisse in einem Kapitel besprochen werden und es oft nicht leicht ist diese zeitlich zuzuordnen. Insgesamt muss ich sagen, dass ich mit dem heutigen Termin viel zufriedener bin als mit dem letzten. Einerseits, weil ich mich oft zurückhalten konnte im Besserwissen und weil sich die anderen zwei Teilnehmerinnen diesmal mehr sagen getraut haben. Das war schon sehr gut. Der Pater war in seiner Sommerkluft da: T-Shirt mit kurzer Hose und Sportsandalen. Ich war beruhigt, weil ich auch mit meinen Sandalen gekommen bin. Man ist sich ja nie so ganz sicher, wie man sich da anziehen soll.

      Zum Inhalt. Die meisten von euch kennen Matthäus 24 und es geht darin einerseits um die Ankündigung der Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. und andererseits um die Wiederkunft Jesu. Folgende Verse haben wir nach dem Lesen schwerpunktmäßig besprochen:

      Einheitsübersetzung
      2 Er sagte zu ihnen: Seht ihr das alles? Amen, das sage ich euch: Kein Stein wird hier auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.

      Hier haben wir festgestellt, dass eben 70 n. Chr. der Tempel zerstört wurde, was ja auch von Daniel schon vorhergesagt wurde. Der Pater hat zwar den Daniel dazu aufgeschlagen (Dan. 9,26), wir haben uns aber nicht näher mit Daniel oder der Prophezeiung auseinandergesetzt.


      12 Und weil die Missachtung von Gottes Gesetz überhandnimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten.

      Auf diesen Text habe ich aufmerksam gemacht, da er von der allgemeineren Thematik des Abschnitts (Kriege - ein Volk gegen das andere Volk) eher auf die persönliche Ebene herunterbricht. Es war viel Übereinstimmung beim Verständnis bzw. der Bedeutung dieser Textstelle. Von einer Mitdiskutantin wurde erwähnt, dass wenn man das Gesetz Gottes ernst nimmt, man in der Gesellschaft nicht gut angesehen ist, indem Sinne, dass man als blöd und naiv angesehen wird - weil man nicht auf den eigenen Vorteil schaut.


      14 Aber dieses Evangelium vom Reich wird auf der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker es hören; dann erst kommt das Ende.

      Hierzu hat der Pater bemerkt, dass es noch viele Völker gibt, die nicht mit dem Evangelium erreicht wurden...Naturvölker hat er gemeint.



      26 Wenn sie also zu euch sagen: Seht, er ist draußen in der Wüste!, so geht nicht hinaus; und wenn sie sagen: Seht, er ist im Haus!, so glaubt es nicht.
      27 Denn wie der Blitz bis zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein.

      Auf diesen Text habe ich aufmerksam gemacht. Einfach um zu unterstreichen, dass wenn Jesus wiederkommt es ein globales Ereignis sein wird. Und sichtbar.


      34 Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.

      Ein sehr interessanter Text, den jeder kennt, der mit ZJ diskutiert. Ich habe darauf hingewiesen, dass in der Interlinear-Übersetzung das Wort "Geschlecht" steht und meine Deutung auf die Juden erwähnt, das hat den Pater verwundert, weil er es nur als Generation kennt. Aus meiner Sicht sind mit Generation oder Geschlecht die Juden gemeint, die durch die Jahrhunderte der Verfolgung dieses Volks doch von Gott bewahrt wurden. Der Pater hatte es vorher immer auf die Christen gemünzt und ich denke, dass er bei seiner Deutung geblieben ist. Was meint ihr, wer ist die Generation bzw. das Geschlecht?


      40 Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen.
      41 Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.
      42 Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

      Hierzu wollte ich selbst sagen, dass mir unklar ist, wie diese Textstelle gemeint ist. Einerseits sind die Katastrophen überall und Hungersnot und Krieg hier und da, andereseits schaut es hier aus als ob die Menschen normal ihrer Tätigkeit nachgehen - wobei der eine mitgenommen wird und der andere zurückgelassen wird. Wir haben uns dann aber verständigt darauf, dass man äußerlich nicht merkt/weiß, wer gerettet ist und ich habe meine Vermutung geäußert, dass im Vers 42 angedeutet wird, dass man nicht weiß, wann der Herr kommt. Diese Aussage ist in meinem Verständnis so zu deuten, dass jeder Tag der letzte sein kann und diesbezüglich der nächste Tag nach dem Tod der Tag der Auferstehung ist.


      51 und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

      Leider wurde bei diesem Text vom Pater behauptet, dass dieser Text mal wieder zeigt, dass man das (alles) nicht wortwörtlich nehmen kann. Bei so einer Aussage zucke ich immer zusammen, weil es einerseits stimmt (es ist nunmal unlogisch, dass einer, der zuerst in Stücke gehauen wird danach noch heult und mit den Zähnen knirscht) und andererseits damit eine Hintertür geöffnet wird, die einem als Exitstrategie, wenn man etwas in der Bibel nicht versteht, angeboten wird: "Naja, das ist nicht wortwörtlich zu verstehen". Schwierige Sache. Wie würdet ihr hier den Vers 51 erklären?



      Von der Stimmung her war es diesmal sehr gut. Nach der Stunde (wir sind wirklich trotz einiger Unterbrechungen in einer Stunde durchgekommen) hat mich die eine Mitdiskutantin gefragt, was ich arbeite bzw. studiert hätte, weil ich mich ja doch ziemlich gut auskenne, in der Bibel. Ich habe gesagt was ich arbeite und erwähnt, dass ich die Bibel einfach seit Jugend an gelesen habe, als Kind schon die Geschichten des AT und seit dem immer wieder und wieder.


      nächster Termin ist erst wieder im September, leider...

      viele Grüße euch aus dem schwülen Osten Österreichs.
    • tricky schrieb:

      [...]

      51 und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

      Leider wurde bei diesem Text vom Pater behauptet, dass dieser Text mal wieder zeigt, dass man das (alles) nicht wortwörtlich nehmen kann. Bei so einer Aussage zucke ich immer zusammen, weil es einerseits stimmt (es ist nunmal unlogisch, dass einer, der zuerst in Stücke gehauen wird danach noch heult und mit den Zähnen knirscht) und andererseits damit eine Hintertür geöffnet wird, die einem als Exitstrategie, wenn man etwas in der Bibel nicht versteht, angeboten wird: "Naja, das ist nicht wortwörtlich zu verstehen". Schwierige Sache. Wie würdet ihr hier den Vers 51 erklären?

      Hallo @tricky:

      finde ich gut, dass du in einer nicht-adventistischen Bibelrunde dabei bist.

      Beide Seiten werden daran wachsen (nicht nur an Bibel-Erkenntnis), vorallem über Sicht-, Denk- und Auslegungsweisen in verschiedenen christl. Konfessionen.

      zu Matt. 24,51 einige "kurze" persönliche Gedanken:

      I) ja der Textabschnitt (24,45-51) ist symbolisch/gleichnishaft. Beispiele:

      -) Welcher Knecht (~"Jünger") sagt buchstäblich-verbal: "Mein Herr kommt noch lange nicht!" (V.48a)
      -) Oder welcher Knecht (~"Jünger") "schlägt seine Mitknechte" (V.48b)? Ist es nicht eher psychischer oder geistlicher Missbrauch als "physisches Schlagen" unter "Christen"??
      -) Auch das "ißt und trinkt mit den Betrunken" (V.48c) wäre zu untersuchen... Passiert das so real oder ist eher was anderes gemeint? (z.B.: gedankenlos+sorglos zu Leben ohne an die Brüder zu denken...)

      II) Der 3-fache Fluch:

      a) "in Stücke hauen" (V.51a) --> zu den Ungläubigen gezählt:
      vgl. Lukas 12,46 ("dann wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an dem ers nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen.")

      b) bei den "Heuchlern" (=Schauspielern/Blendern) (V.51b) werden z.B. in Kap. 7,20-23 erklärt ("Herr, Herr haben wir nicht in deinem Namen...").

      c) heulen, weinen, trauern, wehklagen, an die Brust schlagen, Zähneklappern, Zähneknirschen (V.51c):
      -) siehe Bibelkonkordanz / Bibelparallelstellenprogramm...
      -) z.B. Lukas 13,27-29 ("Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen.")
      --> Das meint die Erkenntnis+Anerkennung: des Verlustes bei der Wiederkunft Jesu + des ewiges Verloren seins (=ewiger Tod).

      Zusammenfassung: Der tiefe Fall + Fluch:
      V.48 "Knecht des Herrn"=Gottes ("Mein Herr")
      V.51: --> a) zu den Ungläubigen gezählt (Verloren und Gerichtet)--> b) zu den Heuchlern/Schauspielern/Blendern gezählt --> c) absoluter "Verlierer" = ewiger Tod.



      schwierige Stelle zum schlüssig Auslegen (in einer Runde) - auch für mich...
      .

      » Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei!« (Johannes 8:36)

      Team: » Entweder heilen wir als Team, - oder wir gehen als Individualisten / Einzelgänger unter.«
    • Ok, also nach ein paar Monaten Pause gibt's einige Veränderungen in meinem katholischen Bibelkreis. Zuerst mal wurde unser katholischer Pater hier abberufen bzw. wegberufen in ein Stift in Oberösterreich. Er soll dort, nach einer bestimmten Probezeit, Abt werden. Schade, ich habe ihn sehr gemocht, er war freundlich, lustig, aufgeweckt...und er hat in der Bibel einen guten Kern betont.

      Der neue Pater ist wesentlich jünger, dürfte vom gleichen Orden sein (wenn ich sein Gewand richtig deute). Und die Runde war heute mit 6 Personen auch wesentlich größer als bei meinen ersten Teilnahmen. Das alles war aber heute nicht das Problem. Das Hauptproblem heute war meine fixe Vorstellung von Mt. 25,1-13 . Als ich die Überschrift gelesen habe, dachte ich mir: "Ha, heute kommt ein Gleichnis, das du wirklich gut kennst, aber mal sehen wie die anderen darüber denken". Und es kam bitter anders als ich es mir gedacht hatte.

      Es ging um die 10 Jungfrauen. Jeder sollte dieses Gleichnis kennen, aber kennen wir auch die richtige Deutung? Ich stelle jetzt mal ein paar Feststellungen auf, die unser Pater hier aufgestellt hat und die sich allein vom Text her nicht direkt leugnen lassen. Oder doch? Habe ich etwas übersehen? Bitte um Widerlegung, aus dem Gleichnis, aus der Bibel heraus.

      -) Der Bräutigam ist ein königlicher Bräutigam (das hat der Pater aus dem griechischen Text herausgelesen) und kommt zur Hochzeit

      -) Die Braut sind die 10 Jungfrauen. Es handelt sich also um eine Hochzeit mit EINEM Bräutigam und 10 Bräuten.

      -) Die klugen Jungfrauen sind deshalb klug, weil sie die 5 anderen Jungfrauen wegschicken, damit diese nicht zur Hochzeit kommen können. Die törichten Jungfrauen sind deshalb töricht, weil sie weggehen.

      -) Die Jungfrauen gehen dem Bräutigam entgegen, als sie hören, dass er kommt

      -) Der Bräutigam braucht kein Licht, damit er den Weg findet, denn er hat seine Gefolgsleute, die mit ihm gehen

      -) Das Öl ist der heilige Geist bzw. das brennende Herz eines Gläubigen für Jesus, den Bräutigam


      All diese Thesen wurden mit dem griechischen Text begründet. Es war ziemlich wild. Ich habe zwar meine Meinung dazu gesagt, aber ich konnte vieles nicht widerlegen bzw. wollte ich auch gar nicht allzuviel dagegendiskutieren. Der Pater hat es eigentlich recht gut aufgebaut. Er hat zu erklären versucht wie Hochzeiten zu dieser Zeit geschlossen wurden, also zwischen den Familienvätern. Und dass der Bräutigam die Braut holt und sie in sein "Zelt" (oder in sein Haus) holt, wo die Ehe dann vollzogen wird. Das alles war noch recht einleuchtend. Aber manche von den oben geschilderten Bedeutungen kann ich echt nicht teilen.

      Ich muss gestehen ich war ganz schön überfordert. Das nächste Mal werde ich mich wieder besser vorbereiten auf diese Stunde. Aber eines stimmt auf jeden Fall: Man lernt viel in so einer Runde, zumindest wie die Menschen diese Gleichnisse auch noch anders als man selbst verstehen können.
    • So wie du diese Auslegung schilderst, erscheint sie mir sehr kurios.
      Was ist nun die praktische Lehre für mein persönliches Leben? Bin ich beseelt vom Heiligen Geist, wenn ich andere, die auch dem Bräutigam heiraten möchten, wegschicke? ?(
      War denn eine solche polygame Hochzeit überhaupt möglich zur Zeit Jesu?
      Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

      Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
    • So, also mittlerweile sind zwei weitere Runden hinzugekommen bei meinen Treffen mit den Katholiken zum Bibelkreis.

      Einmal ging es um die anvertrauten Zentner oder Talente und letzten Dienstag waren wir auf einmal in Lukas 2. Dazwischen konnte ich leider einmal nicht dabei sein.

      Das Treffen Anfang Oktober (Mt. 24,14-30) war ziemlich ernüchternd. Der neue Pater hat zu Beginn der Bibelrunde ein Ave Maria gebetet. Alle Katholiken haben einem monotonen Mantra gleich die Kopfe gesenkt und mitgebetet. Ich natürlich nicht...mir kam vor das ist aufgefallen. Vielleicht wollte mich der Pater testen. Am Ende haben sie dann nochmal das Ave Maria gebetet. Mir war einigermaßen unangenehm dabei.
      Mich wundert immer noch, dass niemand danach fragt welcher Glaubensgemeinschaft ich angehöre. Und das obwohl sie sich öfter wundern über das allgemeine Bibelwissen, das ich habe. Der Pater hat beim Treffen im Oktober auch über den katholischen Klerus gesprochen, den er in einem schlimmen Zustand sieht. Er hat sich darüber ausgelassen, dass es in meinem Heimatort keinen Beichtstuhl mehr in der Kirche gibt und dass wenn doch in Österreich mehr gebeichtet würde, es viel mehr Glauben und "Erweckung" gäbe. Von den Anwesenden konnte ihm auch keiner sagen wann der Beichtstuhl aus der Kirche verschwunden sei...ich natürlich auch nicht.
      Interessant war es dann als der Pater erwähnte, dass er auch begabt sei, also von Gott eine Gabe bekommen hätte. Das hat mich interessiert, also habe ich ihn gefragt, was diese Gabe sei und nachdem er eher allgemein von der "Gabe des Segnens" gesprochen hat, wollte ich von ihm ein praktisches Beispiel wissen, wie sich das in seinem Beruf auswirkt und wie er es einsetzt. Daraufhin hat er eine Geschichte erzählt, wo eine Frau aus einem ca. 100 km entfernten Ort angerufen hätte und ihm ganz hektisch berichtet hat, dass sie nicht schlafen kann und dass sie jetzt zu ihm fahren müsse um sich auszusprechen. Daraufhin hat der Pater ihr gesagt, dass sie sich beruhigen soll und dass sie doch nach Hause gehen sollte um zu schlafen. Das hat ihr nicht gereicht, also hat der Pater sie übers Telefon gesegnet. Daraufhin war sie beruhigt und hat ihm einige Tage später, als sie ihn getroffen hat, gesagt, dass sie nach diesem Segen ganz ruhig einschlafen konnte und gut geschlafen hat.
      Immerhin! Das war schon mal was konkretes. Jedenfalls hat unser Pater hier laut Eigenbeschreibung die Gabe (oder das Talent) zu segnen...wie und was immer das ist.

      letzte Woche war es dann interessant. Anscheinend haben wir hier in meinem Ort auch einen Kaplan oder einen Vikar...ich kenne mich da noch nicht so aus mit den kirchlichen Ämtern und Würden. Jedenfalls ist das ein Bayer, was ich zu meiner Schande nicht sofort am Akzent erkannt habe. Jedenfalls hat der diesmal die Bibelrunde geleitet. Ein sehr netter Mann, viel offener als der Pater und so war das Gespräch auch recht nett. In Lk. 2 geht es ja darum, dass Maria vom Engel die Nachricht bekommt, dass sie Jesus gebären wird. Wir haben dann über biologische Unmöglichkeiten gesprochen, über das besondere an Maria "Gebenedeit, gegrüßt seist du" usw. und es wurde sich darüber ausgelassen, dass evangelische Christen sich darüber aufregen, dass Katholiken zu Maria beten, was diese natürlich verneinen. In Summe hat der Kaplan/Vikar dann festgestellt, dass man über den hl. Geist zu Maria kommt, von Maria zu Jesus, von Jesus zu Gott. In dieser Reihenfolge. Hier habe ich eingeworfen, dass man doch nur über Jesus zu Gott kommt: "keiner kommt zum Vater denn durch mich". Dabei wurde ich dann aber wieder überstimmt, dass man zu Jesus nur über Maria kommen könne. Und dann war ich im Zwiespalt. Sollte ich hier die Frage stellen, die man überall bei Bibelgesprächen stellen kann: "Wo steht das in der Bibel?"
      Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, dass ich diese Frage nicht gestellt habe. Andererseits wollte ich nicht zu viel Unruhe reinbringen. Ich war schon froh, dass wir einhellig und vom Kaplan/Vikar bestätigt festgehalten haben, dass Jesus nicht zum 24. Dezember geboren ist. Das war ein starkes Stück, und es wurde gar nicht der Versuch gemacht das irgendwie zu erklären, sondern es wurde gleich darauf hingewiesen, dass es einfach wichtig ist an diese Geburt zu denken! Und das in einem katholischen Bibelkreis, wo doch in Österreich die katholische Kirche noch vor Jahren folgendes plakatiert hat:

      kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/1671844/index.do

      ich bleibe jedenfalls weiter dran und werde unter Gebet versuchen dort Fragen zu stellen um in meinem Studium der katholischen Lehre und vor allem der Praxis dieser Lehre weiterzukommen. Es ist enorm bereichernd zu sehen wie Katholiken ihren Glauben wahrnehmen und leben.
    • "Tricky" schrieb:

      Wo steht das in der Bibel?

      Hallo Tricky,
      nun ja, in einem Bibelkreis sollte man schon aufgrund der Bibel argumentieren können. Wenn das nicht geht weil noch andere Dinge als Glaubensgrundlage dienen sehe ich den Sinn eines Bibelkreises nicht gegeben.

      Ich bin seit meinem Umzug vor ca. einem halben Jahr mangels Alternativen in einem ev. Bibelkreis und einer ev. Gemeinde, was mir durchweg gut gefällt trotz anfänglicher Vorbehalte. Zu meiner Überraschung habe ich hier viele gefunden, die ernsthaft danach streben nach der Schrift zu leben. Und auch mit dem theologischen Verständnis deckt sich erstaunlich viel wenn man mal die Speisegesetze und Sabbat ausklammert…wenngleich auch hierzu keine Verschlossenheit da ist.
      Das funktioniert also recht gut inkl. dem gemeinsamen Gebet und ist sehr bereichernd was ich mir in einer katholischen Runde ehrlich gesagt kaum vorstellen kann, da jedem zweiten Satz eigentlich ein Veto folgen müsste, das Gottesverständnis meilenweit aneinander vorbeigeht und Traditionen höher bewertet werden als die Schrift über die man in der Bibelstunde ja eigentlich reden möchte.
      Natürlich möchte ich Dich nicht davon abhalten weiter dahinzugehen. Aber ich glaube es ist irgendwann sehr frustrierend wenn man in einem Bibelkreis einfach eine ganz andere Basis hat und nicht die Schrift das maß aller Dinge darstellt.

      Gruß
      Atze
    • So, ich berichte jetzt mal wieder von den Entwicklungen im kath. Bibelkreis hier bei mir im Ort. Ich hätte schon viel früher einen Bericht abgeben sollen, denn jetzt sind viele Erfahrungen schon wieder alt und ein bisschen verblasst.

      Mit dem neuen Kaplan hat sich eine sehr gute Gesprächsbasis entwickelt. Nach zwei, drei Terminen haben sich alle Teilnehmer im Bibelkreis an eine gute, konstruktive Gesprächskultur gewöhnt. In einem Vier-Augen-Gespräch nach der Bibelrunde habe ich dem Kaplan gegenüber erwähnt, dass ich nicht katholisch sei. Auf seine Frage, was ich denn sei, habe ich gesagt: Siebenten-Tags-Adventist. Das hat er schmunzelnd kommentiert mit: Da trauen Sie sich aber was, wenn sie zu uns in die "Höhle des Löwen" kommen. "Nein, nein, das passt schon" habe ich geantwortet. Ich fand das aber interessant, denn es sagt ein wenig darüber aus, wie das von ihm empfunden wird. STA war ihm ein Begriff.

      Bei den weiteren zwei Terminen habe ich textbezogen immer nachgefragt. Der Kaplan hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, dass in der Bibelrunde der Text der kommenden Sonntagspredigt vorbesprochen wurde. Ich fand das als gute Idee. Einmal waren folgende Verse dran:

      1 Ptr. 3, 8 Endlich aber seid alle gleichgesinnt, mitfühlend, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, gütig!
      9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wißt, daß ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.
      10 Denn »wem das Leben lieb ist und wer gute Tage sehen will, der bewahre seine Zunge vor Bösem und seine Lippen, daß sie nicht Trug reden;
      11 er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche den Frieden und jage ihm nach!
      12 Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Flehen; das Angesicht des Herrn aber ist gegen die gerichtet, die Böses tun.«
      13 Und wer will euch Schaden zufügen, wenn ihr Nachahmer des Guten seid?
      14 Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr! Ihr Drohen aber fürchtet nicht und laßt euch nicht beunruhigen;
      15 sondern heiligt vielmehr Gott, den Herrn, in euren Herzen! Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, [und zwar] mit Sanftmut und Ehrerbietung;
      16 und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen.
      17 Denn es ist besser, daß ihr für Gutestun leidet, wenn das der Wille Gottes sein sollte, als für Bösestun.

      und

      Mt. 5/16 So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.


      Der Kaplan hat den Missionsgedanken, der in der kath. Kirche aus seiner Sicht zu kurz kommt, versucht zu betonen. Ich habe daraufhin von der Erfahrung mit Katholiken in der Fußgängerzone, die dort Menschen angesprochen haben, erzählt. Der Kaplan war ganz begeistert, dass es sowas gibt, Katholiken, die in Österreich missionieren. Er wußte aber nichts davon, das hat mich verwundert. Ich hätte mich über diese Personen, die mich da angesprochen haben, genauer informieren sollen.

      Am Ende der Bibelrunde hat der Kaplan dann vorgeschlagen, dass alle gemeinsam beten...und dann kam etwas, das hat mich total gefreut. Er hat vorgeschlagen, dass das Vaterunser gebetet wird. Dabei hat er zu mir gesehen und gemeint, dass das auch für mich ok ist. Er hat also aktiv darauf Rücksicht genommen was ich glaube. Er hat sich überlegt, dass es für einen STA wohl schwer ist das AveMaria mitzubeten, dass man sich auf das Vaterunser aber wohl einigen kann.
      Und ich habe dann trotzdem nicht mitgebetet (mitgesprochen), weil ich einfach nicht damit kann, dass man ein Sprücherl runterbetet, das man nicht wirklich meint/mitdenkt. Dieses monotone Heruntersagen einer Formel...das geht bei mir nicht. Ich kann so nicht mit Gott sprechen. Ich könnte natürlich für mich selbst in Gedanken aktiv sein und das Vaterunser wirklich beten. Ich bin bis heute im Zwiespalt über diese Sache. Was hättet ihr gemacht? Mitgesprochen? Vor allem dann, wenn extra auf euch Rücksicht genommen wurde.

      Seit Juni gibt es leider keine Bibelrunde mehr hier. Im Herbst hat sie einfach nicht wieder begonnen, es gibt keinen neuen Termin dafür. Daraufhin habe ich im Jänner den Kaplan per Mail angeschrieben und innerhalb von 15 Minuten eine Antwort gehabt. Es gibt einfach noch keinen Termin dafür, sie wollen aber wieder damit starten. Meine Frage, ob ich in der Pfarre im Nachbarort (wird vom gleichen Pater wie bei uns und auch vom gleichen Kaplan betreut) bei der Bibelrunde vorbeischauen könnte, hat er positiv beantwortet. Mir war es einfach wichtig zu fragen, ob es seinerseits ok ist, wenn da dabei bin. Ich will ja nicht stören.


      im nächsten Bericht schildere ich dann die Erfahrung von meinem ersten Besuch einer anderen Bibelrunde im Nachbarort. Eine sehr positive Erfahrung.
    • Danke für Deinen Bericht, sehr interessant!

      tricky schrieb:

      .... Was hättet ihr gemacht? Mitgesprochen? Vor allem dann, wenn extra auf euch Rücksicht genommen wurde. ....

      Mitgebetet, weil ich davon ausgegangen wäre, dass die anderen Teilnehmer nicht "ein Sprücherl sagen", das sie nicht meinen.
      Liebe Grüße, Heimo
    • Ich habe echt ein Riesenproblem damit etwas Vorgefertigtes in einer Masse oder auch nur einer Menge mitzumachen. Ist vielleicht auch ein persönliches Problem, das in meinem Charakter begründet ist. Ich tu mir auch schwer mitzuklatschen, wenn alle klatschen, oder Amen zu einem gemeinsamen Gebet in der Gemeinde zu sagen, wenn vereinzelte Dinge im Gebet vorkommen, die ich nicht teile. Teil einer Masse zu sein, die nicht in die aus meiner (egozentrischen Sicht betrachtet) richtige Richtung geht...kann ich einfach nicht. Und ich sage das, ohne jemanden zu verurteilen, sondern als reine Ich-Botschaft, wo ich für mich diese Entscheidung treffe: wo kann ich mit und wo eben nicht.

      Danke trotzdem für eure Antworten auf diese, meine Frage.

      Funktion über Form, das gefällt mir, Seele1986, auch, wenn ich das selbst so nicht kann.
    • Ich liebe bei solchen Begebenheiten das Vaterunser. Ich spreche dann das Vaterunser laut und deutlich. (Beerdigungen oder andere kath. Versammlungen) Meistens ernte ich dann erstaunte Blicke, worüber ich mich dann freue.
      In unserem Hauskreis kommt eine Katholikin. Sie berichtete das letzte Mal von ihrem Pastor/Priester, der anders sei, als die anderen. Er würde sehr bibelorientiert Predigen und während der Messe/Gottesdienst das Hauptmerkmal auf Verkündigung des Wortes legen.Er würde deswegen in seiner Kirche größere Problemen ausgesetzt sein, bis zur Androhung einer Kündigung.
      Als ich deinen Beitrag hier las, kam mir spontan der Gedanke, das ich am Sonntag dort hingehe.
      Ich werde ihr jetzt eine Mail schreiben und nach der Adresse fragen.

      Gruß
      Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich
      (Matthäus 19, 26)
    • @tricky:

      ich verstehe, was du meinst. Ich kann das auch schlecht. Klatschen tu ich beispielsweise fast nie, oder nur kurz beim Einstieg.

      Das Vaterunser habe ich mittlerweile sehr lieb gewonnen.

      Wenn ich zuhause mal nicht weiß, wie ich beten soll, oder wenn mir die richtigen Worte fehlen, dann bete ich es. Und es ist unglaublich heilsam, weil man weiß, man kann damit nichts falsch machen, denn Jesus selbst hat es gesprochen.

      Es ist ein sehr starkes Gebet, finde ich. (Und übrigens das einzige, das wirklich "über-konfessionell" ist :) )

      Finde es übrigens klasse, dass du da Kontakte hast.
      denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.
      (Hebräer 11,27b)
    • Die Formeln, die Texte - - - -,

      tricky schrieb:

      dass man ein Sprücherl runterbetet, das man nicht wirklich meint/mitdenkt. Dieses monotone Heruntersagen einer Formel...das geht bei mir nicht. Ich kann so nicht mit Gott sprechen. Ich könnte natürlich für mich selbst in Gedanken aktiv sein und das Vaterunser wirklich beten. Ich bin bis heute im Zwiespalt über diese Sache. Was hättet ihr gemacht? Mitgesprochen? Vor allem dann, wenn extra auf euch Rücksicht genommen wurde.


      Lieber Tricky, ich gebe Dir recht. Aber: was Dein Nachbar im Herzen betete, ist seine Sache. Mit wem allen Du im gemeinsamen Geist ds Vaterunser betest, - - weisst Du nicht, weiss ich nicht.

      Aber lasse uns darauf achten : Auch Leute , relativ kurz in der Gemeinde, nehmen unterUmständen sehr rasch "Gebetsformeln" an, von dene sie gar nicht begriffen haben, was das heissen soll :" Und gib uns mehr, als wir zu bitten im Stande sind."

      "Got ist gegenwärtig, lasset ns anbeten - - Gut- - "Wir entsagen willig - - " Oha ! " Ich bete an die Macht der Lieibe - - (Zwischenbemerkung : Wie passend sind "Ich" - LIeder , gesungen, Gott dargebracht von einer Gemeinde ? "So nimm denn meine Hände - -Ich kann allein nicht gehen - -" ) - -"ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken - ".


      Meine Ermahnung ud Einnerung an mich selbst, mein Vorschlag für alle : Bitte keinen unsinnigen Gebetsfloskeln. Bitte beim Gemeindegesang mitdenken :


      - - -War so eine RAndbemerkung zum Vaterunser der anderen.
    • Seele1986 schrieb:

      Wenn ich zuhause mal nicht weiß, wie ich beten soll, oder wenn mir die richtigen Worte fehlen, dann bete ich es. Und es ist unglaublich heilsam, weil man weiß, man kann damit nichts falsch machen, denn Jesus selbst hat es gesprochen.

      philoalexandrinus schrieb:

      Lieber Tricky, ich gebe Dir recht. Aber: was Dein Nachbar im Herzen betete, ist seine Sache. Mit wem allen Du im gemeinsamen Geist ds Vaterunser betest, - - weisst Du nicht, weiss ich nicht.

      philoalexandrinus schrieb:

      Meine Ermahnung ud Einnerung an mich selbst, mein Vorschlag für alle : Bitte keinen unsinnigen Gebetsfloskeln. Bitte beim Gemeindegesang mitdenken :

      Danke für eure Gedanken dazu. Es ist vollkommen richtig, dass ich nicht beurteilen oder gar bewerten kann, was ein anderer Mensch meint, wenn er das Vaterunser betet. Allein der Charakter der Gebete, wie sie in der kath. Kirche gebetet werden, also die Form, der Ausdruck, sind für mich absolut abschreckend. Manchmal habe ich das Gefühl, dass katholische Gläubige eine eigene Stimmlage für Massengebete haben. Das macht mir extrem zu schaffen. Übrigens keineswegs nur bei Katholiken. Ich war schon in fernen asiatischen Ländern, wo ich natürlich auch die Tempelanlagen von Buddhisten oder Hindus besucht habe. Auch dort habe ich extreme Schwierigkeiten, wenn monotones Gemurmel (dort habe ich ja nicht mal den Inhalt erfasst/verstanden) anhebt. Es ist mir einfach unheimlich.

      Trotzdem will ich nicht den Eindruck erwecken, dass ich anderen Betern die Aufrichtigkeit/Ernsthaftigkeit abspreche.

      Gerade zum Thema Gebet aber ein sehr positives Beispiel in meinem kommenden Bericht. Ich muss nur noch die Zeit dafür finden.
    • So, es ist höchst an der Zeit, am kommenden Donnerstag ist wieder Bibelrunde im Nachbarort.

      Was ist also vor ca. einem Monat passiert? Zum ersten Mal war ich in dieser neuen Bibelrunde. Die teilnehmenden Personen. Eine ältere Dame (65 - 70), ein älterer Herr (65-70), zwei Damen im Alter von 40 - 50 Jahren, der Diakon (ca. 40 Jahre alt - Leiter der Bibelrunde) sowie der Pater, den ich schon von der Kirche in meinem Heimatort kenne.

      Der Diakon hat die Bibelrunde sehr gut vorbereitet. Ich kenne ihn schon von zwei Bibelrunden in meiner Heimatgemeinde, da war er mit dem neuen Pater mitgekommen um zu sehen wie so eine Bibelrunde funktioniert. Schon damals ist mir und auch dem Pater aufgefallen, dass der Diakon eine eigene Studienbibel mithatte. Und ich sag es mal so, von dem Kaplan oder dem Pater wird es nicht so gerne gesehen, wenn man protestantische Bibelübersetzungen verwendet. Sie fragen zwar immer wieder mal nach, wie man das in der eigenen Bibel stehen hat, aber es kommt nicht sehr wohlwollend rüber. Egal. Der Diakon hatte damals schon eine Schlachter Übersetzung mit, so wie ich auch meine Genfer Studienbibel (mit Schlachter Text).

      Der Diakon (S.) hat sich viel Mühe gemacht in dem schönen Pfarrheim eine gute Atmosphäre zu schaffen. Tee, Süßigkeiten, insgesamt eine sehr warme, angenehme Atmosphäre. S. dürfte viel an der Bibelrunde liegen, er mag das Studieren und Gedankenaustauschen. Und dann war zu Beginn gleich für mich eine Riesenüberaschung - positiv! Beim Gebet hat S. frei gesprochen, ein Gebet, wie es auch in meiner Adventgemeinde jederzeit gesprochen hätte werden können. Die Bitten waren um den hl. Geist und um die Erkenntnis der Wahrheit aus der Bibel. Nur ganz zum Schluß des Gebets kam eine katholisch bekannte Formel, wo dann alle mitgesprochen haben. Das einzig wirklich störende an dem Gebet war, dass der Pater, während des Gebets laut schmatzend eine in Knisterpapier eingewickelte Süßigkeit verspeiste. Ich fand das ganz schrecklich, auch weil ich den Eindruck hatte, dass dieses Verhalten seine deutliche Missgunst gegen diese Form des Betens zum Ausdruck bringen sollte. Würde mich mal interessieren, was er dazu sagen würde, wenn sich in der Kirche im Gottesdienst am Sonntag jemand so verhält, wenn er das Gebet spricht...

      Der Bibeltext, der betrachtet wurde war folgender:

      Joh 1/35 Am folgenden Tag stand Johannes wieder da und zwei von seinen Jüngern; 1/36 und hinblickend auf Jesus, der umherging, spricht er: Siehe, das Lamm Gottes! 1/37 Und es hörten ihn die zwei Jünger reden und folgten Jesus nach. 1/38 Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und spricht zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sagten zu ihm: Rabbi - was übersetzt heißt: Lehrer -, wo hältst du dich auf? 1/39 Er spricht zu ihnen: Kommt, und ihr werdet sehen! Sie kamen nun und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war um die zehnte Stunde. 1/40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. 1/41 Dieser findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden - was übersetzt ist: Christus. 1/42 Und er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sprach: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du wirst Kephas heißen - was übersetzt wird: Stein.


      Dazu hat S einen Ausdruck aus der Jerusalemer Bibel allen Bibelkreisteilnehmern ausgeteilt. S geht sehr systematisch vor. Er hat vorgeschlagen, dass in den ersten 5 - 10 Minuten jeder den Text mehrmals durchlesen sollte und danach reihum gefragt, was den Teilnehmern auffällt bzw. was ihnen wichtig erscheint. Die Wortmeldungen vom Pater waren leider meist sehr lang (das ist in der Adventgemeinde bei den Predigern gar nicht selten genauso) und so sind wir in der Bibel auch oft sehr stark hin und her gesprungen. Die Argumente haben sich auch in Richtung orthodoxe Kirche bewegt, die ja aufgrund dieses Textes den Andreas als ersten Jünger Jesu sieht und nicht Petrus. Das scheint ein katholisch-interner Diskussionstoff zu sein. Die RKK hat ja Petrus zum Grundstein der Kirche ausgewählt. Ich wußte bis zu dieser Bibelrunde nichts davon, dass es die Frage Andreas vs. Petrus überhaupt gibt. Gestriffen haben wir in der Diskussion auch die Sache mit Zacharias. Da habe ich mich ein wenig blamiert, da der Pater in einer seiner langen Reden erwähnte, dass Zacharias zwischen Tempel und Altar umgekommen ist. Ich vermutete dieses Faktum in der kath. Tradition begründet, dem war aber nicht so. Mein mehrmaliges Beharren darauf: "Wo steht das geschrieben?" konnte der Pater nicht gleich beantworten, worauf eine andere Teilnehmerin meinte, dass ich das zu Hause nachschlagen sollte.
      Im Bibelkreis und in der RKK wird zwischen Bibeltext und Tradition nicht unterschieden. Das führt dazu, dass im gleichen Atemzug mehreres behauptet wird, das teilweise biblisch und teilweise traditionell begründet ist. Nur als Beispiel, was ich mit Tradition meine: Die unbefleckte Empfängnis von Maria, also die Behauptung, dass Anna, die Mutter von Maria auch unbefleckt empfangen worden wäre. Nachzulesen hier: de.wikipedia.org/wiki/Unbefleckte_Empf%C3%A4ngnis
      Deshalb frage ich bei solchen mir unbekannten Fakten oft nach und verlange freundlich ein: "Wo steht das geschrieben?" Und dank mitgebrachtem Tablet wurde ich selbst sehr schnell fündig:
      Lk 11/49 Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und einige von ihnen werden sie töten und vertreiben, 11/50 damit das Blut aller Propheten, das von Grundlegung der Welt an vergossen worden ist, von diesem Geschlecht gefordert werde: 11/51 von dem Blut Abels an bis zu dem Blut des Zacharias, der zwischen dem Altar und dem Haus umkam; ja, sage ich euch, es wird von diesem Geschlecht gefordert werden.

      Eine interessante Bibelstelle, denn was bedeutet dieser Text? Zwischen dem Altar und dem Haus umkommen, was bedeutet das? Ein Mord im Tempelbezirk, von wem begangen? Von Priestern?
      Jedenfalls habe ich das dann noch in der Runde aufgeklärt und den Text vorgelesen. Trotzdem habe ich damit mehr Unverständnis geerntet als Zustimmung. Nicht, dass ich das bräuchte, aber es ist atmosphärisch interessant wie eine Nachfrage nach dem "Wo steht das?" behandelt wird. Der Pater hat mich überhaupt sehr befremdet angesehen, ein bisschen ist es mir vorgekommen als hätte ich Majestätsbeleidigung betrieben - das war aber nur mein subjektiver Eindruck.

      Nach dem Ende der Bibelrunde wurde ich von S noch gefragt, wo ich denn Theologie studieren würde. Schon eine lustige Frage, denn wirklich studiert (im Vergleich zu Theologen) fühlt man sich eigentlich gar nicht. Trotzdem ist anscheinend das Standardwissen mit AT und NT, das man in der Adventgemeinde (von Kindersabbatschule bis Erwachsenensabbatschule) mitbekommt eine sehr fundierte Basis an Bibelwissen.

      Am Donnerstag (19.02.) ist der zweite Termin, angeblich war der Pater bei dem Termin im Jänner nur dabei, weil ihn der Diakon extra dazu eingeladen hatte, es dürfte also normalerweise nicht so sein. Das wäre hilfreich, denn diese neue Bibelrunde ist sehr viel belesener und vielfältiger als die in meinem Heimatort. Ich denke, dass ohne Pater ein lebhaftiges Gespräch zwischen den Teilnehmern möglich wäre.