Die adventistische Gesundheitserziehung

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    • Die adventistische Gesundheitserziehung

      ...ist an manchen Stellen leer, ist mir heute beim Nachdenken aufgefallen. Man korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber der Schwerpunkt ist lediglich dort zu finden:
      - Ernährung
      - Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, Tabak etc.
      - körperliche Bewegung
      - Ganzheitlichkeit, also auch seelische Gesundheit - vor allem durch gute Beziehungen untereinander und mit dem Schöpfer

      Dabei fällt mir auf, dass es an manchen Stellen hapert, ich greif nur mal drei heraus:
      a) Der Konflikt durch die Frage, ob Fleischgenuss nun ungesund/okay/gesundheitsfördernd ist, ist immer noch ungelöst. A sagt dieses, B sagt jenes, C glaubt wieder was anderes. In Friedensau gehen die Studenten angesichts der rigiden Fleischlosigkeit des Mensaessen gern mal zum Mäcces. Sowas mag es auch in Bogi geben. Wer hat nun recht? Warum sprechen wir nicht mit einer Stimme, und was hat das für Konsequenzen für unsere Verkündigung? WIe sauber grenzen wir uns von demagogischen Auswüchsen (Bsp. Impfgegner oder Vor-Kuhmilch-Warnern) ab?

      b) So mancher Verfechter adventistischer Lehren, unter anderem auch der Gesundheitslehren, versagt beim Punkt "gute Beziehungen untereinander", wenn er liberale Tendenzen in der Gemeinschaft mit Wort und Tat bekämpft. Es ist nicht der Fakt, dass diskutiert wird, sondern die Art und Weise. Viele Prediger und Leitende müssen mit niederträchtigen und tief verletzenden Hassbriefen umgehen. Damit wirken Adventisten mitunter aneinander "gesundheitsschädlich". Ärger und Streit gehen natürlich auch von der "anderen Seite" aus, aber die verfechtet üblicherweise die Gesundheitslehren nicht so stark, so dass der Widerspruch dort nicht so deutlich wird.

      c) Die überkommene adventistische Sexualethik leugnet zuweilen, dass Sexualität zum menschlichen Leben gehört wie Essen und Trinken. Wer verheiratet ist, ist aus dem Schneider (in der Regel, aber auch nicht immer), aber den Unverheirateten wird gerade in konservativen Kreisen sogar die Selbstbefriedigung verboten. Mit völlig unhaltbaren Begründungen. Dass das eine ungesunde Lebensweise nach sich zieht, wird dann einfach ideologisch negiert, aber das ist falsch. Warum wird Paulus wohl geraten haben, dass Mann und Frau sich einander nicht entziehen sollen? Wer aber sagt, dass die Sexualität im Menschen erst mit dem Ja-Wort angeknipst wird und erlaubt ist, muss endlich aufwachen und erwachsen werden.

      Mal drei Punkte, wo ein Außenstehender Löcher in unsere Lehre reinstechen kann, und das zurecht. Sie beruht noch stark auf dem, was im 19. Jahrhundert geglaubt wurde, und vielen fällt es schwer, davon abzurücken, weil es für "inspiriert" gehalten wird oder für sie identitätsstiftend wirkt. Aber wir machen uns jeden Tag angreifbarer, wenn wir nicht endlich die Kehrtwende schaffen und sogar Buße tun, dass wir - möglicherweise trotz besseren Wissens? - dabei versagt haben, dazuzulernen und mit der Zeit zu gehen und Menschen so an mancher Stelle nicht gesund, sondern krank machen.
    • Für mich ist die Frage schnell gelöst, wenn wir diese "Regeln" nur als Richtlinien verstehen:

      - Richtlinien befolgt jeder nach seinem Gewissen. Wovon jeder persönlich überzeugt ist, kann dies persönlich befolgen.

      - Richtlinien sind kein "dogmatisches Paket" für die Identität der Adventisten. Man darf diese Richtlinien nicht befolgen und trotzdem Adventist bleiben (hier soll noch gesagt werden: der (innere) Konflikt kann zwar zwischen Mensch und Gemeinde verschwinden, aber nicht (unbedingt) zwischen Mensch und Gott).

      - Jeder soll andere in ihrer Erkenntnis nicht richten. Dazu gehört auch, dass man nicht "schief" gucken soll. Auch sind die ständigen "ermahnenden" Worte nicht notwendig. Jeder Adventist sollte jedoch die Richtlinien kennen. Ständige Erinnerungen daran seitens der "Konservativen" sind nicht notwendig.

      Werden diese Regeln befolgt und der Mensch höher geschätzt als die Regeln, wird man sehr schnell den Frieden schaffen.

      Ich habe für mich persönlich erkannt, dass die Gesundheit(sReform) hohen Stellenwert in der Evangelisation hat. Gott will, dass wir gesund leben und andere gesund machen. Durch das Gesundmachen anderer Menschen werden sich diese für das Evangelium grosses Interesse entwickeln. Gesundheitsreform und Evangelium gehen Hand in Hand. Aber meine Ansicht zwinge ich niemandem auf, und richte auch niemanden, der das anders sieht. Jeder handle nach seiner Erkenntnis.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)
    • Lieber kleinstein.

      Ich bin nun über 65 Jahre Gemeindeglied und war bisher in 4 Gemeinden Mitglied und kenne darüber hinaus eine ganze Reihe weiterer Gemeinden.. Aber die meisten Deiner Beobachtungen habe ich nicht gemacht.

      Bisher habe ich immer erlebt, dass die Ernährungsweise jedem selbst überlassen ist, wie es schon EW sagte. Meine Großeltern waren lange Zeit Vegetarier, meine Eltern in der Jugend und wir sind "halb"-Vegetarier. Fleisch gibt es nur in kleinen Mengen, weil uns Gemüse einfach besser bekommt. Wir könnten auch ganz umsteigen, wie das neulich ein Bruder machte, dem man 4 Melanome (schwarzer Hautkrebs, meist tödlich) aus dem Rücken schnitt, der dann alle Medikamente absetzte und nach den regel unseres Weimar Institutes lebt. Seine Blutwerte sind hervorragend, und die Ärzte staunen am laufenden Band. Aber er macht es freiwillig, und alle richten sich danach, wenn man gemeinsames Potluck macht.
      Das vegetarische Essen auf unseren Schulen hat mir immer geschmeckt, aber es gibt in unseren Heimen auch anderes Essen. Es ist kein Grundsatz wie etwa das 4. Gebot. Warum also mit einer Stimme sprechen? Jeder sei seiner Meinung gewiss.

      Dass es liberalere und konservativere Gemeindeglieder gibt, ist ein alter Hut. Nach meinem Verständnis ist in Gottes Garten für beide "Pflanenarten" ausreichend Platz. Sie sollten sich nur nicht gegenseitig zu "bekehren" trachten, denn jeder hat ja gute Gründe für seine Haltung und sein Verständnis. So könnten sich auch beide befruchten und gemeinsam voran kommen.
      Was Du zum Thema "Sexualität" sagst, ist interessant. Soweit ich weiß, ist die Adventgemeinde die einzige Gemeinde,, die ältere, verwitwete Menschen traut, auch wenn sie nicht auf dem Standesamt waren. Da sind wir sehr fortschrittlich. Doch die Sache mit der Sexualethik war eigentlich schon immer ein Nicht-Thema, jedenfalls in meinem Umfeld. Es wurde gesagt, was dazu in der Bibel vor 2000 Jahren geschrieben stand, und damit Ende. Es ist ja auch heikel, die Bibel zu hinterfragen. Aber wenn Du vor Deinem Gewissen das tust, so bin ich der letzte, der Dir da rein redet.
      L G v. benSalomo
    • @Kleinstein

      Man kann aus deinem Inhalt schließen, dass Du scheinbar Adventist bist. Was Du schreibst beschreibt Dich aber als einen Weltmenschen. Wie soll man Dich einstufen?

      Wer in einen Verein beitreten möchte, muss die Bedingungen dieses Vereins beachten und leben, sonst fliegt man raus. Ich weiß nicht, was am Adventismus so interessant ist, dass man gerne dazu geheören will, aber das was sie lehren ablehnen. Geh doch einfach raus, dann hast Du doch Seelenfrieden. Oder fühlst Du dich berufen die Vereinssatzungen zu verändern und die anderen Vereinsmitglieder mehr Freiheit zu verschaffen ?
      Es braucht Dich nicht wundern, dass so manches in der Kirche daneben läuft, die meisten sind unbekehrt, so wie Du. 8-) Nein das sage nicht ich, sondern EGW. Achso für Dich ist ja eine falsche Prophetin, umso schneller würde ich diese Kirche an Deiner Stelle verlassen.

      ich hoffe, ich konnte Dir geholfen haben
    • Der Seele und des Leibes Heil - -

      Lieber Kleinstein,


      Ich stimme Dir irgendwie - aber nur irgenwie - zu.
      Ich stehe vollinhaltlich zu der (erweiterten) Aussage des Paulus in 1. Kor. 3, 16., 17 (!!); 1. Kor. 6, 19; 2. Kor. 6,16. Dies ist nun auch altes pietistisches Erbe - siehe "Geschichte des Pietismus" Bd. 3 und 4, bei Vandenhoeck & Rupprecht .In Wuppertal, der Urheimat deutscher STA, wurde 1900 das erste Reformhaus eröffnet, man hat - nach Thomas Bürger - sämtliche Elemente der "Lebensreform" - mit Ausnahme des Tanzes und der Nacktheit - in diesen STA - Gemeinden alles übernommen. (Man frage den Erziehungswissenschaftler. Thomas.Buerger@erziehung-uni.giessen.de -ich kann seine Ausführungen weitestgehend bestätigen.

      Nur hat sich dies ja etwas verschoben :NEWSTART = NUTRITION - exercise - - water

      oder allerneuest aus der Presse : Siebenten - Tags -Adventisten : Ihre acht Prinzipien : WERTVOLL = WASSER - Ernährung - - -

      Wasser hier : 2 Liter pro Tag trinken. Die Fülle der Elemente, welche in der Priessniz - Kneipp - Winternitz - Tradition stecken, ging verloren, es blieben die heissen und kalten Wickel -

      Der aus Kalifornien so um 1970 ausgehende Holistic Approach wurde verhöhnt (holistic is a hole) - we are wholistic !!!

      Bogenhofen bekam von mir gut zehn Jahre lang die Fachzeitschrift "Kunst-, Musik- und Tanztherapie", Friedensau hat sie sowieso.

      Ich kenne einige Gemeinden mit "Lehrküchen" in der baulichen Anlage, solche mit einem Gymnastiksaal kenne ich nicht.

      Der DVG bemüht sich redlich um ein wirklich ganzheitliches Angebot; nach mehr als dreissig Jahren Tätigkeit hat man denjenigen, der in seinen Publikationen den Zusammenhang Glaube / Erkrankung / Genesung publiziert hat, endlich auch zu einer DVG - Tagung eingeladen, nämlich Grossarth - Maticek.

      Die bisherigen SDA Health Studies (zumindest die propagierten) handeln vom gesunden Essen, mit dem kalifornische und wenige andersortige Adventisten um bis zu durchschnittlich 11 Jahre länger leben als - - und damit endlich genau die Lebenserwartung haben, welche einem durchschnittlichen Mitteleuropäer zugerechnet wird. Die neue, laufende Studie Frazers allerdings erfasst auch religiöse, soziale und wirtschaftliche Faktoren sowie Life Events.

      Sexualethik - dazu gehört auch Reproduktionsethik ! - darf ich der Propagation einer Spitzwegidylle aus dem 19. Jahrhundert zuordnen ("Sonntagspaziergang"); Masturbation blieb in dem von Laqeur ("Solitary Sex" - New York 2003) Beschriebenen des 18. und 19. Jahrhunderts stecken: Ryszewski brachte dazu in "Salvation&Service" zwar einen auch auf Erfahrungen und Befragungen aufgebauten Denkanstoss unter "Lets Talk" - - - nur hörte man dann nichts mehr darüber.

      Sah man früher Kinder als kleine Erwachsene, so sieht man heute Alte als YUPPies mit halt weiter zurückliegendem Geburtsdatum - der Umgang mit ihnen in ihrer - oft auch geistigen - Lebenseinschränkung wird nicht als besondere - zunehmende !! - Herausforderung wahrgenommen . (Sexualität im Alter /Altersheim setze ich sowieso in Klammer)

      Die Bergpredigt, Matth. 265, 31.ff, die Verkündigung der Tugenden des, der uns gesandt hat - -sollen ihres Spitzenplatzes nicht beraubt werden - aber die Texte aus dem Brief des Paulus an die Korinther sind ebenso Aufgabe - und vernünftig (!) wahrzunehmen. Ganzheitlich !
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -

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    • @nachtfalter
      Den Inhalt deines Beitrages könnte man getrost mit den wenigen Worten "Hau ab und verschwinde aus meiner Kirche" zusammenfassen, auch wenn du es natürlich viel anständiger formuliert hast. Ich bin echt der Meinung, dass du heute mit deiner dreimaligen Empfehlung an mich, zu verschwinden, die Bedingungen unseres "Vereins" nicht erfüllt hast.

      Außerdem sind wir keine Sekte oder sonstige diktatorische Veranstaltung. Dein und mein Herr ist der Sohn Gottes, nicht der Verein und seine Satzungen. Ich habe Christus zu dienen, nicht den Regeln, die zwischen 1844 und 19... - ja wann? - aufgestellt worden sind. Ich wünsch dir, dass du diesen Unterschied verstehst und in Zukunft nicht mehr die Leute nach ihrer Konformität zum "Prophetinnenwort" bewerten musst.

      Und ansonsten bist du ganz frei - ja, ich bitte dich drum! - dich auch inhaltlich mit dem zu beschäftigen, was ich geschrieben habe. Hab einen schönen Sabbat.
    • @Kleinstein

      Der Konflikt durch die Frage, ob Fleischgenuss nun ungesund/okay/gesundheitsfördernd ist, ist immer noch ungelöst. A sagt dieses, B sagt jenes, C glaubt wieder was anderes. In Friedensau gehen die Studenten angesichts der rigiden Fleischlosigkeit des Mensaessen gern mal zum Mäcces. Sowas mag es auch in Bogi geben. Wer hat nun recht? Warum sprechen wir nicht mit einer Stimme, und was hat das für Konsequenzen für unsere Verkündigung? WIe sauber grenzen wir uns von demagogischen Auswüchsen (Bsp. Impfgegner oder Vor-Kuhmilch-Warnern) ab?
      R. Coon in seiner Arbeit "Belief in Ellen G. White as a Prophet: should it be made a test of SDA fellowship?" geht der Frage nach, ob Ellen White bzw. "ihre Ansichten" (gemeint: auf Basis ihrer Schriften) eine Bedingung für Ein/Austritt in/aus unsere(r) Gemeinde darstellen soll. Ellen White und viele andere Pioniere gaben darauf ein NEIN dazu (Quellen im Dokument nachzulesen).

      Speziell die Fleischernährung und Tierprodukte betreffend (dieser Thread), schrieb Ellen White folgendes:
      We are not to make the use of flesh food a test of fellowship. (9T 159)
      We do not make the use of meat a test... (Lt 48, 1902. Cited in CD 401, #715)

      Übersetzt:
      Wir machen den Konsum der Fleischprodukte nicht zum Test für die Mitgliedschaft [in der Gemeinde].

      The question whether we shall eat butter, meat or cheese, is not to be presented to anyone as a test, but we are to educate and to show the evils of the things that are objectionable. Those who gather up these things and drive them upon others do not know what work they are doing (Ms 5, 1881; cited in 3SM 287:1).

      Übersetzt:
      Die Frage ob wir Butter, Fleisch oder Käse essen sollen, soll nicht als Test für die Mitgliedschaft präsentiert werden...
      Deshalb bleiben diese Gesundheits-Lehren nur als Richtlinien unserer Gemeinde, d.h. sie zeigen, was unsere Gemeinde offiziell für richtig (oder besser gesagt: was ist richtiger) hält, aber sie sind kein Entscheidungsmerkmal für die Angehörigkeit zu der Gemeinde.
      Dir wird wenig vergeben, wenn du wenig liebst. Dir wird viel vergeben, wenn du viel liebst. (Lukas 7,47-50)

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    • kleinstein schrieb:

      c) Die überkommene adventistische Sexualethik leugnet zuweilen, dass Sexualität zum menschlichen Leben gehört wie Essen und Trinken. Wer verheiratet ist, ist aus dem Schneider (in der Regel, aber auch nicht immer), aber den Unverheirateten wird gerade in konservativen Kreisen sogar die Selbstbefriedigung verboten. Mit völlig unhaltbaren Begründungen. Dass das eine ungesunde Lebensweise nach sich zieht, wird dann einfach ideologisch negiert, aber das ist falsch. Warum wird Paulus wohl geraten haben, dass Mann und Frau sich einander nicht entziehen sollen? Wer aber sagt, dass die Sexualität im Menschen erst mit dem Ja-Wort angeknipst wird und erlaubt ist, muss endlich aufwachen und erwachsen werden.


      Offensichtlich gehört die Sexualität nicht zur Ehe oder Partnerschaft.

      Es wird darüber nichts ausgesagt. Seltsammerweise gibt es aber viele private Meinungen, die als STA Ethik gehandelt wird. Oder habe ich etwas übersehen?

      Ehe und Familie
      Die Ehe, von Gott im Garten Eden eingesetzt und von Jesus Christus bestätigt, soll eine lebenslange Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau in einer von Liebe erfüllten Gemeinschaft sein.
      Für den Christen gilt das Eheversprechen sowohl Gott als auch dem Ehepartner gegenüber. Eine Ehe sollte nur zwischen Partnern gemeinsamen Glaubens geschlossen werden.
      Gegenseitige Liebe, Wertschätzung, Achtung und Verantwortung sind die Grundlage der Ehe. ... das Wort Sexualität kommt nicht vor. ?????

      Wenn ich an meine Sexualaufklärung vor 50 Jahren denke ,hat sich eigentlich nicht viel geändert...
    • Sexualität - -

      Na, Bogi 111, "Art und Grat der Geschlechtlichkeit eines Menschen reichen von der letzten Faser seines Körpers bis in die höchsten Gipfel seines Geistes" (so etwa soll Nietzsche es formuliert haben. )

      Mein lieber langjähriger Freund Hans und ich wurden einmal gebeten, eine STA - Veranstaltung zur Sexualität einzuleiten. Wir nahmen neben Bildern von Canaletto und Photos von Hubmann auch Rilkes "Weise von der Liebe und vom Tod des Kornetts Christopher Rilke" und stellten fest, dass wir daraus kaum ein Wort kürzen konnten, auch den Schluss nicht : "Im nächsten Frühjahr (es kam traurig und kalt) - - ."

      Frauen haben eine andere Handschrift als Männer - - Manche mögen Rüden, andere Hündinnen - - "Das Ewigweibliche zieht uns hinan" (Goethe, Faust, Schluss II. Teil) - - Diese bunte Welt des Eros, im ganzen (!) Hohelied, in jedem seiner Worte und nicht nur im 4. und 7. Kapitel - - diese Allgegenwärtigkeit des Männlich/Weiblichen, das eine dem jeweils anderen stets unbegreiflich bleibend, in unserem Leben und unserer Umwelt (wobei ich nicht "Sex sells" und die "Nackte des Tages auf Seite 3" meine) - -
      die Hochzeit des Lammes mi der Braut (und nicht die Ritterrunde des König Artus) als Ende der Heilsgeschichte - -

      Das zu vermitteln, zu kutivieren - -das fehlt "uns" und den "Weltmenschen"; Dr. Sommer kommt da auch zu kurz.

      klienstein engt dies ein, aber Bogi 111 auch.
      Nihil hic determino dictans : Conicio, conor, confero, tento, rogo, quero - -
    • @Jacob
      Du hast schon recht, wir reden möglicherweise über Richtlinien - also, was das Essen angeht. Wie stehts mit anderen Feldern wie eben der Sexualität?

      Einerseits frage ich, warum wir als Adventisten nicht mit einer Stimme sprechen, andererseits leg ich Wert drauf, dass wir keine diktatorische Veranstaltung sind, sondern viele Meinungen zulassen können und sollen. Das klingt nach Widerspruch, aber ich frage mich halt, ob die Idee von der "Richtlinie" nicht an mancher Stelle mit dem Gesetz verwechselt wird. Warum gibt es beispielsweise an adventistischen Mensen keine Wahlmöglichkeit zwischen vegetarischem und nichtvegetarischem Essen? Und warum hab ich noch keinen adventistischen Prediger gesehen, der Jugendlichen Mut macht, ihre Sexualität unbefangen und partnerschaftlich zu entdecken und zu leben, ob nun vor oder in der Ehe? Wenn es wirklich nur um Richtlinien ginge, warum sind wir als Gemeinde auf den Feldern dann so rigide und eindimensional, während das reale Leben, die WIrklichkeit mit dem Gepredigten nicht übereinstimmt?

      Wo sind die adventistischen Redner über die positiven Effekte des Fleischgenusses? Haben wir nicht. Stattdessen tauchen immer wieder Gestalten in unseren Gemeinden auf, die extreme Ernährungsweisen propagieren (vegan, keinerlei Milchprodukte, nur Rohkost etc.) und Gehör finden und Seminare halten. Das gibts auch auf anderem Gebiet, beispielsweise der Musik in der Gemeinde - jeder von uns kennt die einschlägigen Namen von Rednern, die als "bekehrte Aussteiger" Rock- oder andere Popularmusik verteufeln. Bis hin zu den Verschwörungstheoretikern, die auch gern gehört und eingeladen werden.

      Vielleicht sollte man sie einfach machen lassen. Ich möchte aber nicht in der Haut eines Vorstehers stecken: Die sehr laute Fraktion der Glieder mit extremen Ansichten diskreditiert die Gemeinde in der Öffentlichkeit, aber wehe, man versucht, ihnen das Mikrofon abzudrehen - dann brechen Zeter und Mordio los, dann werden Babylon, Laodizea und die abgefallene "Führung da oben" aus dem Schrank geholt. Das nervt mich und lässt mich auch nicht in Ruhe. Vielleicht brauchen wir mehr mutige Geschwister, die den Widerspruch wagen und auch öffentlich dazu stehen und es auch aushalten, wenn sie von den Extremkonservativen dafür mit Gülle übergossen werden. Beim YiM in Mannheim wurde die Youngsta - die gesamtdeutsche adventistische Jugendzeitschrift - ausgeladen. Nicht zum ersten Mal. Aber es gibt wenigstens die Initiative, den Betonköpfen von gestern entgegenzutreten und die Gemeinde in die Zukunft zu führen. Auch die Fundis in der GK werden eines Tages erleben, dass Frauen als gleiche Geschöpfe wie ihre Brüder ordiniert werden.
    • philoalexandrinus schrieb:

      Na, Bogi 111, "Art und Grat der Geschlechtlichkeit eines Menschen reichen von der letzten Faser seines Körpers bis in die höchsten Gipfel seines Geistes"


      Ich denke das hat nicht nur Nitsche festgestellt. Allein das was die Bibel uns über die Sexualität sagt, wäre interessant mal beleuchten.

      Leider neigen wir oft dazu, nicht mit der Vielfalt umzugehen und zu behandeln sondern uns als Hüter des Gesetzes und der Moral, oder als Richter zu betätigen.

      Ich denke der Sabbatvormittag eignet sich auch nicht unbeding darüber zu sprechen.

      Bei Lektionen zum thema Sexualität haben viele so ihre Mühe offen zu sein.

      Aber auf früheren Freizeiten ging es schon offen und interessant zu. Ich habe auch Prediger erlebt, die keine Scheu hatten über dieses Thema zu sprechen.

      Auch ich habe keine Angst vor diesem Thema, wenn ich nur einen Hinweis in unserem Glaubenspunk abgegeben habe ist das keine Einengung sondern leider Fakt.

      Zu diesem Thema ist ja hier schon einiges geschrieben worden.
    • kleinstein schrieb:

      @nachtfalter
      Den Inhalt deines Beitrages könnte man getrost mit den wenigen Worten "Hau ab und verschwinde aus meiner Kirche" zusammenfassen, auch wenn du es natürlich viel anständiger formuliert hast. Ich bin echt der Meinung, dass du heute mit deiner dreimaligen Empfehlung an mich, zu verschwinden, die Bedingungen unseres "Vereins" nicht erfüllt hast.

      Außerdem sind wir keine Sekte oder sonstige diktatorische Veranstaltung. Dein und mein Herr ist der Sohn Gottes, nicht der Verein und seine Satzungen. Ich habe Christus zu dienen, nicht den Regeln, die zwischen 1844 und 19... - ja wann? - aufgestellt worden sind. Ich wünsch dir, dass du diesen Unterschied verstehst und in Zukunft nicht mehr die Leute nach ihrer Konformität zum "Prophetinnenwort" bewerten musst.

      Und ansonsten bist du ganz frei - ja, ich bitte dich drum! - dich auch inhaltlich mit dem zu beschäftigen, was ich geschrieben habe. Hab einen schönen Sabbat.


      kleinstein, ich muss Dich enttäuschen. Das Du verschwinden sollst, das könnte ich nie sagen, denn ich gehöre nicht dazu :laugh1: Ich hatte Dir nur einen Rat gegeben, damit Du Frieden für Dich findest. Wer mein Bruder ist, das suche ich mir selber aus nach biblischen Kriterien. Da gehörst Du nicht dazu. Ich denke, das wird Dich beruhigen ;) Wenn ich die Bedankungen anschaue, so hast Du nicht zu klagen über die vielen Brüder und Schwestern, die Deines gottlosen Sinnes sind.
    • Wenn ich die Bedankungen anschaue, so hast Du nicht zu klagen über die vielen Brüder und Schwestern, die Deines gottlosen Sinnes sind.

      Hier gehts ja richtig zur Sache. Ich bedanke mich auch immer mal für kleinsteins Beiträge. Und jetzt wird mir hier unterstellt, "gottlosen Sinnes" zu sein? Das muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich finde es echt beschämend, wie verurteilend hier in diesem christlichen Forum mit anderen umgegangen wird. :thumbdown:
    • nachtfalter schrieb:

      Wenn ich die Bedankungen anschaue, so hast Du nicht zu klagen über die vielen Brüder und Schwestern, die Deines gottlosen Sinnes sind.


      Warum Du Dich mit diesem Gottlosen Gesinde abgibst ??? Irgenwo habe ich gelesen das Jesus sagte er ist gekommen um das "Gesindel" zu erretten.

      Ich denke Du solltes Dich zu den Heiligen begeben ,davon kann Dir die RKK einige anbieten... ;)
    • kleinstein schrieb:

      ...Und warum hab ich noch keinen adventistischen Prediger gesehen, der Jugendlichen Mut macht, ihre Sexualität unbefangen und partnerschaftlich zu entdecken und zu leben, ob nun vor oder in der Ehe? ...

      Weil das (im Gegensatz zur Frage des Vegetarismus) ein klarer Verstoß gegen biblisch klar fundierte Grundsätze wäre.
      Liebe Grüße, Heimo
    • Nun... darüber lässt sich eben trefflich streiten. Du liest es so, andere lesen es anders. Es steht uns gut zu Gesicht, das anzuerkennen.

      Beim Vegetarismus ist es doch auch nicht anders: Ich hörte bislang immer das Argument, dass Daniel und seine Freunde ihre bessere Entwicklung ihrer vegetarischen Ernährung zu verdanken haben. Steht auch in der Bibel. Die einen lesen es so, und wir denken eben anders darüber. Wo ist da der Unterschied?
    • kleinstein schrieb:

      Und warum hab ich noch keinen adventistischen Prediger gesehen, der Jugendlichen Mut macht, ihre Sexualität unbefangen und partnerschaftlich zu entdecken und zu leben, ob nun vor oder in der Ehe?
      Welche Empfehlung würdest du diesen Predigern geben, nach der sie sich richten können, ohne mit Gottes Richtlinien in Konflikt zu kommen? Wo ermuntert das Wort Gottes zu einer Entdeckungsreise unbefangnen partmerschaftlichen Sex vor der Ehe? Denn dieses "Mutmachen" sollte für Christen doch auch mit christlichen Maßstäben im Einklang sein.

      ***