Zeugen Jehovas und ihre Lehren

    • Zeugen Jehovas und ihre Lehren

      Hallo zusammen,

      eine Glaubensschwester aus meiner Gemeinde hat mich gebeten eine Schrift von den Zeugen Jehovas durchzusehen und mit Anmerkungen zu versehen. Ich mach das eigentlich nicht gerne, möchte ihr aber einmalig diesen Gefallen tun und wollte euch anhand des Beispiels Auferstehung teilhaben/mitwirken lassen.

      Gleich vorweg: Dieses Thema ist nicht dazu gedacht Zeugen Jehovas als Sekte zu bezeichnen oder sonstwelche Abrechnungen mit ihnen loszuwerden! Das Thema ist gedacht um die eine biblische Sicht mit der anderen biblischen Sicht (eben unserer Sicht als STA) zu vergleichen. Eine theologische Auseinandersetzung mit Themen und Bibeltexten also.

      Um es einfacher zu machen, stelle ich hier den blauen Fragenkasten aus der Wachtturm Schrift vom 1. März 2013 herein:




      Ich hoffe man kann es gut lesen. Da es sich um eine offizielle Schrift handelt, die auch verteilt wird, denke ich, dass das Copyright hier nicht verletzt wird.

      Einige Aussagen aus dem blauen Kasten decken sich mit unserer Auffassung als STA. Ich möchte auf die Unterschiede eingehen:

      "Die Bibel fordert uns auf, zu falschen Religionen auf Distanz zu gehen und "den Vater mit Geist und Wahrheit" anzubeten (Joh 4,23).
      In meiner Bibel beschreibt Johannes 4,23, dass man den Vater IN Geist (bzw. IM Geist) und Wahrheit anbeten soll. Macht es für euch einen Unterschied, ob man den Vater mit Geist und Wahrheit anbetet bzw. dass man ihn IM/IN Geist anbetet?


      "Jesus ist nicht Gott - dessen Name Jehova ist -, sondern er ist Gottes Sohn. Jehova hat Jesus von den Toten auferweckt (Röm 10,9). Ein Bibelkomentator bemerkt: "Es ist undenkbar, dass sich jemand selbst auferweckt - auch Christus nicht."
      Ist es für euch ein Problem, dass Jesus Gott ist und Gottes Sohn ist? Also beides? Ich denke, dass wir es so lehren und ich denke, dass das richtig ist.
      Zum Thema Jesus = Gott folgenden Bibeltext:
      Johannes 20/27 Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. 20/28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 20/29 Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig [sind], die nicht gesehen und [doch] geglaubt haben!

      Jesus nicht als Gott zu bezeichnen wäre der Erkenntnis des Thomas zuwiderlaufend. Könnte sich Thomas geirrt haben?


      Zum Thema von wem Jesus auferweckt wurde folgende Bibeltexte:
      Röm 10/9 daß, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst.
      ...es gibt noch einige Texte mehr, die besagen, dass Jesus von Gott auferweckt wurde.

      Es gibt aber auch folgenden Text:
      Joh 10/17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, um es wiederzunehmen. 10/18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen.

      Wie bringt man das in Einklang? Indem man sagt "Es ist undenkbar, dass sich jemand selbst auferweckt - auch Christus nicht."?

      Für mich ist es hier wieder eine Kombination. Gott hat Jesus auferweckt und er hat sich das Leben selbst wieder genommen.



      Zur Frage
      "Wann wird die Auferstehung auf der Erde stattfinden? [...]wie die Bibel zeigt, wird diese Auferstehung während der 1000-jährigen Herrschaft Jesus stattfinden, einer Zeit, ..."
      Der Text, der zur Begründung angegeben wird ist Offb 20,6:
      20/6 Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen tausend Jahre.
      Steht in diesem Text, dass die Auferstehung während der 1000 Jahre sein wird?

      der bekannte Auferstehungstext aus 1. Thessalonicher widerspricht dieser Sicht:

      1 Thess 4/16 Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei [dem Schall] der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; 4/17 danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein.

      Dieser Text spricht aus meiner Sicht klar gegen eine Schritt-für-Schritt Auferstehung während der 1000 Jahre, da die Handlung der 1. Auferstehung durch die Entrückung "zugleich" stattfindet und somit bei Jesu Wiederkunft abgeschlossen ist.


      soweit mal dazu. Was sind eure positiven, theologischen Gedanken zu diesen Fragen und Ausführungen?

      shabbat shalom,

      Tricky
    • Zur Gottheit Jesu: evermann.de/glaube/zj/dreieinigkeit/joh_20_28/


      Zur Auferstehung: die Auferstehung der Ungerechten ist eine Auferstehung direkt zum Gericht.
      Ich halte die gängige adventistische Auffassung zu den 1000 Jahren für zutreffend. Du hast das in deinem
      Posting schon gut herausgearbeitet.




      Die wichtigsten Probleme der Lehren der ZJ kommen in dieser Seite aber nicht vor. Wichtig
      ist vor allem die Frage nach der Wiedergeburt: evermann.de/glaube/zj/wiedergeburt/


      Die angegebenen Links gehen auf meine Webseite. Die Texte sind zu lang als dass ich sie direkt
      hier reinkopieren könnte.


      Liebe Grüße,


      Heiko
    • Hallo Heiko,

      generell liegt mir nichts daran den ZJ zu zeigen wo sie falsch liegen oder ihre Religion als falsch zu bezeichnen. Das soll nicht der Sinn dieses Themas sein. Ich möchte aber sehrwohl Stellung beziehen zu einer aus meiner Sicht falschen Darstellung von Jesus oder anderer biblischer Wahrheiten in dem mir vorliegenden Wachtturm Auszug. Deshalb sollten wir möglichst an den Themen bleiben, die ich hier einstelle und zitiere bzw. mit Fotos belege. Danke dahingehend für deinen Link zur Gottheit Jesu. Die Aufarbeitung des Ausspruchs an Thomas, wie sie auf deiner Homepage angegeben ist, deckt sich komplett mit meinem eigenen Verständnis.


      @All

      Ich möchte hier jetzt noch einen Schritt weiter gehen. Folgende Zitate immer noch von dem gleichen Wachtturm:




      Hier wird beschrieben, warum Jesus seinen Satz zum Schächer am Kreuz nicht so gemeint hat, wie ihn die meisten Menschen, die das lesen, verstehen. Die Einschränkung mit dem Satzzeichen nach dem heute aus Lukas 23,42 teilen wir mit den Zeugen Jehovas. Heute wirst du mit mir im Paradies sein, das macht keinen Sinn, wenn Jesus doch 3 Tage im Grab ruht (nach dem Vorbild von Jona). Sinn macht es aber sehr wohl, wenn man den Tag des Todes und den Tag der Auferstehung als einen Tag begreift und der Schächer somit die Zeit von seinem Tod an bis zur Auferstehung als "verschlafen" ansieht und somit an ein und demselben Tag seinen Tod wie seine Auferstehung mit Jesus erlebt. Und natürlich wird er mit Jesus im Paradies sein, auch wenn das nicht in die Auslegung der Zeugen Jehovas passt.

      Der Wachtturm lässt es dabei, dass die Bibel hier einfach nicht stimmt. Der Verbrecher kommt aus ihrer Sicht "nicht für ein Leben im Himmel in Frage". Haben wir jetzt ein Problem damit? Erinnern wir uns an folgendes Zitat aus dem im Eingangspost bereitgestellten Bild:
      "Es wird "eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben (Apg 24,15). Zu den "Gerechten" zählen Männer und Frauen wie Noah, Abraham und Sara. Zu den "Ungerechten" gehören Menschen, die nichts über Gottes Maßstäbe erfahren haben und sie daher auch nicht einhalten konnten."
      Für mich ist das ein großer Irrtum, der hier gelehrt wird. Erstens sieht Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweg:
      Apg. 17/30 Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle überall Buße tun sollen,

      Zweitens sind diejenigen, die nie etwas von Gottes Maßstäben erfahren haben, keineswegs Ungerechte:
      Röm 1/18 Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten, 1/19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen geoffenbart. 1/20 Denn sein unsichtbares [Wesen], sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien; 1/21 weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde.

      Es gibt also keine Unschuldigen oder Ungerechten. Jeder wird nach dem Maßstab der Erkenntnis (und der Möglichkeit), die er hat oder ablehnt von Gott beurteilt. Zumindest sehe ich das so.

      Eines hat mich jedoch verwundert an der Argumentation zum Schächer. Ich zitiere wieder:
      "Überlegen wir zunächst, ob der Verbrecher für ein Leben im Himmel überhaupt infrage kam. Menschen, die die Aussicht haben, in den Himmel zu kommen, müssen im Wasser und mit heiligem Geist getauft worden sein; sie sind also durch Gottes Geist gezeugte Jünger Jesu (Joh 3,3.5). Ein weiteres Erfordernis ist, dass sie Gottes Moralmaßstäben entsprechen sowie Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Integrität und Mitgefühl aufweisen (1 Kor 6,9-11). Außerdem müssen sie bis ans Ende ihres Lebens auf der erde treu zu Gott und Christus stehen (Lk 22,28-30; 2. Tim 2,12). Nur wenn sie diese Voraussetzung erfüllen, könne sie sich als würdig erweisen, auferweckt zu werden und die große Verantwortung zu übernehmen, die im Himmel auf sie wartet - nämlich 1000 Jahre als Könige und Preister mit Christus über die Menschheit zu herrschen (Offb 20,6)."
      Es ist doch erstaunlich wie viel ihrer Theologie hier in die einfache Begebenheit von Jesus mit dem Schächer am Kreuz hineininterpretiert wird. Aber der Reihe nach. Die Anforderung dafür, dass man auferweckt wird ist laut ZJ bei einem der 144.000 (die Könige und Priester, die mit Jesus über die Menschheit herrschen werden) ist also:

      -) MUSS im Wasser und mit heiligem Geist (! - interessant) getauft worden sein. - werden die normalen ZJ, die nicht in den Himmel kommen, ohne heiligen Geist getauft??
      -) MÜSSEN Gottes Moralmaßstäben entsprechen. - müssen normale ZJ, die nicht in den Himmel kommen, diesen Moralvorstellungen nicht entsprechen??
      -) MÜSSEN Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Integrität und Mitgefühl aufweisen. - nur die, die in den Himmel kommen?
      -) Wenn man diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich als würdig erweisen auferweckt zu werden. - werden normale ZJ nicht auferweckt? kann man sich das Herrschen über die Menschheit bei den ZJ mit den richtigen Eigenschaften verdienen?


      Weiter zitiert aus dem Wachtturm:
      "Ist es vernünftig, anzunehmen, dass Jesus dem Mann versprach, er würde zusammen mit seinen Nachfolgern, die Gott treu geblieben waren, als König im Himmel regieren (Röm 2,6.7)."


      Röm 2/5 Nach deiner Störrigkeit und deinem unbußfertigen Herzen aber häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, 2/6 der einem jeden vergelten wird nach seinen Werken: 2/7 denen, die mit Ausdauer in gutem Werk Herrlichkeit und Ehre und Unverweslichkeit suchen, ewiges Leben;

      dazu folgendes Beispiel aus einem Gleichnis Jesu, das genau diese Thematik behandelt:

      Mt. 19/30 Aber viele Erste werden Letzte und Letzte Erste sein.
      20/1 Denn mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Hausherrn, der frühmorgens ausging, um Arbeiter in seinen Weinberg einzustellen. 20/2 Nachdem er aber mit den Arbeitern um einen Denar den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg. 20/3 Und als er um die dritte Stunde ausging, sah er andere auf dem Markt müßig stehen; 20/4 und zu diesen sprach er: Geht auch ihr hin in den Weinberg, und was recht ist, werde ich euch geben. 20/5 Sie aber gingen hin. Wiederum aber ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat ebenso. 20/6 Als er aber um die elfte [Stunde] ausging, fand er andere stehen und spricht zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag müßig? 20/7 Sie sagen zu ihm: Weil niemand uns eingestellt hat. Er spricht zu ihnen: Geht auch ihr hin in den Weinberg. 20/8 Als es aber Abend geworden war, spricht der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Rufe die Arbeiter und zahle den Lohn, angefangen von den letzten bis zu den ersten. 20/9 Und als die um die elfte Stunde [Eingestellten] kamen, empfingen sie je einen Denar. 20/10 Als aber die ersten kamen, meinten sie, daß sie mehr empfangen würden; und auch sie empfingen je einen Denar. 20/11 Als sie den aber empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn 20/12 und sprachen: Diese letzten haben eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir die Last des Tages und die Hitze getragen haben. 20/13 Er aber antwortete und sprach zu einem von ihnen: Freund, ich tue dir nicht unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen? 20/14 Nimm das Deine und geh hin! Ich will aber diesem letzten geben wie auch dir. 20/15 Ist es mir nicht erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Blickt dein Auge neidisch, weil ich gütig bin? 20/16 So werden die Letzten Erste und die Ersten Letzte sein;denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte.

      Gott vorzuschreiben, wen er für sein Himmelreich nimmt, wem er gütig und gnädig ist, das ist schon ein starkes Stück. Gott entscheidet selbst wem er gnädig ist und wem nicht. Jesus war laut dem Zeugnis von Thomas Gott, auch Johannes beschreibt das in den ersten Versen seines Evangeliums. Wenn Jesus allerdings, wie es ZJ lehren, nicht Gott war, sondern "nur" Gottes Sohn, dann kann er sich hier natürlich auch getäuscht haben, als er dem Schächer ein Leben im Himmel bzw. danach auf der neuen, paradiesischen Erde verspricht.

      viel Geschreibsel, ich weiß, aber ich versuche das halt ein wenig aufzuarbeiten... :S
    • Zum letzten Teil, den ich hier besprechen möchte:


      Hier wird Jesus als ein Geschöpf dargestellt. Das erste Geschöpf.

      Ich orte hier einen kleinen Widerspruch:

      "Gott erschuf Jesus vor Adam. Durch Jesus brachte er dann alles andere ins Dasein - auch die Engel. [...]
      Bevor Jesus in Bethlehem geboren wurde, lebte er als Geistwesen oder Engel im Himmel."

      Konsequenzen aus dieser Ansicht:

      -) Engel haben schöpferische Kraft, die eigentlich nur Gott hat.

      Der Haupttext, der zur Begründung für Jesus Erschaffung herangezogen wird, steht in Kolosser 1,15.16. Ich stelle hier mal einige Übersetzungen parallel zum Vergleich:

      Schlachter 2000:
      15 Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist.

      Elberfelder:
      15 Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung.

      Luther:
      15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.

      HFA:
      15 Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, er war als Erster vor Beginn der Schöpfung da.


      Sehr unterschiedliche Interpretationen wie ich meine. Dieser Text wird einerseits vom Textus Receptus (Schlachter, Neue Luther Bibel, ...) in dem einen Sinn ausgelegt:

      "Erstgeborener, der über aller Schöpfung ist" - somit ist Jesus nicht Teil der Schöpfung


      von der Nestle-Aland Textsammlung (Elberfelder, Zürcher Bibel, Gute Nachricht, Einheitsübersetzung, ...)

      "der Erstgeborene aller Schöpfung" - somit könnte (nicht muss!) Jesus ein Teil dieser Schöpfung sein und damit ein Geschöpf

      Interessanter Link zum Textvergleich Textus Receptus vs. Nestle-Aland: das-lebendige-wort.de/Abhandlungen/300_veraenderungen.htm

      Im Widerspruch zum Vers 17, beschreiben Zeugen Jehovas Jesus als Teil der Schöpfung Gottes:

      Schlachter 2000:
      1/17 und er ist vor allem, und alles besteht in ihm

      Ich zitiere zu dem Vers die Erklärung aus der Genfer Studienbibel (Schlachter 2000 Basistext):
      "der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist" Damit meint Paulus nicht, dass der Sohn das erste geschaffene Wesen war - Christus ging jeglicher zeitlich Schöpfung voraus (Vers 17!). Er selbst ist kein geschaffenes Wesen. Im AT war der "Erstgeborene" der Haupterbe des Familienbesitzes (5. Mo 21,17; vgl 2. Mo 4,22; Ps 89,28). Auf Christus angewendet besagt die Bezeichnung "Erstgeborener", dass er solche Ehre und Würde hat, nicht etwa, dass er der älteste Sohn einer Familie ist. christus wird von seinem Vater besonders geliebt (V.13) und alle Dinge wurden in ihm, durch ihn und für ihn erschaffen (V.16f)


      Die Erstgeburt war kein automatisiertes Recht des zuerst geborenen Sohnes, sondern etwas, das einem männlichen Nachkommen verliehen wurde. Wir sehen das ganz praktisch bei dem Erbstreit von Jakob und Esau, wo sich Jakob den Titel des Erstgeborenen von seinem Vater Isaak erschlichen hatte. Ein weiterer Text, der diese Ansicht bestätigt ist Psalm 89, wo von David die Rede ist:

      89/27 Er wird mich anrufen: Mein Vater bist du, mein Gott und der Fels meines Heils! 89/28 So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten unter den Königen der Erde. 89/29 Ewig will ich ihm meine Gnade bewahren, und mein Bund soll ihm fest bleiben. 89/30 Und ich will seine Nachkommen einsetzen für immer und seinen Thron wie die Tage der Himmel.

      Das Prinzip sollte also klar sein. Erstgeburt ist kein automatisiertes Recht, sondern ein Titel, der einem vom Vater verliehen wird. Nebenbei ist ja Jesus auch ein "Sohn Davids", wie er in manchen Bibeltexten beschrieben wird: Röm 1,3 sowie 2 Tim 2,8 seien hier genannt. David ist eine Vorausandeutung Jesu Christi, des einzigartigen Sohnes Gottes und Hauptes seiner Gemeinde.


      Jesus IST Gott, das wird von zig Bibelstellen, von denen ich einige hier einstelle, bestätigt:

      Joh 1/1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
      Joh 1/14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

      Jes 9/5 Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.

      Heb. 1/7 Und von den Engeln zwar spricht er: `Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme, 1/8 von dem Sohn aber: `Dein Thron, o Gott, ist in alle Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches;

      Phil 2/6 der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein.

      1 Joh 5/20 Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
      (dieser Text wird auch in der Neuen Welt Übertragung so wiedergegeben!)

      ...


      So, damit möchte ich mal die erste Betrachtung des Wachtturms vom 1. März 2013 abschließen. Ich freue mich aber natürlich über eure ergänzenenden Gedanken dazu.